Amnesty International vs. individuelle Menschenrechte

Den ursprünglichen Zweck von Amnesty International finde ich immer noch sinnvoll. Die elementaren Menschenrechte müssen eingehalten werden und z. B. Folter gehört unter allen Umständen verboten. Allerdings stört mich schon länger eine Überdehnung des Mandats, wenn etwa die unkontrollierte Zuwanderung zum Menschenrecht erhoben wird (siehe ‚Ärzte ohne Grenzen wollen keine Gelder mehr von EU und mir‘).

Jetzt hat Amnesty International jedoch noch zweifach nachgelegt, weshalb ich meine Einzugsermächtigung gekündigt habe. Erstens nimmt es die Organisation bei ihren eigenen Mitarbeitern mit den Menschenrechten nicht so genau. Mindestens eine oder sogar zwei Mitarbeiterinnen wurden durch toxische Arbeitsbedingungen in den Tod getrieben, woraufhin an die verantwortlichen Führungskräfte großzügige Abfindungen gezahlt wurden (seihe „Amnesty International tauscht Führungspersonal aus“). Zweitens surft Amnesty International mit dem grünen Zeitgeist und schätzt kollektivistischen Irrsinn mehr als die individuellen Menschenrechte, die dadurch massiv gefährdet werden: „Greta Thunberg und Fridays for Future erhalten Amnesty-Preis“. Daran möchte ich mich nun wirklich nicht länger beteiligen.

33 Gedanken zu „Amnesty International vs. individuelle Menschenrechte

  1. Haben Sie wirklich für die linke Vorfeldorganisation Amnesty International gespendet…??? Ich fasse es nicht.

    Die haben sich doch schon in den 80ern lieber für unterdrückte Negerstämme in Afrika eingesetzt, statt sich um politische Gefangene in der „DDR“ zu kümmern. Das hätten gebildete Menschen wie Sie wissen können…! 😦

  2. Sehr richtig. Ich habe früher regelmäßig für Amnesty International gespendet, meine Unterstützung aber inzwischen aus genau denselben Gründen auch eingestellt.

  3. Und Anmnestys Forderung vor vielen Jahren auf weitestgehende Straflosigkeit von „Abtreibung“ kritisierte ich damals auch schon als Abweichung vom höchst notwendigen Kampf gegen Folter (ohne hier jetzt darzulegen, warum aus rein liberalen, rein rationalen und keinesfalls religiösen, Gründen „Abtreibung“ nur in Ausnahmefällen völlig straflos sein sollte). So wie jede Bezeichnung eines Rechten, was ich keineswegs bin, als „Nazi“ die Faschisten verharmlost, verharmlost Amnesty so Folter!

    • Aufbauend auf den Mechanismen von Angst, die von interessierter Seite konzertiert geschürt werden, erfolgt eine Flucht ins Kollektiv, ohne konkrete Idee zur Umgestaltung der Gesellschaft, aber mit dem Motiv, durch Gruppenbildung Sicherheiten zu erlangen – kennen wir auch von religiösen Bewegungen seit dem Mittelalter.

    • Die „Schülerstreiks“ würde ich nicht so ernst nehmen. Schüler können nicht wirklich streiken. Viele wissen nicht, wofür sie da eigentlich demonstrieren, wozu sie z. T. sogar von politisierten Lehrern verpflichtet werden.

      Mit kollektivistischem Irrsinn meine ich das Ziel, dass Deutschland einmal mehr die Welt retten soll, was auch in diesem Fall gleich in mehrfacher Hinsicht nicht möglich ist, aber wieder immense Kosten verursacht. Selbst die angebliche Vorbildfunktion der deutschen Energiewende hat sich erwartbar in ihr Gegenteil verkehrt: „Kohlewende in Australien: Deutschland als abschreckendes Beispiel“. Allein dadurch könnte mehr CO2 freigesetzt werden, als Deutschland überhaupt noch einsparen könnte.

      • Gehen Sie einfach mal davon aus, dass unser Bildungssystem nicht so schlecht ist, wie an den Stammtischen allgemein angenommen wird. Ich habe zwei Töchter zum Abitur begleitet und kann Ihnen versichern, dass die Schule ihrem Bildungsauftrag gerecht wird. Die Schüler wissen sehr genau, worum es geht.

        Im Gegensatz zu den weißen alten Männern werden die Jugendlichen noch 80 Jahre auf dieser Erde verbringen und haben daher ein höheres Interesse an einer Erde, auf denen man noch vernünftig leben kann.

        Natürlich kann Deutschland nicht alleine die Welt retten, aber wenn jedes Land sich auf den Standpunkt stellt, dass der eigene Beitrag zu gering ist, dann passiert nirgendwo etwas.

        Sie haben doch selbst Kinder. Daher verstehe ich nicht, wieso Ihnen der Klimaschutz nicht wichtig ist.

      • Ihre eigenen Ausführungen belegen doch, dass viele Schulen offensichtlich nicht mehr (?) zum kritischen Denken, sondern zum Mitläufertum erziehen und die Schüler indoktrinieren. Verantwortungsvolle Eltern würden dagegenhalten, statt das auch noch zu unterstützen.

        Schon die naive moralische Vorstellung, man müsse etwas Sinnloses oder sogar Schädliches tun, weil es gut wäre, wenn es alle täten, was aber nicht der Fall ist, ist unvernünftig und sogar unethisch. Daran scheitert z. B. auch der Pazifismus.

        Hinzu kommt, dass die angeblich drohende Klimakatastrophe überhaupt nicht zu den Top-Risiken gehört, denen unsere Kinder oder gar die ganze Menschheit ausgesetzt sind. Objektiv viel gefährlicher sind z. B. Kriege, Seuchen, Gentechnik (die zu künstlichen Seuchen führen könnte oder auch radikal veränderten menschlichen Wesen), Künstliche Intelligenz, Bürgerkrieg oder auch ein neuer Totalitarismus, nun vielleicht in grünem Gewand. Selbst beim Klimawandel würde ich die Gefahren einer weiteren Zunahme der immer noch bestehenden Eiszeit als größer einschätzen als die einer gewissen Erwärmung.

      • @Jörn Baier

        Es sind doch nicht alle Schulen gleich gut oder schlecht. Neben dem Gefälle zwischen den Bundesländern gibt es auch große Unterschiede zwischen Stadt und Land und natürlich kommt es immer auf die jeweilige Schule an sich an. Davon abgesehen natürlich auch darauf, was der einzelne Schüler daraus macht. Von der Qualität einer einzelnen Schule auf die Qualität des gesamten Bildungssystems zu schließen, halte ich jedenfalls für viel zu kurz gesprungen.

      • Die einzelnen Lehrer sind am wichtigsten. An den meisten Schulen gibt es gute und schlechte. Es kommt auf das Verhältnis an und was die Schüler sowie Eltern daraus machen.

      • Ein großes Problem sehe ich allerdings auch im eklatanten Lehrermangel an vielen Schulen. Und Vertretungslehrern (wenn vorhanden) fällt meist nichts Besseres ein, als die Schüler mit irgendetwas Fachfremden zu beschäftigen, sie ihre Hausaufgaben machen zulassen (was ich noch als sinnvoll erachte) oder vielleicht Freitags kollektiv zur Klimademo zu schicken. Gerade mit Letzterem kann man den Lehrermangel natürlich trefflich kompensieren.

  4. Amensty International ist schon lange eine NGO mit linker Schlagseite, die von einer ähnlichen einseitigen Ideologie getrieben ist, wie man dies auch sonst im linken westlichen Mainstream vorfindet. Sie ist Teil der weitverzweigten und leider recht wirkmächtigen „Zivilgesellschaft“, die überall in der westlichen Welt durch ihre transatlantisch-globalistische no-border-no-nation Agenda die Zerstörung der westlichen Kulturen und Nationen vorantreibt. Auffällig ist hier wie immer auch eine gewisse Heuchelei und Hybris, bei der teilweise einseitg Partei ergriffen wird und der Blickwinkel auf Schutzbedürftige ideologisch gefärbt ist. Wie die Bahnhofsklatscher von 2015, die sich für das Schicksal weißrussischer Waisenkinder nie interessierten, als dann aber junge arabische oder schwarzafrikanische Männer mit Smartphones im wehrfähigen Alter, die sich vor dem Armeeeinzug drückten, in Deutschland aufschlugen, ihren „Humanismus“ entdeckten. Gut, dass Sie nun die Unterstützung gekappt haben. Mir ist schon 2015 die zweifelhafte Agenda dieses Vereins klar geworden.

  5. zu Baer: Thunberg sagte selbst vor dem Davoser Forum: „Ich will, dass ihr in Panik geratet.“ Natürlich noch vor dem Weltuntergang in ihrer Generation.
    Ihre Mutter berichtet, Greta habe als anderthalbjährige CO2 Ausströmungen „sehen“ können, ein unsichtbares Gas.
    Hier handelt es sich um halluzinatorische Wahrnehmungen, wohl psychosenah.

    • Mehr Sorgen als Greta selbst bereitet mir die Wahlberechtigung der unzähligen Vollpfosten, die ihr hinterherlaufen wie einem Guru.

    • Sie haben -und das meine ich nicht böse- buchstäblich keine Ahnung, was Autisten, zumal solche mit echter „Hochsensibilität“ wahrnehmen können. Daher sprechen Sie aus eigener Erfahrung, die aber offenbar nicht hinreichend ist, die Erfahrungen Dritter zu falsifizieren. Richtig ist, daß Rezeptorstäbchen ihre Grenzen haben, die allerdings individuell anders gesetzt sind. Daher sehen andere eben, was SIE nicht sehen. Sind die entsprechenden Umgebungsumstände gegeben, werden manchen Menschen temporär Strukturen (wahrscheinlich invers, d.h. sie sehen nicht die Atomstrukturen selbst, sondern, was diese OPTISCH verursachen) sichtbar, die andere nicht sehen (können).

      Mit anderen Worten, nämlich frei nach denen von Hans-Christian Andersen:
      Die Erbse sah, daß sie grün war, sie sah, daß ihre Schote grün war, da dachte sie, die ganze Welt sei grün.

      • Es ist Menschen nicht möglich, CO2 in der Luft im wörtlichen Sinne zu sehen. Doch für eine Heiligsprechung sind solche „Wunder“ natürlich gut.

      • Es gibt sogar Menschen, die sind in der Lage eine Marienerscheinung wahrzunehmen. Das kommt heute zwar noch seltener vor als früher, aber das gibt es und man sollte sich nicht darüber lustig machen … 😉

  6. @Jörn Baier: den Schülern fehlt jede „Selbstverpflichtung“ zu den eingeforderten Zielen!
    Angst haben sie davor, sich immer wieder rechtfertigen zu müssen, für ihren Unfug, Unwissenheit und Dummheit – insbesondere später gegenüber (vllt.) auch eigenen Kindern!?
    Die interessierte Seite ist zuallererst die eigene Familie (besser pekuniäre Schatulle) in Schweden, Bücher, Blogs … es regnet Geld bei denen und so lässt sich weiter gut leben!

    • Ja, für die Familie Thunberg ist der Hype um Greta sicher ein gutes Geschäft.

      Eigentlich ein recht interessantes Geschäftsmodell:
      Man löst mit irgendeinem Blödsinn einen Riesenhype aus, wird prominent und macht Kasse. Nichts anderes machen tausende von „Influencern“, Instagramm-Promis usw. usf..

      Jeden Tag stehen genügend Dumme auf, die unterhalten werden wollen oder ideologischen (religiösen) Halt suchen. Das hat schon früher gut funktioniert. Auch die Kirchen verdanken genau diesem Geschäftsmodell ihren unermesslichen Reichtum und ihren bis heute großen Einfluss.

  7. Hinter den Schülern steht eine Vielzahl von Wissenschaftlern („Scientists4Future“). Was sagen Sie dazu, Herr Dilger, dass man Ihrem Berufsstand „Unwissenheit und Dummheit“ unterstellt?

    • „Scientists4Future“ sind meist gar keine Wissenschaftler. Auch die Wissenschaftler sind dort nicht als Wissenschaftler aktiv, sondern als Politikaktivisten. Mein Blog ist ebenfalls kein wissenschaftliches Medium und man sollte die Rollen nicht verwechseln. Schließlich können Naturwissenschaftler auf Fakten hinweisen, aus denen allein normativ jedoch nichts folgt. Sie sind im Gegensatz zu Ökonomen keine Experten für Kosten-Nutzen-Vergleiche.

  8. Pingback: USA ganz dicht vor Iran-Krieg | Alexander Dilger

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