Diskussionspapier zu Corporate Governance Reporting

Heute ist ein neues Diskussionspapier des Instituts für Organisationsökonomik erschienen, und zwar „Corporate Governance Reporting: Compliance with Upper Limits for Severance Payments to Members of Executive Boards in Germany“ von Frau Schottmüller-Einwag und mir. Es behandelt die gleiche Thematik wie unser ‚Diskussionspapier zur Empfehlung von Abfindungsobergrenzen‘ vom April mit allerdings etwas anderer Schwerpunktsetzung (stärker empirisch) und vor allem auf Englisch, um eine größere Zielgruppe anzusprechen. Denn die Grundproblematik von Abfindungszahlungen, aber auch guter Corporate Governance geht weit über Deutschland hinaus.

5 Gedanken zu „Diskussionspapier zu Corporate Governance Reporting

  1. Die Eigentümer eines Unternehmens müssen die Regeln für Abfindungen selbst bestimmen, nicht die Regierung!

    Fragwürdige Praktiken gibt es doch nur bei Aktiengesellschaften. Dort schieben sich leitende Angestellte Pfründe zu. Das deutsche Aktienrecht bezüglich der Einflussnahme von Aktionären ist mangelhaft. Wer Basisdemokratie will, darf bei der Politik nicht halt machen! Auch Aktiengesellschaften brauchen dringend Basisdemokratie. Aktionäre müssen über ihr Eigentum bestimmen, nicht Banken und Vorstände!

    • Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Aktionäre nicht direkt über Vorstandsmitglieder und deren Abfindungen befinden dürfen, sondern nur indirekt über den Aufsichtsrat. Vielleicht müsste tatsächlich an dieser Stelle angesetzt werden, was jedoch weitreichende Implikationen auch für andere Fragen hätte.

      Die Grundidee der Empfehlung, dass niemand eine höhere Abfindung bekommen soll, als er bei normaler Weiterbeschäftigung verdient hätte (mit einem Limit von zwei Jahren, da spätestens dann eine andere Beschäftigung gefunden haben dürfte), finde ich nicht so verkehrt. Die Empfehlung stellt das aber in keinster Weise sicher. Faktisch kann ein betroffenes Vorstandsmitglied pokern und viel mehr verlangen, insbesondere wenn es für das Unternehmen schädlich ist und sein Weggang deshalb entsprechend wertvoll.

      • Genau das meine ich doch! Es widerspricht meinem Verständnis von Eigentum und Basisdemokratie, dass die Aktionäre zum Zuschauen verdamnt sind. Manager, bzw. leitende Angestellte, sind nicht die Eigentümer! Es stört mich, dass diese Leute hohe Abfindungen bekommen, obwohl sie einen schlechten Job gemacht haben. Das grundsätzliche Problem bei Aktiengesellschaften im Gegensatz zu inhabergeführten Unternehmen ist, dass sich Führungskräfte nur auf den kurzfristigen Erfolg, gemessen am Aktienkurs und der jährlichen Gewinnausschüttung orientieren und es viel zu wenig mittel- und langfristige Strategien gibt. Unternehmer, denen der Betrieb selbst gehört, denken und rechnen da ganz anders, aber die werden leider immer weniger…!

      • Zumindest in der Theorie spiegelt der Aktienkurs auch langfristige Erwartungen wider. Klassische Unternehmer haben vor allem ein Nachfolgeproblem.

  2. Pingback: Artikel zu Corporate Governance Reporting mit Open Access erschienen | Alexander Dilger

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