Hohe Ersparnis aus demographischen Gründen?

Im Beitrag ‚Führen zu viele Ersparnisse zu Negativzinsen?‘ hatte ich eine negative Antwort auf die Titelfrage gegeben, doch für einen Aspekt noch eine ausführlichere Erörterung angekündigt. Es ging um die These, dass aus demographischen Gründen sehr bzw. zu viel gespart würde. Da die Sparquoten nicht wirklich höher sind als vor ein oder zwei Generationen, scheint die These von den Daten nicht gestützt zu werden.

Auch hier gehe ich eher von einem Investitionsproblem aus. Überalternde Gesellschaften führen nicht zu höherer Ersparnis, aber zu weniger Investitionen, weil die Zukunftsaussichten weniger gut sind. Das gilt nicht unbedingt für die einzelnen Menschen, aber im Aggregat, weil es weniger Menschen und vor allem weniger Leistungsträger und Kreative gibt.

Dieser Effekt könnte mehrere schrumpfende Generationen lang andauernd. Eine zu starke Ersparnis aus demographischen Gründen wäre hingegen transitorisch. Im Lebenszyklus spart in der Regel die arbeitende mittlere Generation, während die ältere Generation ihre Ersparnisse wieder auflöst. Das führt bei einer überalternden Gesellschaft jedoch nur einmalig zu einer besonders hohen Ersparnis, nämlich wenn eine noch große Generation wie die Babyboomer fürs Alter vorsorgt (und sich um weniger eigene Kinder kümmern muss), während die ältere Generation noch kleiner ist. Danach dreht sich das Verhältnis bei den Generationen, aber eben auch bei der Ersparnis um. Wenn die größten Jahrgänge alt sind, lösen sie mehr Ersparnisse auf, als die nächste Generation bildet.

Also wenn die Zinsen tatsächlich wegen hoher Ersparnis aus demographischen Gründen so niedrig sein sollten, dann ist demnächst mit einer grundlegenden Umkehr zu rechnen mit weniger Ersparnis und höheren Zinsen bei fallenden Vermögenspreisen. Die Politik müsste mehr vorsorgen für eine steigende Zahl von alten Menschen, aber das muss sie sowieso und tut es kaum, sondern verschleudert lieber das Volksvermögen, weil es davon angeblich zu viel gäbe.

8 Gedanken zu „Hohe Ersparnis aus demographischen Gründen?

  1. „Also wenn die Zinsen tatsächlich wegen hoher Ersparnis aus demographischen Gründen so niedrig sein sollten, dann ist demnächst mit einer grundlegenden Umkehr zu rechnen mit weniger Ersparnis und höheren Zinsen bei fallenden Vermögenspreisen.“

    Davon ist auszugehen. Insbesondere Immobilienpreise betreffend.

    • Darauf würde ich nicht wetten. Die Immobilienpreise sind in Deutschland immer noch relativ günstig verglichen mit anderen Ländern und angesichts der Niedrigstzinsen. Ob die Zinsen steigen, ist vor allem eine politische Entscheidung (der nicht demokratisch legitimierten EZB).

      • Das Immobilienpreisniveau in Deutschland ist aber nicht zu halten. Schon gar nicht bei steigenden Zinsen. Schade, dass Sie sich diesbezüglich nicht wetten trauen … 😉

      • Bei steigenden Zinsen gehen die Vermögenspreis wieder nach unten. Aber woher wollen Sie wissen, dass die Zinsen in den nächsten Jahren wieder steigen? Das ist längst kein Marktprozess mehr, sondern wird von den Zentralbanken politisch entschieden. Selbst bei steigender Inflation könnten die Zinsen noch weiter gesenkt werden, nur die Argumentation müsste dann angepasst werden.

      • Nur auf Zinsen bezogen teile ich Ihre Annahme. Meine Annahme fußt aber auf der Zahlungsfähigkeit (die bekanntlich nicht nur von der Höhe der Zinsen abhängt).

      • Bei Negativzinsen verdient man noch an seinen Schulden und kann nie zahlungsunfähig werden (solange die Zinsen negativ bleiben).

      • Leider ist es für uns Normalverbraucher nicht möglich, Darlehen zu Negativzinsen aufzunehmen und zu 100% mit Bargeld zu besichern. Das wäre ein schönes Geschäft! 😉

  2. Unsere linksgrüne Merkel-Regierung verschwendet unser Volksvermögen für illegal eingereistes Hecken-Pack aus Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten.

    Notwendig sind Massenabschiebungen. Die wird es allerdings erst geben, wenn Merkel in einer Zwangsjacke aus dem Kanzleramt geführt wird.. !

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