Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren

Der 1. Weltkrieg endete am 11. November 1918 mit dem Waffenstillstand von Compiègne. Faktisch handelte es sich um die Kapitulation Deutschlands und im Gegensatz zum 8. Mai 1945 (siehe ‚Was ist schlimmer als verlieren? Siegen‘) nicht um einen Tag der Befreiung. Doch zumindest waren die Kampfhandlungen vorbei und herrschte wieder Friede. Formal wurde der Krieg erst durch Unterzeichnung des Versailler Vertrags am 28. Juni 1919 für beendet erklärt. Dessen einseitige Bedingungen führten jedoch zu Spannungen, die schließlich zu Hitlers Machtergreifung und dem 2. Weltkrieg beitrugen.

Der 1. Weltkrieg war durch übersteigerten Nationalismus in vielen Ländern und Großmachtsrivalitäten ausgebrochen (siehe zum Kriegsausbruch und dessen Folgen ‚Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren‘). Deutschland war mitschuldig, aber nicht allein verantwortlich. Millionen Menschen starben sinnlos und die 1914 maßgeblichen Herrscherhäuser verloren zumindest stark an Einfluss, wenn nicht ganz die Macht und den Thron oder sogar ihr Leben. Dafür gewannen z. B. die USA an Einfluss und Bedeutung und gewann ebenfalls am 11. November 1918 Polen seine Unabhängigkeit (wie auch die Republik Elsass-Lothringen, die sie aber schon kurz darauf wieder an Frankreich verlor).

7 Gedanken zu „Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren

  1. Nicht der Euro und auch nicht die Migration sind das Ende Europas, sondern Europa endete im August 1914. Am Ende des Krieges waren neben dem Deutschen Reich das Österreich-Ungarische, das Russische sowie das Osmanische Reich zerstört. Das Britische Empire war ein „dead man walking“.
    Vor dem ersten Weltkrieg waren die USA der größte Schuldner der Welt, danach der größte Gläubiger und die neue Supermacht.
    Versailles war der vergebliche Versuch Clemenceaus, den Ersten Weltkrieg noch im alten Sinne zu gewinnen, daher die maßlosen Reparationsforderungen und die Notwendigkeit der Schuldzuweisungen an das Deutsche Reich.
    In der Generalstabsausbildung lerne man schon seit 1900, dass seit der Mobilisierung ganzer Völker (Napoleon), auch vorindustriell, Kriege wirtschaftlich nicht zu gewinnen sind.
    Heute ist seit 1990 der Schwerpunkt der Weltentwicklung auch wirtschaftlich in den pazifischen Raum verschoben, und Deutschland ist mit Europa auf dem Weg in die alte Weltgeschichte vor 1700, als Europa das Armenhaus des Planeten war.
    Wer kann, schickt seine Kinder in die USA.

    • 1914 (bis 1918) endete doch nicht Europa, sondern eine Epoche. Ähnliche Zäsuren gab es 1945 und 1989. Richtig ist, dass die weltpolitische Bedeutung Europas stark abgenommen hat. Nun droht auch, nicht zuletzt durch den Euro, Frau Merkel und die Grünen, der wirtschaftliche Niedergang. Das globale Armenhaus ist jetzt aber Afrika.

      • Wenn die Ursachen für beginnenden wirtschaftlichen Niedergang an einer einzelnen Person hängen sollen, werden die Rezepte unzureichend sein. Merkel ist ein Produkt des traditionell konfliktscheuen Bürgertums, welches sich in fehlender Mobilisierungsfähigkeit gegenüber wirtschaftsfeindlichen Strömungen und in byzantinistischer Po-Kriecherei unserer politischen und wirtschaftlichen Eliten zur Erzielung individueller Vorteile äußert. Können Personen mit einem solchen Geburtsfehler prägend für Zukunftssicherung unserer Gesellschaft
        wirken? Es wäre fast schon Zufall. Jedenfalls ist Merz eine solche Person nicht, wenn man die Liste seiner extrem widersprüchlichen und auch aus konservativer Sicht angreifbaren Statements sein 2000 durchgeht (und das wird sich der politische Gegner nicht entgehen lassen).

      • Frau Merkel ist doch nicht einfach eine einzelne Person, sondern sie steht inzwischen für eine ganze Ära und den Rückbau von Demokratie, Rechtsstaat und Wohlstand in Deutschland und Europa. Ob ihr Nachfolger (auch nicht allein, sondern zusammen mit vielen anderen) diesen Trend fortsetzt oder umkehrt, steht noch nicht fest.

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