Platz für eine wirtschaftsliberale Partei?

Zu der hier schon oft diskutierten Frage, wo Lücken im deutschen Parteiensystem bestehen bzw. wie sich diese füllen ließen, ist mir noch etwas eingefallen. Wenn es richtig ist, dass für eine reine liberale Partei neben der FDP kein Platz ist, dann gibt es nicht nur den Ausweg einer breiteren, liberal-konservativen bzw. allgemein bürgerlichen Partei (so wie die AfD einmal angefangen hat oder LKR es im Namen trägt, ohne es wirklich einzulösen). Eine Alternative bestünde tatsächlich darin, eine neue Partei enger zu fassen. Auf den ersten Blick mag das widersprüchlich erscheinen. Wenn es keinen Platz für eine (weitere?) liberale Partei gibt, wieso sollte es dann Platz für eine noch enger gefasste Partei geben? Dafür sind jedoch zwei Gründe vorstellbar, nämlich erstens die Konkurrenz der anderen Parteien und zweitens weitere Vorteile einer thematischen bzw. ideologischen Begrenzung. Zwei gleiche oder doch sehr ähnliche Parteien werden offensichtlich nicht gebraucht und ein Teil des liberalen Spektrums wird bereits von sehr vielen Parteien abgedeckt. Dieser Teil verschreckt zugleich andere Wähler, weshalb es sinnvoll sein könnte, darauf zu verzichten, um im restlichen Teil ein umso klareres Profil zu gewinnen.

Konkret geht es um die Unterscheidung zwischen gesellschafts- und wirtschaftsliberal. Ich sehe mich selbst als Liberalen ohne Einschränkung. Warum sollte die individuelle Freiheit nur in einigen Bereichen geschätzt werden und in anderen nicht? Doch offensichtlich gibt es Unterschiede, die insbesondere für Nichtliberale relevant sind. Linke betrachten sich häufig als gesellschaftsliberal und Rechte bzw. Konservative als wirtschaftsliberal, selbst wenn sie es nicht wirklich sind (Extremisten sind übrigens nie liberal). Daraus folgt jedoch, dass eine wirtschaftsliberale Partei auch Konservative ansprechen könnte, während eine gesellschaftsliberale Partei nach links zu rutschen droht und vor allem mit den meisten übrigen Parteien konkurriert. Auch die FDP ist inzwischen kaum noch wirtschaftsliberal (und die CDU gar nicht mehr, während öffentlich fast nur der Verlust ihrer konservativen Seite diskutiert wird), hat hier also eine offene Flanke. In den Niederlanden sind D66 als gesellschafts- und VVD als wirtschaftsliberale Partei jedenfalls beide erfolgreicher als die FDP alleine.

115 Gedanken zu „Platz für eine wirtschaftsliberale Partei?

  1. „In den Niederlanden sind D66 als gesellschafts- und VVD als wirtschaftsliberale Partei jedenfalls beide erfolgreicher als die FDP alleine.“

    Bei allem Respekt vor Ihrem Optimismus – aber in den Niederlanden weht ganz generell ein erheblich liberalerer Geist als in Deutschland. Daraus lässt sich für Deutschland leider nichts ableiten.

    • Der direkte Vergleich mit Deutschland hinkt vielleicht, doch in den Niederlanden hat die Gründung von D66 der älteren VVD nicht geschadet, sondern langfristig vielleicht sogar zu besseren Wahlergebnissen beigetragen. Finden Sie nicht, dass eine wirtschaftlich kompetente Partei in Deutschland fehlt? Dabei geht es nicht vorrangig um die Interessen von Großkonzernen, die diese selbst gut durchsetzen, sondern um den Mittelstand, Selbständige, Beschäftigte, Konsumenten und Sparer, deren Interessen schlecht bis gar nicht mehr vertreten werden.

      • Natürlich fehlt eine Partei, die die Interessen des Mittelstands vertritt. Die AfD hätte die Chance dazu gehabt und es gab auch Leute, die das erkannt hatten. Doch dann hat seine unergründliche Weisheit, Bernd Lucke die Nazis in die AfD eingeladen und das ausgerechnet über das „Handelsblatt“ kommuniziert. Seitdem meiden die meisten Mittelständler die AfD wie die Pest.

      • Ja, die AfD war 2013 eine vielsprechende Neugründung, sonst hätte ich auch nicht mitgemacht. Über die Ursache, warum sie vom Kurs abgekommen ist, sind wir verschiedener Meinung, doch immerhin scheinen Sie inzwischen zuzustimmen, dass das passiert ist. Was hält Sie noch dort? Wenn die marginalisierten Wirtschaftsliberalen und -kompetenten aus allen Parteien sich zusammenschlössen, käme eine kritische Masse zusammen.

      • Mich hält die Hoffnung, dass sich Bernd Luckes Gäste wieder verziehen, da sie zwar von der Lautstärke zuweilen sehr dominant sind, aber inhaltlich zum Glück nach wie vor nicht den Ton angeben. Nach dem Bundesparteitag im September, auf dem es um die programmatische Ausrichtung zur Altersversorgung und Sozialpolitik gehen wird, wissen wir mehr.

        Es ist meines Erachtens viel leichter, eine erfolgreich gegründete und seit Jahren erfolgreich bestehende Partei inhaltlich zu optimieren und weiter zu etablieren, als eine neue Partei zu gründen und zum Erfolg zu führen. Dass Letzteres nur selten gelingt, sehen Sie doch an Luckes totem Gaul LKR und vielen anderen Kleinparteien, auch anderer Ausrichtung (z.B. an der ÖDP).

      • Es gab nach den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland erst zwei erfolgreiche Neugründung, Grüne und AfD, die beide entgegen ihren Gründungsabsichten inzwischen mehr schaden als nutzen. Das stimmt nicht optimistisch, weder von der Quantität noch Qualität her. Doch wie viele erfolgreiche Neuaufstellungen einmal etablierter Parteien gab es denn? Die Linken und die Merkel-CDU???

      • Neu ausgerichtet haben sich seit ihrer Gründung doch fast alle im Bundestag vertreteten Parteien (bis auf die SPD, die immer noch im Zeitalter der Dampfmaschinen unterwegs ist). Wenn auch meist nicht zum Positiven. Doch es zeigt, dass das grundsätzlich schon möglich ist.

      • Letztlich sind Parteien doch nur Mittel zum Zweck, vernünftige Politik zu machen. Volksentscheide wären eine Alternative, die aber auf Bundesebene überhaupt nicht vorgesehen ist. Ich habe hinsichtlich Parteien alle drei Optionen schon durch, eine etablierte Partei (FDP), eine ganze neue (AfD) und eine bestehende Kleinpartei (Familien-Partei). Alles war aus verschiendenen Gründen letztlich nicht erfolgreich und enttäuschend, doch relativ gesehen war die neue Partei am chancenreichsten (zwei, drei Fehler von Herrn Lucke weniger und er würde jetzt nicht um den Wiedereinzug ins EU-Parlament bangen, sondern hätte vielleicht schon Frau Merkel gestürzt). Ob sich das jemals wiederholen lässt, weiß wohl niemand.

      • Leider scheinen mir die Parteien – zumindest in Deutschland – in der Praxis nicht so sehr „Mittel zum Zweck, vernünftige Politik zu machen“ zu sein, sondern viel mehr Mittel zum Zweck, den meisten ihrer Protagonisten eine berufliche Karriere zu ermöglichen, zu der sie außerhalb der Politik nicht im Stande gewesen wären.

      • Faktisch mag das so sein, aber das ist doch für Wähler nicht wirklich attraktiv. Von daher hätte eine anders konzipierte Partei durchaus Chancen. Allerdings muss ich zugeben, dass diese andere Konzeption noch nicht ganz steht. Das Demokratieprinzip und Auswahl nach Kompetenz können sich stets in die Quere kommen.

      • Was Kompetenz vs Demokratieprinzip angeht, muss man ja schon an den Wählern an sich verzweifeln. Frau Merkel wurde dank der immer noch so starken CDU inzwischen vier mal zur Bundeskanzlerin gewählt …

      • Wo können sich den Großkonzerne durchsetzen? Siehe Autoindustrie?

      • Im Unterschied zu den meisten Mittelständlern können Großkonzerne immer mit der Arbeitsplatzkeule drohen und sowohl ihre Fertigung als auch große Teile ihrer Verwaltung, ja sogar ihres Vertriebs (z.B. Callcenter) einfach in andere Staaten verlagern. Q.e.d..

      • Bereits vor der Gründung der AfD trat Wolfgang Clement aus der SPD aus, Thilo Sarrazin konnte dort nur knapp dem Ausschluss entgehen und Heinz Burschkowski war auch nur noch auf dem Papier Mitglied.

        In der CDU wurden Friedrich Merz, Wolfgang Bosbach und andere wirtschaftsliberale und konservative Köpfe von Merkel und der „Pizza-Connection“ kaltgestellt, Jahre bevor die AfD gegründet wurde.

        In der FDP hatte bereits in den 90er Jahren Alexander von Stahl für einen rechtsliberalen Kurs gekämpft. Frank Schäffler hat aus seinem Scheitern beim FDP-Mitgliederentscheid keine Konsequenzen gezogen.

        Sogar bei den Grünen gab es ein paar vernünftige Leute wie Olaf Metzger.

        Hätten sich diese Leute rechtzeitig zusammengeschlossen, sie könnten heute regieren…!

      • Haben sie aber nicht. Es kommt eben nichts von selbst und ganz Deutschland ist seit 1990 das Land der verpassten Chancen.

    • M. Meister deutet es richtig an: In Deutschland gibt es als Ausfluss bisheriger Politik eine Prägung der Öffentlichkeit, die es konkurrierenden Parteien ermöglicht, Teile der Gesellschaft gegen eine solche Partei zu mobilisieren Beispiele gibt es dafür. Ein weiteres Problem besteht darin, dass bei solchen Kopfgeburten auch innerhalb der neuen Partei alsbald Richtungsstreitigkeiten entstehen, die sich indirekt auch bei den ins Auge gefassten Zielgruppen (mittelständische Wirtschaft) bemerkbar machen. Dafür ist die Meinungsbildung dort zu undifferenziert, eher unpolitisch und daher traditionell CDU/CSU- bzw. FDP- zugewandt. Man sollte bei der Suche nach „richtigen“ Lösungen in der Gesellschaft die Frage des Machtgewinns nicht vernachlässigen.

      • Nur Denken und Handeln als Gemeinschaft kann die Welt zum Besseren verändern.
        Und Gemeinschaft geht nur mit bedingungslosen Respekt vor allen Mitmenschen und deren Meinung – egal wie blöd diese in den eigenen Augen auch sein mag.

        Gemeinschaft geht NICHT mit ausgeprägtem Egoismus, mit Kontrolle oder auch anders ausgedrückt mit Unterdrückung. Denn nichts anderes ist Kontrolle – die Unterdrückung anderer Meinungen.
        Nur wer versteht, wie, warum und für wen dieses System funktioniert – nämlich nur für die Superreichen und rund 500 grosse Konzerne -und genau mit ständiger Kontrolle und ständigem Machtmissbrauch durch diese, der wird vielleicht auch in der Lage sein, dabei mit zu helfen, dieses System auch irgendwann mal zu verändern

        All die Menschen, die noch fest in diesem System verankert sind – und das sind momentan noch über 90% der Menschheit, die wünschen sich vielleicht noch eine Alternative zur Alternative.aber eine weitere Partei muss nicht weniger als das Denken der Menschen erreichen. Erst wenn die Menschen sich ihrer Rolle in unserem System bewusst werden gibt es die Chance für echte Demokratie und Freiheit

      • Der Bezug auf die Gemeinschaft muss nicht zu individueller Freiheit führen, sondern kann doch auch gerade zur Unterdrückung dienen.

        Ich bezweifle, dass die Merkel-Politik wirklich so gut für die Superreichen und Großkonzerne in diesem Land ist. Sie können sich nur leichter damit arrangieren und sei es durch Abwanderung.

  2. „LKR es im Namen trägt, ohne es wirklich einzulösen“. Inwiefern löst sie es nicht ein? Immerhin kommt sie der Forderung doch am nächsten und hat zu Recht breite Unterstützung im liberalen Mittelstand. (siehe fb LKR Mittelstand).
    Gilt es nicht für jede Partei, dass das (liberale) Erscheinungsbild erst einmal programmatisch geschärft werden muss? Dazu kann man beitragen. Europa und die EU-Wahlen sind erst der Beginn. Vor einer Parteien-Zersplitterung warne ich.

    • Wenn es eine Splitterpartei mit 0,0 Prozent der Stimmen gibt, dann ist das LKR. Aus meiner Sicht ist das kein Zufall, sondern liegt an Personal und Programm sowie sogar dem Namen. Doch wenn LKR bei der EU-Wahl zumindest minimal erfolgreich ist, also Bernd Lucke seinen von der AfD mitgenommenen Sitz nun mit LKR behält, dann bewerte ich diese Partei und ihre Chancen neu. Wenn nicht, sollten auch Sie davon lassen und sich lieber für etwas Sinnvolleres engagieren.

      • So schlecht ist LKR als Parteiabspaltungsname aber auch wieder nicht, da ist der Herr Dilger päpstlicher als der Papst. ALFA war dämlich.
        Könnte man eine Meinungsumfrage machen, was waren die eigenartigsten Abspaltungsnamen im deutschsprachigen Bereich ?
        „Die blaue Partei“ und „JETZT“ ( früher hieß die „Liste Pilz“ von Peter Pilz der hat die Grünen aus dem Ö-Parlament gedrängt) sind da schon weiter oben.
        Es gibt auch so Parteiabspaltungsnamen da kann man wenig meckern wie ÖDP oder vor vielen, vielen Jahren USPD oder Rechtsabspaltung von der NPD “ Die Rechte“.
        BZÖ, der Name ( Abspaltung von Jörg Haider von der FPÖ) war mittelgut.

      • Die Quittung für diesen kreativen Erguss wird Herr Lucke am 26. Mai bekommen.

      • Krass ist auch der Verschleiss an LKR-Parteivorsitzenden in weniger als vier Jahren:

        Parteivorsitzende:
        Bernd Lucke (Juli 2015 bis 4. Juni 2016)
        Ulrike Trebesius (4. Juni bis 12. November 2016)
        Christian Kott (12. November 2016 bis 8. August 2017)
        Bernd Kölmel (17. September 2017 bis 25. September 2018)
        Peter Reich (kommissarisch; 26. September 2018 bis 15. Oktober 2018)
        Stephanie Tsomakaeva (kommissarisch; 16. Oktober 2018 bis 10. November 2018)
        Bernd Lucke (seit 10. November 2018)

        Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liberal-Konservative_Reformer

        Zudem hat sich bereits im Jahr 2017 die LKR-Jugendorganisation „Junge Reformer“ selbst wieder aufgelöst.

        Autokrat Lucke hat also – wie nicht anders zu erwarten – offenkundig nichts dazugelernt. Wäre er noch Schüler, müsste man ihn wohl als lernbehindert einstufen.

      • Lieber Herr Dilger, wo sonst als in der AfD oder LKR soll man sich denn somst engagieren? Die ständige Spalteritis bring doch rein gar nichts. Es gibt die liberale Sammelbewegung und das ist die LKR. Der sollten alle liberale Kräfte Deutschlands zum Erfolg helfen. Man muss auch mal irgend etwas durchziehen. Immerhin gibt es eine Infrastruktur und ein tolles Programm. Besser wird es nicht mehr.

      • LKR = liberal?
        Komplette Fehlanzeige. Am wenigsten liberal ist Autokrat Bernd Lucke höchst selbst.

        LKR = Sammelbewegung?
        Was wird denn da gesammelt? Die meisten vom „Weckruf“ (eigentlich ein Wegruf) haben LKR doch inzwischen längst wieder den Rücken gekehrt.

        Mal ehrlich:
        Wie viele Mitglieder hat LKR denn tatsächlich noch? 100? 200?

      • …und warum sind Henkel, Starbatty, Kölmel und Trebesius nicht mehr bei LKR? Weil Lucke als selbstverliebter Egoist nicht führen kann…!!!

      • So ist es. Seine wahren Jünger erkennen das aber nicht. Das ist wie in jeder Sekte.

    • LKR ist doch im Mittelstand weitgehend unbekannt. Es bringt ja auch nichts, sich selbst zu belügen.

      Davon abgesehen werden auf Dauer solche Parteien erfolgreich sein, die sachorientiert sind. Die AfD bietet kaum eigene Lösungen. Herr Gauland prahlt sogar fast damit, dass er auf die Fragen nach der Sicherung der Rente, nach der Digitalisierung usw. keine Antwort weiß. Herrn Reil schien seine fachliche Inkompetenz bei Lanz anschließend wenigstens unangenehm zu sein. Wenngleich er natürlich „das Regime“ dafür verantwortlich machte. Auf lange Sicht wird so etwas genau so wenig tragen wie solche Sachen wie die Satire-Partei, die ja ganz lustig ist, auf viele Missstände hinweist, selbst aber auch keine Lösungen erarbeitet.

      Eine wirtschaftsliberale Partei wird immer nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ansprechen. Aber, richtig konzipiert, wird sie eine ernst zu nehmende Größe über 5% sein können. Das Potential ist da. Zumal in einer zerfallenden Gesellschaft, wo eine hinreichend große Zahl von Menschen genau dieses Angebot sucht.

      • Noch ist in den Köpfen der meisten Deutschen die FDP DIE „liberale“ Partei, auch wenn sie in Wahrheit längst zu einer weiteren Partei von Opportunisten und Glücksrittern verkommen ist.

        Wollte man also ernsthaft den Versuch starten, eine liberale Partei in Deutschland zu verfestigen und glaubt nicht daran, dass auch die AfD diese Chance bieten könnte, wäre es wohl am sinnvollsten, mit einer ausreichenden Zahl dazu bereiter Mitstreiter der FDP beizutreten und zu versuchen, diese wieder auf einen ernst zu nehmenden Kurs zu bringen.

      • Sollte sich die AfD – wider Erwartens – ihrem völkisch-nationalsozialistischen Narrensaum beugen, gäbe es sicher einige AfD-Mitglieder (nicht nur aus der Anfangszeit), die sich dafür gewinnen ließen.

      • Linder wäre gerne die große Lichtgestalt, aber es fehlt ihm das Zeug dazu! Wenn er nach der Bundestagswahl 2017 die Beteiligung der FDP an einer Jamaika-Koalition vom Amtsverzicht Merkels von vorne herein abhängig gemacht hätte, könnten wir heute wesentlich weiter sein…!

  3. Die Idee an sich ist ja nicht neu und in der Theorie nicht schlecht, nur in der Praxis sehe ich die Umsetzung als sehr schwierig.
    Sie argumentieren, dass man zwei liberale Parteien haben könnte, die eine konzentriert sich auf gesellschaftlich liberale Inhalte, die andere auf wirtschaftlich liberale Inhalte. Das funktioniert soweit bis die Presse/Öffentlichkeit verlangt zu wissen, was denn die Positionen in dem jeweiligen anderen Bereich sind. Da wird es nicht reichen zu sagen „Das ist uns nicht wirklich wichtig“
    Sie erinnern sich sicher wie die AfD zu anfangs gescholten wurde eine „Ein-Themen-Partei“ zu sein, was ja bis heute noch fortdauert und die Parteispitze sich peinlich macht, wenn sie in Interviews sagt: „Zu Rente und Digitalisierung haben wir noch keine Position“

    Die FDP wird sich den, zwar unter den Teppich gekehrten, Unique-Selling-Point der Wirtschaftsliberalität nicht so schnell abnehmen lassen, in den Köpfen der relevanten Wähler ist dieser aber immer noch vorhanden und ich sehe nicht, dass er auf absehbare Zeit verschwinden wird. Die interne Strategie der FDP ist ganz deutlich ihr Wählermilieu auszutauschen und eine urbanere Partei zu werden, wie in Bayern zur LTW zu sehen war und ich parteiintern selbst erlebt habe: Ländliche Wähler hat man gleichmal verlorengegeben und die Themensetzung auch darauf ausgerichtet, Ergebnis:
    Nur in einem Bezirk von sieben hat man die 5% Hürde übersprungen, nämlich Oberbayern (ohne München wäre die FDP auch in Oberbayern unter 5% vermute ich) Es hat zum Landtagseinzug gereicht und bei jeder anderen Partei hätte die Situation am Land massiv Entsetzen ausgelöst, aber da noch genug Leute am Land die FDP wählen stört das nicht.

    Ich sehe ein Fenster für eine wirtschaftsliberale Partei in den nächsten Jahren erstmal nicht, der USP der FDP wird weiterhin erstmal wirken und falls diese das abhandenkommen des USP bemerkt hält CL halt ein, zwei Reden im Bundestag gegen hohe Steuern und Bürokratie. (entschuldige etwaiges Reposting)

  4. Der Erfolg liberaler Parteien in NL liegt wahrscheinlich auch daran, dass die dortigen Medien nicht einer linken Entnazifizierung unterzogen wurden, wie in D. Daher ist der Vergleich schwierig. Hinzu kommt, dass teilweise auch in Frage gestellt wird, ob D66 und VVD noch als liberal bezeichnet werden können.

    Konservativ heißt übrigens nur vergangenheitsbezogen, bezieht sich also auf einem Referenzpunkt in der Vergangenheit. So mag es 1935er Konservative geben, enbenso 1955er Konservative (Mutti am Herd) und 1985er Konservative, die sich prima mit Liberalen verstehen. Eine nachhaltige Parteinische ergibt sich daraus aber nicht, weil die Leute ha aussterben (–> Monarchisten).

  5. Derzeit ist in der deutschen Parteienlandschaft kein Bedarf für eine Partei zwischen AfD und Union. Das könnte sich ändern, wenn die CDU das verdient bedeutungslosr Schicksal ihrer italienischen Schwesterpartei Democrazia Cristiana ereilt.

    • Da der Deutsche Michel nicht besonders reaktionsschnell ist, werden wir „Babyboomer“ das wahrscheinlich nicht mehr erleben …

  6. So genannte „Wirtschaftsliberale“ sind regelmäßig nicht liberal in Bezug auf die Wirtschaft und „Gesellschaftsliberale“ nicht liberal in Bezug auf die Gesellschaft. Aber es ist die Frage von Ihnen, Herr Prof. Dilger, berechtigt. Und ich denke, daß auch in der BRD, 2 nach diesem Schema getrennte FDP`s ähnlich wie in den Niederlanden mehr erreichen könnten als „unsere“ bisherige (breite) FDP- also eine gute Idee von ihnen!

    • In den Köpfen der meisten Menschen draußen (also den Wahlberechtigten) steht die Marke „FDP“ nach wie vor für liberale Politik, auch wenn das bei der FDP kaum noch gelebt wird. Markenimage und Wahrheit liegen eben oft weit auseinander.

      • Soll das ein Scherz sein?
        Eine 70jährige Oma (FDP) ist doch kein „Startup“.
        Allenfalls könnte von einer Reanimation die Rede sein, wobei die FDP mit Jürgen Möllemann und Guido Westerwelle schon einmal erheblich erfolgreicher gewesen ist als heute.

      • Politischer Erfolg zeigt sich vor allem nicht nur in hohen Wahlergebnissen. Die FDP hat lange mitregiert und zumindest im letzten Jahrtausend durchaus auch Positives bewirkt. Ich sehe nicht, wie das Herrn Lindner gelingen soll, falls er überhaupt noch einmal als Mehrheitsbeschaffer gebraucht wird, wenn es für Schwarz-Grün nicht reichen sollte.

      • Das sehe ich ähnlich. Der FDP fehlt spätestens seit Rösler jegliches Profil, von einem echten Alleinstellungsmerkmal ganz zu schweigen. Gerade darin läge allerdings auch die Chance für eine „freundliche Übernahme“ mit Neuausrichtung.

  7. @ MM

    Ach so interessant, so viele Parteivorsitzende hat ALFA/LKR schon in ihrer doch nicht so langen Geschichte.
    Aber der Letzte macht das Licht aus, alter DDR-Witz.

    • Bei LKR läuft eben alles „in bester Lutheraner Tradition“ frei nach dem Lukas Evangelium …
      „Und siehe,
      es sind Letzte,
      die werden die Ersten sein,
      und sind Erste,
      die werden die Letzten sein.“
      (Lukas 13,30)

      Hoffentlich findet Bernd Lucke den Ausschalter.

  8. Sel300: Ihrem Scherz füge ich gern (meinen) hinzu, daß doch nach Ihren bisherigen (insofern richtigen) Hinweisen der Vorsitzende der LKR zu den von Luther und bewußten Lutheranern so abgelehnten Calvinisten gehört…

    • Ich dachte Luther und Calvin hätten für das selbe Ziel gestritten?
      Aber auch egal, die größten Hexenverfolger aller Zeiten waren sie.
      Ich weiß nur nicht, wer von beiden den ersten und wer den zweiten Platz in dieser Sache einnimmt. Die Spanische Inquisition jedenfalls – entgegen ihrem Ruf – nicht, so viel steht fest.

      • Sel300: Ihre immer wieder erschreckende konfessionskundliche Unkenntnis offenbart sich überdeutlich in Ihrem Satz vom angeblichen Streiten Luthers und Calvins für dasselbe Ziel. Die Spaltung der Reformation (auch) in Lutheraner und Reformierte gehört sozusagen zur allerersten Grundausstattung der christlichen Konfessionskunde. Ihre mangelnde Logik zeigt sich schon in der mangelnden Definition des Wortes Ziel. Angela Nahles und ich streiten auch für dasselbe Ziel, nämlich das politische Wohl der Deutschen… Und Calvin und Luther waren niemals die größten Hexenverfolger… Belegen Sie bitte Ihre Behauptung… Was Hexenverfolgung mit meiner Aussage zu tun hat, fragt sich natürlich auch. Aber da Sie offenkundig das Prinzip aufstellen, bei der Erwähnung von Calvin und Luther auch das zu sagen, was mit der Aussage nicht im Zusammenhang steht, ergänze ich in Befolgung Ihres Prinzips Ihr konfessionskundliches „Wissen“ mit dem Hinweis, daß reformatorische Baptisten, zu denen ich gehöre, weder Hexen noch Andersgläubige verfolgten und das anders als die spanische Inquisition (und das schon zu Zeiten der Inquisition).

      • Es interessiert mich nicht, in die calvinistische oder lutheranische Sektenwelt tiefer einzutauchen. Was ich darüber weiß, finde ich schon erschreckend genug. Warum akzeptieren Sie das nicht einfach, statt mir immer wieder „konfessionskundliche Unkenntnis“ vorzuwerfen?

        Differenziertere Betrachtungen führen zu Erkenntnissen wie dieser:

  9. PS: Im Internet (Hexenverbrennung und Calvin) finden sich zudem Hinweise, daß Calvin zwar grundsätzlich Hexenprozesse bejahte, in einem konkreten Fall aber zu Gunsten des Beschuldigten eingriff und den damit vor dem Tode rettete. Der Schlußsatz dieses Artikels lautet: Demnach kam es unter Calvin in Genf nicht mehr zu wesentlichen Hexenprozessen. Bei aller Vagheit des Wortes dürfte es sehr schwer sein, Calvin für einen der größten Hexenverfolger zu halten. Ich schreibe das, als jemand, der weder Calvins Kirchenmodell vertritt noch sein Staatsmodell.

    • Mit diesem EINEN (Ausnahme)Beispiel bestätigen sie doch nur die Regel, nämlich dass diese Vertreter der „reinen Lehre“ ausgesprochen intolerante Fundamentalisten waren, die zur Durchsetzung ihrer Anschauungen vor gar nichts zurückschreckten. Auch die Relativierung, dass es nicht mehr zu „wesentlchen“ Hexenprozessen gekommen sei, ist nur ein Herunterspielen unsäglicher Grausamkeiten.

      • SEL 300: Ihre Unlogik ist erstaunlich: Ich legte an Hand eines Beispiels eines Hexenprozes dar, daß selbst in diesem Bespiel Calvin den Hexenmord verhinderte. Von regelmäßigem Handeln von ihm kann – anders als Sie sagen- in dieser Hinsicht nach dem Dargelegten gar keine Rede sein. Und damit ist Ihr Unsinn widerlegt, Calvin sei der größte oder zweitgrößte Hexenverfolger der Geschichte. Wenn Sie sich – wie Sie behaupten- nicht näher mit Lutheranismus und Calvinismus beschäftigen (wollen), fragt sich erstens, warum Sie sich ständig zu Details, etwa Stellung von denen bei Ranglisten von Hexenverfolgung, bei denen äußern, zweitens bestätigen Sie damit meinen Vorwurf mangelnder Kenntnis dessen,wovon Sie schreiben, und damit drittens Ihre Unmoral. Sie ähneln dem, der sagt, er wolle sich nicht näher mit Herzchirurgie befassen, aber den Vorwurf erhebt, Herzchirurgen würden zu Unrecht das Herz nicht am Knie operieren… Selbstverständlich akzeptiere ich Ihr persönlich- privates Verharren in der eigenen Unbildung und in abwegigen Vorurteilen. Nach welcher Moral ich habe verpflichtet sein könnte, Ihre ständig hier vorgebrachten – wie nachgewiesen- Lügen und Irrtümer zu akzeptieren im Sinne von unwidersprochen hinnehmen, erschließt sich wohl nur Ihrer Logik und Moral!

      • Lieber Herr Motte, das ist barer Unsinn!

        Sie wollen mich immer wieder zwingen, mich ständig erneut mit etwas zu befassen, womit ich mich vor Jahren einmal sehr ausführlich befasst habe. Ich habe kein Bedürfnis, noch tiefer in die Thematik einzusteigen. Eine Meinung habe ich trotzdem und die basiert nicht auf „Vorurteilen“, wie Sie meinen, mir vorwerfen zu müssen. Ich bin Ihnen weder Rechenschaft schuldig, warum ich nicht bereit bin, noch mehr Zeit auf dieses Thema zu verwenden, noch bin ich unlogisch oder inkompetent, nur weil ich mich Ihrem Meinungsdiktat nicht beuge.

        Ereignisse die 500 Jahre zurückliegen haben zwar mittelbar immer noch Auswirkungen auf die Gegenwart, und ich habe eine (abgeschlossene) Meinung dazu, aber muss ich mich deshalb in die Rolle eines Theologieforschers drängen lassen? Gewiss nicht.

        Es mag ja sein, dass Sie ein theologisch weitaus fundierteres Wissen haben als ich, da Sie als religiösen Menschen theologische Detailfragen mehr interessieren als mich – aber darf ich deshalb keine eigene Meinung zu auch für den interessierten Laien recht leicht recherchierbaren Fakten haben?

        Die Diskussion mit Ihnen ist sehr mühsam (jedenfalls was Luther und Calvin angeht) und wir drehen uns im Kreis, denn Ihre diesbezügliche Intoleranz gegenüber einem Andersdenkenden ist die eines typischen religiösen Eiferers. Im übrigen werden Ihre Argumente durch ständige Wiederholung von Diskreditierungsversuchen nicht besser. Aber damit passen Sie sehr gut in mein Bild von der Kirche, der sie angehören und bestätigen das, was Sie als „Vorurteile“ abtun nur.

        Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntag.

      • Niemand zwingt sie, aber wenn Sie steile Thesen äußern, die Sie argumentativ nicht verteidigen können, ist das nicht die Schuld von Herrn Motte (oder in anderen Fällen von mir).

      • Was die Thematik der Hexenverfolgungen angeht, habe ich doch längst geliefert. Trotzdem stellt Herr Motte die unrühmlichen Rollen Calvins und Luthers ein ums andere mal aufs neue in Frage. Die Schallplatte hängt an dieser Stelle.

      • Dabei bleibe ich auch, denn das ist erwiesen, nicht „fälschlich behauptet“.
        Wer waren Ihrer Ansicht nach die größten Hexenverfolger aller Zeiten, wenn nicht Luther und Calvin?

      • Wo ist der Beweis? Es ist nicht mein Thema, aber bislang hat Herr Motte überzeugender argumentiert, während Sie einfach etwas behaupten und dann keine Argumente oder Belege mehr kommen.

      • Es bestreitet doch niemand, dass Luther üble Ansichten zu Hexerei wie auch anderen Themen (wie etwa Judentum) vertrat. Trotzdem war er selbst kein großer Hexenverfolger und Calvin schon gar nicht.

      • Ob die beiden die Hexen nun persönlich aus ihren Häusern gezerrt und auf den Scheiterhaufen verbracht haben, oder nur das Dummvolk dazu angestiftet haben, macht für mich moralisch absolut keinen Unterschied. Gerade in den düsteren Zeiten, zu denen Luther und Calvin gelebt haben. Schlimm genug, dass diese Scharlatane bis heute von ihren Jüngern verehrt werden.

  10. Neugründung von Parteien scheidet aus; Übernahme dürfte illusorisch sein. Zu besten Zeiten hatte die AfD um 5.000 Mitglieder, die FDP 40.000. Selbst bei 80% Karteileichenanteil könnten wir eine derartige Partei nicht übernehmen.
    In Ihrem Blog wird sicher viel Unsinn, aber auch viel Wertvolles geschrieben. Es erschiene mir am sinnvollsten, diesen Blog als Thinktank weiterzuentwickeln. Wie wäre es, wenn sie 1-2 Doktoranden beauftragen, aus dem angesammelten Gedankengut die Grundlagen einer politisch liberalen sowie wirtschaftsliberalen Partei zu entwickeln? Sicher eine Sisyphusarbeit, die auch Ihre erstaunliche Arbeitskraft überschreiten würde.
    Hiernach könnte man überlegen, wie man diese Grundsätze am geeignetsten umsetzt. Eine Bewegung à la Greta Thunberg entfaltet auch und gerade ohne Partei erhebliche gesellschaftliche Wirkung.

  11. Wenn denn die sieben Bundestagsparteien und insbesondere auch AfD, FDP und CSU Herrn Dilger und andere so nachhaltig enttäuscht haben, warum sollte dann eine neue achte oder neunte Kraft (wenn man die FW mitzählt) auf einmal die passende für Wirtschaftsliberale und gleichzeitig erfolgreich sein?
    Hinzu kommt die Tendenz, dass kaum jemand mehr länger in einer Partei für eine starke Minderheitenposition kämpft, sondern eher was neues, erfolgloses versucht. Nicht selten auch deshalb erfolglos, weil es an einem Mindestmaß an Teamfähigkeit und Kompromissfähigkeit mangelt.
    Außerdem mal ein Gedankenexperiment für die, die diesen Blog seit sehr vielen Jahren intensiv lesen: Könnten Herr Dilger und Herr Meister in einer neuen wirtschaftsliberalen Partei wirklich konstruktiv und nachhaltig zusammenarbeiten?
    Und schließlich: Treffen Sie oder auch sie als interessierte Gruppe sich einmal mit Frau Trebesius und den Herren Starbatty, Henkel, Kölmel zur neudeutsch „Lessons lernt“, um zu diskutieren, warum man nach sechs Jahren harter Arbeit in der Politik nun in der völligen Bedeutungslosigkeit verschwindet und was besser zu machen wäre?

    • Meine Kompromissfähigkeit ging jeweils sehr weit. Ich war 23 Jahre in der FDP, in denen sie keineswegs immer nur liberale Positionen vertreten hat. In der AfD habe ich die Kapriolen von Bernd Lucke und Scharlatane wie Marcus Pretzell ertragen. In der Familien-Partei versuchte ich mich mit einem undemokratischen Helmut Geuking zu arrangieren. Es gibt aber jeweils Grenzen und ich verstehe wirklich nicht, was Sie selbst jetzt noch in der AfD hält.

      In einer normalen Partei stelle ich mir die Zusammenarbeit mit Herrn Meister sehr schwierig vor. Es ginge jeweils punktuell für einzelne Positionen oder in einer Plattformpartei.

      Mit zwei der vier prominenten LKR-Aussteiger hatte ich nach ihrem Ausstieg noch Kontakt. Leider hat sich für die EU-Wahl nichts mehr ergeben. Aber dass bei „Bernd Lucke und die Liberal-Konservativen Reformer“ niemand ungestraft gegen den Guru kandidieren darf, versteht sich doch wohl von selbst (gilt entsprechend auch in der Familie-Geuking-Partei).

      • Zur Frage, warum noch viele normal Bürgerliche in der AfD sind; für mich sind es insbes. folgende Gründe
        1. Im Südwesten von NRW, wo ich wohne, hat der rechte Flügel noch immer keine Chance, auch wenn er noch so tönt
        2. Auch in Hessen, wo ich aufgewachsen bin, ist die AfD überwiegend vernünftig
        3. Es würde mir außerordentlich leid tun, viele Engagierte und saubere Charaktere hier vor Ort oder auch unter den MdB im Stich zu lassen, da es einen Negativtrend verstärken würde
        4. Ich bin träge und zäh und das ist bei einer Mitgliedschaft eher angezeigt als beim Wahlverhalten
        5. Der Mangel an Alternativen
        6. Der zügige und ausgeprägte Niedergang unseres Landes: Innere Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, Bildung, Infrastruktur usw. und das Gefühl, dass man zumindest ein klein wenig engagiert sein muss
        Sonstiges: Habe neulich Hrn. Seifen bei einer kleinen Veranstaltung erlebt, ein Bildungsbürger, mit dem Sie auch könnten

        Aber selbstverständlich bin ich offen für Alternativen, weil ich sehe, dass die AfD unnötigerweise Millionen von Wählern verschreckt, die auch eine echte politische Wende wollen.

      • Tatsächlich gibt es in der AfD noch viele vernünftige Mitglieder, aber das ist doch bei den anderen Parteien nicht anders. Trotzdem regiert Frau Merkel und wurde heute Herr Lindner mit 86,6 Prozent der Delegiertenstimmen bestätigt.

      • @Alexander Dilger
        „Trotzdem regiert Frau Merkel und wurde heute Herr Lindner mit 86,6 Prozent der Delegiertenstimmen bestätigt.“

        Eben beides (CDU und FDP) reine Mitläufer- und Karrieristenparteien. Dass Christian Lindner nicht einmal einen Gegenkandidaten hatte, sagt doch schon alles über den aktuellen Zustand der FDP.

      • @Andreas Walter
        „3. Es würde mir außerordentlich leid tun, viele Engagierte und saubere Charaktere hier vor Ort oder auch unter den MdB im Stich zu lassen, da es einen Negativtrend verstärken würde“
        und
        „… ich sehe, dass die AfD unnötigerweise Millionen von Wählern verschreckt, die auch eine echte politische Wende wollen.“

        Das ist doch genau der Punkt:
        Wir Pragmatiker in der AfD müssen einen Weg finden, uns von denjenigen „Parteifreunden“ zu trennen, die mit ihrem abschreckenden Gedöns Millionen potentieller Wähler von der AfD fern halten. Welche realistisch ans Ziel führenden Ansätze gibt es dafür?

      • Wenn Sie das schaffen, wird die AfD eine andere und für anständige Bürger wieder wählbare Partei sein. Wenn Sie (nicht allein, sondern alle vernünftigen Mitglieder und Funktionäre zusammen) das nicht schaffen, sagt das aber doch auch viel über die AfD und die wahren Verhältnisse dort aus.

      • Genau so ist es. Aber wer aufgibt, ohne es überhaupt versucht zu haben, hat doch von vornherein schon verloren. Daher darf es für die AfD kein zweites „Essen 2015“ geben. Vielmehr muss der Narrensaum der AfD mit vereinten Kräften auf den Müllhaufen der Geschichte entsorgt werden.

      • Der Narrensaum der AfD besteht nur aus etwa 10% der Mitglieder, im Ossi-Land sind es vielleicht 20%. ABER wenn Bürgerliche der AfD den Rücken kehren, stärken sie diesen Narrensaum. Schade, dass selbst ein gescheiter Mann, wie Prof. Dilger das einfach nicht versteht…

      • Das verstehe ich, weshalb ich auch bis Mitte 2015 geblieben bin, obwohl es seit der Bundestagswahl 2013 abwärts ging. Inzwischen ist die Partei gekippt, weil es eben nicht einfach auf die Zahlenverhältnisse ankommt, sondern vor allem darauf, wie aktiv und standfest die verschiedenen Flügel sind. Ich hatte schon einmal beschrieben (‚Dreimal drei Flügel in der AfD‘), wie stets der relativ linke Flügel verlor, weil der mittlere lieber mit dem rechten kungelte, nur um dann selbst als der linke zu enden.

      • @Alexander Dilger zu „Drei mal drei Flügel in der AfD“:
        „Insbesondere Alexander Gauland kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Als einziger alter Politprofi verstand er es, in allen drei Phasen in der Mitte zu stehen.“

        Das war schon damals eine krasse Fehleinschätzung. Ich hoffe, Sie haben das inzwischen selbst bemerkt?

      • Nein, was soll denn daran falsch eingeschätzt sein? Man kann höchstens hinterfragen, ob er nicht von Anfang an die AfD immer weiter nach rechts rücken wollte. Trotzdem positioniert er sich bis heute in der Mitte der Partei, die sich eben auch durch ihn immer weiter verschoben hat.

      • „Man kann höchstens hinterfragen, ob er nicht von Anfang an die AfD immer weiter nach rechts rücken wollte.“

        Aber das hatte sich doch schon 2017 (als Sie den oben Zitierten Beitrag über „Drei mal drei Flügel in der AfD“ schrieben) längst bewahrheitet! Es war nur für Sie nicht mehr erkennbar, da Sie die AfD nach Essen überstürzt verlassen haben. Egal ob Elder Statesman oder doch Agent Provocateur – Alexander Gauland ist als vermeintlich bürgerlicher Schutzpatron des Flügels doch de facto das stärkste Scharnier zwischen der AfD und der ‚Neuen Rechten‘. Dass er sich dieser Rolle nicht bewusst ist, macht mir niemand weis. Das ist ebenso unwahrscheinlich, wie dass Gauland nicht gewusst habe, wer Jérôme Boateng ist.

      • Es ist keineswegs klar, dass Herr Gauland diesen Kurs bereits 2013 verfolgte. Ich habe ihn da noch anders kennengelernt und halte Opportunismus für wahrscheinlicher. Er ordnete sich anfangs Herrn Lucke unter und erkannte dann dessen Schwächen, auf die er anders reagiert hat als z. B. ich.

      • Gauland und Lucke kamen aus demselben Stall (der CDU). Politische Gegner der AfD behaupteten seinerzeit, dass die AfD ein Spin off der CDU sei, um die (schon damals sehr nach links gewanderte) CDU am rechten Rand zu stärken. Schaut man sich in der Retrospektive an, wie viele der ersten Parteiämter an ehemalige CDU- bzw. CSU-Leute gingen (alleine von den drei Bundesvorsitzenden zwei, in unserem bayerischen Landesvorstand drei von sieben) und sieht sich exemplarisch beispielsweise die Gründung des AfD-Landesverbandes Sachsen an, in dem Kurt Biedenkopfs ehemals rechte Hand Dr. Muster von Anfang an die Strippen zog, erscheint das nicht einmal so abwegig. Im Übrigen war Gauland ja schon als Staatssekretär unter Hessens damaligem Ministerpräsident Walter Wallmann ein Rechtsaußen und ein populistischer Scharfmacher par excellence.

      • Egal wie man es nennt. Ein Komplott gegen die Mehrzahl der Mitglieder, die zuvor keiner anderen Partei angehört haben (seinerzeit etwa 75%) war es faktisch allemal.

      • Es gab kein Komplott. Ganz am Anfang, als die Weichen gestellt wurden, war der Anteil von Ex-Parteimitgliedern höher. Diese hatten auch mehr Erfahrung, insbesondere wenn sie wie ich aus der FDP kamen, wo man eher Parteiämter bekam und an Parteitagen oberhalb des Ortsverbandes teilnahm als in der CDU. Herr Lucke hatte anfangs kaum praktische Erfahrung in Parteiabläufen.

      • Komplott war vielleicht nicht der optimale Terminus für das, was ich zum Ausdruck bringen wollte. Mir ging es darum, dass vor allem Ex-Unionsleute (und weniger die wenigen Ex-FDPler, Ex-SPDler und Mitglieder aus anderen Parteien) sehr schnell die Schlüsselpositionen unter sich aufgeteilt und ein paar Greenhorns ohne vorausgegangene Pateierfahrung (wie zum Beispiel mich) oder auch ein paar Ex-FDPler als Feigenblätter mit in die Vorstandsgremien genommen haben. Das ganze sieht im Nachhinein, also mit größerem Abstand betrachtet, schon sehr abgekartet aus.

    • Herr Walter, Sie sprechen hier einige sehr wichtige Dinge an. Vor allem die Kompromissfähigkeit. Man darf nie vergessen, dass Parteien keine Liebesheiraten oder Kegelclubs sind. Wer eine fast 100%-ige Deckungsgleichheit sucht, der ist entweder für die Parteipolitik nicht geeignet, oder aber er muss eine Privatpartei nach dem Schema Lucke/ Petry aufmachen.

      In der jetzigen existenzgefährdenden Situation, in der sich die Nationen Europas befinden (Abschaffung der Nationalstaaten, Zensur, Masseneinwanderung, Islamisierung, Verlust von Kultur & SIcherheit, Zerstörung der deutschen Industrie wg. Energiewende), kann man sich nicht mehr an Details aufhängen. Überhaupt ist hier eine Detailverliebtheit vollkommen fehl am Platze. Hier sollte es primär nur noch darum gehen, nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen.

      Die Frage muss dann lauten: Ist man für den Erhalt der Nationalstaaten bei einer friedlichen kollegialen Zusammenarbeit in Europa, für den Erhalt der Heimat , Werte, Sicherheit und industrie, oder aber für die multikulturellen, islamisierten Vereingten Staaten von Europa, bei denen die Bevölkerung keine Mitsprache mehr hat.

      Über die Details kann man sich dann später, wenn die Zerstörung abgewendet wurde, immer noch kümmern und dann auch getrennte Wege gehen. Nachdem ich mich nun mehrere Jahre intensiv mit der gegenwärtigen Situation befasst habe, bin ich zu diesem Schluss gekommen. Alles andere ist Wahnsinn angesichts der historisch einmaligen Situation, in der wir uns befinden. Die Bevökerung Afrikas wird sich bis 2050 auf Grund der extremen Geburtenzahlen verdoppeln, ein nicht unerheblicher Teil wird nach Europa drängen. Dann heißt es in einigen Jahrzehnten „Game over“ und wir werden Zustände wie Mogadischu und Islamabad haben. Ob eine Partei etwas liberaler, sozialer oder national-konservativer aufgestellt ist, ist dann hinfällig. Man darf nie das große Ganze aus den Augen verlieren.

      Man darf sich auch nicht mehr mit den Gespenstern der Vergangenheit aufhalten, wenn wir im hier und jetzt sind und die letzte Generation sind, die noch das Ruder herumreißen kann.

      Nach dieser Maxime handelt die bewahrende Opposition in Deutschland und Europa immer intensiver und muss es auch. Auch die AfD. Die kommende oppositionelle Fraktion im EU-Parlament, in der auch die AfD ist, wird so groß wie noch nie werden. Alte Grenzen, Befindlichkeiten und Detailverliebtheiten werden unter der Maxime des kleinsten gemeinsamen Nenners beiseite gewischt. Nun sind auch immer mehr Regierungsparteien dabei.

      Man könnte auch sagen es haben sich neue Allierte gebildet. Höchste Zeit, denn man muss immer die Prioritäten im Blick haben.

      • Die AfD geht da in der Tat seltsame Bündnisse ein. Sind diese tatsächlich im deutschen Interesses oder führen sie letztlich nicht zu noch mehr Umverteilung in der EU, sei es von Geld oder Flüchtlingen? Auch innerhalb der AfD ist das Tolerieren bis Zusammenarbeiten mit Rechtsradikalen nicht unproblematisch, da diese erstens eben nicht die Bundesrepublik Deutschland erhalten, sondern zerstören wollen, und zweitens rein taktisch viele Wähler und potentielle Mitstreiter verloren gehen (z. B. ich).

    • “ Könnten Herr Dilger und Herr Meister in einer neuen wirtschaftsliberalen Partei wirklich konstruktiv und nachhaltig zusammenarbeiten?“

      Das wäre sich lustig, eine neue Partei mit einer Doppelspitze Dilger/Meister.
      Spätestens nach 4 Wochen wird ein Spaltungsparteitag einberufen, der schmutzig werden würde.

      • So schlimm käme es sicher nicht. Manchmal ergänzen sich Theoretiker und Praktiker ja ganz gut. Jedenfalls, wenn der Theoretiker nicht zu sehr von sich eingenommen ist (wie z.B. im Falle des kleinen Bernd). Aber im Moment steht dieser Vorschlag von Herrn Walter ohnehin nicht zur Debatte.

      • Es werden definitiv Zugpferde, B- oder C-Promis benötigt. Es müssten sich auch Hundert(e) Ex-AfDler der ersten Stunde aufraffen, die durchschnittliche Mitgliederqualität war damals höher. Und es ist völlig ok, erstmal nur die großen West-Länder anzugehen. Der Osten tickt noch anders und Saarland und Bremen sind sowas von klein.

      • Das ist alles nicht gegeben. Wenn es sich doch eines Tages ergeben sollte, könnte man darüber nachdenken. Kleine Länder sind übrigens gar nicht so schlecht für den Anfang, da ein Achtungserfolg eher möglich ist. Ich denke auch über die Kommunalwahlen nächstes Jahr nach.

      • Volle Zustimmung. Den Promi-Faktor sollte man aber nicht überschätzen. Letztlich ist jede(r) ersetzbar. Was zählt, sind Inhalte. Die vernachlässigen die Altparteien seit Jahrzehnten.

  12. Jetzt heißt es EU-Wahl abwarten und Empfehlung von Herrn Dilger. Es wäre schade und dumm, wenn die Freien Wähler nicht die liberal-konservative Lücke besetzen würden.
    – Für gemäßigte und wirtschaftsliberale AfDler könnte der Parteitag im September wichtig werden, falls sich die patriotischen Sozialisten durchsetzten. Würde aber eher einen Formelkompromiss erwarten.

    • Der Bundesparteitag im September ist die vielleicht wichtigste Weichenstellung in der bisherigen Geschichte der AfD.

      • Und neuer BuVo im Dezember? Sollte Höcke einrücken, würden viele gehen. Denke, dass er und die Partei es deshalb nicht so weit kommen lassen.

      • Statt Höcke ist im Dezember 2017 bereits Kalbitz eingerückt. Von ihm bekommt Höcke ohnehin seine Anweisungen.

      • Herr Lucke denkt vielleicht, dass ihm mit solchen Vergleichen kurzfristig Millionen Stimmen von Harry Potter Lesern für „Bernd Lucke und die Liberal Konservativen Reformer“ zufliegen …

      • Wenn man es so sehen will, erfolgte die Weichenstellung bereits im Mai 2013. Da hat Bernd Lucke den Leuten, die in die NPD gehören das Scheunentor geöffnet und dem LV Bayern geraten, nicht an der bayerischen Landtagswahl teilzunehmen. Unter dieser unseligen Empfehlung leidet der bayerische Landesverband der AfD noch heute.

    • Ein „Formelkompromiss“ wäre Stillstand. Der Bundesparteitag böte aber vielleicht endlich die Chance, den nationalsozialistischen Narrensaum abzuschütteln.

      • Meinen Sie nicht, dass ein Formelkompromiss und Stillstand drohen? Der radikale Flügel wird auf keinen Fall gehen, auch wenn er verlieren sollte. Die Frage ist eher, ob er andere Mitglieder aus der Partei vertreiben oder lieber als nützliche Idioten behalten will.

      • Was Sie beschreiben ist längst der IST-Zustand. Der nächste Schritt wird sein, dass es zum Showdown kommt, da immer mehr Mitgliedern bewusst wird, dass mit dem Geflügel kein Blumentopf zu gewinnen ist und sie wählerseits die ganze AfD lahm legen. Es ist alles nur eine Frage der Zeit.

  13. Eine weitere Idee: Angenommen, es bildet sich ein Nukleus an Wirtschaftsliberalen, der alleine jedoch nicht stark genug für einen Bundestagseinzug wäre. Und weitere Annahme, dass sich die WerteUnion (die Unzufriedenheit dort mit der Union ist groß) abspaltet. Dann könnte ein Zusammenschluss von Wirtschaftsliberalen mit solchen Wertkonservativen das nötige Momentum entfalten.
    Ich war neulich auf einer offenen Veranstaltung der WerteUnion mit mind. einem Semi-Promi (Klaus Kelle) und dort wehte ein Geist, der ein wenig an die frühere AfD erinnerte.
    Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit, dass das so wie beschrieben passiert, ist gering. Jedoch: Warum sollte nicht einer unserer vielen Vorschläge und Ideen vielleicht doch eintreten bzw. ein darauf Hinarbeiten lohnen?

    • Wenn die WerteUnion gut beraten ist, tritt sie jetzt nicht aus der CDU ist, sondern wartet die Merkel-Nachfolge ab. Selbst unter Frau Kramp-Karrenbauer könnte es zumindest etwas besser werden. Laufen die Wahlen dieses Jahr schlecht genug, könnte hingegen der gesamte Merkel-Clan abgeräumt werden. Allerdings sehe ich keinen wirtschaftsliberalen Flügel mehr in der CDU, der dann wiederaufleben könnte.

      • Heute verstärken sich ein paar Hinweise in Richtung eines Merkel-Abgangs nach der EU-Wahl. Dann müsste man sehen, ob die Union wenigstens ein Stück weit vom linksgrünen Kurs zurück weicht.

      • Je nach Ergebnis könnte es auch den Abgang von Frau Kramp-Karrenbauer geben. Ich glaube an den Abgang von Frau Merkel erst, wenn sie wirklich weg ist. Dafür steht schon eine Flasche Champagner kalt.

      • Na dann passen Sie mal gut auf, dass Ihnen die Flasche Champagner nicht im Kühlfach eingefriert und platzt. Es kann noch sehr lange dauern, bis Frau Merkel aus biologischen Gründen abtritt bzw. mit den Füßen voraus aus dem Bundeskanzleramt getragen wird. Die Dame ist erst 65.

      • Die Flasche liegt im Kühl-, nicht im Eisfach. Vielleicht findet sich auch vorher ein passender Anlass, um sie zu öffnen. Bei Frau Merkel halte ich alles für möglich, den Rücktritt noch diesen Monat oder auch 14 weitere schlimme Jahre.

      • An einen überraschenden Rücktritt aus freien Stücken glaube ich nicht. Aber ich hoffe natürlich wie Sie, dass uns weitere 14 oder vielleicht auch 18 oder 30 Jahre erspart bleiben. Ich hoffe nur, dass unsere alternativlose Kanzlerin nicht den Ehrgeiz hat, die Amtszeit von Elisabeth II. zu überbieten …

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