Banken und Draghi wollen Negativzinsen nur für Privathaushalte

Die „Banken verlangen Abschwächung des Negativzinses“, aber nur für sich selbst. EZB-Präsident Mario Draghi hatte kürzlich schon von sich aus angedeutet, dass er sich vorstellen kann, die Banken zumindest teilweise bzw. bis zu einem bestimmten Umfang von den Negativzinsen zu befreien (siehe „Draghi öffnet das Tor zum endlosen Nullzins“). Damit würden im Wesentlichen nur noch die privaten Sparer davon getroffen, die eine schwächere bzw. gar keine echte Lobby haben. Wie in anderen Bereichen auch (siehe z. B. ‚EuGH hält EEG-Umlage und deren Erlass nicht für Beihilfen‘), sollen einmal mehr die Konzerne begünstigt und die privaten Haushalte umso mehr geschröpft werden. Als Gegenstrategie empfiehlt sich, was auch aus anderen Gründen sinnvoll ist, nämlich der Verzicht aufs Sparen in Euro. Andere Anlageformen und Währungen lohnen mehr, sowohl hinsichtlich der Rendite als auch wegen der geringeren Risiken.

12 Gedanken zu „Banken und Draghi wollen Negativzinsen nur für Privathaushalte

  1. Wie bereits bei der EEG-Unlage wird wieder Otto-Normalverbraucher das Geld aus der Tasche gezogen, während Banken und Industrie geschont werden. DAS ist die Politik der globalistischen Eliten! Sie glauben, dass wir normale Menschen uns nicht wehren könnten. ABER wir werden ihre Open Borders, ihr Multikulti und ihre Privilegien vernichten, darauf dürft ihr einen lassen…!

  2. Die Negativzinsen haben extrem schädliche Wirkungen. Sie lässt die Margen noch weiter erodieren, weil sie einerseits nur partiell weitergegeben werden und andererseits zu einem ruinösen Wettbewerb führen. Kreditstandards wurden gelockert und in der nächsten Krise fliegt uns das um die Ohren, weil gleichzeitig die negative Risikovorsorge nicht selten den wichtigsten Beitrag zum Ergebnis steuert.

    Draghi betreibt eine Politik für die italienische Banken, die sich gleichzeitig darüber freuen können, dass ihre Gelddruckmaschine TLTRO – leihen für umme und Anlage in italienischen Staatsanleihen für 2-3 Prozent – weiterhin jährlich Milliarden generiert.

    Der Vergleich zur Schweiz hinkt ebenfalls, da mir diese vielmehr wechselkursgetrieben scheint.

    Dass man den einfachen Sparer einmal mehr schlechter stellt, ist für unsere Kleptokraten typisch. Die heimliche Enteignung zur Finanzierung maroder Staatsfinanzen ist aber aus ihrer Sicht das Gebot der Stunde. Um Preisstabilität, die bereits seit Jahren herrscht, geht es nicht, das wissen wir alle.

    • Ich denke auch, dass die Negativzinsen inzwischen mehr schaden als nutzen und die ökonomischen Standarderklärungen an dieser Stelle nicht richtig sind (in einer akuten Krise vielleicht, aber nicht auf Dauer). Das wahre Interesse dürfte eine verdeckte Transferunion über die EZB sein.

  3. Man kann dem als Privatperson eigentlich nur begegnen, indem man erst gar kein Geld mehr auf der Bank hortet. Jedenfalls nicht mehr als notwendig ist, um die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

  4. Hm. Kann man in den Vergünstigungen (EEG-Umlage, niedrigere Steuern für Unternehmen als für Arbeitnehmer, jetzt möglicherweise auch bessere Zinsen für Unternehmen) nicht auch ein nachvollziehbares politisches Steuerungsinstrument sehen? Bei allem Respekt vor der Lebensleistung eines Arbeitnehmers: Arbeitsplätze werden ausschließlich durch Unternehmen geschaffen. Die Bevorzugung von Produktivkapital sehe ich durchaus; ich halte sie jedoch für weniger kritisch bzw. als bewusst eingesetztes Steuerungsinstrument für nachvollziehbar. Wo der Staat jedoch tatsächlich viel stärker durchgreifen müsste, ist seiner Wächter- und Ahnderfunktion z.B. bei Steuervergehen nachzukommen. Auch hier haben große Unternehmen natürlich andere Möglichkeiten als Otto Normalverbraucher.

    • Am wirksamsten wäre es, wenn der Staat endlich einmal beginnen würde, dem Steuervergehen der Steuerverschwendung nachzugehen, statt einheimische Klein- und Familienunternehmen latent der Steuerhinterziehung zu verdächtigen und sie in der öffentlichen Meinungsbildung zu kriminalisieren. Durch die ewige Gängelung des Mittelstands werden Jahr für Jahr Arbeitsplätze vernichtet und es finden sich kaum noch Mutige, die den Schritt in die Selbständigkeit oder gar zur Übernahme bzw. Fortführung eines gut am Markt eingeführten Unternehmens wagen.

      • Ja, es gibt sehr viele internationale Multis, die riesige Gewinne machen, aber in Deutschland nicht einen Euro Steuern bezahlen. Mit allerlei Tricks, die Jean-Claude Juncker als luxemburgischer Regierungschef persönlich unterstützt hat (!), verschieben sie ihre Gewinne in Steuerparadiese. Der Fall „Starbucks“ ist ja vor Jahren groß durch die Presse gegangen. Solche Firmen sollten einfach pauschal besteuert werden.

    • So richtig produktiv sind die meisten Banken nicht. Es wäre ökonomisch, juristisch und moralisch richtig, Gleiches gleich zu behandeln. Wenn überhaupt, sollten Großkonzerne härter angefasst werden als kleinere Unternehmen und Privatpersonen. Regelmäßig ist jedoch das Gegenteil der Fall.

      • …und warum ist das so, lieber Herr Dilger? Weil viele Politiker in den Aufsichtsräten dieser Großkonzerne sitzen, auch von der SPD, von da Parteispenden erhalten und dort jederzeit unterkommen können, wenn sie in der Politik scheitern…!

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