Frauenwahlrecht seit 100 Jahren

Vor genau 100 Jahren durften Frauen erstmals deutschlandweit wählen und gewählt werden bei der Wahl zur verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung (siehe „100 Jahre Frauenwahlrecht“). Das Frauenwahlrecht wurde genau einen Tag nach dem ‚Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren‘ vom (rein männlichen) Rat der Volksbeauftragten beschlossen (am 12. November 1918) und am 30. November 1018 trat das Reichswahlgesetz mit einer entsprechenden Regelung in Kraft. Das Frauenwahlrecht war eine wichtige demokratische und liberale Errungenschaft, die wesentlich zur Gleichberechtigung und Abschaffung von Geschlechterdiskriminierung beitrug. Es ist schlimm genug, dass es zu seiner Einführung erst eines Weltkrieges bedurfte.

Leider droht heute das Pendel in die andere Richtung zu weit auszuschlagen. Viele fordern nicht mehr nur Gleichberechtigung, sondern Gleichstellung und damit die Wiedereinführung der Geschlechterdiskriminierung und die Abschaffung des allgemeinen, gleichen und freien Wahlrechts z. B. in Form von Quoten. Selbst die CDU steht nicht mehr für Freiheit und gleiches Recht, sondern Herr „Schäuble ermahnt Männer zu mehr Hausarbeit“, als wenn das keine rein private Entscheidung wäre, die den Staat nichts angeht, und Frau Kramp-Karrenbauer meint gar stolz: „Ich bin eine Quotenfrau'“, was allein schon ein starkes Argument gegen jede Quote darstellt.

Tatsächlich schränken Quoten auch das Wahlrecht von Frauen ein. Jede Frau darf sich wie jeder Mann politisch engagieren und für öffentliche Ämter und Mandate kandidieren. Jeder darf aber auch wählen, wen er möchte. Begrüßenswert wäre eine Öffnung der Parteilisten, so dass diese nicht nur unverändert gewählt werden können, sondern auch Frauen und Männer von hinteren Listenplätzen nach vorne gewählt werden dürften. Parteien sollten außerdem kompetenten Frauen und Männern bessere Angebote zur Mitarbeit bis hin zur Kandidatur machen, statt sich zur Machtsicherung abzuschotten. Faktisch gibt es keinen Mangel an Kandidaten, aber doch an wirklich guten Kandidatinnen und Kandidaten. Unsere Demokratie würde von deren Zuwachs profitieren, nicht jedoch von Quoten und anderen Formen der Geschlechterdiskriminierung sowie Unfreiheit.

12 Gedanken zu „Frauenwahlrecht seit 100 Jahren

  1. Sozialisten wollen Gleichheit um jeden Preis und da stört bereits die Tatsache, dass es zwei verschiedene Geschlechter gibt (angeblich ja sogar noch mehr, aber das ist ein anderes realitätsfernes Thema!). Zur menschenverachtenden Gleichmacherei der Linksgrünen gehören nicht nur Quoten, sondern eine gezielte Umerziehung, die, ähnlich wie in Diktaturen, bereits im Kindergarten beginnt. Kleine Jungs sollen auch mal Prinzessinnen-Kostüme anziehen, sich Zöpfchen flechten lassen und Mädchen werden gezwungen mit Autos zu spielen und weibliche Züge abzulegen. Dazu gibt es Vorgaben für Erzieher. Der ganze feministische Quatsch geht zurück auf die Radikalsozialistin Simone de Beauvoir, die einst behauptete, dass man „nicht als Frau geboren, sondern nur dazu erzogen“ würde. Dass diese ideologischen Gesellschaftsexperimente als „Gender Mainstreaming“ nun sogar als „Wissenschaft“ gelten und bis in die CDU hoffähig geworden sind, zeigen, wie verblödet Deutschland inzwischen ist. Willkommen in Merkels neuer DDR… 😦

    • Es gibt verschiedene feministische Strömungen. Eine wollte Gleichberechtigung, was richtig war und ist, nun aber weitestgehend verwirklicht ist. Eine andere meint, dass es gar keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen gäbe. Es ist unklar, wie dann Geschlechterquoten gerechtfertigt werden können, was die betreffenden Damen und Herren jedoch nicht anficht. Dann gibt es die Auffassung, das Geschlecht (in der Extremform selbst das biologische Geschlecht) wäre nur sozial konstruiert und die nur künstlichen Unterschiede müssten überwunden werden, u. a. mit Quoten. Andere meinen wiederum, dass es durchaus Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, wobei die Frauen und ihre weiblichen Eigenschaften nicht nur anders, sondern besser wären, womit sich eine reine Frauenherrschaft rechtfertigen ließe (weil z. B. Frau Merkel so großartig regiert…).

  2. In der DDR-Volkskammer waren alle gesellschaftlichen Großgruppen nach einem festen Schlüssel repräsentiert – Arbeiter, Bauern, Christen, national Gesinnte („Patrioten“!), Gewerkschafter, die Jugend, die Frauen (!) und die Kulturschaffenden. Durch die Einheitslisten konnte man sich auch kostenaufwendige Wahlkämpfe sparen; es gab keinen Anreiz, durch populistische Parolen um Wählerstimmen zu werben. Wäre das nicht eine Tradition, an die man anknüpfen könnte?

    • Die etablierten Parteien machen das doch so ähnlich und die Wahl zwischen ihnen macht auch keinen großen Unterschied mehr, da am Ende immer Frau Merkel Kanzlerin bleibt (oder demnächst die von ihr bestimmte Nachfolgerin?).

  3. Das Thema Gleichverteilung der Geschlechter im Parlament ist wieder ein beeindruckendes Beispiel für die Macht der Grünen, die Agenda der beiden großen Parteien zu setzen. Mittlerweile wollen sowohl AKK als auch der Parteivorstand der SPD eine 50% Quote für Frauen im Bundestag. Die CDU hat einen Männeranteil von 26%, will aber 50% der Sitze im Bundestag mit Frauen besetzen? Die SPD hat noch nie eine Kanzlerkandidatin nominiert will aber urplötzlich lauter Frauen in den Bundestag schicken?
    Bei soviel Verlogenheit und auch politischer Dummheit wird einem übel. Man kann den beiden „Volksparteiein“ nur einen schnellen Tod und eine neue Generation von Führungskräften mit mehr Stehvermögen wünschen (die aber leider nicht in Sicht ist).

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