Schuldenfinanzierter Staatsfonds wäre schlecht

Heute hatte ich mal wieder eine längere Twitter-Diskussion, diesmal zur Einrichtung eines schuldenfinanzierten Staatsfonds (siehe auch „Stabilisierung des Rentensystems durch kreditfinanzierten Staatsfonds“ und meine frühere Kritik bei ‚Steuerliche Anreize für Aktionäre vs. Aktiensteuer‘). Die Grundidee ist die, dass eine unechte Arbitragemöglichkeit ausgenutzt werden soll. Die Bundesrepublik Deutschland zahlt weniger Zinsen, als die durchschnittliche Rendite eines breit gestreuten Aktienfonds beträgt. An der Differenz könnte der Staat verdienen, sei es zu Gunsten der Rentenkasse, für andere Staatsausgaben oder auch Steuersenkungen.

Vergessen wird dabei der Grund für diese Differenz, nämlich die andere Risikostruktur, weshalb es sich auch nicht um eine echte Arbitragemöglichkeit handelt, bei der man risikolos verdienen könnte. Langfristig liegt die Aktienrendite tatsächlich über den Zinsen, was man auch als Privatperson oder -unternehmen ausnutzen kann. Aber die lange Frist kann manchmal wirklich lang sein (wenn man im Boom teuer kauft, kann es nach einem Börsencrash Jahrzehnte dauern, bis man sein Anfangskapital auch nur zurück hat) und zwischenzeitlich droht die Pleite. Nun geht ein Staat nicht so einfach (und auch anders) pleite wie Unternehmen oder Privathaushalte, doch es bleibt möglich, insbesondere wenn die Summen richtig groß werden. Ein paar Milliarden Euro sind für den deutschen Staat selbst in einer tiefen Krise kein Problem, ein paar Billionen hingegen schon. Bei den heutigen Nullzinsen notieren auch die Aktienkurse besonders hoch. In einer globalen Krise würden diese Kurse stark fallen, die Zinsen stark steigen und der Staat sollte sich dann eigentlich zur Abfederung der Krise stärker verschulden, was erschwert würde, wenn er es bereits in den guten Zeiten tat zum Aufbau des Staatsfonds.

Es gibt aber noch mehr gewichtige Einwände dagegen. So ist nicht zu erwarten, dass sich unser Staat hinreichend selbst binden kann, das Geld dauerhaft allein nach Renditegesichtspunkten gut anzulegen. Es wird schnell nach politisch korrekter Geldanlage gerufen werden, die fast alles ausschließen könnte. Zugleich entstehen Begehrlichkeiten, die Erträge oder gar das Vermögen des Staatsfonds für andere, vermeintlich bessere Zwecke zu verwenden. Andere Länder könnten auch auf die Idee kommen, den deutschen Staatsfonds zu enteignen oder zumindest schlechter zu behandeln, während die Vermögensanlage im eigenen Land nicht nur die Diversifikation verschlechtert, sondern über aktive Einflussnahme auf die Unternehmen auch deren Verhalten politisieren und die Rendite drücken würde. Der Staat ist einfach ein schlechterer Investor und Unternehmer, zumal er auch noch in Interessenskonflikte gerät mit seinen anderen Rollen als Gesetzgeber, Aufseher und Richter (oder auch Geldgeber für öffentliche Investitionen, die er sträflich vernachlässigt, siehe ‚Bundeshaushalt gegen Bildung und Investitionen‘). Am Ende wird das Vermögen aufgebraucht sein, während die Schulden noch da sind und irgendwann auch wieder positive Zinszahlungen erfordern werden.

37 Gedanken zu „Schuldenfinanzierter Staatsfonds wäre schlecht

  1. Die Politiker, die in den 70ern, 80ern, 90ern und 2000er Jahren gewählt wurden, hat es einen feuchten Kehricht interessiert, dass kommende Generationen ihre Wahlversprechen bezahlen sollten…!

    Sozialisten konnten noch nie mit Geld umgehen. Und Konservative und Liberale wollten dann nicht als Geizhälse hinten anstehen und die Partylaune verderben…!

    Diese unbequemen Wahrheiten will aber niemand hören. Die Lüge ist so süß und die Wahrheit so bitter. Politiker, die die Wahrheit sagen, werden meistens nicht gewählt. Es gab einmal eine Zeit, da wurde Boten der Kopf abgeschlagen, wenn sie schlechte Nachrichten brachten…!

    • Was Generation Greta angeht,möchte ich leicht widersprechen. Es ist aber schon mal gut, dass die Jugend in die Zukunft schaut. Das hat sie für eine lange Zeit nicht mehr getan. Wir sollten es Ihnen jetzt nicht schwerer machen. Dass wir uns nicht mehr zu der Zukunft unseres Landes zählen müssen ist nicht so schlimm, das liegt am Alter. Das Regulativ muss allerdings ausgereizt werden, damit die Visionen erhalten bleiben.

      • Welche Zukunft ohne Zahlmeister für die Visionen der Generation Greta?

      • Mir macht eher Sorgen, wie da in die Zukunft geschaut wird. Für meine kleinen Kinder mache ich mir wirklich keine Sorgen wegen des Klimawandels, aber durchaus wegen der Zerstörung unserer wirtschaftlichen Lebensgrundlagen und des demokratischen sowie liberalen Rechtsstaats.

      • Schicken Sie Ihre Kinder am besten auf eine internationale Schule oder ein angesehenes Internat, damit sie lernen, sich auf der ganzen Welt zurecht zu finden. Das ist die beste Vorsorge für den zu erwartenden Zusammenbruch Deutschlands.

      • Mir macht eher Sorgen, wie da in die Zukunft geschaut wird. Für meine kleinen Kinder mache ich mir wirklich keine Sorgen wegen des Klimawandels, aber durchaus wegen der Zerstörung unserer wirtschaftlichen Lebensgrundlagen und des demokratischen sowie liberalen Rechtsstaats.

    • Auch wenn ich der Generation Greta schon entwachsen bin:

      Positiv stimmt mich, dass jetzt, da immer mehr meiner eigenen Generation anfangen richtig zu arbeiten und das Faulenzer- und Studentenleben hinter sich gelassen haben, eine gewisse wirtschaftliche Vernunft einsetzt. Das System und Hamsterrad hat einen selbst ergriffen und für soziale Utopien bleibt da keine Zeit und auch keine Gedanken mehr.

      Problematisch ist jedoch, dass meine Generation schon durch und durch von einer moralisierenden grün-linken Lehrerschaft in Mitleidenschaft gezogen oder anders ausgedrückt das Gehirn gewaschen wurde. Erst war es das Ozonloch, dann die Atomkraft und schließlich der Klimawandel. Politisch war Bush der Schurke der Schurken, Michael Moore das bevorzugte Unterrichtsmaterial und Obama auch bei uns der Friedensnobelpreisträger der Herzen. Im Französischunterricht war Sarkozy ein rechter Hetzer. Front-National-Mitglieder wurden im Schulbuch selbstverständlich angeschwärzt und öffentlich an den Pranger gestellt. Gender Mainstream wurde als Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit vorgestellt und Girls‘ Days eingeführt, obwohl Mädchen längst die besseren Noten hatten. Völlig surreal wirkt da auf mich, dass wir bei einem uralten Lehrer tatsächlich noch das Lied der Deutschen mit allen 3 Strophen sangen. Was da wohl heute los wäre?

      Die Generation Greta ist dagegen nicht nur gehirngewaschen, sie ist auch völlig verblödet. Sie mag vordergründig braver und weniger aufmüpfig geworden sein, in Wahrheit weist sie lediglich völlige Leere und eine bemerkenswerte Apathie auf. Sie ist aber vor allem auch Opfer. Sie wurden für ideologische Bildungsprojekte missbraucht. Sie lernt nur noch „Kompetenzen“, wobei „Kompetenzen“ ohne ein solides Basiswissen nichts sind, weil nur jenes eine sinnvolle Einordnung ermöglicht. Ihr wurde die Chance genommen, die deutsche Sprache ordentlich zu erlernen, insbesondere Migranten mussten sich mühsam ein naturgemäß falsches „Schreiben nach Hören“ abgewöhnen. Und selbst in Englisch, womit diese Generation eigentlich aufgewachsen sein müsste, herrschen eklatante Lücken, weil starre Regeln wie Grammatik nicht mehr wie früher gelehrt werden. Den Kindern dieser Generation wird schlichtweg die Chance genommen, wenn sie nicht gerade zu den wenigen selbstlernenden Naturtalenten gehören oder wenigstens Eltern aus dem Bildungsbürgertum haben, die im besten Falle noch ordentlich Vermögen haben, um wenigstens außerschulische Bildungsangebote zu finanzieren.

      • Ich stimme Ihnen völlig zu, dass es trotz oder gerade wegen der Jahrzehnte langen sozialistischen Bemühungen um „Gleichheit“ mehr denn je auf die Möglichkeiten und den individuellen Einsatz des Elternhauses der jeweiligen Jugendlichen ankommt, welche Perspektiven sich ihnen für ihr späteres Leben eröffnen. Sozialismus bewirkt eben fast immer das Gegenteil dessen, was er vorgibt. Aber bitte fragen Sie mich jetzt nicht nach der berühmten Ausnahme, die diese Regel bestätigt. Ich kenne keine.

  2. Ihre Sorgen um Ihre (und meine) Kinder teile ich. Als das römische Imperium unterging, hat es bis 1800 gedauert, bis wieder ein vergleichbares BIP und eine ähnliche soziale Komplexität wieder erreicht waren. Die hierzu notwendige industrielle Revolution wurde in der Spätantike verfehlt. Voraussetzungen hierfür waren die naturwissenschaftlich-technische Methode und der Lib Kapitalismus, vor Allem aber die antireligiöse Aufklärung. Wesentlich war die Nutzung fossiler Energien.
    Wäre dies in Europa nicht gelungen, so würden heute vielleicht Chinesen an den ersten Dampfmaschinen herumbasteln. Eine Garantie gibt es nicht.
    Nun hatte Sigmund Freud das Absterben der Altreligionen prophezeit aber dabei übersehen, dass sich eine neue säkularisierte Umweltreligion – heute als ausgeprägte Klimaschutzreligion an ihre Stelle setzen würde. Sowohl Nietzsche sowie C.G. Jung haben dies in gewisser Weise vorhergesehen. Da es sich um eine religiöse Bewegung mit Greta als psychisch kranker Anführerin handelt, sind wohl Menschen wie Sie und ich mit unserer rational-wissenschaftlichen Argumentation ungeeignet, um diesem Unfug entgegenzutreten.
    Ebenso wenig wie Diokletian in der Lage war, das Christentum zu stoppen; die Christen ließen sich mit Lust und Wonne von Löwen zerreißen, so werden wir mit rationalen Argumenten scheitern.
    Es drohen neue Dark Ages mit Absinken des Lebensstandards weltweit. Die liberale Demokratie wird unter solchen Verhältnissen nicht haltbar sein.
    Politisch werden wohl autoritäre Regime im Sinne eines Neofeudalismus herrschen.

    • Ganz so pessimistisch wie Sie sehe ich es nicht. Jedenfalls nicht für alle. Wenn ich mir das Freundesumfeld meiner Kinder ansehe, bin ich zuversichtlich, dass es einige der besser Gebildeten aus konservativem und liberal-libertärem Hause schon hinbekommen werden, sich in lebenswerten Nischen einzurichten. Das sind vielleicht 10% der Generation Greta. Für die übrigen 90% sehe ich allerdings schwarz, zumal die privilegierten 10% die anderen nicht mehr mit durchschleppen werden, wie es heute vom gebildeten Prekariat und der Sozialindustrie allgemein erwartet wird und noch üblich ist.

      • Richtig. Die beste Mitgabe für die Kinder ist eine möglichst hochqualifizierte Ausbildung, wofür Eltern auf internationaler Ebene (GB, USA) erhebliche finanzielle Mittel ansparen und aufwenden. In Deutschland ist das längst nicht selbstverständlich.
        Auch in einer Oligarchie mit neofeudalen Zügen wird der Wohlstand davon abhängig sein, ob die Vorfahren schlau genug waren, genügend Aktien zu kaufen; in D möglichst USA und keine Immobilien in Deutschland.

      • Der Immobilienhype in D wird noch eine Weile anhalten. Nämlich so lange, wie der so genannte „Sozialstaat“ seinen Lieblingsadressaten den Wohnraum zu bezahlen vermag. Danach ist Schluss mit Lustig. Zunächst in den weniger elitären Lagen und mit etwas Zeitversatz in der gesamten DDR 2.0 XXL.

      • Apropos Immobilien: Ich habe 1994 eine kleine Eigentumswohnung mit TG-Stellplatz in Erfurt gekauft, um wegen meiner hohen Steuerlast die damalige Sonder-AFA-Ost mitzunehmen. In dem zentral gelegenen Gebäude, das damals neu errichtet wurde, gibt es insgesamt 24 Wohnungen und unten 4 Ladeneinheiten.

        Die Wohnung ist gut vermietet und bringt mir eine Rendite von über 5%. Ich spiele mit dem Gedanken, jetzt zu verkaufen, denn die Immobilienpreise sind historisch hoch und ich befürchte, dass nach 25 Jahren bald Instandhaltungskosten auf mich zu kommen, auch wenn das Gebäude sehr gepflegt ist. Wer könnte mir einen Tipp geben?

      • Laut dieser Quelle https://www.berlin-institut.org/publikationen/gutachten-policy-papers/demografischer-wandel.html hat Erfurt mit die besten Perspektiven in den Neuen Bundesländern. Ein überstürzter Verkauf zum Schnäppchenpreis wäre daher sicher keine glückliche Entscheidung. Ich würde das Objekt mit meinem Wunschpreis (im Zweifel lieber etwas höher ansetzen) anbieten und warten, was passiert. Wenn Sie es nicht eilig haben, wird sich schon der richtige Käufer finden. Zur Zeit sind ja viele Anleger (auch aus dem Ausland) total verrückt nach deutschen Großstadtimmobilien.

      • Persönlich denke ich, dass die Preise langsam ein Plateau erreichen, aber keine deutlichen Einbrüche zu erwarten sind. Die Zinsen werden niedrig bleiben, ggbf. sogar noch weiter gesenkt werden. Lediglich ein großer Wirtschaftseinbruch würde massiv preisdämpfend wirken, weil es dann vermehrt zu Kreditausfällen käme. Dann gäbe es aber die Problematik einer sinnvollen Alternativanlage, denn Aktien würden dann ebenfalls, womöglich sogar noch deutlich stärker fallen. Wenn Sie also nicht unbedingt den Markt timen und große Mengen an Liquidität horten wollen, dann macht ein schneller Verkauf eher wenig Sinn, es sei denn es würde ein ausgezeichneter Preis dabei herausspringen.

        Die Nachfrage ist da und selbst bei einem Wirtschaftscrash würden unsere Gäste nicht wieder zurück in ihre Heimat gehen, sodass der Nachfrageüberhang vorerst bestehen bliebe.

        Ich bin auch in Immobilien investiert, wenn auch indirekt über den Aktienmarkt.

      • Es ist durchaus möglich, dass die Preise an guten Standorten wie Erfurt noch eine ganze Weile weiter steigen. Welche Entwicklung die Immobilienpreise mit Einsetzen des zu erwartenden Crashs innerhalb welchen Zeitraums nehmen, weiß allerdings niemand. Ich persönlich denke, dass dann auch der Absturz der Mietpreise unweigerlich folgt. Ob durch staatliche Zwangsmaßnahmen oder die Zahlungsunfähigkeit der Mieter ausgelöst, spielt dabei keine Rolle. In beiden Fällen rauscht der Wert von Vermietungsobjekten in den Keller.

      • Glauben Sie das wirklich? Wir erleben doch eher eine Blasenbildung. Wenn die Blase platzt, wird das durch noch mehr Geld, nicht weniger aufgefangen. Also werden Immobilienpreise und Mieten weiter steigen, nicht sinken.

      • Vorerst rechne ich erst einmal mit steigenden Mieten. Die Neuvermietungspreise sind in den Metropolen zwar bereits ausgereizt, aber beim Bestand gibt es noch viel Spielraum für weitere Steigerungen. Die Durchschnittsmieten dürften bei stabiler wirtschaftlicher Entwicklung also weiter steigen.

        Man muss sich allerdings bewusst sein, dass insbesondere in den Metropolen die Anstiege nur noch durch die massive Einwanderung getragen wird. Ansonsten ist der Bevölkerungssaldo längst negativ. Reine Arbeitsmigranten dürften nach Arbeitslosigkeit zumindest teilweise in die Heimat zurückkehren und auch die junge Generation wird die Jobsuche eher im elterlichen Haus im Grünen als in der Großstadt als Arbeitslose verbringen. Insbesondere hier bestehen deshalb deutliche Korrekturrisiken. Ländliche Räume außerhalb der Speckgürtel haben glücklicherweise erst in den letzten 2-3 Jahren an Fahrt gewonnen. Da das Baugewerbe extrem ausgelastet ist, hat der dortige Bauboom glücklicherweise noch keine spanischen Ausmaße angenommen.

      • Dass die Mieten in Metropolregionen stagnieren, ist erst einmal nicht zu erwarten. Wer sich teure Mieten in urbanen Gegenden nicht mehr leisten kann, hat ja die Möglichkeit, auf das Land auszuweichen. Erst wenn die heilige Greta und ihre Anhänger der gesamten Mobilität Einhalt gebieten, wird das nicht mehr möglich sein. Nachmieter finden sich in attraktiven Ballungsräumen immer, so lange die Wirtschaft brummt und Vollbeschäftigung herrscht. Wenn es damit vorbei ist, fallen aber auch in den Metropolen die Preise.

      • Das sehe ich etwas anders. Wenn in manchen Städten für eine 1-Zimmerwohnung 1000 Euro warm oder für eine 3-Zimmer-Wohnung 2000 Euro (jeweils zentrale Lage) warm aufgerufen werden, dann ist schon eine Grenze der Bezahlbarkeit erreicht. Billiger geht es nur noch bei erheblichen Mängeln (völlig versifft, massive Lärmbelastung, Hitzebelastung im Sommer etc.) oder unter der Hand, aber an diese Angebote kommt der Zuziehende in der Regel nicht ran.

        Viele Berufsgruppen sind bei solchen Preisen von vornherein raus, aber auch gut verdienende Berufseinsteiger werden sich das bei den Preisen sicher 2x überlegen. München z.B. wird deshalb von immer mehr aus meinem Bekanntenkreis gemieden. Und auch jene, die die exorbitanten Mieten bezahlen können, merken dennoch, dass sie durch das Gehaltsplus in der Metropole leider nicht überkompensiert werden und zumindest rein finanziell betrachtet Facharbeiter in der Heimat auf dem Land nicht selten eine höhere Kaufkraft haben.

        Eine Flucht in den Speckgürtel ist auch nicht wirklich möglich und sinnvoll, es sei denn man hat irgendwelche familiäre Bindungen. Der ist hier nämlich kaum billiger, dafür steht man aber schnell endlos im Stau und ist auf ständig ausfallende S-Bahnen angewiesen. Die Preise sind auch längst hier explodiert. Man müsste schon so weit raus, dass es eigentlich keinen Sinn mehr ergibt. Da sind die Problembezirke der Metropole schon billiger und attraktiver. Spätestens mit Kindern überlegt man sich das aber nochmal und macht dann doch noch den Abflug.

        Wie schon gesagt:
        Der Bevölkerungssaldo der Einheimischen ist negativ. Es gibt noch einen kleinen Überschuss bei Berufseinsteigern, aber auch der wird abflachen. Der Rest wird durch die Einwanderung aus dem Ausland getragen. Zumindest der EU-Zuzug dürfte, sollte sich eine mögliche Krise bewahrheiten, deutlich zurückgehen. Ich sehe nicht, inwiefern weiter steigende Mieten dann noch in irgendeiner Form erschwinglich sein sollen.

      • @Peter Burger
        „Wenn in manchen Städten für eine 1-Zimmerwohnung 1000 Euro warm oder für eine 3-Zimmer-Wohnung 2000 Euro (jeweils zentrale Lage) warm aufgerufen werden, dann ist schon eine Grenze der Bezahlbarkeit erreicht.“

        Offenbar nicht. Schließlich treibt der Markt die Preise, was natürlich genauso für die Speckgürtel gilt wie auch umgekehrt für die fallenden Preise in entvölkerten Gegenden, in denen inzwischen ja zum Teil ganze Dörfer verwaisen und verfallen.

        Völlig unverständlich ist mir, warum vom Steuermichel durchalimentierte Zuwanderer, die keiner legalen Erwerbstätigkeit nachgehen, nicht gezielt in Gegenden mit hohem Leerstand angesiedelt werden, statt sie zusätzlich preistreibend in den Metropolen unterzubringen. Das wäre doch mal eine einigermaßen sinnvolle politische Maßnahme.

      • Sie übersehen erstens, dass pro Person immer mehr Wohnraum beansprucht wird, und dass zweitens in Boomregionen dieser Boom allein durch die Miete bzw. den Aufwand des Pendels begrenzt wird. Sonst würden fast alle z. B. nach München ziehen. Hohe Mieten sind dann kein Zeichen des Marktversagens, sondern eines funktionierenden Marktes.

      • Angebot und Nachfrage regeln diesen Markt. Ganz besonders in München. Die meisten Unternehmen, die dort zu den großen Arbeitgebern zählen, werden nicht so schnell ins Straucheln geraten. An anderen Standorten hingegen verwaisen ganze Stadtviertel, wenn der größte Arbeitgeber weiterzieht oder dicht macht.

      • Der Super-GAU wird erst noch kommen. Ich habe heute gelesen, dass unsere Gäste bereits jährlich 32000 Kinder in Deutschland bekommen, das sind rund 5% der Gesamtzahl an Neugeborenen vor der Flüchtlingskrise. Wenn man sich die Neigung zu Großfamilien in diesen kulturellen Kreisen betrachtet, dann werden wir es bald mit einer Schwemme an jungen Familien in den Großstädten zu tun haben, für Woche es keine Wohnungen gibt und welche diese mit überwältigender Mehrheit auch nicht eigenständig bezahlen werden können.

      • Alles wird gut. Das Brot und Spiele – Volk wird doch schon seit Jahren gut und schonend durch Kino und Fernsehen darauf vorbereitet, was kommen wird. Zum Beispiel hier: https://www.youtube.com/watch?v=27H4hC9zVcQ (es gibt Dutzende weiterer Beispiele).

        Nehmen Sie es mit Humor und teilen Sie die Früchte Ihres Fleißes mit den Neubürgern. Ändern können wir sowieso nichts mehr.

      • Wenn eine große Mehrheit den links-grünen Wahnsinn will, wird es keine Halten mehr geben und auch kaum noch Nischen in Deutschland, in denen man in Wohlstand, Freiheit oder auch nur Frieden leben kann. Spätestens dann sollten zumindest meine Kinder auswandern und ich vielleicht noch mit ihnen.

      • Genau so sehe ich das auch. Ich habe meine konkreten diesbezüglichen Vorkehrungen allerdings schon unmittelbar nach der Bundestagswahl 2005 getroffen. Dass nach der völlig überstürzten „Wiedervereinigung“ mit einem wirtschaftlich total abgestürzten Ostblockland die Wahl einer FDJ-Funktionärin zur Bundeskanzlerin der endgültige Dolchstoß für die vormals gut situierte Bundesrepublik Deutschland würde, war mir schon am Wahlabend dieser schicksalshaften Bundestagswahl klar.

  3. Brandheiße Spekulation für Vollprofis: Erfurter Immobilie mit sehr guter Prognose (Uni-Stadt) behalten, zur Hälfte beleihen, Zinsen steuerlich abzugsfähig (eff. um 0,7%), Geld am US-Aktienmarkt anlegen. So sind Sie in beiden Richtungen gehedged.
    Ist die Investition in Ost-Immobilien nicht doch Zockerei?

    • „Ist die Investition in Ost-Immobilien nicht doch Zockerei?“

      Kurz nach der Wende war sie das. Heute lässt sich einschätzen, welche Standorte in den NBL etwas taugen und welche nicht. Erfurt ist da bislang auf der Gewinnerseite, wird sich aber dem zu erwartenden Kollaps der Sozialsysteme nicht entziehen können.

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