Neben Frau schummelt auch Herr Giffey

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hatte bei ihrer Doktorarbeit plagiiert (siehe ‚Familienministerin Giffey will trotz Plagiaten SPD-Vorsitzende werden‘). Das beeinträchtigt ihre politische Karriere aber nicht weiter, denn „Familienministerin Giffey darf Doktortitel behalten“, weil die FU Berlin ihr nur eine Rüge erteilte, für die es gar keine Rechtsgrundlage gibt und wobei weitere formale Fehler gemacht wurden (siehe „Uni kennzeichnet Promotion falsch“).

Nun gibt es „Das nächste Problem der Franziska Giffey“, denn ihr Mann wurde mit Verwaltungsgerichtsurteil unehrenhaft aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Er war Amtsveterinär im Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales und hat wohl den Staat zu Lasten der Steuerzahler mit mindestens einer fiktiven Dienstreise getäuscht, was keine reine Privatangelegenheit ist (siehe auch „Warum der Fall Giffey keine Privatsache ist“). Damit passen die beiden Schwindler zusammen, wie auch diese geschwindelte Antwort zeigt: „Auf die Frage ‚Für was steht der Name Giffey?‘ antwortete sie: ‚Für Geradlinigkeit. […]'“ Dabei gilt sie noch als Hoffnungsträgerin für die arme SPD.

23 Gedanken zu „Neben Frau schummelt auch Herr Giffey

  1. In der SPD gibt es das öfters…

    https://www.n-tv.de/politik/SPD-Abgeordnete-Hinz-faelschte-Lebenslauf-article18229841.html

    Üppig staatlich versorgte Möchtegern-Akademiker, die längst ihre ursprüngliche Klientel und deren Anliegen vergessen und verraten haben und sich lieber im bourgeoisen Rotweingürtel linksliberaler Kreise aufhalten, IT-Produkte von Apple besitzen und neben der Mercedes-Limousine ein E-Auto als Zweitwagen haben. Das verzogene Söhnchen geht dann mit dem Iphone und Markenklamotten zur örtlichen Antifa und die verwöhnte Tochter freitags zu fridays for future, isst Bio-Müsli und fliegt dreimal im Jahr nach Asien, Kalifornien und Südamerika.

  2. Mein erster Gedanke : Sippenhaft durch Medien. Dann : Nachdenken, Vergleich mit / in der eigenen Familie.

    Selbstredend werden / wurden wesentliche berufsbedingte Abläufe zwischen Eheleuten immer diskutiert. Von Urlaub , Freizeit, Dienstreisen , Gehalt, Stellung im Unternehmen – hier Behörde – etc.

    In Frau Giffeys hervorgehobener Position als Bürgermeisterin, später Ministerin, ihrem permanenten Anspruch auf “ moralische Überlegenheit “ vs. politschen Gegner und mit öffentlcher Vorbildbühne gegenüber allen Bürger/innen ist “ Schummelei für Gehaltsaufbesserung “ keine interne Familienangelegenheit zwischen Eheleuten. Die beiden Eheleute sprechen doch auch über ihr Einkommen / Auskommen.

    Unvergessen abstruser irrer Vergleich in Kita – Broschüre, initiiert , veröffentlicht von Ministerin Giffey unter freundlcher Hilfe Amadeu-Antonio-Stiftung, berühmt mit Ex-Stasi Frau.

    “ …..In einer Kita fallen zwei Geschwister auf die besonders zurückhaltend sind …. verhalten sich passiv. ….. Gleichzeitig gibt es keine Disziplinprobleme ( ! ) …..scheinen besonders …..gut zu spuren …. Mädchen trägt Kleider und Zöpfe …..wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet ……. der Junge wird stark körperlich gefordert ( ? ) und gedrillt ( ? ) ….. kommen häufig am Morgen in die Einrichtung , nachdem sie bereits einen 1,5 km Lauf absolviert haben . “

    Und jetzt kommt es ganz dicke – Berliner Jargon –

    “ In der konkreten Situation ist es hilfreich , die Eltern zum persönlichen Gespräch in die Kita einzuladen. ( ! )

    Wenn das keine Gesinnungskontrolle durch Kita – Mitarbeiter ist , wass dann ?

    Giffeys haben auch ein Kind da werden solch gesellschaftlich relevanten Dinge in der Regel auch besprochen.

    Mann oh man, was ist das für eine Familie ?

    • Es gibt ein Privatleben von Politikern und ihren Angehörigen, welches die Öffentlichkeit grundsätzlich nichts angeht oder zumindest nichts angehen sollte. Massiver Amtsmissbrauch zu Lasten der Steuerzahler, der zur Entlassung aus dem Dienst führt, gehört allerdings nicht dazu. Frau Giffey muss sich auch dieses Fehlverhalten ihres Mannes nicht vollständig zurechen lassen, aber eben doch teilweise, gerade wenn sie es nicht selbst aufgedeckt und angezeigt hat. Wie will sie ein Ministerium oder gar eines Tages das ganze Land führen, wenn sie nicht einmal ihren Ehemann von massiven Verfehlungen abhalten kann?

  3. Politiker-Dissertationen sind ganz allgemein überflüssig, weil sie in aller Regel keinen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn liefern, der das Feld voranbringen würde, und weil der Erwerb des Doktorgrad nur wenig über die Befähigung zur Berufspolitik aussagt. GuttenPlag Wiki et al. hat insofern einen reinigenden Effekt gehabt, Jungpolitiker überlegen sich nun zweimal, ob sich eine Dissertation für eine Karriere in der Politik lohnt. Die freigewordenen akademischen Kapazitäten können andere, die in Wissenschaft oder Wirtschaft arbeiten wollen, besser nutzen.

    Gleichwohl bin ich nie der Ansicht gewesen, daß Politiker, die geschummelt haben, ihre Ämter zu verlieren haben. Ein derartiges Vergehen ist für mich normalerweise kein hinreichender Grund. Ich verstehe eher nicht, wieso eine Linksradikale, die „Advent, Advent, ein Bulle brennt“ ausgerechnet Justizminister sein kann. Ist das weniger verwerflich, als Fußnoten falsch zu setzen oder auszulassen? Da sind die moralischen Maßstäbe im Land gehörig ins Rutschen kommen.

    Außerdem glaube ich keinem Vorwurf, ohne die Arbeit selbst in Augenschein genommen zu haben. Dazu ist indirektes Zitieren einfach eine zu vage Sache. Der Gedanke findet sich meist bereits bei anderen, nur wenig neu zu Papier Gefaßtes ist wirklich originell. Ich habe einmal die Arbeit bei SchavanPlag mitverfolgt und ich konnte einer Reihe von Beanstandungen nicht folgen. Da sitzen auch gefrustete Doktoranden, die selbst nichts geworden sind, und sich durch überzogenen Rigorismus abreagieren wollen.

    • Sowohl bei Frau Schavan als auch Herrn zu Guttenberg habe ich mir die Vorwürfe stichprobenartig angesehen und fand sie vollständig berechtigt. Ich muss zugeben, dass ich das bei Frau Giffey nicht getan habe und dass längst nicht jedes vermeintliche Plagiat, welches z. B. eine Plagiatssoftware anzeigt, tatsächlich eines ist.

      Was die politischen Konsequenzen angeht, so finde ich es richtig, dass jemand sein Amt nicht einfach weiterführen darf, der bei solch massivem Fehlverhalten erwischt wurde. Für eine Bildungsministerin sind Plagiate besonders fatal und für eine Justizministerin gewaltverherrlichende Lieder gegen Polizisten.

      • Ich habe mir die Arbeit von Schavan noch einmal angeschaut (https://schavanplag.wordpress.com/#Auswahl) und muß mich korrigieren: Das sind schon klare Plagiate. Als ich mir damals die Untersuchung angeschaut habe, war das noch ‚work in progress‘ und viele Beanstandungen waren schwacher Natur. Gleichwohl bin ich mir nicht sicher, ob man wegen zwanzig „eindeutigen Plagiaten“ gleich den Doktortitel entziehen sollte. Ich behaupte, sehr viele Dissertationen sind ähnlich frei in der Zitierweise, insbesondere die älteren und solche von Personen, die danach nicht in der Wissenschaft arbeiten wollen.

        Bei Guttenberg war die Sache dagegen sofort klar, weil er mit der ganz großen Schere gearbeitet hat und Texte gleich absatzweise wortwörtlich übernommen hat. Da fragt man sich schon, ob der Doktorvater nicht absichtlich weggeschaut hat.

        Übrigens stand Schavan zufälligerweise neben Merkel, als diese den Rücktrittsanruf von Guttenberg entgegennahm, und war die erste, die davon erfuhr (meiner Erinnerung nach war das auf der Cebit in Hannover).

      • Plagiate waren auch schon früher verboten, als die Entdeckungswahrscheinlichkeit geringer war. Bei Herrn zu Guttenberg gehe ich davon aus, dass er ein betrogener Betrüger ist, also gar nicht selbst plagiierte, sondern einen anderen seine Dissertation schreiben ließ, der es tat.

      • Dass jemand ohne ein abgeschlossenens Jurastudium Justizministerin werden kann, ist bereits schräg. Dass dann diese Person aber auch noch eine derart linksradikale, gar gewaltverherrlichende Biographie hat und Ministerin für „Justiz und Demokratie“ wird, ist wirklich ein starkes Stück. So jemand wird von einer abgehalfterten maximal opportunistischen CDU ohne Rückgrat ins Amt gehievt. Hieran lässt sich erkennen, was alles machbar ist, wenn man nur die veröffentlichte Meinung und die Diskurshoheit auf seiner Seite hat. 60% der Sachsen wollten ganz sicher keine unqualifizierte antideutsche (es gibt noch sehr viele andere unappetitliche Texte von dieser Band) Alt-Punkerin in einem wichtigen Amt.

        Giffey wurde ja damals stark vom Neuköllner Ur-SPDler und Bürgermeister Heinz Buschkowsky aufgebaut und protegiert. Dieser vertrat tatsächlich noch als einer der letzten die alte SPD der einfachen Leute, realitätsbezogen und ohne Migranten- Minderheiten- und Genderfetisch. Als diese dann aber in die angestrebten Posten aufstieg, war von dem kritisch-aufgeweckten Geist eines Buschkowskys nicht mehr viel übrig und sie sprach genauso, wie die Rest-SPD.

  4. Zu dem Fall Franziska Giffey
    hätten Sie ruhig mal ein paar kritische Worte zur Rolle der Erstbetreuer*innen verlieren können. Falsch verstandene Solidarität ? Der Frau Dr. Börzel war doch die ganze Materie auf Grund ähnlich gelagerter Befassungen bestens geläufig. In Wirklichkeit ist es so, dass im Bereich der Geisteswissenschaften nicht selten die Verschaffung prestigeträchtiger Abschlüsse für Gleichgesinnte vor dem Anspruch auf Wissenschaftsförderung steht. Man sollte die Erstbetreuer*innen in solchen Fällen aus dem Beamten-Verhältnis entlassen. Ich hatte die Dissertation von Frau Giffey quer-gelesen und hielt diese für eine der heute üblichen Dünnbrett-Bohrereien in einschlägigen Wissenschafts-Disziplinen – unabhängig von Zitierfehlern. Eindeutig ein Betreuungsmangel.

    • Niedrige wissenschaftliche Qualität und Schummelei sind zwei verschiedene Dinge. Letztere lässt sich nicht immer so leicht feststellen, insbesondere wenn sie gut gemacht ist (was vermutlich nicht der Fall war, ich aber im Falle von Frau Giffey nicht beurteilen kann, weil ich es mir nicht angesehen habe). Für eine Entlassung der Erstbetreuerin aus dem Beamtenverhältnis reicht das keinesfalls aus, doch einen gehörigen Reputationsschaden hat sie dadurch schon.

      • M. E. ist niedrige wissenschaftliche Qualität tendenziell mit einem entsprechend unterentwickelten Unrechtsbewußtsein hinsichtlich der Einhaltung wissenschaftlicher Kriterien verbunden, so dass im Ergebnis das Werturteil gegenüber Franziska Giffey zu hart ist. Die Erstgutachterin hat die Teilnehmer des Prüfungsausschusses angeblich selbst berufen; die werden das wahrscheinlich genau so wie ich sehen.

      • Ein unterentwickeltes Unrechtsbewusstsein ist doch keine Entschuldigung, selbst mangelnde Kenntnisse über korrektes Zitierverhalten entschuldigen Plagiate in einer Doktorarbeit nicht.

    • Alexander Dilger sagte am 11/01/2020 um 23:29 :“Ein unterentwickeltes Unrechtsbewusstsein ist doch keine Entschuldigung, selbst mangelnde Kenntnisse über korrektes Zitierverhalten entschuldigen Plagiate in einer Doktorarbeit nicht.“
      In Ihrem Blog ging es nicht nur um den Regelverstoß und dessen Konsequenzen; vielmehr um das daraus abgeleitete Werturteil, welches ich als überzogen ansehe.

  5. Treffender Kommentar. Seltsamerweise machen aber gerade solche Giffeys richtige Karrieren. Die breite Masse trifft ihre Wahlentscheidungen eben nach Sympathie. Und Giffey schauspielert sich da ganz erfolgreich durch die Politik.

  6. Kennen Sie einen beamteten Professor, der das Besuchen von Konferenzen nicht auch mit Urlauben verbindet? Für wen ist die Zeit der Dienstreise genau die, die nachher auf der Abrechnung steht? Mit anderen Worten: Die Entlassung von Herrn Giffey muss andere Ursachen haben, vielleicht politische.

    • Es ist doch völlig legal und legitim, Dienst- und Privatreisen zu verbinden. Das habe ich auch schon gemacht und in manchen Fällen dadurch dem Dienstherrn Geld gespart (insbesondere früher, als Flugreisen innerhalb der Woche deutlich teurer waren als mit einem Wochenende dazwischen). Nicht legal ist es, dabei falsche Angaben zu machen oder gar eine abgerechnete Dienstreise überhaupt nicht durchgeführt zu haben.

      • In der freien Wirtschaft ist es ganz normal, Dienstreisen mit privatem Teil zu verbinden. Ich habe das 20 Jahre lang gemacht, ABER ich habe immer alle Einzelheiten dazu mit meinem Arbeitgeber abgestimmt. Wenn man jemanden einen Strick drehen will, werden gerne Reisekosten- und Spesenabrechnungen mehrfach geprüft. Wenn ich zum Beispiel meine Frau mitgenommen habe, bestand ich immer auf 2 Hotelrechnungen: Eine für ein Einzelzimmer und eine zweite für den Aufpreis als Doppelzimmer. Auch Hotelbar, Minibar und wenn ich von Geschäftspartnern zum Essen eingeladen wurde, habe ich immer sauber abgegrenzt. Wenn es mal zum Zerwürfnis mit dem Arbeitgeber kommen sollte und man jemanden einen Strick drehen will, werden gerne alte Reisekosten- und Spesenabrechnungen hervorgeholt und nochmals geprüft. Wer sauber ist, dem kann keiner etwas!

      • Die Universität Münster ist strenger geworden. Selbst bei mitreisenden Kindern kann ich nicht mehr die Kosten für ein Einzelzimmer für mich abrechnen und nur die Zusatzkosten privat tragen, sondern die Gesamtkosten werden durch die Personenanzahl geteilt. Es ist unklar, ob ich das durch eine andere Gestaltung der Rechnung umgehen dürfte oder ob das bereits eine fehlerhafte Abrechnung wäre (also ob die Regeln dazu auch mich binden oder nur die Abrechnungsstelle).

  7. Pingback: Giffey will erschwindelten Doktortitel nicht mehr führen | Alexander Dilger

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