Diversifikation bei der Ernährung

Hier gab es kürzlich eine Diskussion zur veganen Ernährung, also rein pflanzlich ohne Eier und Milch. Diese kann leicht zu einer Mangelernährung führen bzw. die Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln erfordern. Gerade Schwangere, Stillende, Kleinkinder und alte Menschen sollte nicht völlig auf tierische Proteine verzichten und profitieren auch von bestimmten tierischen Fetten, mehr Vitamin B12 und D, Calcium, Eisen, Zink etc. Menschen sind biologisch gesehen Allesfresser und in jedem Fall Säugetiere, weshalb Babys auf Muttermilch oder Ersatz von Tieren angewiesen sind.

Beim Vergleich von Ernährungsweisen hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Auswirkungen schneiden Veganer oft besser ab als Fleischesser. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass bei letzteren nicht zwischen moderatem und exzessivem Fleischkonsum differenziert wird. Außerdem sind Veganer seltener übergewichtig (und häufiger untergewichtig, was ebenfalls gefährlich ist), was mit ihrer Ernährung zusammenhängt, aber als zusätzlicher Faktor zu berücksichtigen wäre. Schließlich schneiden meist Vegetarier, die auch Eier und Milch verzehren, besser ab als Veganer und Pescetarier, die außerdem noch Fisch essen, am besten.

Meine Frau und ich versuchten uns einmal am selbst erdachten Nonmammaliarismus, dem Verzicht auf Säugetiere (aber nicht deren Milch) bei der Ernährung, haben das aber nicht durchgehalten. Meine größte Ernährungssünde ist ohnehin nicht Fleisch, sondern Zucker, auch in Getränken wie Cola (siehe ‚Im Dutzend billiger‘).

Interessant finde ich die Parallele zwischen Vermögensanlage und Ernährung: Diversifikation bringt am meisten, wobei man (nur) auf Toxisches ganz verzichten sollte. Rauchen ist immer ungesund, doch schon Alkohol ist in Maßen gar nicht so schlecht, was auch für Fisch und Fleisch gilt, zumindest wenn sie von einer gewissen Qualität und nicht zu sehr mit Giftstoffen belastet sind. Daneben gibt es tierethische und ökologische Aspekte, die jedoch wohl ebenfalls eher für einen maßvollen Konsum statt für einen völligen Verzicht sprechen.

15 Gedanken zu „Diversifikation bei der Ernährung

  1. Maß halten oder alles in Maßen ist auch bei der Ernährung die richtige Einstellung, das sollte auch für Zucker gelten.
    Bei Cola-Getränken gab und gibt es interessante Alternativen. Die Green Cola ist nur mit Stevia gesüßt und hat einen ansprechenden Geschmack. Interessant fand ich auch die Cola Life Variante des Marktführers mit halb soviel Kalorien (weniger Zucker, dafür Stevia). Gibt es in D leider nicht mehr, meine aber in NL.
    Schließlich als Variante zur klassischen Cola mal die Vita Cola probieren, hat 10% weniger Kalorien und durch etwas Zitrone spritzig im Geschmack.
    Von den vielen normalen kalorienarmen Zero- und Light Produkten mit Aspartam Süßstoffen halte ich wenig wg. Geschmack und auch erhöhtem Durchfallrisiko, deshalb sollten kleine Kinder diese auch meiden.

  2. Die Tierindustrie ist mit Ihrer Propaganda offensichtlich sehr erfolgreich und deshalb gibt es ein Wirrwarr von unsachlichen Informationen. Sprechen wir zum Beispiel mal über Milch.
    Prof. Dilger meint „….alte Menschen sollte nicht völlig auf tierische Proteine verzichten und profitieren auch von bestimmten tierischen Fetten ….“ Also ich bei seit einem Jahr Rentner , also ein alter Mensch. Sollte ich mir mein Kalzium und Eiweiss von der Milchindustrie liefern lassen ? Prof. Campbell stellte dazu in einer Studie fest: Welches Protein erwies sich als krebserregend? Kasein, das 87% des in der Kuhmilch enthaltenen Proteins ausmacht. Milch (und Eier) haben einen hohen Gehalt an schwefelhaltige Aminosäuren was zu erheblichen Kalziumverlusten führt. Es gibt genügend Studien, die beweisen, Menschen die viel Milch trinken, haben die meisten Knochenbrüche und eine höhere Sterblichkeit. Selbstverständlich sind in der Milch verschiedene Hormone, wie Wachstums, Schwangerschafts- oder Sexualhormone, enthalten, die es wegen der gesundheitlichen Risiken in der Apotheke nur auf Rezept gibt. Wer diesen Cocktail zu sich nimmt, setzt seinen Organismus einem Hormoncocktail aus, der alles andere als gesund ist. Etliche Studien oder auch die Positionspapiere von mehr als 100.000 amerikanischen Ernährungswissenschaftlern (AND) belegen den Zusammenhang zwischen Milchkonsum und schweren Erkrankungen wie Brustkrebs, Prostatakrebs, Alzheimer, MS, Diabetes. Osteoporose usw.

    Je höher der Milchkonsum, desto gravierender das Diabetes 1 Vorkommen. In Japan (40 Liter Milch pro Kopf pro Jahr) bei 2 Kindern pro 100.000 und in Finnland ( 240 Liter Milch pro Kopf) bei 30. Fazit: Kuhmilch fördert Diabetes 1 umso mehr je früher sie einem Kind zugemutet wird.
    Wo Krebs auftaucht ist die Übersäuerung nicht weit. Das über die Milch zugeführte Kalzium kann den Effekt der Kalziummobilisierung nicht ausgleichen. Milch ist ein guter Kalziumlieferant, aber ein noch besserer Kalziumräuber. Milchkonsum schadet den Knochen und fördert gemäß zahlreichen Studien die Osteoporose.
    Fazit: Besonders Milch ist- neben anderen Tierprodukten- alles andere als gesund.

    Auch in diesem Blog miss sich jeder vegetarisch oder vegan lebende Mensch vorhalten lassen, er ernähre sich mangelhaft. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Tierindustrie fördert eine Protein- und Fettmast, die viele Krankheiten verursacht. Und auch der befürchtete Eisenmangel ist bei einer vollwertigen, ausgewogenen Ernährung kein Problem. Aber die vollen Eisenspeicher bei Fleischessern verdoppeln, wie Studien zeigen, die Herzinfarkt-Rate .

    Ich zitiere als Fazit die Albert Schweizer Stiftung: „Eine ausgewogene vegane oder überwiegend vegane Ernährung stellt nach Befunden zahlreicher wissenschaftlicher Studien, Aussagen renommierter Institutionen und nicht zuletzt auch vielen persönlichen Erfahrungsberichten eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise dar. Mit einer abwechslungsreichen, vollwertigen Lebensmittelauswahl lässt sich die Zufuhr aller Nährstoffe sicherstellen (Ausnahmen: Vitamin B12 muss generell und Vitamin D sollte in den Wintermonaten supplementiert werden). Sinnvoll ist die regelmäßige Kontrolle potentiell kritischer Nährstoffe. Wird auf diese Punkte geachtet, steht einer veganen Ernährung nichts im Wege – sie kann im Gegenteil helfen, Krankheiten vorzubeugen und zu lindern. (https://albert-schweitzer-stiftung.de/themen/vegan-gesund)

      • Osteoporose Die Universität Harvard teste 75.000 Frauen über einen Zeitraum von zwölf Jahren hinsichtlich der Wirkung von Milch auf ihre Knochen. Wie sich zeigte, verbesserte die Milch die Widerstandsfähigkeit der Knochen nicht, sondern wurde sogar mit einer Erhöhung des Risikos für Knochenbrüche in Verbindung gebracht. Mediziner erklären diese Tatsache damit, dass der Organismus aufgrund des Milchkonsums übersäuert. Der Körper muss die Säure mit Kalzium aus den Knochen neutralisieren – das Resultat ist Osteoporose Quelle https://rp-online.de/leben/gesundheit/ernaehrung/wie-milch-krank-macht_aid-12674939
        Und noch eine von etlichen Quellen: https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/milch-von-kuehen-erhoeht-das-risiko-an-osteoporose-zu-erkranken-13372086

      • 2013/14 wurde das behauptet, die von mir angeführte Metastudie mit gegenteiligem Ergebnis stammt von 2018. Gibt es noch neuere bzw. bessere Evidenz?

      • Meta-Analysen werden häufig gemacht, um ernsthafte wissenschaftliche Forschung zu konterkarieren. Weil es zu jedem Thema mittlerweile diametral entgegengesetzte Forschungsergebnisse gibt – besonders aber bei umstrittenen Themen – kann durch Meta-Analyse im Forschergewand, alles und nichts bestätigt werden, gerade wie`s gebraucht wird. Persönlich habe ich keinen Überblick über alle Studien und Metaanalysen zu Milch. Aber hier gibt es viele aktuelle Infos: https://www.provegan.info/de/studien/studien-milch/, die meinen kritischen Standpunkt zu Milch stützen. Ich bBiete Ihnen eine Wette an: Wenn Sie nachweisen können, dass die von Ihnen zitierte Metaanalyse nicht von der Nahrungsmittel- oder Milchindustrie direkt oder indirekt finanziert wurde, dann liefere ich eine Kiste (6 Flaschen) vom Grand Maestro Italiano- Primitivo die Manduria 2017 – einer meiner liebsten Rotweine- andernfalls liefern sie. Deal?

      • Metaanalysen liefern keine neuen empirischen Erkenntnisse, aber fassen (wenn sie gut gemacht sind) den Stand des Wissens besser zusammen als Einzelstudien. Gerade weil es zu den meisten Fragen einander widersprechende Studien gibt, sind Metaanalysen sinnvoll.

        Provegan ist doch gerade eine parteiische Seite. Wie soll ich nachweisen, dass etwas nicht der Fall ist?

  3. Mein Tipp: Lasst Euch Zeit beim Einkauf.und lest immer,was im Produkt drin ist. Mit der Zeit bekommt ihr dann ein Gefühl und Wissen, wo Eure Grenzen sind. Wie hier schon angemerkt wurde, ist der Zuckerwert ein wichtiger Faktor. Für mich habe ich einen bildlichen Grenzwert Ein Zuckerklümpchen hat ein Gewicht von 3g. In einer Flasche Ketchup 500ml sind 110g Zucker, also fast 40 Zuckerklümpchen. Ich esse viel Nüsse und habe 5 verschiedene Sorten. Fleisch kaufe ich nicht mehr im Supermarkt,es sieht dort ekelhaft aus. Zweimal in der Woche gibt es noch Fleisch und einmal Fisch. Empfehlenswert auch Schokolade mit über 70% Kakaogehalt.

  4. Ich sehe es genau so. Mit einer abwechslungsreichen Ernährung kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Ich esse (leider) auch gern Süßes und verzichte dabei auf Süßstoffe. Bei Kuchenrezepten kann man für meinen Geschmack regelmäßig auf 1/3 der Zuckermenge verzichten. Das Fleisch darf gern teurer sein (die Fleischqualität in Deutschland ist, wie hier schon angemerkt wurde, tatsächlich sehr schlecht; auch bei Obst und Gemüse landet eher die B-Ware in unseren Regalen). Bei Fertigprodukten gilt die Fausregel: Je kürzer die Zutatenliste, umso höherwertiger das Produkt. Wenn ich auf die Nährwerttabelle schaue, achte ich vor allem auf einen möglichst hohen Eiweißgehalt. Die Fettmenge ist mir relativ egal. Fett hält wenigstens satt und es kommt vor allem auf die Art des Fettes an. Fett in Nüssen z.B. ist sehr gesund und wichtig für den Körper, auch Milchfett sehe ich positiv. Olivenöl ist übrigens nicht so gesund wie gemeinhin gedacht, Palm- und Sojaöl meide ich nach Möglichkeit ganz.

  5. Jeder soll sich ernähren, wie er das will!
    DAS ist eine liberale Einstellung!!!

    Kindern muss man beibringen, was richtig und was falsch ist, ABER erwachsene Menschen müssen die Freiheit haben, selbst zu entscheiden was sie wollen, solange sie nicht die Freiheit anderer Menschen einschränken, sogar dann, wenn ihre Entscheidung wissenschaftlich bewiesen falsch ist.

    Altmodische Konservative neigen leider auch dazu, anderen Vorschriften zu machen („Das tut man nicht…„). Wirklich schlimm sind aber Linksgrüne. Die bilden sich in ihrem Wahn ein, dass sie „die Welt retten müssen“ und wer ihnen nicht folgen will, muss geistesgestört sein (daher wurden im sozialistischen Ostblock Oppositionelle in psychiatrische Anstalten eingesperrt und mit Drogen zwangsbehandelt) oder es müssen „böse Rechte“ sein, die „beratungsresistent“ und „von Hass getrieben“ sind, die man daher verbieten und verfolgen muss…!

    • Richtig, jeder soll essen, was er will, zumal es dabei noch andere Aspekte als statistische Gesundheitsrisiken gibt. Auch bei Kindern hat nicht der Staat das Primat, sondern die Eltern.

      • „Jeder soll essen, was er will“ finde ich nicht gut. Letztendlich sind wir es, die die Rechnung zahlen, für die Behandlung anderer, die an ungesunder Ernährung erkranken.

      • Ab- und Zuschläge bei der Krankenversicherung könnten dafür die Lösung sein, aber doch nicht totale staatliche Kontrolle, weil uns der Staat mit Pflichtversicherungen beglückt.

        Über alle Sozialversicherungen hinweg drehen sich die Kostenargumente übrigens schnell um und sollte z. B. Rauchen eigentlich subventioniert werden. Denn Raucher können meist bis zum Renteneintritt arbeiten und sterben dann schneller, während das letzte Lebensjahr auch bei Nichtrauchern nicht billiger ist, sondern nur statistisch später stattfindet mit zahlreichen Erkrankungen in den zusätzlichen Jahren dazwischen.

      • Lieber Horst Krebs, wenn wir anfangen, den Menschen Vorschriften bei ihren Lebensgewohnheiten zu machen (Fleisch, Rauchen, Alkohol, Süßigkeiten, Auto fahren, Fliegen, …) brauchen wir zwangsläufig eine neue Kontrollbehörde, die massiv in Freiheitsrechte eingreift. Liberale können das nicht wollen…!

      • Die Grünen wollen alles verbieten, aber bitte ohne gründlich-deutsche Kontrollbehörde. Denn die braven Bürger werden sich schon gesetzestreu verhalten, während die Grünen selbst sich selbstverständlich über Verbote hinwegsetzen.

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