Wahlergebnisse zum EU-Parlament in Deutschland und zur Bremer Bürgerschaft

Das vorläufige amtliche Wahlergebnis wird es erst morgen geben, aber das Zwischenergebnis (326 von 401 Kreisen ausgezählt) zur „Europawahl 2019“ in Deutschland wird sich nur noch marginal ändern (zum Rest der EU komme ich dann morgen). Fest steht, dass die Wahlbeteiligung stark gestiegen ist (von 48,1 auf 61,3 Prozent). Das ist fast schon die einzige wirklich gute Nachricht. So bleibt die CDU trotz großen Verlusten stärkste Partei (mit 21,7 statt 30,0 Prozent). Hinzu kommt die CSU mit Zugewinnen (8,1 gegenüber 5,3 Prozent vor 5 Jahren, wobei hier die Verzerrung zum Endergebnis am größten sein dürfte). Die Grünen rücken auf den zweiten Platz vor (mit 20,9 statt 10,7 Prozent) und sind der eigentliche Wahlgewinner. Insbesondere die Jugend fällt auf sie herein, doch sie ist bei allen Wählern unter 60 Jahren die stärkste Partei mit ihrer Klimahysterie. Die SPD stürzt von 27,3 auf 15,9 Prozent ab. Die AfD legt von 7,1 auf 10,3 Prozent zu, ist aber insbesondere in den neuen Bundesländern stark. In Brandenburg und Sachsen, wo dieses Jahr noch Landtagswahlen stattfinden, ist sie gar die stärkste Partei geworden. Die Linke sinkt bundesweit von 7,4 auf 4,9 Prozent, während die FDP von 3,4 auf 5,4 Prozent steigt.

Bei den sonstigen Parteien liegt ausgerechnet Die PARTEI vorn. Diese vermeintliche Satirepartei steigt von 0,6 auf 2,4 Prozent. Es folgen die Freien Wähler mit 2,2 Prozent (zuvor 1,5). Die Tierschutzpartei erhält 1,4 Prozent (nach 1,2), während die anderen, neuen und trittbrettfahrenden Tierschutzparteien keine Rolle spielen. Es folgt die ÖDP mit 1,1 Prozent (zuvor 0,6 Prozent). Volt erhält aus dem Stand 0,7 Prozent, wo auch die Familien-Partei verbleibt, womit Herrn Geuking sein mit allen Mitteln angestrebter Sitz sicher ist. Die Piratenpartei fällt von 1,4 auf 0,6 Prozent, was immer noch für einen Sitz reichen dürfte. Von den Kleinstparteien ohne Sitz halte ich noch drei für erwähnenswert: Die Bayernpartei hat von ihnen das beste Ergebnis, aber nur 0,3 Prozent (nach 0,2 Prozent beim letzten Mal). Die NPD stürzt von 1,0 auf 0,2 Prozent ab, womit sie ihren Sitz verliert, was auch eine der wenigen guten Nachrichten ist. LKR erzielt erwartungsgemäß nur 0,1 Prozent, aber viele Sektierer dort wollen wohl trotzdem weitermachen, selbst wenn Bernd Lucke nun hinschmeißen dürfte.

Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen liegt die „SPD nach 73 Jahren zum ersten Mal hinter der CDU“ (mit nach Hochrechnungen 24,2 gegenüber 26,3 Prozent) Auf dem dritten Platz liegen die Grünen (mit 17,8 Prozent), die Königsmacher sein dürften. Eine Große Koalition hatte die SPD zuvor ausgeschlossen, so dass noch drei Dreierkoalitionen mit den Grünen realistisch möglich sind, nämlich Ampel, Jamaika und Rot-Grün-Rot. Die Linke hat übrigens 11,4 Prozent, die AfD 6,9 Prozent, die FDP 5,5 und die Bürger in Wut 3,1 Prozent (und einen Sitz über Bremerhaven).

126 Gedanken zu „Wahlergebnisse zum EU-Parlament in Deutschland und zur Bremer Bürgerschaft

  1. Mich interessiert eigentlich am meisten, wie die absoluten Stimmenzahlen der Parteien bei der Europawahl im Vergleich zu 2014 aussehen. Von den aktivierten bisherigen NIchtwählern dürften nach meiner Einschätzung GRÜNE, AfD, FDP und DIE PARTEI am stärksten profitiert haben. Vor allem, was die Motivation so vieler Wähler ist, die grüne Schwachmatenpartei zu wählen, müssen insbesondere AfD und FDP jetzt sehr genau analysieren.

    Dass Menschen vor lauter Verzweiflung und Politikverdrossenheit „DIE PARTEI“ wählen, ist hingegen leicht nachvollziehbar.

    • Für sinnvolle absolute Zahlen braucht man das (vorläufige) Endergebnis, welches noch nicht vorliegt. Der Erfolg der Grünen zeigt, dass in Deutschland die Aufklärung vorüber ist (bzw. nie wirklich erfolgreich war trotz Philosophen von Weltrang). Um ein wichtigen Punkt meines nächsten Blogbeitrags vorwegzunehmen: Dieser große Erfolg der Grünen ist wie die Klimahysterie ein typischer deutscher Sonderweg. Im Rest der EU oder gar der Welt beschäftigt man sich mit ernsthaften Problemen, was die deutsche Politik noch absurder macht, als wenn Münster mit Ausrufung des Klimanotstands allein die Welt retten könnte.

      • Das nennt sich Zivilreligion. Interessanterweise vor allem in West-Deutschland und dort besonders stark bei den „Unter 30Jährigen“ und Frauen, sowie generell im Bionade-Milieu, Beamtenmilieu und denjenigen, die sich für besonders schlau halten, weil sie die Altmedien besonders intenisiv verinnerlichen. Diese Wählermilieus sind sehr stark von Emotionen getrieben, sind sehr einseitig von den Altmedien und deren gigantischer Propaganda „informiert“ und auch noch massiv der Indoktrination aus dem schulischen und universitären Umfeld ausgesetzt. Es ist erwiesen, dass besonders Frauen, aber auch noch sehr junge biegsame Menschen, sich einem sehr starken Konformitätsdruck und dem damit verbundenen emotionalen Gefühl sich nicht widersetzten können und sich lieber ohne größeres Grübeln der veröffentlichten vermeintlichen oder tatsächlichen Mehrheit anschließen.

        In Ost-Deutschland und im Bereich der Arbeiter hat die AfD deutlich besser abgeschnitten und hier sind die Grünen-Ergenisse mit anderen Ländern in West-Europa vergleichbar.

        Hier zu dem AfD-Wähleranteil in Baden-Württemberg:

        Tatsache ist aber auch, dass die Grünen und ihre Lieblingsthemen seit letztem Sommer enorm gepusht wurden und es im Endeffekt im linken Lager keinen Stimmenzuwachs gab. Auch wurden die Grünen von den ihnen wohlgesonnenen ÖR-Medien am Wahlabend zuerst bei 22% taxiert, am Ende waren es dann 20,5%. Die AfD wurde zuerst bei 10,5% angegeben, am Ende waren es 11%. Man wollte offensichtlich das Narrativ des Wahlabends nochmals stärker herausarbeiten.

      • Die Aufklärung ist in Deutschland nie richtig angekommen, sonst hätte Schopenhauer nicht in der halbleeren Besenkammer unterrichten müssen, während der Scharlatan Hegel seine wall of words im überfüllten Hörsaal nebenan vor seinen Mysteriengläubigen erschallen liess.

      • Zudem, wenn man bedenkt, dass Hegel und Schopenhauer vor 200 Jahren „gewirkt“ (oder auch nicht gewirkt im Wortsinn) haben und sich seither am Deutschen Wesen praktisch nichts geändert hat. Napoleon hat die Deutschen mit seinen geringschätzigen Kommentaren wohl leider nur all zu treffend charakterisiert.

  2. Es sieht so aus, als würden die Türken nun den Grünen ihre Stimme geben und nicht mehr der SPD. Auch sonst scheinen sich in den Lagern nur die Gewichte verschoben zu haben.

    Im Westen also nichts Neues.

    • Die SPD führt sich selbst ad absurdum und die GRÜNEN schwingen sich zur neuen „Volkspartei“ an deren Stelle auf. Das wäre alles halb so schlimm, wenn die GRÜNEN wenigstens etwas von dem Zeug verstünden, das sie so emotional thematisieren. Tun sie aber nicht. Daher denke ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich Habeck, Baerbock, Hofreiter, Katharina Schulze & Co. selbst entzaubern und der SPD in den Abgrund folgen. Der Deutsche Michel braucht eben schon immer etwas länger, um eine Mogelpackung zu erkennen.

      • Jetzt kommt erst einmal der Aufstieg der Grünen. Wir werden vermutlich noch einen grünen Kanzler erleben, aber nicht mehr den Niedergang dieser dekadenten Partei.

      • Das hängt davon ab, wie sich die GRÜNEN dann in der Rentenfrage aufstellen. Wenn sie hier die Karte ‚Jung gegen Alt‘ konsequent weiterspielen (was ich ihnen voll zutraue), könnten Sie Recht haben.

      • Das ist doch gar nicht so schwer und könnte sogar Ihnen gefallen: Staatliche Grundrente knapp über Hartz IV-Niveau (welches man den alten Säcken ohnehin bezahlen muss) und fertig ist die Rentenreform.

      • Ich gehe fest davon aus, dass es wenigstens so kommen wird. Vielleicht gehen die totalitären Grünen aber auch einen Schritt weiter und verbieten das Weiterleben über 70 auf Kosten der Allgemeinheit oder sogar ganz. Wer weiß.

      • Ja, das wäre sehr sinnvoll. Langsam weiß auch ich nicht mehr, wohin mit den täglich anfallenden 50 Millionen Tonnen CO2 in unserem Haushalt. Wie haben Sie dieses Problem gelöst?

      • Dann haben Sie wahrscheinlich sehr große Fenster und leben mitten im Wald?

      • Mein Kamin hat einen hohen Schornstein. Vielleicht sollte ich mal wieder etwas für die Feinstaubwerte in Dortmund tun, um den Grünen zu gefallen.

      • Zumindest haben Sie jetzt die wissenschaftliche Erklärung dafür geliefert, warum Deutschland keine geschlossene Irrenanstalt ist (siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=lTn3Bj92ApA). Das Dach würde vom ständigen CO2-Nachschub so stark angehoben, dass Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes das Blech weg fliegt. Wieder was dazu gelernt!

      • „Wir werden vermutlich noch einen grünen Kanzler erleben…“

        Wohl eher weder Kanzler noch Kanzlerin, sondern ein&/% Kanzler-es oder wie immer auch eines der 168 diversen Geschlechter dann heissen wird. Ich bitte um Entschuldigung meiner diesbezüglich unaufgeklärten Ignoranz.

      • Faktisch haben wir schon eine grüne Kanzlerin. Wie dann das Wesen von der grünen Partei offiziell genannt werden wird, ist eine spannende Frage, mit deren Beantwortung viele grüne Ideologen lange gutes Geld verdienen können.

    • Wenn man noch in den alten politischen Lagern denkt, dann hat sich gestern wirklich nicht viel getan. Die SPD hat mehr verloren als die Zugewinne der Grünen. Die CDU hat weniger verloren als die Zugewinne von AfD, CSU, FDP und Freien Wählern. Allerdings verkennt das die Wählerwanderungen von der CDU und selbst FDP zu den Grünen, deren Erstarken bei den jungen, jüngeren und selbst mittelalten Wählern, die vernunft- und menschenfeindliche Ideologie der Grünen (Sozialisten waren immerhin noch Kinder der Aufklärung und um das Wohl der Menschen besorgt, nicht des Klimas) und die schwarz-grünen bis grün-schwarzen Pläne nicht zuletzt der CDU. So wie die Grünen keine richtig linke Partei sind, ist die CDU keine bürgerliche Partei mehr, sondern will einfach den Koalitionspartner auf ihrer linken Seite austauschen. Wir können nur hoffen, dass das den Grünen ebenso schadet wie der SPD. Die AfD ist ebenfalls keine bürgerliche Partei mehr, sondern verhindert Mehrheiten diesseits von SPD und Grünen.

      • @Alexander Dilger
        „Die AfD ist ebenfalls keine bürgerliche Partei mehr, sondern verhindert Mehrheiten diesseits von SPD und Grünen.“

        Das liest sich ja gerade so, als ob eine bürgerliche Partei in ihren Augen zwangsläufig Mehrheitsbeschaffer für die CDU sein muss. So mögen sich das manche „Parteifreunde“ und EX-Parteifreunde in der AfD 2013 auch tatsächlich vorgestellt haben. Funktioniert aber zum Glück nicht, da uns Frau Merkel sonst noch bis zu ihrem Tod mit ihrer „Alternativlosigkeit“ beglücken würde (was sie allerdings vielleicht auch so wird, aber zumindest möchte ich sie nicht auch noch in diesem Status quo festzementieren helfen).

      • Die AfD ist inzwischen zu national-sozialistisch für eine bürgerliche Partei. Entsprechend hat sie ihre größten Erfolge auch nicht bei den bürgerlichen Wählern. Eigentlich hätte sie im linken Bremen besser abschneiden müssen.

        Die Koalitionsfrage ist tatsächlich nachgelagert, doch ohne Regierungsbeteiligung kann man das beste Programm nicht umsetzen. Gerade die CDU reagiert auf Stimmungen und Wählerwanderungen. Schauen Sie sich diese an und dann wird Ihnen klar, warum sich die CDU jetzt lieber für die Grünen als die AfD öffnet. Wenn letztere zweistellig zugelegt hätte mit über eine Millionen Stimmen von der CDU, dann sähe es vielleicht anders aus.

      • Wenn es den Gemäßigten in der AfD nicht gelingt, die Nationalsozialisten in der Versenkung verschwinden zu lassen, haben sie wohl Recht. Aber ich denke nach wie vor, dass sich der gesunde Menschenverstand hier am Ende durchsetzen wird.

      • Das will ich nicht hoffen. Aber ausschließen kann man es zumindest derzeit leider auch noch nicht.

      • Es scheint so zu sein, das es eben keine bürgerliche Mehrheit mehr gibt und man sich darauf einstellen sollte.
        Die CDU hat es gemacht, was ist mit ihnen?

      • Das mag sogar so sein, wobei nicht klar ist, wie viel Frau Merkel aktiv dazu beigetragen hat, statt nur zu reagieren. Vor allem haben nicht einfach die Sozialisten gewonnen, sondern die SPD geht wohl ganz unter und der Konflikt zwischen Freiheit und Kollektivismus, Aufklärung und Panikmache kleidet sich in neue Formen.

      • Sie haben recht, Herr Prof. Dilger: „Bürgerliche“ Parteien kann man wirklich allenfalls noch in „Anführungszeichen“ schreiben. Ich denke, mancher hier wird mir zustimmen, daß wir dringend eine wahrhaft liberale, antikollektivistische, minimalstaatliche (aber nicht libertäre) Partei brauchen.

      • Eine solche Partei würde ich mir zwar auch wünschen, aber ich sehe derzeit beim besten Willen kein Wählerpotential dafür, geschweige denn genügend Aktive, die daran etwas zu verändern vermögen. Der überfrachtete Karren „Sozialstaat“ muss offenbar wirklich erst ungebremst gegen die Wand fahren.

      • Inhaltlich wäre das interessant, politisch gibt es dafür nicht genug Wähler und vorher Aktive. Die vielleicht wichtigste Lehre aus dem deutschen Ergebnis vom Sonntag ist für mich, dass es eigentlich nicht lohnt, eine neue Partei zu gründen. Selbst ohne Prozenthürde ist ein auch nur kleiner Erfolg zu schwer. Es sind zwar viel mehr Parteien angetreten als sonst, aber auch nur einen Sitz hat nur eine einzige davon gewonnen, nämlich Volt mit viel Geld und Unterstützung aus obskuren Quellen.

      • Wahrscheinlich würde man mit einer Partei für Schweinefleischverbot, schulfreie Freitage, vegane Samstage oder autofreie Sonntage zur Zeit mehr Stimmen bekommen als mit einer liberalen Partei. „Spätrömische Dekadenz“ eben und nichts mehr übrig vom einstigen „Land der Dichter und Denker“. Daran werden wir vermutlich nichts mehr ändern. Wir können nur versuchen, unseren Kindern möglichst viele Optionen offen zu halten, unser eigenes Hab und Gut in Sicherheit zu bringen, uns dann zurücklehnen und bei Cola und Popcorn (oder Bier und Chips) zusehen wie der Karren an die Wand fährt.

      • „Die AfD ist auch keine bürgerliche Partei mehr“

        Vor der EU- Wahl war ich zunehmend bereits das auch so zu sehen.

        Jetzt aber ist etwas völlig anders: Sachsen hat sich schon ziemlich lange vom ‚Flügel‘ abgewandt – bei all dem bösen Blut, dass dies mit sich brachte waren dann doch einzelne aus den Reihen des Flügel bereit sich dem zu unterwerfen, um auf die Listenplätze zur Landtagswahl zu kommen.

        Entsprechend war nicht nur das Wahlergebnis, sondern mehr die Zusammensetzung der Bürgerschaft.

        Noch deutlicher wird das, wenn man die kommunalen Wahlergebnisse heranzieht – da lag man mit 28,3 % auch um Welten vor Thüringen und Brandenburg mit 18,5 bzw. 17,8 %.

      • Nationale Sozialisten sind eben selbst in den NBL nicht so gefragt, wie sie immer meinen.

  3. Da muss ich mich mal selber loben, im Dilger-Blog habe ich getippt, welche Parteien kommen auf die 3 letzten Plätze: Liebe, Der III. Weg, SGP
    Ich Tippgott hatte bei dem ultraschwierigen Tipp fast recht, nur leider kamen die Neuen Liberalen statt Liebe auf den drittletzten Platz.

      • Sie hätten ja gegenwetten können. Ich nehmen an Sie sind ein Ehrenmann zum Unterschied zu Krebsfröschen. Kurzfristig dachte ich mir wirklich, durch die Medienaufmerksamkeit mit dem uniformierten Trommelaufmarsch erreichen die 0,2% , das hätte natürlich gereicht gegenüber der LKR.

        Diese wirren „Nationalbolschewisten“ haben einen entscheidenden Fehler gemacht . 1 Woche vor der EU-Wahl uniformiert mit Fackeln und Trommel durch Berlin marschieren und schon hätte ich gewonnen.

      • Deshalb habe ich nicht dagegen gewettet. LKR haben für ihre Verhältnisse ein Traumergebnis, während der III. Weg sein zum Glück doch bescheidenes Potential nicht voll ausschöpfte.

        Interessant finde ich noch Folgendes: Es sind zwar wegen des lange vorher bekannten Fehlens jeder Prozenthürde rekordmäßig viele Kleinstparteien angetreten, aber tatsächlich hat nur eine davon, Volt, neu einen Sitz im EU-Parlament gewinnen können, während eine andere, NPD, ihren Sitz verloren hat. Auch bei den Kleinparteien sind die Verhältnisse also ziemlich stabil. Die Tierschutzpartei wurde von Klonen mit ähnlichen Namen nicht bedroht, während bei der Familien-Partei allein der Name einen Sitz bringt (denn das Programm kann es unmöglich gewesen sein und die Vater-Sohn-Spitze wohl auch eher nicht).

      • Auch wenn ich kein Freund einiger der Parteien bin, die nun mit einem oder zwei Sitze einziehen, so finde ich es dennoch richtig, dass sie die Sitze erhalten. Sprich, de facto ist die 5%-Hürde undemokratisch und verzerrt die Wahlergebnisse enorm.

      • Ja, dabei ist sie gar nicht nötig, fürs EU-Parlament ohnehin nicht, aber auch sonst würde die Zahl der Kleinparteien, die ein oder zwei Sitze schaffen, nicht explodieren.

  4. Gnadenlos ausgespielt : Jung gegen Alt. Kann nicht richtig sein, der Mix macht es.

    Meine persönliche Affinität und Erfahrung – berufsbedingt mit großer Sympathie für jeden Werktätigen, Handwerker, Logistiker, Landwirt, Tätigen im med. Bereich, Handel – sagt mir dass hart arbeitende Bürger/innen keine Wertschätzung mehr finden. Analog wie unsere Poizei.

    In den Neuen Bundesländern diametral, die sitzen in der Regel nicht in bequemen Bürostühlen, keine Träume auf Leben als Heuchler/in die am Wochenende zur Demo für die Umwelt – Rettung wandern und im Urlaub per Jet nach Kalifornien düsen, dort Eis schleckend aus dem Kunststoffbecher und in die Welt fröhlich grinsend.

    Jedenfalls nicht die Bekannten, Freunde, Verwandten die in Berlin – Grünau, Köpenick, in Potsdam und Werder leben und arbeiten.

    Für mich ist Katharina Schulze als Fraktionsvorsitzende das Synonym für das hässliche Gesicht der Grünen. Wenn Wort und Taten nicht übereinstimmen. Jürgen Trittin und Renate Künast können es bezeugen !

    “ ….. mit dem Jetten nach Kalifornien um Eis zu essen das Klima rettend “

    Meine Frustration sitzt tief über grandiosen Wahlsieg der Grünen , Ausnahme Osten und dass die Jungen uns Gestandene so .abwatschen.

    Gleichwohl, Grünen Politiker/innen werde ich es – sofern Gelegenheit – unter die Nase reiben.

    • @Bernd L. Mueller
      „Meine Frustration sitzt tief über grandiosen Wahlsieg der Grünen , Ausnahme Osten und dass die Jungen uns Gestandene so .abwatschen.“

      Was glauben Sie, wie uns „Gestandene“ die Jungen erst abwatschen werden, wenn es in ein paar Jahren um die Bezahlung der Renten für die gealterten geburtenstarken Vollkaskomichel auf Kosten der wenigen verbliebenen Leistungsträger geht? Das wird richtig „lustig“ und ich sehe die langen Gesichter der vielen naiven DRV-Gläubigen schon förmlich vor mir.

      • Das ist nicht das Thema der Grünen. So egoistisch-berechnend ist die Jugend doch gar nicht, sondern opfert für den Klimawahn die Grundlagen ihres eigenen Wohlstands. Wenn sie das merkt, wird es zu spät sein.

      • Warten wir es ab. Ich glaube, da überschätzen sie den Altruismus der Jugend. Den Jungen wird schon aus Gründen des nackten Überlebens nichts anderes übrig bleiben, als die Renten-Reißleine zu ziehen, wenn die Grundlagen mittel- und nordeuropäischen Wohlstands erst einmal durch das Klimagelaber vernichtet worden sind.

      • Den Grünen fallen schon noch genug neue Steuern ein, um die Renten nominal weiter zu bezahlen. Notfalls nimmt man noch MMT hinzu. Dass die Renten dadurch real fallen, mag ein willkommener Nebeneffekt sein.

    • Mit den Grünen wird ALLES teurer werden: Auto fahren, fliegen, Strom, Heizung und auch ALLES was wir konsumieren, denn zur Herstellung und dem Transport wird ebenfalls Energie gebraucht.

      Viele Deutsche stehen scheinbar auf politisches Sardo-Maso: Schlage mich fester, Du grüne Domina…!

      • Ja, alles wird teurer und es gibt riesige Effizienzverluste, aber eben auch Gewinner. Die Grünen sorgen schon dafür, dass ihre Kernklientel möglichst lange dazu gehört.

  5. Als Wessi muss man sich schämen für unsere führenden Parteien Grüne, Union, SPD. Sind deren 65% Wähler tatsächlich überzeugt von Politik und Programmen, dass auf die wirklich wichtigen Themen gesetzt wird und gar Lösungskompetenz besteht?

    • Warum jemand noch CDU wählt, ist wirklich verwunderlich. Vielleicht kommt das jetzt auch alles ins Rutschen, wenn die CDU von vielen nur gewählt wurde, weil sie die stärkste Partei war, was sie wohl nicht mehr lange ist. Die Wähler der Grünen glauben jedoch größtenteils an die Klimahysterie und die Weltrettung durch das Kreuz an der richtigen Stelle.

      • Wenn die Grünen die CDU auf Platz 2 schieben, werden dann endlich mehr in der CDU opponieren? Befürchte nicht, siehe BaWü, wo sich die Union bequem als Juniorpartner eingerichtet hat.

      • Nein, die CDU wird jetzt weitere grüne Positionen übernehmen. Das ist rein parteitaktisch doppelt sinnvoll: Durch Heranrücken an den stärksten politischen Mitbewerber wandern weniger Wähler zu diesem ab oder sogar wieder welche zurück, während gleichzeitig eine Koalition mit diesem leichter wird (mit der SPD hat das prima funktioniert und zu deren Zerstörung beigetragen). Die CDU hat z. B. auch im Ruhrgebiet jahrzehntelang bewiesen, dass sie sich gemütlich auf dem zweiten Platz einrichten kann.

        Die politisch entscheidende Frage ist, ob in Deutschland Widerstand gegen die Klimahysterie überhaupt noch lohnt. In einer Nische kann man damit vermutlich Wähler gewinnen oder halten, z. B. die AfD, aber nicht an die Regierung gelangen. Die klügste Reaktion könnte sein, z. B. für die FDP oder den verbliebenen Wirtschaftsflügel in der CDU, das schwachsinnige Ziel, dass Deutschland das Weltklima retten soll, zu akzeptieren, aber bei den Mitteln noch etwas Vernunft einzufordern. Man rettet dann das Klima sozusagen besser, effizienter, ökologischer und ökonomischer zugleich als die planwirtschaftlichen Grünen.

      • So extrem industriefeindlich, wie es hier teilweise dargestellt wird, sind die Grünen nun auch nicht. Sie haben so viele wohlhabende Wähler, dass sie einen sozialistischen Kurs nicht einfach so durchziehen können. Das sieht man auch in Baden-Württemberg, wo sie seit einigen Jahren den Ministerpräsidenten stellen. Mich persönlich beunruhigt eher die gesellschaftliche „Liberalisierung“, die mit ihrem Erfolg einher geht, Stichwort Gendersprache etc.

      • Doch, die Grünen wollen die deutschen Schlüsselindustrien vernichten. Z. T. ist ihnen das bereits gelungen, z. B. hat Deutschland mit die sichersten Atomkraftwerke der Welt gebaut. Nun ist die Autoindustrie an der Reihe. Aber auch das Wissen um den Bau von Kohlekraftwerken geht verloren bzw. wandert ab etc. In Baden-Württemberg sind die Grünen besonders gemäßigt, doch trotzdem geht es dort bei allen wichtigen Indikatoren bergab. Gendersprache etc. sind hingegen bloß nervig, aber für sich genommen unbedeutend.

      • Welche Indikatoren meinen Sie? Zumindest noch in 2017 war das BIP-Wachstum pro Kopf dort größer in ganz Deutschland.

      • Aber das war ganz knapp (3,4 gegenüber 3,3 Prozent bundesweit mit fünf Bundesländern davor). Nachdem Herr Kretschmann 2011 grüner Ministerpräsident wurde, war das sonst auch nur 2015 der Fall, ansonsten lag Baden-Württemberg seither immer unter dem Bundesdurchschnitt (siehe hier).

      • Aber vorher doch auch schon häufiger, etwa 2004, 2005, 2008, 2009.

      • Ja, aber da waren die Grünen noch nicht an der Regierung. Das ist doch genau der Punkt. Schlechte Politik ist nicht einfach nur schlechte Unterhaltung, sondern hat reale Konsequenzen.

      • Wenn BaWü vorher schon teilweise schlecht performt hat, kann man nicht behaupten, dass die Wirtschaft durch die Grünen abgerutscht ist.

      • Es gibt da Schwankungen, doch vor den Grünen ist BaWü häufiger überdurchschnittlich gewachsen, sonst hätte es auch nicht so eine gute Ausgangsposition gehabt. Im Bildungsbereich zeigt sich das gleiche Bild.

  6. Der Höhenflug der Grünen wird mit einem wirtschaftlichen Abschwung und steigender Arbeitslosigkeit, der aufgrund der vorherrschenden Wirtschaftsstruktur Deutschland besonders treffen dürfte, vorbei sein. Dann werden wieder andere Themen in den Mittelpunkt rücken. Trotz allem ist diese Entwicklung natürlich brandgefährlich.

    Es ist ganz klar, dass die mediale Meinung sich verändern muss, sonst werden uns die Grünen zugrunderichten. Wie man das bewerkstelligen kann, steht auf einem anderen Blatt. Das dürfte leider kaum möglich sein, da die Selbstauslese der Journalisten schon sehr weit fortgeschritten ist. Die Zusammenarbeit von Medien und Grünen ist leider nahezu perfekt, da eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen ist schier unmöglich.

    • Die Grünen sind auf einer beispiellosen Propagandawelle nach oben gespült worden. In den Printmedien und im Staatsfunk wurde keine Gelegenheit ausgelassen, dem Wähler einzutrichtern, daß zumindest der Fortbestand der Menschheit, wenn nicht gar der ganzen Erde davon abhängt, zur Wahl zu gehen und das Kreuzchen (welch diskriminierendes Wort!) an der richtigen Stelle zu machen. Sogar Kinder wurden als willfährige Hilfstruppen an die (Demo-)Front geschickt. Hinzu kam ein geheimdienstreifes Video eines charakterschwachen österreichischen Dissidenten, das die Alternativlosigkeit der Politkorrekten jedermann verdeutlichte.

      Aber dieser Aufwand läßt sich nicht beliebig oft wiederholen.

      • Doch, von dieser Propaganda kommt immer noch mehr. Die Hoffnung ist, dass sie selbst den Grünen-Anhängern irgendwann auf die Nerven geht oder zumindest langweilig wird. Das hindert aber nicht daran, immer wieder eine neue Sau durchs Dorf zu treiben. Erst sollten wir alle an Atomkraftwerken sterben, jetzt sind es die fossilen Energieträger, dann könnten die Grünen doch selbst gegen umweltschädliche Windkrafträder protestieren, immerhin kommt der Strom aus der Steckdose und zunehmend aus dem Ausland.

      • Das gute am Strom aus dem Netz ist ja, dass er einfach dort gelagert wird und immer genügend davon vorrätig ist. Wir brauchen also gar keinen Strom aus dem Ausland! *Sarcasm off*

      • Das ist grüne Logik, die jeder Nutzer täglich bestätigt bekommt. Die Grünen können also nur gewinnen, während die Alten aussterben, die diese Zusammenhänge nicht mehr durchschauen.

      • So ist es. Der Strom kommt aus der Steckdose, wo er im Netz gespeichert wird und das ist gut so.

    • So ein Abstieg dauert und führt nicht gleich zur Vernunft, sondern erst einmal zu mehr vom Gleichen. Wenn dann die schlimmen Folgen für alle offensichtlich sind, kann es für demokratische Veränderungen zu spät sein, siehe z. B. Venezuela, welches vor gar nicht so langer Zeit das wohlhabendste Land Lateinamerikas war.

      Warum gibt es kaum noch halbwegs vernünftige Massenmedien in Deutschland? Vielleicht tragen auch wir dazu bei, indem wir uns lieber im Ausland informieren und im Internet nichts bezahlen.

      • Der Geiz der User spielt, was die immer schlechter werdende Qualität des Journalismus angeht, die tragende Rolle. Viele, die unsere Medienlandschaft kritisieren, machen sich nicht bewusst, dass auch Medienunternehmen Wirtschaftsunternehmen sind und nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Kontrollorgane der übrigen Medien überwiegend aus Zwangsabgaben finanziert werden.

      • Für ARD, ZDF, Deutschlandfunk und ihre Unterprogramme bezahlen Sie ja schon unfreiwillig. Wobei ich davon ausgehe, dass Ihnen bekannt und bewusst ist, dass damit nur ein kleiner Teil des Medienangebots finanziert wird.

        Wer von den anderen Medien Qualität erwartet, muss bereit sein, gezielt zu kaufen. Die Auflagenrückgänge der letzten Jahrzehnte zeigen allerdings, dass die meisten Menschen genau dazu nicht bereit sind. Folglich hat sich alles so entwickelt wie es heute ist und das Volk verblödet sich zu Tode.

      • Meine Frau zahlt den Zwangsbeitrag. Ich würde mich vermutlich weigern und hätte einen aussichtslosen Prozess mehr am Hals.

        Die größten Privatsender finanzieren sich doch über Werbung. Die meisten Zeitungen schreiben hingegen ohnehin nur die Agenturmeldungen ab und geben noch etwas grüne Meinung dazu. Warum sollte man dafür auch noch bezahlen und wie würde das besser dadurch?

      • Ein paar zumindest temporäre kleine Leuchttürme wie das Monatsmagazin ‚Cicero‘ schaffen es gelegentlich schon noch, ein wenig Qualitätsjournalismus zu liefern. Aber das ist inzwischen leider wirklich die Ausnahme von der Regel.

  7. Zur Beruhigung Herr Dilger: Wer zuletzt etwas werden wollte, trat in die AfD ein. Jetzt werden die Karrieristen à la Pleitepärchen zu den Grünen fluten und ihnen das Ende bereiten.

    • Bei den Grünen gibt es schon ganz viele Opportunisten, doch die Schlüsselpositionen sind alle in fester Hand und die ideologische Verankerung ist stärker als bei der AfD der Anfangszeit. In einem vernünftigen Rahmen können Opportunisten doch sogar sehr nützlich sein, da sie den gesetzten Anreizen folgen. Nur an der Spitze sind sie eine Katastrophe (siehe die Damen Merkel und Petry), weil von dort die Anreize gesetzt werden.

  8. An sich ist es so gekommen wie vermutet.
    Die Grünen jagen auf einer Erfolgswelle zur nächsten und bestimmen den Zeitgeist. Es ist auch wenig überraschend. Viele Menschen, gerade junge Menschen müssen sich um ihre persönliche Situation keine Gedanken machen und können sich dann anderen „Sorgen“ hinwenden. Das kann sich bei der nächsten Wirtschaftskrise schnell ändern, da dann die regierenden Grünen vor die Wahl gestellt werden. Klimaschutz und damit eine Steigerung der Arbeitslosenzahlen oder doch der Verzicht. Das wird für die Grünen zur Zereißprobe werden.
    Zur SPD. Diese Partei kann sich bald auflösen. Für was steht die Partei denn? Außer „Europa ist die Antwort“ kommt da ja gar nichts. Wer mehr Klimaschutz und mehr EU will, der wählt Grün. Wer Umverteilung will, der wählt Linke. Wer keine Massenzuwanderung will, der wählt AfD. Diese SPD hat keine Zielgruppe mehr. Mmn. die einzige Möglichkeit für die SPD wäre der weg der dänischen Genossen. Erhalt des Sozialstaates bei gleichzeitiger Beschränkung der Einwanderung und harter Integrationspolitik. Aber Kevin will ja lieber soziale Arbeitgeber verstaatlichen.
    Zur AfD. Im Osten ist sie das was die Grünen in den alten Bundesländern sind. Die neue Volkspartei. Im Bund steckt sie in dem 11% Ghetto fest und in fast allen Großstädten bei 6%. Will sie das ändern muss sie es schaffen bei Frauen und bei jüngeren zu punkten. Bei Frauen unter 25 kann man die Wählerinnen ja an einer Hand abzählen. Die AfD sollte bei den Themen Umwelt und Europa klar bennen wo sie hin möchte. Ja zu einer Reduzierung des Plastikmülls, auf eine sozial verträgliche Weise, ja zu einem Europa, wo ich mit dem Perso quer durch alle Länder reisen kann und bis auf Deutschland überall guten Empfang habe, ohne dass ich mich um etwas kümmern muss. Keiner möchte wieder gelangweilte Zöllner an der Grenze zu Dänemark.
    Zu den Sonstigen: Man kann erkennen was für einen Sogeffekt die Afd hat. Ähnlich wie die Linke. Rechte Parteien spielen keine Rolle mehr und schön zu sehen, dass die Hisbollahfreunde der NPD kein Mandat mehr haben. Auf der grünen Seite können sich ja doch so einige Parteien behaupten. Bei der nächsten Wahl wird das anderes sein.
    Zur LKR: Der tolle Namen hat es wohl nicht gebracht. Im Wahl-omat war mir auch nicht so ganz klar für was Lucke und seine Getreuen stehen. Irgendwie alles so kantenlos. Für LKR-Verhältnisse sind 0,1% und nicht der letzte Platz ja schon fast ein Traum. Werden einige sicher für Durchhalteparolen nutzen. Lucke wird jetzt wohl wieder Lehrer und die LKR wird weiter vor sich hin vegetieren. Naja vlt. können sie ja dann mit den Blauen fusionieren.
    Meine Prognose bleibt bei den LKRs weiterhin. Bis 2021 fließt Geld aus BW und solange wird es den Laden geben. Wettet wer dagegen?

    • Das Problem der Arbeitslosigkeit wird sich für die relativ wenigen Jungen schon aus rein quantitativen Gründen selbst dann nicht stellen, wenn die GRÜNEN die europäische Industrie in Grund und Boden stampfen.

      Zum tatsächlichen Auslöser für den Krieg Jung gegen Alt wird die Rentenfrage. Und genau dieses Problem wird dann auch das endgültige Ende der „Volksparteien“ SPD und CDU mit ihren Jahrzehnte lang mantramäßig vorgetragenen Rentenmärchen besiegeln.

    • Die Grünen werden, solange es noch etwas zu verteilen gibt, dafür sorgen, dass ihre Klientel profitiert, wenn auch zu Lasten aller anderen. Subventionen schaffen doch tatsächlich und sehr sichtbar Arbeitsplätze, auch wenn sie an anderer Stelle mehr vernichten.

      Ich würde noch weitergehen und wetten, dass LKR selbst in zehn Jahren noch existiert, wenn auch vielleicht unter (mehrfach) geändertem Namen und mit 0,0 Ergebnissen (0,1 Prozent diesmal sind doch tatsächlich ein relativ großer Erfolg).

      • Als nächstes könnte das „L“ in LKR wegfallen, das ja eher für Lucke als für liberal stand. Und die Restpartei kann dann wie viele andere Kleinstparteien auch mit ein paar Hundert Mitgliedern dahin vegetieren.

      • „Bernd Lucke und die Liberal-Konservativen Reformer“ machen ohne Bernd Lucke nicht so richtig Sinn. Vielleicht bleibt er auch dabei. Ich sehe doch an mir selbst, wie schwer es ist, von der Parteipolitik zu lassen, wenn man einmal stärker involviert war. Wenn man wie Herr Lucke eine eigene Privatpartei hat, wozu braucht man dann noch Wahlerfolge?

  9. Es bleibt spannend auf der politischen Bühne: Gibt es in Bremen Rot-Grün-Rot oder doch Jamaika, was uns allen lieber sein dürfte? Geht das OB-Amt in Görlitz an den AfD-Kandidaten oder doch an die CDU, was wahrscheinlicher ist?

  10. Es ist gut, dass die ÖDP zugelegt hat. Die CDU, die ein „Christlich“ im Namen trägt, vertritt ein veraltetes Christentum. Wir brauchen ein zeitgemäßes Christentum.
    Es ist sensationell, dass die rechtskonservative RN in Frankreich stärkste Partei geworden ist. Allerdings genügt eine konservative Politik allein nicht. Die Politik muss auch öko-sozial sein. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

    • „Ökosozial“ ist nicht finanzierbar. Spätestens an der Rentenfrage scheitert der so genannte „Sozialstaat“ hierzulande in weniger als 10 Jahren.

      • Ich wette dagegen. Der eigentliche Sprengstoff liegt in der Dynamisierung der Rente. Gerade die Grünen könnten diese jedoch herausnehmen oder nur noch nominal, aber nicht mehr real realisieren (die Inflation ist zwar niedrig, aber auch zusätzliche Steuern und Abgaben drücken die Realeinkommen).

      • Für eine reine Anpassung (im Falle der nicht mehr bezahlbaren Renten eine Erhöhung) der Geldmenge natürlich nicht. Aber wie nachhhaltig ist das? 😉

      • Na wenn diese grünen Wunderknaben und -mädels alles so schön regeln, worum sorgen wir uns dann überhaupt noch?
        BGE für alle, bezahlt mit FIAT-Money und alles ist in Butter.
        Dumm nur, wenn keiner mehr arbeitet, um die Geldpresse anzuwerfen und das schöne neue Geld auszufahren, das wir dank BGE jeden Monat automatisch bekommen sollen.
        Halt, stopp. Das war natürlich ein Denkfehler. Denn Bargeld wird ja sowieso abgeschafft und die Lebensmittel liefert uns die E-Drohne natürlich klimaneutral an die Haustür. Also alles halb so schlimm.

  11. Ich bin erschüttert über die maßlosen Kommentare über die Grünen von fast allen hier an der Diskussion Beteiligten. Die Grünen sind eine demokratische Partei,welche von über 20% der Wähler demokratisch gewählt wurden. Es geht nicht um Eure Kritik,es geht um die gebrauchten Adjektive, die ihr hier wohlwollend in die Runde werft. Ein guter Tipp von mir ist, hier mal einen zeitlichen grünen Abstand herzustellen, damit wieder Glaubwürdigkeit zum gedanklichen Aktivismus gelangt.

    • Die Grünen wurden demokratisch gewählt. Sie sind bundesweit erstmals die zweitstärkste Kraft, bei den Wählern unter 60 Jahren sogar die stärkste. Das ist doch gerade das Schlimme. Ihre Politik ist gegen Freiheit und Wohlstand gerichtet. Sie wollen unsere Wirtschaft und sogar den deutschen Staat zerstören. Als Juniorpartner der SPD haben sie Deutschland wieder in den Krieg geschickt. Was meinen Sie, was sie als viel stärkerer Partner der CDU, vielleicht sogar als Seniorpartner alles anstellen werden?

      • So wie Frau Merkel? Die Klimahysterie schadet schon jetzt und der reale Klimawandel ist hinreichend langsam und global, so dass den Grünen eine Falsifikation nicht einmal schadet wie beim ausgebliebenen Waldsterben oder millionenfachen Atomtod.

      • In wenigen Sätzen den „grünen“ Irrsinn klasse zusammengefasst! Und man muss betonen, dass diese grüne Hysterie in West-Deutschland im Vergleich zum Osten sowie anderen europäischen Ländern bei weitem am übertriebensten ist. Keiner tickt so dumm wie wir Wessis.

      • Ja, was wiederum Hoffnung gibt. Vielleicht schützt uns einmal die EU vor dem größten deutschen Irrsinn. Auch deshalb hoffe ich, dass uns die Briten nicht allein lassen.

    • Ich sehe es so wie Horst Krebs. Wenn man den Grünen ans Leder möchte, dann sollte man etwas anders argumentieren als die Mehrzahl der Beiträge hier. Dass wir Claudia Roth alle nicht mögen ist klar. Ihr deswegen einen Schlaganfall zu wünschen, geht mir viel zu weit

      • Herrn König habe ich anders verstanden. Er wünschte, dass die AfD-Aussteiger zu den Grünen gehen, nicht den dann hypothetisch folgenden Schlaganfall. Ohnehin war der Beitrag offensichtlich nicht ernst gemeint.

        Dagegen meinen es die Grünen sehr ernst. Sie sollten sich dabei keine Illusionen machen. Falls Sie noch AfD-Mitglied sind, sind Sie für die Grünen ohnehin ein „Nazi“, als Ex-Mitglied wie ich vermutlich auch. Bis zur „Todesstrafe für Leugner des Klimawandels“ ist es dann auch kein so großer Schritt mehr.

      • Ich frage mich schon seit Langem, warum Menschen, die im Winter frieren und über hohe Heizkosten schimpfen und die im Sommer gerne ans Mittelmeer reisen, so vehement die Erderwärmung bekämpfen. Für mich ist die öffentliche Diskussion irrational.

      • Die Menschen fürchten Veränderungen, selbst wenn sie sich progressiv nennen. Dabei ist ziemlich klar, dass wir in Deutschland von etwas wärmerem Klima profitieren. Solch eine Veränderung hat natürlich auch Nachteile, aber die Vorteile überwiegen. Dagegen wäre eine gar nicht ausgeschlossene Abkühlung aus natürlichen Gründen negativ und deren menschengemachte Drosselung wiederum positiv. Für die Erde insgesamt ist das schwerer zu beurteilen, aber vermutlich ist eine moderate Erwärmung im Saldo ebenfalls gut, wobei die Vor- und Nachteile ungleich verteilt sind. Die hiesige „Klimapolitik“ hat hingegen nur Kosten und weitere Nachteile ohne irgendeinen Einfluss auf das Weltklima.

      • Ja, das Schlimme ist, dass man mit solchen Überlegungen in der Öffentlichkeit praktisch kaum noch gehört wird.

    • Die Grünen wurden zwar demokratisch gewählt, aber massiv vom ÖR-Fernsehen in eindeutiger Weise gepushed! 2018 war der Obergrüne Habeck mit 13 Einsätzen Talk-Show-König, gefolgt von der ObergrünIn Baerbock als Talk-Show-Vizekönigin mit 10 Einsätzen bei den vier wichtigsten Formaten (Anne Will, Maischberger, Maybrit Ilner und Hart aber Fair, lt. RND). Andere Parteien, die im Deutschen Bundestag wesentlich stärker vertreten sind, hatten viel weniger Gelegenheit, sich in solchen Talk-Runden darzustellen. Auch sonst war die gesamte Berichterstattung stets äußerst grünenfreundlich. Und wir mussten das mit unseren Zwangsgebühren auch noch finanzieren!

      Schon 2001 konnte die erst neu gegründete Schill-Partei in Hamburg aus dem Stand heraus 19.4% erreichen, weil sie von der BLÖD-Zeitung massiv gefördert wurde. Hätte die AfD diese Unterstützung gehabt, wären wir gestern um die 30% gelandet…!

      • Die mediale Präsenz vor Wahlen hat natürlich einen gewissen Einfluss auf das Wahlergebnis.

        Insgesamt ist die AfD aber, zumindest was die Häufigkeit der Gesamtpräsenz angeht, gar nicht so schlecht vertreten, gleichwohl ihre Präsenz in den TV-Talkshows stark zurückgegangen ist.

        Unterm Strich muss man aber auch konstatieren, dass es eben oft so zurückhallt, wie man in den Wald hinein ruft.

        Ein häufig unterschätztes Medium, um das sich AfD-Politiker mehr kümmern sollten, ist übrigens das Radio.

  12. Angela- der Zauberlehrling aus der Uckermark:
    Die ich rief, die Geister,/Werd ich nun nicht los . . . !

  13. Pingback: Wahlergebnisse zum EU-Parlament in anderen EU-Staaten | Alexander Dilger

    • Sehr interessant vor allem, dass Robert Habeck „mit einem Ägypter aus Kairo mehr Gemeinsamkeiten habe als mit einem Bayer von der Alm. “

      Womit Habeck endlich „wissenschaftlich“ (die GRÜNEN sind ja die Partei der seriösen Wissenschaftler, wie wir spätestens seit „REZO“ wissen) bewiesen hätte, dass Germanen und Bayern eben keinen gemeinsamen Ursprung haben und es kein „Deutsches Volk“ geben kann, dem auch wir Bayern uns zurechnen lassen müssen.

      Danke, Robert Habeck!

  14. Wer etwas fachlich-tiefergehend über die metapolitischen Hinergründe des Erfolges der Grünen erfahren will, der bekommt dies in diesem Artikel anhand dreier theoretischer Instrumente perfekt erklärt:

    Astroturfing, Framing, Overton-Window

    Durch scheinbar spontane Graswurzelbewegungen (Greta-Hype, Friday’s for future, etc), die tatsächlich aber wohl orchestriert sind, wird Öffentlichkeit und eine scheinbare große Notwendigkeit geschaffen, die dann unter anderem mittels Framing durch die vereinigten linken Medien verstärkt und zugespitzt wird. In der Folge rücken vorher undenkbar radikale linke Positionen immer weiter in die Mitte des Overton-Fensters, sie werden scheinbar zunehmend akzeptabel. Die uninformierte und leicht beinflussbare Bevölkerung lässt sich nun zumindest teilweise bei den Wahlen beeinflussen. Durch die Zugewinne gibt es nicht nur mehr Mandate für die Grünen, sondern es wird auch der Druck auf die anderen Parteien erhöht, die sich nun der neuen Situation stellen müssen und zumindest teilweise selber überlegen der Grünen Agenda zu folgen. In der Folge verschiebt sich das Overton-Window noch weiter in die bestimmte Richtung und es können nun von den Grünen und deren pressure groups, dem Astroturfing ihres vorpolitischen Raumes, noch radikalere, vorher undenkbare Forderungen ins Feld geführt werden…

    http://www.pi-news.net/2019/05/die-psychologie-des-gruenen-erfolgs/

    Gerade für Sie Herr Dilger, da Sie sich immer über den Linksdrift von Merkel und Union und deren unvernünftigen und unwissenschaftlichen Handlungen wundern, eine empfehlenswerte Lektüre. Dauert auch nicht ganz so lange zu lesen

  15. Pingback: Grüne erstmals stärkste Partei laut Forsa | Alexander Dilger

  16. Pingback: SPD ohne Kurs und Führung | Alexander Dilger

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