Diskussionspapier zur ungleichen Bezahlung von Fußballerinnen

Es gibt ein neues Diskussionspapier des Instituts für Organisationsökonomik von meiner früheren Doktorandin Katrin Scharfenkamp und mir mit dem Titel „Ist die Vergütung im Fußball geschlechtergerecht?“ Die Zusammenfassung lautet:

Es gibt große Unterschiede in der Bezahlung von professionellen Fußballerinnen und Fußballern. Während die Sportmedien regelmäßig über hohe Einnahmen männlicher Fußballer berichten, wird die Vergütung von Fußballerinnen nur selten öffentlich thematisiert. Nur wenige professionelle Fußballerinnen selbst auf dem höchsten Niveau können von der Vergütung für ihre sportliche Leistung leben und viele sind auf Nebeneinkünfte und Sponsoren angewiesen. Den Verdienstunterschieden stehen jedoch auch große Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern sowohl in körperlicher Hinsicht als auch in Turnieren gegenüber. In den USA wird „equal play, equal pay“ gefordert für die sportlich und finanziell erfolgreichere weibliche Nationalmannschaft, die trotzdem deutlich weniger verdient als das Herrenteam. Diskriminierung nach dem Geschlecht lässt sich jedoch keineswegs in allen Ländern feststellen, wenn man die Leistung berücksichtigt.

7 Gedanken zu „Diskussionspapier zur ungleichen Bezahlung von Fußballerinnen

  1. Man kann zweierlei Kriterien für eine angemessene Bezahlung zugrundelegen:
    1. Leistung: Die deutsche Frauennationalmannschaft spielt schwächer als 14-16jährige Jungs (https://de.wikimannia.org/Frauenfu%C3%9Fball). Ergo sollte ihre Bezahlung auch nicht höher sein als für Minderjährige.
    2. Kommerzielle Erfolg: Frauenfußball generiert weit weit weniger Interesse der Zuschauer und der Werbewirtschaft als Männerfußball. Danach muß sich die Bezahlung richten.

    Frauenfußball steht zu Profifußball wie Autofahren zu Autorennfahren oder Radeln zu Radrennsport. Zwar werden die Regeln des Spiels befolgt, aber die Leistung liegt so weit zurück, daß man schlechterdings nicht von derselben Sportart sprechen kann.

    • Beim kommerziellen Erfolg liegt in den USA das Frauennationalteam jetzt etwas vor den Männern, was aber in Deutschland und den meisten anderen Ländern nicht so ist. Ansonsten stimmte ich zu, dass es eigentlich eine andere Sportart ist. Die Differenzierung nach Geschlechtern nutzt vor allem den Frauen, die mittlerweile auch bei den Männern mitspielen dürften.

      • Die Pseudo-Feministinnen (pseudo, weil sie die unbequemen Dinge nicht ansprechen) übersehen auch, dass es einige Sportarten und Branchen gibt, bei denen Frauen ebenfalls ganz ohne Quoten mindestens genauso, oft sogar besser bezahlt werden. Beim Tennis etwa, oder auch im Model-Business.

        Es gibt nun einmal zwischen den Geschlechtern anatomische Unterschiede hinsichtlich Größe, Athletik und Kraft, die zur Folge haben, dass z.B. der Fußball, oder auch der Handball, bei den Männern wesentlich kraftvoller und schneller in der Spielweise sind.

        Allerdings wird beim weniger lukrativen und publikumswirksamen Frauen-Mannschatssport bisher noch nicht gleich viel Wert auf eine „diverse“ und „bunte“ Mannschaft inkl Nationalhymnen-Schweigern gelegt, was dessen größere Unattraktivität wieder etwas aufhebt…

      • Die männlichen Tennisprofis verdienen absolut deutlich mehr als die weiblichen, bei gleicher objektiver Leistung allerdings weniger, wobei Frauentennis inzwischen attraktiver sein dürfte, da die Männer in gewisser Weise zu gut sind bei den geltenden Regeln.

    • Das gilt aber für die Spitzengehälter im Fußball überhaupt, würde also keine höheren Zahlungen an die Frauen rechtfertigen, sondern viel niedrigere auch für die Männer. Sollte nicht jede Arbeiterin besser bezahlt werden als ein dekadenter Balltreter?

  2. Pingback: Beitrag zur Bezahlung im Frauenfußball in Zeitschrift erschienen | Alexander Dilger

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