Machtkampf in Venezuela mit Gegenpräsident

Venezuela war einst das wohlhabendste Land Lateinamerikas. Dann wurde Hugo Chávez, der 1992 einen Putsch versucht hatte, Ende 1998 zum Präsidenten gewählt. Er rief eine „Bolivarische Revolution“ aus und wirtschaftete das Land herunter, was jedoch wegen des hohen Ölpreises und damit finanzierten Wahlgeschenken an seine Anhänger nicht so auffiel. Er wurde dreimal wiedergewählt und starb 2013 an Krebs im Amt. Sein Nachfolger wurde sein von ihm ausgesuchter Vizepräsident Nicolás Maduro, der selbst nach offiziellen Angaben 2013 nur ganz knapp gewählt wurde. Letztes Jahr ließ er sich auf fragwürdige Weise erneut zum Präsidenten wählen, nachdem er das wirklich demokratisch gewählte und von der Opposition dominierte Parlament entmachtet und viele Oppositionelle von der Kandidatur ausgeschlossen hatte, weshalb diese die Wahl boykottierten. Dabei schwand sein ohnehin nicht so großer Rückhalt im Volk, weil die Wirtschaft kollabierte und Venezuela inzwischen eines der ärmsten Länder Lateinamerikas geworden ist mit sinkender Lebenserwartung, Hunger, hoher Kriminalität und Massenauswanderung.

Heute erklärte sich der Parlamentspräsident Juan Guaidó zum Interims-Staatspräsidenten. Dadurch kommt es zu einem offenen Machtkampf oder sogar Bürgerkrieg, nachdem schon viele Demonstranten verhaftet oder gar getötet worden waren. „Venezuelas Militär stellt sich hinter Maduro – Trump erkennt Guaidó an“. Der Verteidigungsminister meinte: „Die Soldaten des Vaterlandes akzeptieren keinen Präsidenten, der von dunklen Mächten eingesetzt wird, oder sich abseits des Rechts selbst einsetzt“, was insbesondere auf Präsident Maduro zutrifft. Sein Regime wird sich auf Dauer nicht halten können, aber wohl auch nicht kampflos aufgeben. Es zeigt sich einmal mehr, dass Sozialismus nicht funktioniert und schlechte Politik ein Land völlig herunterwirtschaften kann, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial und demokratisch.

15 Gedanken zu „Machtkampf in Venezuela mit Gegenpräsident

  1. Sozialisten konnten noch nie mit Geld umgehen! Sie wollen es von uns (angeblich reichen) Bürgern haben, damit sie es an die (angeblich armen) Menschen umverteilen können, aber einen erheblichen Teil davon für ihren Bürokratieapparat und den extravaganten Lebensstil von Salon-Sozialisten verbrauchen.

    Wer Sozialisten den Schlüssel zur Kasse überlässt, darf sich nicht wundern, wenn anschließen alles weg ist! Die klugen Tugenden des hanseatischen Kaufmanns oder der schwäbischen Hausfrau sind Sozialisten völlig unbekannt.

    In Venezuela haben Sozialisten eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie mit ihrer falschen Politik sogar ein reiches Land zugrunde richten können. Dass US-Präsident Trump sich nun auf die Seite des demokratisch legitimierten Parlamentes von Venezuela stellt zeigt, dass er den richtigen Weg geht. Soviel cojones haben die EU-Schwätzer einfach nicht!

    In Venezuela sitzt der deutsche Journalist Billy Six schon seit über zwei Monaten im Gefängnis des Regierungsgeheimdienstes. Hier kann man eine Petition für seine Freilassung unterstützen: https://www.openpetition.de/petition/online/der-deutsche-bundestag-moege-eindringlich-auf-eine-freilassung-des-reporters-billy-six-hinwirken

    • Ich muss mich korrigieren und bin sehr positiv überrascht, dass die deutsche Bundesregierung mit anderen EU-Partnern dem Maduro-Regime ein Ultimatum gesetzt hat. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Militär vielleicht doch von Maduro los sagt.

    • Das ist gerade mal ziemlich dummes Zeugs. Erstens war Chavez weder Kommunist noch Sozialist. Zweitens: Wie gut es mit den hanseatischen Kaufleuten bergab ging – ach, Sie kennen ja Thomas Mann sicher nicht – sonst hätte ich Ihnen mal die Buddenbrooks empfohlen und drittens: Woher wissen Sie denn so genau, daß dei Sozialisten nie mit Geld umgehen konnten? Sind Sie etwa Schotte oder gar Schwabe? Von denen sollen ja auch schon einige bankrott sein.

      Und der Trump hat seinen „Respekt“ vor der Demokratie ja schon im eigenen Land oft genug unter Beweis gestellt – und nun ganz und gar im Umgang mit Rußland, Syrien, dem Irak und überhaupt mit der ganzen Welt. Oder sind Sie etwa auch noch ein Trump-Fan?

      • Wie bitte?
        „Chavez weder Kommunist noch Sozialist“?
        Was war er denn dann?

        Hugo Chávez war bekennender Marxist, hatte seine klaren Vorstellungen von einem „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ und versuchte diesen auch mit brachialer Gewalt (und natürlich mit dem üblichen Ergebnis des Staatsbankrotts) undemokratisch durchzusetzen.

      • Daß ich nicht lache – Marxist??? Dann kann er Marx aber nicht gelesen haben. Wissen Sie eigentlich, wer Marx überhaupt war? Was wissen Sie denn vom Sozialismus?

        Mit brachialer Gewalt herrscht heute fast in aller Welt nur noch das Kapital (und zwar nicht „Das Kapital“ von Marx), und es hinterläßt überall nur blutige Spuren und nichts als Trümmerfelder: Irak, Syrien als Beispiel.

        Ganz zu schweigen von dem nazistischen Überfall auf die Sowjetunion und von den USA-Massakern in Vietnam.

        Und von Staatbankrott scheinen Sie ja auch eine Menge zu verstehen? Wie hoch ist denn mittlerweile die Verschuldung der USA? 10 Billionen, zwanzig Billionen???

        Chavez war war ein Antikapitalist. Und das hat man ihm im Weißen Haus bei unseren amerikanischen Freunden wohl nie verziehen…

      • Sie vergessen die Massenmorde durch Stalin, Mao, Pol Pot. Nordkorea ist heute eines der schlimmsten Länder auf der Erde. Venezuela war das reichste Land Lateinamerikas, bevor ihr antikapitalistisches Idol an die Macht kam.

      • Chavez hat sich selbst als Marxist bezeichnet (ob er Marx tatsächlich gelesen hat oder nicht, habe ich nicht geprüft und ist mir ehrlich gesagt auch schnurzpiep). Er war ein Putschist und plumper Populist, der glaubte, seine Landsleute mit leeren sozialistischen Versprechen einen zu können. So beginnen die Karrieren vieler Diktatoren. Nicht nur in Südamerika, auch in Afrika und anderen Teilen der Welt. Selbst die Mutter aller sozialistischen Schreckens- und Bankrottsysteme, die UdSSR, ist so entstanden.

        Alle sozialistischen Theorien und Phantastereien haben sich als nicht durchhaltbar erwiesen. Sozialismus erstickt die Leistungsbereitschaft im Keim. Das spüren Sie sogar in den westlichen Wohlfahrtsstaaten, die gerade an ihren ausbordenden „Sozialsystemen“ (die nicht sozial sind) zu Grunde gehen.

        Die Schuld für das eigene Unvermögen „Kapitalisten“ oder „Imperialisten“ zuschieben zu wollen, ist nur ein billiger Versuch, die eigene Bevölkerung möglichst lange für dumm zu verkaufen und ihren Glauben an das eigene System aufrecht zu halten. Nach spätestens sieben Jahrzehnten (meist deutlich früher) ist bis jetzt aber noch jedes sozialistische System zusammengebrochen.

        Gleichwohl ich Ihre angedeutete Kritik an der US Geld- und Außenpolitik der letzten Jahrzehnte durchaus teile, ist das noch lange kein Grund, den sozialistischen Faschismus als realistische oder gar humane Alternative zu Liberalismus und Kapitalismus zu sehen. Derart verknöcherte Schwarzweißmalerei ist mir außerdem viel zu undifferenziert.

      • Sie hätten sich lieber in einer Latzhose fotografieren lassen sollen, bei dem was Sie da von sich geben. Noch nie ist mir soviel Unverstand und Verwirrung entgegengeschlagen – und soviel neoliberalistische Arroganz.

        Was wissen Sie denn von Leistungsbereitschaft! Die Konzeptlosigkeit und eine erschreckende Unkenntnis der Geschichte des 20.Jahrhunderts geht einher mit Ihrem primitiven Antikommunismus und einer fast kindlichen Anbetung eines rigiden „Leistungssystems“, bei dem jährlich Millionen Menschen über die Klinge springen.

        Daß Ihnen das (!) schnurzpiepegal ist, bei einem schönen Salär und einem warmen Pöstchen, will ich ebenso glauben, wie Ihre lächerliche Verwechslung von Sozialismus und Faschismus.

        Das beinhaltet – lassen Sie mich das sagen! – eine sehr gemeingefährliche Verharmlosung des größten Verbrechens des 20.Jahrhunderts – des deutschen Nazismus. Bekanntlich wurde dieser 1945 durch die Sowjetunion zerschlagen und einige seiner Hauptagenten endeten am Strick. Nürnberg – schon vergessen?

        Leider teilten nicht alle Täter dieses Schicksal. Wenn sie nicht gerade auf der Rattenlinie nach Südamerika ihrer gerechten Strafe entflohen waren, versammelten sie sich zu einem Großteil wieder unter dem Dach der im Mai 1949 neugeschaffenen Republik – siehe Gehlen, Oberländer, Globke und tausende andere Nazis, die den Grundstock bildeten für diese dunkle Kreation.

        Mit steht es nicht an, Ihnen Nachhilfeunterricht zu geben, dennoch empfehle ich Ihnen, sich mal ein Bild von den realen Umständen dieser Verbrechen zu machen, deren fatale Auswirkungen heute immer noch in einigen Köpfen herumgeistern – des Faschismus. Dessen Wiedergänger heute erneut Putsche und Regime Changes in aller Welt inszenieren. Humanität kann ich da nicht erkennen – es ist eine Fortsetzung der profitgierigen Interessen des internationalen Großkapitals mit allen braunen, schwarzen und am Ende blutigen Folgen für die Bevölkerung dieser ausgeplünderten Länder. Weißwaschen läßt sich das schon lange nicht mehr.

        Aus unverfänglichen Quellen:
        http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbt&datum=19480617&seite=11&zoom=56

      • Mao hat die meisten Menschen auf dem (fehlenden) Gewissen, Hitler und Stalin teilen sich den zweiten Platz. Mit Kapitalismus hat das alles nichts zu tun, sehr wohl aber mit Spielarten des Sozialismus.

      • Sie verharmlosen also den Linksfaschismus.

        Mir ist es einerlei, ob sozialistische Faschisten die „Internationale“ oder das „Horst-Wessel-Lied“ singen. Ein Faschist ist ein Faschist und ein Kommunist ist ebenfalls ein Faschist, da Kommunismus stets mit Faschismus einhergeht. Es handelt sich also sozusagen um eine Teilmenge des Faschismus. Menschenverächtliche Intoleranz allen Andersdenkenden gegenüber haben alle Faschisten gemein. Egal ob dunkelrot oder braun. Bei den Braunen kommt noch der Rassismus dazu. Ansonsten sehe ich da keinen ideologischen Unterschied.

  2. Herr Dinger, könnten Sie denn mal Ihre Quellen für Ihre pauschalen Anschuldigungen gegen Stalin, Mao, Pol Pot offenlegen? Und waren Sie eigentlich schon mal in Nordkorea? Und wir wollen uns doch an korrekte Bezeichnungen halten: „Nordkorea“ ist die Demokratische Volksrepublik Korea!

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