Mehrheit will Silvestertradition verbieten

„Brauchen wir ein Böllerverbot?“ Die liberale Antwort ist Nein, zumindest für Silvester. An 363 Tagen im Jahr (bzw. in Schaltjahren an 364 Tagen) besteht ohnehin ein Verbot für privates Feuerwerk und Böller ohne Sondergenehmigung. Nur an Silvester und Neujahr gibt es aus Gründen der Tradition eine Ausnahme, die selbst wieder Ausnahmen hat z. B. in Verbotszonen oder hinsichtlich der erlaubten Feuerwerks- und Knallkörper.

Nur leider ist die Mehrheit der Deutschen (und Zuwanderer nach Deutschland) nie liberal gewesen und auch nicht mehr traditionsbewusst. Niemand muss knallen, aber 57 Prozent wollen es auch allen anderen verbieten und nur 36 Prozent sind gegen ein pauschales Verbot.

Der Wert der Freiheit wird auch in diesem eher unbedeutenden Fall verkannt und es wird ganz naiv nach dem eigenen unmittelbaren Interesse bzw. Geschmack oder auch einer zu eng verstandenen Moral geurteilt. Es wäre besser, die bestehenden Normen, auch hinsichtlich des Gebrauchs von Feuerwerk und Böllern, durchzusetzen, statt immer mehr zu verbieten. Daran halten sich dann immer mehr Leute gar nicht mehr, die ihrerseits nur ihre eigenen unmittelbaren Interessen sehen, zumal die Fülle der Verbote kaum bzw. völlig willkürlich sanktioniert wird.

11 Gedanken zu „Mehrheit will Silvestertradition verbieten

  1. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie Geld für Böller ausgegeben und auch Feuerwerk finde ich nicht so toll, als dass ich es vermissen würde.

    ABER ich käme nie auf die Idee, anderen etwas zu verbieten, nur weil ich kein Fan davon bin.

    Verdammt noch mal: Es geht nicht um Umwelt, Klima oder die Schonung von Resoursen. Es geht um die Errichtung einer Diktatur durch die Hintertür, angeführt von Sozialisten, die sich grün verkleidet haben, mit Duldung oder sogar der Sympathie einer CDU-Kanzlerin…!

  2. Ja, seine eigenen Moralvorstellungen auf alle überstülpen zu wollen, das hat was von Arroganz.
    Muss wohl eine Eigenschaft sein, mit welcher man bei uns in höchste Ämter kommt.
    Seit ich 1984 das Abschlussfeuerwerk der Kieler Woche gesehen, habe, eine 10-minütige Choreographie mit Musik, abgebrannt von der HDW-WERFT gegenüber des Holstenbummels, kann ich mich an dem chaotischen Feuerwerk und Geballere an Silvester nicht mehr freuen.
    Interessant, dass aus ideologischen Gründen die erhöhte Radioaktivität im Feuerwerksfeinstaub nicht thematisiert wird.

    https://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Radioaktiver_Himmelszauber1771015586271.html
    Zum Tempolimit, der Kontrolldichte und der Abschreckungswirkung von Srafen:
    Ich befürworte ein Tempolimit auf Autobahnen von 130. Vielleicht könnte man auf bestimmten Abschnitten von vierspurigen Autobahnen abgetrennte Biotope für Raser einrichten.
    Auf untergeordneten Straßen, die keine geteilte Fahrbahn haben, sollte die grundsätzliche Höchstgeschwindigkeit 80 betragen, wie es schon in vielen Ländern der Fall ist. Dafür fordere ich aber, die ganzen 70-Schilder zu entfernen und die 60-, 50-, 40-, 30- Schilder außerorts auf ihre Angemessenheit zu überprüfen.
    Sprit- und damit CO2 – Einsparungen resultieren nicht nur aus dem niedrigeren Windwiderstand, sondern auch in weniger häufigen Brems- und Beschleunugungsvorgängen, nicht nur der Schnellfahrer.

      • „Wer über 120 km/h in der Schweiz zu schnell fährt, muss damit rechnen, dass sein Auto versteigert wird und der Erlös in die Schweizer Staatskasse fließt.“

        Das kann man gut finden oder auch nicht.
        Besonders interessant finde ich aber, wie sich gerade Schweizer Autofahrer mit hoch motorisierten Sportwagen und Supersportwagen auf süddeutschen Autobahnen so benehmen, wenn sie mal Ausgang haben. Ich weiß wovon ich rede, denn ich lebe am Bodensee und erlebe das auf der A81 und der A96 jedes mal.

  3. Vieles ist natürlich der aktuellen Klimawahn-Hysterie geschuldet und entsprechend volatil.

    Außerdem ist immer auch der Auftraggeber wichtig. In der Verlinkung steht: „für das „RedaktionsNetzwerk Deutschland““. Das ominöse „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ ist über ein paar Ecken auch mit der SPD verwoben und deren neuer seit ein paar Kahren genutzer Medienverteiler, mit dem nicht nur bereits mit der SPD verwobene Medien bespielt werden, sondern immer öfter auch externe Presseorgane beliefert werden. Ein völlig unhaltbarer Zustand, den man eigentlich eher in einer Bananenrepublik vermuten würde.

    Die AfD hat ja Anträge gegen diesen ganzen antidemokratischen, irreführenden und einer Demokratie unwürdigen Unsinn eingereicht. Natürlich von allen Altparteien abgelehnt. Kein Wunder, denn in einer Zeit des zunehmenden Vertrauensverlustes in die herrschende Altparteienregierungspolitik und einer für die Altparteien ungünstigen Re-Politisierung der Bürger kann ein Mehr an kontrollierter und tendenziöser Medienberichterstattung ja nicht schaden…

    Realistischerweise sind es wahrscheinlich nicht 57%, sondern vielleicht 47% (was natürlich immer noch zu hoch wäre). Aber es braucht ja „Haltungs-journalismus“, um dann einer „Haltungs-politik“ die notwendige Grundlage zu liefern.

  4. Bei den Gegnern der seit Jahren immer exzessiver gewordenen Feuerwerke handelt es sich in der Regel um Betroffene, wohingegen Sie nicht ideologiefrei argumentieren.
    Verbote auf diesem Gebiet sind ohnehin nicht durchsetzbar; ich plädiere aber für die Einführung von Umsatzsteuer-Sätzen von 100 % bis zunächst 200 % je nach Explosionskraft und werde Herrn Resch von der DUH bitten, das im Klageweg durchzusetzen. Neben Schadstoff- Emissionen ist auch Lärm eine anerkannte Umwelt-Beeinträchtigung, die einen entsprechenden Preis erfordert.

    • @Klaus Wolfgang Berger
      „Verbote auf diesem Gebiet sind ohnehin nicht durchsetzbar; ich plädiere aber für die Einführung von Umsatzsteuer-Sätzen von 100 % bis zunächst 200 % …“

      Interessanter Ansatz, der aber nicht zum Ziel führen wird. Besser wäre eine pauschale Steuer je Böller (gerne gestaffelt nach Sprengkraft), die so saftig ist, dass gefährliche Ramschware sich derart verteuert, dass sie uninteressant und damit nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

  5. Wie Klaus Wolfgang Berger im Thread vom 26.12.2019 (https://alexanderdilger.wordpress.com/2019/12/26/spd-will-tempolimit-nachverhandeln-und-ganze-fahrzeugklassen-verbieten/#comments) schon richtig festgestellt hat, läuft auch die alljährliche Böllerei inzwischen leider immer öfter aus dem Ruder.
    Jedoch nutzt es nichts, die Jahreswende zu einem weiteren Murmeltiertag (https://www.youtube.com/watch?v=IRy6wqgPr8Y) mit jährlich wiederkehrender Diskussion über das Für und Wider der Böllerei zu erklären.
    Viel wichtiger wäre – vor allem im Interesse der zahlreichen, durch die Böllerei alljährlich Schwerverletzten – endlich einmal damit zu beginnen, die bestehenden Regeln auch umzusetzen, statt ständig über noch mehr Verbote zu palavern, wie das in Deutschland inzwischen Usus ist.

  6. Als Schüler habe ich auch mein Taschengeld für Böller ausgegeben. Die Raketenvielfalt von heute gab es in den 1960 Jahren nicht. Nach 1964 habe ich kein Geld für Feuerwerk ausgegeben.

    In den letzten Jahren habe ich Feuerwerk nur vom Fenster aus beobachtet.
    Ich kann mich damit anfreunden, Feuerwerk ganz einzustellen.. Die Aktion der evangelischen Kirche „Brot statt Böller“ hat damals schon meine Zustimmung gefunden.

    Statt einem Verbot ist vielleicht ein Appell an die Vernunft der bessere Weg.

    Allen Blog Teilnehmern einen guten Rutsch in Jahr 2020
    Heinz-Josef Hecker

  7. Der einschlägige Wunschzettel eines jüngeren Knaben aus dem Freundeskreis (original auf meiner Schreibmaschine getippt):
    l i e bemamakansdumirzuselwesdaeinpakna la kaufenmatsmamahoffmann

  8. Pingback: Corona bedroht auch Silvesterfeuerwerk | Alexander Dilger

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