Aufforsten ist gut und günstig

Manchmal sind die einfachsten Lösungen die besten: „Wie Bäume helfen, das Klima zu retten“. Demnach könnten durch Aufforstung die Wälder der Welt um ein Drittel zunehmen, ohne menschliche Siedlungen und Landwirtschaft zu beeinträchtigen. Dadurch würde der menschenverursachte CO2-Anteil in der Atmosphäre um Zweidrittel gesenkt. Auch wenn man das bezweifeln kann, ist das Aufforsten in jedem Fall eine gute Idee. Dabei müsste man damit beginnen, die Rodung von Wäldern, insbesondere tropischen Regenwäldern zu stoppen.

Denn global nehmen die Wälder noch ab, aber in Europa z. B. zu, selbst wenn ausgerechnet die Grünen das Abholzen erst für den Braunkohletagebau und jetzt Windkraftanlagen befürworten. Ich selbst habe dieses Jahr übrigens gleich mehrere Bäume gepflanzt bzw. pflanzen lassen. Dafür wurden andere, aktuell größere Bäume allerdings auch gefällt. Entsprechend muss man aufpassen, wenn man für das Aufforsten und Erhalten von Wäldern zahlt, dass diese nicht gleich danach der Säge zum Opfer fallen. Entsprechend sind kleine jährliche Zahlungen für Waldbestände besser als eine große Einmalzahlung, nach der kein finanzielles Interesse mehr am Erhalt besteht.

Interessant finde ich, dass das Aufforsten viel günstiger ist als die meisten Maßnahmen, Steuern und Abgaben, die die Politik uns bereits angetan hat und vor allem noch antun will. Laut Stiftung Warentest gibt es sehr gute CO2-Kompensation bereits für 23 Euro pro Tonne, immerhin ausreichende bereits für 5 Euro, während EU-Zertifikate für eine Tonne CO2 aktuell 26,60 Euro kosten, was insbesondere Grüne für viel zu niedrig halten und mit zusätzlichen Steuern und Auflagen vervielfachen wollen. Doch selbst wenn die vermeintlichen Schäden und Risiken groß gerechnet werden, liegt der effiziente, ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Preis nicht über den Kosten der Vermeidung.

17 Gedanken zu „Aufforsten ist gut und günstig

  1. Konstruktiv am Schweizer Vorschlag ist endlich die positive Handlungsanweisung, im Gegensatz zu den Verboten, nicht Autofahren, nicht Fliegen, kein Fleisch essen etc..
    Persönlich empfehle ich den schnell wachsenden japanischen Kiribaum (Kaiserbaum), der bis zu 5 m im Jahr zulegt. Im alten Japan pflanzte man den Kiri bei der Geburt einer Tochter. Vor der Hochzeit wurde er dann gefällt und für feuerfeste Mitgiftmöbel verwendet.

    • Gute Idee. Vielleicht gewöhnen sich die Töchter dann auch endlich wieder ab, Presspappe von Ikea den Vorzug vor Massivholz zu geben. 😏

  2. Wiederaufforsten ist ein wichtiger Bestandteil der notwendigen Reaktion auf die Klimakrise, Ihr Engagement ist da sehr löblich! Allerdings eine Nachfrage und eine Ergänzung:
    1. Wo haben sich die Grünen für die Abholzung zugunsten des Braunkohletagebaus eingesetzt?
    2. Aufforstung ist nur eine temporäre Lösung, wenn überhaupt eine: Durch Absterben von Pflanzen oder bspw. Waldbrände (die durch den Klimawandel häufiger werden) wird das gebundene CO2 auch wieder freigesetzt (https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-wald-1.4515837). Bei wachsendem Waldbestand kann mehr CO2 gebunden werden, allerdings ist das ein Einmal-Effekt, während die CO2-Emissionen kontinuierlich steigen (seit 1990 um ~60 %, seit 1960 um ~284 %; http://www.globalcarbonatlas.org/en/CO2-emissions). Eine richtige Lösung ist das also nicht.

    • „‚Die Grünen haben zugestimmt, den Hambacher Forst zu opfern'“, unterstützen jetzt aber sogar gewaltsame Proteste dagegen. Beides finde ich falsch.

      Zusätzlicher Wald bringt natürlich nur etwas, wenn er bestehen bleibt. Mehr CO2 in der Luft trägt allerdings zum Pflanzenwachstum bei. Die fossilen Energieträger sind schließlich organischen Ursprungs, waren also schon einmal in der Luft, woraus ich folgere, dass die Erde dadurch zwar wärmer werden kann, aber nicht unbewohnbar. Erdgeschichtlich gesehen leben wir immer noch in der Eiszeit.

      • Das ist ja nun FDP-Propaganda, die Sie da teilen – ich hatte vermutet, dass Sie darauf hinaus wollen. Der von Ihnen verlinkte WELT-Artikel hat es schon angedeutet, aber hier nochmal die Stellung der Grünen: https://gruene-nrw.de/aktuelles/faq-braunkohle/.

        Zusätzlicher Wald (wie oben berechnet) bringt nur und genau dann etwas, 1. wenn er bestehen bleibt und 2. wenn die Emissionen konstant bleiben. (Ansonsten müsste kontinuierlich mehr Wald geschaffen werden – was relativ schnell an seine (geographischen) Grenzen stößt.) Die zweite Bedingung wird (aller Voraussicht nach) nicht erfüllt, woraus folgt, dass zusätzlicher Wald allein nicht die Lösung ist, sondern nur einmalig unser „CO2-Konto“ erhöht – bzw. unseren aktuellen (!) Emissionen anpasst.

      • Nun verbreiten Sie Propaganda der Grünen. Diese hatten explizit einem Kompromiss zugestimmt, der die Abholzung des Hambacher Forstes beinhaltete. Das kann man so machen oder lassen, sollte aber nicht hinterher das Gegenteil behaupten.

        Konstante Emissionen müssten doch auch durch immer weitere Ausgleichsmaßnahmen aufgefangen werden. Tatsächlich steigen die Emissionen weltweit noch an, selbst wenn Deutschland gar kein CO2 mehr aus fossilen Energieträgern freisetzen würde. Wenn hier komplett auf Öl, Gas und Steinkohle verzichtet wird, nutzen diese einfach andere etwas billiger. Nur die Braunkohle, die im heimischen Boden bleibt, macht tatsächlich einen Unterschied.

  3. Für eine wirklich nachhaltige und ökologische Wiederaufforstung empfehle ich die Bücher des „Baumflüsterers“ Peter Fröhlich, der von einer jahrhundertelangen, evt. jahrtausendelangen Aufbauarbeit spricht, um Bäume, Pflanzen sowie Tierwelt und Mikrobiologie koordiniert in Ordnung zu bringen.
    Auch Prof. Bier, Vorgänger Sauerbruchs an der Charité, hat ein Lehrbuch über die Wiederaufforstung des versandeten Brandenburgs geschrieben, das heute noch wegweisend ist; damals waren Chirurgen noch keine Fachidioten.
    Trotz Allem ist es besser, ein Licht anzuzünden, als die Finsternis zu verfluchen.

    • In der Sache stimme ich sogar zu, doch vom Verfahren her ist die Rodung (mit späterer Wiederaufforstung) politisch und rechtsverbindlich beschlossen worden, auch von den Grünen. RWE müsste deshalb von sich aus darauf verzichten, wofür die Politik natürlich positive Anreize setzen könnte (auf Kosten der Steuerzahler allerdings).

      • Ja klar. Noch mehr Hin und Her auf Kosten der Steuerzahler. Grünen-Wähler und Beamte natürlich ausgenommen. Haha.

    • Die damalige politische Entscheidung basierte auf dem Argument von RWE, dass unabhängig von dem weiteren Fortgang des Tagebaues das gesamte zur Rodung anstehende Gelände zur Geländemodellierung (Nivellierung der Abbruch-Kanten) und zum Wasser-Management benötigt würde, ein Prozeß, der auch nach sofortigem Abbau-Stop Jahrzehnte in Anspruch nimmt. Diese Planung ist zur Vermeidung großflächiger und lang andauernder Gelände-Bewegungen anscheinend noch gültig. Zur Entlastung des Steuerzahlers würde ich im ersten Schritt mal alle Rechtsbrecher im Zusammenhang mit der Blockade der Tätigkeit von RWE und der Belastungen der Öffentlichen Hand in gesamtschuldnerische Haftung nehmen.

  4. Ich habe die Studie noch nicht gelesen. Aber wenn ich mal von 1000 Bäumen je Hektar ausgehe (typischer Nutzwald-Wert), muss jeder Erdenbürger 100 Bäume pflanzen. Für Miscanthus habe ich einen Wert von 30 Tonnen CO2-Aufnahme je Hektar gefunden; wenn der stimmt, könnte man binnen 7 Jahren die selbe Menge CO2 aus der Luft holen wie mit diesem Wald (der ja lãnger als 7 Jahre zum Wachsen braucht); man müsste es allerdings am Jahresende abernten und dann vergraben o.ä

  5. Diese sinnvollen Vorschläge höre ich nicht von den Grünen!?! Damit ist ein weiterer Beweis erbracht, dass es diesen Öko-Sozialisten gar nicht wirklich um Naturschutz geht, sondern um Umerziehung, Verbote, Steuererhöhungen und Unfreiheit.

    Die haben Glück, dass ich nicht CDU-Generalsekretär bin. Ich würde die Grünen mit einer Lagerkampagne in Sinne von „Die oder Wir“ fertigmachen. Mit der richtigen Strategie könnte die Union wieder 40% holen. Wenn die FDP 10% liefern würde, hätten wir die Mehrheit und von der AfD würde kaum noch jemand sprechen…!

    • Die CDU könnte der AfD sofort das Wasser abgraben, wenn sie wollte. Frau Merkel verzichtet wohl kaum aus ideologischen Gründen darauf, sondern fürchtet vermutlich, dann ihre Regierungsmehrheit zu verlieren, selbst wenn die CDU wieder stärker werden sollte.

  6. Pingback: Nationale CO2-Steuer ist weder wirtschaftlich noch weise | Alexander Dilger

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