Lucke an Lehre gehindert

Heute wollte Bernd Lucke seine erste große Vorlesung an der Universität Hamburg halten nach seiner über fünfjährigen Beurlaubung, erst als AfD-Sprecher und dann als EU-Parlamentarier. Es kamen durchaus ernsthaft Studierende, die sich für Makroökonomik interessierten, aber selbsterklärte Antifaschisten habe die Vorlesung verhindert, den Professor als Nazi beschimpft, körperlich bedrängt und mit Müll beworfen (siehe „‚Ich weiche nicht zurück‘, sagt Lucke. Dann bringt ihn die Polizei nach Hause“).

Das ist eine gravierende Verletzung nicht nur der Meinungsfreiheit, sondern vor allem auch der Freiheit von Wissenschaft und akademischer Lehre. Die ‚Meinungs- und Debattenfreiheit gerade an Universitäten‘ muss verteidigt werden. Natürlich dürfen Studenten und Aktivisten anderer Meinung sein, aber sie dürfen die Meinungsäußerungen von Herrn Lucke nicht gewaltsam unterdrücken und jede inhaltliche Debatte unterbinden. Dabei ist bereits (mehr als) fraglich, ob eine parteipolitische Auseinandersetzung überhaupt in eine Vorlesung zur Makroökonomik gehört. Die Demonstration des AStA vor dem Hörsaal halte ich demgegenüber für grundsätzlich gerechtfertigt, wenn auch nicht die inhaltlichen Vorwürfe (siehe „Ex-AfDler versucht, Vorlesung zu halten: Niemand versteht Bernd Lucke“):

Die Studierendenvertretung kritisiert Lucke, da er mitverantwortlich für die heutigen gesellschaftlichen Verwerfungen in Deutschland und tolerant für rechts außen sei.

Auch seine aktuelle Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR) sei kritikwürdig, da der Landesverband Hamburg unter anderem für „Merkel muss weg“-Kundgebungen geworben habe. Zudem vertrete Lucke das Wirtschaftsmodell der Neoklassik, das einen schlanken Staat und den weiteren Abbau der Sozialsysteme fordere.

Bernd Lucke ist konservativ, nicht rechtsextrem. Als AfD-Sprecher hat er viele Fehler gemacht, aber er hat die aktuelle Entwicklung nicht gewollt, sondern hat dagegen anzukämpfen versucht und ist bereits 2015 ausgetreten. Die Ablösung der Regierung(schefin) sollte jede ernsthafte Opposition fordern, was zeigt, dass viele Linke bis hin zur Antifa gar nicht oppositionell sind, sondern die Regierung unterstützen (siehe ‚Lohnerhöhung ohne Streik, Merkel für Schülerstreiks‘ und ‚Die Linke will weiter Frau Merkel als Kanzlerin‘). Schließlich ist die Neoklassik eine anerkannte ökonomische Denkschule und die Forderung eines schlanken Staates liberal statt national-sozialistisch.

Die „Stellungnahme der Wissenschaftssenatorin und des Universitätspräsidenten zur Störung der Vorlesung ‚Makroökonomik II'“ ist ebenfalls nicht überzeugend. Sie hätten sich schützend vor ihren Professor stellen müssen, zumal sie durchaus richtig feststellen: „Die Durchführung freier wissenschaftlicher Lehre gehört zu den grundgesetzlich garantierten Pflichten und Rechten jedes Hochschullehrers und jeder Hochschullehrerin. Der Staat ist verpflichtet, die Durchsetzung dieser Rechte grundsätzlich zu gewährleisten.“ Der folgende Satz ist für sich genommen ebenfalls richtig, im Kontext der verhinderten Vorlesung und Verweigerung jeglicher Debatte jedoch fehl am Platze: „Unabhängig davon ist festzustellen, dass Universitäten als Orte der Wissenschaft die diskursive Auseinandersetzung auch über kontroverse gesellschaftliche Sachverhalte und Positionen führen und aushalten müssen – insbesondere vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte.“

Herr Lucke weist auf den geschichtlichen Kontext hin (siehe „Eskalation in Hamburg – AfD-Mitgründer Lucke: Vorlesung verhindert – das sagt die Uni“), dass es „‚eine Schande ist, dass das hier passiert im Agathe-Lasch-Hörsaal.‘ Denn die jüdische Professorin sei 1934 unter den Nazis hier von ‚randalierenden Studenten an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert und schließlich von der Universität vertrieben worden‘.“ So wird Bernd Lucke zu Unrecht als Nazi beschimpft von Leuten, die sich selbst nationalsozialistischer Methoden bedienen. Es bleibt zu hoffen, dass das eine einmalige Entgleisung war und die Vorlesung ab nächster Woche ungehindert stattfinden kann.

43 Gedanken zu „Lucke an Lehre gehindert

  1. „Als AfD-Sprecher hat er viele Fehler gemacht, aber er hat die aktuelle Entwicklung nicht gewollt, sondern hat dagegen anzukämpfen versucht und ist bereits 2015 ausgetreten.“

    Ach wirklich?
    Bernd Lucke war es, der den Braunen das Tor im Mai 2013 sperrangelweit geöffnet hat (z.B. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wahlkampf-afd-chef-will-npd-waehler-gewinnen/8209858.html … oder zwei Jahre später: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/debatte-um-npd-verharmlosung-lucke-erhaelt-rueckendeckung-vom-rechten-afd-fluegel/11765268.html?ticket=ST-35197554-fabP5Ad3JfFkrg06N0Ba-ap3).
    Er war es auch, der mit seinem Einzug in das Europaparlament 2014 die ausgewiesene Rassistin Eva K. zu seiner Assistentin im Europaparlament gemacht hat.
    Selbst wenn beides nur auf fehlende politische Sensibilität oder Empathie zurück zu führende Missgeschicke gewesen sein sollten (was ich sehr bezweifle), so muss er sich diese Fakten doch vorhalten lassen.

    Nichtsdestotrotz sind die Aktionen der Antifa und des AStA in dieser Form nicht angebracht.

    • Werter Herr Professor Dilger,

      können Sie diesen Spammer nicht einfach sperren? Es nervt wirlich, wenn man unter jedem Beitrag diesen Müll lesen muß. Da macht es auch keinen Spaß mehr, die sinnvollen Beiträge zu lesen.

      • Ich habe ja schon das Handtuch geworfen und erscheine nur noch sporadisch. Warten wir auf bessere Zeiten.

  2. Prof.Lucke erlebte nun das, was viele politisch Aktive bereits erlebt haben, Behinderung der beruflichen Tätigkeit wegen einer politischen Meinung.

    Hier auch zu erwähnen die Entlassung durch ein Foto nach einem Mittagessen mit Prof.Meuthen.

    Ich stelle Fest : In Deutschland wird derzeit von Faschisten (links oder Klima) unsere Grundrechte nach der Verfassung verletzt.

    Wo bleibt eigentlich die Handlung der Regierung hier wieder für Recht und Ordnung zu sorgen ?

    • @PAvdM
      „Wo bleibt eigentlich die Handlung der Regierung hier wieder für Recht und Ordnung zu sorgen?“

      Eine gute Frage, die gar nicht oft genug öffentlich formuliert an die Bundesregierung, insbesondere aber an den Innenminister und seine Kollegen in den Bundesländern gerichtet werden kann. Betrifft allerdings nicht nur die Vorlesungen von Herrn Lucke, sondern vor allem die unzähligen weniger prominenten Fälle.

  3. Besonders übel ist die Stellungnahme der Senatorin und des Uni Präsidenten. Sie zeigt deutlich, dass der Rechtsstaat erodiert. Und diese Grüne, Frau Fegebank, kann nach den Wahlen in Hamburg im Februar die zweite grüne Regierungschefin werden. Grünrot steht bei 55% in Umfragen, GRR sogar mit Zweidrittelmehrheit. Das Bürgertum Hamburgs geht, teils bewusst, teils unbewusst, diesen linksgrünen Weg mit, vorgebliche „Moral“ vor Demokratie und Rechtsstaat. Und in fast allen westdeutschen Großstädten inkl. Berlin und Bremen sieht es nicht besser aus.
    PS: Lucke Bashing von links oder rechts oder wem auch immer, ist hier völlig deplatziert. (Vielleicht geht er nach ein paar solcher Ereignisse wieder in die Politik und versucht in der WerteUnion, einen kleinen Beitrag zur Sicherung von Teilen des Rechtsstaats zu leisten.)
    Außerdem: Keinerlei Entwarnung mit der „Einzelfall“-Argumentation. Selbst wenn ab nächster Woche die Vorlesungen wieder normal stattfinden, ähnlich gelagerte „Einzelfälle“ gibt es en masse. Das betrifft auch die WerteUnion und ihr Umfeld. Dort wird streng darauf geachtet, dass Versammlungslokale nicht bekannt werden. Traurig, dass Selbstverständlichkeiten wie freie öffentliche Versammlungen in Deutschland nicht mehr uneingeschränkt möglich sind.

    • “Besonders übel ist die Stellungnahme der Senatorin und des Uni Präsidenten. Sie zeigt deutlich, dass der Rechtsstaat erodiert.“

      Diese Statements sind in der Tat schwach, um nicht zu sagen schäbig. Aber was erwarten Sie anderes von RRG-Repräsentanten?

      Der bzw. ein Rechtsstaat, wie wir ihn uns vorstellen, erodiert nicht, sondern existiert praktisch nicht. Hehre Theorie und reale Praxis klaffen diesbezüglich schon immer weit auseinander.
      Siehe auch https://justiz-und-recht.de/tag/vor-gericht-und-auf-hoher-see-ist-man-in-gottes-hand/ .
      Für uns Nachkriegsgeborene ist daran nur neu, dass sich der Rechtsstaat derart dem Zeitgeist beugt und vor politischen Ideologien einknickt. Das gab es in dieser Ausprägung in der Zeit nach dem Dritten Reich bislang in der Bundesrepublik Deutschland (West) noch nicht.

  4. Hamburger Unis sind gefährliches Pflaster für alle friedliebenden Menschen.

    In TU Hamburg-Harbug z.B. hatte sich der Mörder Mohammed Atta und weitere 4 Mörder gemütlich eingerichtet, gepampert , gefördert mit eigenem Gebetsraum.

    Mit allen Privilegien die Hamburg ausländischen Studenten bietet, kostenfrei, volle Unterstützung und mit vielen Unterstützungen und Hilfen vom AStA.

    Die Morde an über 3.000 Menschen in den USA 9/11 – 2001 wurden an dieser Uni geplant und später infam umgesetzt.

    Hamburg aktuell :

    “ ……das Thema interessiert hier niemanden mehr “ sagt die Pressesprecherin der TU.

    Gleichwohl es aus Washington Vorwürfe gegen die Hamburger Behörden gab.

    D.h., TU Hamburg würde es am liebsten ungeschehen machen, dass Mohammad Atta und seine Schergen dort von 1992 bis 2001 eingeschrieben war.

    Auch wenn es keinen Zusammenhang gibt zwischen gewalttätigen Protesten von heutigen Studenten mit dem AStA und Antifa vs. Prof. Lucke : ……wenigstens AStA der Uni , Wissenschaftssenatorin mit Universitätspräsidenten sollte jegliches Unrecht durch Studierende an andere Menschen verhindern.

    Wo fängt Terror an, wo hört er auf ?

  5. Immerhin hat sich die Uni-Leitung Hamburg zu einer windelweichen Erklärung für (?) ihren Professor durchgerungen. Der Ausdruck „grundsätzlich“ ist als klare Einschränkung zu interpretieren. Es ist der „Jargon der Eigentlichkeit“ (Adorno), der hier das Wort führt. Prof. Theodor W. Adorno traf es 1967 am Vorlesungspult ähnlich!

    Schlimmer erging es Thomas Mann. Ich zitiere aus seinem Brief Neujahr 1937 an den Dekan der Bonner philosophischen Fakultät aus seinem schweizerischen Exil heraus verfasst – und zwar nach Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft und seiner Ehrendoktorwürde:
    „ … vielleicht daß manchen akademischen Bürger, Student oder Professor, doch ein nachdenkliches Stutzen, ein rasch unterdrückter, ahnungsvoller Schrecken ankäme bei einer Lektüre, die einem flüchtigen Blick aus bösartig erzwungener Abgeschlossenheit und Unwissenheit in die freie geistige Welt gleichkommen würde.“
    Thomas Manns Werke waren nach der Machtübernahme aus den Bibliotheken und Schulen verbannt und als „undeutsch“ verfemt worden.
    Entehrt und entstaatlicht entrüstete sich Thomas Mann damals:
    „Sie haben die unglaubwürdige Kühnheit, sich mit Deutschland zu verwechseln!“
    https://www.zeit.de/1964/45/brief-an-den-dekan/komplettansicht

    So weit darf es nie mehr kommen!
    Daher möchte man dem AStA der Universität Hamburg entgegnen: „Sie haben die unglaubwürdige Kühnheit, sich als Inhaber des Rechts- und Meinungsmonopols aufzuspielen!“
    Unser Grundgesetz garantiert die Freiheit der Wissenschaft!
    In Hamburg wurde heute die Herrschaft des Rechts unwidersprochen durch die Herrschaft der Gewalt ersetzt, die Freiheit der Forschung und Lehre mit Füßen getreten.

  6. Das wundert mich leider überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich habe das ja sogar in den Kommentaren vor vielleicht 14 Tagen bereits angedeutet. Der Mitforist Berger schien dies nicht zu begreifen, als er meinte, dass es „ohne Höcke und ein paar ähnlich strukturierter Personen“ keinen „permanenten Status der Rechtfertigung und der Defensive“ gäbe. Ich sagte bereits zu dieser naiven Einschätzung, dass so ziemlich alles und jeder skandalisiert und als „rechts“ oder gar „Nazi“ diffamiert werden kann, sobald er bei bestimmten hypermoralisch aufgeladenen Themenbereichen, wie Migration, oder Klima/ Umwelt von der links-grünen Mainstream-Diskurhegemonie abweicht. Erwähnt hatte ich in dem damaligen Kommentar auch, dass selbst Lucke bereits von Anbeginn an in der AfD (2013) vom Mainstream diffamiert wurde und das dies auch später in LKR-Zeiten anhielt (z.Bsp. Antifa-Terror bei gemieteten Veranstaltungsräumen).

    Luckes Irrglaube, der auch in Herrn Dilgers verwundert klingendem Kommentar mitschwingt, man müsse sich nur brav zig-tausendmal von alles und jedem vermeintlich „rechtem“ oder als „rechtsradikal“ vom Establishment Gebrandmarkten abgrenzen und distanzieren und würde dann in den Kreis der Akzeptierten und Tolerierten aufgenommen, hat sich als naiv erwiesen. Es wird schlichtweg nicht von den Hütern der Wahrheit honoriert. Sich von ECHTEM Extremismus zu distanzieren und selbstverständlich für Demokratie einzutreten ist natürlich ganz unabhängig von dem linken Meinungsdogma richtig und wichtig. Aber planlose und hastige Distanzierungsorgien sind nicht nur kontraproduktiv und überflüssig, sie werden nun einmal auch nicht belohnt. Lucke hat sich schon vor über 4 Jahren von den angeblichen „Nazis“ getrennt und wird nun immer noch lauthals von der linksradikalen Hamburger Studentenschaft als ein solcher betitelt. Um Inhalte geht es schon lange nicht mehr. In einer manischen und von Neurose und Selbsthass leidenden Gesellschaft ist die Kontaktschuld allgegenwärtig.

    Wenn man weiß, dass es hierbei einzig und allein um das Verteidigen der Diskurherrschaft geht, die heutzutage über alles, auch über Ächtung und das Zusprechen von Extremismus bestimmt, dann kennt man die eigentlichen Gründe für die ewige Nazi-Keule. Lucke ergeht sich auch jetzt noch in Rechtfertigungsorgien und fertigt sogar 27-Seitige Dokumentationen über seine AfD-Chef-Tätigkeit an, die seinen guten Leumund bestätigen sollen. Immer noch rechtfertigt er sich, dabei müsste nicht er sich für die katastrophale Politik in diesem Land rechtfertigen, sondern Anhänger und Politiker der Altparteien. Rechtfertigen sich Merkel und die anderen Altparteienpolitiker für Vergewaltigungen und Morde (u.a. minderjährige Mädchen) in diesem Land? Lucke wollte mit seiner LKR eine „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ Partei gründen. Natürlich mit null Erfolgsaussichten. Dazu war er auch bereit die grundsätzlich orientierte AfD-Politik bis zur Unkenntlichkeit aufzuweichen.

    Trotzdem muss er nun unwürdige Demütigungen über sich ergehen lassen, und wird sogar tätlich angegriffen, wie man in diesem zeitweise etwas unscharfen Video ab 20s sehen kann.

    Im Folgenden wird ab etwa 35s dessen Laptop zugeklappt und schließlich ab etwa 52s wird Lucke völlig respektlos wie ein kleiner Schuljunge von schräg-hinten mehrfach mit ausgestrecktem Zeigefinger angestoßen.

    Die Wahlen in Ostdeutschland haben gezeigt: Trotz massivster Hetze wenden sich immer mehr Menschen von den etablierten Medien und Parteien ab. Geradlinigkeit, das Aufzeigen von Heuchelei und Schlechtleistung, schlussendlich das Bohren dicker Bretter zahlt sich langfristig aus.

    • @Patriot
      „Der Mitforist Berger schien dies nicht zu begreifen, als er meinte, dass es „ohne Höcke und ein paar ähnlich strukturierter Personen“ keinen „permanenten Status der Rechtfertigung und der Defensive“ gäbe.“

      Da muss ich Ihnen widersprechen. Herr Berger hat in diesem Punkt völlig Recht. Im Übrigen war es ausgerechnet Bernd Lucke höchstselbst, der diesen Personenkreis überhaupt erst in die AfD eingeladen hat (siehe hierzu meinen Kommentar von heute 01:07 Uhr, ganz oben in diesem Thread).

      • Sie haben anscheinend genauso wie Herr Berger nicht genau verstanden, worum es mir geht. Es geht mir nicht um eine inhaltliche Exegese einzelner Personen wie Höcke und ob diese gut oder schädlich für die AfD sind. Dies ist überhaupt nicht der Punkt. Es geht darum, dass man immer mit Hetze und Diffamierungen rechnen muss, sobald man bei bestimmten hypermoralisch (also emotional-ideologisch und nicht mehr rational) aufgeladenen Themen wie Migration oder Klima vom Mainstream abweicht.
        Und wenn man dann auch noch bekannter wird und mit der bestehende parlamentarischen Macht erfolgreich konkurriert, dann trifft dies ganz besonders zu.

        Diejenigen, die über Jahrzehnte den Diskurs immer weiter nach links verschoben haben, haben eine Schweigespirale etabliert und sind längst die Herrscher über zentrale, hypermoralisch und nicht mehr rational aufgeladene Themen und Begriffe geworden. Das geht mittlerweile soweit, dass selbst harmlose Wirtschaftsliberale wie Lucke als Nazi tituliert werden. Spätestens jetzt müsste doch jedem klar sein, dass der Grund hierfür nicht an der mangelnden Distanzierung liegen kann, denn Lucke hat dies tausendfach gemacht und sich sogar zum Schluß für den radikalen Ahmadiyya-Islam ausgesprochen, sondern dass die Gründe hierfür woanders liegen.

        Der zentrale politische Erfolg der Grünen und ihrem Umfeld beruht darauf, dass sie seit Jahrzehnten den vorpolitischen Raum dominieren und mittels der Mainstreammedien sowie linker NGOs den Diskurs sowie die Deutungshoheit über zentrale Begriffe bestimmen und innehaben. Das Overton-Fentster wurde so immer weiter verschoben, so dass vormals radikal-linke Ansichten nun in der Mitte des politisch-gesellschaftlichen Diskurses stehen. Die etablierte Politik, zumal die weitgehnd rückgratlosen Opportunistenparteien von SPD und CDUCSU, denen es vor allem um Macht und Pöstchen geht, haben durch ihre unzähligen Koalitionen den linken (außer)parlamentarischen Druck wahrgenommen, nachgegeben und sind diesem parallel immer weiter nach links gefolgt. Die Linken haben dann sich nicht zufrieden gegeben und immer weiter nachgelegt. Mit den heutigen poliotischen Konsequenzen und dem Mangel an Meinungsfreiheit.

        https://www.focus.de/wissen/mensch/allensbach-studie-immer-mehr-tabus-die-deutschen-trauen-sich-immer-weniger-ihre-meinung-zu-sagen_id_11245769.html

        Da die Deutungshoheit über gut und böse, richtig oder falsch (siehe „Klimaleugner“) im Verlauf der letzten Jahrzehnte immer weiter nach Links gerutscht ist und dies allumfassende Bereiche von Politik, Medien, Zivilgesellschaft betrifft, ist diese drückende Überlegenheit in der Lage alles und jeden zu skandalisieren, stigmatisieren und aus dem Diskurs (moralisch) auszuschließen. Dieses muss man zuerst einmal verstehen, wenn man sich über die ganzen Missstände wundert und dagegen angehen will.

        Leider stehen hier selbst in der AfD nicht alle höherrangigen Funktionäre hinreichend im Stoff. Hier bedürfte es dringender Schulung. Sie flüchten sich dann in Distanzierungsorgien und wundern sich dann, warum sie trotzdem als“Nazis“ tituliert werden und warum die Grünen so viel Erfolg haben, Wenn man die Politik ändern will, muss man zuerst den politisch-gesellschftlichen Vorraum zu seinen Gunsten verändern. Der Rest, wie etwa politische Mehrheiten und Gesetzgebung ergeben sich dann anschließend fast von allein. Das Beispiel Grüne zeigt, dass man heirfür noch nicht einmal oft in der Regierung sein muss. Die AfD muss Teil einer patriotischen europaweiten (Konter)-Kulturrevolution sein. Die ursprüngliche Mitte aus den 50er, 60er Jahren der vor-68er Ära muss wieder hergestellt werden.

      • @Patriot

        Sie haben offenbar genau so wenig wie die protestierenden Studenten in Hamburg verstanden, dass gemeinsame Gegner zu haben nicht gleichbedeutend ist mit dieselben Positionen vertreten.

        Befassen Sie sich am besten einmal etwas eingehender mit der Mengenlehre in der Mathematik. Das hilft das diesbezügliche Abstraktionsvermögen zu erhöhen. Danach werden Sie Herrn Bergers und meine Argumente i.S. Elefanten im Porzellanladen der AfD vielleicht etwas besser nachvollziehen können.

        Sehr wahrscheinlich gibt es tatsächlich eine schweigende Mehrheit in Deutschland, die von der aktuellen Altparteienpolitik die Nase gestrichen voll hat. Aber die meisten dieser Menschen sehen plumpe Provokateure völlig zu Recht nicht als „Alternative für Deutschland“ an. Daher ist es zu kurz gesprungen, die Verantwortung für vermeintliches mediales AfD-Bashing alleine einer angeblichen Elite aus Altparteien und Medien zuzuschreiben, so gut sich manche Parteifreunde in der AfD in dieser selbst gewählten „Opferrolle“ auch gefallen mögen.

        Die AfD wäre jedenfalls weit erfolgreicher, wenn sie Provokateure wie Björn Höcke, Dr. Alexander Gauland und Andreas Kalbitz (Letzterer verhält sich allerdings noch am smartesten von den Dreien) NICHT an Bord hätte. Insbesondere diese drei Herren sind es nämlich, die der AfD nicht Wohlgesonnenen eine superdämliche Steilvorlage nach der anderen liefern und es den politischen Gegnern der AfD damit nur all zu leicht machen, sie in der öffentlichen Meinungsbildung am laufenden Band zu diskreditieren. Immer wenn die AfD gerade dabei ist, sich über ihr Stammwählerpotential hinaus neue Wählerschichten zu erschließen, schaffen es die oben Genannten oder ihre völkisch orientierten Mitstreiter, durch vermeintlich „unbedachte“ Äußerungen, die Partei so zu schädigen, dass die Wählerzustimmung rapide deutlich sinkt.
        Cui bono?

  7. Es scheint eine gewisse Einigkeit unter den hier Kommentierenden zu geben. Mich erinnert manches ansatzweise an den „Verbalradikalismus“ und die Gewalt zwischen 1918 und 1933. Und leider sind die „Parteien der Mitte“ (CDU/CSU/FDP) nicht nur wirtschaftspolitisch ihren Aufgaben nicht mehr ganz gewachsen.

    • Es ist eine alte Binsenweisheit, dass diejenigen, die ein Problem geschaffen haben, nicht die sein werden, die es zu lösen vermögen. Leider neigen Menschen aber sehr dazu, entweder absolut nichts oder nur sehr langsam und durch Wiederholung aus ihren Fehlern und Erfahrungen zu lernen. In der Tierwelt folgt auf derartige Lernunfähigkeit unweigerlich die rasche natürliche Auslese. Beim Homo sapiens hingegen dauert alles etwas länger.

    • Die Parteien der Mitte sind in erster Linie Parteien der Macht und orientieren sich nach denen die ihre Macht sichern können.
      Wenn sie dafür mit Linken koalieren und ihre Werte von gestern verraten müssen, werden sie es tuen.

      • So war es schon immer und so ist es leider auch heute noch.

        Dass nicht einmal darüber nachgedacht wird, welche Bedeutung die im ideologischen Scheingefecht verwendeten Begriffe haben, führt jede Diskussion in der anderes behauptet wird, ad absurdum.

        So wurde Herrn Lucke gestern sowohl vorgeworfen, dass er ein Neoliberaler sei (was er zumindest nach meinem Verständnis nicht ist) und zugleich riefen dieselben Demonstranten „Nazis raus“.

        Sind Neoliberale jetzt also auch schon Nazis? Oder wurden die Nazis völlig verkannt, da sie in Wirklichkeit neoliberal waren? Wo ist eigentlich das Hirn solcher Studenten? Sind das unsere künftigen Akademiker? Gute Nacht Deutschland …

  8. Die Stellungnahme der Universitätsleitung ist nicht nur nicht überzeugend, sondern ein Skandal. Ich würde an Herrn Luckes Stelle die Lehrtätigkeit bis auf Weiteres einstellen und verlangen, dass ihm angemessen der Rücken freigehalten wird. Aktuell scheint die Universitätsleitung keinen Bedarf an seiner Lehre zu haben und dann hat er es auch nicht nötig, sich in die Höhle des Löwen zu begeben.

  9. Autofahrer sollen nicht mehr Auto fahren.
    Touristen sollen nicht mehr fliegen.
    Wir sollen kein Fleisch mehr essen und kein Plastik mehr benutzen.
    Und nicht linke Professoren sollen keine Vorlesungen mehr halten.

    Das Resultat von 14 Jahre Merkel.
    Die Dämme sind gebrochen.
    Alles erst der Anfang!
    Freut Euch auf das linksgrüne Siedlungsgebiet Buntland. Ohne mich!!!

  10. Eines Tages wird man sagen, dass mit dem Lucke Ereignis das Ende der zweiten deutschen Demokratie eingeläutet wurde. Nicht wegen der Verhinderung der Vorlesung an sich, sondern wegen der völligen Reaktionslosigkeit der Polizei, der Universitätsverwaltung, der Stadtregierung und der Bundesregierung. Nur ein ausländisches Medium, die NZZ, hat einigermaßen angemessen reagiert.
    Der Brief Thomas Manns an den Bonner Rektor angesichts des Entzugs seiner Ehrendoktorwürde 1937 ist ein warnendes Menetekel, obwohl auch Mann nicht die Schrecken ahnte, die in der Zukunft warteten. Besonders erschreckend ist, dass die Polizei es nicht einmal für nötig hielt die Personalien der Störer und Beleidiger festzuhalten, obwohl hier zumindest die Tatbestände des Hausfriedensbruchs und der Nötigung erfüllt waren.
    Zweiter schlimmer und erschreckender Befund ist die deutliche Radikalisierung junger Leute, ohne dass wie in Weimar eine Wirtschaftskrise vorliegt. IM Erikas volkswirtschaftlicher Großversuch wird die Krise sicher hinzukommen.
    Ganze neu gegründete Fakultäten werden auf den Klimawandelglauben hinwirken.
    Die bayerische Psychotherapeutenkammer, eine amtliche Körperschaft des öffentlichen Rechts, hat in Söders Reich der CSU vorgeschlagen, sogenannte Klimaleugner für geisteskrank zu erklären und einer Zwangstherapie zuzuführen; eine bewährte Methode des KGB und der Stasi.
    Es wird tatsächlich Zeit sich eine Fluchtburg zu suchen, bevor Merkels private SA, die Antifa, uns erreicht.

    • @Günther Konorza
      “Die bayerische Psychotherapeutenkammer, eine amtliche Körperschaft des öffentlichen Rechts, hat in Söders Reich der CSU vorgeschlagen, sogenannte Klimaleugner für geisteskrank zu erklären und einer Zwangstherapie zuzuführen; eine bewährte Methode des KGB und der Stasi.“

      Man fühlt sich nicht nur an KGB und Stasi erinnert, sondern geradezu direkt ins finsterste MIttelalter zurück versetzt. In Ihrer Aufzählung fehlen Hexenverfolgung und Inquisition.

      • Menschen mit anderer Meinung psychiatrisch behandeln? Wie damals im Ostblock?

        Wer so etwas will, für den sollten wir die Todesstrafe wieder einführen!
        Wehrt Euch endlich!!!

      • Die Todesstrafe ist doch noch schlimmer, und wenn Sie diese bereits für abstruse Meinungsäußerungen fordern, sollten Sie vorsichtiger sein, was Sie schreiben.

      • Kommt der Vorschlag nicht eher von einem privaten Psychotherapeuten aus Hattingen (NRW)?

      • Das mit der „Todesstrafe“ war zynisch gemeint, ABER nicht im Ernst. Ich hätte ein Fragezeichen dahinter setzen sollen, nicht ein Ausrufezeichen. 🙂

      • Die Einführung der Todesstrafe für abstruse Meinungsäußerungen zu fordern ist in der Tat zynisch, aber die Einlieferung in die Psychiatrie wegen „Meinungsdelikten“ zu fordern, ist es natürlich auch. Einmal ganz davon abgesehen, dass derartige Meinungen wohl in den meisten Fällen in vollem Bewusstsein ihrer Bedeutung geäußert werden und nicht wegen psychischer Erkrankung.

        Aus der Psychiatrie kann man aber wieder entassen werden. Ist die Todesstrafe erst einmal vollzogen, gibt es kein zurück mehr. Von Justizirrtümern ganz zu schweigen.

        Gleichwohl ich die Todesstrafe aus ethischen Gründen für völlig indiskutabel halte und denke, dass das wohl die meisten Deutschen auch (noch) so sehen, befürchte ich, dass sie bei zunehmender Zahl von Kapitalverbrechen früher oder später unausweichlich wiederkommen wird. Die für die Beherbung schwerstkrimineller „Gäste“ vorzuhaltenden Unterkünfte existieren nämlich nicht ansatzweise in ausreichender Zahl und eine „angemessene Unterbringung“ würde schon bald so viel Geld verschlingen, dass die Täter entweder einfach laufen gelassen werden oder eben durch Liquidation unschädlich gemacht werden müssen. Das ist unausweichlich, wenn Abschiebungen in der Praxis nicht stattfinden, da sowohl die deutsche Justiz als auch die Exekutive unfähig sind, diese in genügender Zahl zu veranlassen und durchzuführen, geschweige denn die wahren Herkunftsländer unserer Gäste mit verlorenen Papieren trotz Smartphone überhaupt nur zweifelsfrei festzustellen.

      • Solange die AfD (zusammen mit der Mauerschützenpartei?) keine Zweidrittelmehrheit bekommt, wird es in Deutschland nicht wieder die Todesstrafe geben. Die USA zeigen auch, dass in einem demokratischen Rechtsstaat die Todesstrafe viel teurer ist als eine lebenslange Haft, die auch nicht nach 15 Jahren enden muss, wie es bei uns inzwischen üblich ist und was Herrn Maas noch zu viel ist (siehe ‚Maas mag Mörder mehr‘).

      • Dass seit etwa 2015 so viele Schwerstkriminelle über die Grenzen gestolpert sind, hat nichts mit der AfD zu tun und noch nicht einmal mit der Mauerschützenpartei SED. Schon eher mit einer ehemaligen Mauerschützenpropagandistin, die jetzt in der Klatschhasenpartei CDU einen auf Gutmensch macht. Das sollten Sie doch eigentlich wissen …

      • Ich denke nicht, dass meine düstere Projektion so unwahrscheinlich ist. Das bedeutet aber keineswegs, dass ich ein Befürworter der Todesstrafe sei. Ich hoffe, Sie können das auseinanderhalten.

        Welche Lösung haben Sie anzubieten, wenn alle Gefängnisse voll sind und die Kriminalität weiter steigt? Zwangsverabreichung von Baldrian oder Schlafmitteln? Abschiebung nach Helgoland, damit sich die Schutzsuchenden dort gegenseitig erschlagen und verspeisen?

        Die Täter und noch viele weitere potentielle Täter sind ja nun einmal da, zudem besteht in der Bevölkerungsgruppe der „Schutzsuchenden“ ein eklatanter Männerüberschuss im Verhältnis von etwa 3:1 bei den 18 bis 49jährigen (siehe auch https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/_inhalt.html#sprg251556). Da es sich bei der in manchen Kreisen hartnäckig verbreiteten Behauptung, dass diesen Schutzsuchenden Bordellbesuche behördlich bezahlt würden, sehr wahrscheinlich eher nur um ein Gerücht oder eine Verschwörungstheorie handeln dürfte, sind sexueller Notstand und Hormonspiegel unter jungen männlichen Schutzsuchenden sehr hoch und man muss kein Prophet sein, um vorher zu sagen, dass insbesondere Sexualverbrechen, aber auch sonstige durch Frau Merkels Gäste begangene schwere Straftaten in den nächsten Jahren nicht zurückgehen werden.

        Ach ja. Für den Bau einer Mauer wurden die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR ja auch nie mobilisiert … https://www.youtube.com/watch?v=Yz9DNSTrHBY und die Todesstrafe gab es in der DDR bestimmt auch nicht. Sicher alles nur „dunkle Phantasie“. Oder haben IM Erika (sie regiert übrigens immer noch) oder die SED das etwa schon einmal erwähnt?

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