John McCain ist tot

„US-Senator John McCain ist tot“. Am Freitag wurde mitgeteilt, dass er seine Krebsbehandlung abbrach. Am Samstag starb er dann im Alter von 81 Jahren. „Er war der Letzte seiner Art“, ein Kriegsheld (auch wenn der Drückeberger Donald Trump ihn dafür kritisierte, dass er in Gefangenschaft geriet), der in Vietnam gefoltert wurde und nicht zuletzt deshalb vehement gegen Folter durch US-Amerikaner unter George W. Bush eintrat (wie auch für die Aussöhnung mit Vietnam). Er verlor 2008 als Präsidentschaftskandidat der Republikaner gegen Barack Obama. Zuletzt war er einer der stärksten republikanischen Kritiker von Präsident Trump, gerade weil er, McCain, ein Konservativer und Patriot war mit Werten und Prinzipien, auch wenn er diese nicht immer konsequent durchhielt. Er wird der Politik in den USA und der ganzen Welt fehlen.

18 Gedanken zu „John McCain ist tot

  1. Letztlich auch hier nur das übliche Trump-Bashing. Viel interessanter wäre es gewesen, die Dinge ausführlicher auszubreiten, die John McCain wirklich ausgemacht haben: Seine Fehde mit Trump war es mit Gewißheit nicht. Zumindest in meinen Augen – in Ihren offensichtlich schon.

    • Am Ende war die Auseinandersetzung mit Präsident Trump am wichtigsten, davor z. B. mit Präsident Bush Junior. Er war immer ein Außenseiter, weil er eine eigene Meinung hatte und nicht jeden Unsinn opportunistisch mittrug, was ich sehr sympathisch finde.

    • Wieso Bashing? Die Beschreibung als Drückeberger ist doch zutreffend und seine Kritik an McCain war vor diesem Hintergrund schon ein starkes Stück.

      • Im Gegensatz zu John McCain ist Donald Trump kein Kriegsheld, sondern ein Maulheld. Allerdings kann niemand behaupten, dass er das den Wählern vor seiner Wahl verschwiegen hätte (im Gegensatz zu vielen anderen Dingen). Mehrheitlich haben diese deshalb lieber Hillary Clinton trotz all ihrer Schwächen gewählt. Doch leider ist das amerikanische Wahlsystem nicht wirklich demokratisch, so dass auch der Kandidat mit weniger Stimmen gewinnen kann. Ironischerweise wurden die Regeln seinerzeit extra so gefasst, um einen charakterlosen Populisten wie Herrn Trump eher verhindern zu können, was offensichtlich nicht geklappt hat. Merke, Demokratie kann auch zu unschönen Ergebnissen führen, doch Einschränkungen zu ihrer angeblichen Verbesserung führen meist zu Verschlechterungen.

      • Auch in Deutschland sind nicht alle Wahlkreise gleich groß, so dass nicht unbedingt die Anzahl der Wähler einer Partei exakt die Anzahl ihrer Abgeordneten bestimmt. Ausgleichs- und Überhangmandate sind zusätzlich fragwürdig. Präsident Trump ist ordentlich gewählt, ob ihnen und der deutschen Linkspresse das passt oder nicht!

        Das amerikanische System ist das demokratischste weltweit. Es gibt nur 4 Verwaltungsebenen (Kommune, County, Bundesstaat, Bund), während wir uns in Deutschland den Luxus von bis zu 7 Ebenen leisten (Gemeinde, Verbandsgemeinde oder Stadt, Landkreis, in manchen Bundesländern noch Regierungsbezirke, Bundesland, Bund, EU). Auch gibt es auf kommunaler und Bundesstaatsebene mehr Möglichkeiten für Volksabstimmungen als in Deutschland.

        Ein besonders wichtiger Unterschied zu Deutschland ist aber, dass in den USA Parteien viel weniger Macht haben, während die Altparteien Deutschlands sich den Staat als Beute untereinander aufgeteilt haben! Gerade der unbequeme Querdenker John McCain war ein gutes Beispiel dafür, dass in den USA Abgeordnete nur ihrem Gewissen und ihren Wählern verpflichtet sind und nicht in hündischem Gehorsam Stimmvieh ihrer Partei!

      • Doch, zumindest beim Bundestag bestimmen allein die Zweitstimmen die Mandatsverteilung. Wer da die absolute Mehrheit der Stimmen hat, hat auch sicher die Mehrheit der Mandate. Der undemokratische Teil ist hier die Fünf-Prozent-Hürde.
        Übrigens gewinnt auch in allen anderen Präsidialdemokratien der Kandidat mit den meisten Stimmen, gegebenenfalls im zweiten Wahlgang, nur in den USA nicht. Nun sind das dort die Regeln, doch gegen andere Regeln hat Herr Trump verstoßen, so dass sein Sieg belastet ist, was er ironischerweise Frau Clinton vorwarf. Er hat den Sumpf in Washington nicht trockengelegt, sondern vergrößert.

      • „USA Abgeordnete nur ihrem Gewissen und ihren Wählern verpflichtet sind und nicht in hündischem Gehorsam Stimmvieh ihrer Partei“

        „waren“ müsste es hier heissen. Heutzutage ist Bipartisan doch ein Fremdwort in der amerikanischen Politik geworden und über die Aisle kommt man noch schwerer als über den Rio Grande und eine Mauer zusammen.

        Die amerikanische Demokratie, die lange ein grosses Vorbild war, schafft sich doch gerade.zusehends ab. Nicht erst seit Trump aber mit ihm noch schneller.

      • Die USA sind durchaus noch demokratisch, haben aber große Probleme. Die Parteien und ihre Funktionäre haben tatsächlich nicht dieselbe Bedeutung wie in Deutschland. Die Ausgestaltung der Wahlen und insbesondere Vorwahlen führt jedoch zu einer immer stärkeren Polarisierung, die in dieser Form nicht gut ist. Es sollte klar erkennbare Unterschiede geben, damit die Wähler wirklich eine Wahl haben, dann aber auch wieder Kompromisse und sachliche Diskussionen, damit inhaltlich bessere Politik gemacht wird.

      • Wenn des in Deutschland Vorwahlen und Amtszeitbegrenzungen wie in den USA gäbe, wäre Merkel niemals Kanzler geworden, bzw. schon lange nicht mehr im Amt. Die USA haben das bessere, weil basisdemokratischere System!!!

      • Beide Systeme haben (unterschiedliche) Probleme. Wir sollten Volksentscheide zulassen, Amts- und Mandatszeiten begrenzen sowie die Prozenthürde abschaffen. In den USA sollte die absolute Mehrheit der Wähler den Präsidenten bestimmen, auch bei anderen Wahlen eine Stichwahl erfolgen, wenn es im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit gab, und das willkürliche Zuschneiden der Wahlkreise unterbunden werden.

  2. Der Mann soll in Frieden ruhen. Sein Tod mit Trump in Verbindung zu bringen, muss jetzt aber nicht sein. John McCain war ein linker Republikaner, ein halber Demokrat. Sein Lebenslauf ist bemerkenswert und macht nachdenklich. Seine Trump-Gegnerschaft nicht. Die kann man gut oder schlecht finden. Erwähnenswert ist sie kaum. Sie haben ihn nicht ausgemacht. Trump wurde vom Volk gewählt. McCain hat das akzeptiert, sie tun es offensichtlich nicht, verschleiern ihre Abneigung aber hinter fadenscheinigen Argumenten.

    • Natürlich gibt es auch diese Verbindung und sie war in den letzten beiden Jahren wichtig, davor natürlich noch nicht. Von daher war sie nicht lebensbestimmend, aber auch kein Ausrutscher, sondern passte gut zum vorherigen Verhalten von John McCain, der kein linker Republikaner war, während Ihr Idol früher bei den Demokraten war. Dass Sie immer noch ohne Not zu diesem Lügner und sogar Verbrecher halten, spricht gegen Ihre politische Urteilskraft und Prinzipienfestigkeit. Gerade Konservative und Patrioten bis hin zu Nationalisten können doch nicht ernsthaft auf ihn setzen. Er ist wie Herr Pretzell hoch zehn.

      • So ist es!

        Und in kaum einem Bericht zu seinem Ableben bleibt seine Feindschaft zu Trump unerwähnt. Er hat verfügt dass Trump nicht zu seiner Beerdigung kommen darf. Wie deutlich hätte er denn noch werden sollen?

      • Umgekehrt lässt Donald Trump seiner Abneigung freien Lauf. Er unterdrückt eine ausführlichere Beleidsbekundung über einen Tweet hinaus und lässt auf dem Weißen Haus die Fahne nicht auf Halbmast, wie es üblich oder sogar vorgeschrieben ist und auf allen öffentlichen Gebäuden drumherum praktiziert wird.

      • Helmut Kohl wollte Angela Merkel bei seiner Beerdigung auch nicht an vorderster Front dabei haben. Er ist deshalb trotzdem vor allem der Einheitskanzler und nicht ein Opfer Merkels.

        Wo ist Donald Trump ein Verbrecher? Er hatte Sex mit einer Pornodarstellerin (interessiert mich nicht) und hat dafür Schweigegeld bezahlt (interessiert mich auch nicht). Nun steht im Raum, dass das eine illegale Wahlkampfspende gewesen sein soll. Ein Urteil wurde aber noch gar nicht gesprochen. In einem anderen Bundesstaat wurde ein Senator in einem vergleichbaren Fall von diesen Vorwürfen freigesprochen. In New York geht man hingegen von einem anderen Urteil aus. Natürlich, da sind die Richter ja auch Demokraten. Das zeigt doch nur, wie politisch die Justiz in den USA ist. Es zeigt auch, wie wenig Recht tatsächlich gesprochen wird.

        Trotzdem bin ich mir sicher, dass Trump Dinge gemacht hat, die ihn ins Gefängnis bringen würden. Das aber nicht erst seit seiner Präsidentschaftskandidatur, sondern bereits als Unternehmer. Gleiches gilt aber für seine Vorgänger Obama und Bush. Das System ist durch und durch korrupt und die Obigen schaffen sich ihre eigenen Regeln.

        Im Unterschied zu Obama und Bush verfolgt Trump aber eine mehrheitlich richtige Politik. Man kann sich seine Freunde nicht immer aussuchen. Integer ist er wahrlich nicht. Aber er hat vermutlich mehr falsche Selbstverständlichkeiten eingerissen, als ein anderer Kandidat nur zu Träumen gewagt hatte. Dass er diesbezüglich sehr hilfreich war und ich das honoriere, macht ihn jedoch lange noch nicht zu meinem Idol, das ich niemals kritisieren würde. Trump hat Schwächen, große sogar. Aber er ist besser als alle Alternativen, die sich bieten. Dann hätten wir nämlich mehr Migration, keine Steuersenkungen und keine Betonung von nationalen Interessen.

      • Die USA haben andere Migrationsprobleme als Deutschland. Vor allem gelingt dort die Integration besser. Die Steuersenkungen sind nicht gegenfinanziert und kommen zur falschen Zeit vor allem für die Superreichen wie Herrn Trump selbst. Die nationalen Interessen der USA werden nicht dadurch befördert, dass die internationale Ordnung, die die USA selbst nach ihren Interessen und Werten errichtet hat, eingerissen wird. Vor allem befördert Herr Trump die ohnehin schon große Spaltung der USA, statt sie zu verringern, was seine Vorgänger versprachen, allerdings ohne es einlösen zu können. In Deutschland droht durch Frau Merkel und die AfD jetzt ebenfalls eine politische und gesellschaftliche Spaltung, die nicht gut ist und die Lösung der realen Probleme erheblich erschwert.

      • Meine Familie in den USA arbeitet mit der TEA-Party-Bewegung zusammen und hatte im Vorwahlkampf Ted Cruz unterstützt, der Donald Trumps härtester Konkurrent innerhalb der Republikaner war. Nachdem Ted Cruz schlicht das Geld ausgegangen war und er seine Kandidatur beenden musste, haben wir Donald Trump als das kleinere Übel unterstützt. ALLES, auch der Dackel meines Nachbarn, war besser als die linke Polit-Hexe und Merkel-Bewundererin Hillary Clinton!!!

      • Ich sehe es umgekehrt. Selbst Frau Clinton wäre besser gewesen als Herr Trump. Doch warum haben weder die Demokraten noch die Republikaner bessere Kandidaten nominiert?

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