Klaus Kinkel gestorben

Bereits vorgestern, am 4. März 2019, ist „Ex-Außenminister Klaus Kinkel gestorben“. Er wurde 82 Jahre alt und war der letzte der FDP-Vorsitzenden, die auch Außenminister und Vizekanzler waren, nachdem 2016 zuerst Guido Westerwelle viel zu jung (siehe ‚Guido Westerwelle und Lothar Späth gestorben‘) und dann Hans-Dietrich Genscher (‚Genscher gestorben‘) sowie ‚Walter Scheel gestorben‘ waren. Herr Kinkel verdankte seine große politische Karriere Herrn Genscher, der ihn 1970 zu seinem persönlichen Referenten im Innenministerium machte, 1974 ins Außenministerium mitnahm und 1979 als Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes empfahl. 1982 wurde Herr Kinkel Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz, als der er auch aktiv an der deutschen Wiedervereinigung mitwirkte. 1991 wurde er Bundesjustizminister, 1992 als Nachfolger von Herrn Genscher Bundesaußenminister und 1993 zusätzlich Vizekanzler. Beides blieb er bis 1998, als die Kohl-Regierung abgewählt wurde. Außerdem war er von 1993 bis 1995 Bundesvorsitzender der FDP, der er erst 1991 beigetreten war. Von 1994 bis 2002 war er Mitglied des deutschen Bundestages.

Klaus Kinkel war kein typischer Berufspolitiker, sondern ein sachlicher und ehrlicher Beamter, der auch die Staatsämter entsprechend ausübte. Solche Minister gibt es heute kaum noch. Umgekehrt zu Guido Westerwelle war er ein besserer Außenminister als Parteivorsitzender. 1994 warb die FDP sehr ungeschickt mit „Kohl/Kinkel wählen“ und schrumpfte entsprechend von 11,0 auf 6,9 Prozent der Zweitstimmen. Auch nicht so glücklich fand ich sein Eintreten für Kampfeinsätze der Bundeswehr. Die erste Beteiligung Deutschlands an einem (auch noch völkerrechtswidrigen) Krieg seit 1945 erfolgte jedoch erst kurz nach seinem Ausscheiden aus der Regierung durch Rot-Grün. Seither sind Maß und Mitte in der deutschen Regierung leider noch viel mehr verloren gegangen.

Ein Gedanke zu „Klaus Kinkel gestorben

  1. Dr. jur. Klaus Kinkel war ein sehr sympathisch kompetenter Mensch und Politiker, bescheiden und fair im Umgang mit seiner Umgebung, persönlich engagiert für viele Mitmenschen, auch außerhalb Deutschlands.

    FDP hat ähnlich tickende Mitglieder in Führungsositionen kaum wieder erlangt.

    Mein Vorurteil :

    Nach Klaus Kinkel kam Josef Fischer, dessen komplexe Inkompetenz auf allen Gebieten, Beruf, Familie die sich im permanenten Wechsel erschöpfte, fehlende Führungsqualität, Außenpolitik die er als Spielfeld des eigenen sehr eitlen Ego nutzte, Brutalität gegen andere Menschen , mit verblendeter kommunistischen Ideologie geschlagen die sich später in Grüne Politik als Placebo tarnte.

    Viele Arbeitsplätze – allein in der chem. Industrie – wanderten unter Fischers Indoktrinierung aus Hessen ab, hinüber nach Frankreich und Schweiz.

    Nach Klaus Kinkel wurde es richtig Nacht in Deutschland, siehe vor.

    Ein Leuchtturm ist weg, sehr traurig zu lesen.

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