Volvo verzichtet auf Tempo und Kunden

Mein zweiter Volvo (siehe ‚Autoabholung‘ und ‚Neuen Volvo seit einem Jahr‘) wird nun definitiv mein letzter bleiben. Die geplante Abschaffung von reinen Diesel- und Ottomotoren hatte mich bereits gestört (siehe „Volvo verabschiedet sich vom Verbrennungsmotor“). Hybrid- und Elektroautos sind immer noch in mehrfacher Hinsicht schlechter, nicht zuletzt für die Umwelt. Aber es hätte noch Altmodelle mit vernünftigen Motoren gegeben, wobei die Politik jeden Tag neue Fahrverbote verkünden kann.

Nun verkündet der inzwischen chinesische Autobauer selbst: „Volvo drosselt alle Neuwagen auf 180 km/h“. Das kann ich nicht unterstützen. Ich kann nicht von der Politik den Verzicht auf ein Tempolimit fordern und es dann beim Autokauf gutheißen. Tatsächlich kann man gar nicht so oft und lange 180 Stundenkilometer und schneller fahren. Ich bin meist (etwas) langsamer unterwegs und habe noch nie ausgetestet, wie schnell mein Volvo tatsächlich fahren könnte. Ich lasse mir das aber nicht vom Autobauer vorschreiben.

Vor allem sind auch hier Verkehrssicherheit und Umweltschutz nur vorgeschoben. Es gibt durchaus Unfälle wegen unangepasster Geschwindigkeit, aber kaum wegen des in Deutschland fehlenden Tempolimits. Je nach Verkehrslage können auch 20 Stundenkilometer zu schnell oder sogar tödlich sein, während eine zusätzliche Beschleunigung bei hohem Tempo einen Unfall verhindern kann (weshalb ich häufig mit Tempomat fahre, aber nicht mit Geschwindigkeitsbegrenzer). Tatsächlich kann Volvo so seinen Elektroschrott besser vermarkten, da die Reichweite der Batterien ohnehin noch viel zu gering ist und bei hohem Tempo erst recht. Außerdem lässt sich auch manches billiger fertigen und der Flottenverbrauch senken, wenn die Autos nicht mehr so schnell unterwegs sind. Vielleicht lockt diese Form der politischen Korrektheit sogar Kunden an, aber mich hat Volvo damit auf Dauer verloren wie vorher schon BMW aus anderen Gründen miserabler Firmenpolitik mit Geringschätzung der Kunden.

20 Gedanken zu „Volvo verzichtet auf Tempo und Kunden

  1. Sehr viele Autos sind elektronisch abgeregelt. Sehr häufig bei 250 km/h, einige bei 300 km/h oder 330 km/h.

    Auch die meisten Elektroautos werden übrigens schon sehr lange und sehr viel früher, nämlich bei spätestens 160 km/h, 180 km/h oder 200 km/h abgeriegelt, was vor allem der Reichweite, bei einigen Modellen aber auch der mangelnden Hochgeschwindigkeitstauglichkeit ihrer auf minimalen Rollwiderstand getrimmten Bereifung geschuldet ist (siehe BMW i3 mit seinen Fahrradrädern, der trotz seiner 170 PS gerade mal 150 km/h fahren darf https://www.bmw.at/de/all-models/bmw-i/i3/2017/technische-daten.html#tab-0). Daher ist diese Selbstkastrierung von Volvo keine Ausnahme. Neu ist allenfalls, dass ein Hersteller auch noch damit wirbt, seine Autos freiwillig zu enteiern. Das wiederum passt bei Volvo aber durchaus zum Markenimage.

  2. Konsequenz im Denken und Handeln, das ist genau das, was den meisten Zeitgenossen – zumal denen in der Politik – fehlt. Das Problem hier jedoch könnte sein, daß einem mit der Zeit die Autofirmen ausgehen, denn alle werden sich (wie die Lemminge) ähnlich oder sogar gleich verhalten. Das dressierte Publikum läßt zudem offensichtlich alles mit sich machen, grummelt nur – leise vernehmbar – vor sich hin und glaubt fest weiter an die Klima- und die vielen anderen Lügen, die täglich aufgetischt werden.

  3. 180Km/h reichen natürlich auch schon locker aus, um sich tot zu fahren. Man kann mit einem 45 km/h Motorroller nachts ungebremst gegen einen nicht beleuchteten auf der Straße abgestellten LKW-Auflieger fahren und an den Verletzungen sterben ( sowas ist einem Jugendlichen passiert). Von daher ist der große Sicherheitsfaktor, wenn Volvo den hier symbolisieren möchte, offenkundig ziemlich lächerlich. Wenn sie dieses Argument halbwegs glaubwürdig hätten erscheinen lassen wollen, hätten sie noch weiter runter auf vielleicht 110 km/h begrenzen müssen. Dann wären sie wohl aber ihre Karren überhaupt nicht mehr los geworden.

    Wie dem verlinkten Artikel zu entnehmen ist, prägt anscheinend ein aggressiv zur Schau gestellter (Um)-Erziehungsgedanke die Führungsebene des nur noch partiell schwedischen Unternhemens. Verblüffende Ähnlichkeit erkennt man mit dem überall in der westlichen Welt und besonders in Schweden stark vertretenen Linksliberalismus, der sehr oft, wie z.B. bei den Grünen, auch ausgesprochen heuchlerisch daherkommt. Immer wieder geht es nicht darum Dinge besser zu machen, sondern den neuen Menschen zu erschaffen. Auch ist es für mich vollkommen schleierhaft, wie man im kühlen und oft dünn besiedelten Skandinavien Elektroautos fördern will, die vorrangig für eine gut betuchte linke Klientel im warmen Kalifornien konstruiert werden. DIe Akkus brechen doch bei den kalten Temperaturen erheblich ein.

    Aber offensichtlich verlangt der chinesische Eigner deutliche Kostensparungen, die sich durch leistungsschwächere Modelle ergeben. Nun versucht man dies mit aktuellen Modethemen der überwiegend linksliberal und leicht beeinflussbar vermuteten Kundschaft schmackhaft zu machen. Vermutlich hat man dies auch im Zusammenhang mit den Elektroakkus gedacht, da der Akku bei hohen Geschwindigkeiten extrem an Kapazität verliert.

    Ob diese dreiste und bevormundende Rechnung am Ende aufgeht? Ich bin skeptisch. Kann man sich Wallander mit so einem lahmen chinesischen Elektrovolvo vorstellen, wie er durch endlose schwedische Winterlandschaften fährt? Nach Saab nimmt auch Volvo keine gute Entwicklung. Schade. Und in Schweden müssen dringend die Schwedendemokraten diesen kollektiven Wahnsinn, der das Land in den Abgrund zieht, beenden.

    Sie haben vollkommen recht Herr Dilger. Einen derartig bevormundenden Erziehungseifer sollte man nicht unterstützen.

  4. Wir denken ähnlich. Ein selbstbewusstes freies Leben und Denken schließt eigenständiges , verantwortliches Handeln mit ein. Noch bin ich unabhängig in meinen Entscheidungen.

    Lasse mir von einem Volvo – in chinesischer Hand – nichts vorschreiben. Wer hat diesen vermeintlichen Werbegag initiiert in Hoffnung auf Umsatzsteigerung ?

    PKW – fahren – ob Privat oder fürs Unternehmen – schließt rücksichtsvolles PKW / LKW – fahren in jeder Situation ein, bei Schnee, Regen wie bei vollen Straßen, in der Stadt, an Schulen vorbei etc.

    Wenn es die leere Autobahn erlaubt wird Gas gegeben bis max. 190 km/h, einfach aus Freude am fahren , oder weil Gegend langweilig ist , oder ….. egal, immer dann wenn es der Verkehr erlaubt.

    Dieser Werbegag von Volvo nervt mich gleich wie aktuelle Aussage einer dümmlichen VW – Managerin die sich über Wahlverhalten von Bürgern/innen aus den Neuen Bundesländern echauffiert.

    Manager vom PKW / LKW – Individualverkehr ärgern sich über Wahl – Erfolge der Grünen bzgl. Verboten, Geboten , Regelungen, Gesetze, Vorschriften ( bsp. Diesel) etc. und sind doch selbst Protagonisten für Probleme mit dem Verbrennungsmotor.

    Zur universalen E – Mobilität kann Mann aus der Wirtschaft nur lachen wenn er an Gabelstapler in der Produktion mit Batterie – Betrieb denkt, effektive Nutzzeit pro Tag max. 6 Stunden bei Vollast und Ladezeiten mit 12 Stunden, abgesehen von Kosten für neue Batterie – ca. alle 4 Jahre – bei 8.000,00 Euro. ( einschl. Entsorgung , macht aber der Lieferant/Hersteller) .

    Wir brauchen für E – Mobilität und erforderliche Energie sofort in Deutschland allein mindestens 25 neue Kernkraftwerke, sogen. AKWs !

    Oder 500.000 neue Windkraftwerke mit 2 MW ? Mann oh Mann !

  5. Ehrlicherweise muss man natürlich zugeben, dass eine Abregelung bei 240 bis 250 km/h durchaus vertretbar und auch sinnvoll ist, da
    1.) höhere Geschwindigkeiten auch auf deutschen Autobahnen praktisch so gut wie nie gefahren werden können und
    2.) der Verschleiß von Hochgeschwindigkeitsreifen der Kategorie „ZR“ auch bei deutlich niedrigeren Geschwindigkeiten extrem hoch ist.

    Ich habe neben mehreren leicht modifizierten Porsche 911 Carrera aus der G-Serie (Vmax ca. 260 km/h) acht Jahre lang eine nicht abgeregelte Limousine von Alpina als Alltagsauto gefahren. Dieses Auto konnte ich nicht ein einziges mal ausfahren, da es weder bei Tag noch bei Nacht möglich ist, die Vmax von mehr als 300 km/h auf welcher noch so leeren Autobahn auch immer tatsächlich zu fahren, was nicht am Fahrwerk des Autos liegt, sondern schlicht und ergreifend daran, dass Sie auch mit Adleraugen weder bei Tag noch bei Nacht (Lichtkegel viel zu kurz) weit genug vorausschauen können. Geschwindigkeiten jenseits von ca. 290 km/h sind in der Praxis nur auf eigens dafür gebauten Rennstrecken / Rundkursen erzielbar und werden selbst in der Formel 1 selten gefahren. Dafür verlangt ein so schnelles Straßenauto aber nach spätestens 10.000 km (meist schon deutlich früher) einen Satz neuer Hinterreifen. Bringt es das? Nein, inzwischen fahre ich im Alltag wieder Autos, die sich mit einer Vmax von 240 oder 250 km/h bescheiden. Selbst diese Geschwindigkeiten fährt man praktisch so gut wie nie, aber es ist gut zu wissen, dass die Reifen 50.000 bis 60.000 km halten, obwohl der Wagen im Bedarfsfall noch reichlich Reserve hat.

    • Es ist schon ein Unterschied, ob bei 280 km/h oder bei 180 km/h abgeriegelt wird. Wenn ein Auto gar nicht schneller als 180 km/h fahren kann (und sei es wegen Winterreifen), finde ich das auch nicht schlimm. Es geht hier darum, dass künstlich und ohne hinreichenden Grund (bzw. verlogen aus den falschen Gründen) die Leistung gedrosselt wird. Zu hohe Geschwindigkeit kann in der Tat ein Problem sein, aber das ist keine absolute Größe (zumindest diesseits der 280 km/h), sondern hängt von der Verkehrssituation ab. In einer Spielstraße direkt neben kleinen Kindern kann selbst Schrittgeschwindigkeit zu viel sein!

      • Ich weiß nicht, welche Erfahrung Sie mit 280 km/h und mehr schon gesammelt haben. Ich habe trotz meines „fortgeschrittenen Alters“ noch immer Adleraugen (auch bei Nacht) und kann Ihnen aus meiner Vielfahrererfahrung mit mehr als 4 Mio. Kilometern Fahrpraxis heraus nur dringend davon abraten, auch nur zu versuchen auf einer nicht eigens für Hochgeschwindigkeitsversuche gesperrten Strecke schneller als 260, vielleicht 270 km/h zu fahren. Irgendein Idiot zieht trotz freier anderer Spuren immer irgendwann nach links oder Sie zerlegen einen Fuchs (ist mir einmal mit etwa 245 km/h und einmal mit ca. 200 km/h passiert) oder ein Wildschwein, das unverhofft im Lichtkegel auftaucht.

      • Ich bin noch nie 280 km/h mit einem Pkw gefahren. Deshalb erscheint es mir als eine Geschwindigkeit, wo eine Abriegelung (oder ein auch Tempolimit) praktisch nicht mehr ins Gewicht fällt. Sollten Rennfahrer das hier anders sehen, bin ich da aber auch offen. Schneller als 180 km/h bin ich durchaus schon öfter gefahren. Es erscheint mir nicht per se gefährlicher als z. B. 170 km/h, sondern das hängt von der Verkehrssituation ab (je schneller man unterwegs ist, desto günstiger muss diese sein, idealerweise leere mehrspurige Autobahn tags bei gutem Wetter).

      • Geschwindigkeiten um die 200 km/h überfordern die meisten geübten Autofahrer nicht. Jedenfalls nicht in dafür ausgelegten Fahrzeugen. Aber Geschwindigkeiten weit jenseits der 200 km/h fordern den Fahrer natürlich ganz anders. Nicht zuletzt ist alleine nur der Bremsweg schon rein physikalisch bedingt bei 280 km/h doppelt so lang wie bei 200 km/h und acht mal so lang wie bei bei 100 km/h. Und die zurückgelegte Strecke in der Reaktionszeit kommt da ja noch dazu (280 km/h entsprechen etwa 78 Meter je Sekunde). Wenn Sie also ein Auto mit Top-Bremsen fahren, dass aus 100 km/h einen Bremsweg von 30 Metern hat, beträgt der Anhalteweg nach einer Sekunde der Unachtsamkeit selbst unter optimalen Bedingungen (trockene Fahrbahn, sofortige Reaktion) gute 320 Meter in denen Sie einem etwaigen Hindernis schwer ausweichen können. Unter nicht ganz so optimalen Bedingungen reden wir da schnell über 500 bis 600 Meter oder mehr.

      • Was folgt daraus? Nur Schrittgeschwindigkeit fahren oder eben nicht schneller, als man gucken und dann noch anhalten kann? Vor allem geht es auch um die anderen Verkehrsteilnehmer. Mit 280 km/h ist man viel schneller als fast alle anderen, so dass es nur auf ziemlich leeren Autobahnen hinreichend sicher ist. Mit 180 km/h ist man auch schneller als der Durchschnitt, aber relativ zu anderen Pkws geht es noch (auch die meisten Lkws fahren knapp 100 km/h statt der vorgeschriebenen 80 km/h). Wenn man 80 km/h auf der Autobahn (ohne Geschwindigkeitsbegrenzung) fährt, ist das nicht sicherer, sondern man ist ein unerwartetes Verkehrshindernis, welches andere zum Bremsen und Ausweichen zwingt. Noch viel gefährlicher ist es jedoch, wenn die Leute mit ihrem Smartphone herumspielen. Das kommt viel häufiger vor als 280 km/h (bei denen das wohl keiner macht).

      • Stimmt fast alles. Lkw regeln allerdings bei 88 km/h elektronisch ab. Ein Lkw über 3,5 to., der tatsächlich 100 km/h fährt, dürfte heute eher die extreme Ausnahme als die Regel sein, da jederzeit Kontrollen stattfinden und die Strafen für Lkw-Lenker, insbesondere für Berufskraftfahrer, drakonisch sind.

        Eine viel größere Gefahr als schnelles Fahren auf Autobahnen stellen in der Tat die Ablenkung durch Smartphones und der Situation nicht angepasste Geschwindigkeit auf Landstraßen dar, was auch die Unfallstatistik eindrucksvoll belegt. Gegen beides hilft elektronisches Abregeln der Vmax nicht.

      • Wenn ich das messe (und sei es unfreiwillig hinter einem minutenlang überholenden Lkw), fahren die Lkws meist knapp 100 km/h, da erst darüber die harten Strafen mit Bußgeldern und Punkten in Flensburg einsetzen.

      • Ihr subjektiver Eindruck täuscht. Pkw-Tachometer gehen mindestens 7 km/h vor (ist vom Gesetzgeber so vorgeschrieben, kein Witz!) und Sie fahren daher in Wahrheit nicht 100 km/h, wenn Ihnen das der Tacho Ihres Autos anzeigt, sondern allerhöchstens 93 km/h.

        Die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen sind für Gespanne, Busse und Lkw über 3,5 to. außerdem sehr viel rigider als beim Lenken eines Pkw oder eines Transporters/Wohnmobils unter 3,5 to. ohne Anhänger. 11 km/h zu schnell bedeutet hier Punkte und mithin ggf. auch Fahrverbot. Da kommen Sie mit dem Pkw noch mit einer sehr geringen Geldstrafe und vor allem ohne Punkte davon. Das ist der Grund, warum Lkw bei 88 km/h abregeln.

      • Mir ist klar, dass Autotachos zu viel anzeigen. Allerdings stimmt es nicht, dass Lkw-Fahrer ab 11 km/h zu schnell einen Punkt und ein Fahrverbot bekommen. Einen Punkt gibt es für Lkw ab 16 km/h zu schnell (plus Toleranz), was die knapp 100 km/h erklärt, da die Verwarnungsgelder darunter meist vom Chef gezahlt werden dürften. Ein Fahrverbot gibt es erst ab 31 km/h zu schnell auf Autobahnen bzw. allgemein außerorts (oder ggf. bei mehrfachen Punkten schnell hintereinander). Was mich eher wundert, ist, dass zunehmend auch deutsche Lkws trotz der großflächigen Überholverbote am Tage überholen. Wenn sie erwischt werden (und es könnte die Anzeige von einem wütenden Autofahrer reichen), gibt es auch einen Punkt.

      • Vielleicht habe ich das mit den 11 km/h mit Gespannen verwechselt, mag sein.

        Fakt ist jedenfalls, dass ein Punkt alleine bei Voreinträgen oft dann schon ein Fahrverbot oder gar den Verlust der Fahrerlaubnis nach sich ziehen kann, wenn es für den Verstoß alleine ohne Voreintragungen kein Fahrverbot gäbe. Und Berufskraftfahrer stehen diesbezüglich natürlich sehr viel stärker unter Druck als die meisten Pkw-Fahrer.

        Die Elefantenrennen auf der Autobahn gehen mir auch auf die Nerven, sind aber dem Termindruck der Fahrer und nicht zuletzt auch der Lenk- und Ruhezeitverordnung geschuldet. Ich möchte jedenfalls mit keinem Lkw-Fahrer tauschen.

  6. In der Dusche kommen jedes Jahr doppelt so viele Menschen um wie auf der Autobahn. (600:300). Keiner fordert eine Anschnallpflicht oder Ähnliches, obwohl hier mit Rutschsicherungsmatten oder einer Sitzpflicht mehr Menschen zu retten wären, als auf der Autobahn überhaupt umkommen.

    Die gefährlichsten Stellen sind die Baustellen mit Tempo 60, wo Lastwagen und PKW interferieren. Am Allergefährlichsten ist Tempo Null, nämlich am Ende von Staus.
    Die Überlebensgeschwindigkeit beim Aufprall auf ein unbewegliches Hindernis beträgt selbst in einer S-Klasse nur 80 km/h, bei Bremsbeschleunigungen über 60 Gravos reißt das Herz an den Lungenvenen am linken Vorhof ab (Todesursache Lady Diana).

  7. Unter Berücksichtigung von Sun-Zhu erscheint das chinesische Vorgehen vielleicht doch sehr intelligent: Gegenwärtig formiert sich eine massive Allianz für Tempo 130 – einschließlich einer Petition der ev. Kirche Deutschlands. Eigentlich sollte die Kirche sich um das Seelenheil der Verunglückten kümmern.
    Die Eigenlimitierung Volvos erscheint geeignet, den Tempobegrenzern und Verbotsparteien den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem man freiwillig auf Tempo verzichtet, das ohnehin nicht fahrbar ist.
    Mit Sun-Zhu: unhaltbare Positionen aufgeben, bevor man darin verblutet (Stalingradsyndrom).

    • Ich glaube, dass das weder die Motivation ist noch dass es funktioniert. Bei solchen Konflikten erreicht man durch Nachgeben keinen sinnvollen Kompromiss, sondern weckt nur immer neue Begehrlichkeiten. Das Ziel der Grünen bleibt mindestens die Vernichtung des motorisierten Individualverkehrs, wenn nicht unseres gesamten Wohlstands.

      • Die Reihenfolge ist eine andere:
        Die Vernichtung unseres Wohlstands ist längst gelaufen. Dafür sorgt bereits seit Jahrzehnten der so genannte „Sozialstaat“ (der nicht sozial ist). Da der Prozess schleichend verläuft und der Deutsche Michel mit Brot und Spielen („Tatort mit Till“ in der ARD, Rosamunde Pilcher im ZDF, RTL, Super RTL, Internetpornos, Facebook, WhatsApp usw., usf.) rund um die Uhr beschäftigt und eingelullt ist, hat er nur noch nicht bemerkt, dass dieser Prozess ohne sehr, sehr radikale Einschnitte gar nicht mehr umkehrbar ist und träumt weiter von seinem Anspruch auf staatlich geregelte Vollkaskoversorgung.
        Die Vernichtung des motorisierten Individualverkehrs wird sich für die meisten Bundesbürger aus der Vernichtung des Wohlstands ganz von selbst ergeben. Auch ohne großes Zutun der Grünen. Was am Ende bleibt, sind leere Autobahnen für alle, die sich Autofahren dann noch leisten können. Darüber sollten wir uns freuen! 😎 *sarcasm off*

  8. Pingback: Fünf Jahre Volvo V60 | Alexander Dilger

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