Google+ wurde eingestellt

Bereits vor drei Tagen, am 2. April 2019, wurde Google+ für Privatpersonen offiziell eingestellt (wobei zumindest ich selbst meine Daten noch sehen kann). Google+ wurde 2011 gestartet und wuchs sehr schnell, so dass es bereits 2013 das weltweit zweitgrößte soziale Netzwerk nach Facebook war. Dann dümpelte es allerdings vor sich hin und wurde nach einer großen Datenschutzpanne 2018 jetzt eingestellt.

Wirklich bemerkenswert daran finde ich, dass es selbst Google nicht geschafft hat, etwas Besseres aufzubauen, obwohl schon seit Jahren das ‚Niveau bei Facebook sinkt‘ (und Google gar nichts damit hätte verdienen müssen, sondern einfach einem Konkurrenten hätte schaden können). Es schafft auch niemand in der EU, eine ernsthafte Konkurrenz zu etablieren (wobei die hiesigen Regeln die eigenen Neugründungen viel mehr hemmen als US-Konzerne). Nur den Chinesen ist das gelungen, wobei es allerdings geholfen haben dürfte, dass Facebook seit 2008 in China gesperrt ist.

Dabei ist es nicht schwer, sich ein besseres soziales Netzwerk als Facebook vorzustellen. Für die technische Umsetzung würde auch nicht wirklich viel Geld benötigt, da die Anwendungen relativ einfach sind, vor allem die für die Nutzer sinnvollen (vielleicht im Gegensatz zu den Algorithmen, die die Werbeeinnahmen maximieren). Schließlich ist selbst der Netzwerkeffekt, dass Facebook einfach die meisten Nutzer hat, kein schlagendes Argument, hat doch Facebook anfangs MySpace verdrängt, obwohl dieses nicht nur riesig war, sondern auch weniger uncool und nervig als Facebook heute.

18 Gedanken zu „Google+ wurde eingestellt

  1. Es ist richtig lustig, wie sich viele über facebook aufregen, ABER deren Aktien trotz angeblicher „Skandale“ verdammt gut dar steht. Als 2012 facebook an die Börse ging, hat mir meine Frau dringend geraten, diese Aktien zu kaufen, was ich leider nicht gemacht habe.

    Ich selbst habe bis heute kein facebook-Acount, denn die Verwaltung ist mir zu aufwendig. Noch mehr Zeit möchte ich nicht am Computer oder dem Smartphone verbringen. ABER facebook ist verdammt erfolgreich!

    Vielleicht haben noch nicht alle Konservativen in Europa die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke begriffen. Donald Trump hat auch Dank facebook, twitter & Co. die Wahlen gewonnen, Algorithmen hin oder her! Wenn es darum geht, die linksgrüne Schickeria zu besiegen, muss uns jedes unblutige Mittel recht sein. Um „Fairness“ schert sich diese Räuberbande nicht! Wir sollten daher auch nicht so zimperlich sein!!!

    • Facebook hat sehr viele Nutzer (einschließlich mir) und ist wirtschaftlich erfolgreich, z. T. jedoch durch rabiate Methoden, die das Nutzererlebnis weiter verschlechtern. Gibt es hier auch nur einen Leser, der Facebook kennt und gut findet?

  2. Facebook & Co. führen die Menschheit in den Sumpf der ultimativen Realitätsverdrängung. Ich kenne von Jahr zu Jahr weniger Menschen, die sich noch für reale Unternehmungen interessieren. Das muss ich leider sogar für Teile meines persönlichen Umfelds konstatieren. Selbst im Urlaub hängen extrem viele Zeitgenossen (gefühlt die Mehrheit) ununterbrochen vor ihrem Smartphone ab. Das Reiseziel wird so eigentlich beliebig, da die Inhalte im Netz überall dieselben sind (geringfügige Abweichungen in totalitären Zensurstaaten mal außen vor gelassen). Auf diese Form der Zeittotschlägerei verzichte ich gerne.

    • Mein Blog ist auch im Internet. Beim letzten Familienurlaub habe ich täglich (abends, wenn die Kinder schliefen) ca. zwei Stunden am Rechner gesessen. Das ist wohl mein Grundbedarf für Blog, E-Mails, Facebook, Schach, Twitter etc.

      • Jetzt überlegen Sie mal, was Sie mit dieser vielen Zeit machen würden, wenn es kein Internet gäbe. Wäre Ihr Leben dann schlechter? Sicher nicht.

      • Doch, ich werde ja nicht zur Internetnutzung gezwungen, sondern mache das freiwillig, weil der Nutzen die Kosten übersteigt. Wir kommen leichter an Informationen und können sie auch leichter verbreiten. Fake News gibt es auch in den anderen Medien, insbesondere den öffentlich-rechtlichen, was jetzt leichter aufgedeckt werden kann.

      • Dank Internet ist das „Bewusstsein“ für ‚alternative Fakten‘ inzwischen derart übersteigert, dass man kaum noch unterscheiden mag, wer den größeren Fake abliefert. Ein typisches Beispiel ist die seit Jahrzehnten währende Diskussion darüber, ob tatsächlich Menschen auf dem Mond gewesen sind, oder ob die Mondflüge der NASA gefakt waren (https://www.youtube.com/watch?v=Wm3JyXbwgLE&app=desktop). Eigentlich keine wirklich wichtige Frage für die Menschheit, aber eben ein gutes Beispiel für Fakenews (egal welche Seite nun Recht hat). Fake hat es schon immer gegeben, nur war er früher nicht so offensichtlich und die Menschen haben sich lediglich weniger bis gar keine Gedanken darüber gemacht.

      • Es ist doch völlig klar, wer in diesem konkreten Fall recht hat. Alle Seiten sollen sich äußern dürfen, aber es sind nicht alle Äußerungen gleichermaßen richtig.

      • 1968: Stanley Kubrick bringt „2001 Odyssee im Weltraum“ https://www.youtube.com/watch?v=Viq7gml1kws

        1969: David Bowie erfindet (inspiriert durch vorgenannten Film) die Figur ‚Major Tom‘ und bringt seinen Hit „Space Oddity“ auf den Markt

        1969: Die NASA erfindet die bemannten Mondflüge

        Und zwar in genau dieser Reihenfolge.
        Honi soit qui mal y pense …

      • Dieser Beitrag diente meinerseits mehr der Unterhaltung. 😏

        Es kann sich ja jeder seine eigenen Gedanken machen, welche Seite Recht wohl hat. „Ein großer Schritt für die Menschheit“ (O-Ton Neil Armstrong) ist der Gang zum Mond ohnehin nicht.

        Als Agnostiker möchte ich mich hier auch gar nicht zu den (angeblich?) bemannten Mondflügen positionieren. Ich glaube nur was eindeutig ist, halte etwas aber auch nicht nur deshalb von vornherein für völlig ausgeschlossen, weil die Bildqualität der gelieferten Fotodokumentation zu schlecht ist oder die Fotos vielleicht nur(?) im Studio (nach?)gestellt worden sind.

        Bewiesen ist die bemannte Mondlandung meines Erachtens zwar nicht hinreichend, aber es gibt auf der Erde wirklich wichtigere Probleme zu lösen als sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob Menschen auf den Mond oder gar auf den Mars fliegen können bzw. einen solche Reise überleben und unversehrt wieder zurückkehren könnten.

        „2001 Odyssee im Weltraum“ ist trotzdem ein filmisches Meisterwerk und auch heute noch mehr als sehenswert. Aber eben Kino fürs Kopfkino.

  3. Seiten mit guten Inhalten sind bei fb rar. Es gibt sie jedoch auch im politischen Bereich, siehe die Offene Gruppe und die fb-Seite von LKR.
    lkr – liberalkonservative reformer.

  4. Ich habe unten stehenden Beitrag auf FB veröffentlicht und bin nicht gesperrt worden. Mein Kompliment. Wer will, kann meine weiteren negativen FB Beiträge in meiner FB Chronik lesen.
    Gegen die Firma, der Milliarden Menschen rund um die Welt ihre Daten ausliefern und die als Informationsquelle nutzen, ermitteln weltweit zahlreiche Behörden. Erst im Februar untersagte zum Beispiel das Bundeskartellamt Facebook die Zusammenführung von Nutzerdaten aus verschiedenen Quellen. Konkret bedeutet diese Entscheidung derWettbewerbshüter, dass Facebook nicht einfach Informationen eines Whats-App oder Instagram-Nutzer mit dessen Nutzerinformationen bei Facebook verknüpfen darf. Die Verschmelzung der Daten erfolgte zum Entsetzen vieler Nutzer und Bürgerrechtsorganisationen.
    Das Kartellamt beziffert den Marktanteil von Facebook an der Nutzung sozialer Netzwerke in Deutschland auf über 95% bei den täglich aktiven Nutzern. Facebook hat gegen die Entscheidung des Kartellamts Beschwerde eingelegt.
    Daneben gibt es eine Datenschutzklage der Verbraucherzentralen gegen Facebook, die vor dem Bundesgerichthofs (BGH) verhandelt wird. In Irland sind gleich mehrere Verfahren anhängig. Und zu Hause in den USA müssen Facebooks Anwälte wohl Nachtschichten schieben. Ausgangspunkt mehrerer Untersuchungen ist der Datenmissbrauch durch Cambridge Analytica. Derzeit soll eine Untersuchung kalifornischer Behörden ans Licht bringen, seit wann genau das Topmanagement der Firma über den Datenmissbrauch durch Cambridge Analytica informiert war.
    In diesen Tagen wurde bekannt, dass Behörden im Bundesstaat NewYork außerdem untersuchen lassen, inwieweit Deals von Facebook mit Smartphone-Herstellern gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Diese Abkommen sollen den Herstellern Zugang zu Nutzerinformationen gegeben haben, darunter Freundeslisten. Die „New York Times“ zitierte in einem Bericht weitere Untersuchungen des Justizministeriums und der Federal Trade Commission, der amerikanischen Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde.
    Streit gibt es auch über Facebooks Angaben über die Dauer, die Nutzer des Netzwerks durchschnittlich auf der Seite Videos anschauen. Diese Zahl ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Berechnung von Werbepreisen. Ausgerechnet sie soll zu hoch ausgewiesen worden sein. Werbekunden sei der Eindruck vermittelt worden, die Nutzer von Facebook verbrächten dort wesentlich mehr Zeitmit Videos als anderswo – und hätten aufgrund dieser Angaben ihr Werbebudget verteilt. Facebooks Mitbewerber seien benachteiligt worden. Über die Klage berichtete das „Wallstreet Journal“.
    Wegen des Abgriffs von Daten über Apps anderer Anbieter fordern vor allem in den USA Politiker die Einleitung einer Kartellklage gegen Facebook. „Nach jeder Verfehlung, die öffentlich wird, wechselt Facebook zwischen Leugnung, leeren Versprechungen und Entschuldigungskampagnen“, schrieb David Cicilline, der für die Demokraten im Repräsentantenhaus sitzt, Mitte März in der „New York Times“.

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