USA töten iranischen General im Irak

„Amerikanisches Militär tötet ranghohen iranischen General“ Qassem Soleimani, und zwar in Bagdad auf direkten Befehl von US-Präsident Donald Trump. Der General war Kommandeur der al-Quds-Brigaden und damit für die iranischen Militäroperationen im Ausland zuständig, insbesondere im Irak und Syrien. Dadurch war er ein Gegenspieler der USA und wohl auch für den Tod von US-Bürgern verantwortlich, während es zugleich gemeinsame Interesse z. B. im Kampf gegen den IS gegeben hatte. Durch seine Tötung sollten konkrete Pläne gegen Bürger und Einrichtungen der USA im Irak vereitelt werden, nachdem zuletzt die US-Botschaft in Bagdad angegriffen worden war, selbst wieder eine Folge von US-Angriffen auf schiitische Milizen, die ihrerseits Amerikaner angegriffen hatten. Diese Gewaltspirale dürfte nun weiter eskalieren. Schon wieder sind die ‚USA ganz dicht vor [einem] Iran-Krieg‘ (siehe auch ‚Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien und Kriegsgefahr‘), der schreckliche Folgen hätten, vor allem für die persische Bevölkerung.

Die Bundesregierung verhält sich wie die ganze EU unpassend neutral. Es ist unklar, ob man dadurch tatsächlich deeskalieren oder sich einfach aus der Schusslinie nehmen will, weil Europa und insbesondere Deutschland besonders verwundbar durch Terroristen sind, die man zuvor unkontrolliert einreisen ließ. Dabei werden die immer wieder beschworenen westlichen Werte allein von den USA verteidigt, während die Mullahs im In- und Ausland Gewalt verbreiten. Zugleich haben deutsche Soldaten nichts im Irak (oder demnächst vielleicht auch noch Iran) verloren. Ihr militärischer Beitrag ist lächerlich und sie geben nur lebende Ziele ab. Dafür könnte Deutschland die USA viel stärker moralisch und diplomatisch unterstützen. Im Gegensatz zu Frau Merkel (siehe „Pressestatement von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Tötung von Osama bin Laden“) sollte man sich nie über die Tötung eines Menschen freuen, aber auch in diesem Fall öffentlich anerkennen, dass es sich nicht um einen Unschuldigen, sondern einen gefährlichen Gegner gehandelt hat, der auch viele Zivilisten auf dem Gewissen hatte.

20 Gedanken zu „USA töten iranischen General im Irak

  1. Aus Sicht der USA und Israels bereiten die al-Quds-Brigaden einen asymmetrischen Krieg gegen Israel durch militärische Ertüchtigung der Hilfstruppen in Syrien, dem Irak und vor allem im Libanon vor.
    Dies ist für Israel viel bedrohlicher als eine direkte Konfrontation mit dem Iran. Denn letztere ist durch die seegestützte atomare Bewaffnung Israels derzeit ausgeschlossen. Es geht demnach nicht um „Bestrafung“; die Vorbereitungen eines Angriffskrieges sollen behindert werden. Dies wird wohl auch von Russland so gesehen, weil die punktuellen Angriffe der israelischen Luftwaffe auf Militärstützpunkte des Iran in Syrien geduldet werden.

  2. “ …………..Qassem Soleimani, und zwar in Bagdad auf direkten Befehl von US-Präsident Donald Trump “ getötet, Wow, was eine Wucht an Meldung mit Folgen zum Jahresanfang.

    Wir stimmen Ihnen 100 % ig zu, Deutschland könnte aus der Vergangenheit heraus USA viel stärker moralisch und diplomatich unterdtützen.

    Vom Sieg gegen Nazi – Deutschland mit Hunderttausenden getöteten US Soldaten, Rettung meiner Heimatstadt Berlin vor den Kommunisten , Care Hilfen vor dem Verhungern etc.

    War mal kurz anders bei 9/11 mit “ …. we stand by You “ auf dem Atlantic bei Zufallsbegegnungen der beiden Marines. USA Marines haben beim Flaggengruß der Deutschen geheult. Schröder hat einmal was richtiges gemacht und Flagge gezeigt.

    Sogar heute unvergessen, mein lieber Freund Ken in Florida – ehemals als junger Marins in Alaska stationiert, in Jugendjahren Baywatch , auch heute noch richtiger Kerl – hat es mir mehrfach bestätigt wie wichtig für alle US Soldaten die Zustimmung von Außen für ihren Dienst ist, von dem sie überzeugt sind – Dienst/Mission – diene allen friedlichen Menschen auf der Welt.

    Abgesehen vom desolaten Verhältnis Merkel / Trump ist es vor allen Dingen Heiko Maas als Außenminister der keine Achtung in Washington genießt , nur gelegentlich wenn es wegen der Bedeutung Wirtschaftsmacht Deutschland sich nicht umgehen lässt.

    Ein BP Steinmeier der Trump während des US Wahlkampfes mit despektierlichen Beschimpfung als “ Hassprediger “ hat eh in USA no go Area, als Diplomat BP Steinmeier eine Null.

    So bleibt – entgegen der Meinung von Prof. Alexander Dilger – Deutschland wieder mal nur die Rolle als Zahlmeister im evtl. Kriegs – oder Krisenfall. Kennen wir ja von Libyen bis Irak etc.

    Eine Rolle die so ist wie bei den Finanziers von Kriegen in vorangegangenen Jahrhunderten. Eine sehr e r b ä r m l i c h e , unrühmliche Rolle um die Contenance zu wahren.

  3. Es ist richtig, dass sich die Bundesregierung hier neutral verhält. Der Nahe Osten ist nicht unsere Baustelle, zumal es dort nicht nach derart vereinfachtem schwarz-weiß-Denken nur Gut und Böse gibt. Tatsächlich ist der Nahe Osten sowohl durch eigene Probleme, bei denen der Islam mit seinen unterschiedlichen sich ablehnend gegenüber stehenden Konfessionen (Schiiten, Sunniten, Alawiten) eine nicht unwichtige Rolle spielt, aber auch durch das fortwährende Einmischen (nicht zuletzt durch die Amis) sowie durch den spezifischen Israel-vs-muslimische-Nachbarn-Konflikt ein permanenter Unruheherd, mit dem wir Deutsche eigentlich nichts zu schaffen haben.

    Aber natürlich geht es, und das ist ja allgemein auch bekannt, bei dem ständigen kriegerischen Einmischen der Amis nicht nur um deren eigene geostrategischen Interessen (u.a. Öl & Gas sowie Ausbooten der Konkurrenz) sondern auch um den Schutz Israels. Allein schon aus kultur-historischen Gründen hat Israel natürlich ein Recht auf einen eigenen Staat. Und hier sollte Deutschland auch vermittelnd und mäßigend auf die arabisch/ persischen Nachbarstaaten einwirken. Mit diesen überzogenen und ständigen kriegerischen sowie destabilisierenden und Konflikt-schürenden Aktivitäten wird jedoch nur das Gegenteil vom Gewünschten erreicht.

    Dieser Mann hat in der schiitischen Welt des Nahen Ostens quasi den Status einer Legende. Man kann ihn als den wichtigsten, erfahrensten und mit dem größten Knowhow verbundenen iranischen Militär bezeichnen und als einen der einflussreichsten und respektiertesten Männer Irans. Ich hatte mich auf Grund des Syrienkonfliktes vor allem so zwischen 2015 und 2018 stärker mit dieser Region, den unterschiedlichen Einflusssphären, den geopolitischen Interessen und den multi-ethnischen, multireligiösen Konflikten beschäftigt. Im sunnitischen Bereich wurde er einerseits gehasst, andererseits hatte er sich aber auch dort einen gewissen Respekt auf Grund seiner Fähigkeiten, Erfolge und langen Vita im Kampf für die Interessen seines Heimatlandes und der schiitischen Minderheiten in der Levante erworben.

    Erst in den letzten Jahren war er ebenfalls stark im Syrienkonflikt involviert und hat dorthin schiitische Freiwillige und Söldner rekrutiert und in mehreren Schlachten koordiniert. So hat er nicht nur beim Zurückdrängen des IS mitgewirkt, sondern – sehr zum Missfallen vieler Gegner Assads (USA, Israel, GB, FR, Türkei, Saudi-Arabien, Katar) auch deren salafistische Proxys mit Al-Quaida- und Muslimbruderschaftsbezug (HTS, Ahrar al Scham, al Zinki, etc) zusammen mit Russland und der syrischen Armee recht erfolgreich bekämpft. Davon profitierten nicht nur schiitische Minderheiten, sondern auch christliche Minderheiten und auch säkulare Sunniten.

    Man kann sagen, dass er eine wichtige Rolle bei dem Vereiteln der Regime-change-Pläne in Syiren inne hatte und so sich auch den Hass aus diesen Kreisen zugezogen hat.

    Wenn man ihn als Terrorist bezeichnet, so ist dies vereinfacht. Denn anders als radikal-sunnitische Terrorgruppen wie etwa ISIS oder Al-Quaida hat es aus dem schiitischen Spektrum (egal ob die Iranischen Revolutionsgarden, Soleimani oder die libanesisch-schiitische Hezbollah) nie Anschläge im Westen, also Europa oder die USA, gegeben. Nie wurden Zivilisten attackiert, zumindest eben nicht in Europa und den USA.

    Die Menschen in der multiethnischen und –religiösen Levante denken sehr patriotisch, gar tribalistisch. Für uns in Europa in dieser Form ungewohnt. Ich stehe dem Islam grundsätzlich kritisch gegenüber, eine einseitige Parteinahme der transatlantischen Achse zugunsten teils sogar islamistischer Sunniten ist absurd und heuchlerisch.

    • Es ist interessant, wie hier Ihre Ablehnung der USA noch die Ablehnung des Islams überwiegt.

      Natürlich hat Deutschland sehr wohl etwas mit der Gründung Israels zu schaffen und wir brauchen auch viel mehr Öl aus der Region als die USA, die inzwischen Öl-Exporteur geworden sind.

      Richtig ist, dass der Iran zumindest bislang im Westen keine Anschläge verübt, sondern sich auf die Region beschränkt, dort aber durchaus westliche Soldaten und auch Zivilisten angreift. Unvergessen ist die Stürmung der US-Botschaft in Teheran, weshalb vielleicht sogar solch ein Versuch in Bagdad den US-Präsidenten erst zur Tötung des Generals bewegte.

    • Patriot sagte am 04/01/2020 um 23:44 :“ . . .Denn anders als radikal-sunnitische Terrorgruppen wie etwa ISIS oder Al-Quaida hat es aus dem schiitischen Spektrum (egal ob die Iranischen Revolutionsgarden, Soleimani oder die libanesisch-schiitische Hezbollah) nie Anschläge im Westen, also Europa oder die USA, gegeben. . .“
      Jedenfalls sind die Teheraner Drahtzieher des Mykonos-Attentats in Berlin
      https://is.gd/fTCkD9 bis heute unbestraft. Nehmen Sie mal Ihre patriotischen Scheuklappen ab.
      Wie von mir am 04/01/2020 um 08:42 angedeutet, können wir uns zu der Außenpolitik des Iran nicht neutral verhalten. Es ist leider so, dass Theokratien der Expansion bedürfen.

      • Guter Punkt, wobei es sich eigentlich nicht um Terrorismus handelte, sondern staatlichen Mord (das Ziel war nicht allgemeine Furcht, sondern der Tod der Ermordeten). Aber in Deutschland scheint man auch besonders tolerant zu sein, wenn fremde Mächte hierzulande Menschen töten oder entführen.

  4. Es gibt auch noch andere Blickwinkel z.B. der von Chefredakteur Johannes Boie, dem ich mich gerne anschließe:
    „Wenn im Iran Homosexuelle, weil sie homosexuell sind, an Baukräne gehängt werden, demonstriert niemand. Nur Stunden nachdem das Leben von Quassem Soleimani,einem der schlimmsten Terroristenanführer der Welt,von amerikanischen Drohnenpiloten beendet wurde, stehen Demonstranten vor der amerikanischen Botschaft in Berlin und fordern „Gerechtigkeit““

    • Wenn schon Rechte wie Patriot den Iran mehr schätzen als die USA, was gilt dann wohl für Linke? Bei der politischen Korrektheit ist auch nur eine Sache einfach, nämlich dass weiße alte Männer wie wir an allem schuld sind, nur als Amerikaner oder Israelis wären wir noch schlimmer. Dagegen ist das Verhältnis zwischen allen übrigen Gruppen kompliziert. Islamisten gelten offensichtlich mehr als Homosexuelle oder Feministinnen.

      • Ich habe das hier schon einmal geschrieben: Die Einstellung zu den USA und zu Israel ein ganz einfacher politische Lackmustest. Für bürgerlich-konservative „Rechte“ sind die USA Befreier, Freunde und Teil unserer gemeinsamen Wertegemeinschaft, der Schutz und die Solidarität mit Israel eine Verpflichtung aus unserer Geschichte. Nationalistisch-radikale Rechte sehen in den USA den „Hegemon“, lehnen diesen Schmelztiegel der Rassen auch deshalb ab und pflegen weiter die Judenfeindlichkeit.

        Rechte sind nicht gleich Rechte! Diese Gegensätze sind unüberbrückbar. Teilweise leidet die AfD unter diesem Spannungsverhältnis… 😦

      • Nichts für ungut, aber was soll denn bei dieser undiffernzierten und aus der Welt gefallenen schwarz-weiß Sichtweise denn bitte „alles richtig“ sein?

        Es fängt ja schon damit an, dass mal wieder – und dies ist in der Tat bemerkenswert – eine Kritik an der US-Außenpolitik und den damit verbundenen Lobby-Kreisen in den USA gleich mit einer Kritik an dem gesamten Land samt Bevölkerung verwoben wird. So scheint ja gerne verfahren zu werden. Es is ja auch Quatsch, dass ich den mir kulturell vollkommen fremden Iran (besonders unter den radikal-islamischen Mullahs) „mehr schätzen“ würde, als die mir kulturell näherstehenden deutschen und europäischen US-Einwanderer.

        Außerdem verwundert es mich, dass Sie beide als große US-Fans es offenbar gar nicht mitbekommen haben, warum Trump damals gerade auch von vielen normalen US-Bürgern gewählt wurde: Weil er nämlich den sich verselbstständigenden Tiefen Staat sowie dessen Interventions- und Kriegsgeilheit fernab der Heimat und zum Schaden der US-Soldaten immer wieder vehemet kritisiert hat. Die US-Amerikaner wollen nämlich Verbesserungen in ihrer Heimat, aber ganz sicher nicht Interventionen, Stationierungen und eskalierende Konflikte fernab der Heimat in Ländern, deren eigene Bevölkerung die USA als Besatzer sehen, die sich in Dinge einmischen, die sie nichts angehen.

        Vielleicht liegt es auch daran, dass Sie und einige Kommentatoren auch noch eine andere Generation sind als ich, aber dieses „wer nicht für die USA ist, ist gegen die USA“ wirkt doch sehr stark nach Axel-Springer-Akademie und nach 80er Jahre-Kalter-Krieg-Lesart, aber es macht doch keinen Sinn als eine stolze Kulturnation wie Deutschland, die natürlich eigene Interessen hat, die ewige USA-Agenda immer wieder nachzukauen.

        Auch passt doch die Logik gar nicht, dass man automatisch „nationalistisch-radikal-rechts“ sei, wenn man der Lesart und Sichtweise der US-Außenpolitik nicht blind folgt, sondern sich vielmehr eine eigene Sicht auf Dinge erlaubt. Der Mitkommentator 300sel sieht doch die US-Außenpolitik ähnlich kritisch wie ich und trotzdem ist er (nicht sozialpolitisch) doch sogar eher linker innerhalb der AfD, als francomacorisano. Auch soll man dann dann schon fast automatisch judenfeindlich sein…Das ist doch absurd, simpel und entbehrt doch jeder Grundlage. Ich hatte in meinem Kommentar, ich musste mich ja an die 500 Wörter halten, sogar erwähnt, dass es natürlich aus kulturellen und historischen Gesichtspunkten richtig ist, dass es einen Staat Israel gibt und natürlich können dort auch als Schutz die USA stationiert sein. Auch Deutschland sollte sich mäßigend und vermittelnd einsetzten, aber so wie dort unten im nahen Osten, aber eigentlich in fast der gesamten muslimischen Welt seit Jahrzehnten gerade auch von den USA verfahren wird, führt dies doch zu keinem dauerhaften Frieden.

        Auch konnte mir noch keiner, der immer groß von Demokratie und Werten redet erklären, warum die Eliten der USA immer wieder mit Islamisten kooperieren (islamistsiche Assadgegner in Syrien), diese sogar aufrüsten (Taliban in den 80ern) oder zu deren Aufbauhelfern werden (ISIS nach dem von dem USA-Irakkrieg hinterlassenen Vakuum), indem zuvor stabile und relativ säkulare Staaten destabilisiert werden.

        Wie auch immer. Wer jetzt die von den US-Eliten losgetretene Eskalation im Iran befürwortet, sollte eines wissen: Auch dieses mal werden die Flüchtlingsströme in Europa und nicht den USA landen.

      • Sind Sie etwa nicht gegen die Nahostpolitik der USA, gleich ob unter Präsident Trump, dessen erratische Politik Sie sonst so loben, oder seinen Amtsvorgängern? Da hilft auch Ihre feinsinnige Unterscheidung zwischen der demokratisch gewählten Regierung und der einfachen Bevölkerung nicht weiter (diese macht im Falle Irans mehr Sinn und noch mehr im Irak, wo gar nicht alle für den großen iranischen Einfluss inklusive Ermordung von Kritikern und Demonstranten sind). Vor allem übersehen Sie weiterhin, dass Deutschland gar nicht neutral ist, sondern die USA unsere Verbündeten sind, die man grundsätzlich unterstützt, selbst wenn man nicht mit jedem Detail einverstanden ist. Warum wollen Sie jetzt lieber die Islamisten in Teheran unterstützen oder zumindest gewähren lassen in ihrem Kampf in den Nachbarländern, gegen die USA und auch Israel? Dass hingegen die USA nicht nur gegen Islamisten sind, sondern auch noch andere Massenmörder bekämpfen, liegt gerade an den westlichen Werten.

      • @ Patriot
        Ja, Trump hat seinen Wählern versprochen, militärische Konflikte zu meiden. Die Mehrheit der Amerikaner will kein Blut und kein Geld für endlose Kriege fern der Heimat. In Anbetracht der Geiselnahme 1979 in der Tehraner US-Botschaft und 2012 dem Mord an amerikanischen Diplomation im US-Konsulat in Bengasi, musste Donald Trump handeln. Wenn Amerikaner, Soldaten oder Zivilisten, im Ausland getötet werden, erwartet die US-Bevölkerung von ihrem Präsidenten, dass er hart zurück schlägt.

        Es ist leider richtig, dass die amerikanische Außenpolitik nicht immer eine glückliche Hand bei der Auswahl von Freunden hatte. Auch ich sehe Saudi-Arabien nur als Handelspartner, aber nicht als Freund. ABER es ist doch nicht zu übersehen, dass Rechts- und Linksradikale gleichermaßen der Hass auf die USA eint!

  5. Die meisten der genannten Gründe für oder gegen en Parteiergreifen finde ich wenig überzeugend. Einen „good guy“ gibt es in der Region nicht. Wer vertritt dort uneingeschränkt „westliche Werte“? Der US-Verbündete Saudi-Arabien?

    Die Frage ist also eher, wer von den vielen „bad guys“ der gefährlichste ist. Der Iran hat unter vielen morschen Regimen noch das relativ stärkste, aber auch deshalb, weil die USA seinen größten Widersacher, den Irak, als Regionalmacht aus dem Weg geräumt haben. Die größte Gefahr für die Region, aber auch für Deutschland, geht m.E. vom islamischen Staat aus, der wieder auferstehen kann. Als scheinbar nichtstaatlicher Akteur wird er von vielen immer noch unterschätzt (offenbar auch von der Bundesregierung, die seine Anhänger ungehindert wieder einwandern lässt). Effektiv bekämpft haben ihn nur die Schiiten mit Hilfe des Iran (nicht aus Sympathie für uns, sondern um der Ausrottung zu entgehen) und die Kurden, die mittlerweile von den USA im Stich gelassen wurden.

    Eine Beseitung des iranischen Regimes wäre für sich gesehen nicht weiter bedauerlich, fraglich ist aber, wodurch es ersetzt würde – an diesem Problem sind ja schon viele „regime changes“ gescheitert. Eine verantwortungsvolle Außenpolitik würde sich also nicht an irgendwelchen „Werten“ orientieren, sondern würde versuchen, den Status Quo zu verbessern – und, falls das nicht aussichtsreich ist, lieber den Status Quo zu erhalten, als die Region noch tiefer ins Chaos zu stürzen. Damit verbunden ist die Frage, ob die USA bereit sind, Länder wie den Iran wohl oder übel als Regionalmächte zu akzeptieren. Obama war offenbar bereit, sich damit zu arrangieren, während Trumps Ziele unklar sind.

    • Es geht hier nicht darum, dass sich Deutschland bzw. die Bundesregierung für eine Regionalmacht im Nahen Osten entscheiden müsste, sondern ob man meint, unser Verbündeter, die demokratischen USA seien so schlimm wie das Mullah-Regime oder sogar noch schlimmer.

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