Jusos-Chef möchte Autobauer und Hausbesitzer enteignen

Dass die SPD keine große Zukunft mehr hat, habe ich schon vermutet (siehe z. B. ‚CDU ist nun SPD und die alte SPD gibt sich auf‘). Doch einer ihrer bisherigen Hoffnungsträger, der immerhin gegen eine Wiederauflage der Großen Koalition und gegen die Unterstützung von Bundeskanzlerin Merkel war, Jusos-Vorsitzender Kevin Kühnert, versucht nun passend zum 1. Mai, Die Linke links zu überholen und sogar noch kommunistischer als Karl Marx zu sein, womit er die SPD um mehr als hundert Jahre zurückwirft bzw. völlig unwählbar macht.

Im ZEIT-Interview „Was heißt Sozialismus für Sie, Kevin Kühnert?“ antwortet er auf die Titelfrage: „Eine Welt freier Menschen, die kollektive Bedürfnisse in den Vordergrund stellt und nicht Profitstreben.“ Das ist nicht nur ein Widerspruch, denn warum sollten freie Menschen kollektive und nicht individuelle Bedürfnisse in den Vordergrund stellen, auch wenn sich ein Teil von ihnen vielleicht nur gemeinschaftlich befriedigen lässt? Es führt auch schnell zu einer illiberalen Demokratie, die man sonst Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán vorwirft. „Was unser Leben bestimmt, soll in der Hand der Gesellschaft sein und demokratisch von ihr bestimmt werden.“ Nein, jeder sollte sein Leben möglichst selbst bestimmen können und dürfen. Demokratisch sollten wir für diese individuelle Freiheit eintreten und nur das gemeinsam regeln, was so geregelt werden muss.

Genosse Kühnert spricht sich gegen die soziale Marktwirtschaft aus, indem er auf Probleme in ganz anderen Ländern verweist, die oft unter realem Sozialismus litten oder noch leiden: „Wir haben es mit millionenfach niedrigen Löhnen zu tun, mit Hunger und Armut auf der Welt“. Dort, wo es Marktwirtschaft gibt, mit dem Adjektiv sozial oder nicht, dort gibt es keinen Hunger und auch keine absolute Armut, sondern höchstens relative, weil die meisten Menschen so wohlhabend sind.

„Das Ziel ist vielmehr demokratische Kontrolle darüber, wie wir arbeiten und was wir produzieren.“ Warum dürfen darüber die Menschen nicht individuell, also über den Markt entscheiden?

Die ZEIT fragt: „Sie wollen also keine Verstaatlichung, sondern eine Kollektivierung von Unternehmen wie BMW?“ Der Jusos-Chef antwortet: „Auf demokratischem Wege, ja. Mir ist weniger wichtig, ob am Ende auf dem Klingelschild von BMW ‚staatlicher Automobilbetrieb‘ steht oder ‚genossenschaftlicher Automobilbetrieb‘, oder ob das Kollektiv entscheidet, BMW braucht es in dieser Form nicht mehr. Die Verteilung der Profite muss demokratisch kontrolliert werden. Das schließt aus, dass es einen kapitalistischen Eigentümer an diesem Betrieb gibt. Ohne eine Form der Kollektivierung ist eine Überwindung des Kapitalismus überhaupt nicht denkbar.“ Das zeigt nur, dass die Marktwirtschaft nicht überwunden werden darf, weil das in Kollektivierung statt Freiheit, Wohlstand und auch Demokratie endet.

Aber es kommt noch besser bzw. schlimmer: „Besonders in Städten steigen durch Profitstreben die Mieten stark an.“ Nein, das ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Dass bei stark steigender Nachfrage, z. B. durch Millionen Flüchtlinge, erst einmal die Preise bzw. Mieten steigen, ist kein Marktversagen, sondern genau so funktioniert der Markt. Wenn der Staat es nicht verhindert, steigt in der Folge auch das Angebot, während ein Teil der Nachfrager sich günstigere Orte sucht. Herr Kühnert meint hingegen: „Da ist doch die sehr moderate Frage berechtigt, warum eigentlich Leute Rendite erwirtschaften müssen mit etwas, das andere zum Leben brauchen? Ich finde nicht, dass es ein legitimes Geschäftsmodell ist, mit dem Wohnraum anderer Menschen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Konsequent zu Ende gedacht sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt.“ Die Antwort ist, dass die Vermieter den Mietern etwas anbieten, was diese möchten bzw. zum Leben brauchen. Der Staat kann durchaus ein zusätzliches Angebot machen. Aber durch Enteignungen oder gar das Verbot von Vermietungen entsteht keine zusätzliche Wohnung, sondern werden es auf Dauer weniger (siehe ‚Berlin will Wohnungen teuer zurückkaufen oder sogar enteignen‘).

Herr Kühnert gönnt den Menschen aber nicht einmal ihr eigenes Häuschen oder auch nur eine Eigentumswohnung: „Es spricht vieles gegen die These, dass Individualeigentum die Lösung ist. Besser wären genossenschaftliche Lösungen. Man könnte zum Beispiel erwägen, ob man Leuten Angebote macht, mit ihrem privaten Wohnungsbesitz in Genossenschaften reinzugehen.“ Damit geht er über Marx hinaus, der „nur“ die Produktionsmittel vergesellschaften wollte. Kommunist Kühnert will uns alles nehmen und dann als Funktionär willkürlich zuteilen. Dabei will er nicht nur Einkommen, sondern auch Preise umverteilen: „Wir nehmen Gebühren für den öffentlichen Nahverkehr, für die Bibliothek, fürs Schwimmbad, aber anders als bei der Steuererhebung fragen wir dabei nicht nach den Einkommensverhältnissen der Nutzer. Für ein Tagesticket zahlt der Manager genauso viel wie sein Arbeitnehmer. Das finde ich nicht gerecht.“

„ZEIT: Hat es eine sozialistische Ordnung, wie Sie ihnen vorschwebt, schon jemals gegeben?
Kühnert: In staatlich gegossene Form nicht.“ In welcher Form denn dann? „Es hatte ja in den meisten Fällen mit dem eklatanten Mangel an demokratischer Mitbestimmung zu tun. Deswegen ist für mich ‚demokratischer Sozialismus‘ ein untrennbares Begriffspaar. Sozialismus ist kein autoritäres Konzept.“ Doch, das ist er, weshalb der reale Sozialismus auch so und nicht anders war oder in Ländern wie Nordkorea und Venezueal noch so ist. Mit dem Privateigentum soll auch die individuelle Freiheit abgeschafft und durch politische Vorgaben ersetzt werden. Das Schreckliche ist, dass nicht nur ein Herr Kühnert so denkt, sondern die Merkel-Regierung das Schritt für Schritt umsetzt.

60 Gedanken zu „Jusos-Chef möchte Autobauer und Hausbesitzer enteignen

  1. Kühnert ist ein lupenreiner Kommunist. Zumindest im Denken, diametral seine persönlichen Handlungen und Lebensstil, die sind zutiefst bürgerlich. Typisch für Funktionäre im Sozialismus.

    Was treibt ihn ? Ich denke Karrierestreben in der Staats / Landesbehörde , ein Leben in der Sicherheit von Unkündbarkeit mit gutem Auskommen / Einkommen, wohnen gerne auch in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Frauen Willkommen.

    Vater von Kevin Kühnert ist Beamter in Berliner Bezirksverwaltung, also er kennt die Annehmlichkeiten von Arbeit ohne Leistungsstreben, Engagement, Protest gegen alles ohne persönliche Konsequenzen, wenn draussen Glatteis ist bleibt man eben zuhause ohne Gehalts- bzw. Lohneinbußen.

    Entlarvend für nicht gegebenen persönlichen Ehrgeiz zur harten Arbeit ist auch sein Werdegang mit geschmissenem, unterbrochenen Studium eines Laberfachs von „Kommunikations- wissenschaft“. Wissenschaft ?

    Ich bewerte ihn als kleinen SPD Funktionär mit nostalgischem Hang zur alten SED, ohne profundes Wissen der diktatorischen DDR – Unrechtsverhältnisse, ohne Kenntnis von Marx komplexer Literatur.

    Positiv finde ich nur seine brutale Offenheit, Ehrlichkeit für Ziele zur Enteignung von Unternehmer und Privateigentum, mit Unterwerfung unter eine Kommandowirtschaft, weg von jeglicher Individualität und Demokratie.

    Gut finde ich auch den weiteren Untergang der SPD nach seinem interessanten Interview in der Zeit. Das wird der SPD auf die Füße fallen.

    • Ich bin mir nicht sicher, dass der SPD das auf die Füße fallen wird. Die Doppelmoral Kühnerts, Wasser predigen, aber Wein zu saufen, ist in den linken elitären Kreisen und damit auch in den Medien reichlich vorhanden. Kippen würde die Stimmung wohl erst, wenn nicht nur geredet, sondern auch tatsächlich gehandelt würde. Bis dahin ist es immer leicht sich Utopien hinzugeben und vermeintlich soziale Ideen zu schwadronieren.

      Sollte diese Person jemals ein politisches Regierungsamt erreichen, dann ist es endgültig an der Zeit auszuwandern.

      Sie täuschen sich auch, wenn sie denken, dass Kühnert ein Einzelfall ist. Kühnert ist meine Generation und ich durfte an der Uni zahlreiche Gesinnungsgenossen von ihm kennenlernen. Die Denke Kühnerts ist bei den Jusos mehrheitsfähig, so viel ist gewiss. Der Ex-Vertassungsschutzpräsident hatte Recht: Die SPD ist längst eine linksradikale Partei geworden.

      Traurig ist, dass es von der politischen Mitte keinerlei Widerstand mehr gibt. Union und FDP haben völlig abgewirtschaftet und lassen alles mit sich machen. Die AfD ist die einzige Partei, die da nicht mitmacht, wobei es auch dort einen harten Kern nationaler Sozialisten im Osten geben dürfte.

      Österreich zeigt hingegen, dass es anders geht. Steuern können auch gesenkt, nicht nur erhöht werden.

      • Der SPD wird das schaden. So viele Linksradikale gibt es gar nicht in Deutschland, wie Linke, Grüne, SPD und teilweise auch CDU umwerben. Soziale Politik ist eine Sache, aber was hier geäußert wird, ist doch erkennbar asozial und wird, wenn es an die Umsetzung geht, die Leistungsträger vertreiben und die Transferempfänger in absolute, nicht nur relative Armut stürzen.

      • Die Leistungsträger sind leider längst zur nicht wahlentscheidenden Minderheit verkommen. Daher würde mich nicht überraschen, wenn Kevin Kühnerts Forderungen in dieser Republik tatsächlich auf fruchtbaren Boden fallen. Über die Auswirkungen indes sind wir uns einig.

      • Die Sozen haben Glück, das ich nicht CDU-Generalsekretär bin! Ich würde Mini-Stalin Kühnert als Aufhänger für eine knallharte Schmutzkampagne benutzen. Danach müsste die SPD zur Europa-Wahl um die 5%-Hürde bangen… 🙂

    • Die Kommunikationswissenschaft an sich ist durchaus eine ernst zu nehmende Wissenschaft. Das alleine qualifiziert aber nicht Herrn Kühnert, von dem wir nicht einmal wissen, ob er mehr für sein Studium getan hat, als sich bloß an der Uni einzuschreiben, um einen Studentenausweis zu erhalten, BaFöG zu kassieren und das Kindergeld seiner Beamteneltern nicht zu gefährden.

    • Natürlich ist nur die Familie vom Jusomanm geil auf eine Beamtenkarrietr. Die Familien der User hier und des Betrebers dieser Seite haben alle hart in der freien Wirtschaft gearbeitet.Nein, halte eine Debatte über Kollektivierung von BMW auch nicht für zielführend.

      • Als Professor wird man nicht geboren, sondern der Weg dorthin ist länger und kompetitiver als für die meisten Stellen in der Privatwirtschaft oder auch andere Beamtenlaufbahnen. Wenn man es einmal geschafft hat, hat man allerdings Freiheit und Sicherheit zugleich wie in sonst fast keinem anderen Beruf, wofür ich jeden Tag dankbar bin.

      • …..Harald, Neid liegt mir wirklich fern und jeder werde nach seiner Facon glücklich im gewählten Beruf. Häme mit Unterstellung auf Ihnen unbekannte User können Sie in die Tonne treten. Meine Wenigkeit in der Welt der Industrie – Produktion – tätig. Sonst , siehe vor.

  2. Ganz besonderen Dank, lieber Herr Professor Dilger, für diese so wichtige Information!
    Die CDU, der ich 1972 (als die FDP mit der SPD regierte), beitrat, hätte daraus einen Skandal und eine Kampagne gemacht… Aber CDU-NRW Chef Laschet fragte ja vor Jahren schon „Welcher Linksruck in der CDU?“. In NRW regiert ja eine Koalition aus CDU und FDP- Wirkung in liberalere Richtung bisher allenfalls minimal! Ich wähle daher am 26. 5. wohl LKR (Lucke-Partei), obwohl ich weder „Lucke-Fan“ bin noch der eine sichere Chance auf 1 Mandat gebe.

      • Wenn es viele machen nicht. Aber die kritische Masse dafür wird LKR nicht erreichen. Wetten?

      • Realistisch betrachtet ist es extrem unwahrscheinlich, dass eine einzelne Stimme den Ausschlag gibt (was übrigens auf einen grundlegenden Mangel unserer Art von Demokratie hindeutet). Wenn eine Partei sowieso (nicht) einzieht, und zwar mit derselben Zahl an Abgeordneten (gff. 0), dann ist es doch eigentlich egal, ob man ihr noch eine Stimme mehr gibt oder nicht. Es bleibt eine kleine symbolische Wirkung, außerdem bekommt eine Partei ab 5 Promille ein wenig Geld pro Stimme und bekommen die anderen entsprechend weniger.

      • Erstens muss ich mich Herrn Dilger da anschließen, ab wann eine Stimme verschwendet ist, ist ja sowieso unklar oder schwer festzulegen.

        Zweitens: Natürlich wäre eine Stimme für die AfD sinnvoll, wenn es denn eine Hebelwirkung hätte. Wenn in Deutschland die Wähler etwas „dynamischer“ wären, könnte die AfD bei der EU-Wahl 25-30% holen (mit dem Hintergedanken einer Denkzettel-Wahl), so ein Ergebnis hätte enorme Wirkung auf die Bundespolitik, da die CDU als erstes umknicken würde und auf einmal wieder konservative Politik macht. Da es aber nicht aussieht als würden das mehr als 15-16% maximal werden, ist der Hebeleffekt vernachlässigbar.

        Ich halte die AfD unwählbar auf Grund von Leuten wie Max Krah und anderen schattigen/schmierigen Persönlichkeiten. FDP unwählbar, da ich diese emotionale EU-Begeisterung sowieso nicht verstehen kann und ich mit der Europapolitik meiner eigenen Partei insgesamt sehr quer stehe.
        Die Freien Wähler wollen auch die Vereinigten Staaten von Europa und gleichzeitig aber gegen TTIP, CETA, etc., das halte ich für ne komische Mischung und für einen Liberalen unwählbar.

        Übrig bleibt die LKR, man kann Lucke Politikunfähigkeit anlasten, aber es ist jemand bei dem es mich wenigstens inhaltlich nicht sträubt. Sonst fällt mir keine andere Wahlmöglichkeit ein und nicht wählen möchte ich auch nicht.

  3. Man darf gespannt sein, ob der SPD dieses Interview tatsächlich auf die Füße fällt, oder ob es nicht inzwischen genügend Schwachmaten im Dummvolk gibt, die so einen Unfug auch noch goutieren. Sollte Letzteres der Fall sein, bleibt nur noch, Deutschland für immer den Rücken zu kehren. Denn dann wären alle weiteren Anstrengungen für das „Land der Dichter und Denker“ reine Lebenszeitvergeudung und brandgefährlich für einen Nichtkommunisten selbst obendrein.

    • Es gibt leider Millionen Leute, die das gut finden, aber die können doch schon zwischen Linke, Grüne, Merkel-CDU und vielen Splitterparteien wählen. Die SPD hat sich damit als ernsthafte Partei, die irgendwann wieder den Kanzler stellen könnte, endgültig verabschiedet.

      • „Die SPD hat sich damit als ernsthafte Partei, die irgendwann wieder den Kanzler stellen könnte, endgültig verabschiedet.“

        In meinen Augen hat sie das schon lange. Nämlich spätestens 2009, als klar wurde, dass selbst eine Stasi-IM als Kanzlerin akzeptiert und wiedergewählt wird. Wozu also noch SPD wählen, wenn die CDU den Umverteilungssozialismus genauso kann?

  4. Über hingehaltene Stöckchen von Kühnert zu springen lohnt die Mühe nicht, im Gegenteil, er wird dadurch nur aufgewertet, wer solchen Unsinn verbreitet gehört in eine Spaßpartei! Bis heute noch nicht fundamental Wichtiges oder Bedeutendes von Kühnert gehört oder gelesen.

    • Er bekommt für seinen kommunistischen Schwachfug die volle mediale Aufmerksamkeit. Das lässt hinsichtlich des Zustands dieser Republik sehr tief blicken.

    • Nö.

      Herkunft und Ausbildung

      Kühnert stammt aus einer Beamtenfamilie: Sein Vater ist Beamter in einer Berliner Bezirksverwaltung, seine Mutter arbeitet in einem Jobcenter. Sein Abitur erlangte er 2008 am Beethoven-Gymnasium in Berlin-Lankwitz, an dem er auch Schülersprecher war. Anschließend absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kinder- und Jugendbüro Steglitz-Zehlendorf.

      Ein 2009 begonnenes Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin brach er ab und arbeitete anschließend dreieinhalb Jahre lang in einem Callcenter. Von 2014 bis 2016 arbeitete er im Abgeordentenbüro von Dilek Kolat und seit 2016 arbeitet er im Abgeordnetenbüro von Melanie Kühnemann. Ein 2016 begonnenes Studium der Politikwissenschaft an der Fernuniversität in Hagen ruht seit seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden der Jusos.

      In der Jugend spielte er Handball beim VfL Lichtenrade. Er ist Fan von Tennis Borussia Berlin, Arminia Bielefeld und des FC Bayern München. Von Juni 2013 bis Mai 2017 war er Mitglied des Aufsichtsrats von Tennis Borussia Berlin. Seinen Vornamen erhielt er nach dem englischen Stürmer Kevin Keegan, dessen Fan seine Mutter ist.

      Im März 2018 äußerte sich Kühnert in einem Interview in der Zeitschrift Siegessäule erstmals öffentlich zu seiner Homosexualität.

      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kevin_Kühnert
      (https://de.wikipedia.org/wiki/Kevin_K%C3%BChnert)

  5. Die SPD bewegt sich immer mehr an den Rand und die Bedeutungslosigkeit.

    Was ich aus der FDP-Bundestagsfraktion so wahrnehme scheint es fertig vorbereitete Sache zu sein, dass nach der EU-Wahl Jamaika kommt. Die CDU kalkuliert, dass die SPD ein schlechtes Ergebnis bei der EU-Wahl einfahren wird kombiniert mit einem Machtverlust in Bremen (bundespolitisch nicht relevant, für die SPD aber schon).

    Ein Punkt der dagegen sprechen könnte: Warum sollten die Grünen eine Koalition ohne Neuwahlen eingehen, wenn sie bundesweit bei über 20% stehen?
    -> Die FDP und CL werden es meiden das Außenministerium zu beanspruchen, somit könnte Habeck Außenminister werden, ein populäres Amt das ihn aus Sicht des Wählers kanzlerreif macht. Für die nächste Bundestagswahl könnten die Grünen dann mit einem Kanzlerkandidaten Habeck in den Wahlkampf gehen, der den Amtsbonus des Außenministers hat.

    Man muss dennoch mit einberechnen, dass die deutsche Politik sehr träge ist und ein fliegender Regierungswechsel mit Kanzlerinnenaustausch (Merkel->AKK) sehr kurios wäre.
    Die FDP – obwohl die meisten Funktionäre und Mandatsträger nichts sehnlicheres wünschen als Jamaika- wird an Jamaika zerschellen. Wie soll man es dem normalen Wähler erklären warum 2017 Jamaika nicht ging, 2019 aber schon.

      • Trotzdem ist es möglich oder sogar wahrscheinlich. Wenn sich Herr Lindner damit verschlissen hat, wäre es vielleicht Zeit, über eine Rückkehr nachzudenken.

      • Was erwarten Sie von einer FDP ohne Lindner?
        Die FDP ist doch längst zur Christian-Lindner-Show verkommen, in der nur Lindners Günstlinge gefördert werden. Wenn Lindner abtreten muss, wer ist dann noch da, der das Ruder übernehmen könnte? Wollte Wolfgang Kubicki (der einzige in der heutigen FDP, der das Zeug dazu hätte), dann hätte er längst gekonnt. Aber offenbar will auch er sich das gar nicht erst antun.

      • Halte es auch für Selbstmord, aber -und das weiß ja sogar die Presse- hat die Fraktion lange an einem „ready for government“ Papier gearbeitet um bereit zu sein in dieser Legislatur noch in die Regierung zu kommen.

      • Selbstmord bleibt Selbstmord. Egal ob mit oder ohne Rechtfertigungspapier.

    • Die Frage wäre, wieso die SPD freiwillig die Koalition verlassen und das Feld der „neoliberalen“ FDP überlassen sollte. Sie kann doch in der Regierung prinzipiell zahlreiche Dinge durchsetzen.

      • Das ist tatsächlich ein Paradox der Großen Koalitionen unter Frau Merkel: Die SPD kann inhaltlich fast alles durchsetzen, bekommt dafür aber keine Wählerstimmen. Wenn ich überzeugter Sozialdemokrat wäre, würde ich deshalb jetzt alle wichtigen Forderungen vorbringen und realisieren. Ich vermute allerdings, dass der SPD-Spitze gar nichts Vernünftiges mehr einfällt, weshalb auch Herr Kühnert mit seinem Unsinn solche Wellen schlägt. Wenigstens gibt es damit einen Sündenbock für die nächsten absehbaren Wahlschlappen. In der Opposition könnte die SPD nichts mehr durchsetzen, aber sich vielleicht (!) regenerieren.

      • Ich fürchte, dass Kühnert nur der Watschenmann ist, den man vorschickt, um diese für unser einen unerträglichen kommunistischen Visionen Schritt für Schritt salonfähig zu machen. Millionen Menschen stehen auf diesen Schwachsinn. Und Merkel macht natürlich auch mit, wenn sie dadurch noch ein paar Jährchen Kanzlerin bleiben darf. Abgewirtschaftet hat sie sowieso, der Scherbenhaufen ist nicht mehr zu kitten. Warum also nicht zum Schluss noch mal so richtig durchdrehen?

        Unfassbar ist für mich, wie wohlstandsverblödet das Stimmvolk inzwischen ist …
        (47% Rot-Rot-Grün? – da fehlt nicht mehr viel)

      • Es ist wirklich bedenklich, dass die Forderung nach Abschaffung von Privateigentum und Marktwirtschaft nicht auf einhellige Ablehnung trifft.

      • DDR 2.0 eben.
        Von breiten Schichten der Gesellschaft nicht nur akzeptiert, sondern ausdrücklich begrüßt und gut geheißen.
        Was kann man da für die nähere Zukunft noch von Deutschland erwarten?
        Der Karren fährt ungebremst an die Wand, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

  6. Er ist jung, lasst ihn doch ein bißchen träumen. Es wird der SPD nicht so stark schaden, denn die meisten Leute buchen es ab unter „wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz und wer es mit 40 immer noch ist, hat keinen Verstand“. Aber im Ernst: entweder ist Kühnert ein idealistischer Weltverbesserer, der tatsächlich an das glaubt, was er erzählt. Oder aber er hat verstanden, dass man sich nur mit immer radikaleren Thesen Aufmerksamkeit und Bekanntheit verschafft. Dann wird er es in 10 Jahren als Jugendsünde abtun und dann sagen, dass er dazu gelernt hat. Letztlich nehme ich es nicht so ernst, weil es schon Tradition hat, dass jüngere Politiker durch radikale Sprüche bekannt werden wollen („keine Hüft-OPs für Menschen über 80“ usw.)

    • Herr Kühnert ist mir egal, aber der Niedergang der SPD ist schon ein Problem für unsere Demokratie. Auch die Grünen fordern doch jetzt Enteignungen, für die in Berlin ein Bürgerbegehren läuft. Wir leben in üblen Zeiten, in den man nichts aus der DDR gelernt hat, sondern eine FDJ-Funktionärin das Land herunterwirtschaften lässt.

      • Prof. Alexander Dilger “ …..Wir leben in üblen Zeiten, in den man nichts aus der DDR gelernt hat, sondern eine FDJ-Funktionärin das Land herunterwirtschaften lässt. “ …………….. 100 % getroffen,
        …………..ist Knackpunkt bei Künert. Sein Vater Berliner Beamter, in der Regel wird da noch am Tisch miteinander gesprochen. U.a. über Zeit vor 1989 in Ost – Berlin, als wir West – Berliner wirklich unter Willkür der DDR – Schergen gelebt und gelitten haben, z.B. mit meiner Familie, Kindern, im Unternehmen mit den tausenden übelsten Schikanen, Verwandten in Grünau, Bohnsdorf und Potsdam die uns – besonders meinen Eltern – so fern waren wie Florida.

        Das alles haben Vater und Mutter Künert 1 : 1 mit erlebt, “ … am eigenen Leib. “ Missratene Sohn sehnt sich g l e i c h w o h l nach Methoden Unrechtsstaat DDR mit Morden, Enteignungen, Kindesraub, Mauermorde, Misswirtschaft, Günstlingswirtschaft, Hunger , im Käfig eingesperrt, permanenter Drohung Krieg vs. kapitalistische Bundesrepublik, etc. Leben ohne für uns normalen westlichen Lebensstandard , ohne Bildungschancen sei denn devoter SED – Anhänger.

        Keine Sippenhaft, liegt mir völlig fern, aber irgend etwas ist da im Haus Künert schiefgelaufen.

        Schade, würde ihm gerne ins Gesicht meine Meinung sagen dürfen. Direkt, auf Berliner Art.

      • Die SPD ist eine Partei aus dem Zeitalter der Dampfmaschinen, die ihre Ideologie nie geändert hat. Sie passt einfach nicht mehr in unsere Zeit. Schon gar nicht mit „Spitzenkräften“ wie Schulz, Nahles und Kühnert. Wenn das die Créme de la Créme der SPD ist, wie sieht es dann erst mit dem Rest aus?

  7. Herr Kühnert will offenbar nicht die Deindustrialisierung Deutschlands – wie GrünSchwarz. Sonst wäre die Vergesellschaftung von BMW sinnlos.
    Das ideologische Ziel von GrünSchwarz ist offensichtlich eine mittelalterliche neofeudalistische Bauerngesellschaft. Interessant ist, dass Hitler im letzten Kapitel von Mein Kampf, das ich als Brite viel früher (ohne Merkelschen Kommentar) lesen durfte, als Ziel nach dem Endsieg eine Wehrbauerngesellschaft ähnlicher Art vorschwebte.

    Tatsächlich ist das Nazitum eine massive Rebellion gegen die Moderne, einschließlich Physik und Technologie. Letztere wurde nur wegen der Hoffnung auf überlegene Waffen gefördert. The leopard doesn’t change its spots.

    • Für Genossen Kühnert ist die Abschaffung von BMW durchaus eine Option: „Mir ist weniger wichtig, ob am Ende auf dem Klingelschild von BMW ’staatlicher Automobilbetrieb‘ steht oder ‚genossenschaftlicher Automobilbetrieb‘, oder ob das Kollektiv entscheidet, BMW braucht es in dieser Form nicht mehr.“ Das WIR entscheidet und die einzelnen Menschen haben, wenn sie nicht Politfunktionäre sind, nichts mehr zu sagen.

      • Natürlich. Aber wenn Sie die konkrete Wahl haben, sitzen sie bei AKK/Habeck bestenfalls im Eselskarren, bei Bundeskanzler Kühnert vielleicht doch im Trabi.

      • Bei Schwarz-Grün gehört mir wenigstens noch der Esel und kriege ich hohe Subventionen für Solarpanels auf dem Dach. Herr Kühnert möchte alles Privateigentum abschaffen, auch an Haus, Hof und Trabi.

      • Sie können Ihr Haus doch in die Genossenschaft einbringen. Das hat Genosse Kevin ausdrücklich so vorgeschlagen.

      • Der Trabi hat noch die BMW-Niere. Bei SparkassenSpahn werden schon Ihre inneren Organe sozialisiert.
        Siehe Hirntod-Debatte (1972 beendet, Max Planck Institut Prof. Zülch), wo bereits Affenhirne nach einstündigem Kreislaufstillstand wiederbelebt werden konnten.

      • Da ist natürlich etwas dran. Wir haben es hier offensichtlich mit einem Wettlauf beim Enteignen, Kollektivieren und Freiheitsentzug zu tun bis hin zum ungefragten Ausschlachten unserer Körper.

      • So ist es. Und zwar schon seit 1990. Alles Folgen der „Wiedervereinigung“ mit einem kommunistischen Pleitestaat. Will der Deutsche Michel aber nicht wahr haben.

      • Ob das die Mitarbeiter von BMW genauso sehen?
        Die sind dann ja wohl das „Kollektiv“ …
        Der kleine Kevin hat wirklich ein Rad ab.

  8. Eigentlich ist die politische Formel mittlerweile klar ersichtlich. Den Parteien gehört das Parteiprogramm,den freien Wählern gehören die Bürger. Deshalb haben die freien Wähler auch kein Parteiprogramm. Außer Merkel kennt der wenig politisch Interessierte kaum noch eine deutsche politische Person. Bei der Aufzählung von Bundesminister kollabieren mittlerweile um 80%. Deshalb weiß der Bürger, dass deutsche Politik nicht gut ist.
    Somit ist der eigentliche Akt von Kühnert richtig gewesen, Visionen darstellen zu wollen, wo der Bürger einen Ausweg findet. Er hat aber das falsche Thema gewählt und dem Wähler einen Stein in den Rücken geworfen mit der Quintessenz, dass der Wähler jetzt einen Schritt schneller geht in Richtung Ausgang..

  9. Nur der Kapitalismus ist in der Lage, ausreichend Waren und Dienstleistungen zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung zu stellen. Das hat bisher noch kein anderes System geschafft, der Sozialismus/Kommunismus schon gar nicht!

    Damit im Kapitalismus aber die kleinen Leute nicht unter die Räder kommen, wurde in Deutschland von Ludwig Erhard und anderen die Soziale Marktwirtschaft erfunden, die uns Massenwohlstand gebracht hat, um den wir von vielen beneidet werden. Merkel & Co. zerstören dieses Werk langsam, Kevin Kühnert will es noch schneller zerstören…!

  10. Vorsicht mit der Einschätzung von Kühnerts künftigen Wahlchancen. Ein gewisser Winfried Kretschmann hat mit 27 Jahren sowohl Pol Pot als auch Idi Amin als „vorbildliche Herrscher“ bezeichnet. Unkenntnis kann er nicht vorschützen. Er war während der „Killing Fields“ auf ausdrückliche Einladung Pol Pots in Kambodscha unterwegs.
    Heute ist er Ministerpräsident eines liberal-konservativen Bundeslandes und wird als künftiger Bundespräsident gehandelt. Bei aller Liberalität ist ein solcher Mensch aus meiner Sicht auf Lebenszeit nicht wählbar.

    • Ja bei Linken heißt es, man müsse ihnen die „Jugendsünden“ verzeihen. Aber phösen Rächden wird das grundsätzlich verweigert…

      • Vor allem werden die Aussagen selbst verharmlost. Stellen Sie sich vor, jemand würde dasselbe für Moslems fordern, was Herr Kühnert den Deutschen antun möchte.

      • Er würde vielleicht gesteinigt. Das muss man aber auch nicht unbedingt gut finden.

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