Mit Kindern in Jugendherberge hinter Nordseedeich

Letzte Woche unternahmen wir die zweite ‚Vater-Kinder-Reise in Niedersachsen‘ bzw. überhaupt. Dafür wurde ich ‚Wieder Mitglied beim Deutschen Jugendherbergswerk‘ bzw. wurden wir alle Familienmitglieder. Meine Frau reiste auch noch am Wochenende hinterher in die Jugendherberge Schillighörn am Ortsrand von Schillig direkt hinter dem Nordseedeich. Landschaft, Ort und Jugendherberge sind grundsätzlich schön und wir haben viel unternommen. So steigen Drachen prima am Deich und lassen sich am feuchten Strand des Wattenmeeres gut Sandburgen bauen. Im Gegensatz zu anderen waren wir nicht mehr im kühlen Meer schwimmen, dafür besuchten wir das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel. Fabian, der heute seinen ersten Zahn verlor, ist inzwischen richtig gut beim Radfahren (während ich mit Sophia im Babyjogger lief) und im Minigolf. Es gab einen kleinen Zirkus und bei der Rückfahrt besichtigten wir das Aquarium Wilhelmshaven.

Bei der Jugendherberge sind jedoch drei Abstriche zu machen: Erstens muss pro Person bezahlt werden, wobei auch kleine Kinder kaum billiger als Erwachsene sind und die Vollpension fürs Mittagessen nur ein Lunchpaket vorsieht, welches man sich selbst am Frühstückstisch zusammenstellen darf. Zu viert wird es dann schon recht teuer und erweist sich selbst ein gutes Hotel als günstige Alternative. Zweitens sind Jugendherbergen grundsätzlich familienfreundlich, doch die Kernklientel sind Kinder- und Jugendgruppen. Beide sind ständig laut (einzelne Kinder hingegen nur manchmal, siehe ‚Restaurant verbietet Kinder‘), letztere bis tief in die Nacht hinein, während niemanden die Nachtruhe ab 22 Uhr kümmert. Zum Glück haben meine Kinder einen festen Schlaf, der mir selbst leider nicht vergönnt ist. Drittens funktionierte WLAN nur im Haupthaus und auch der mobile Datenempfang war ansonsten eingeschränkt, was seinerseits das Arbeiten und Blogschreiben beschränkte, denn ich konnte schlecht weg von meinen Kindern.

4 Gedanken zu „Mit Kindern in Jugendherberge hinter Nordseedeich

  1. Ich sehe keinen Vorteil darin, mit einer Familie in eine Jugendherberge zu gehen. Es gibt viele kinderfreundliche Hotels, die bei ähnlichem Preis oftmals komfortabler sind. Mir ist nicht völlig klar, warum die Jugendherbergen so hohe Preise nehmen können; vermutlich gibt es für Gruppen kaum Alternativen.

    • Einen Versuch war es wert, doch ich überlege ernsthaft, die DJH-Mitgliedschaft noch schnell bis zum Monatsende wieder zu kündigen. Vielleicht wird sie wieder interessanter, wenn meine Kinder größer sind. Als Jugendlicher war ich viel in Jugendherbergen, erst mit dem Rad, dann mit der Bahn (Interrail).

  2. Von Vorteil sind die Jugendherbergen wohl am ehesten für Gruppen oder bei Interesse an relativ günstiger Vollpension. Und vielleicht lernt man noch ein klein wenig soziales Verhalten und die Übernahme von ein paar gemeinschaftlichen Aufgaben (oder leider, dass das nicht (mehr) so gut klappt?).

    • Für Gruppen sind Jugendherbergen wohl tatsächlich interessanter als für Familien. Für Einzelreisende sind sie auch nicht so teuer, aber der Zimmerpreis zu viert ist schon erheblich.

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