Grün-Rot-Rot in Umfrage vorn

Die „SPD legt zwei Punkte zu“ in der jüngsten Wahlumfrage. Das scheint nicht viel zu sein, zumal sie auch damit nur auf historisch schlechte 15 Prozent kommt. Zusammen mit unverändert 24 Prozent für die Grünen und 9 Prozent für Die Linke würde es jedoch für eine grün-rot-rote Regierungsmehrheit reichen, obwohl die Union mit miserablen 26 Prozent die stärkste Fraktion bleibt (bzw. wieder ist nach ‚Grüne erstmals stärkste Partei laut Forsa‘). Die AfD kommt auf 13 Prozent, die FDP auf 8 Prozent und die Sonstigen auf 5 Prozent.

Frau Merkel scheint in Deutschland inzwischen leider eine strukturelle linke Mehrheit geschaffen zu haben. Die Grünen würden dennoch lieber eine Regierung zusammen mit der Ex-SED anführen, als Juniorpartner in einer Regierung mit der Union zu sein, insbesondere nach dem Ende der Kanzlerschaft von Frau Merkel.

Unabhängig davon handelt es sich aber gar nicht mehr um ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen einem linken und einem bürgerlichen Lager, denn die CDU selbst ist inzwischen eher eine linke Partei und die AfD mittlerweile zu rechts (und in jedem Fall zu kollektivistisch und unseriös) für eine bürgerliche Partei. Die FDP hat sich vergleichsweise gut gehalten, aber nicht hinreichend vom Niedergang der anderen traditionellen Parteien profitiert, womit das bürgerliche Lager der eigentliche Verlierer ist.

Eine konservative Partei oder auch nur eine Partei (auch) für Konservative gibt es gar nicht mehr in Deutschland. Allerdings bin ich nicht mehr sicher, ob das tatsächlich noch eine relevante Lücke im Parteienspektrum darstellt. Vielleicht mangelt es inzwischen einfach an Konservativen in Deutschland. Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient, insbesondere bei demokratischen Wahlen. Offensichtlich wollen und verdienen die meisten Deutschen Frau Merkel und demnächst Herrn Habeck.

55 Gedanken zu „Grün-Rot-Rot in Umfrage vorn

  1. Die öffentliche Meinung wird man nicht so sehr politischen Lagern als vielmehr einer allgemeinen Ahnungslosigkeit hinsichtlich des gegenwärtigen Zustandes der Wirtschaft und deren Perspektiven zuordnen müssen. Deutschland wird national und international immer noch als Dukaten-Esel betrachtet, obgleich der wirtschaftliche Niedergang als Mene Tekel an der Wand steht. Dazu werden die Aufwendungen für die „Energiewende“ immer abenteuerlicher. Da wird es wohl in den nächsten 2-3 Jahren ein böses Erwachen und hoffentlich auch eine Neuorientierung geben. Anders als zur Zeit des Konzepts der Agenda 2010 sind aber dieses Mal wichtige Wirtschaftsbranchen irreparabel betroffen, weil der internationale Wettbewerb aufholt.

    • Der Drops ist gelutscht. Der Schaden, den Merkel angerichtet hat, lässt sich nicht einfach mal so in ein, zwei Jahren wieder ausmerzen. Deutschland wird sich auf dem Stand eines Schwellenlandes wiederfinden, falls Merkel 2021 tatsächlich abtritt und sich – unabhängig davon, wer ihr Nachfolger wird – noch mindestens fünf Jahre weiter bergab entwickeln.

  2. Ob die Leute den Habeck auch noch wollen, wenn sich neben dem simulierten Klima auch das Wirtschaftsklima wandelt, ist noch lange nicht ausgemacht.

    Wenn es demnächst zu den ersten größeren Entlassungen kommt, dann werden freitags nicht mehr die Schulschwänzer demonstrieren sondern Menschen, denen es um ihre Existenz geht. Und dann werden Habeck und seine Genoss*Innen ganz schön alt aussehen.

    • So lange das Arbeitsamt bezahlt, wird das nicht passieren. Erst, wenn keine Stütze und keine Renten und Pensionen mehr bezahlt werden. Aber so lange das Geld für Fernseher, Internet, Alkohol und Zigaretten reicht, passiert in Deutschland garnichts.

  3. Sehr guter Kommentar! Die CDU ist inzwischen zum inhaltlichen Juniorpartner der Linken geworden. Die FDP stagniert bei unter 10 %. Inhaltlich ist sie wenig liberal. „Das“ Konservative mag die AfD ziemlich abdecken. Was wir aber brauchen, ist eine klassisch linksliberale Partei, die in viel weniger Staat die Lösung der (meisten) Probleme sieht. Aber weder gibt es die noch eine ausreichende Zahl von Wählern und Einrichtungen, um die ausreichende Zahl zu schaffen, die sie auch nur über 5 % trügen. SEL 300 wird es ärgern: Aber gerade auch bestimmte (also nicht alle) eher calvinistisch-konservative Kirchen haben dafür in einigen Ländern einst den Boden bereitet.

    • Lieber Herr Motte,

      Sie können es einfach nicht lassen.

      Aber ob Sie es glauben oder nicht, Ihre calvinistischen Sekten haben heute nicht mehr so viele Fans wie früher und daher werden sie auch keinen „Boden bereiten“.
      Sie leben in der Vergangenheit!

      Herzliche Grüße und einen guten Start in die Woche

      MM

      • SEL 300: Sie irren sich schon wieder, denn in Deutschland hatten calvinistische Freikirchen schon immer sehr wenige Anhänger- es ist also, anders als Sie meinen, kein Unterschied zu früher. Und vielleicht ist das (die geringe Anhängerschaft) eine Ursache für mangelnden Boden für klassischen Linksliberalismus früher und heute. Warum sollte ich aufhören, Ursachen zu nennen und Sinnvolles zu fordern und zu fördern? Ich lasse es nicht… Schließlich spielen mehr oder weniger calvinistische Freikirchen nach allen mir bekannten Untersuchungen in den USA eine wichtige Rolle, stellen entscheidende Wählergruppen und viele Spitzenpolitiker, die beide weit liberaler sind als andere in den USA. Intensiv gelebte Religion ist nach allen mir bekannten Untersuchungen oft ein größerer Wahlfaktor als soziale Schicht… Und gerade Calvinisten sind oft in Führungspositionen vertreten.

      • Die Diskussion führt zu nichts, Herr Oberlehrer Motte.
        Sie stellen etwas in den Raum, ohne genügend zu präzisieren, was Sie eigentlich meinen.
        Erst wenn daran Kritik geübt wird, schieben Sie nach, was Sie (angeblich) sagen wollten.

        Das aktuelle Beispiel:
        Aus „Aber gerade auch bestimmte (also nicht alle) eher calvinistisch-konservative Kirchen haben dafür IN EINIGEN LÄNDERN EINST den Boden bereitet.“
        wird
        „… in Deutschland hatten calvinistische Freikirchen schon immer sehr wenige Anhänger- es ist also, anders als Sie meinen, kein Unterschied zu früher.“

        Tut mir leid, aber für solche Spielchen ist mir meine Zeit zu schade.

      • Der Ignorant ist doch Herr Motte, der immer wieder stichelt, statt einfach zu akzeptieren, dass ich gar kein Interesse daran habe, dieses Calvinisten-Thema noch tiefschürfender mit ihm zu diskutieren.

      • Sie betonen immer wieder, dass Sie das nicht diskutieren wollen, statt es einfach zu lassen. Deshalb schalte ich Ihre stets gleichen Kommentare zu dieser Thematik einfach nicht mehr frei. Umgekehrt werde ich Ihren Namen löschen, wenn Herr Motte Sie noch einmal in diesem Zusammenhang erwähnen sollte.

  4. Ob es uns gefällt oder nicht, die Welt verändert sich:
    https://www.t-online.de/unterhaltung/kino/id_86096138/james-bond-diese-frau-soll-die-neue-007-sein.html

    Weit mehr Sorgen als ein weiblicher 007 – natürlich ganz „politisch korrekt“ eine Schwarze – macht mir aber die Naivität der heute um die Dreißigjährigen, die noch in Deutschland leben:
    https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_86096368/rackete-europa-soll-alle-migranten-aus-libyschen-lagern-aufnehmen.html
    Deutschland steht wirklich am Abgrund der Dummheit!

    Das Schicksal der Rentnerparteien CDU und SPD ist ohnehin besiegelt. Sehen Sie sich hierzu nur die Wählerpräferenzen nach Altersgruppen an, zum Beispiel hier:
    https://juergenfritz.com/2019/07/14/cdu-spd-nur-bei-alten-vor-gruenen-und-afd/

    Da helfen auch plumpe Verjüngungsversuche mit Comicfiguren wie der Putzliesel AKK (bitte nicht als Herabwürdigung von echten Putzfrauen missverstehen, die haben im Gegensatz zur Laiendarstellerin aus dem Saarland meinen vollen Respekt), Kevin Kühnert oder Philipp Amthor.

  5. Noch zur letzten Bundestagswahl 2017 mussten die Grünen befürchtet, unter die 5%-Hürde zu rutschen. Die Jamaika-Koalition kam danach nicht zustande, weil der FDP den überzogenen Forderungen der Grünen nicht nachgegeben hat.

    Anschließend hat die ex-FdJ-Funktionärin Merkel alles gemacht, um die Grünen noch besser aussehen zu lassen, insbesondere bei der illegalen Migration. Merkel ist die heimliche Vorsitzende der Grünen. Diese Frau tut alles, um Deutschland maximal zu schaden – die später Rache Erich Honneckers für den Untergang der „DDR“…?!?

    • Die überstürzte „Wiedervereinigung“ war der größte Fehler in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ohne diese Harakiri-Aktion wäre uns das alles erspart geblieben.

  6. Die alternative AfD hat sich soeben selbst entleibt mit der Nichtwahl ihres Bundesvorsitzenden Prof. Meuthen zum Bundesparteitag. Die Nichtwahl erfolgte mit fast Zweidrittelmehrheit. Der Flügel hat somit sogar im Ortenaukreis in BW eine Zweidrittelmehrheit. Auf Bundesebene ist noch Schlimmeres zu befürchten. AfD Adé!

    • Der Ortenaukreis ist nicht die AfD. Aber es ist ein unüberhörbarer Warnschuss an alle Gemäßigten in der AfD. Wer jetzt als Gemäßigter noch zuhause auf der Couch sitzen bleibt, wenn in seinem Kreisverband die Bundesparteitagsdelegierten gewählt werden, der handelt höchst fahrlässig. Höckes Truppen sind zwar in der Mitgliedschaft eine Minderheit, aber sie sind immer da, wenn irgendeine interne Wahl stattfindet. Diese Leute sind bestens mobilisiert, da ihre Organisation straff geführt wird.

    • Das ist sehr schlimm und eine Kampfansage an alle bürgerlich-konservativen in der AfD. Es wird nun unvermeidbar, einen klaren Trennungsstrich zu Leute wie Höcke, Sayn-Wittgenstein, Röckemann, Gedeon und einigen anderen zu ziehen, die wohl von einer NPD-light träumen. Mit mir und sehr vielen anderen Bürgerlichen NICHT. Nicht wir, sondern die müssen die AfD verlassen. Der Zeitpunkt, jetzt vor den 3 Landtagswahlen im Osten ist nicht günstig, aber er ist nie günstig. Jetzt brauchen wir eine klare Richtungsentscheidung…!

      • Keine Chance. Je mehr man versucht, den Flügel parteiintern zu bekämpfen, desto stärker wird er. Wie auch schon geschrieben wurde, sind die Gemäßigten einfach zu schlecht organisiert und zu wenig entschlossen.

      • Langfristig wird der Flügel sich durchsetzen und die AfD komplett übernehmen. Es fragt sich nur, wie lange das dauert. Ein Ende mit Schrecken wäre wohl besser als ein Schrecken ohne Ende, also eine schnelle Übernahme noch dieses Jahr statt erst in zwei oder vier.

      • Malen Sie den Teufel doch nicht immer gleich an die Wand. Wenn alle so denken würden wie Sie, wäre das längst passiert. Aber zum Glück gibt es noch genügend Vernünftige in der AfD, die etwas mehr Standing haben.

      • Was hat Ihr Standing bislang genützt? Die AfD ist unverändert auf einer schiefen Ebene. Das Abrutschen in den Rechtsextremismus lässt sich vielleicht noch etwas verzögern, aber nicht mehr verhindern. Rein theoretisch sind natürlich immer noch ganz andere Entwicklungen denkbar, aber das gilt überall, z. B. auch für die CDU, die nach Frau Merkel mit größerer Wahrscheinlichkeit wieder vernünftiger wird als die AfD nach Herrn Gauland.

      • @Alexander Dilger 23:30

        Auf Merkel folgt in der CDU die Putzliesel aus dem Saarland oder noch Schlimmeres. Daher sehe ich für die Rentnerpartei CDU – der im Übrigen ja auch die Wähler wegsterben – keine Zukunft.

        In der AfD ist Gauland doch selbst Teil des Problems. Ich würde ihm – ebenso wie seinerzeit Bernd Lucke und Frauke Petry – keine Träne nachweinen.

        Die AfD hat bei der Neuwahl des Bundesvorstands aber die Chance, endlich reinen Tisch mit dem Flügel zu machen. Dass dies zur Zerreißprobe werden kann, war von Anfang an klar. Und dass Herr Meuthen so lange zugesehen und Höcke auch noch hofiert hat, ist vielen sauer aufgestoßen. Das war ein sehr großer Fehler von ihm. Es ist aber kein Grund, die Flinte jetzt (also noch vor dem Bundesparteitag mit anstehenden Neuwahlen der Bundesvorstände) ins Korn zu werfen.

      • Sind Sie denn Delegierter? Dann versuchen Sie Ihr Bestes auf dem Bundesparteitag. Aber wenn das nicht reicht, dann sollten auch Sie die Konsequenz ziehen.

      • Nein, ich bin derzeit kein Delegierter. Nur Ersatzdelegierter. Schon bei der letzten Delegiertenwahl hat sich der Flügel sogar in unserem als sehr liberal geltenden Kreisverband die Delegiertenmandate geschnappt (ist aber zum glück nicht mit stimmberechtigten Mitgliedern im Kreisvorstand vertreten). Unser KV wählt noch vor dem Bundesparteitag neu und ich hoffe sehr, dass der amtierende Vorstand etwas dazugelernt hat.

      • Wann gilt man in der AfD noch bzw. bereits als liberal? Wenn selbst solche Kreisverbände nur Flügel-Delegierte wählen, darf man sich über die Ergebnisse nicht wundern.

      • Das sehe ich genauso. Bitte machen Sie dass auch den Parteifreunden in ihrem Umfeld klar.

      • Ich befürchte, es ist zu spät. Die von Ihnen genannten Personen sind gestärkt und es wird schwerer denn je, sie loszuwerden. Wahlergebnisse im Westen werden stark negativ korreliert zur Entwicklung im Osten sein. Diese großen Flügel-Spektakel mit Personenkult um Höcke sind an 95% Normalbürger im Westen nicht vermittelbar, sondern extrem abschreckend und nicht zukunftsorientiert.
        Nach dem Mob und Pöbel von Essen 2015 zeigt sich dieser nochmals erstarkt bei der unwürdigen und respektlosen Demontage von Meuthen, der sich wie Gauland vorwerfen lassen muss, zu lange mit Höcke und Flügel kooperiert zu haben.
        Nach vielen Jahren bin ich mittlerweile auch nicht mehr weit vom Austritt entfernt. Es besteht immer mehr die Gefahr, dass die AfD deutlich mehr schaden als nutzen wird. Neben dem direkten Schaden durch die Rechtsaußen, durch nationale, sozialistische Politik und proletenhaftes Auftreten ist der Hauptschaden der, dass Millionen von Wählern im Westen eine bürgerliche Alternative verwehrt bleibt.
        Herr Dilger hat mit seiner Einschätzung leider, wie zu befürchten war, recht behalten. Als kleiner Aktiver hat man halt bis fast zuletzt gehofft und sich engagiert, dass es nicht so kommt.

      • Nicht hinwerfen – DURCHHALTEN!
        Dieser braune Pöbel wartet doch nur darauf, dass Leute wie Sie und ich entnervt aufgeben. Je mehr Parteifreunde diese Erwartung erfüllen, desto näher rückt das Desaster. Es auch noch selbst herbei zu reden, ist das denkbar ungünstige, was wir jetzt tun können …

      • Hatten Sie nicht selbst den nächsten Bundesparteitag für entscheidend erklärt (wenn auch weniger personell, sondern wegen des Rentenkonzepts)? Es macht Sinn, sich selbst und andere darauf einzustimmen, um noch einmal alles zu geben. Aber wenn das dann nicht gereicht hat, sollte man auch die Konsequenzen ziehen und nicht wie LKR ein Promille bei der EU-Wahl als Signal zum Weitermachen fehlinterpretieren.

      • Der Parteitag zu den Sozialsystemen sollte ursprünglich im September, also vor dem Bundesparteitag mit der Neuwahl der Bundesvorstände stattfinden. Da Ersterer aber (leider) auf das II. Quartal 2020 verschoben wurde, findet dieses Jahr nur noch ein Bundesparteitag statt. Fakt ist aber, dass es so oder so zum Showdown kommen wird, da Höcke und seine Untertanen meinen, bald vor Kraft nicht mehr laufen zu können. Warten wir es ab.

      • Ja, ich bin schon auch der Meinung, lieber dieses Jahr noch klaren Tisch zu machen, als die Zustände so zu belassen. Das schrieb ich ja bereits. Den Ausgang in Essen empfand ich übrigens als positiv, da sich die AfD dort ihrer autoktratischen Lichtgestalt entledigt hat und endlich die Chance bestand, aus einer sektenähnlich geführten Bewegung abtrünniger CDU-Jünger eine auch innerparteilich demokratische Partei zu formen.

      • Leider. Aber zumindest bestand die Chance.

        Bernd Luckes Erbe (der Flügel) wurde seinerzeit noch völlig unterschätzt. Ohne Luckes im Mai 2013 erfolgte Einladung an die NPD-Leute, doch besser zur AfD zu kommen, hätte die AfD dieses Problem heute nicht. Aber das zu Bejammern nutzt jetzt nichts mehr.

        Den Gemäßigten in der AfD fehlt ein durchsetzungsstarker Wortführer, an dem sie sich orientieren können. Wenn Lucke den Bogen nicht immer wieder massiv überspannt hätte, in dem er wie ein Kleinkind nur seine eigenen Positionen durchboxen wollte, hätte er so ein Wortführer sein können. Aber dafür fehlte ihm eben die Empathie und die Führungseignung.

      • Herr Francomacorisano, die Weichen worden doch auf den letzten Parteitagen gestellt. Da hätten Sie aufstehen müssen. The point of no return ist längst erreicht. Für 8% wird die AfD für Rechte und Protestwähler weiterhin gut sein. ( Ausnahme in Ostdeutschland) Herzblut aus der Gründungszeit für eine bürgerliche Alternative findet sich in der Partei doch nicht mehr. Seriöse Mitglieder habe sich zurück gezogen und sind ausgetreten. Schauen Sie sich doch das Personal nur in den westdeutschen Kreisverbänden an, die Leute haben in ihren Kommunen doch überhaupt kein Standing, weder im Ehrenamt noch beruflich. Hier wird nur noch Politik in kleinen Hinterzimmern gemacht, eine öffentliche Veranstaltung bekommt doch kein westdeutscher KV auf die Reihe.

      • Und woran bitteschön liegt es, dass sich im Westen beinahe nur noch Menschen öffentlich zur AfD bekennen, die entweder ohnehin noch nie etwas zu verlieren hatten oder ihre Schäflein längst im trockenen haben?

        Richtig. Weil die AfD dank Herrn Höcke gesellschaftlich geächtet wird, wie keine zweite Partei. Daher ist der erste Schritt für die AfD „Höcke muss weg“. Erst danach kann man mit Aussicht auf Erfolg daran arbeiten, Frau Merkel abzulösen. Leider kapieren das aber weder Flügler noch Ossis.

      • Natürlich geht Höcke nicht freiwillig. Die Möglichkeit, die NPD zu übernehmen, hätte er ja gehabt. Die Einladung dazu lag bereits auf dem Tisch. Seine Mission ist aber eine andere.

        Folglich muss er demaskiert und geschwächt werden. So lange AfD-Sprecher solche Interviews https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-567571.html geben, wird das aber leider nichts.

      • Bei uns in Rheinland-Pfalz gibt es zum Glück kaum Flügelleute. Die Bürgerlichen in der AfD, und das sind zahlenmäßig die meisten (!), dürfen es nicht zulassen, dass Leute wie Höcke oder die Möchtegern-Fürstin im nächsten Bundesvorstand sitzen. Hätten uns Leute wie Prof. Dilger und andere nicht verlassen, müssten wir uns keine Sorgen machen… 😦

      • Das Hauptproblem bezüglich des Umgangs mit dem Flügel sind in der Tat die Couchpotatoes und Hasenfüße. Aber wir können nun einmal niemanden zwingen, zu den Parteitagen zu fahren bzw. überhaupt an Bord zu bleiben. Stehen auf solches Verhalten beim Flügel eigentlich Strafen? 😉

      • „Bei uns in Rheinland-Pfalz gibt es zum Glück kaum Flügelleute. Die Bürgerlichen in der AfD, und das sind zahlenmäßig die meisten (!), dürfen es nicht zulassen, dass Leute wie Höcke oder die Möchtegern-Fürstin im nächsten Bundesvorstand sitzen. Hätten uns Leute wie Prof. Dilger und andere nicht verlassen, müssten wir uns keine Sorgen machen.“

        An welchen Parametern genau wird denn „Bürgerlichkeit“ und „gemäßigt“ gemessen? Wo beginnt dies und hört dies auf? Wer hält den passenden Wertmaßstab in den Händen?

        Tatsache ist doch, dass es im sogenannten „Flügel-Lager“, was es ja so klar eingrenzbar gar nicht gibt (es gibt ja auch keine Mitgliedsausweise), jede Menge Abiturienten, Akademiker, öffentliche Angestellte/ Richter (z.B. Jens Maier) und Selbstständige/ Unternehmer gibt. Proletarier oder gar Kriminelle gibt es dort wohl eher nicht in großer Zahl. Problematische Charaktere, die man als „nicht-bürgerlich“ titulieren könnte, gibt es doch auch genügend im „nicht-Flügel-Teil“ der AfD.

        Jedenfalls wird hier ein Popanz darüber aufgebaut darüber aufgebaut, was angeblich exakt bürgerlich sein, obwohl dies keiner genau nach Maßstab festlegen wird können. Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, muss man die Peroson Höcke auf Grund seines spezifischen Charakters und diesbezüglich punktueller Defizite losgelöst von dem rechten Lager in der AfD betrachten. Im Großteil des rechten lagers in der AfD sind vernünftige Leute, die grundsätzlich denken, gleichwohl aber massenkompatibel und realitätsbezogen sind. Höcke muss man isoliert als spezielen Fall betrachten.

        Götz Kubitschek, eine zentrale Figur der Neuen Rechten, hat sich bei Tichys Einblick selbst kritisch zu Teilen Höckes inszenierten Auftritts geäußert.

        https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/alice-weidel-und-goetz-kubitschek-kommt-hier-zusammen-was-zusammen-gehoert/

        Tenor: Ihm ist zu viel Kitsch und Selbstinszenierung fremd und er überlegt selber massenkompatiblere Leute im rechten Lager der AfD zu fördern. Ihm ist also die Problemstellung bewusst. Man sollte also nicht zu schwarz sehen und sich von hysterischen Medien aufscheuchen lassen. Meuthen hat nun leider einen kleinen Dämpfer kassiert. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende, sondern wwar lediglich eine temporäre innerparteilich geäußerte Kritik. Weidel kassierte 2017 auch eine Klatsche beim LPT gegen Ralf Özkara. Nun ist sie gestärkt wie nie.

      • Götz Kubitschek steuert also den Flügel?
        Oder konkurriert er mit dem Verfassungsschutz darum, wer den Flügel steuern darf?

      • Es ist doch eigentlich ganz einfach. Wer fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht, ist gemäßigt. Wer das nicht tut, wie inzwischen die meisten in der AfD, ist es nicht.

      • Sie tun ja gerade so, als ob das Grundgesetz unabänderlich wäre …

      • Zumindest Teile davon können nur von Verfassungsfeinden abgeändert werden, die sich allerdings nicht nur in der AfD finden, sondern auch unter Linksextremisten und EU-Fanatikern.

      • Die bedingungslosen EU-Fanatiker stellen für das deutsche Grundgesetz ein viel größeres Risiko dar als irgendwer in der AfD. Und sie sind inzwischen deutlich in der Überzahl. Deutschland wird mit der neuen EU-Kommissionspräsidentin in den VSE aufgehen. Damit haben CDU/SPD/FDP/SED und Grüne doch ihr Zeil erreicht. Rien ne va plus. Höckes Gefolgschaft kann abtreten und Putzliesel AKK übernimmt die Bundeswehr zum Kehraus.

      • Auch wenn immer mehr deutsche Politiker die deutsche Souveränität abschaffen wollen, will sie kein anderes Land geschenkt. Sie nehmen nur weiter das Geld, bis hier wortwörtlich die Lichter ausgehen.

      • Mein Reden. Deutschland steht am realen Abgrund. Den Abgrund der Dummheit hat es längst genommen. Der Aufprall wird verdammt hart werden.

      • @300sel

        „Götz Kubitschek steuert also den Flügel?
        Oder konkurriert er mit dem Verfassungsschutz darum, wer den Flügel steuern darf?“

        Götz Kubitschek hat wohl, gemessen daran, dass er kein Parteimitglied ist, recht gute Kontakte hinein in die AfD. Und zwar deutlich über den „Flügel“ hinaus. Er hat bereits in der Vergangenheit eine vermittelnde Position eingenommen, bspw. in der Eskalation in dem Fall Gedeon. Auf seinen Kongressen waren bereits viele aus der Partei, die nicht dem „Flügel zuzuordnen sind (Meuthen, Hartwig, demnächst Weidel). Auch wenn er persönlich sehr grundsätzlich orientiert ist und scheinbar eine lange Freundschaft zu Höcke hat und dem Liberalismus sehr kritisch gegenüber steht, so ist er doch anders als Höcke wohl sensibler für innerparteiliche Zusammenhänge und das öffentliche Erscheinungsbild. Er hat mehrfach betont, dass es keine Spaltung geben darf und der Erhalt und Erfolg der Partei sehr wichtig ist. Anfangs war mir dies noch nicht so bewusst, mittlerweile glaube ich aber, dass er durch sein hohes Standing im rechten Lager der AfD eine gewisse Autoritätsrolle einnehmen kann und auf diese weise zur innerparteilichen Mäßigung sowie einer Steigerung der Mainstreamkompatibilität beitragen kann. In der Vergangenheit hat er gleich an mehreren Stellen, nicht nur in dem verlinkten Interview, sondern auch in seiner Zeitschrift Sezession übertriebene teils in Kitsch ausartende und zur Selbstinszenierung neigende Kyffhäuser/ Höckeveranstaltungen kritisiert.

        Sie können mir glauben: Nichts wäre ihm unliebsamer, a) als eine gescheiterte AfD, oder b) eine inhaltlich entschärfte mainstreamkompatible AfD. Er will eine grundsätzliche AfD, aber eine ohne schrägem Kitsch, Selbstinszenierung und massiven innerparteilichen Zerwürfnissen. In dieser Hinsicht ist er durchaus realpolitsich und sich der Problematik der Massenanschlussfähigkeit bewusst. Ich hoffe, dass er Höcke, über den die öffentliche Diskussion schon längst jeden sachlichen Bezug verloren hat, etwas deutlicher in die Schranken weißt und massenkompatible Leute mehr nach vorne geholt werden.

      • Ich denke, dass Kubitschek seine Aussagen durchaus ernst meint, gleichwohl ich nichts von ihm halte. Höcke hingegen hat eine ganz andere Mission. Das wird doch immer deutlicher. Und der VS oder andere Dienste hören nun mal nicht auf Herrn Kubitschek und seine Finanziers.

        Außerdem geht es doch um die AfD, die weder zum Spielball von Agenten noch zum Spielball der ‚Neuen Rechten‘ werden darf, wenn sie als politische Kraft eine ernst zu nehmende Rolle einnehmen will. 70% völlige Ablehnung bei den Wählerpräferenzen sind einfach 45% zu viel.

  7. Richtig, nach den drei gescheiterten Abspaltungsversuchen ( Lucke, Petry, Poggenburg) ist doch wohl niemand so blöd zu glauben, eine neuerliche Abspaltung hätte eine Chance.
    Nur wenn die AfD an der Regierung wäre und in der Regierung dann den Grüßaugust spielt, könnte eine Rechtsabspaltung Erfolg haben

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