EZB will mehr Strafzinsen und Anleihen

Die „EZB verschärft Strafzins für Banken und nimmt Anleihekäufe ab November wieder auf“. Der Leitzins bleibt unverändert bei null Prozent, während der Einlagezins von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent sinkt. Dabei ist jedoch zukünftig eine Staffelung möglich, woran Banken noch verdienen könnten, wenn sie den Negativzins an der Grenze weitergeben und im Durchschnitt weniger zahlen (siehe ‚Banken und Draghi wollen Negativzinsen nur für Privathaushalte‘). Außerdem wird der Aufkauf von zusätzlichen Staats- und Unternehmensanleihen im Umfang von 20 Milliarden Euro monatlich wieder aufgenommen, der erst zu Jahresbeginn beendet worden war. Allerdings hat die EZB bereits Anleihen im Umfang von 2,6 Billionen Euro erworben und kauft bei deren Auslaufen tendenziell weniger solide nach.

Angeblich soll mit diesen Maßnahmen die Inflation der von der EZB entgegen ihrem Mandat der Preisniveaustabilität erdachten Zielmarke von knapp zwei Prozent angenähert werden, was aber schon bisher nicht gelungen ist. Die EZB hat in relativ guten Jahren ihr Instrumentarium bereits überreizt, so dass ihr keine wirkungsvollen Maßnahmen mehr zur Verfügung stehen, wenn sich die Konjunktur nicht nur in Deutschland, sondern demnächst in der ganzen Eurozone tatsächlich eintrüben sollte. Mario ‚Draghi erhöht[e] nie die Zinsen‘, sondern hat sie zum Ende seiner achtjährigen Amtszeit noch einmal gesenkt. Unter seiner Nachfolgerin Christine Lagarde dürfte das jedoch nicht besser, sondern eher noch schlimmer werden.

Langfristig negative Zinsen sind realwirtschaftlich mehr schädlich als nützlich und erhöhen im Gegensatz zu Zinssenkungen im positiven Bereich auch nicht mehr wie beabsichtigt die Inflation. Als Wirkkanal bleibt vielleicht noch eine prompt eingetretene Abwertung des Euro übrig, die Deutschland noch höhere Exportüberschüsse bescheren dürfte. Aber US-Präsident droht schon mit Vergeltung, wobei eine Zinssenkung auch in den USA ausreichen dürfte.

52 Gedanken zu „EZB will mehr Strafzinsen und Anleihen

  1. Es war ein großer Fehler, die Zinsen nicht zu erhöhen, als die Wirtschaft gut lief. Das Argument mit der Inflation ist lächerlich oder gibt es ernsthafte ökonomische Gründe, genau 2% Inflation haben zu müssen?

    Im Endeffekt geht es meines Erachtens darum, den Euro zu schwächen, auch wenn das niemand aus der EZB offiziell sagt.

    • Es gibt keine Gründe für ein konkretes Inflationsziel von knapp zwei Prozent. Man will einen Mindestabstand zur Deflation haben. Aber der ist auch bei aktuell rund einem Prozent gegeben, insbesondere weil die Kerninflationsrate kaum schwankt. Vor allem wird sie von den EZB-Maßnahmen offensichtlich nicht beeinflusst (auch nicht von deren Fortfall, wie das Ausbleiben der Anleihenaufkäufe zeigte). Sie erfüllen also nicht den offiziell erklärten Zweck. Die Schwächung des Euro könnte deshalb ein tatsächliches Ziel sein, ebenso die Insolvenzvermeidung für Länder wie Italien, was aber auch zu immer mehr Zombieunternehmen führt, die eigentlich Werte vernichten statt schaffen, doch bei Null- und Negativzinsen weiter ihr Unwesen treiben.

      • Italien braucht Inflation. Mit Minuszins und einer spürbaren Inflation braucht es weder (reales) Wachstum, das in Italien sowieso nicht mehr kommen wird, noch eine Reduzierung des Staatsdefizits.

        MMn. handelt die EZB richtig, wenn man den großen Crash als gegeben ansieht. Ich sehe ehrlich gesagt auch nicht mehr, wie er sich in einer stagnierenden Weltwirtschaft mit kaum mehr Produktivitätsgewinnen verhindern ließe.

        Die EZB zögert mit ihrer Politik den Zusammenbruch hinaus, freilich mit den bekannten Nebenwirkungen. Irgendwann werden diese Trippelschritte nicht mehr ausreichen und man wird die Kanone zünden müssen. Hier werden wir dann die direkte Finanzierung fiskalischer Aufgaben durch die Notenpresse sehen. Außerdem wird man um das Helikoptergeld für den einfachen Bürger ebenfalls nicht mehr herumkommen.

        Als Folge werden wir eine „richtige“ Inflation auf breiter Front sehen, die nominale Vermögenswerte endgültig zerstört. Damit ist zwar die Altersversorge vieler Menschen, vor allem in Deutschland, futsch. Ich glaube aber dennoch, dass die Zerstörung von Vermögen durch Inflation „gesellschaftsverträglicher“ stattfinden dürfe als der deflationäre Super-Crash mit einem Zusammenbruch der Realwirtschaft, der ohne diese Eingriffe bei einem Platzen der gigantischen Schuldenblase wohl unvermeidbar wäre.

        Die Schwierigkeit wird jedoch sein, die Vermögen nur „langsam“ (vielleicht 5-10 Prozent im Jahr) zu vernichten. Artet es hingehen in eine Hyperinflation aus, wird die Realwirtschaft sicherlich mindestens so verheerend zusammenbrechen wie im Szenario ohne Notenpresse. Diese Gefahr ist zweifellos groß. Aber niemand wird der Politiker oder Notenbanker sein wollen, der die Menschen bereits heute ins Elend schickt. Das verschiebt man lieber auf morgen, frei nach dem Motto „nach mir die Sintflut“.

      • Warum muss es zu einem großen Crash kommen, wenn sich Negativzinsen bei positiver Inflation und zugleich eine Beschränkung der Neuverschuldung durchsetzen lassen? Es drohen doch eher japanische Verhältnisse einer dauerhaften Stagnation. Gleichzeitige Angst vor Deflation und Hyperinflation ist auch nicht wirklich plausibel.

      • Was sollte denn der Auslöser für die große Inflation sein, wenn wir jetzt bereits jahrelang darauf warten?

  2. Wir sind uns denke ich alle einig, dass der Entscheid nicht viel bringen wird und vermutlich eher das Gegenteil herbeiführt. Der Entscheid ist allerdings notwendig, um später die echten Bazookas einführen zu können, weil man dann sagen kann, dass es ohne diese Instrumente nicht mehr ginge. Die Staaten werden sich jetzt verstärkt mit 30-,50-, oder gar hundertjährigen Staatsanleihen eindecken. Mit ein wenig Inflation sind die Probleme dahin.

    Was die dann alleine verlorene Alterssicherung angeht: In Deutschland haben wir die GRV, die zwar unendlich viele Nachteile hat, aber zumindest einen gewissen Schutz geben Inflation bietet. Insofern ist zumindest eine Säule der Altersversorge „intakt“, auch wenn auch dort immer weniger übrig bleiben wird.

    • Ihre Generation wird von der GRV noch als letzte abkassiert, lieber Herr Burger. Danach ist das Schneeballsystem „Deutsche Rentenversicherung“ (das ohnehin bereits zu 50% vom Steuerzahler bezahlt wird, Tendenz weiter steigend) zu Ende und das Spiel wird geschlossen. Rien ne va plus, die Kugel rollt! Erhalten werden Sie jedenfalls nichts mehr. Es sei denn, jeder von Ihrer Generation zeugt ein gutes Dutzend hochproduktiver Kinder, die im Lande bleiben und wieder brav für die Altvorderen einbezahlen. Halten Sie das für wahrscheinlicher als die „0“ beim Roulette?

      • @ 300sel

        Sind Schneeballsysteme nicht eigentlich illegal und deren Errichtung sogar strafbar?

      • @Patriot zu „Schneeballsystemen“

        Ja, das sind sie.
        Schon von daher gehört dieses Schneeballsystem ohne Rücklagen und zu Lasten nachwachsender Generationen („Deutsche Rentenversicherung“ und auch die Beamtenpensionen) schleunigst abgeschafft. Es ist nicht nur moralisch höchst verwerflich.
        Dass es immer noch existiert, zeigt nur von welch rücksichtsloser Egomanie Etatisten und Umverteilungssozialisten tatsächlich getrieben sind. Soweit sie überhaupt noch Kinder haben, machen sie nicht einmal vor der lebenslangen Ausbeutung ihrer eigenen Kinder halt.

      • Viel wird mir von der GRV nicht bleiben, den Leuten mit Rentenprodukten aber auch nicht, im Zweifel sogar noch weniger. Ich setze auf Aktien, aber auch das wird einem ja immer schwieriger gemacht.

        Scholz handelt mit Kalkül. Wenn man die private Vorsorge zerstört, dann ist man zwangsweise wieder auf den Staat angewiesen. Die Rente wird karg sein, aber ein Überleben ermöglichen. Schon ist der Sozialismus perfekt – alle sind gleich arm.

      • @Peter Burger

        Es sind dann nicht nur alle gleich arm (gut, Parteibonzen vielleicht etwas „gleicher“), sondern sehr, sehr arm. Viel ärmer als man sich das in dem Land, in dem wir „so gut und gerne leben“ heute vorstellen kann.

      • Das liegt dann aber nicht an der Rentenversicherung oder auch dem Finanzsystem, sondern daran, dass gerade die Realwirtschaft ruiniert wird.

      • Die Realwirtschaft wird ruiniert und die Ansprüche der Leistungsbezieher werden zugleich immer höher geschraubt. Sehr zukunftsfähig.

      • Unser Wohlstand ist schon viel früher dahin. Unsere Wachstumsraten sind mittlerweile geringer als die italienischen. Die Automobilindustrie ist systemrelevant, unsere durch die Medien aufgehetzte und völlig verblödete Gesellschaft hat aber leider noch nicht begriffen, dass der Eisberg längst gerammt wurde. Noch spielt die Musik, noch fließt der Wein. Aber schon bald wird die düstere Realität Einzug erhalten und Greta nur noch in vergilbten Gescchichtsbüchern zu finden sein. Ja wenn, ja wenn sich unsere Bevölkerung zumindest einen Restverstand bewahrt hat. Das muss man leider mit einem Fragezeichen versehen. Falls ja, dann wird sie die Schuldigen kennen.

      • @Peter Burger

        Leider sind die Sozialstaatsverblödeten deutlich in der Mehrheit.

      • Warum sollte die gesetzliche Rentenversicherung geschlossen werden? Wenn überhaupt, wird sie von einem noch teureren System wie einer Grundrente für alle oder dem von Ihnen geforderten bedingungslosen Grundeinkommen für alle abgelöst, doch vermutlich kämen auch diese nur zusätzlich.

      • Ein Beitrags- und Steuerzahler für zwei oder drei Rentner und/oder pensionierte Beamte und zusätzlich mindestens einen zu alimentierenden No-Performer. Wie soll das bei den Erwartungen der Rentner, Pensionäre und sonstigen Leistungsbezieher funktionieren?

      • Es geht um die reale Wertschöpfung. Wenn diese zurückgeht, sei es durch die demographische Entwicklung oder vor allem politische Fehler, gibt es bei jedem Alterssicherungssystem Probleme. Im Übrigen ist die Lebensarbeitszeit die wichtigste Stellschraube. Wenn die meisten Menschen länger leben und vor allem auch länger leistungsfähig bleiben bei körperlich weniger anstrengenden Tätigkeiten, sollte sie grundsätzlich erhöht werden. Wer früher einer längeren Lebensabend genießen möchte, darf das gerne tun, aber bitte auf eigene Kosten, also mit entsprechenden Abschlägen bei er Rente. Das ist kein Sozialabbau, sondern tatsächlich geht es den Menschen besser, da sie länger leben und länger Rente beziehen.

      • Das unfaire am Umverteilungs-Rentensystem ist doch, dass das Geld nachwachsender Generationen schon verplant wird, bevor diese überhaupt geboren sind. Das wird nicht mehr lange gut gehen.

      • Das System der GRV und der Beamtenpensionen ist ein Privilegiensystem zu Lasten Dritter (nämlich der nicht davon partizipierenden Steuerzahler und im Falle der DRV auch zu Lasten unserer Kinder und Kindeskinder). Also nicht „sozial“, sondern zutiefst asozial.

      • Sie haben einfach immer noch nicht verstanden, dass die Steuerzahler von der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren. Sie belastet netto die kleinen Beitragszahler, die später keine Rente bekommen oder eine kleine unterhalb der angerechneten Grundsicherung.

      • Dass die Beiträge vor allem niedrige Einkommen aus abhängiger Beschäftigung stark belasten, ist richtig. Aber Steuerzahler, die selbst gar keine Rentenansprüche erhalten, werden noch ungerechter belastet. Das haben Sie offenbar immer noch nicht begriffen.

      • Stimmt, das habe ich nicht begriffen, weil es eine falsche Milchmädchenrechnung ist. Sie schauen nur auf die tatsächlichen Zahlungen, nicht darauf, was alternativ gezahlt werden müsste, z. B. bei Ihrem Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle.

      • Sie gehen immer davon aus, dass unser umverteilungssozialistischer „Sozialstaat“ das einzig richtige Gesellschaftsmodell sei. Dass dieses Modell aber zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist und wir ausgerechnet im ach so reichen Deutschland bereits kurz vor seinem finalen Crash stehen, scheinen Sie völlig zu negieren. Das unterscheidet unsere Sicht auf das von ihnen so gerne gepriesene Feiudalsystem zu Lasten künftiger Generationen und unbeteiligter Dritter.

        Ein „Vertrag“ (hier so genannter „Generationenvertrag“), den diejenigen Vertragspartner, die bezahlen sollen, gar nicht unterschrieben haben und nicht einmal lesen durften, bevor sie zu „Vertragspartnern“ erklärt wurden, kann nach meinem Verständnis kein rechtsgültiger Vertrag sein, sondern ist diktatorisch angeordnete Ausbeutung.

      • Ich bin doch gar kein Fan des gegenwärtigen maroden Rentensystems und fände eine Diskussion sinnvoller Reformen viel spannender als Ihre ständige abstruse Fundamentalopposition. Es ist wie beim politischen System, bei dem die Merkel-Demokratie immer noch besser als eine Höcke-Diktatur ist, aber trotzdem verändert werden muss.

      • Es geht bei der Alterssicherung doch nicht um Merkel oder Höcke (dessen umverteilungssozialistischer Unfug ohnehin nicht weit weg vom bestehenden System ist), sondern um Machbarkeit hinsichtlich tatsächlicher künftiger Leistbarkeit versus „nach uns die Sintflut“.

      • Was ist denn das nun für ein kryptischer Vergleich?
        Woraus sollen die „höheren Dämme“ in Bezug auf die Altersversorgung denn bestehen?

        Falls Sie damit mehr eigene Vorsorge und Selbstverantwortung der Bürger meinen, bin ich bei Ihnen. Das Problem eines seit 50 Jahren nicht korrigierten massiven politischen Fehlers immer nur der nächsten Generation zu überlassen, ist für mich aber kein „höherer Damm“, sondern bodenlose Verantwortungslosigkeit gegenüber der Nachwelt. Schlimmer als jede angebliche „Klimasünde“.

      • Es gehört der ganze Mix dazu: höhere betriebliche und private Altersvorsorge, ein höheres Renteneintrittsalter, weniger Dynamisierung der Rente (aber nicht deren reale Absenkung), weniger versicherungsfremde Leistungen, mehr Freiwilligkeit bei den Beitragszahlungen mit Anreizen dazu (die zwar Steuergelder kosten, aber sich bezahlt machen), insbesondere keine (fast) vollständige Anrechnung auf die Grundsicherung. Leider macht die Merkel-Regierung mal wieder das genaue Gegenteil.

      • Das System ist insgesamt viel zu verworren und komplex. An seinen Stellschrauben noch herumzudoktern ist genauso sinnlos, wie ständig Geld für Reparaturen in ein wirtschaftlich verbrauchtes Auto mit 5 Mio Kilometern Fahrleistung oder eine verbrauchte Maschine zu investieren. Hier hilft nur ein echter „Reset“ mit Neustart der kompletten Altersversorgung. Wer nicht den Mut hat, Neues zu denken, der stirbt aus oder endet irgendwann im totalen Chaos.

  3. Die Sparer haben durch die politisch manipulierten Zinsen von 2010 bist 2019 insgesamtt 648 Milliarden € verloren. Der Bundestag hat in dieser Zeit den Steuerzahler etwa 9 Milliarden oder rund 50 Millionen Euro pro MdB gekostet. Unser sogenannte Demokratie ist also im Vergleich zu Geldpolitik der EZB richtig günstig (Ironie off).

  4. Das hab ich doch geschrieben. Direkte Finanzierung fiskalischer Aufgaben durch die Notenpresse sowie direkte Überweisungen der Notenbanken auf die Girokonten der Bürger. Da versickert das Geld dann nicht mehr in den Anleihemärkten und bildet sinnlose Blasen, sondern landet direkt und unmittelbar in der Realwirtschaft.

    • Ein auf den ersten Blick scheinbar guter Ansatz, aber mit der Erhöhung der Geldmenge wird immer auch eine Teuerung einhergehen. Also Inflation und sinkende reale Kaufkraft. Am Anfang freuen sich alle über das schöne Helikoptergeld. Bis sie feststellen, dass es nichts mehr wert ist.

      Und dann?

      Helikoptergeld zögert den finalen Crash nur noch ein klein wenig länger hinaus. Danach kommt das böse Erwachen. „Sozialstaat“ wie er heute verstanden wird, ist eben nicht bezahlbar. Bislang ist noch jedes kommunistische System nach spätestens 70 bis 75 Jahren gescheitert. Unsere „soziale Marktwirtschaft“ haben wir jetzt wie lange? Bitte rechnen Sie mal nach …

      • Mein Kommentar ist verrutscht. Ich wollte dem Vorredner erklären wie die EZB sehr wohl jederzeit Inflation erzeugen kann.

        Ich selbst halte die Idee für diskutierbar, sie ist ökonomisch gesehen zumindest wirksam. Anleihekäufe im großen Stil sind wirkungslos und machen lediglich Spekulanten, die auf noch niedrigere Zinsen setzen, reicher.

        Der Crash kommt so oder so. Mit Helikoptergeld wird er lediglich anders ablaufen als ohne. Inflationär statt deflationär, Entwertung von Vermögen statt Kreditausfall.

      • Die Geldmenge steigt ständig, aber die Inflation weniger, weil dazu das Geld nachfragewirksam werden müsste ohne hinreichendes Angebot an Konsumgütern.

    • Das Geld landet doch auch jetzt schon in der Realwirtschaft, indem z.B. Kredite für Hausbauer ausgegeben werden. Aber warum sollten etwa Grundnahrungsmittel teurer werden, nur weil auf den Girokonten mehr Geld herumliegt? Man kann nicht 1 kg Butter am Tag essen und es gibt auch keinen Mangel an Butter.

      • @Josef Fischer
        „… warum sollten etwa Grundnahrungsmittel teurer werden, nur weil auf den Girokonten mehr Geld herumliegt?“

        Weil der höhere Preis ohne Murren bezahlt wird, wenn genügend Geld da ist.

      • Die scheinbare Vielfalt von Anbietern im Lebensmittelbereich reduziert sich gewaltig, wenn man genauer hinschaut, zu welchem Konzern welche Marken gehören. Da gibt es zumindest bei den großen Marken eigentlich nur noch Oligopole.

      • Der Wettbewerb zwischen Oligopolen kann sehr stark sein und ist es im deutschen Einzelhandel auch (und die Marktmacht der Handelsketten wendet sich viel stärker gegen die Produzenten als Konsumenten).

      • Dieser Kampf geht vor allem zu Lasten guter Produktionsbedingungen und der Qualität, wird aber insbesondere in Deutschland noch zusätzlich durch die „Geiz-ist-geil“-Mentalität der Verbraucher beflügelt.

      • Als Ökonom habe ich nichts gegen Sparsamkeit. Das spricht nicht gegen Qualität, die jedoch ein hoher Preis allein keinesfalls garantiert.

      • Der hohe Preis alleine garantiert im Monopol oder Oligpol natürlich keine Qualität. Meine Ausgangsaussage war ja nur, dass das Oligopol den hohen Preis bei genügend verfügbarer Kaufkraft generell ermöglicht.

      • Aber werden wirklich mehr Häuser gebaut? Ich habe ein bestehendes Haus gekauft und würde viel mehr Handwerkerleistungen nachfragen, wenn diese denn angeboten würden.

      • Ich denke, das geht vielen Hausbesitzern so (mir übrigens auch).
        Der Mangel an Handwerkern ist inzwischen wirklich eklatant und viele Gebäude verkommen zusehends, weil sich für kleinere Aufträge entweder erst gar keine Handwerker finden lassen oder die Eigentümer die inzwischen (vor allem dank der LNK und anderer Nebengeräusche) stark gestiegenen Kosten für Handwerker scheuen.

        Alles Folgen einer völlig verfehlten Bildungs- und „Sozialstaats“politik (Überakademisierung auf niedrigem Niveau, kostentreibende Luxus-Sozialleistungen für No-Performer usw., usf.).

  5. Also mehr Helikopter-Geld, ähnlich ungedeckter Schecks der Rheinischen Sandbank…?!?

    Die EZB nimmt sich Rechte heraus, die ursprünglich nicht vereinbart waren, aber keiner der EU-Regierungschefs will sie stoppen, weil auch die alle Gesetze so zurecht biegen, wie sie die gerade gebrauchen können. Vereinigte EU-Bananen-Republik…!

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