US-Sanktionen wegen Nord Stream 2

Der „US-Senat beschließt Sanktionen wegen Nord Stream 2“, was das Repräsentantenhaus schon letzte Woche getan hat. Nun muss nur noch Präsident Donald Trump das Gesetz unterzeichnen, was er unverzüglich tun wird. In der Sache ist die Ablehnung von Nord Stream 2 richtig, weil diese Pipeline Europa spaltet und die Abhängigkeiten (nicht nur Deutschlands, sondern auch von Transitländern anderer Pipelines) von Russland erhöht (siehe ‚Merkel redet in München offen und unehrlich‘).

Trotzdem sind die Sanktionen in mehrfacher Hinsicht unglücklich: Der Bau der Pipeline ist schon weit fortgeschritten und hätte viel früher gestoppt werden müssen. Die Sanktionen werden die Fertigstellung der Pipeline nicht mehr verhindern und richten sich allein gegen die den Bau ausführenden Unternehmen und deren Manager, die einfach nur ihren Job machen. Verantwortlich sind jedoch Politiker, insbesondere Frau Merkel. Gegen sie wagen jedoch selbst die USA keine Sanktionen, was wiederum richtig ist, weil Bündnispartner nicht so miteinander umgehen. Es wäre unsere Aufgabe als deutsche Staatsbürger und Wähler, diese Frau nicht länger im Kanzleramt zu dulden. Zumindest in diesem einen Punkt wäre tatsächlich sogar ein grüner Kanzler besser, während die SPD lieber weiter Frau Merkel stützt (siehe ‚Neue SPD-Führung zu feige zum Regierungsaustritt‘).

67 Gedanken zu „US-Sanktionen wegen Nord Stream 2

  1. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass unsere in großen Teilen verbrecherische und fremdgesteuerte Altparteienregierung es immerhin einmal gelingt eine unabhängige und explizit an deutsche Interessen gerichtete Haltung einzunehmen. Dies ist wirklich einmal ein Positiv-Beispiel, das aus der ganzen Reihe an beispielloser und vorsätzlicher Schlechtleistung herausragt.

    Teures US-Fracking Gas als Dauerzustand per Schiffsladungen hier einschiffen ist nicht nur mindestens ebenso abhängig, es ist auch wesentlich teurer und umweltschädlicher. Mir ist schon klar, dass die Amis am liebsten die Kontrolle über sämtliche weltweite Erdöl- und Erdgas-Vorkommen hätten. Immer wieder drehen sich die US-Interventionen ja auch darum. Zu glauben eine reine US-Energie-Monopolstellung auf dem Markt brächte einen Vorteil für Länder wie Deutschland, ist doch regelrecht absurd.

    Da brauche ich kein Ökonom zu sein um zu wissen, dass ein Mehr an Wettbewerb für den Kunden und Abnehmer von Vorteil ist. Das versucht man natürlich durch Kettensanktionen und Drohgebärden bei Ländern wie Russland oder Iran zu erschweren. Am liebsten wäre es für bestimmte Kreise in den USA, die Deutschen würden wie immer kuschen und klein beigeben auf einem künstlich verkleinerten Markt alternativlose Mondpreise schlucken. Dass die USA dann auch noch unschuldige hart arbeitende Schiffsunternehmer bestrafen wollen, ist bemerkenswert, passt aber zum selbsterklärten Verständnis: Wir bestimmen wer gut und böse ist. Wir bestimmen, welche Terroristen und Islamisten „unsere“ „Partner“ sind, etc.

    Des Weiteren zeigt dieses freche Verhalten auch, für wie dumm und naiv uns diese halten. Wir dürfen noch nicht einmal selbst entscheiden, welche Energieversorgung die bessere Lösung für uns ist. Die transitlandfreie Versorgung durch die Ostsee ist genial und wir können froh sein, dass sich diese geographischen Gegebenheiten hier anbieten.

    Wer heute noch glaubt, die Interessen der USA, oder präziser formuliert, US-amerikanischer Eliten, wären automatisch und immer deckungsgleich mit denen Deutschlands oder Kontinental-Europas, der ist wirklich ein Relikt vergangener Ost-West-Block-Zeit in der Tradition jener kalten Krieger, die es auch heute noch und nicht selten durch Lobbyismus monetär abhängig in Politik und Medien gibt. Gerade bei FDP, Union und besonders ZDF/ Springer hat man ja bisweilen mehr den Eindruck eines US-amerikanischen Laufburschen, denn einer unabhängigen zuvorderst auf deutsche Interessen austarierten und wohlüberlegten Position.

    • In Ihrem Antiamerikanismus übersehen Sie, dass die steigende Abhängigkeit von russischem Gas den Wettbewerb und die Versorgungssicherheit weiter beschränkt. Diversifizierung wäre besser. Frau Merkel schadet einmal mehr ihrem eigenen Land, doch Sie spenden mit AfD und Linke Beifall aus Liebe zu Putin.

      • Die steigende Abhängigkeit vom russischen Gas ist vor allem dadurch bedingt, dass nach Kohle- und Atomausstieg nur das Gas als verlässlicher Energie-Träger verbleibt und die bisherigen alternativen Lagerstätten in absehbarer Zeit erschöpft sein werden. Ob die Lagerstätten im Mittelmeer für uns nutzbar sein werden, steht noch dahin. Die Versorgungssicherheit wird durch Nordstream2 besser als es die Durchleitungen derzeit sind. Inzwischen sind wohl auch drei Übergabestationen in Europa für LNG in Planung oder fertiggestellt.
        Generell bin ich der Ansicht, dass wir unsere Außenpolitik gegenüber Russland nicht nur an kurzfristigen Gegebenheiten ausrichten dürfen.
        Und schließlich scheint mir das Mißtrauen gegenüber den USA doch nicht unberechtigt zu sein. Es gibt jedenfalls Berichte, nach denen die Atomkraft-Forschung und -Nutzung in Deutschland seinerzeit durch Beeinflussung der öffentlichen Meinung mit Hilfe der Ford-Stiftung behindert worden sein soll. Jedenfalls werde ich gerade an diesem Thema die Forderung nach dem Abgang Merkels nicht aufhängen.

      • Es ist völlig verantwortungslos, aus allen fossilen Energieträgern und der (eigenen) Nutzung der Atomenergie gleichzeitig aussteigen zu wollen. Daran trägt Frau Merkel die größte Schuld, auch wenn die Grünen noch stärker drängen, wobei sie ihnen etwas zeitverzögert ohnehiin nachzugeben pflegt.

        Gas ist energieeffizienter (und damit je nach Förderung auch ökologischer), aber teurer als Kohle. Die deutsche Abhängigkeit von russischem Erdgas wird durch Nord Strem 2 noch einmal deutlich erhöht. Die deutsche Versorgungssicherheit wird nur insofern erhöht, als dass Herr Putin zukünftig anderen den Gashahn unabhängig von Deutschland abdrehen kann.

      • Allen Widrigkeiten zum Trotz hat Russland bis jetzt immer seine Lieferverpflichtungen eingehalten. Das Eine tun und das Andere nicht lassen: Das LNG aus den USA soll auch nach Deutschland eingeführt werden. Auch dafür werden Verladeanlagen gebaut. Dies ist ein Stück Wettbewerb und Unabhängigkeit von einem Lieferanten. Wie sich diese Wettbewerbssituation entwickelt, wird sich zeigen. Die Windfall Pofits der an der alten Pipeline gelegenen Staaten waren zwar schön für diese – aber wo steht geschrieben, dass das so bleiben muß?

      • Russland hat bislang seine Lieferverpflichtungen gegenüber Deutschland immer eingehalten, aber nicht gegenüber anderen europäischen Ländern. Frau Merkel beschwört ständig die europäische Solidarität, kündigt sie hier aber einmal mehr auf.

        Mit der Pipeline wird russisches Gas deutlich billiger, wobei trotzdem nicht klar ist, ob sich die Investitionskosten dafür tatsächlich lohnen werden. Schlimmstenfalls handelt es sich hier um eine staatlich subventionierte Wettbewerbsverzerrung.

      • @Alexander Dilger 13:51
        „Russland hat bislang seine Lieferverpflichtungen gegenüber Deutschland immer eingehalten, aber nicht gegenüber anderen europäischen Ländern.“

        Meinen Sie damit die Ukraine, die ihre russischen Gaslieferungen jahrelang nicht bezahlt hat?

      • Ihre russischen Freunde haben die Ukraine gewaltsam überfallen, die Krim annektiert und führen noch immer einen unerklärten Krieg in der Ostukraine, um zusätzlich das Gas abzustellen. Ähnlich haben sie sich z. B. gegenüber Georgien verhalten. Polen will deshalb in absehbarer Zeit gänzlich unabhängig von russischem Gas werden, auch wenn die Alternativen etwas teurer sind.

      • Welche „russischen Freunde“ denn?
        Ich denke eher, dass Sie i.S. Ukraine einer transatlantischen Indoktrination aufsitzen, statt endlich einmal ein wenig zu differenzieren.

      • Nein, zumindest in dieser Frage sind Sie ein reiner AfDler und alles andere als liberal, rechtsstaatlich oder auch nur friedensliebend.

      • Starker Tobak, Herr Dilger.
        Ich habe schon lange vor der Gründung der AfD so gedacht und das hat auch weder etwas mit SED und/oder AfD zu tun, sondern einzig und alleine mit differenziertem Denken.
        Die Welt besteht eben nicht nur aus Gut und Böse, Schwarz und Weiß, Links und Rechts.

      • Sie denken an dieser Stelle doch gerade nicht differenziert, sondern negieren offensichtliche Fakten wie die deutsche Westbindung. Vermutlich sind Sie in der nationalistischen AfD geblieben, weil Ihre Ablehnung der westlichen Werte größer ist als ihre separatistischen Anwandlungen.

      • Das ist völliger Unfug. Sie unterstellen mir hier Dinge, die nichts mit meiner Gedankenwelt zu tun haben.

      • Dann erklären Sie bitte Ihren Antiamerikanismus, Ihr naives Verhältnis zu Herrn Putin, Ihre Verharmlosung der Krim-Annexion und der kriegerischen Akte in der Ostukraine. Es genügt eben nicht, irgendwelche Meinungen zu äußern und sich dann vor deren argumentativer Rechtfertigung zu drücken.

      • Der plakative Begriff des „Antiamerikanismus“, der von 100%-Transatlantikern leider immer gerne als Totschlag-Vokabel genutzt wird, ist ein hilfloser Ausdruck der Argumentationslosigkeit. Außerdem sind die USA gar nicht ganz Amerika, sondern lediglich ein Teil davon. Dass diese selbst oft Synonym den den Begriff Amerika für die USA verwenden, ist durchaus bezeichnend. Man stelle sich vor Deutschland würde in seinem Selbstverständnis sich immer synonym mit Europa bezeichnen. Derartiges machen hier höchstens die radikalsten EU-Fanatiker.

        Kaum ein Kritiker der US-Außenpolitik hegt einen Groll oder gar Hass gegenüber der einfachen US-Bevölkerung. Ich selbstredend auch nicht, wie ich schon mehrfach erwähnt habe. Schließlich ist diese ja selbst genug leidtragend, etwa durch die unzähligen toten US-Soldaten in der Ferne für widersinnige und oft illegale Einsätze. Oder auch durch ein mangelhaftes Schul-Bildungssystem, welches Schulabgänger hinsichtlich der Allgemeinbildung auf dem Niveau eines Grundschülers entlässt.

        Richtig ist, dass Diversifikation begrüßenswert ist. Ich sehe jedoch nicht, dass sich dies durch die Ostsee-Pipelines ausschließen ließe. Die Russen wissen, dass es für Deutschland auch weitere Möglichkeiten der Energiegewinnung/ Erdgasversorgung gibt. Dazu zählt unter anderem eben die Möglichkeit einer Erdgaslieferung über große Tankschiffe, Dies kann aus den USA, aber auch woanders her erfolgen. Weitere Transitländer wie Polen oder die Ukraine, die Transitgebühren verlangen können, fallen jedenfalls durch die Ostsee-Pipelines weg. Hinsichtlich der Versorgungssicherheit wurde bereits erwähnt, dass es hierzu bisher trotz einer nicht gerade russlandfreundlichen deutschen Politik nichts zu beanstanden gab.

        Der Vorwurf einer Liebe zu Putin oder Russland soll das berechtigte Anliegen einer neutralen und weder einseitig US-noch Russland-abhängigen Außenpolitik, die vor allem die Interessen Deutschlands und ggf. noch Europas im Blick hat, ins Lächerliche ziehen. Ich habe keine Liebe zu Russland oder Putin. Nur stecke ich in meinem Denken auch nicht in der ewigen 80er-Jahre Kalter-Krieg-Situation fest. Ich sehe beides neutral. Im Übrigen ist Russland anders als die USA zumindest teilweise Teil des europäischen Kontinents.

        Zu denken geben mir allerdings Äußerungen US-amerikanischer Thinktanks, laut denen es schon seit langer Zeit erklärtes Ziel der USA gewesen sei eine partnerschaftliche Verbindung deutschem Knowhows und russischer Energieressourcen zu verhindern.

        Hier zeigt sich ziemlich eindeutig, was eigentlich jedem klar sein sollte. Die Außenpolitik der USA war schon immer sehr stark nach den ganz spezifischen Interessen ihrer eigenen Eliten ausgelegt und nicht zuvorderst nach deutschem Interesse. Beispiele gibt es hierzu genug: Russlandsanktionen, Nato-Eingliederung der Türkei mit anschließenden „Gast“-Arbeitern aus der Türkei, Destabilisierungen durch eigene Kriegsbeteiligungen oder aber durch Proxys in überwiegend muslimischen Drittweltländern wie Libyen, Irak, Syrien oder Afghanistan. Die anschließenden Flüchtlingsströme geraten dann nicht in die USA, sondern nach Deutschland und Europa, etc.

      • Sie übersehen, dass die Bundesrepublik Deutschland nicht neutral ist, sondern in vielfacher Hinsicht, nicht nur militärisch über die NATO, mit den USA und den übrigen westlichen Ländern verbunden ist. Neutralität wäre also bereits eine extreme Entfremdung von den USA und Annäherung an Russland, die AfD und Linke vor allem deshalb begrüßen, weil sie mit Ihnen die westlichen Werte ablehnen.

        In jedem Fall argumentieren Sie antiamerikanisch (was der korrekte Begriff ist, ohne die USA mit ganz Amerika gleichzusetzen), auch wenn Sie diese Feststellung aus rechter politischer Korrektheit ablehnen. Die Trennung zwischen Regierung und Bevölkerung macht schließlich bei Russland mehr sind, während die USA demokratisch sind und ihre Politiker tatsächlich wählen. Das gilt auch für Deutschland, weshalb wir als Deutsche uns Frau Merkel und ihre Politik zurechnen lassen müssen, selbst wenn wir sie individuell ablehnen.

      • @Alexander Dilger
        „Neutralität wäre also bereits eine extreme Entfremdung von den USA und Annäherung an Russland, die AfD und Linke vor allem deshalb begrüßen, weil sie mit Ihnen die westlichen Werte ablehnen.“

        Warum denn das?
        Wer hat Ihnen das eingeimpft?
        George W. Bush?

      • Auch wenn Sie die bundesdeutsche Westbindung ablehnen, ist sie seit Konrad Adenauer ein Faktum. Davor ging es Deutschland (und dem Rest Europas) deutlich schlechter und auch danach noch in der DDR.

      • Ich lehne keine sinnvollen Bündnisse ab. Aber dieses „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“ – Denken ist mir fremd. Außerdem sollte der Kalte Krieg doch wohl inzwischen überwunden sein. Die heutigen Risiken und Probleme sind ganz andere.

      • Jetzt gibt es heiße Kriege, z. B. in der Ostukraine, in Syrien, kürzlich in Georgien und Tschetschenien. Deutschland kann nicht einmal im Frieden und nur von Partnern umgeben seine Grenzen schützen. Wie könnte diese Bundesregierung einem echten Aggressor widerstehen?

      • Sie beschreiben den IST-Zustand zwar treffend, aber sind Sie der Meinung, dass dieser unabänderlich ist? Andere (zum Teil sehr viel kleinere) Staaten schaffen es doch auch.

      • Kleinere Staaten werden einfach überfallen, wenn es einem stärkeren Aggressor gefällt und sie keinen noch stärkeren Bündnispartner wie z. B. die USA haben, der sie davor schützt.

        Nun ist Deutschland gar nicht so klein und zumindest wirtschaftlich viel stärker als Russland. Aber das müsste in militärische Stärke übersetzt werden. Während uns jetzt selbst Verteidigungsausgaben von den versprochenen zwei Prozent des BIP viel zu hoch sind, müssten es wohl mindestens 20 Prozent werden. Deutschland bräuchte Atomwaffen, während es selbst aus der zivilen Nutzung der Atomenergie aussteigt, und Atom-U-Boote, um einen Zweitschlag ausführen zu können, nachdem das eigene Land komplett zerstört wurde. Können Sie sich eine entsprechende Entschlossenheit bei Frau Kramp-Karrenbauer vorstellen?

      • So eine Art von „Entschlossenheit“ will ich mir gar nicht vorstellen. In der Geschichte der Menschheit sind schon sehr viele Groß- und Mittelmächte sind an ihren Rüstungsausgaben wirtschaftlich zu Grunde gegangenen. Nicht zuletzt die UdSSR.

        Gerade Ihre geliebten die USA (miß)brauchen das Bündnis NATO doch vor allem zur Durchsetzung ihrer ureigenen „geostrategischen Interessen“, um kleine Länder (meist reich an Öl und/oder Gas) zu überfallen und die Bündnispartner ihre Angriffskriege mitbezahlen zu lassen.

      • Glauben Sie wirklich, dass Länder durch einseitige Abrüstung sicherer werden?

        Welche Angriffskriege der USA meinen Sie? Der zweite Irak-Krieg der USA war völkerrechtswidrig, doch selbst dieser hatte einen ganz anderen Grund als Öl und Gas. Der erste Irak-Krieg diente hingegen zur Verteidigung Kuwaits. In Syrien kämpfen Ihre geliebten Putin-Truppen gegen die einheimische Bevölkerung, während die USA die Kurden im Kampf gegen den IS unterstützt haben.

      • Es gibt eine lange Liste US-amerikanischer Angriffskriege. Diese wurden natürlich meist unter irgendwelchen Vorwänden geführt, wie die Demokratie zu verteidigen. Aber auch dabei wird mit sehr uterschiedlichen Maßstäben gemessen. Wie sonst erklären sie sich die Freundschaft zwischen den USA und beispielsweise Saudi-Arabien?

      • Das hatten wir doch schon einmal diskutiert. So viele Angriffskriege hat es durch die USA noch gar nicht gegeben (nicht jede militärische oder gar nur geheimdienstliche Operation ist gleich ein Krieg). Das Verteidigen befreundeter Staaten ist gerade kein Angriffskrieg. Nach ihren Kriegen würden die USA gerne Demokratien hinterlassen mit mäßigem Erfolg (Deutschland und Japan sind vermutlich die größten Erfolgsgeschichten in dieser Hinsicht, wenngleich diese Demokratien auch nicht perfekt sind), aber ein Kriegsgrund war das noch nie. Demokratie ist auch keine Voraussetzung für gute Beziehungen zwischen Staaten. Selbst einzelne Menschenrechtsverletzungen müssen realpolitisch akzeptiert werden, weil ein Staat sonst sehr schnell sehr einsam wird (und heuchlerisch, weil auch in den USA oder Deutschland Menschenrechtsverletzungen leider vorkommen). Massen- und Vökermord hat hingegen eine andere Qualität, kommt aber in Saudi-Arabien im Gegensatz zu Syrien nicht vor.

      • Und wie beurteilen Sie unseren (und der USA) NATO-Bündnispartner Türkei in dieser Hinsicht?

        Ich denke, Sie dengeln sich Ihr Weltbild auch nur nach sehr subjektiven Kriterien zurecht (wie wohl die meisten Menschen). Das finde ich an sich nicht bedenklich, aber zu einer liberalen Gesinnung gehört eben auch, anderen ihr eigenes Bild zuzugestehen, ohne vorschnell irgendetwas hinein zu interpretieren.

      • Sie dürfen doch Ihre antiamerikanischen Ansichten hier und anderswo kundtun, müssen dann aber auch mit Gegenrede leben. Idealerweise würde sich daraus ein Austausch an Argumenten ergeben, an dem Sie aber leider nicht interessiert sind. So lenken Sie jetzt mit der Türkei ab, statt Ihre Vorwürfe gegen die USA zu belegen. Was ich von Herrn Erdogan und seiner Politik halte, habe ich in vielen Beiträgen bereits dargelegt.

      • Sie bringen mit dieser Antwort doch mittelbar selbst zum Ausdruck, dass sich gerade die USA ihre „Freunde“ nach sehr fragwürdigen Kriterien aussuchen. Doch warum blaffen Sie dann jeden Kritiker dieser Politik an, auf ganzer Linie „antimerikanisch“ zu sein? Das bin ich nicht und wohl auch „Patriot“ nicht, wie wir beide an anderer Stelle und zumindest ich auch in anderen Zusammenhängen bereits wiederholt sehr deutlich zum Ausdruck gebracht haben. Ihr diesbezügliches Schablonendenken und die daraus abgeleiteten Pauschlisierungen sind Ihrem sonstigen Argumentationsniveau wirklich nicht würdig.

      • Die Wahrheit ist doch, dass Sie Unwahrheiten über die USA und ihre Verbündeten verbreiten (z. B. dass es viele ungerechtfertigte US-Angriffskriege gäbe und Unterstützung von Terrororganisationen durch Saudi-Arabien), diese mit Russland und Iran gleichsetzen (bzw. für noch viel schlimmer halten) sowie Neutralität vom mit den USA verbündeten Deutschland fordern. Warum soll ich das nicht als das benennen dürfen, was es ist, nämlich Antiamerikanismus?

      • Ob ein Angriffskrieg „gerechtfertigt“ ist, liegt immer im Auge des Betrachters.
        Manche Angriffskriege werden von US-Vasallen und unterwürfigen Transatlantikern auch zu „militärische(n) oder gar nur geheimdienstliche(n) Operation(en)“ heruntergespielt. Natürlich alles im Interesse der „Demokratie“, was denn sonst?

      • Sie sollten hier nicht über Angriffskriege der USA fabulieren, die es nicht gegeben hat. Können Sie auch nur ein Beispiel neben dem zweiten Irak-Krieg benennen oder den Rechtfertigungsversuch einer Militäroperation mit Demokratie?

      • Statt auch nur ein relevantes Bespiel zu benennen, verlinken Sie einmal wieder umfangreich und unverstanden. Militäroperationen sind nicht dasselbe wie Kriege, die auch nicht alle Angriffskriege sind. Weiterhin sind Eroberungskriege vor dem Zweiten Weltkrieg (bzw. vor 1928 nach der ersten von Ihnen selbst verlinkten Wikipedia-Quelle) völkerrechtlich anders zu werten und nicht Teil meiner von Ihnen nicht widerlegten These.

      • „Wie sonst erklären sie sich die Freundschaft zwischen den USA und beispielsweise Saudi-Arabien?“

        Hier haben Sie einen wichtigen Punkt erwähnt, der das ganze Geschwätz von wegen Demokratie und „westlicher Werte“, welches ja stets vorgeschoben wird und oft in den hörigen und abhängigen Medien unwidersprochen bleibt, als das enttarnt was es ist: Nämlich pure Heuchelei und knallharte Interessenvertretung einiger weniger US-amerikanischer Eliten.

        Wer Saudi-Arabien hofiert und als Partner ansieht, den Iran jedoch nicht, handelt nicht konsequent. Bereits in den 80ern hat man mit den Taliban paktiert und diese aufgerüstet, Osama bin Laden in einer US-Zeitung sogar als harmlosen Freiheitskämpfer verherrlicht. In Syrien hat man abermals radikale Islamanhänger bis hin zu Islamfanatikern unterstützt, obwohl diese erklärtermaßen nichts mit Demokratie zu tun hatten. In Saudi-Arabien seit Jahrzehnten das gleiche Spiel. Nach dem stetigen Geschwafel hätte man hier auch schon mehrmals einmarschieren und den Menschen die Demokratie bringen müssen. Saudi-Arabien hat über Jahrzehnte den radikalen Islam weltweit gefördert und massiv Menschenrechte beschnitten. Hier wird es natürlich nicht gemacht und wohlwollend hinweggeschaut, denn jeder weiß, wer sich kurz nach dem 2. WK in Saudi Arabien quasi „eingekauft“ hat.

        Ständig wird von Demokratie geredet, dabei herrscht in den USA der anachronistische und völlig unhaltbare Zustand eines 2-Parteienstaates vor, in dem man nur mit den entsrechenden finanziellen Mitteln überhaupt Präsident werden kann. Dies kann dann entweder über das eigene Vermögen geschehen, oder aber man ist massiv abhängig bezuschusst, wie die Clintons mit Spenden sogar aus – Saudi-Arabien. Und hier schließt sich dann der Kreis.

      • Der Iran schreckt vor Massenmord nicht zurück, Saudi-Arabien schon. Vor allem waren die USA mit Persien doch sehr gut befreundet, bis die Mullahs die Macht übernahmen, gewaltsam die US-Botschaft besetzen und die Bediensteten als Geiseln nehmen ließen. Das wäre seinerzeit ein legitimer Kriegsgrund gewesen. Auch heute noch unterstützt der Iran Terrorgruppen, die US-Bürger töten. Aus Saudi-Arabien fließen leider ebenfalls Gelder an gefährliche Islamisten, aber der saudische Staat unterstützt und unterhält nicht direkt antiwestliche Terrororganisationen.

        In Syrien haben die USA gegen den IS gekämpft, während das Assad-Regime und auch die Truppen Ihres russischen Idols diesen extra gewähren ließen, um die gemäßigteren Rebellen zu schwächen. Schließlich haben die USA wie auch UK trotz aller Mängel ihrer politischen Systeme natürlich viel tiefer verwurzelte Demokratien als Deutschland. Ihre moralische Überheblichkeit ist typisch deutsch und nicht gerechtfertigt.

      • @Alexander Dilger
        „… der saudische Staat unterstützt und unterhält nicht direkt antiwestliche Terrororganisationen.“

        Nein, nein. Ganz und gar nicht. Noch nie. Alles ist gut. Die Saudis sind prima Kumpels und außerdem die besten Freunde Israels. *auf_die_Schenkel_klopf*

      • Was ist mit al-Qaida?
        War Osama Bin Laden ein saudi-arabischer Terrorist oder nicht?
        Oder stimmen die Verschwörungstheorien, die sich um ihn ranken, vielleicht doch?

        Entscheiden Sie selbst!

      • Osama bin Laden war ein Terrorist aus Saudi-Arabien. Aber seine Terrororganisation al-Kaida wurde nicht vom saudischen Staat oder Königshaus unterstützt, sondern bekämpft. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum Iran, der gleich mehrere Terrorgruppen massiv unterstützt oder sogar selbst betreibt.

      • Natürlich wird kein Staat der Erde so ungeschickt sein, die Finanzierung von Terrororganisationen offen zuzugeben. Nicht einmal dann, wenn es sich um so prominente wie die später salonfähig gewordene PLO oder um den IS handelt.

        Interessanter Beitrag hierzu: https://www.dw.com/de/wie-der-terror-sich-finanziert/a-43551806

        Aber immerhin war Osama Bin-Laden saudi-arabischer Staatsbürger und stammt aus einer in Saudi-Arabien nicht ganz unbedeutenden und sehr wohlhabenden Familie. Wenn er seinen Kapitalstock zum Aufbau von al-Qaida also nicht tatsächlich von den USA erhalten haben sollte (wovon Verschwörungstheoretiker ja ausgehen), dann war es wohl in Saudi-Arabien erworbenes Vermögen. Also Geld aus Saudi-Arabien.

        Im Übrigen halte ich aber auch die Grenzen zwischen Geheimdiensten und Terrororganisationen für ziemlich fließend. Und das betrifft praktisch alle Staaten, die sich aufwändige Geheimdienste leisten. Von daher ist eine Diskussion über die Finanzierung von Terrororganisationen mit unseren bescheidenen Hintergrundkenntnissen ohnehin kaum faktenbasiert führbar.

      • Das stimmt doch gar nicht, der Iran unterstützt seine Terrorgruppen und gewalttätigen Milizen in zahlreichen Ländern ganz offen.

        Halten Sie die RAF auch für eine Terrorgruppe der Bundesregierung, weil sie von Bundesbürgern gebildet wurde? Tatsächlich wurde sie von der DDR unterstützt.

        Wenn Sie selbst zugegeben, keine Ahnung zu haben, sollten Sie nicht immer so unhaltbare Thesen verbreiten.

      • Gibt der Iran das tatsächlich offen zu?
        Gibt es dafür Belege?
        Oder vermuten Sie das nur?

      • Da Sie offensichtlich noch nie von Hisbollah gehört haben, erübrigt sich dazu jede weitere Diskussion mit Ihnen. Sie haben schlicht keine Ahnung, worüber Sie hier ständig schreiben.

      • Ein belastbarer Beleg dafür, dass der Iran die Finanzierung der Hisbollah offiziell einräumt bzw. sogar in seinem Staatshaushalt ausweist, war diese Antwort jetzt aber nicht gerade.

      • Die Hisbollah ist der Ableger der iranischen Hezbollah im Libanon. Das ist eine iranische Miliz, die Geld, Waffen und Leute aus dem Iran bekommt, wie auch immer diese verbucht werden mögen.

      • Ach Sie meinen die iranische Hezbollah?
        Na dann schreiben Sie es doch gleich.

        Diese schiitische Bewegung sollte aber nicht mit dem salafistischen IS oder anderen sunnitischen Terrortruppen in einen Topf geworfen werden. Wieder ein Fall von Dilgerscher Undifferenziertheit?

      • Sie werfen doch alles in einen Topf und tun so, als gäbe es keine relevanten Unterschiede zwischen Saudi-Arabien oder gar den USA mit dem Iran oder Syrien.

  2. Wer die eindeutige West-Bindung der Bundesrepublik Deutschland in Frage stellt, hat leider die Lehren aus der Geschichte der letzten 100 Jahre nicht gezogen!

    Man muss nicht alles gut finden, was aus den USA kommt. Auch ich, als Atlantiker mit zahlreicher republikanischer Verwandschaft in den USA tue das nicht. ABER mit den USA verbinden uns nicht nur Handelsbeziehungen, wie mit Russland, SONDERN mit den USA verbindet uns eine Wertegemeinschaft für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Föderalismus, Subsidiarität und Begrenzung von Staatsmacht. Das bildet unsere Staatsgrundlage nach zwei Weltkriegen! Dass diese Werte von der Merkel-Regierung teilweise mit Füssen getreten werden, ist ein anderes Thema.

    Deutschland ist natürlich für seine Energieversorgung selbst verantwortlich. Auch mich befremdet es, dass die USA da so massiv Einfluss nehmen wollen. Aber solange wir unser Geld verplempern für Entwicklungshilfe an China, Flüchtlingsförderung betreiben und als bisher einziges Land der Welt den UN-Migrationspakt finanzieren, dürfen wir uns nicht wundern, wenn die USA an unsere nicht erfüllten 2%-Verpflichtungen in der NATO erinnern!

    • Wer sagt denn, dass die Westbindung „aufgegeben“ werden soll?
      Wenn diese Bindung aber bedingungslosen Gehorsam erfordert, dann ist sie keine Partnerschaft auf Augenhöhe.

      Davon abgesehen wird doch eines in unserem tradierten Weltbild völlig verkannt. Nämlich die Rolle des neuen Hegemon China, die ein unbekannter Autor in Bezug auf Europa wie folgt charakterisiert:

      „China hat seine eigenen Werte. Die brauchen keine europäischen.
      Nachdem Europa seine Weltherrschaftsprojekte aufgegeben hat, sind jetzt andere dran.
      Wer aufhört, sich die Erde untertan zu machen, der wird Untertan anderer Mächte.
      Ist für Europäer ungewohnt, weil sie ja zwischen 1492 und 1947 Weltherrschaft gewohnt waren. Ich nehme nun gerade 1947, weil es da Schluß war mit der britischen Herrschaft in Indien.

      Europa ist militärisch schwach.
      Es ist organisatorisch schwach.
      Es hat den Willen zur Führung und den Willen zur Macht verloren.
      Es gelingt hier immer weniger, marktfähige Produkte zu marktfähigen Preisen zu produzieren.
      Der Bildungsvorsprung geht verloren.
      Die technische Leistungsfähigkeit auch.

      Europa ist kein Hegemon mehr.
      Sondern Spielball anderer Hegemone.
      Also erfreuen wir uns am Reich der Mitte und was es von unseren Werten übrig lässt.

      Resteessen im Abendland.“

      • Die USA verlangen doch gerade keinen „bedingungslosen Gehorsam“ wie früher die Sowjetunion oder jetzt China. Der Aufstieg Chinas zeigt doch, dass jetzt der Westen zusammenhalten müsste, statt sich spalten zu lassen. Bejubeln Sie eigentlich Frau Merkel nur für Nord Stream 2 oder auch für ihr Festhalten an Huawei?

    • Die Westbindung Deutschlands ist richtig und wichtig, wird aber gerade von der AfD und Die Linke abgelehnt, wie Sie auch hier an den Kommentaren von AfD-Anhängern sehen können. Das schließt sachliche Kritik an der Politik der US-Regierung natürlich nicht aus, insbesondere wenn sie Deutschland betrifft. Doch in den konkreten Punkten Nord Stream 2 und NATO-Bündnisverpflichtungen halte ich die Merkel-Regierung für kritikwürdiger.

      • Es gibt leider auch in der AfD ein paar antiamerikanische Töne, die mir gar nicht gefallen. Das ist aber zum Glück bei weitem nicht die Mehrheit. Sollte sich das ändern, könnte ich die AfD nicht mehr unterstützen. Wenn beispielsweise ein deutscher NATO-Austritt Eingang ins AfD-Grundsatzprogramm gefunden hätte, wäre die AfD für mich erledigt…(und für die ehemaligen Bundeswehroffiziere Wundrak, Pazderski, Lucassen, Junge, u.a. auch!).

      • Viele fallen mir dazu aber nicht ein. Der einzige einigermaßen bekannte Fall dürfte Herr Gedeon sein.

      • Herr Höcke hatte sich auch schon gegen die NATO ausgesprochen. Bei Ihrer Fundamentalkritik an den USA ist es doch auch heuchlerisch, aich weiter von ihnen verteidigen lassen zu wollen.

      • Ich bin der Meinung, dass die NATO schon lange nicht mehr das tut, wofür sie gegründet wurde. Aber deswegen liege ich weder auf einer Linie mit Bernd Höcke, noch bin ich für Schwarzweißdenken, wie Sie es pflegen, zu gewinnen.

      • Sind Sie auch gegen klare Antworten? Was ist denn nun mit der deutschen NATO-Mitgliedschaft? Wollen Sie sich lieber von Herrn Putin verteidigen lassen?

  3. Zurück zum Ausgangsthema.

    Was erlauben sich die USA überhaupt, sich in den Bau dieser Pipeline einzumischen?
    Es mag ja sein, dass den USA diese Pipeline wegen ihrer wirtschaftlichen Interessen als Gas-Exporteur nicht in den Kram passt, aber so ist das nun einmal in einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft.
    Welches Problem haben Sie, Herr Dilger, als doch angeblich Liberaler damit?

    • Es geht hier nicht um Marktwirtschaft und wirtschaftlichen Wettbewerb. Die USA machen sicherheitspolitische Gesichtspunkte geltend, während die Merkel-Regierung den Bau massiv politisch unterstützt und die Zusatzkosten auf die hiesigen Gaskunden umlegen will. Nord Stream 1 wurde gar von Gerhard Schröder noch schnell nach seiner Abwahl durchgewunken und mit Staatsbürgschaften versehen, damit er sich selbst einen lukrativen Posten sichern konnte.

      • Die USA begründen doch jede ihrer Völkerrechtsverletzungen mit dem „Schutz der Demokratie“, der „Einfürung der Demokratie“, mit der Bekämpfung irgendwelcher Terroristen oder mit „sicherheitstechnischen Überlegungen“. Das ist doch nichts Neues.

        Wenn diese häufig nur bloßen Vorwände es Ihrer Ansicht nach rechtfertigen, Angriffskriege zu führen, dann haben wir diesbezüglich eben unterschiedliche Auffassungen. Als „Antiamerikaner“, „Putin-Verehrer“ oder jemand der „Unwahrheiten“ (welche denn genau?) verbreitet, muss ich mich deshalb aber noch lange nicht von Ihnen diffamieren lassen. Das ist George W. Bush Niveau.

      • Sie liefern immer noch kein einziges konkretes Beispiel. Bis dahin werde ich keine weiteren antiamerikanischen Kommentare dazu von Ihnen freischalten.

      • Nehmen wir einfach ein kleines Beispiel:
        US-Invasion 1983 in Grenada.

      • Dachte ich es mir doch, dass Sie kein Beispiel für einen Angriffskrieg der USA finden. Die Invasion in Grenada war überhaupt kein Krieg und dauerte im Wesentlichen nur drei Tage, dann waren die Regierungstruppen und ihre Unterstützer aus Kuba vollständig besiegt. Der vorherige Premierminister Maurice Bishop, der zuvor selbst eine demokratisch gewählte Regierung gestürzt hatte, war gerade erst durch einen Putsch gestürzt und hingerichtet worden. Paul Scoon, Generalgouverneur von Grenada, damit Vertreter von Königin Elizabeth II. und des formellen Staatsoberhauptes von Grenada, forderte die USA zur Intervention auf, auch wenn die britische Regierung dagegen war. Seither ist Grenada friedlich und wieder demokratisch. Was gefällt Ihnen daran nicht?

      • Wusst ich’s doch, dass Sie – egal welches Beispiel ich wählen würde – immer eine Ausrede finden werden, die USA zu exkulpieren. Genau wie die USA sich selbst mit den abstrusesten Vorwänden eine ‚militärische Operation‘ nach der anderen genehmigen. Es ist daher sinnlos, Beispiel für Beispiel durchzugehen. Sie haben einfach eine völlig schmerzfreie Sicht auf das militärische Gebaren der USA. Aber was soll´s, es darf ja jeder seine eigenen Ansichten haben.

        Was mir an Grenada nicht gefallen hat, ist die exterritoriale Einmischung, wie eben bei ausnahmslos jeder ‚militärischen Operation‘ der USA. Noch nie hat diese Nation einen Krieg auf eigenem Boden, also zur tatsächlichen Verteidigung ihres Landes geführt.

        Wenn Russland sich in die Angelegenheiten anderer Länder einmischt, gefällt Ihnen das ja auch nicht. Warum messen Sie immer mit zweierlei Maß?

      • Sue haben einfach keinen Angriffskrieg der USA gefunden, sondern eine Militäroperation mit wenigen Toten und gutem Ausgang. Finden Sie denn wenigstens ein vergleichbares Beispiel für Russland oder die Sowjetunion seit dem 2. Weltkrieg, wo es nicht um die brutale Unterdrückung fremder Völker oder eigene Landnahme ging?

      • Die militärische Operation in Grenada wurde nicht alleine von den USA, sondern auch von sechs karibischen, bzw. lateinamerikanischen Staaten durchgeführt und war wichtig und richtig!

  4. Pingback: Umwelt-Stiftung für Gaspipeline | Alexander Dilger

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