Bundesrat gegen günstigere Bahntickets, aber für neue Steuern und Abschlüsse

Der „Bundesrat stoppt wichtige Teile des Klimapakets“. Insbesondere die Grünen haben gegen günstiger Bahntickets und Vorteile bei der energetischen Sanierung von Häusern gestimmt, weil sie die Kosten nicht mit dem Bund teilen, sondern diesem allein zuschieben wollen. Zugleich stimmte der Bundesrat nach dem Bundestag für noch zwei weitere neue Steuern, erstens auf Flugtickets und zweitens auf CO2 aus Sprit und Heizöl. Hierbei kritisierten die Grünen den Preis von 10 Euro pro Tonne als zu niedrig, als wenn es nicht schon viel höhere Sondersteuern insbesondere auf Benzin und Diesel gäbe (und dadurch der Einbezug in den EU-weiten Zertifikatehandel nicht noch weiter erschwert würde). Die deutschen Steuereinnahmen sind ohnehin bereits auf Rekordniveau, aber es findet sich immer eine dumme Begründung, warum den Bürgen noch mehr weggenommen und verboten werden muss, zumal wir jetzt in einem alles rechtfertigenden Notstand leben (siehe ‚EU-Parlament ruft Klimanotstand aus‘).

Unsere Politiker können den Bürgern und vor allem der Jugend aber auch noch anders das Leben schwer machen: Der „Bundesrat beschließt ‚Berufsbachelor'“ und -master. Am Ende der Lehre wird man zukünftig „Bachelor Professional“ und die Meisterprüfung wird mit einem „Master Professional“ gekrönt. So sieht der jüngste deutsche Sonderweg aus, während es sich im Rest der Welt bei Bachelor und Master um akademische Abschlüsse handelt (aber z. T. auch für sehr praktische Berufe an Hochschulen studiert werden kann). Durch diese Entdifferenzierung verlieren alle, Akademiker wie Nichtakademiker, Hochschulen und Handwerksbetriebe, gleichermaßen. Aber deutsche Bildungspolitiker haben schon vorher ohne Not die deutschen Diplome abgeschafft, insbesondere den Diplom-Ingenieur mit Weltruhm.  Nur die Juristen (und Mediziner) drücken sich vor den nivellierenden Abschlüssen, die sie allen anderen verordnen.

20 Gedanken zu „Bundesrat gegen günstigere Bahntickets, aber für neue Steuern und Abschlüsse

  1. Hinzu kommt die Wiedereinführung des Meisterzwangs für 12 Berufe, so dass Frau Karliczek Fachkräfte z. B. mit einem Bachelor Professional of Tilers international ansprechen kann.
    Ich leiste Gerhard Schröder tiefempfundene Abbitte für meine damals kritische Beurteilung. Die SPD sollte ihn zurückholen.

  2. Statt eines Klima-Notstandes wird sich für Deutschland alsbald ein Energie-Notstand ergeben, wenn nämlich bei weiterem Ausbau der „Erneuerbaren“ in Verbindung mit ungünstigen Witterungsbedingungen und dem Rückbau konventioneller Anlagen die Lücke zwischen Stromerzeugung und Bedarf immer größer wird. Da wird z.B. RWE als Anbieter konventioneller Energien traumhafte Erzeuger- Preise erzielen können, sofern das Ausland- wie voraussehbar- nicht einspringen kann. Zu der Bereithaltungs-Prämie kämen dann monopolartig gestaltete Erlöse hinzu. Trotz der Ungewissheiten beim Kohleausstieg empfiehlt sich aus meiner Sicht die RWE-Aktie.

  3. Mal eine Frage Herr Dilger, sie behaupten ja in ihrem Block, dass in der aktuellen Diskussion volkommen die Abwägung beim Klimawandel zwischen den Vor und Nachteilen einer wärmeren Welt fehle und der Klimawandel deswegen längst nicht so schlimm sei. Wenn das stimmen würde, wäre es ja zu schön, um wahr zu sein. Mich würde interessieren, woher sie diese Informationen nehmen.

    • Dass eine solche Abwägung im Allgemeinen nicht stattfindet, können Sie jeden Tag den Massenmedien oder auch den Äußerungen der Grünen und der einschlägigen Protestbewegungen entnehmen.

      Dass wir erdgeschichtlich immer noch in einer Eiszeit leben, ist eine offensichtliche Tatsache. Historisch ging es den Menschen (aber auch vielen Tieren und Pflanzen) in wärmeren Zeiten und auch Ländern grundsätzlich besser. Wenn nun auf Hitzetote verwiesen wird, darf man auch die vielen Kältetoten nicht vergessen, obwohl wir hierzulande viel mehr Heizungen als Klimaanlagen haben.

      • All diese und noch weitere berechtigte Fragen mitsamt Erläuterungen sind von einer Initiative an die Fraktionen im Bundestag gerichtet worden:

        Klicke, um auf 16-Klimafragen.pdf zuzugreifen

        Eine wirklich unterstützenswerte Aktion! Man muss nicht den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel „leugnen“, um die Rationalität und Verhältnismäßigkeit der aktuellen Klimapolitik massiv in Zweifel zu ziehen. Ich bin gespannt auf die Antworten.

      • Haben sie denn Quellen von Naturwissenschaftlern, die das auch so sehen?

      • Das sind ganz grundlegende Zusammenhänge oder auch Definitionen, siehe z. B. „Lexikon der Geowissenschaften: Eiszeit“, wobei noch zwischen Eiszeitalter (mindestens einer der Pole ist vereist) und Eiszeit darin unterschieden wird (demnach leben wir gerade in einer Warmzeit innerhalb eines Eiszeitalters).

        Die Biodiversität ist in den Tropen und Subtropen am höchsten und ging durch Eiszeiten zurück. Aktuell gibt es ein großes menschenverursachtes Artensterben, die Erderwärmung trägt jedoch bislang „nur“ lokal dazu bei (die Temperaturzonen verschieben sich, doch global gibt es weiterhin alle).

        Die „Kleine Eiszeit“ vom 15. bis 19. Jahrhundert war zumindest in Europa schlecht für die meisten Menschen, Tiere und Pflanzen. Von daher sind Klimavergleiche seit dem Beginn der Industrialisierung zweifelhaft, weil er in diese Periode fällt.

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