Ökonomenpanel zum Rentensystem

Sie sind durchwachsen, die „Ergebnisse Ökonomenpanel Oktober 2018: Zur Zukunft des Rentensystems in Deutschland“. Mehrfach gibt es keine klare Mehrheit. Falls doch, gehöre ich tendenziell dazu, wenn man von der Pflicht zur privaten oder betrieblichen Altersvorsorge absieht. Die Fragen und meine Antworten lauten:

Dieses Mal geht es in der Umfrage um die Rentenpolitik und das Rentensystem in Deutschland.

Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich jüngst zur Zukunft der Gesetzlichen Rentenversicherung geäußert und hierbei gleichzeitig den Bogen zur Populismusdebatte geschlagen. Er fordert eine Stabilisierung des aktuellen Rentenniveaus über das Jahr 2025 hinaus, um „einen deutschen Trump“ zu verhindern. Gegenwärtig hat die große Koalition das Rentenniveau (=Verhältnis zwischen Standardrente und Durchschnittseinkommen) lediglich bis 2025 auf 48% fixiert, für die Zeit nach 2025 soll eine eingesetzte Rentenkommission Vorschläge erarbeiten.

Olaf Scholz fordert nun eine Stabilisierung des Rentenniveaus bis 2040. Finanzieren möchte er die Stabilisierung auf dem heutigen Niveau mit dem Aufbau einer „Demographiereserve“, einem mit Steuergeldern finanzierten Fonds.

Den Vorstoß von Olaf Scholz nehmen wir zum Anlass, Sie zur Rentenpolitik und zum Rentensystem in Deutschland zu befragen.

Im Koalitionsvertrag hat die große Koalition das Rentenniveau (=Verhältnis zwischen Standardrente und Durchschnittseinkommen) bis 2025 auf 48% fixiert. Gleichzeitig soll der Beitragssatz nicht über 20% steigen. Für die Zeit nach 2025 soll eine eingesetzte Rentenkommission bis 2020 Vorschläge erarbeiten.

Würden Sie die Fixierung des Rentenniveaus auf mindestens 48 Prozent sowie des Rentenbeitrags auf maximal 20 Prozent auch für die Zeit nach 2025 befürworten?

Stimme eher nicht zu.

Der Spiegel zitiert Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz mit den Worten „Wenn wir keine Trumps in Deutschland haben wollen, dann müssen wir etwas dafür tun. Stabile Renten sind dafür wahrscheinlich ein Beitrag.“

Inwieweit stimmen Sie dieser Aussage zu?

Stimme eher zu.

Nach den Vorschlägen von Olaf Scholz soll angesichts des demographischen Wandels ein mit Steuergeldern finanzierter Fonds („Demographiereserve“) das aktuelle Rentenniveau sogar bis 2040 sicherstellen.

Halten Sie diesen Vorschlag zur Finanzierung der Rente für sinnvoll?

Nein.

Welche Maßnahmen würden Sie der Politik empfehlen, um die Gesetzliche Rentenversicherung langfristig zu finanzieren? (Mehrfachnennungen möglich)

Späteres Renteneintrittsalter – und zwar ab dem Alter von 69.

Andere: Keine vollständige Anrechnung kleiner Renten auf die Grundsicherung.

Nicht gewählt: Höhere Steuerzuschüsse. Höhere Rentenbeiträge. Geringeres Rentenniveau. Zuwanderung.

Welche Maßnahmen wird die Politik Ihrer Meinung nach in Zukunft wählen, um die Gesetzliche Rentenversicherung langfristig zu finanzieren? (Mehrfachnennungen möglich)

Höhere Steuerzuschüsse.

Höhere Rentenbeiträge.

Geringeres Rentenniveau.

Zuwanderung.

Andere: Einbezug von Beamten und Selbständigen.

Die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) basierte ursprünglich auf Teilhabeäquivalenz: diejenigen, die verhältnismäßg viel Beiträge eingezahlt haben, sollten verhältnismäßig viel Rente erhalten (Bismarcksches Rentenversicherungssystem). Durch Instrumente wie die Grundsicherung und Entgeltpunkte auch für viele Nicht-Erwerbszeiten ist ein beträchtlicher Teil der heutigen Ausgaben für die GRV gegenwärtig nicht teilhabeäquivalent.

Befürworten Sie die Entwicklung zu geringerer Teilhabeäquivalenz?

Nein, weil dafür der Staat direkt bzw. die Steuerzahler aufkommen sollten für alle Bürger.

Meinen Sie, dass Altersarmut gegenwärtig ein gesellschaftlich großes Problem darstellt, welches weite Teile der älteren Bevölkerung betrifft?

Nein.

Meinen Sie, dass Altersarmut in Zukunft ein gesellschaftlich großes Problem sein wird, welches weite Teile der älteren Bevölkerung betreffen wird?

Unentschieden.

Meinen Sie, dass eine zusätzliche private oder betriebliche Altersvorsorge für jeden zur Pflicht werden sollte?

Nein.

Ihr öffentlicher Kommentar zur gegenwärtigen Rentenpolitik und dem Rentensystem in Deutschland (optional):

Das Rentensystem sollte nicht einfach mit immer mehr Steuergeldern subventioniert, aber auch nicht komplett abgeschafft, sondern grundlegend reformiert werden.

17 Gedanken zu „Ökonomenpanel zum Rentensystem

  1. Erstaunlich, dass hier eine Therapie ohne Befunderhebung und Diagnose diskutiert werden soll.
    Es gibt keine wissenschaftlich abgesicherte Studie zu Art und Höhe der Alterseinkünfte in Deutschland, eine Statistik mit Summen der Rentenversicherung und Beamtenpensionen sowie auch den Einkünften aus Vermietung und Kapital wird von Allen offensichtlich sorgfältig vermieden.
    Die einzige, auf freiwilligen Angaben beruhende Studie der SPD-Sozialministerin Schmidt in NRW von 2004 zeigte allerdings einen ausgesprochenen Alterswohlstand. Rentnerhaushalte lebten zu 40% im bezahlten Eigentum und verfügten über ca. 1000 EUR mehr freie Kaufkraft/mon. als eine 4-köpfige junge Familie.
    Notwendig ist daher eine wissenschaftliche Studie zu Art und Höhe der gesamten Alterseinkommen, wobei die jetzige Rentnergeneration durchschnittlich sehr gut versorgt scheint.
    Hiervon abgeleitet kann man eine Prognose für die Generation der unter 50-Jährigen und insbesondere der unter 40-Jährigen machen.

    Sicherlich wird das derzeitige „Mastrentenniveau“ nicht haltbar sein. Deshalb schlage ich ein dreigeteiltes Modell vor:
    1. eine steuerfinanzierte Grundrente, knapp über der jetzigen Grundversorgung,
    2. Als zweite Säule lassen wir die bisherigen Rentenversicherungen bzw. Versorgungswerke mit reduziertem Beitrag weiter bestehen, da die Grundversorgung aus Steuermitteln geleistet wird. Die Höhe dieser Rente wäre beitragsabhängig und individuell
    3. Als dritte Säule sollte man steuerbegünstigtes Sparen einführen,
    Dazu könnte man auch den alten Steuerfreibetrag reanimieren, der zeitweise ja bei 6000DM=3000€ pro Jahr je Ehegatten lag; dies allein würde schon eine dritte Säule finanzierbar machen.
    Durch die gleitende Umschichtung der Beiträge und der Steuermittel könnte man einen relativ kurzen Zeitraum für die Umstellung erreichen. Realistisch ist aber, dass bei einer Lebenserwartung von ca. 90 Jahre die absolute Kaufkrafthöhe dieser Renten nicht den heutigen entsprechen wird, allerdings wird man einen gewissen maßvollen Lebensstandard abdecken können.
    Hinsichtlich des steuerbegünstigten Alterssparens (Zeiträume von 40-70 Jahren) müssen individuelle Depots angelegt werden.
    Aus Otto-Normalverbraucher muss Otto-Normalaktionär werden! Denken Sie an die Volksaktien von Ludwig Erhardt: Preussag, VW, Veba. Wer damals investierte, fuhr gut!

    • Es gibt doch Erhebungen zur Altersarmut und auch zu Haushaltseinkommen in Abhängigkeit vom Alter. Deswegen habe ich geantwortet, dass Altersarmut kein großes Problem wäre, welches weite Teile der Bevölkerung betrifft. Es gibt alte Menschen, die arm sind, aber anteilig ist das bei jüngeren Personen und insbesondere Kindern deutlich häufiger der Fall. Wie es sich zukünftig entwickelt, ist unklar, weil die meisten Reformen nicht weit genug gehen, weder zeitlich noch sachlich. Aktien sind natürlich eine gute langfristige Anlageform, die aber nur von einer Minderheit genutzt wird.

  2. Die Leute sollen bis 70 und auch darüber arbeiten, aber schon ab 50 stellen die meisten Firmen niemanden mehr ein. Dann kann man die gesetzliche Rente auch gleich ganz abschaffen und alle können sich privat versichern. Wer zahlt die Renten der Analphabeten, Rapefugees und Berufsverbrechnern, die Flüchtlings-Mama Merke unkontrolliert in unser Land gelassen hat…???

    • Wer kann, sollte sich privat absichern. Die meisten wurden und werden jedoch in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen, weshalb diese möglichst sinnvoll ausgestalten ist. Die meisten echten und falschen Flüchtlinge müssen ohnehin dauerhaft vom Staat versorgt werden, nur die Töpfe dafür können variieren.

      • Die meisten echten und falschen Flüchtlinge müssen ohnehin dauerhaft vom Staat versorgt werden…
        Wer ist „der Staat“? Wir alle?!? ABER ich will dafür nicht haften, was die Gesetzesbrecherin Merkel verursacht hat, denn mich hat niemand gefragt. Ich zahle nicht für Wilde aus dem Busch oder das Proletariat aus den Slums vom Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten! Schmeißen wir dieses Heckenpack aus unserem Land, denn unsere Sozialsystem sind für UNS, die wir dort einbezahlt haben, da!!!

      • „Die meisten echten und falschen Flüchtlinge müssen ohnehin dauerhaft vom Staat versorgt werden …“

        MÜSSEN sie das wirklich? Ich denke nicht. Andere Länder machen das auch nicht.

      • Deutschland ist ein Sozialstaat und lässt niemanden verhungern. Es wäre jedoch viel besser, endlich das geltende Recht wieder anzuwenden und nicht jeden unkontrolliert ins Land zu lassen.

      • Würde dieser angebliche „Sozialstaat“ nicht jeden, der sich ungeprüft (und oft ohne Papiere) als Flüchtling ausgibt oder Asyl begehrt, unabhängig von tatsächlicher Bedürftigkeit (woher kommt das Geld für die teure Anreise und das schicke iPhone?) einfach alimentieren, dann wäre der Andrang doch gar nicht so groß und ganz nebenbei würden dann auch keine Kosten für eine etwaige aufwändige Grenzsicherung anfallen, die so viele anstelle einer einfachen Gesetzesänderung (nämlich der Sozialgesetze) fordern. Dümmer als es Deutschland macht, geht es wirklich nicht!

      • Das Wohlstandsgefälle ist so groß, dass auch dann viele Millionen kommen wollten, wenn es für sie keinerlei Sozialleistungen in Deutschland gäbe. Es drängen doch auch viel mehr in die USA, obwohl es dort viel weniger staatliche Unterstützung gibt. Grenzkontrollen sind wichtig, allerdings besser an den EU-Außengrenzen oder noch davor als zu unseren unmittelbaren Nachbarn und Freunden.

      • Sicher sind die üppigen Sozialleistungen nicht der einzige Anreiz nach Europa zu kommen. Aber sie sind der maßgebliche Faktor für die Wahl des Ziellandes innerhalb Europas und für viele wohl auch der Hauptanreiz, sich überhaupt auf den Weg zu machen. Gäbe es diese Alimente nicht und wüssten alle Afrikaner, die mit dem Gedanken spielen, sich auf den Weg nach Europa zu machen (alleine in Nigeria angeblich 75% der dortigen Bevölkerung, was etwa 150 Mio. potentiellen Migranten entspricht), welche großartigen Perspektiven sie hier tatsächlich erwarten, würden es die meisten dieser Glücksritter wahrscheinlich gar nicht erst versuchen.

      • Doch, der hiesige Mindestlohn pro Stunde liegt über dem durchschnittlichen Wochenverdienst dort. Selbst wenn man keine legale Beschäftigung findet, die auch viele in Nigeria nicht haben, kann man sich hier besser mit Hilfsjobs oder Betteln durchschlagen.

      • Ich habe nichts gegen Einwanderer die arbeiten. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber die sind m.E. auch gar nicht das Problem, egal ob sie aus Afrika oder sonst woher kommen.

      • Gerade weil wir einen Sozialstaat und nun auch einen bundesweiten Mindestlohn haben, sind nur hinreichend qualifizierte Migranten nützlich. Aus humanitären Gründen kommt es bei echten Flüchtlingen nicht allein auf ihre Nützlichkeit an, doch auch da gilt, dass man heimatnah viel mehr bedürftigen Menschen helfen könnte.

      • Richtig. Beides bedingt aber gerade deshalb eben genau nicht, Hinz und Kunz (stellvertretend für Noam und Amaru, die sich als Ali und Mohamed ausgeben) bedingungslos zu alimentieren.

  3. Ein leidiges Thema. Die Ansprüche der heutigen und kurz- bis mittelfristig künftigen DRV-Rentner übersteigen das zur Verfügung stehende Beitragsaufkommen in einem skandalösen Ausmaß und belasten zunehmend den Steuerzahler. Damit ist die Bezeichnung „RentenVERSICHERUNG“ längst zur Farce und zur haltlosen Augenwischerei verkommen. Deutschland hat bereits seit Jahrzehnten ein weitgehend steuerfinanziertes Rentensystem, das allerdings bei Weitem nicht alle versorgt, die es bezahlen. Von einer „Versicherung“ kann dabei jedenfalls keine Rede sein. Dass der Bund der Steuerzahler sich diesbezüglich nicht längst deutlich zu Wort gemeldet hat, ist erstaunlich.

  4. Pingback: Sparen ist gar nicht so schlimm | Alexander Dilger

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