Milliardär gegen Milliardär

Der Multimilliardär „Michael Bloomberg steigt offiziell ins US-Präsidentschaftsrennen ein“ mit der Begründung: „Wir können uns vier weitere Jahre von Präsident Trumps rücksichtslosem und unethischem Handeln nicht leisten.“ Das gilt weltweit, weshalb ich ihm viel Erfolg wünsche. Er selbst hatte bislang nicht kandidieren wollen, sondern auf Joe Biden gesetzt, der jedoch schwächelt, nicht zuletzt wegen der Ukraine-Affäre von Donald Trump (siehe ‚Trump begeht Amtsmissbrauch‘). Denn es bleibt immer etwas hängen, selbst wenn es ungerechtfertigte Vorwürfe sind, mit denen der Präsident nicht geizt. Doch wenn zwei sich streiten, dann freut sich der Dritte oder sieht sich zumindest in der Pflicht.

Es geht dem langjährigen (2002 bis 2013) Bürgermeister von New York, der übrigens anfangs (aus taktischen Gründen) als Republikaner antrat und dann parteilos wurde, dabei auch darum, die Nominierung eines sehr linken Kandidaten wie Elizabeth Warren oder Bernie Sanders durch die Demokraten zu verhindern, weil dadurch erstens die Wiederwahlchancen des Amtsinhabers steigen und zweitens auch bei dessen Abwahl eine Fortsetzung schlechter Politik droht, wenn auch mit umgekehrtem Vorzeichen.

Herr Bloomberg hat gute Chancen sowohl bei den Vorwahlen als auch den Präsidentschaftswahlen selbst. Sein auf gut 55 Milliarden Dollar geschätztes Vermögen hat er selbst aufgebaut, während Herr Trump nur ein verwöhnter Erbe ist mit deutlich kleinerem und schlecht gemanagtem Vermögen. Es gibt Kritik wegen des vielen Geldes, nicht zuletzt von den linkeren Präsidentschaftskandidaten, doch diese sollte sich eher gegen Auswüchse des politischen Systems in den USA richten als gegen einen Mann, der nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch sehr erfolgreich war und moralischer handelt als die meisten Karrierepolitiker oder gar der amtierende Präsident.

24 Gedanken zu „Milliardär gegen Milliardär

  1. Der Sohn von Biden hat aus Geschäften in der Ukraine deffinitiv Dreck am Stecken. Man muss den Stil von Trump nicht unbedingt gut finden, aber er hat Recht, dass er daraus ein großes Thema macht.

    Bei den Demokraten liefern sich Linksradikale (Sanders, Warren, …) Grabenkämpfe mit nicht ganz so Linken (Biden, Buttigieg, …). Bloombergs Milliarden helfen auch nicht gegen seine äußerst mittelmäßige Billanz als Bürgermeister von New York. Donald Trump wird diesem vielstimmigen Chor zeigen, wie man das Ding dreht… 🙂

    • Es ist unklar, wofür Hunter Biden viel Geld in der Ukraine bekommen hat. Aber sind Sie jetzt für Sippenhaft? In jedem Fall war es Amtsmissbrauch von Donald Trump, Militärhilfe für die Ukraine davon abhängig zu machen, dass dort gegen den Sohn seines möglichen Gegenkandidaten ermittelt wird.

      Elizabeth Warren ist keine Linksradikale, jedenfalls nicht für deutsche Verhältnisse. Michael Bloomberg war ein ziemlich guter und auch sehr beliebter Bürgermeister, der den Graben zwischen Demokraten und Republikaner verkleinern statt noch weiter vergrößern könnte. Auf jeden Fall kann er Donald Trump schlagen, während die Vorwahlen bei den Demokraten jetzt wieder völlig offen sind.

      • Vielleicht täuscht mich meine Erinnerung: Aber hat nicht Bloomberg als Bürgermeister von New York staatliche Verbote einsetzte gegen das Rauchen und fettes Essen? Ich bitte um Verzeihung, wenn ich jetzt und hier meine liberalen Bedenken dagegen nicht näher darlege, sondern nur sage, daß ich noch nie geraucht habe und bei einer Größe von 1 Meter 88 ein Gewicht von 80 Kg habe, also nicht pro domo spreche. Gegen Tabaksteuern habe ich nichts.

      • Herr Bloomberg hat weder das Rauchen noch fettes Essen in New York verboten. Er hat jedoch das Rauchen an vielen Orten eingeschränkt und die Tabaksteuer erhöht sowie Kalorienangaben bei Schnellrestaurants durchgesetzt. Ich finde das aus liberaler Sicht nicht zwingend, aber vertretbar.

      • Es war schon immer so, dass mächtige Staaten Geld und Hilfsleistungen dazu benutzt haben, schwächere Staaten gefügig zu machen. Das ist doch keine Erfindung von Donald Trump! Seine „Dummheit“ bestand darin, dass er das nicht geheim gemacht hat.

        Wenn ein Sohn von Donald Trump krumme Geschäfte machen würde, wäre das garantiert auch willkommene Wahlkampfmunition für die Demokraten! Auch in Deutschland schaut die linkslastige Lügenpresse bei jedem Fehlverhalten von bürgerlichen Politikern immer genauer hin, als bei Linksgrünen.

      • Der Vorwurf ist nicht, dass der US-Präsident von einem anderen Staat bzw. einem anderen Regierungschef für eine Leistung eine Gegenleistung verlangt hat. Das ist ganz normale Außenpolitik. Der Skandal liegt darin, dass er als Gegenleistung Wahlkampfhilfe für sich verlangte. Er vermischt unzulässig seine Rollen, weil er meint, als Präsident alles zu dürfen.

        Donald Trump ist nicht bürgerlich und Joe Biden ist nicht links-grün und gerade deshalb ein gefährlicher Konkurrent wie jetzt auch Michael Bloomberg.

      • Joe Biden hatte zu seiner Zeit als Vizepräsident unter Barack Obama die Regierung in Kiew dazu aufgefordert, den nationalen Chefermittler Viktor Shokin zu entlassen, der Untersuchungen gegen die Gasfirma Burisma Holdings angestrengt hatte. Bidens Sohn Hunter sitzt bei dem Konzern im Verwaltungsrat. Wie ich schon erwähnte: Bei linkslastigen Politikern wird eben nicht so genau hingeschaut…! 😦

      • Da wurde doch genau hingeschaut und es ging durch alle Medien. Es hat ein Geschmäckle, aber ein konkretes unmoralisches oder illegales Verhalten ist bisher weder Vater noch Sohn Biden nachgewiesen worden. Nur Donald Trump behauptet das Gegenteil, um von seinem eigenen Fehlverhalten abzulenken.

  2. Bloomberg ist kein Gegner für Trump.
    Elizabeth ‚Pocahontas‘ Warren genauso wenig.
    Bei Biden wäre der Ausgang offen.
    Nur Bernie Sanders wäre gegen Trump favorisiert, aber das Establishment der Demokraten wird wieder einen Sieg in den Vorwahlen zu verhindern wissen.

    • „Eine Umfrage alarmiert die Demokraten“ und zeigt, noch ohne Bloomberg, eine andere Reihung in umkämpften Bundesstaaten: Biden > Trump = Sanders > Warren. Klar dürfte sein, dass es wieder auf bestimmte Bundesstaaten mehr ankommt als auf andere, bei denen die Mehrheitsverhältnisse ohnehin klar sind. Jeder demokratische Herausforderer kann insgesamt mehr Stimmen als Donald Trump erwarten, aber entscheidend sind die Wahlmänner und -frauen.

  3. Ich würde einzelne Umfragen nicht überbewerten. Das sind Momentaufnahmen. Entscheidend ist, wie die vorhandene Grundstimmung im Land ist. Und die ist nach wie vor dominiert von einer chronischen Unzufriedenheit mit der Leistung und Selbstausrichtung der Elite.

    Die Riege der demokratischen Bewerber besteht entweder aus alten, establierten Politikern oder Freaks mit Antifa-Appeal. Am Ende wird vermutlich wie meistens der Kandidat gewinnen, der als der zentristischste wahrgenommen wird.

    Um gegen Trump obsiegen zu können, braucht es aber eine Person, die auch glaubhaft die ‚revolutionäre‘ Stimmung der US-Wähler gegen die da oben bedienen kann. Diesen Spagat können Washington-Produkte wie Biden oder Pocahontas nicht leisten. Ganz im Gegenteil .- diese Politiker verlieren sogar in der breiten Mitte an Boden, weil sie der Linksruck der Demokraten zu linksradikalen Äußerungen zwingt, die Trumps Wahlkampf munitionieren werden.

    Nur Sanders könnte Trump mit den eigenen Waffen schlagen, aber er wird wie beim letzten Mal schon bei den Primaries herausgefiltert werden, weil er von der Funktionärsklasse der Partei als Bedrohung ihrer Pfründe angesehen wird, und auch die Zeit für seinen amerikanischen Sozialismus noch nicht ganz reif ist. Außerdem ist er gesundheitlich sehr angeschlagen, wohingegen Trump die Energie eines zwanzig Jahre jüngeren Mann besitzt (bereits Hillary hat er ältlich aussehen lassen).

    Solange die Wirtschaft weiter (schein)brummt, ist Trump Favorit, weil er das als seinen Erfolg reklamieren kann (ob zurecht steht auf einem anderen Blatt).

    • Die Herren Trump und Bloomberg sind beide Milliardäre aus New York, die schon in beiden Parteien waren. Letzterer ist allerdings in jeglicher Hinsicht überlegen (Vermögen, wirtschaftliche und politische Leistungen, Charakter und Ehrlichkeit), was auch viele bislang unentschiedene Wähler erkennen dürften. Hauptproblem sind die Vorwahlen der Demokraten und vielleicht das Alter.

  4. Danke für Hinweise ! Ich schrieb nicht, daß Bloomberg Rauchen und fettes Essen verbot, sondern im Kampf dagegen Verbote einsetzte. Darunter fielen auch Einschränkungen (also wohl teilweise Verbote) an bestimmten Orten und das Verbot, Essen ohne Kalorienangaben zu verkaufen. Und das halte ich aus liberaler Sicht für nicht vertretbar. Ausnahme könnten öffentliche Räume sein, in denen Belästigung durch Rauchen verboten werden sollte. Aber das müßte schon durch allgemeine, also nicht speziell gegen das Rauchen gerichtete, Gesetze, durchgesetzt werden können. Ich kann sowenig jemandem Rauch ins Gesicht blasen wie ihn durch Gestank belästigen oder durch eine illegale Blockadedemonstration. Warum Selbstschädigung (ständig Marlboro, McDonald) im Regelfall erlaubt sein sollte und Warnungen im Regelfall nicht vorgeschrieben, muß „der“ Liberalismus natürlich begründen- hier und heute aber nicht von mir (Zeit- und Platzmangel).

    • Aus liberaler Sicht darf man sich selbst schädigen, was aber nicht zu empfehlen ist. Rauchen schädigt auch andere, was der Staat nicht nur einschränken darf, sondern auch muss, jedenfalls in seinem Bereich, während er Privaten überlassen sollte, wie sie das für sich regeln wollen. Hinweise auf die Kalorienzahl im Essen erhöhen die Transparenz und erlauben den Menschen eine informiertere Entscheidung.

      • Soweit (!) Rauchen Belästigung (sonstige Schädigung) Anderer darstellt, muß der Staat es – wie auch ich sagte- verbieten. Freiheit besteht auch darin, Transparenz für eine informiertere Entscheidung weder zu fordern noch anzubieten. Die Kosten kann man sich ja auch sparen wollen, auch weil man sich selbst informiert. Nur überraschende Folgen muß der Staat vorschreiben zu erwähnen. Das ist im Zivilrecht früher ganz gut und kostengünstig und nicht selbstverantwortungsschädigend geregelt gewesen.

      • Es sollen nicht die Kunden gezwungen werden, sich informieren zu müssen, sondern die Anbieter, neben ihren eigentlichen Leistungen auch relevante Informationen dazu anzubieten. Was soll daran illiberal sein?

        Im Übrigen wird in Deutschland viel mehr ver- und geboten. In den USA mag Michael Bloomberg links-grün erscheinen, hierzulande würde er eher in die FDP passen.

  5. An den Wettbörsen steht Herr Bloomberg bislang nicht sonderlich gut da. Sollte er am Ende tatsächlich Kandidat der Demokraten werden, hätte er gute Chancen gegen Donald Trump. Für die Wirtschaft wäre er sicherlich eine gute Wahl.

  6. Illiberal ist es, wenn der Staat vom Anbieter zusätzlich zur eigentlichen Leistung (die die Vertragspartner bestimmen: 2 Cheeseburger) weitere Informationen erzwingt. Was Leistung (eigentlich und uneigentlich) sein soll, ist nach liberaler Rechtspolitik im Grundsatz der Vertragsfreiheit zu überlassen. Sonst wird im übrigen auch das Verhalten des Kunden „sanft“ (aber immerhin durch staatliche Gewalt) gelenkt. Die Angabe des Kaloriengehalts soll ihn ja vom fetten Essen abhalten. Der Staat entscheidet, welche Angabe der Kunde bekommt.

    • @Ulrich Motte

      So betrachtet wären auch Schadstoffangaben auf Zigarettenschachteln illiberal (die schockierenden Zwangshinweise auf Lungenkrebs usw. sowieso), die Angabe des Alkoholgehalts auf Bier, Wein und Spirituosen und sogar das Verbot von Drogen. Ein Ansatz der insbesondere vielen Zombies aus dem Umfeld der Antifa trotz ihrer sonst so militanten Illiberalität gefallen dürfte … 😉

      • Diese Schockbilder verlieren ihre Wirkung – außer bei kleinen Kindern, die sie noch nicht kennen. Vielleicht sollte ich die EU mangels Rücksicht auf meine Kinder verklagen, aber sie gewinnt natürlich am Ende immer vor ihrem eigenen EuGH.

      • Drogenverbote und auch gewisse Beschränkungen beim Alkohol sind wegen der Bewußtsseinstörung weit eher mit dem Liberalismus vereinbar, ja als Freiheitssicherung wohl sogar geboten, als Warnhinweise – Rauchen macht etwa kaum je fahruntüchig oder sonst unfähig zum Freiheitsgebrauch und das gilt auch vom fettesten Doppelwhopper…

    • Der Staat erzwingt die Einhaltung vieler Produktstandards. Bei der ganzen EU geht es doch vor allem darum, diese Standards einheitlich festzulegen. Dass die Angabe bestimmter Informationen und vor allem das Verbot von Fehlinformationen vorgeschrieben wird, finde ich nicht per se illiberal. Welche Schlüsse die Kunden dann aus diesen Informationen ziehen, bleibt doch ihnen überlassen. Es kann doch z. B. durchaus Sinn machen, sich für mehr statt weniger Kalorien zu entscheiden.

      • Fehlinformationen sind Betrug und führen schon aus anderen Gründen zur Schadensersatzpflicht. Staatlich vorgegebene Produktstandards, ein längeres Thema (mit viel staatlichem Mißbrauch), sind zu unterscheiden von Warnhinweisen, die allgemeine bekannte Risiken vermindern sollen… Vom Produkt Cheeseburger sind Warnungen vor dessen Überverzehr zu unterscheiden.

  7. Pingback: Nach chaotischer Vorwahl der Demokraten in Iowa Gemäßigter vorn | Alexander Dilger

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..