Für Kinder im Ausland sollte nicht das gleiche Kindergeld gezahlt werden

Ein „Starker Anstieg ausländischer Kindergeld-Empfänger“ führt zu der Frage: „Sollten Familien mit Kindern im Ausland Kindergeld beziehen können?“ Das würde ich eher verneinen, insbesondere weil das Missbrauchspotential so groß ist und zunehmend ausgenutzt wird. „Für 268.336 Kinder, die außerhalb von Deutschland in der Europäischen Union oder im Europäischen Wirtschaftsraum leben, erhalten ihre Familien nach Angaben des Bundesfinanzministeriums Kindergeld. […] 2010 zahlte Deutschland noch 89.261 Empfängern Kindergeld – davon waren rund 31.500 deutsche Staatsbürger, die im Ausland lebten. Diese Zahl ist bis heute konstant geblieben, während die Zahl von Beziehern in Osteuropa stieg.“

Ob diese Kinder im Ausland alle wirklich existieren oder zu den das Kindergeld beziehenden Familien gehören, wird nicht hinreichend überprüft. Doch auch bei eigenen Kindern im Ausland kann das Kindergeld unangemessen hoch sein, wenn die Lebenshaltungskosten dort viel niedriger sind. Also sollte zumindest die Höhe des Kindergeldes angepasst und die familiäre Beziehung der Kinder überprüft werden.

Schlimmstenfalls ziehen Menschen nur deshalb tatsächlich oder zum Schein nach Deutschland, um hier viel Kindergeld zu bekommen. Nicht zur Diskussion steht das Kindergeld für in Deutschland lebende Kinder, während Herr Geuking die Familien-Partei absurd fordern lässt, ein EU-weites Kindergeld einzuführen, was den Familien zumindest in Deutschland mehr schadet als nutzt.

30 Gedanken zu „Für Kinder im Ausland sollte nicht das gleiche Kindergeld gezahlt werden

  1. Immer wenn Freibier ausgeschenkt wird, fallen Leute besoffen herum, die sonst eigentlich gar kein Bier trinken!

    Nennen wir das Problem doch beim Namen: Es geht vor allem um Rumänien und Bulgarien! Zwei Staaten auf Dritt-Welt-Niveau, die nicht hätten in die EU aufgenommen werden dürfen und zu denen es keine offenen Grenzen geben sollte. Es ist kein Geheimnis, dass Schlepperbanden gezielt Zigeuner aus diesen beiden Staaten nach Deutschland holen und dafür prächtig kassieren.

    Soziale Wohltaten sollte es in der EU immer nur in Höhe dieser Sätze des Herkunftslandes geben. Schon sind alle Probleme ganz schnell gelöst. Aber das ist bestimmt „rechtspopulistisch„, vielleicht sogar „menschenverachtend„, in jedem Fall aber „diskriminierend„….

  2. Sehr geehrter Herr Professor Dilger,

    die Eltern dieser betreffenden Kinder haben es verdient, dass sie hier das in Deutschland gültige Kindergeld beziehen, ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Aufenthalt ihrer Kinder. Diese Menschen, vielleicht vorwiegend aus Osteuropa stammend, haben eine andere, bessere Arbeitsmoral, füllen Lücken in Tätigkeiten, von denen sich Deutsche Werktätige bereits vor über 3 Jahrzehnten verabschiedet haben.

    Stattdessen nehmen sie lieber Hartz 4 in Anspruch. Dass ist asozial!

    Gruß Bernhard Zündorff

    • Das Kindergeld ist kein Entgelt (Lohn,Gehalt,Sold). Es ist eine staatliche Einrichtung zum Ausgleich finanzieller Nachteile, die durch die Kindeserziehung entstehen. Da die finanziellen Nachteile länderspezifischer Art sind, liegt bei gleichen Zuwendungen eine Benachteiligung der Personen in Ländern mit hohem Lebenshaltungskosten-Index vor. Dass sich einige Mitgliedsstaaten der EU dieser Sichtweise nicht anschließen wollen, hängt mit deren Neigung zusammen, das -noch- wirtschaftsstarke Deutschland auf verschiedenen Ebenen abzugreifen.

      • Einmal ganz abgesehen von der Missbrauchsthematik, die noch erschwerend hinzu kommt, erinnert mich diese Problematik stark an die Ungerechtigkeit des deutschen Rentensystems. Ostrentner erhalten im Durchschnitt deutlich höhere Renten als Westrentner, obwohl die Lebenshaltungskosten gerade im Süden Deutschlands deutlich über denen in den NBL liegen. Und dies auch noch, ohne vor der „Wende“ überhaupt in die DRV einbezahlt zu haben. Dieser „Sozialstaat“ hat eine derartige Bezeichnung nicht verdient. Er ist in Wahrheit zutiefst asozial.

      • Genau deshalb ist „Sozialstaat“ nicht sozial, sondern asozial.

  3. Das Problem ist, dass die EU-Kommission hier aufgrund des Drucks der ost- und südeuropäischen Staaten nichts unternimmt. Aus meiner Sicht ist das eigentliche Problem der EU neben der Vielsprachigkeit die enorme ökonomische Ungleichheit und die daraus resultierenden starken Interessendivergenzen.

    • Das eigentliche Problem ist, dass die demokratisch nicht legitimierte EU-Kommission über unsere Steuergelder bestimmt und wir als Steuerzahler dem Diktat aus Brüssel in dieser und anderen Fragen unterworfen sind. Deutschland hat nur noch max. 14 – 15 Mio Netto Steuerzahler. Brüssel regiert und Deutschland zahlt. Was hat das noch mit Demokratie zu tun?

      • Die Merkel-Regierung wurde demokratisch gewählt, auch wenn wir leider keine ernsthafte Alternative hatten, sondern nur die AfD. Eine andere Bundesregierung würde sich von der EU nicht alles diktieren lassen bzw. für ihre eigenen Entscheidungen offen einstehen, statt sich hinter Brüssel zu verstecken.

      • Die verbliebenen 14 bis 15 Mio. Nettosteuerzahler haben leider keinen Einfluss in einer von Schmarotzern diktierten Demokratie. Ihr Anteil an den Wahlberechtigten beträgt gerade noch etwa 23%. Die Nehmenden diktieren also den Gebenden die Bedingungen.

    • Eine Freihandelszone macht bei Ungleichheiten sogar mehr Sinn, zentralistische Entscheidungen hingegen weniger. Folglich sollten nicht immer mehr Kompetenzen an die EU übertragen werden. Die Bundesregierung könnte einfach richtig entscheiden, wenn sie wollte.

  4. Pragmatische Lösung: Steuerlicher Kinderfreibetrag statt Kindergeld für im Ausland lebende Kinder statt Kindergeld in bar.
    Folge: Wer in Deutschland nicht arbeitet bzw. nichts verdient, hat vom Freibetrag nichts. Wer aber hart arbeitet und viel verdient, hat sogar mehr vom Freibetrag als vom Kindergeld (siehe Günstigerprüfung durch das Finanzamt als rein administrative Maßnahme).
    Hierfür ist nur ein Kabinettsbeschluss erforderlich. Die Entscheidung hat mit der EU nichts zu tun und könnte sofort wirksam werden.

  5. Das haben richtige Lösungen so an sich, dass sie einfach sind. Wir haben keinesfalls das Ziel, Beraterstäbe zu ernähren, davon haben wir wahrlich genug!

    • Einfache Lösung sind in einem Staat, in dem 77% der Wahlberechtigten Nettoprofiteure dieses irrwitzigen Systems sind, nicht mehr zu erwarten.

      • Ist wirklich Nettoprofiteur, wer nichts oder wenig verdient, eine kleine Rente bekommt (für die er vorher hohe Beiträge zahlte) oder als Staatsdiener hart für sein Geld arbeitet?

      • Zumindest rechnerisch betrachtet ja. Und zeigen Sie mir bitte auch nur einen einzigen Staatsbediensteten (Spitzenpolitiker ausgenommen) der „hart für sein Geld (ich meine damit das Geld, das er vom Staat bezieht) arbeitet“.

      • Glauben Sie nicht, dass viele (nicht alle) Polizisten, Ärzte, Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen oder Müllmänner hart arbeiten? Viele dieser Tätigkeiten könnten auch privat erbracht werden oder werden es auch. Arbeitet nur der private Wachmann oder Arzt, nicht der staatlich angestellte?

        Meine Kollegen an der Hochschule arbeiten alle viele Stunden, wenn auch an recht unterschiedlichen Aufgaben. Wie bei Managern ist nicht Faulheit das Problem, sondern eher die Zielsetzung der Arbeit, die sich allerdings auch nur schlecht vorschreiben ließe. Die Versuche, wissenschaftliche Leistungen von außen anzureizen, führen systematisch zu Fehlanreizen.

      • Wie viele Ärzte, Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen oder Müllmänner sind denn tatsächlich noch im Staatsdienst beschäftigt?

        Ein Amtsarzt arbeitet mit Sicherheit nicht so hart wie ein Stationsarzt in einer privaten oder kirchlichen Klinik und ein Amtsarzt oder Gefängnisarzt schon mal gar nicht (ich kenne mehrere davon).

        Bei Polizisten mag das etwas anders aussehen, denen würde ich den Beamtenstatus noch durchgehen lassen.

        Lehrer und Hochschullehrer sind so oder so von außen beeinflussbar. Auch wenn sie verbeamtet sind, beugen sie sich doch beispielsweise dem Druck, bestimmten Vorgaben für Notendurchschnitte nachzukommen, egal wie unterirdisch die Leistungen ihrer Schüler sind.

      • Ganz viele sind im Staatsdienst, wenn auch nicht unbedingt verbeamtet. Warum sollte ein Arzt in einem Landes- oder kommunalen Krankenhaus weniger arbeiten als in der Privatklinik daneben?

        Als Beamter bin ich an Recht und Gesetz gebunden. Gruppendruck beuge ich mich grundsätzlich nicht.

      • An Recht und Gesetz sind wir doch alle gebunden, nicht nur die Beamten. Und mit dem Gruppendruck ist das so eine eigene Sache. Was nützt ein standhafter Charakter wenn die wirtschaftliche Existenz vom „Wohlverhalten“ abhängig ist?
        Im Berufsleben werden regelwidrige Aufträge üblicherweise nur mündlich übertragen. Dagegen kann man sich nur schützen, indem man per Mail nachfragt ob man Auftrag/Anordnung in der Form XY so richtig verstanden hat.

      • Für Beamte gelten zusätzliche Gesetze, wie auch der Staat mehr beachten muss als Private. Als Lebenszeitbeamter bin ich zum Glück nicht vom Wohlverhalten abhängig.

      • Das kommt vielleicht noch (Ihre Abhängigkeit vom Wohlverhalten). Jedenfalls, wenn Frau Merkel so weiter regiert.

      • „Dritte Republik“ ?
        Was ist denn das für ein wirres Pamphlet?
        Wohl ein Alleingang von Herrn Hansel. Mir ist dieses „Manifest“ jedenfalls bis soeben noch nirgends begegnet.

      • „Lehrer und Hochschullehrer sind so oder so von außen beeinflussbar. Auch wenn sie verbeamtet sind, beugen sie sich doch beispielsweise dem Druck, bestimmten Vorgaben für Notendurchschnitte nachzukommen, egal wie unterirdisch die Leistungen ihrer Schüler sind.“

        Völlig richtig! Das Kernziel vieler Professoren ist es, in der Lehre möglichst wenig Arbeit zu haben und gute Lehrevaluationen zu bekommen. Dies gelingt durch einen arbeitsarmen Kurs und gute Noten für die Studenten. Wer die jungen Menschen hart arbeiten lässt und danach noch das ganze Notenspektrum ausschöpft, der wird im universitätsinternen Ranking nach unten durchgereicht. Hier ist ein aktueller Kommentar aus der JF, der sich partiell damit beschäftigt:
        https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/deutschland-ist-abgebrannt/

      • Es gibt solche und solche Hochschullehrer. Einige meinen tatsächlich, dass Spitzenwerte bei den Lehrevaluationen für die beste Lehre stehen. Ich denke hingegen, dass sie Potential nach oben bei den Anforderungen anzeigen. Die beste Lehre ist die mit dem größten Lernerfolg. Dafür können die Anforderungen zu lasch, aber auch zu hart bzw. falsch ausgerichtet sein.

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