Dortmund gibt zwei sich kreuzenden Fahrspuren gleichzeitig Grün

Vor zweieinhalb Wochen habe ich der Stadt Dortmund geschrieben, dass „die Ampel an der Einmündung der Rodenbergstraße in die Schüruferstraße (bei der star-Tankstelle [siehe Karte]) jetzt so geschaltet [ist], dass zwei sich kreuzende Fahrspuren gleichzeitig Grün bekommen, ohne dass ein Vorrang klar ersichtlich wäre, nämlich sowohl diejenigen, die der Schüruferstraße vom Aplerbecker Markt kommend weiter folgen als auch die Linksabbieger von der Rodenbergstraße in die Schüruferstraße. Bei Ausfall der Ampel würden durch Beschilderung die Abbieger Vorrang haben, doch wer bei Grün geradeaus fährt, kann doch normalerweise darauf vertrauen, dass niemand von rechts kreuzen darf.“

Fehler können passieren, doch sie werden zum Skandal, wenn sie nicht korrigiert werden, was bislang nicht geschehen ist. Das ist ein weiteres, wenn auch nur kleines und lokales, Beispiel dafür, wie unser Rechtsstaat zerfällt. Dass der Staat viele Verstöße im Straßenverkehr gar nicht mehr ahndet, ist eine Sache. Dass man sich jetzt selbst auf Ampel nicht mehr verlassen kann, hat zumindest für mich eine neue Qualität. Nach meiner Beobachtung warten übrigens die Fahrzeuge, die geradeaus fahren wollen, zumal es wegen einer Dauerbaustelle dahinter nur wenige sind. Doch wenn es dort zu einem Unfall kommt, hätten aus meiner Sicht die Verantwortlichen der Stadt die Schuld.

33 Gedanken zu „Dortmund gibt zwei sich kreuzenden Fahrspuren gleichzeitig Grün

      • So ist es.

        Wenn ich mich im privaten Umfeld so umsehe, insbesondere bei Freunden, die Kinder im Alter meiner eigenen Kinder haben, muss ich feststellen, dass sich die wirklich Intelligenten unter ihnen dieser Entwicklung bereits völlig bewusst sind und fast ausnahmslos in Berufe streben, die es ihnen ermöglichen, unserem gelobten Land jederzeit den Rücken zu kehren. Der Brain Drain wird also weiter zunehmen und das kann man der jungen Generation wirklich nicht verdenken.

      • Die Preisfrage ist, was wirklich attraktive Länder zum Auswandern sind. Die von Ihnen gewünschten viel niedrigeren Steuern und Sozialabgaben gibt es in vielen Ländern, in denen dann aber auch er Staat noch viel schlechter funktioniert als inzwischen hierzulande. Unsere europäischen Nachbarländer werden ohnehin von Deutschland mit nach unten gezogen. Die USA sind unter Präsident Trump auch nicht wirklich verlockender geworden etc.

      • Ein „viel schlechter“ funktionierender Staat mit einer niedrigen Abgabenquote bietet immerhin den Vorteil, sich selbst um mehr kümmern, ergo seine Entscheidungen darüber, was mit dem eigenen Geld geschieht, selbst treffen zu dürfen. In Deutschland hingegen sind die Abgaben mit die höchsten der Welt und der Staat „funktioniert“ trotzdem schlecht. Deutschland ist doch geradezu das Paradebeispiel dafür, dass eine sehr hohe Abgabenquote überhaupt keine Garantie für ein besseres „Funktionieren“ des Staats ist.

      • Es ist wie im sonstigen Wirtschaftsleben auch: Ein hoher Preis garantiert keine Qualität, ein sehr niedriger Preis reicht jedoch nicht, um die Kosten hoher Qualität zu decken.

      • So ist es. Aber wenn wir ohnehin keine Qualität erwarten können, bezahle ich lieber den niedrigen Preis, als mit sauer erwirtschafteten Steuergeldern Jammerossis, Rosstäuscherbanken, Hütchenspieler, Drogenverkäufer, Gleisschubser, „minderjährige“ Vergewaltiger und Messerstecher zu alimentieren.

  1. Failed State.
    Aber ist nicht wenigstens für solche Geschichten noch die Lokalpresse zu gebrauchen? Das ist doch ein schönes, unpolitisches Aufregerthema…

      • Wenn Sie so etwas zügig bei BILD Ruhrgebiet oder den Ruhr-Nachrichten platzieren, müsste das relativ schnell aufgegriffen und korrigiert werden.
        Oder wie sieht es mit Facebook aus, in lokalen Dortmunder Gruppen oder auch Blaulichtreport?

  2. Das ist die logische Fortsetzung der „großen“ Politik auf der lokalen Ebene. Alles zerfällt, zerbröselt, verschwindet. Es ist gleichzeitig auch die schleichende (?) Anpassung an die Gewohnheiten derer, die erst kurze Zeit hier leben – auf allen Ebenen und zum Nachteil derer, die schon länger hier leben.

    • @David X
      „Es ist gleichzeitig auch die schleichende (?) Anpassung an die Gewohnheiten derer, die erst kurze Zeit hier leben …“

      Sehr gut erkannt!
      Deutschland hat aus den Fehlern seiner „Wiedervereinigung“ offenbar nichts, aber rein gar nichts dazugelernt. DDR-Ideologie und DDR-Mentalität so weit das Auge reicht. Und fortan afrikanischer Laisser-faire. Stellt sich nur die Frage, wozu wir uns dann überhaupt noch so einen teuren Staat leisten?

      Und täglich grüßt das Murmeltier!

  3. Hier gibt es 2 Möglichkeiten, die eine Sofortmaßnahme erzwingen.
    a, Lokalpresse, WAZ reicht
    b, den ersten Toten

    Dabei sollten Beweise vorher gesichert sein, z.B Foto.
    Übrigens ein idealer Ort für einen Versicherungsbetrug. Der eine fährt dem anderen „absichtlich“ ins Auto.

  4. Dass Verkehrsverstöße nicht mehr geahndet werden, kann ich nicht bestätigen. Bei nur wenigen Minuten Überschreitung der Parkzeit, werde ich in meiner Heimatstadt mit einer Strafe belegt, als hätte ich gar nichts in die Parkuhr eingeworfen. Auch Geschwindigkeitsüberschreitungen werden
    inzwischen gnadenloser verfolgt, als Gewalttaten.

    Seit der Machtergreifung Merkels ist
    mein Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat
    nachhaltig beschädigt. Als Christ soll ich ja nicht hassen, sogar meine Feinde lieben, was im Falle Merkels wirklich ein großes Opfer ist…!

    • Im Gegensatz zu Messerstechern und Gleisschubsern kann die Krake Asozialstaat bei uns Autofahrern immer noch glänzend abkassieren. Also werden Verkehrsverstösse wohl weiter gnadenlos geahndet, seien sie auch noch so lächerlich.

      • Mag ja sein, dass nur ein Bruchteil der „Verstöße“ im Straßenverkehr geahndet wird. Dies allerdings mit einer Vehemenz, die gemessen an echten Verbrechen ihresgleichen sucht.

      • Faktisch 40 Euro für das Totfahren eines Kindes finde ich nicht wirklich vehement. Am häufigsten sind doch Verwarnungsgelder von 10 oder 20 Euro. Da auch sie so selten sind, schrecken sie nicht ernsthaft ab.

      • Das mit den 40 € für das Totfahren eines Kindes ist natürlich mehr als makaber. Solche Fälle meinte ich aber nicht. Ich meine die vielen Abzocke-Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen bei sinnfreien Tempolimits (z.B. wegen „Umweltzonen“ auf der Autobahn oder angeblichem Lärmschutz – meist dort wo in der Nähe hochrangige Politiker wohnen – an Schnell- und Ausfallstraßen).

      • Auch dort sind die Strafen nicht zu hoch, sondern die Beschränkungen falsch. Als Liberaler bin ich für viel weniger Ge- und Verbote. Wenn die verbleibenden sinnvoll sind, sollten sie jedoch konsequent durchgesetzt werden. In Deutschland ist es umgekehrt, alles ist überreguliert, die Regelbefolgung aber optional bzw. die Sanktionierung selten und dann willkürlich.

      • Autofahrer sind in mehrfacher Hinsicht die Melkkühe der Nation! Ich könnte Ihnen in meiner Heimatstadt zahlreiche Stellen zeigen, wo Jahrzehnte das Parken erlaubt, aber nun verboten ist. Bei uns warten Politessen neben einem parkenden Auto bis das Parkticket abgelaufen ist und sie endlich einen Strafzettel schreiben können, der dann genau so hoch ist, als hätte ich nie einen Parkschein gekauft.

        Linksgrüne wollen die Freude am Fahren verderben. Nur darum geht es…!

      • Politessen, die neben Autos warten, schreiben solange keine anderen auf. Dabei könnte man ganze Straßenzüge mit Knöllchen versehen. Meine Vermutung ist, dass es wie bei Starenkästen darum geht, die eigenen potentiellen Wähler vor Ort zu schonen und bei Auswärtigen abzukassieren.

    • Wie häufig bekommen Sie denn ein Knöllchen wegen falschen Parkens? Tatsächlich werden Parkplätze mit Parkscheinen allerdings deutlich häufiger kontrolliert als andere. Kleiner Tipp: Stellen Sie sich dorthin, wo das Parken ganz verboten ist, da kommt gar keine Politesse vorbei oder schreibt sie mit geringerer Wahrscheinlichkeit auf.

      • Was ist denn das für ein schräger Tipp?
        Haben Sie empirisch untersucht, ob Ihre Annahme zutrifft?

      • Ich habe das nicht exakt erhoben, aber schon oft beobachtet. Bestimmte bewirtschaftete Parkplätze werden mehrfach täglich kontrolliert, ganze Straßenzüge daneben voll Falschparker fast nie. Selbst in der gleichen Straße kann ein Auto im Fußgängerdurchgang stehen, fällt dann aber nicht in die direkte Zuständigkeit.

      • Das halte ich für eine sehr gewagte Annahme. Es stimmt zwar, dass der Verkehrsüberwachungsdienst der Städte nur auf die von ihm bewirtschafteten Parkplätze achtet, aber die Polizei schreibt schon auch immer noch gerne Strafzettel, um ihr Soll zu erfüllen. Die Prävention gegenüber von Frau Merkels „Gästen“ und EU-Mitbürgern vom Balkan verübten Kapitalverbrechen hingegen interessiert nicht weiter.

      • Die Polizei kümmert sich fast nie um den ruhenden Verkehr, zumindest wenn sie keiner ruft, weil z. B. ein Falschparker das Fortkommen verhindert, sei es mitten auf der Straße oder aus einer Einfahrt.

      • Da haben Sie offenbar großes Glück mit der Polizei in Dortmund. Als Hauseigentümer habe ich es in einer bayerischen Großstadt (seinerzeit eine der sichersten in Deutschland) wiederholt erlebt, dass die Polizei nicht einmal vorbeikommt, wenn ein mir unbekannter Besucher (immer derselbe, Spätaufsteher dazu) Nacht für Nacht unsere Einfahrt zuparkte, so dass man diese morgens nicht verlassen konnte. Habe aber selbst wiederholt Strafzettel erhalten, wenn ich deshalb in einer nahen Halteverbotszone parken musste, ohne jemanden zu behindern und sich die örtliche Polizeistreife wohl gerade gelangweilt hat.

      • Unter bestimmten Umständen muss die Polizei tätig werden, insbesondere wenn Sie zugeparkt wurden und ihr Auto dringend brauchen. Ein Falschparker berechtigt Sie aber natürlich nicht dazu, selbst zum Falschparker zu werden. Gerade wenn immer derselbe Wagen vor Ihrer Einfahrt steht, gibt es schon Mittel, das zu unterbinden. Ich würde mir das jedenfalls nicht gefallen.

      • Die Polizei sagt Ihnen nicht mehr, als dass sie das Auto des Zuparkers gerne auf eigenes Kostenrisiko abschleppen lassen können. Damit riskieren Sie aber im Nachgang einen Rechtsstreit mit dem Besitzer des abgeschleppten Wagens. Was für eine großartige Hilfe!

        Von einer Behinderung des Straßenverkehrs geht die Polizei nicht aus, wenn „nur“ ein Privatgrundstück zugeparkt wird. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn es sich um die Ausfahrt der Polizei selbst handeln würde.

      • Parkte der andere denn auf Ihrem Privatgrundstück? Von der öffentlichen Straße dürfen Sie nicht einfach privat abschleppen lassen. Um einen Rechtsstreit kommen Sie nicht herum, wenn Sie derselbe wieder und wieder zuparkt.

      • Markierte Parkplätze entlang des Gehsteigs, ausgenommen vor den Einfahrten. Es handelte sich um ein denkmalgeschütztes historisches Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen, zwei Gewerbeeinheiten und zwei leerstehenden Rückgebäuden, die mit einer Halle verbunden waren. Diese Halle habe ich als Garage für meine Oldtimer genutzt, aber ab und zu auch, um mein Alltagsauto dort abzustellen. Zum Beispiel wenn ich eine Reise mit dem Zug vom nahe gelegenen Bahnhof aus angetreten habe. Wenn ich dann irgendwann spät oder extrem früh dort angekommen oder von einer Geschäftsreise zurück gekommen bin, wollte und konnte ich natürlich nicht jedes mal eine mindestens halbstündige Aktion starten, um diesen Ignoranten bei seiner Freundin aus den Federn zu holen oder in einer der in der Umgebung befindlichen Gaststätten ausfindig zu machen. Solchen Zeitgenossen gehört ohne Umschweife das Auto abgeschleppt. Insbesondere, da es sich um einen notorischen Wiederholungstäter handelte, was auch die Polizei wusste, die m.E. hier wohl schon härter hätte durchgreifen können und auch müssen. Aber dem geduldigen Steuerzahler und Nettoleistungsträger kann man in der Banana Republic of Germany ja alles zumuten.

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