Fed senkt Leitzins auf real fast null

Die „Amerikanische Notenbank senkt Leitzins abermals“ um 0,25 Prozentpunkte nach einer entsprechenden Absenkung im Juli (siehe zu deren Erwartung ‚Fed-Präsident stellt Zinssenkung unabhängig von Entlassungsdrohung in Aussicht‘). Damit liegt der amerikanische Leitzins jetzt bei 1,75 bis 2,0 Prozent und nur geringfügig über der aktuellen Inflationsrate von 1,7 Prozent. In der Eurozone liegt hingegen der Leitzins bei nominal 0,0 Prozent (siehe ‚EZB will mehr Strafzinsen und Anleihen‘) und damit real bei minus 1,0 Prozent (die Inflation beträgt in der Eurozone aktuell 1,0 Prozent und in Deutschland 1,4 Prozent).

Auch wenn US-Präsident Donald Trump den von ihm selbst eingesetzten Präsidenten der Fed Jerome Powell wieder beschimpft, weil er sich wie die Euro-Fans noch niedrigere Zinsen wünscht, ist die Zinssenkung bereits eine politische Entscheidung, die ökonomisch höchstens indirekt gerechtfertigt werden kann. Denn die

geldpolitischen Lockerung fällt in eine Phase der amerikanischen Konjunktur, die die Zentralbanker immer noch als robust einstufen. Der Arbeitsmarkt bleibe stark, die wirtschaftliche Aktivität nehme leicht zu. Die Arbeitslosigkeit bleibe niedrig, die Inflation liege weiter unter der von der Federal Reserve angestrebten Zielmarke von zwei Prozent. Die Ausgaben der Konsumenten in den Vereinigten Staaten hätten sogar deutlich zugenommen, konstatierten die Zentralbanker. Als negativ stellten sie allerdings Rückgänge bei den Exporten und den Investitionen heraus.

In wirtschaftlich vergleichsweise guten Zeiten sollten die Zinsen besser höher gehalten werden, um bei einer nach dem längsten Aufschwung doch irgendwann eintretenden Krise noch Spielraum zum Gegensteuern zu haben. Die Senkung von positiven Realzinsen kann zwar zu sinnvollen Investitionen beitragen, bei real oder sogar nominal negativen Zinsen ist das aber nicht mehr der Fall.

Damit bleibt nur noch der Rückgang der Exporte als Begründung für die Zinssenkung. Ein Teil des Rückgangs wird durch die brachiale Handelspolitik von Präsident Trump verursacht, worin ihn die Notenbank nicht noch unterstützen sollte. Allerdings tragen auch andere Notenbanken, darunter vor allem die EZB, aktiv dazu bei, dass der Dollar relativ stark ist, was den USA Exporte erschwert und den deutschen Exportüberschuss noch weiter vergrößert. Für alle Länder wäre eine aufwertende D-Mark am besten. Tatsächlich droht jedoch neben einem Handels- auch noch ein Währungskrieg, bei dem alle zugleich abzuwerten versuchen, was nicht möglich ist.

2 Gedanken zu „Fed senkt Leitzins auf real fast null

  1. Der Stundenlohn ist schon deshalb absurd, weil Geld vermehrbar ist – ganz besonders seit Herrn Draghi – Zeit jedoch nicht. Vernünftig erscheint eine Kombination aus existenzsicherndem Basislohn und Gewinnbeteiligung.
    Freiberuflerhonorare können sich nur am wirtschaftlichen Wert der erbrachten Leistung orientieren; im Zeitalter der Computer kein Problem.

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