Kramp-Karrenbauer will „Spektrum militärischer Mittel ausschöpfen“ und Macron die NATO aufgeben

Die CDU-Bundesvorsitzende und Bundesverteidigungsministerin ‚Kramp-Karrenbauer w[ollte] Krieg in Kurdistan‘. Aber niemand sonst wollte die Bundeswehr nach Nordsyrien entsenden, zumal die Türkei und Russland dort bereits Fakten geschaffen haben, statt nur zu reden. Doch die Dame mit Kanzleramtsambitionen trotz stetig sinkender Umfragewerte (siehe „Kramp-Karrenbauer im freien Fall“) lässt sich davon nicht entmutigen, sondern formuliert jetzt noch größere und wahnwitzigere Ziele: „Deutschland soll helfen, Chinas ‚Machtanspruch‘ einzudämmen“. Nein, das sollte Deutschland ganz sicher nicht tun, sondern die ‚Bundeswehr soll sich wieder der Verteidigung widmen‘. Frau Kramp-Karrenbauer will aber lieber, dass Deutschland auch noch den Dritten Weltkrieg anfängt, wenn sie wörtlich sagt (siehe „Kramp-Karrenbauer fordert Neuausrichtung der Sicherheits- und Außenpolitk“): „Dazu gehört letztendlich auch die Bereitschaft, gemeinsam mit unseren Verbündeten und Partnern das Spektrum militärischer Mittel, wenn nötig, auszuschöpfen.“

Leider äußert sich der französische Präsident nur geringfügig besser: „Emmanuel Macron warns Europe: NATO is becoming brain-dead“. Er äußert einmal mehr den französischen Wunsch, Europa von der NATO abzukoppeln und stellt die Beistandsklausel infrage. Europa „needs to start thinking of itself strategically as a geopolitical power; otherwise we will ’no longer be in control of our destiny.'“ Nein, selbst Russland ist keine Weltmacht mehr und die EU ist es nie gewesen. Sie wird und soll es auch nicht werden, sondern verliert gerade die Atommacht Großbritannien. Trotz US-Präsident Donald Trump sind die NATO und vor allem die USA weiterhin der Garant für Frieden, Freiheit und Sicherheit in Europa. Die Franzosen könnten nicht einmal sich selbst schützen, während sie Deutschland eher angreifen als verteidigen würden und das politisch wie wirtschaftlich auch schon tun, aber zum Glück keine militärischen Auseinandersetzungen diesseits der Ukraine zu erwarten sind.

14 Gedanken zu „Kramp-Karrenbauer will „Spektrum militärischer Mittel ausschöpfen“ und Macron die NATO aufgeben

      • Da können wir nur froh sein. Im direkten Vergleich halte ich inzwischen Frau Merkel für das kleinere Übel, was vielleicht der ganze Zweck dieser Personalie ist.

  1. Größenwahn hat CDU Politiker in PR Beschlag genommen.

    Erst Noch – Chefin Kanzlerin Merkel mit “ ……wir schaffen das Welt retten, Energiewende durch Ausstieg aus Atomkraft etc.“

    Dann Frau Karrenbauer mit ungeheurer militärischer Schlagkraft der desolaten Bundeswehr mit Ansage “ ….. Bereitschaft, gemeinsam mit unseren Verbündeten und Partnern das Spektrum militärischer Mittel, wenn nötig, auszuschöpfen.“ d.h. in den III. Welt – Krieg vs. imaginären Gegner ziehen. Wow !

    BER in Berlin – wird der überhaupt fertig – als Welt – Lachnummer Inkompetenz, Armutsrentner sammeln Flaschen , Infrastruktur ist Sanierungsfall, ausgewiesene Clan – Chefs als Kriminelle reisen unerkannt über nicht vorhandene Außengrenzen Deutschlands wieder ein, verklagen danach Deutschland, etc.

    Wenn das kein Größenwahnsinn an Überheblichkeit ist. Mann, oh man.

  2. In Mitteleuropa herrscht sehr wohl kein Friede. Die NATO-Mitglieder Türkei, Griechenland haben schon gegeneinander Krieg geführt und konnten nur durch GB in Zypern gestoppt werden. Der nächste Punkt, wo sich je vier Panzerdivisionen gegenüberstehen, ist die Grenze Rumänien- – Ungarn. In Rumänien sind nämlich um die hypothetische Hauptstadt Temeswar. vier Millionen Ungarnstämmige eingeschlossen. Von hier ging der Aufstand gegen den rumänischstämmigen Ceaucescu aus.

    Dieser Einschluss ist Folge des ersten Weltkriegs, als man Österreich-Ungarn gründlich zerschlagen wollte. Jetzt versteht man, wieso Orban Herrn Erdogan als Verbündeten sucht. Die konventionelle russische Schwäche wurde bereits beim Aufstand gegen die Securitate deutlich, als Gorbatschow bei den USA anfragte, ob man bereit sei, bei drohendem Unterliegen der Aufständischen eine Luftlandedivision einzusetzen. Die ÚdSSR sei bereits damals nicht dazu in der Lage gewesen.
    Die russischen Raketendivisionen – man täusche sich nicht – sind auf modernstem Stand und einsatzfähig, auch die Atom-Uboote. Der Mangel an konventioneller Stärke kombiniert mit nuklearer Überrüstung erhöht das Risiko für einen Atomkrieg.
    Umso dringender erscheint die Einbindung Russlands in eine gesamteuropäische Wirtschafts- und Sicherheitsordnung.

    • Teile Ihre Intentionen nicht. In allen europäischen Nationen ist Wille und Wunsch nach Frieden ohne militärische Auseinandersetzungen in der Bevölkerung so groß und wuchtig, daß Kriegshandlungen oder gar Angriff auf ein anderes Land nicht möglich , machbar, nicht mal denkbar ist.

      Jede kriegswütige / bereite Regierung innerhalb Stunden durch Proteste der eigenen Bürger/innen ,gesamten Bevölkerung hinweggefegt, zumal Unterstützung aller anderen europ. Nationen fehlt.

      Diese theoretischen Militärspiele nerven nur, entbehren jeder Grundlage.

      • @Bernd L. Müller
        „Jede kriegswütige / bereite Regierung innerhalb Stunden durch Proteste der eigenen Bürger/innen, gesamten Bevölkerung hinweggefegt, zumal Unterstützung aller anderen europ. Nationen fehlt.“

        In ganz Europa?
        Ausgenommen Deutschland.
        Der Deutsche Michel erhebt sich nicht von seiner Couch.

      • Das trifft doch einfach nicht zu, weder historisch noch aktuell. Große Teile der Bevölkerung sind zumindest anfangs recht kriegsbegeistert, doch selbst eine ablehnende Mehrheit könnte eine gewaltbereite Regierung kaum stoppen. Russland hat die Krim annektiert und führt im Osten der Ukraine bis heute Krieg. Ein Krieg zwischen z. B. Frankreich und Deutschland ist momentan tatsächlich nicht vorstellbar, aber den offenen Aufrufe zu deutscher Kriegsbeteiligung anderswo durch die CDU-Bundesvorsitzende wird kaum widersprochen.

    • Die Türkei hat zwar einen Zipfel in Europa, gehört aber eindeutig nicht zu Mitteleuropa. Zwischen Rumänien und Ungarn gibt es Konflikte, die zu Unruhen führen könnten, aber keinem offenen militärischen Konflikt. Die Einbindung Russlands ist wichtig, aber schwierig. Ich bin auch unsicher, ob sich die Türkei unter Präsident Erdogan noch einbinden lässt.

  3. Die Herstellung von Sicherheit in politisch instabilen Ländern ist ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Migration. Das ist ein Aspekt der Sicherheitspolitik von E. Macron, wobei auch die Sicherung von Absatzquellen und -wegen unter den heutigen ethischen Vorgaben der EU der Wohlstandsmehrung in den instabilen Ländern dient. Kramp-Karrenbauer macht sich diese Sicht wohl weitgehend zu eigen (wobei nicht jeder Vorschlag ins Schwarze trifft). Unsere militärische Ertüchtigung darf nicht unter der Aspekt andauernder Konflikt-Situation mit Russland gesehen werden. Insofern teile ich die Auffassung von Günther Konorza.

    • Wo wird denn durch Kriegführung Sicherheit in politisch instabilen Ländern geschaffen statt weiter untergraben? Deutschland soll nicht versuchen, Weltpolizist zu spielen, was ohnehin nicht gelingt. Deutschland sollte sich wieder auf Landes- und Bündnisverteidigung inklusive Grenzsicherung konzentrieren. Real die größte Gefahr geht leider weiterhin von Russland aus, welches nicht Deutschland direkt angreifen wird, aber vielleicht nach der Ukraine einen weiteren Nachbarn, insbesondere wenn die Zweifel an der Verteidigungsbereitschaft der NATO weiter geschürt werden.

      • Sie haben vollkommen recht. Vor allem, dass sie sagten, Merkel sei das kleinere Übel gegenüber Karrenbauer, haben einige in diesem frühen Stadium noch nicht erkannt.

  4. Das nächste Ziel des „Wieder-einsammelns russischer Erde“ könne sehr wohl das Baltikum sein, das ich letztes Jahr ausführlich bereist habe. Es ist verwunderlich dass die stets auf Demokratie herumgeigende EU drei Staaten aufgenommen hat, die bis zu 30% ihrer Bürger, nämlich die russischer Abkunft, sowohl Wahlrecht als auch Staatsanstellung verweigern. In Lettland z.B. kann das volle Bürgerrecht allerdings erworben werden, sofern eine Sprachprüfung bestanden wird.
    Lettisch ist nun eine der schwerst zu erlernenden Sprachen, allenfalls dem Finnischen verwandt. Putin hat nun 450 sehr gut ausgebildete Sprachlehrer nach Lettland entsandt, die in Kinosälen – ähnlich unseren juristischen Repetitorien – unterrichten. Wer die Prüfung bestanden hat, geht zu 90%, die normalen Letten nur zu 40% zur Wahl. Es ist absehbar, dass irgendwann ein Russe oder Russlandfreund Ministerpräsident ist. Wenn er Vladimir zum Hausbesuch einlädt, ist das kein Verteidigungs- und schon gar kein NATO-Fall.
    Ethnische Russen, mit denen ich sprach, sind allerdings aus wirtschaftlichen Gründen noch gegen einen Anschluss an Russland. Volle Bürgerrechte in den neuen Staaten wollen sie allerdings haben.
    Die jämmerlichen Bemühungen der NATO und der Bundeswehr – zwei Eurofighter und zwei Leos – dienen nur dem russischen Generalstab als Argumentationshilfe, die Deutschen stünden jetzt 140 km vor St. Petersburg.

    • Sie scheinen Lettisch mit Estnisch zu verwechseln. Letzteres ist mit Finnisch verwandt und keine indogermanische Sprache.

      Dass viele ethnische Russen keine baltischen Staatsbürgerschaften erhalten, ist ein Problem, hat aber gerade mit der Bedrohungslage und auch der von Ihnen skizzierten Möglichkeit einer Staatsübergabe zu tun. Nur Deutschland verschleudert die Staatsbürgerschaft, ohne auf möglicherweise größere Loyalität zu einem anderen Staat zu achten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.