Facebook verbirgt paradoxen Kommentar auf meiner Seite vor mir

Facebook wird auch immer absurder (siehe ‚Niveau bei Facebook sinkt‘) bzw. mir ist heute eine weitere sehr unangenehme Eigenschaft aufgefallen. Dass man ungefragt zu Gruppen hinzugefügt werden kann, wusste ich schon. Es können aber auch Kommentare auf meiner persönlichen Seite veröffentlicht werden, ohne dass ich selbst diese sehen kann. Der Grund ist wohl, dass ich nach dem Abfassen des Kommentars von dem Kommentator geblockt wurde. Blocken ist unschön, aber wenn jemand jeden Kontakt vermeiden will, bitte schön. Dass ich dann die Beiträge des Betreffenden nicht mehr lesen kann, selbst wenn sie über mich sind, ist eben so. Aber Kommentare auf meiner eigenen Seite sind doch noch etwas anderes. Jemand könnte meine Seite zumüllen, mich und andere beleidigen oder schlimme Bilder posten, ohne dass ich das überhaupt merke.

Zufällig habe ich doch bemerkt, dass es einen Kommentar gab zu meiner Verlinkung auf meinen Blog-Beitrag ‚Maaßen wird nun doch entlassen für wahre, aber illoyale Worte‘. Ich konnte und kann ihn aber nicht auf meiner eigenen Seite lesen oder gar darauf antworten. Auf Umwegen habe ich dann allerdings doch den schön selbstwidersprüchlichen Text bekommen:

Sie sind ja ein ganz mieser Typ geworden wennman ihrer Meinung nach nicht mehr die Wahrheit sagen darf. Gehen Sie zur Hölle.

Offensichtlich gefällt dem Kommentator meine dialektische Beurteilung nicht:

Die Aussagen von Herrn Maaßen sind richtig, aber seine Entlassung ist es auch. Man darf nicht lügen, muss aber auch nicht jede Wahrheit sagen. Als Behördenleiter darf man es unter bestimmten Umständen auch nicht und als Präsident des Bundesverfassungsschutzes und damit eines Geheimdienstes erst recht nicht.

Vordergründig fordert der Kommentator mehr Meinungsfreiheit als ich, zumindest was das Äußern der Wahrheit angeht. Tatsächlich ist er jedoch gegen meine Meinungsfreiheit. Weil ich eine Meinung und sogar Wahrheit äußere, die ihm nicht passt, soll ich nicht einfach wie Herr Maaßen in den einstweiligen Ruhestand bei vollen Bezügen versetzt werden, sondern gleich in die Hölle kommen. Das wird auch nicht nur im Rahmen einer Diskussion geäußert, sondern von der Tat des Blockens begleitet, die jeden weiteren Meinungsaustausch unterbindet, sogar mein Lesen dieser Beleidigung verhindert, die zum Glück für sich selbst spricht.

11 Gedanken zu „Facebook verbirgt paradoxen Kommentar auf meiner Seite vor mir

  1. FB ist uns inzwischen in der „Behandlung / Reglung “ inzwischen zu kompliziert.

    Idioten sind leider überall unterwegs, dagegen wehren kann man sich nur mit offenem Visier aber diese Feiglinge sind nur unterirdisch unterwegs.

    Erwägen abzutauchen vom FB. Viele Freunde haben es bereits getan.

    • Ich denke auch schon länger über einen Rückzug aus Facebook nach. Doch was sind gute Alternativen? Hier wirkt ein starker Netzwerkeffekt: Fast alle hassen Facebook, sind aber trotzdem dort, weil dort fast alle sind.

      • So geht es uns auch. Gleichwohl die Jüngeren – vorwiegend männlichen – in der Familie und Freundeskreis sich bei FB ganz raushalten, von längst überholter Kommunikation sprechen. So u.a. mein Neffe ( 22 J. studiert auf Medien etc. ) . Wir warten noch ab.

      • Nun, das ist Ansichtssache. Ich finde Facebook so grauenhaft, dass ich mich schon kurz nach seiner Einführung ganz schnell wieder verabschiedet habe. Aber die Geschmäcker und die Ansprüche daran, womit man seine Zeit so zu verbringen gewillt ist, sind eben verschieden.

  2. Na das ergibt ja mal eine völlig neue Perspektive. Man kann also auf einem Facebook-Profil Hasskommentare verfassen ohne dem Profilinhaber die Möglichkeit zu geben sich dagegen zu wehren, weil er gar nicht weis daß es so einen Kommentar gibt. Wer nicht Gegenkommentiert macht sich mit der Aussage nach heutiger Auffassung gemein, und somit unter Umständen strafbar oder zumindest verdächtig.

    • Genau deshalb war mir dieser Beitrag wichtig. Wenn ich gar nicht weiß, was alles auf meiner eigenen Facebook-Seite steht, kann mir das auch nicht zugerechnet werden, weder moralisch noch gar strafrechtlich. Für den Rest des Internets gilt das ohnehin. Ich weiß nicht, was dort alles über mich steht oder zumindest stehen könnte.

      • Sie mißverstehen mich.
        Andere Besucher Ihrer FB-Seite werden vergeblich auf eine Gegenreaktion Ihrerseits warten und sich wundern daß da nichts kommt. Das macht Sie zumindest schon mal gesellschaftlich verdächtig. Strafrechtlich dürfte es gegebenenfalls schwierig werden, wenn bei einem älteren Eintrag der Nachweis erbracht werden muß daß man ihn nicht einfach übersehen hat. Wer vergleicht schon vor Gericht die eigene Seitenansicht mit der Klägeransicht, wenn man nicht einmal weis daß es da von Außen gesperrte Ansichten gibt?

        Mit dem dank Ihnen dargelegten Wissen könnte sich der ein oder andere Anklagepunkt gegen AfD-Mitglieder als nicht gerechtfertigt herausstellen.

      • Das habe ich schon verstanden. Auch dazu diente mein Beitrag, wobei es allerdings nicht unwahrscheinlich ist, dass er von den Betreffenden nicht gelesen oder verstanden wird.

        Im Strafprozess muss hierzulande immer noch die Schuld nachgewiesen, nicht die Unschuld bewiesen werden. Deshalb gibt es auch viel mehr öffentliche Skandalierungen als tatsächliche Strafverfahren oder gar Strafurteile, sei es gegen AfD-Mitglieder oder andere Personen.

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