Freisprüche bei ärztlich assistierten Selbsttötungen

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat „Freisprüche in zwei Fällen ärztlich assistierter Selbsttötungen bestätigt“. Aus liberaler Sicht ist das ein wichtiges und richtiges Urteil. Das menschliche Leben ist ein hohes Gut, doch es ist nicht um jeden Preis zu erhalten, insbesondere nicht gegen den freien Willen der Betroffenen.

Zwischenzeitlich wurde ‚Geschäftsmäßige Sterbehilfe verboten‘, was wegen des Rückwirkungsverbots im Strafrecht bei diesem Urteil nicht berücksichtigt wurde, aktuelle und zukünftige Fälle jedoch wieder unsicherer machen kann, insbesondere wenn der Arzt Mittel zur Selbsttötung besorgt hat. Ärzte sollen Leben retten, aber vor allem Patienten helfen, Leiden verringern und den Willen der Betroffenen achten. Das gilt auch für Patientenverfügungen und Organspenden (siehe hingegen ‚Spahn und Merkel wollen auf Zustimmung zu Organspenden verzichten‘ und ‚Illiberaler Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung‘).

8 Gedanken zu „Freisprüche bei ärztlich assistierten Selbsttötungen

  1. Wenn Organentnahme (ärztlich assistierte Tötung) ohne Zustimmung des Betroffenen legal ist, warum sollte es dann nicht auch ärztlich assistierte Selbsttötung (auf erklärten Willen des Betroffenen) sein? Das Urteil ist folglich auch aus der illiberalen Sicht eines Regimes, das Sterbenden ohne deren Zustimmung Organe entnehmen lässt, nur logisch und konsequent.

      • Sie entwickeln sich zunehmend vom einstmals sachlichen Kritiker zum sarkastischen Zyniker …
        … willkommen im Club! 😏

      • Manchmal muss man die Tatsachen etwas zuspitzen, um die Wahrheit dahinter klar zu sehen. In diesem Sinne hat Herr Spahn vermutlich festgestellt, dass er als Verteidigungsminister noch mehr Macht über Leben und Tod hätte denn als Gesundheitsminister, der Organentnahmen ohne Zustimmung erlaubt und dafür explizite Wünsche schwer Leidender, auf Wiederbelegungsversuche zu verzichten, ignoriert.

      • Wenn Spahn tatsächlich Verteidigungsminister wird (wovon auch ich ausgehe), zeigt Merkel Robot ein weiteres Mal, wie unter ihr Karrieren gemacht werden.
        Fachkompetenz? Fehlanzeige.
        Jens Spahn hat nach einer Banklehre und einem neben seiner Tätigkeit als junger MdB absolvierten Fernstudium (!) der Politikwissenschaft keinerlei Berufspraxis außerhalb der Politik erworben. Aber Hauptsache, der junge Karrierist ist stets auf der richtigen Schleimspur unterwegs.
        Ein guter Freund, der das armselige Geschehen in der fernen Heimat meist vom Nahen Osten aus beobachtet, schrieb mir heute:
        „… das Land geht definitiv nicht in eine positive Richtung, und Europa nach diesen Pseudowahlen gleich mit (Merkel hat aber perfekt taktiert: CSU Mann Weber auskegeln lassen und dann ihre eigentliche Favoritin Flintenuschi von Macron in Stellung bringen lassen und zusätzlich Weidmann gegen Lagarde ausgetauscht, ohne dass die Öffentlichkeit diesen Plan entdeckte).“

  2. Fragwürdig ist die faktische Privilegierung des noch Tüchtigeren, noch Gesünderen, der sich noch ohne fremde Hilfe umbringen kann. Der selbst dazu unfähig Gewordene, besonders Kranke, soll an dem gehindert werden, an dem ihn vorher niemand hinderte…

  3. Pingback: Bundesverfassungsgericht erlaubt geschäftsmäßige Sterbehilfe | Alexander Dilger

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