Trump mit Google gegen Huawei und China

Der Protektionismus von US-Präsident Donald Trump verschärft sich. Zum Glück für uns richtet er sich momentan vor allem gegen China, doch danach dürften Europa und insbesondere Deutschland an der Reihe sein. Kürzlich wurden die Strafzölle auf viele chinesische Produkte von 10 Prozent auf 25 Prozent erhöht. Neben chinesischen Produzenten leiden auch amerikanische Konsumenten darunter. Theoretisch könnten europäische Exporteure und auch Konsumenten davon profitieren, doch tatsächlich dürfte die Unsicherheit überwiegen.

Nun erklärte der US-Präsident den nationalen Notstand für die Telekommunikationsbranche. Das dient vor allem dazu, den chinesischen Konzern Huawei auf eine Liste von gebannten Unternehmen zu setzen, während das Auslieferungsverfahren gegen dessen Finanzchefin Meng Wanzhou noch läuft (siehe ‚Trump heizt durch Verhaftung Konflikt mit China an‘).

Google hat heute reagiert und stellt seine Dienste Huawei und all dessen Kunden nicht mehr zur Verfügung. Das betrifft nicht nur die Suchmaschine von Google, Gmail oder YouTube, sondern auch den Google Play Store mit sehr vielen Apps und vor allem das Betriebssystem Android. Viele Smartphone und Tablets von Huawei werden sich deshalb demnächst kaum noch nutzen lassen. Auch die Herstellung wird schwieriger, weil US-Firmen keine Komponenten mehr liefern dürfen und auch europäische und japanische Konzerne Beschränkungen unterliegen, wenn ihre Lieferketten durch die USA laufen.

„Für Huawei geht es jetzt ums Überleben“, aber auch viele Millionen Kunden vor allem außerhalb Chinas werden dadurch schwer geschädigt. Die Rechtssicherheit und der Schutz des Eigentums nehmen weiter ab, während die USA sich eines Konkurrenten entledigen. Der Vorwurf, dass China über Produkte von Huawei spionieren würde, ist hingegen bislang nicht belegt worden.

5 Gedanken zu „Trump mit Google gegen Huawei und China

  1. „Für Huawei geht es jetzt ums Überleben“

    Wirklich?
    Ich denke eher, dass die Abnahmemärkte außerhalb USA groß genug sind, das zu kompensieren. Den größten Schaden aus dieser Aktion dürfte mittelbar Apple davon tragen.

  2. Donald Trumps Taktik ist es, zuerst einmal Maximalbedingungen aufzustellen, anschließend aber verhandlungsbereit zu bleiben. Zwei Schritte vor und einen zurück macht unterm Strich immer noch einen nach vorne. Aber so viel strategisches Denken ist leider vielen Politikern nicht gegeben.

    China ist aus mehreren Gründen nicht unser Freund. Es wäre für uns Deutsche und Europäer besser, bei diesem Thema an der Seite unserer amerikanischen Verbündeten zu sein!

    • Wenn die USA für sich betrachtet als Zielmarkt für den Rest der Welt größenrelevant wären, ginge diese Strategie wohl auch auf. Sind sie aber (schon lange) nicht (mehr).

      • Dann können wir die Wirkungslosigkeit dieser unwirksamen Sanktionen ja beruhigt abwarten. China braucht westliche Technologie eh nicht mehr, China ist der wirkliche Innovationstreiber und wird Technologiediebstahl unter strenge Strafe stellen …

      • Gut möglich. Jedenfalls stellen sich die Chinesen derzeit geschickter an als EU und USA.

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