Kroatien bereitet Euro-Einführung vor

„Kroatien testet die Euro-Einführung“ und will dafür am europäischen Wechselkursmechanismus (ERM 2) teilnehmen wie sonst nur Dänemark, welches klugerweise nicht den Euro einführen will, obwohl es das dürfte, doch wegen kluger Verhandlungen nicht muss. In Kroatien sind hingegen laut einer Umfrage der Zentralbank 52 Prozent für einen Beitritt zur Eurozone, der damit ab 2023 möglich würde, und nur 40 Prozent dagegen.

Dabei ist der Euro eine reine Schönwetterveranstaltung. In wirtschaftlich guten Zeiten macht eine Anbindung an den Euro durchaus Sinn, aber in schlechten Zeiten kann nur eine noch bestehende eigene Währung leicht abgekoppelt werden und z. B. abwerten oder zur Vermeidung einer Staatspleite dienen. In der Eurokrise haben alle Euro-Länder verloren und reichen die Hilfszahlungen von anderen Staaten und der EZB nicht aus, um die enormen Schäden in den Empfängerländern auszugleichen, während auch die Geberländer viel Geld und Wohlstand verlieren.

3 Gedanken zu „Kroatien bereitet Euro-Einführung vor

  1. Kroatien ist vielleicht mehr „Euro-tauglich“ als shitwhole-countries wie Griechenland und Zypern. ABER besser schaffen wir diesen wettbewerbsverzerrenden Euro ganz ab…!

  2. Kann sich Deutschland freuen, wenn der Euro in Kroatien eingeführt wird?
    Diesen „wettbewerbsverzerrenden Euro“ für uns abzuschaffen ist nicht ganz so einfach. Die europäischen Notenbanken schulden Deutschland über 950.000.000.000 Euro. Dieses Geld werden wir wohl nimmer wiedersehen. Hinzu kommen die Hilfskredite für Griechenland und Italien, wobei jeder Deutsche alleine für die Hilfskredite für Griechenland mit über 1000 Euro belastet ist.
    Man muss aber auch erkennen, dass ein Austritt Deutschlands aus dem Euro erst mal eine Finanzkrise auslösen wird. Würde die neue deutsche Währung aufwerten, z.B um 50%, würden die Schulden der anderen Länder gegenüber Deutschland um das 1.5 fache steigen. Würden diese Schulden in Euro zurückgezahlt werden, würden wir automatisch zwei Drittel unserer Forderungen einbüßen, eine Begleichung der Schulden mit der neuen Mark kann ich mir nicht vorstellen.
    Willkommen Kroatien, ich hoffe wir wissen, was sie tun.

    • Es ist schwer, Rühreier wieder zu trennen. Das spricht aber dagegen, immer noch mehr Eier in die Pfanne zu hauen.

      Der positive Targetsaldo Deutschlands besteht gegenüber der EZB. Wenn der Euro ungeordnet zerbricht, haben wir jedoch noch ganz andere Probleme. Schlimmstenfalls bleiben wir auf allen Euro sitzen, während andere sich reale Werte angeeignet haben. Die bestehenden Schulden lauten natürlich auf Euro und Deutschland könnte von Ausländern keine Rückzahlung in aufgewerteten Mark verlangen. Durch die Aufwertung werden Forderungen in Euro jedoch nicht wertloser, sondern uns werden jetzt alle Aufwertungsgewinne vorenthalten. Eine zu schnelle und hohe Aufwertung lässt sich schließlich ganz einfach bekämpfen, was für eine entsprechende Abwertung nicht gilt.

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