Iranische Führung gibt Flugzeugabschuss endlich zu

Die ‚USA töten iranischen General im Irak‘, der ‚Iran übt symbolisch Rache und Trump verzichtet auf weitere Eskalation‘. Doch am Mittwoch stürzte wenige Stunden nach dem iranischen Raketenangriff im Irak ein ukrainisches Passagierflugzeug bei Teheran ab, wobei alle 176 Insassen starben. Die iranische Führung dementierte bis gestern vehement einen Abschuss und beharrte auf einem technischen Defekt. Heute folgt dann das Eingeständnis der schrecklichen Tat: Die iranische „Revolutionsgarde übernimmt Verantwortung für [den] Abschuss“, weil er sich nicht länger leugnen ließ.

Die Luftabwehr war in Erwartung eines amerikanischen Gegenschlags in Alarmbereitschaft versetzt worden. Ein Offizier hielt dann das zivile Flugzeug für eine Bedrohung und schoss es ab. Der eigentliche Fehler lag jedoch bei der Führung des Landes, die nicht nur völkerrechtswidrig Ziele im Irak beschießen ließ, sondern gleichzeitig die Luftabwehr aktivierte und den zivilen Flugverkehr nicht unterbrach. Während die Tötung von General Qassem Soleimani die Iraner vereinte und regimekritische Proteste verstummen ließ, ist jetzt die Ablehnung des mörderischen und unehrlichen Mullah-Regimes umso größer. „Die Wut bricht sich Bahn“, was noch deutlich zunehmen dürfte wie auch die Gewalt der Theokraten dagegen.

6 Gedanken zu „Iranische Führung gibt Flugzeugabschuss endlich zu

  1. Das iranische Terrorregime hat ein klassisches Eigentor geschossen. Ich könnte mich richtig darüber freuen, wenn nicht unschuldige Menschen dabei sterben mussten…!

    • Na ja, auch wenn die Hauptschuld an dieser Tragödie, bei der die Opfer übrigens fast alle einen Iranischen Background haben, natürlich bei den entsprechenden iranischen Behörden liegt (der Flugraum hätte temporär für zivile Flugzeuge gesperrt werden müssen), ganz außen vor sind die USA (präzise US-Eliten) auch in diesem Fall mal wieder nicht.

      Diese Überreaktion der Tötung eines hochrangigen Militärs samt weiterer Militärs durch einen Drohnenangriff in einem Land (Irak), in dem weite Teile der Bevölkerung – und nun mittlerwile auch die Regierung – die USA nicht als Dauer-Besatzer haben wollen, hat doch die Eskalationsschraube weiter angezogen. Man wollte wohl sogar noch weitere iranische Top-Militärs durch Attentate ausschalten, was wohl durch Zufall fehlschlug. Dann kamen ja auch noch an dem Tag des Flugzeugabschusses weitere Drohungen aus den USA hinzu, 52 auch kulturelle Ziele zu attackieren. Dass dann die ganzen Flugabwehranlagen scharf gestellt werden, ist doch naheliegend.

      Dennoch ich erwähnte es eingangs bereits: Hier ist viel zu leichtfertig und fahrlässig verfahren worden. Man hätte an dem Tag, als die Eskalation noch durch weitere US-Drohungen und potentielle 52 Angriffe sich weiter zuspitzte, einfach den gesamten zivilen Luftraum temporär lahmlegen müssen. hier ist viel zu lax mit dem Leben von unbeteiligten Menschen umgegangen worden. Viele Opfer waren auch noch recht jung, teilweise sind ganze Familien ausgelöscht worden. Ohne Details zu kennen, oberflächlich betrachtet scheinen auch viele der Opfer eher der säkularen wissenschaftlich orientierten Schicht anzugehören. Menschen also, die nicht nur bildlich zwischen den Stühlen der Konfliktparteien standen. Die Opfer hatten wahrscheinlich sogar noch 1-2 Minuten Zeit sich auf ihren Tod vorzubereiten, Eltern und Kinder nebeneinander. Wirklich eine Tragödie das Ganze.

      • Die Tötung des mörderischen Generals hat allein Präsident Trump zu verantworten, keine gesichtslose US-Elite.

        Die meisten Iraker wollen gar keine ausländischen Truppen mehr im Land haben, auch keine iranischen, die viel weniger Rücksicht auf Zivilisten nehmen als die amerikanischen.

      • In der Tat ist die Geschichte auch für die USA nicht gut gelaufen. Der Iran hatte panische Angst vor einem Gegenschlag und dabei einen Armeeangehörigen zu einem schrecklichen Fehler getrieben. Für Trump ist das durchaus unangenehm, weil er massiv zur Eskalationsspirale beigetragen hat.

        Ja, es war ganz allein seine Entscheidung, da muss man ihn nicht vor den bösen Neokonservativen verstecken. Dennoch halte ich die Tötung des Terroristen für richtig. Es war das richtige Zeichen, dass die Weltgemeinschaft entschieden auf Terrorismus reagiert. Die Drohung kulturelle Ziele anzugreifen war jedoch falsch. Trump muss dem iranischen Regime die Grenzen mit Macht und Stärke aufzeigen, er darf jedoch nicht die Bevölkerung demütigen. Dennoch sollte man diesen Tweet nicht überbewerten, der Iran hat die amerikanische Armee mit Raketen angegriffen, selbstverständlich muss man hierauf reagieren.

      • „Die Tötung des mörderischen Generals hat alle in Präsident Trump zu verantworten, keine gesichtslose US-Elite.“

        Rein formal mag dies vielleicht so sein. Aber wie gesagt, die Iran-Agenda der USA reicht weit zurück. Und hierbei geht es natürlich nicht um eventuelle iranische Angriffe auf Detroit oder Los Angeles oder eine Demokratisierungsagenda wie vorgeheuchelt wird, sondern um konkrete geostrategische Interessen, die wie bereits angedeutet vielschichtig sind, aber allesamt mit den konkreten Bedürfnissen der meisten US-Amerikaner nichts zu tun haben.

        Und natürlich ist die Einflussnahme auf die Politik, die es ja prinzipiell nahezu überall gibt, in den USA besonders groß. Kein normaler US-Bürger hat etwas von einem Regime-Change in Syrien oder dem Iran und von dauerhaften Interventionen und Kooperationen mit Islamisten sowie ellelangen Auslandsaufenthalten der Armee und damit verbundenen Kosten. In den USA können sich viele Menschen keine vernünftige ärztliche Versorgung leisten und das Standard-Bildungssystem lässt auch sehr zu Wünschen übrig. Die Profiteure der US-Politik sind doch andere. Hieran ist auch, aber nicht nur, dass verkrustete us-amerikanische Wahlsystem schuld.

        „Die meisten Iraker wollen gar keine ausländischen Truppen mehr im Land haben, auch keine iranischen, die viel weniger Rücksicht auf Zivilisten nehmen als die amerikanischen.“

        Es ist richtig, dass die meisten Iraker keine ausländischen Truppen in ihrem Land haben wollen. Dies ist ja in den meisten Ländern der Welt der Fall. Der Unterschied ist aber der, dass die Iraner anders als die USA zumindest noch einen Bezug zu dem Irak haben. Erstens ist es ihr Nachbarland, zweitens – und das ist nicht unwichtig – ist etwa die Hälfte der irakischen Bevölkerung schiitisch und sieht in dem mehrheitlich schiitischen Nachbar eine Art Schutzmacht gegenüber der sunnitischen Mehrheit im Nahen Osten. Ähnliches gilt übrigens für die Schiiten im Libanon und in Syrien, wo die zu großen Teilen vom Iran finanzierte und unterstützte libanesisch-schiitische Hezbollah unter den dortigen Schiiten einen fast volksheldenhaften Status als Beschützer und Interessenvertreter genießt.

        Für uns als modern sozialisierte Europäer ist dies alles befremdlich, ich habe diesbezüglich bereits recht viele Bilder und Videos gesehen und man kann sagen, dass dies eben nicht alles inszeniert ist, sondern vieles aus Überzeugung erfolgt. Erklären kann man dies nur wie von mir bereits erwähnt mit dem stark religiös-sektiererisch tribalistischem Denken, in dem immer noch recht große Teile der Menschen des Nahen Ostens verwurzelt sind: Geheiratet wird nur unter seinesgleichen, nur die eigen Konfession ist die wahre richtige muslimische, die Religion ist wichtiger als der staatliche Zusammenhalt, etc…Peter Scholl-Latour hatte darüber damals schon intensiv berichtet.

        In den hiesigen Mainstreammedien liest man davon wenig; natürlich, denn es zeigt die Probleme heterogener fragmentierter Gesellschaften und spezifisch auch die des Islams. Wer nur Springer-Presse oder Zeit liest, efährt davon wenig bis nichts und kratzt nur an der Oberfläche. Nur so lässt sich auch das Agieren der iranischen Fühung im Nahen Osten erklären. Diese versteht sich als Schutzmacht aller Schiiten im Nahen Osten und möchte durch Präsenzen und Interventionen deren Ausgangslage in einer mehrheitlich sunnitischen Region verbessern. Das Problem ist allso viel allumfassender, als nur die Iranische Führung.

      • Sie haben völlig falsche Vorstellungen von der US-Politik. Es gibt kein einheitliches Interesse einer geheimen Elite und der jeweilige Präsident hat viel mehr Einfluss, als Sie denken. Ronald Reagan ließ noch als Kandidat wegen der Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran, die direkt nach seiner Antrittsrede endete, geheim verhandeln und verantwortete dann die Iran-Contra-Affäre. George W. Bush wollte lieber den Irak angreifen, als den Einfluss des Irans einzudämmen. Barack Obama hat den Atomdeal mit den USA eingefädelt und Donald Trump hat ihn wieder aufgekündigt. Trotzdem ließ er den Iran gewähren gegen die USA und ihre Verbündeten, bis er jetzt Qassem Soleimani töten ließ.

        Gerade weil Schiiten und Sunniten verfeindet sind, gibt es Konflikte in vielen Ländern und unterstützen längst nicht alle Iraker den Iran und seine Milizen.

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