Islamfeindlicher Terror in Neuseeland

Ausgerechnet in „Neuseeland: 49 Menschen sterben bei Terroranschlag“ mit islamfeindlicher und rechtsextremer „Begründung“ durch einen australischen Haupttäter und zwei weitere Täter in zwei Moscheen von Christchurch. In Neuseeland hat es zwar schon Amokläufe gegeben (und in Christchurch ein schlimmes Erdbeben), doch noch nie einen Terroranschlag, geschweige denn so einen (bzw. parallel zwei), bei dem unbewaffnete Menschen beim Gebet ermordet werden.

Es zeigt leider einmal mehr, dass nicht nur Islamisten, sondern auch Islamfeinde gefährlich sind. Muslime sind heutzutage weltweit am häufigsten Täter, aber eben auch Opfer von Terroranschlägen und anderen Gewalttaten. Dabei relativieren die einen Verbrechen die anderen nicht, sondern alle zivilisierten Menschen müssen gegen gewalttätige Extremisten unabhängig von deren Glauben und Ideologie zusammenhalten. Letztlich geht es diesen Menschen ohnehin nur um Gewalt und sie könnten ebenso auf der Gegenseite kämpfen.

20 Gedanken zu „Islamfeindlicher Terror in Neuseeland

  1. Interessant ist, dass der Attentäter (wenn es stimmt) Bezug auf Frau Merkel und auch den Klimawandel genommen hat. Ansonsten ist nach dem heutigen Attentat der nächste islamistische Anschlag aus Rache wohl nur eine Frage der Zeit.

  2. Dieser Terroranschlag schadet natürlich der berechtigten Islamkritik, ähnlich wie das auch bei dem Breivik-Attentat war! Obwohl es sich hier in der Tat um Einzelfälle handelt, werden die Linksgrünen und die Gutmenschen jetzt wieder behaupten, dass es „auch christliche Terroristen“ gäbe.

    Ich will nicht relativieren, ABER es ist Tatsache, dass solche Anschläge wie heute in Christchurch in moslemisch dominierten Staaten sehr oft geschehen. In Ägypten, Nigeria, Pakistan und anderswo gibt es ständig Übergriffe auf christliche Kirchen, bei denen immer wieder zahlreiche Menschen sterben. Für unsere Lügenpresse ist das dann höchstens eine Kurzmeldung wert.

    Muss „Christchurch“ jetzt umbenannt werden…???

    • Manche Länder sind grundsätzlich gewalttätiger als andere. Deutschland war übrigens von 1933 bis 1945 ebenfalls sehr gewalttätig (und in der DDR dann auf einem niedrigeren Niveau weiter) und wir sollten darauf hinwirken, dass das mit vielleicht veränderten Vorzeichen nicht wieder so wird. Von daher erschüttert ein Terroranschlag in Neuseeland durchaus mehr als z. B. in Pakistan, wo übrigens auch die meisten Opfer Muslime sind.

      • Der Terror und die alltägliche Gewalt in Pakistan und vergleichbaren Ländern sind viel schlimmer. Gerade deshalb ist der Nachrichtenwert jedoch geringer.

      • Es ist immer schlimm, wenn Menschen sterben müssen, die niemanden etwas getan haben. Aber was jetzt in Neuseeland passiert ist, passiert in moslemisch dominierten Staaten fast jede Woche. Aber die linksgrüne Presse nimmt es weniger wichtig, wenn „nur“ Christen sterben…!

  3. Eine Terrorgruppe ist immer nur so stark, wie der Kreis ihrer Sympathisanten und Anhänger, aus dem sie Rückhalt und Rekrutierung bekommen und wo sie Unterschlupf finden. Ein Beispiel für eine „erfolgreiche“ Terrorgruppe sind die Taliban, die in großen Teilen der Bevölkerung mit ihrer Ideologie und ihren Handlungen Rückhalt finden. Auch die RAF war lange Zeit erfolgreich, weil das linksradikale bis linksextreme Weltbild in der Hochphase der RAF in größeren Teilen der jüngeren Bevölkerung en vogue war (das sieht man an der Verehrung von Terroristen und Massenmördern, wie Che Guevara und Pol Pot). Verständnis und ein vermeintlicher Robin-Hood-Charakter ermöglichten Unterschlupfmöglichkeiten.

    Bei dem sogenannten Rechtsextremismus handelt es sich eigentlich immer um die Taten eines Einzelnen. Eine große Struktur oder eine Ideologie, die das Töten von Menschen rechtfertigt, gibt es nicht, auch wenn er wie Breivik versucht eine Welle aus Repression und Gegenrepression in Gang zu setzten, um eine revolutionäre Stimmung und eine Eskalation der Gewalt anzuheizen. Anders als beim Linksextremismus, oder beim radikalen Islam, sind Breivik, dieser Neuseeland-Terrorist und die paar anderen tatsächlich rechtsextremen Terroristen politisch, ideologisch und strukturell isoliert.
    Breite Solidarisierung und Beifallsbekundungen bei jungen muslimisch-migrantischen Schülern, wie bei den belgischen und französischen Anschlägen, zeigen die vollkommen andere Gewichtung der Bedrohungslage hinsichtlich extremistisch-terroristischen Potenzials.

    Dieser Mann ist, wie ich an anderer Stelle schon schrieb, auch sehr wirr und widersprüchlich in seinem Weltbild. Weil es so wichtig ist und der Täter in den etablierten Medien stereotypisch verkürzt dargestellt wird, möchte ich hier noch ein paar Sätze aus meinem anderen Kommentar ergänzen, die zeigen, dass der Täter nicht zwingend nur als „rechts“ eingeordnet werden kann.

    Der Moschee-Attentäter scheint sich unter anderem auch als „Öko-Faschisten“ selbst bezeichnet zu haben. Außerdem will er sich weder als links, noch als rechts positionieren. Er meinte in seinem „Manifest“, je nachdem wie man die Definition auslege, sei er sowohl links als auch rechts. Angeblich soll er sich früher im linken Milieu aufgehalten haben und sich auch als Klimaretter zu sehen. Dann hatte er aber auch die sogenannte „schwarze Sonne“ aus dem NS-nahen Milieu als Emblem, neben den ganzen anderen nicht auf den NS bezugnehmenden Schriften auf seiner Ausrüstung. Auch hat er noch die ethnische Komponente (weiß) mit ins Spiel gebracht (Erhalt der Weißen Ethnie). Andererseits hatte er sich wiederum positiv auf eine 29-jährige schwarze konservative Polit-Aktivistin bezogen. Viel beschäftigt hatte er sich mit serbischen Patrioten/ Nationalisten. Insgesamt alles eine sehr schräge Mischung von jemandem, der offensichtlich noch gar kein festes Weltbild hatte.

    • Die Taliban wurden von Pakistan unterstützt und die RAF von der DDR. Momentan gibt es wohl keinen Staat, der direkt rechtsextremistische Terroristen unterstützt (außer wenn man den wildesten Verschwörungstheorien rund um den NSU glaubt). Wirre Einzeltäter sind allerdings besonders schwer zu erkennen oder auch abzuschrecken.

    • Das stimmt doch nicht, dass hier jemand das Attentat „rechtfertigt“ oder „relativiert“. Wie ich schon schrieb, solche Attentäter wie dieser in Neuseeland (welcher übrigens nicht eindeutig nur rechtsextrem ist) finden keine Solidarisierung und sind immer isoliert. In den Kommentaren wurde jedoch zu Recht darauf hingewiesen, dass es Anschläge auf Minderheiten, wie z.B. christliche Kopten in Ägypten, relativ häufig gibt. Ebenfalls mit duzenden Toten. Die Berichterstattung entspricht dann jedoch nur einem Bruchteil dessen.

      Es stimmt auch nicht, dass die AfD dazu nicht angemessen Stellung bezogen hätte. Mehrere führende AfD-Politiker, wie Meuthen, Weidel oder Hampel, haben stellvertretend für die Partei sich klar zu dem Anschlag auf der anderen Seite der Welt geäußert. Das reißerische Verhalten, welches der politische Mainstream in Deutschland nun an den Tag legt, dient doch nur dem Herbeischreiben eines angeblich außer Kontrolle geratenenen rechtsextremen Potenzials in Deutschland.

      Sie sollten sich nicht so stark von diesen typischen Anti-AfD Schreiberlingen und ihren Narrativen beeinflussen lassen. Gerade dieser oben verlinkte ntv-Autor hat noch nie neutral über die AfD berichtet.

      Wenn es nächtes mal wieder Anschläge gegen Kopten in Ägypten, oder gegen andere Minderheiten im Orient, in Afrika und Asien gibt, widert das Schweigen oder Verharmlosen des politisch-medialen Mainstreams in Deutschland Sie dann auch an?

      • Ja, das Schweigen bei Anschlägen gegen christliche Minderheiten würde mich auch anwidern, wenn es dieses Schweigen denn gäbe. Tatsächlich wird über all dies in deutschen Medien berichtet. Nur vielleicht nicht so prominent, wie wir uns das wünschen würden. Ebenso wie die Arbeitslager für Muslime in China, die Verfolgung von Muslimen in Myanmar usw. hier nur am Rande thematisiert werden und der Masse unbekannt sind. – Dieses ganze gegenseitige Aufrechnen ist Unsinn. In Christchurch sind 49 Menschen gestorben, genauso schändlich ermordet wie anderswo Menschen durch Islamisten werden. Warum die Linke und die Rechte dies jeweils für sich instrumentalisieren, liegt auf der Hand: Um ihre eigenen Anhänger zu mobilisieren. Dem Frieden in der Welt dient das jedoch nicht

      • Ja, das Aufrechnen ist moralisch und politisch falsch. Das gilt jedoch für alle Seiten. Ein Anschlag gegen Muslime macht solche von Muslimen auch nicht besser. Gewalt ist immer abzulehnen, politische und religiöse besonders, während das staatliche Gewaltmonopol im rechsstaatlichen Rahmen ein notwendiges Übel ist, um andere Gewalt einzudämmen. Terroranschläge lassen sich wie andere Verbrechen nie ganz verhindern, aber doch einhegen, wenn erkennbar niemand einen Vorteil daraus ziehen kann.

      • „Ebenso wie die Arbeitslager für Muslime in China, die Verfolgung von Muslimen in Myanmar usw. hier nur am Rande thematisiert werden und der Masse unbekannt sind.“

        Auch wenn ich zugeben muss, dass ich mich mit diesem Themenfeld „muslimische Uiguren in China“ und „muslimische Rohingya in Myanmar (die eigentlich als bengalisch-Stämmige kein eigenständiges Volk sind)“ auch mangels fehlender Sprachkenntnisse und eigenständiger umfangreicher Recherche nicht so gut auskenne, so bin ich doch bezüglich der hiesigen medialen Darstellung skeptisch.

        Fakt ist, in den westlichen und besonders deutschen Medien ist der muslimische Lobbyeinfluss und die somit transportierte Weißheit „Muslime sind immer und überall Opfer“ durch die im Verhältnis zur kleineren buddhistischen Minderheit ungleich größeren muslimischen Bevölkerung wesentlich größer.

        Auch wenn es unstrittig ist, dass die chinesische Staatsform keine Demokratie darstellt und es somit sehr wahrscheinlich auch zu Menschenrechtsverletzungen kommt, so wird man doch schnell skeptisch, wenn man hört, dass diese schnell wachsenden muslimischen Bevölkerungsgruppen nicht nur in China, sondern auch anderornts sich ständig im Konflikt mit der alteingesessenen Mehrheitsbevölkerung befinden.

        Besonders dann, wenn man weiß, wie friedlich zurückhaltend sich buddhistische Communities in Deutschland, USA und überall auf der Welt verhalten. In Myanmar soll es neben dem obligatorischen fordernd-selbstbewussten Auftreten zu regelmäßigen Übergriffen auf die schon ewig dort lebende buddhistische Bevölkerung gekommen sein, in China immer wieder zu Terroranschlägen, im hinduistischen Indien wurden deren heilige Kühe geschlachtet und in Afrika Unterdrückung von christlichen Minderheiten…

        Wie auch immer, die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte, die hiesige Medienberichterstattung kann man aber wohl wie immer als einseitig bezeichnen. Die AfD sollte mal Delegationsgruppen nach China, Indien und Myanmar schicken und mit den Erlebnissen der dortigen alteingesessenen Bevölkerung sowie mit der dortigen Politik reden. Ich bin mir sicher, uns werden Augen geöffnet.

      • Zumindest die Uiguren leben schon länger dort als die Chinesen, die sie ähnlich wie die Tibeter unterworfen haben. Damit überlagern sich ethnische und religiöse Konflikte. Es gibt auch muslimische Han-Chinesen, die viel weniger Probleme machen (und trotzdem diskriminiert werden). Dass sich die AfD lieber mit Unterdrückern als Unterdrückten solidarisiert, durften wir allerdings schon erleben.

    • Ich sehe nicht, dass hier ein zweifellos bestialischer Anschlag kleingeredet wird. Es mussten unzählige unschuldige Opfer mit ihrem Leben für das Werk eines Irren bezahlen. Ich denke nicht, dass es dazu unter zivilisierten Gesprächsteilnehmern zwei Meinungen gibt.

      Die politische Einordnung des Attentats ist hingegen eine andere. Hier stehen die gesellschaftlichen Auswirkungen und der allgemeine Kontext im Vordergrund. Einem Einzeltäter ohne gesellschaftlichen Rückhalt kann man gesellschaftlich kaum begegnen. Seine Taten sind kaum zu verhindern, das irre, selbst zusammengeschusterte Weltbild ist kaum zu beeinflussen.

      Der islamistische Terror ist hingegen institutionalisiert. Er findet seine Rechtfertigung im Koran und der entsprechenden Interpretation zahlreicher Glaubensbrüder. Die gesellschaftliche Tragweite ist daher eine ganz andere. Den rund 50 Verstorbenen nutzt diese Unterscheidung freilich nichts.

  4. Der Unterschied zwischen islamistischen Terroranschlägen und den Massakern von Neuseeland oder Norwegen ist, dass erstere im Namen einer Religion erfolgen und innerhalb dieser auch substanzielle Unterstützung erfahren, sei es durch Geldzuwendungen, durch Prediger oder auch einfach nur durch stille, manchmal auch laute moralische Beipflichtung. Die Täter von Norwegen oder Neuseeland sind hingegen Einzeltäter, die weder im Namen des Christentums auftreten können und Gott sei Dank auch ansonsten moralisch isoliert sind.

    Das Massaker ist schrecklich und die Opfer und deren Angehörige verdienen unsere uneingeschränkte Trauer. Sie haben dasselbe Mitgefühl verdient wie jedes andere denkbare Opfer. Jedes Opfer ist ein Individuum und man kann hier selbstverständlich auch nicht mit anderen Opfern aufrechnen, für welche die Verstorbenen auch gar nicht verantwortlich sind.

    Es wäre jedoch falsch, wenn aus dem Anschlag eine politische Botschaft und Ansicht entspringen würde, die den Sonderstatus des islamistischen Terrors negiert. Es gibt eine berechtigte Islamkritik. Ohne den Islam wäre der Islamismus nicht denkbar. Der Anschlag ist auch deshalb eine Katastrophe, weil er Radikale zum Gegenschlag ermutigen wird und weitere Opfer nach sich ziehen wird. In der Türkei zeigt sich schon, wohin die Reise gehen wird. Die Christen in Ägypten und anderswo haben bereits berechtigten Grund zur Sorge.

    Heimtückisches Blutvergießen ist die Sprache von Mördern. Jegliche vermeintliche Selbstrechtfertigung ist da fehl am Platz. Es zeigt nur die Verrohung, welcher manche Menschen mittlerweile unterliegen.

    • „Ohne den Islam wäre der Islamismus nicht denkbar.“ Das ist zwar richtig, aber überhaupt kein Argument. Ohne Nationen gäbe es keinen Nationalismus, ohne Eigentum keinen Diebstahl, ohne Menschen keine Unmenschlichkeit.

      Im Übrigen ist der islamistische Terrorismus eine recht neue Erscheinung und von anderen abgeschaut, was auf den antiislamischen Terror erst recht zutrifft.

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