Termin wegen Schneefall abgesagt

Am Ende der Vorlesungszeit ist meistens besonders viel zu tun. Letzte Woche war ich sechsmal in Münster. Dafür habe ich heute einen Termin kurzfristig abgesagt, und zwar wegen des Schneefalls, der trotz Klimawandel im Winter nicht so ungewöhnlich ist. Eigentlich will ich keinen dienstlichen Termin nur deswegen verpassen, weil ich nicht mehr in Münster wohne. Wenn ich einmal damit anfange, gibt es schnell kein Halten mehr. Trotzdem gibt es Grenzen und ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren. So wäre ich für eine Lehrveranstaltung gefahren, nicht jedoch für eine interne Sitzung, auf der es hoffentlich auf meine Anwesenheit und Stimme ohnehin nicht ankam.

Ich hatte vorher extra unsere Babysitterin organisiert, um dann auch ihr kurzfristig abzusagen. Denn bei starkem Schneefall ist das Fahren nicht nur gefährlicher, sondern es kann auch um ein Vielfaches länger dauern. Außerdem gibt es nicht nur dienstliche Pflichten, sondern z. B. auch familiäre und kommunale. So habe ich zusammen mit unseren Kindern den Schnee vor unserem Haus geräumt (siehe ‚Erster Schnee und Räumungspflicht‘), allerdings erst nach Ende des Schneefalls, als bei meinen Nachbarn der vorher geräumte Weg schon wieder zugeschneit war. Mal sehen, ob ich das morgen früh wiederholen darf.

5 Gedanken zu „Termin wegen Schneefall abgesagt

  1. Nun ja, interne Sitzungen gehören prinzipiell zum Aufgabenbereich eines Professors und es sollte die Regel sein, dass man daran teilnimmt. In der freien Wirtschaft kann man auch nicht einfach dienstliche Termine absagen, nur weil man nicht vor Ort wohnt. Man könnte sich ja zum Beispiel eine Hotelunterkunft nehmen.

    Eine elegante Lösung wäre natürlich die Teilnahme am Computer. Telearbeit ist generell vorteilhaft zur Entlastung des Straßenverkehrs. (Ich habe nichts gegen CO2-Ausstöße, aber kilometerlange Staus braucht man ja nun wirklich nicht.)

    • Grundsätzlich nehme ich an allen Gremiensitzungen teil. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass mehrere solche Termine gleichzeitig liegen, so dass ich mich für den wichtigsten entscheiden muss. Für mich haben auch Lehrveranstaltungen Vorrang. Dass ich gestern wegen des Wetters absagte, war eine berichtenswerte Ausnahme. Ein Hotel hätte mir da gar nichts genützt. Grundsätzlich hilfreich wäre universitäre Kinderbetreuung, insbesondere nachmittags und abends. Eine Teilnahme per Computer oder Telefon ist nicht vorgesehen.

    • Professoren, also die „klassischen“ mit Lehrstühlen sind , ebenso wie z.B. Richter und Abgeordnete, aus guten Gründen und aus meiner Sicht zu Recht mit gewissen Freiheiten ausgestattet und von daher nicht mit dem „normalen“ Arbeitnehmer zu vergleichen. Insofern hinkt der Vergleich mit der „freien Wirtschaft“ (was auch immer das eigentlich sein mag).

      • Gut, bei Abgeordneten ist es noch extremer. Sie müssen für ihr Gehalt in der gesamten Legislaturperiode rein gar nichts leisten. Bei Professoren ist die einzige wirkliche Pflicht die Lehre. Gremiensitzungen oder Forschung gehören zwar prinzipiell zum Aufgabenbereich dazu, aber man verliert das Gehalt bzw. die Stelle nicht, wenn man hier die Arbeit einstellt.

        Erwähnt werden sollte allerdings, dass bei all den genannten Berufen die erreichte Stelle in gewissem Sinne eine Belohnung für vergangene Leistungen darstellt. Ohne den Anreiz, solche Stellen mit vielen Freiheiten erlangen zu können, würde man sich in jungen Jahren vielleicht weniger anstrengen. Ein anderer Aspekt ist, dass bei diesen Berufen oft intrinsische Motivationen eine große Rolle spielen.

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