Bundestag dehnt Meisterzwang aus

„Die Meisterpflicht kehrt in zwölf Berufen zurück“, hat der Bundestag gestern mit breiter Mehrheit beschlossen (selbst mit den Stimmen der FDP, nur die Grünen enthielten sich, während AfD und Linke die Meisterpflicht noch viel weiter ausdehnen wollten), denn „[d]ie Handwerker-Not der Verbraucher ist Union und SPD egal“ wie auch den anderen Parteien. Schon heute ist es schwierig, Handwerker zu finden, doch ab nächstem Jahr werden Angebot und Wettbewerb eingeschränkt, wodurch die Preise und Wartezeiten weiter steigen, während die Qualität sinkt. Bei gefahrgeneigten Tätigkeiten wie denen von Elektrikern mag der ohnehin zwischenzeitlich nicht abgeschaffte Meisterzwang noch verständlich sein. Aber warum müssen Fliesenleger oder Holzspielzeugmacher erst Meister werden, um sich selbständig machen zu dürfen? Wer einen Meisterbetrieb bevorzugt, kann ihn doch auch ohne Meisterzwang wählen. Die Freiheit von Verbrauchern und qualifizierten Anbietern wird willkürlich beschränkt, um zum mittelalterlichen Meisterzwang in der unter Adolf Hitler 1935 normierten Fassung zurückzukehren, die unter Gerhard Schröder 2004 für viele Berufe abgeschafft worden war. Wie auch sonst dreht die Merkel-Regierung, diesmal mit Beifall der übrigen Parteien, sinnvolle Reformen zurück, statt eigene vernünftige Initiativen zu starten.

12 Gedanken zu „Bundestag dehnt Meisterzwang aus

  1. Statt den Meisterzwang zu verschärfen sollte lieber der (Pseudo)Akademisierung entgegengewirkt werden. Durch erschwerten Zugang zum Handwerk wird Studieren (vermeintlich) noch „attraktiver“ werden.

    Die Folge: Immer weniger Handwerker, immer mehr überstudierte Pseudoakademiker, die am Arbeitsmarkt und vor allem am Bedarf des Marktes völlig vorbei qualifiziert sind. Aber auch dafür wird sich in der Merkelschen DDR-Planwirtschaft sicher ein Weg finden. Zum Beispiel in dem noch mehr unqualifizierte Migranten aus der Dritten Welt importiert werden, die dann von den vielen Beamten und Sozialarbeitern verwaltet und betreut werden. Wo kein Bedarf ist, wird er eben geschaffen. Hurra, wir schaffen das!

  2. Ein schlimmes Gesetz! Und die AfD forderte laut FAZ von Freitag sogar noch weit mehr neuen Meisterzwang als CDU/CSU und SPD, während die FDP weniger wollte, aber ihre Zustimmung zu diesem antiliberalem Gesetzt daran nicht scheitern lassen wollte. Die sonst so oft antiliberalen Grünen stimmten dagegen.

  3. Die FDP-Abgeordneten Frank Schaeffler und Christian Sautter aus Ostwestfalen-Lippe stimmten dagegen. Herr Schaeffler setzte einen Beschluß seines Bezirksparteitages dagegen durch. Ich bin parteilos, stehe dem Liberalen Aufbruch (geführt von Herrn Schaeffler) in der FDP aber recht sympathisch gegenüber.

  4. Pingback: Altmaier kritisiert längst beschlossene Bon-Pflicht | Alexander Dilger

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