Umfrageergebnis zu politischen Optionen

Meine Umfrage zu ‚Familien-Partei, keine Partei oder sonstige politische Vereinigung als Optionen‘ habe ich nach gut einer Woche geschlossen. Eine relative Mehrheit von 44 Prozent votierte für eine sonstige politische Vereinigung, dicht gefolgt von 41 Prozent für keine Partei, während nur 15 Prozent für die Familien-Partei votierten.

Wahrscheinlich folge ich (wieder) nicht der Option mit den meisten Stimmen, sondern bleibe erst einmal parteilos. Das hat selbst den größten Optionswert, weil es immer noch später eine sonstige politische Vereinigung ermöglicht, auch wenn diese dann für die Europawahl zu spät käme, oder eine Rückkehr in die Familien-Partei, wenn die von mir nicht selbst betriebene, aber unterstützte Klage erfolgreich sein sollte, oder z. B. einen Wiedereintritt in die FDP. Der eigentlich Grund für die Wahl dieser Option liegt jedoch darin, dass die Beteiligung an dieser Umfrage mit nur 68 Stimmen am geringsten war (vor gut einem Jahr war die Beteiligung mit 416 Stimmen am höchsten bei der Umfrage ‚Pretzells Abgang als Signal zur Rückkehr?‘). Für eine sonstige politische Vereinigung votierten nur 30 Personen, was zu wenig Zuspruch für eine erfolgreiche Gründung ist.

Ich bin auch in dieser Hinsicht Empiriker. Es geht nicht darum, welche Idee ich am besten finde, sondern welche tatsächlich Zuspruch findet. Wenn nicht einmal die Leser hier sich dafür begeistern können, dann werden das auch nicht 150.000 Wähler tun. Meine ‚Interessensabfrage für Euro-Kritiker e. V. i. G.‘ hat z. B. bis heute nicht zur dreistelligen Zahl an Interessierten geführt, die ich als Gründungsvoraussetzung formulierte. Bei Facebook gefällt die Seite Euro-Kritiker immerhin 366 mal, was aber auch nicht überragend viel ist. Die Seite Urabstimmung gegen den Euro gefällt z. B. 4.567 mal, obwohl die Urabstimmung schon lange vorbei ist und die Seite nicht mehr gepflegt wird. Der Blog „Familie & Demokratie“ hatte bislang insgesamt erst 502 Zugriffe und damit deutlich weniger, als dieser Blog an einem Tag hat, obwohl jener schon seit Ende Juni existiert. Schließlich löste eine ‚Direktdemokratische Plattformpartei‘ hier auch keine Begeisterungsstürme aus. Ich könnte noch mehr solche Ideen vorstellen, doch vermutlich ist jetzt einfach nicht der richtige Zeitpunkt dafür.

15 Gedanken zu „Umfrageergebnis zu politischen Optionen

  1. 2013 war die Zeit reif und der Wähler wollte eine Alternative – Ergebnis hinlänglich bekannt. Die Einen haben bei der AfD ihre politische Heimat gefunden, die eist man dort erstmal nicht mehr weg, für die Anderen ging das Experiment AfD gründlich in die Hose, die sind erstmal zu weiteren Experimenten nicht bereit.

    Ähnliches widerfährt derzeit auch Wagenknecht mit Ihrer neuen Bewegung.

    Es dürfte sicherlich 8 – 10 Jahre dauern, bis der Wähler zu einem neuen Experiment bereit ist, auch wenn er bis dahin keine Alternative hat (die AfD ist keine Alternative, nur weil dieser Begriff im Namen geführt wird. Wie bei dem Abmahnverein DUH Deutsche Umwelthilfe. Der hat auch nichts mit der deutschen Umwelt am Hut.)

    • Die AfD bindet tatsächlich Wähler und Aktive. Trotzdem ist das Parteiensystem insgesamt im Umbruch. Ich denke nicht, dass es feste Fristen für neue Parteien gibt, deren Erfolg sich schwer vorhersehen lässt. So wurde die Piratenpartei 2006 gegründet, war aber erst ab September 2011 erfolgreich. Bereits im Februar 2013 entstand die AfD und war gleich erfolgreich. Noch im Januar 2013 hatte Bernd Lucke mit den Freien Wählern in Niedersachsen nur 0,5 Prozent erzielt (von denen LKR aber auch nur noch träumen kann).

      • danielsodenkamp
        sagte am 19/10/2018 um 12:16 : „Sie machen politische Überzeugungen zu sehr von Personen abhängig. Es geht nicht darum, ob man Merkel, Lindner, Pretzell mag oder nicht mag.“
        Diese Personenbezogenheit ist m.E. dem Wissenschaftsbereich leider nicht fremd, gleichwohl eine Abwertung der Politiker, die sich auf der Basis einer akzeptierten Plattform in Kleinarbeit der Gestaltung unseres Gemeinwesens widmen. Sie hebt Taktik so in den Vordergrund, dass hieraus der oben festgestellte fehlende Konsens erklärbar wird. Und außerdem verbaut sie jegliche politische Karriere.

      • Was hat denn das mit dem Wissenschaftsbereich zu tun? Da geht es viel mehr um die Sache als in der Politik. Ich fände eine stärkere Orientierung an Programmen und dem Votum der Basis, sowohl der Mitglieder als auch der Wähler, besser, verschließe aber nicht die Augen vor der Realität. Frau Merkel ist die reine Taktikerin und macht damit politisch Karriere.

  2. Ist die FDP denn wirklich so verkehrt für sie? Das ist trotz allem eine Partei mit reeller Machtoption und etablierten demokratischen Strukturen. Sie ist natürlich nicht perfekt liberal (war sie wohl auch nie) aber es gibt dort doch eine Menge Dinge denen sie einigermaßen zustimmen und einige bei denen das nicht so ist. Kein schlechter Ausgangspunkt.

    • Die FDP habe ich verlassen, als sie wider alle liberalen Grundsätze unbedingt den Euro und Frau Merkel unterstützen wollte. Momentan in der Opposition gibt sich die FDP vernünftiger, doch ich traue insbesondere Herrn Lindner nicht. Er hat Jamaika erst in letzter Minute und ohne Angabe nachvollziehbarer Gründe platzen lassen, so wie er sich 2011 einfach in die Büsche schlug. Vielleicht dient er sich in zwei Wochen wieder Frau Merkel an. Vielleicht aber auch nicht, dann würde die FDP tatsächlich wieder interessanter für mich. Für die Hessen-Wahl empfahl ich bereits die Wahl der FDP, worin ich durch die jüngsten Umfragen bestärkt wurde. Die Merkel-CDU halte ich für unwählbar, doch Rot-Grün-Rot oder gar Grün-Rot-Rot ist auch nicht verlockend.

      • Sie machen politische Überzeugungen zu sehr von Personen abhängig. Es geht nicht darum, ob man Merkel, Lindner, Pretzell mag oder nicht mag. Dessen unbenommen ist der Zeitpunkt für ein neues parteipolitisches Engagement denkbar ungünstig. Die Neusortierung des Parteiensystems ist nicht abgeschlossen, sondern beginnt gerade erst. Wir werden bald auch Parteien oder Bewegungen in den Parlamenten sehen, die jetzt noch keiner auf dem Schirm hat oder die jetzt noch gar nicht existieren. Auch deswegen war mir immer völlig unverständlich, weswegen sie sich mit einer seit 1981 toten Partei wie der Familienpartei überhaupt nur 1 einzige Minute auseinandersetzen. Außer dem Namen stimmt da gar nichts – weder gibt es politische Alleinstellungsmerkmale noch überzeugende Personen. Und der Haufen ist bunt zusammengewürfelt aus ehemaligen WASGlern und AfDlern usw..

      • Personen sind in der Politik, aber nicht nur dort, viel wichtiger, als Sie hier ständig suggerieren. Als erfahrener Politiker müssten Sie das doch eigentlich wissen. Das CDU-Programm ist z. B. völlig unwichtig, wenn Frau Merkel das Gegenteil beabsichtigt. Hätten Herr Lucke und/oder Frau Petry sich klüger verhalten, wäre die AfD heute ganz anders. Die Familien-Partei wäre mit einem ehrlichen und demokratischen Herrn Geuking eine bessere und chancenreichere Partei etc.

      • Ja Herr Lindner ist wirklich schwer auszuhalten…

        Wenn die Merkel-CDU auf gar keinen Fall dabei sein soll (auch auf Landesebene nicht?) wäre Jamaika ihr Favorit?

      • Herr Lindner hätte doch z. B. anbieten können oder könnte es beim nächsten Mal, dass er zu einer Jamaika-Koalition bereit ist, aber nur ohne Frau Merkel. Das würde dem Land und der Partei nutzen, selbst wenn das Angebot abgelehnt wird.

      • Die FDP hätte den Rückzug von Jamaika besser begründen können. Aber ich finde es amüsant, dass dem Scheitern der Gespräche immer noch Teile der Öffentlichkeit hinterhertrauen. Das ist ähnlich wie beim Brexit oder bei der Wahl von Trump. Ein gewisses Selbstmitleid ist wohl typisch Deutsch…

      • Damit keine Missverständnisse aufkommen, ich trauere Jamaika nicht hinterher (siehe ‚Wie weiter nach Jamaika?‘). Den Brexit halte ich allerdings für einen Fehler, ohne wie Herr Lucke das Referendum einfach ignorieren zu wollen. Ebenso erkenne ich an, dass Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, auch wenn ich das nicht erwartet hatte und bedauere.

  3. Natürlich können Kleinparteien immer mal ein EU-Mandat erreichen und noch eher kommunale Mandate.
    aber letztlich bewirken können sie nichts.
    Mit hoher Wahrscheinlich dürften sich FDP und LINKE aus dem Reigen des Bundestages verabschieden.

    Auch SPD und CDU verkommen zu Statisten oder Mehrheitsbeschaffern.

    Will man in einer Partei etwas bewegen, bleibt somit nur AfD oder GRÜNE.

    • Was bewegt denn die AfD? Durch sie sitzt Frau Merkel fester im Sattel. Durch die Grünen übrigens auch. Die SPD verschwindet eher als FDP und Linke, insbesondere wenn man nicht nur auf die aktuellen Umfrage- und Wahlergebnisse schaut, sondern auch auf die Trends, Personen und strategische Positionierung. Sollte die FDP tatsächlich bedeutungslos werden, entsteht hingegen Platz für eine neue liberale Partei.

  4. Pingback: Direktdemokratische Plattform | Alexander Dilger

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