Ringvorlesung zu Europas Zukunft in Münster

Wahrscheinlich bleibe ich die nächsten vier Donnerstage etwas länger in Münster. Denn dann findet die „Ringvorlesung Wintersemester 2018/2019“ der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zum Thema „Europas Zukunft“ mit hochkarätigen Referenten statt. Die öffentlichen Vorträge mit Diskussion beginnen jeweils um 19 Uhr im Hörsaal JUR 4, Universitätsstraße 14-16, 48143 Münster. Den Anfang macht nächsten Donnerstag, den 10. Januar 2019, Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts und damit Nachfolger von Hans-Werner Sinn. Sein Vortrag trägt den Titel „Deutsche, Franzosen, Italiener – oder Europäer? Zur Bildung einer europäischen Identität“. Ich sehe da keinen Gegensatz. Ich bin gleichzeitig Dortmunder, Westfale, Deutscher, Europäer und Weltbürger. Entscheidend ist jedoch, welche Identität für die meisten Menschen zumindest in politischer Hinsicht am wichtigsten ist. Das kann sich im Zeitablauf ändern, doch erzwingen lässt es sich nicht, schon gar nicht durch solche selbstverschuldeten Probleme wie den Euro.

Am 17. Januar folgt Martin Hellwig, bis 2017 Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn, mit dem Thema „Europa in der Krise – Währungsunion, Bankenunion, Fiskalunion“, die er wohl etwas zu rosig sieht (siehe ‚Hellwig schafft Nationen ab, damit Target-Salden kein Problem mehr sind‘). Am 24. Januar fragt Anke Hassel, Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung: „Ist ein soziales Europa machbar?“ Meine Antwort wäre, dass es machbar ist, aber nicht so. Schließlich referiert Isabel Schnabel am 31. Januar zu der Frage „Ist Europa für die nächste Krise gewappnet? Die Rolle der Europäischen Banken- und Kapitalmarktunion“. Dabei ist sie viel optimistischer als ich bzw. setzt auf finanzielle Vergemeinschaftung ohne politische Union, die noch weniger funktioniert.

6 Gedanken zu „Ringvorlesung zu Europas Zukunft in Münster

  1. Sind die Diskussionen jeweils frei oder müssen die Fragen zuvor eingereicht und genehmigt werden – wie sonst bei Merkels Mietmäulern?
    Ist die Diskussion auf Ökonomen beschränkt? Man muss kein Koch sein, zu beurteilen, ob ein Essen schmeckt.

    Was die Zusammenlegung von Institutionen betrifft, so vergleicht Philipp Manducca von Titanium Capital Derartiges mit einer Truppe von Betrunkenen, die sich gegenseitig an der Bar stützen. Wehe, der erste fällt um.
    Er sprach auch davon, dass die gegenwärtige Weltwirtschaftslage einer Reise nach Jerusalem entspräche, nur dass, wenn jetzt die Musik aufhört (Gelddruckerei, FED, EZB), alle Stühle weg wären.

    • Die Diskussionen sind frei. Bei Herrn Fuest kam auch jeder an die Reihe (vielleicht mit Ausnahme von nachträglichen Wortmeldungen, als die Zeit schon um war).

      Wenn die USA husten, stecken sie die ganze Welt an (und zwar schlimmer, als es den USA selbst geht). Umgekehrt ist es durchaus möglich, dass EU und Eurozone an hausgemachten Problemen leiden, ohne dass das die USA anficht.

  2. Pingback: Nationale und europäische Identität | Alexander Dilger

  3. Pingback: Keine Eurokrise ohne Euro | Alexander Dilger

  4. Pingback: Europa ist sozial, EU und Euro sind es weniger | Alexander Dilger

  5. Pingback: Marktdisziplin und Demokratie ohne Euro | Alexander Dilger

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