Liberal-konservativer Kreis gegründet

Es wurde ein „Neuer Kreis gegen Schwarz-Grün gegründet“. Es handelt sich um den „Liberal-konservativen Kreis“ (LKK), der von Bundestagsabgeordneten von CDU, CSU und FDP gegründet wurde, die sowohl eine schwarz-grüne Regierung verhindern wollen als auch die aktuelle Koalition kritisieren und z. B. eine andere Energie- und Wirtschaftspolitik wollen, die nicht zur Deindustrialisierung führt. Grundsätzlich halte ich das für eine gute Sache, doch zugleich stützen dieselben Abgeordneten die Merkel-Regierung und deren Politik, die sie kritisieren. Trotzdem können sie effektiver wirken als z. B. LKR. Je mehr Menschen einschließlich Politikern sich für vernünftige Politik einsetzen, desto besser ist das.

63 Gedanken zu „Liberal-konservativer Kreis gegründet

  1. Mit dabei ich auch mein alter Freund Klaus-Peter Willsch, CDU-MdB aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, den ich aus gemeinsamer Zeit in der Jungen Union gut kenne. Er ist einer der ganz wenigen Bundestagsabgeordneten, die sich mehrfach offen gegen Merkel gestellt haben. Er wurde deswegen auch als Vorsitzender des Haushaltsauschusses abgesetzt und Merkels Handtaschenträger hatten 2017 versucht, seine Aufstellung als CDU-Wahlkreiskandidat zu verhindern.

    • Eine Spaltung der Union in Teile von relevanter Größe ist zwar unwahrscheinlich, aber leider haben in der Politik die meisten potentiell positiven Ereignisse nur eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit.
      Im Übrigen ist auch eine Spaltung der Grünen nicht total unwahrscheinlich, falls sie irgendwann mit 25% auf Augenhöhe mit der Union stehen und sich zwischen einer Oberrealo-Regierungsvariante und einem dediziert linken Politikansatz entschieden müssen.
      OK, beide Ereignisse unwahrscheinlich; dennoch möchte man sich eben nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass die alte schwarzrote Groko schlicht durch die neue Groko (schwarzgrün) ersetzt wird, die ungestört über mehrere Legislaturen die seit vielen Jahren miserable Politik einfach fortsetzt.

      • Die miserable Politik würde nicht einfach fortgesetzt, sondern noch schlimmer, damit alle Frau Merkel in guter Erinnerung behalten, obwohl sie uns das im Wesentlichen eingebrockt hat. Einmalig Rot-Rot-Grün wäre tatsächlich das kleinere Übel gewesen.

      • „Die miserable Politik würde nicht einfach fortgesetzt, sondern noch schlimmer, damit alle Frau Merkel in guter Erinnerung behalten, obwohl sie uns das im Wesentlichen eingebrockt hat. Einmalig Rot-Rot-Grün wäre tatsächlich das kleinere Übel gewesen.“

        Die Tatsache, dass die damalige rot-grüne Regierung hinsichtlich der Schadensbilanz und der Eskalation links-grüner Agenda noch weniger schlimm war als die letzten Jahre unter schwarz-rot (auch wenn damals bereits wichtige Weichenstellungen vorgenommen wurden), zeigt gerade, wie wirkmächtig und letztendlich politisch ausschlaggebend langfristig eine Diskurs- und moralische Deutungsführerschaft im politisch-gesellschaftlichen Gesamtgeschehen ist.

        Wer in den wichtigen zukunftsbestimmenden Diskursfeldern und Themenkomplexen im Besitz der Meinungsführerschaft ist und zusätzlich auch noch komplexe Themen und Vorgänge moralisch zu seinen Gunsten aufladen kann, regiert irgendwann auch aus der Oppositionsbank heraus und kann zuvor randständige Meinungen und Themen scheibchenweise auch durch den in Bedrängnis geratenen rückgratlosen Gegner scheibchenweise „abarbeiten“ (lassen).

        Alexander Gauland hatte meine ich einmal vor vielleicht 2 Jahren gesagt, dass es je weiter wir von 1945 weg kämen, immer schlimmer würde mit der einseitigen Einengung der Meinungs- und Diskursfreiheit sowie der ewigen Nazikeule durch angeblich an allen Ecken und Enden existierender Nazis. Je weiter wir von 1945 weg kämen, umso zahlreicher würden die Nazis….Auch diese Beobachtung, die sicherlich schon viele gemacht haben, ist ganz klar auf die leider erfolgreiche Diskursverschiebung im laufe der letzten Jahrzehnte zurückzuführen.

      • Das ist doch kein rein deutsches Phänomen. Die politische Korrektheit haben die Amerikaner zuerst entdeckt und sie wird hier einfach übernommen. Die Grünen sind hierzulande besonders stark, aber vielleicht liegt das an den Untergangsphantasien, die es auch auf rechter Seite gibt. Schließlich schreiben Sie immer nur über Diskursverschiebungen, statt sie zu praktizieren. Wie wollen Sie denn die öffentliche Meinung konstruktiv verändern?

      • „Das ist doch kein rein deutsches Phänomen. Die politische Korrektheit haben die Amerikaner zuerst entdeckt und sie wird hier einfach übernommen.“

        Diese Aussage ist richtig und Ähnliches habe ich hier in der Vergangenheit auch bereits erwähnt. Auch dies ist sicherlich einer von vielen Gründen, warum ich kein glühender Transatlantiker bin und skeptisch gegenüber einer Dominanz US-amerikanischer Einflüsse bin. Die Köpfe der Frankfurter Schule, etwa Horkheimer und Adorno, kamen ja auch nach ihrem USA-Exil mit „neuem Elan“ wieder zurück. Auch die zersetzende Agenda „Minderheiten zu Mehrheiten zu machen“ kommt in ihren Ursprüngen aus den USA. Auch die Aliierten-„reeducation“ scheint in nicht unerheblichem Anteil eine Idee US-amerikanischer Eliten zu sein.

        Es stimmt dass die Grünen hierzulande recht stark sind, auch wenn sie auch in einigen anderen westlichen Ländern recht erfolgreich sind. Die Grünen und generell die Luxuslinken sind eben ein Produkt einer gewissen Wohlstandsverwahrlosung und Dekadenz, aber eben natürlich einer erfolgreichen kulturmarxistischen Diskurshegemonie und damit verbunden eines erfolgreichen Marsches durch die Institutionen. Natürlich spielen hier auch Untergangsphantasien eine Rolle, wie es eben immer dann möglich ist, wenn Themen hypermoralisch aufgeladen werden können und sich die Diskussionen längst von der rationalen Sachebene entfernt haben und dann schließlich auch ersatzreligiös aufgeladen werden.

        Untergangsphantasien mag es auch im „rechten Spektrum“ geben, jedoch sind die Dinge, die AfD und ihr nahes Umfeld ansprechen, allesamt Realitäten und statistische Prognosen sowie soziologisch prognostizierbare Binsenweisheiten. Jedenfalls nichts esoterisches aus dem Bereich der Phantasmen. Auch gibt es bereits historische Beipspiele, auf die sich rekurrieren lässt. So ist etwa der von oben verordnete und durchexerzierte Bevölkerungsaustausch eine Tasache und wird auch ganz klar von supranationalen Organisationen wie UN und EU so gewollt, etwa durch „resettlement“, also Neuansiedlung. Auch zu den Schattenseiten fragmentierter multikultureller Gesellschaften (etwa ein Absinken des sozialen Kapitals) gab es bereits in den 70ern umfangreiche Forschungen.

        Nun ja, ich bin natürlich nur ein kleines winziges Sandkorn im Widerstand und versuche hier ein bisschen Aufklärung und Diskursverbreiterung sowie-belebung zu betreiben. Natürlich immer ergebnisoffen, aber schon mit der Absicht andere Facetten und deren Relevanz aufzuzeigen.

      • „Bevölkerungsaustausch“ ist ebenso eine Übertreibung wie eine „Klimakatastrophe“. In beiden Fällen gibt es ernsthafte reale Phänomene, die jedoch stark übertrieben werden, sowohl in ihrem Ausmaß als auch ihrer Schlechtigkeit.

  2. Da wünsche ich ehrlich viel Erfolg. Vor allem müssten die MdBs im zweiten Schritt den Mumm haben, sich als eigene Fraktion zu organisieren, was ab 36 Abgeordneten möglich ist. Das wäre eine gute Basis für eine Parteineugründung, die mit einiger Unterstützung aus dem vorpolitisch-medialen Umfeld rechnen dürfte.
    Außerdem würde die AfD geschwächt, was viele ebenfalls sehr charmant finden dürften. Und im Sinne der Sache kann es eine echte Chance sein, wenn der Widerstand gegen Merkel und Co. und das Engagement für eine echte Politikwende auf eine deutlich breitere Basis gestellt wird.

    • Am besten gründet man noch ein paar weitere Parteien. Irgendwann klappt es bestimmt. Vielleicht schafft man es sogar irgendwann in die Parteienfinanzierung, also oberhalb von 1%, und könnte dann so richtig was bewirken. Notfalls könnte man auch noch mit weiteren liberal-konservativen bürgerlichen Parteien fusionieren, etwa mit LKR oder der Familienpartei und dann in Sachen Widerstand gegen Merkel in ganz neue Größenordnungen vorstoßen.

      • Es ist wohl erfolgversprechender, auf die bestehenden Parteien einzuwirken. Bislang waren nur zwei Parteineugründungen nach den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland bei den Wählern erfolgreich, die Grünen und die AfD, die leider beide ihre Gründungsprinzipien aufgegeben haben und inzwischen mehr schaden als nutzen.

      • Entscheidend wäre eine fette Spaltung der Union in mindestens zwei Teile von relevanter Größe. Nach der Spaltung Europas und Deutschlands und der Spaltung vieler Familien und Freundeskreise, für die Merkel und ihre Politik die Verantwortung trägt, wäre die Spaltung der Union die einzige, aus der etwas Positives erwachsen könnte.

      • Das halte ich jedoch für sehr unwahrscheinlich, zumal dann kein Teil mehr die größte Partei wäre bzw. die größte Fraktion bilden könnte, wofür es in Deutschland innerhalb einer Koalition die Prämie der Kanzlerschaft gibt (obwohl das nicht so sein müsste).

      • Richtig. Gar nichts wird passieren. Ein wenig Sturm im Wasserglas, das war´s.

  3. Ich denke, das ist nur eine weitere verzweifelte Aktion von Hinterbänklern, die noch einmal etwas Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen, bevor sie bei der Bundestagswahl 2021 – oder schon in den vorausgehenden Aufstellungsversammlungen ihrer Partei – aus dem Bundestag gekegelt werden.

    Besonders skurril ist in diesem Zusammenhang aber, dass Christian Lindner auf dem gestrigen Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart verkündet hat, fortan um die letzten SPD-Wähler buhlen und vor die Werkstore ziehen zu wollen. Damit ist auch die neue Positionierung der einstigen Liberalen endgültig klar und die AfD hätte freie Fahrt, wenn sie sich endlich ihres völkisch sozialistischen Narrensaums entledigen würde.

    • LKK sehe ich nicht so negativ. Die Aktion ist besser als nichts. Der Kurs von Herrn Lindner wird hingegen immer opportunistischer. Er ließ doch schon „Die Liberalen“ aus dem Parteinamen streichen.

      • Was Christian Lindner angeht, stimme ich ihnen vollkommen zu. Die FDP ist nur noch eine Opportunisten- und Karrieristenpartei, sonst nichts. Gerade das macht aber „LKK“ nicht aussichtsreicher.

  4. Warum das Rad neu erfinden? Die Partei LKR besteht und allein der Name ist Programm. Eintreten bedeutet jedoch, die eigene Partei zuvor verlassen. Daher wird es bis auf Weiteres auch nichts mit Neugründungen.

      • Alexander Dilger sagte am 07/01/2020 um 12:36 :“Wenn Sie ein Promille der Wähler bei der Schlüsselwahl für LKR ohne Prozentgrenze nicht von der Hoffnungslosigkeit des Unterfangens überzeugt haben, was dann? . .“
        Bei der Familienpartei war es sicher auch nicht das Programm- vielmehr der Name, worauf Sie ja spekuliert hatten.
        Wenn ich bei LKR etwas zu bestimmen hätte, würde ich den Programm-Punkt „Volksentscheide und `Primat des Bürgers . . ` in Verbindung mit dem köchelnden Problem des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks herausstellen. Eingriffen in Programm und Finanzierung sind durch das BVerfG enge Grenzen gesetzt, aber hinsichtlich des Wildwuches der Sender hat die Politik volle Entscheidungshoheit.
        Dieser Programm-Punkt würde z.B. von der FDP abgrenzen, deren Positionen überdies – insbesondere zu Europa – erklärungsbedürftig und daher nicht massentauglich sind.
        Im Übrigen muss man berücksichtigen, dass Regierungspolitik nicht ohne Einfluss auf die öffentliche Meinung bleibt (z.B. Klima) und der Anspruch auf – wenn auch minimale – politische Mitgestaltung zwangsläufig mit Zugeständnissen an die herrschende Meinung verbunden ist. Die Puristen werden in Schönheit sterben, ohne das Geringste bewirkt zu haben.

      • Volksentscheide sind ein riesiges Thema bzw. Grundprinzip, müssten dann aber auch von der Partei gelebt werden. Daran sind die Piraten gescheitert und in der AfD wurde Urabstimmungen und Urwahlen auch von Anfang an hintertrieben, nicht zuletzt von Herrn Lucke und dem späteren Mann von Frau Petry.

        Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein wichtiges Thema, aber kein solches Megathema. Außerdem ist dabei die Differenzierung zur AfD zu gering und droht schließlich ein Einknicken, sobald man selbst an den Fleischtöpfen angekommen ist. Denken Sie nur an die staatliche Parteienfinzierung einschließlich politischer Stiftung, von denen die AfD auch nicht lassen kann, sondern gleich noch größere Skandale produziert als die etablierten Parteien.

      • @Klaus Wolfgang Berger
        „Wenn ich bei LKR etwas zu bestimmen hätte, würde ich den Programm-Punkt “Volksentscheide und `Primat des Bürgers . . ` in Verbindung mit dem köchelnden Problem des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks herausstellen.“

        Die AfD versucht das bereits seit 2016. Rundfunk ist bekanntlich Ländersache und wenn auch nur ein einziges Bundesland ausschert, bricht der Rundfunkstaatsvertrag zusammen.

        In Bayern (ca. 13,5 Mio. Einwohner) benötigt man „nur“ 25.000 Unterschriften, um ein Volksbegehren zum Laufen zu bringen. Danach werden 10% der Stimmberechtigten benötigt (Unterschrift im Rathaus), damit es entweder zu einer Aufnahme als Gesetz durch die Landesregierung oder zu einem Volksentscheid kommt (dreistufiges Verfahren, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Volksgesetzgebung_in_Bayern#Antrag).

        Obwohl die AfD in Bayern alleine etwa 5.000 Mitglieder hat, ist es ihr bis heute nicht gelungen, 25.000 Unterschriften für ihr Volksbegehren Bürgerrundfunk zu sammeln. Wie soll das denn die Zwergenpartei LKR mit vielleicht 20 (?) Mitgliedern in Bayern schaffen? 😉

      • Dass die AfD das nicht geschafft hat, spricht ganz klar gegen sie. LKR kann das nicht schaffen. Da gründen wir lieber einen Verein nur zu diesem Zweck (wenngleich er vermutlich nicht als gemeinnützig anerkannt würde).

    • Bernd Luckes Selbstbeweihräucherungsbude LKR ist – wie nicht anders zu erwarten war – mit dem Ergebnis der Europawahl 2019 endgültig zum völlig bedeutungslosen Rohrkrepierer verkommen. Welchen Sinn hätte es, zu versuchen, diesen toten Gaul zu reanimieren?

      • Aus dem Toten Gaul – schauen Sie ins Programm – kann man immer noch eine saftige Salami machen. Präsentiert von den der CDU abtrünnigen Helden und mit reichlich Pfeffer gegen Merkel angereichert werden es die darbenden liberal-konservativ gesinnten Wähler schon mit Behagen verzehren.

      • Wenn Sie ein Promille der Wähler bei der Schlüsselwahl für LKR ohne Prozentgrenze nicht von der Hoffnungslosigkeit des Unterfangens überzeugt haben, was dann? Dadurch wird das Programm auch eher diskreditiert, dessen Ideen sich besser anderswo einbringen ließen.

      • Da kann ich Ihnen nur viel Glück wünschen!
        Ich denke, dass das schon am Autokraten Bernd Lucke scheitern wird, der ja bekanntlich keine anderen Erleuchteten neben sich duldet.

  5. Nach dem Rückzug Luckes auf die einfache Parteimitgliedschaft sind wir glücklich, dass es gelingt, die Partei in ihren Grundstrukturen auf Bereitschaft zu halten – im Falle des Falles ein gewaltiges Plus gegenüber einer Neugründung. Was zählt, ist die Zukunft, aber eine Partei mit einer liberal-konservativen Tradition und ohne Fehl und Tadel zum Eintritt bereit zu stellen, ist nach unserer Ansicht nicht von Nachteil.

    • Auf welche Tradition kann LKR denn verweisen? Wahlergebnisse von einem Promille? Die Partei ist auch nicht ohne Fehl und Tadel, sondern hat massive Probleme in jeglicher Hinsicht. Mit der Familien-Partei war immerhin ein Sitz drin, den jetzt Herr Geuking eher unpolitisch ausfüllt. Auch eine Neugründung wäre chancenreicher, aber vermutlich nicht chancenreich genug.

      Insbesondere wurden bislang folgende Dilemmata noch gar nicht aufgearbeitet: Wie bekommt man eine seriöse Partei groß, ohne einen riesigen Zulauf an Opportunisten, Spinnern und Fanatikern? Wie schließt man außerdem vernünftige politische Kompromisse, ohne alle Prinzipien über Bord zu werfen?

      • „Wie bekommt man eine seriöse Partei groß, ohne einen riesigen Zulauf an Opportunisten, Spinnern und Fanatikern?“

        2.000 € Jahresbeitrag.

      • Damit kann man den Zulauf verhindern, aber bekommt man auf diese Weise eine Partei groß (nicht zwingend an Mitgliedern, aber doch zumindest an Wählern)?

      • Ob man eine Partei groß bekommt, hängt zumindest in der Anfangsphase eher vom richtigen Agenda Setting (das hatte die AfD von Anfang an) und von einer wirklich guten Öffentlichkeitsarbeit (die nicht die Welt kosten muss, aber durchaus etwas Köpfchen voraussetzt) als von möglichst vielen Mitgliedern ab. Sehr viel schwieriger ist es, für alle parlamentarischen Ebenen geeignete Kandidaten zu finden.

      • Das ist wohl leider so: In der Auflösungsfase des Landesvorstands LKR NRW unter Ihrem- nunmehr wohl ehemaligen – Flurnachbarn waren Teile des einstmals relativ mitgliederstarken Landesverbandes der unseligen Ansicht, dem damaligen Erfolgsrezept der AfD hinterher laufen zu müssen. Das hat besagter Vorstandssprecher nicht in den Griff bekommen, so daß die Folgen ähnlich wie bei der AfD waren. Die bekannten Anarchisten-Gruppen wären wohl die Gefahr für eine politisch offensivere LKR – zumindest in NRW. Das müssen die aktiven Mitglieder in der LKR heute bedenken. Für mich sieht das unter diesem Aspekt eher nach Fehlinvestition aus.

  6. Eine Möglichkeit der Auferstehung der LKR wäre, wenn Lucke seine Mitgliedschaft in dieser Partei beenden würde. Dann hätte man auch einen Grund, der Partei neues Leben einzuhauchen. Eigentlich habe ich nichts gegen ihn. Für einen Neuanfang steht er aber im Wege.

    • Wir wissen nicht, ob LKR wegen oder trotz Bernd Lucke gescheitert ist. Es ist aber offensichtlich, dass LKR gescheitert ist und inzwischen einen negativen Markenwert aufweist, jede Neugründung also chancenreicher ist. Wer das nicht sieht, taugt nicht für reale Politik.

      • Ja, der Name LKR ist doch völlig verbrannt, wie soll man da neues Leben einhauchen. Da denken sich doch LKR-Wähler, ich hab mal LKR gewählt und viele obskure Kleinparteien lagen bei dieser Landtagswahl oder der EU-Wahl vor der LKR.
        Da kann man ja noch eher ans Ungeheuer von Loch Ness glauben, bevor LKR mit oder ohne Lucke einen Aufstieg feiert.

      • @Stefan König
        Mit einer LNP (Loch Ness Party) ließen sich in Schottland (4,1 Mio. Wahlberechtigte) sicher aus dem Stand und ganz ohne Werbung mehr Stimmen auf den Wahlzetteln generieren, als mit LKR ganz in Deutschland (63 Mio. Wahlberechtigte).

  7. Das letzte Aufgebot von Systemkonservatisten und -liberalisten, die in den letzten 50 Jahren wirklich jeden (Kultur)kampf mit der Linken verloren haben. Man schaue auf bundestag.de, was diese Abgeordneten bereits alles mitverbrochen haben: jeden Mist von „Eurorettung“ bis zum Global Compact for Migration. Diese Funktionäre machen der Linken keine Angst. Das sind die herkömmlichen Gegner, die mit dem herkömmlichen außerparlamentarischen Waffenarsenal (Medien, Unis, Demos) geschlagen werden.

    Nur die AfD flösst der Linken Furcht ein, weil sie den Kampf um das Grundsätzliche nicht scheut.

    • Die AfD hilft der SPD bei ihrer Selbstzerstörung, aber richtige Linke bzw. Linksradikale haben vor ihr keine Angst, sondern finden sie gut, weil sie ihren „Kampf gegen Rechts“ aufwertet.

      • Selbst Christian Lindner hilft der SPD beim Suizid und buhlt bereits um ihre Hinterlassenschaft.

      • Der „Kampf gegen rechts“ unter Einschluß der Partei der zweiten deutschen Diktatur ist doch nur durch die Feigheit und den Opportunismus der CDU möglich. Wie viele dieser pseudo-bürgerlichen CDU- und FDP-Abgeordneten haben 2014 für die Rücknahme der Extremismusklausel gestimmt?

        Es ist wiederum nur der Aufstieg der AfD, der diese Systempolitiker vor dem Superwahljahr 2021 zum Handeln veranlaßt.

    • @ Eurokandier

      Sehr richtige Aussagen von Ihnen.

      Das Problem ist aber, dass viele Liberal-Konservative derart festgefahren in ihrem strategischen und weltanschaulichen Denken sind, welches sie aus der Vor-Wende-Zeit konserviert haben, dass sie vollkommen betriebsblind für die eigentlichen Gründe des gesellschaftlichen und politischen Linksrutsches sind.

      Sie begreifen einfach nicht, dass es eben nicht ausschließlich auf die Wahltage ankommt, sondern dass die eigentliche Politik durch eine Meinungs- und Deutungshoheit im gesellschaftlichen und vorpolitischen Raum vorweggenommen wird (das beispiel Klimawahn aktuell zeigt dies).

      Hinzu kommt dann auch noch eine bemerkenswerte Naivität hinsichtlich des Umgangs im politischen Wettbewerb. Es wird nicht begriffen, dass dienjenigen, die den Status Quo beibehalten wollen, nicht nur um ihre monetären Pöstchen und Mandate kämpfen, sondern auch bereits proaktiv unter der Zuhilfenahme aller sich ihnen bietender abhängiger Mittel (Medien, Justiz, NGOs, VS, Parteibuchler in Vorständen, etc..) strategisch gegen den Verlust ihrer Diskurshoheit vorgehen.

      • Die Problemlage wird so meines Erachtens nicht richtig beschrieben. Die Konservativen wollen doch gerade den Status quo verteidigen und sitzen auch weiterhin auf vielen einflussreichen Posten. Dass man sich gegen Angriffe von rechter Seite wehrt, ist doch völlig verständlich. Erklärungsbedürftig ist, warum das nicht mehr oder zumindest viel schwächer gegen Angriffe von linker Seite geschieht. Der Schlüssel scheint mir Frau Merkel zu sein, die alle früheren CDU-Positionen wegen jeweils kurzfristiger taktischer Vorteile für sich selbst geräumt hat. Die CDU hat gegen solch einen Ausverkauf von oben keinerlei Abwehrmechanismen.

      • Jeder, der sich Merkels eigene Aussagen in ihren alten Reden ansieht, merkt doch sofort, dass sich die Kanzlerin seit ihrem Amtsantritt um 180º gedreht hat. Wie ist es möglich, dass praktisch die gesamte CDU da mitgeht, ohne nennenswert zu murren?

      • Frau Merkel ist mit Aussagen nach oben gekommen, die den damaligen CDU-Positionen entsprachen (sowie mit ihrem moralisch verkleideten Angriff gegen die Herren Kohl und Schäuble). Seither läuft die CDU ihr nur noch blind hinterher, weil sie an der Spitze stand und als Kanzlerin noch steht. Spannender ist die Frage, ob sie ihre Absichten geändert hat oder sich früher verstellte. Allerdings glaube ich, dass sie gar keine inhaltlichen Meinungen hat bzw. diese ihr selbst und für ihr Handeln egal sind, sondern sie rein taktisch bzw. machtpolitisch vorgeht.

      • Unterstellen wir einmal, Sie hätten Recht, dass Merkel gar keine echten Positionen hat. Wie kann es dann sein, dass ihr die ganze Partei blindlings folgt? Steht denn in der CDU so gut wie niemand mehr aus Überzeugung für Positionen ein? Ist Deutschlands derzeit (gerade noch) stärkste Partei nur eine bloße Ansammlung von Opportunisten und Karrieristen?

      • Das scheint so zu sein. Prinzipienfestere Politiker wurden abserviert und die meisten Leistungsträger oder auch einfach nur ehrlichen Menschen meiden ohnehin die Politik

      • Den Eindruck habe ich allerdings auch. Und zwar quer durch alle Parteien. Die große Mehrheit der Politiker (nicht alle) hat keinerlei Prinzipien. Insbesondere in CDU/CSU/SPD/GRÜNE/FDP nicht. Deutschland verkommt zusehends zur durchkorrumpierten Bananenrepublik, in der lediglich nicht einmal Bananen wachsen.

      • Das mag für die SED durchgängig zutreffen, für die AfD jedoch nicht.

      • Ich kenne da schon noch einige. Aber die werde ich jetzt sicher nicht namentlich hier aufzählen.

      • Das liegt aber nicht an den verbliebenen Bürgerlichen selbst, sondern an der regelmäßigen Schadensmaximierung durch die bekannten Protagonisten.

      • Es liegt an der AfD, wobei sich zunehmend die Frage stellt, ob wirklich bürgerlich oder gar liberal sein kann, wer noch dort bleibt. Ein liberales NPD-Mitglied wäre doch auch ein schwarzer Schimmel.

      • Ich denke, da unterschätzen Sie das Gewicht der Gemäßigten.

        Aber ich gebe Ihnen schon Recht, dass der Bundesvorstand längst (nämlich bereits im April 2013!) deutliche rote Linien hätte ziehen müssen und es nicht so weiterlaufen lassen kann, wenn sich die AfD nicht selbst ins Aus katapultieren will.

      • @ Alexander Dilger

        Ist für Sie die CDU noch eine Partei, in der die aktiven Mitglieder (also ab Kreisvorstand aufwärts) mehrheitlich bürgerlich sind?

      • In der CDU sind Kreisverbände schon ziemlich groß und es gibt viele aktive Mitglieder unterhalb. Im Schnitt ist die Basis bürgerlicher als die Funktionäre, aber das gilt vielleicht für alle Parteien.

  8. Es ist doch eigentlich unglaublich, dass es sehr viele Wahlberechtigte mittlerweile gibt,die nicht mehr wissen, wen sie wählen sollen. Ich schätze mal, dies sind weit über 10%. LKR ist verbrannt, eine Neugründung einer anderen Partei wäre eigentlich eine Kopie dessen,was schon erlebt wurde.
    Wenn wir uns sortieren und formieren, wäre für unser Gedankengut (ich meine die 2013er) bei der Partei Demokratie Direkt der beste Platz. Hier könnte man gleich die Visionen kommender Generationen gestalten, ohne die behäbige Sitzpolitik aushalten zu müssen.

    • @Horst Krebs

      Woher wollen Sie denn heute schon „die Visionen kommender Generationen“ kennen?
      Oder wollen Sie deren Leben vorweg planen wie Sklavenmaschine „Generationenvertrag“?

      • Die Visionen kommender Generationen sind genau so erfassbar wie meine eigenen. Visionen zeigen die Richtung mit einem breiten Streuungswinkel. Im Übrigen sollte man Visionen nie in Frage stellen, sie sind steinzeitlich schon definiert.

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