Europa kann von einem Handelskrieg zwischen China und den USA profitieren

US-Präsident ‚Trump setzt auf schädlichen Protektionismus‘. Nun will er einen Handelskrieg mit China beginnen und meint ernsthaft, diesen gewinnen zu können. Damit zeigt er, dass er von Handel und dessen wechselseitigen Vorteilen keine Ahnung hat. Die Europäer sind froh, dass sie von seinen geplanten Strafzöllen größtenteils verschont bleiben. Die größte Gefahr ist, dass diese Zölle doch noch kommen bzw. Europa durch eine der beiden Seiten in den Handelskrieg hineingezogen wird.

Doch nehmen wir einmal an, dies passiert nicht. Dann ist ein Handelskrieg zwischen zwei Handelspartnern zum Vorteil Europas. Wenn China und die USA weniger Handel miteinander treiben, verbessern sich ceteris paribus die Handelsbeziehungen Europas zu beiden Ländern. Unsere Waren werden relativ günstiger sowohl in den USA als auch in China. Auch unsere Importe werden aus beiden Ländern günstiger, da jeweils die Import- und Exportkonkurrenz geringer wird, wenn die beiden weniger miteinander handeln, aber weiterhin mit uns. Dieser Effekt überkompensiert für Europa die Nachteile aus den Wohlfahrtsverlusten, die sowohl in China als auch den USA aus dem reduzierten bilateralen Handel entstehen. Wir sind also quasi Krisengewinnler, zumindest solange uns nicht auch der Zorn von Donald Trump oder Xi Jinping trifft.

5 Gedanken zu „Europa kann von einem Handelskrieg zwischen China und den USA profitieren

  1. Es wird aber so sein, dass China z.B. den Stahl, den es nicht mehr in die USA verkaufen kann, in den europäischen Markt drückt und damit hier die Preise kaputt machen wird.

    • Wenn Stahl und andere Importgüter billiger werden, ist das volkswirtschaftlich von Vorteil, weil der Nutzen für die Konsumenten die Einbüßen für die Produzenten überwiegt (andernfalls könnten diese die Preise entsprechend senken). Im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung konzentrieren wir uns dann auf andere Güter und Dienstleistungen, bei denen wir besser sind. Der Export nach China und in die USA wird auch leichter, wenn diese sich gegenseitig mit Strafzöllen überziehen.

      • „Wenn Stahl und andere Importgüter billiger werden, ist das volkswirtschaftlich von Vorteil“
        und
        “ Im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung konzentrieren wir uns dann auf andere Güter und Dienstleistungen, bei denen wir besser sind“

        Wenn importierte Güter billiger sind, ist das für den Konsumenten erst mal von Vorteil (Geiz ist geil). Die teuren Folgen daraus erfährt man dann, wenn dadurch heimische Wirtschaftszweige sterben. Klar können sterbende Unternehmen auf ein anderes Produkt umschwenken. Aber können sie die erforderlichen Investitionen in der zur Verfügung stehenden Zeit auch stemmen? Meist fehlt es ja nicht nur am nötigen Maschinenpark, sondern auch an einem innovativen Produkt das erst mal von entsprechend qualifiziertem Personal entwickelt werden muß. Ja und besteht der heimische Arbeitsmarkt überwiegend aus hochbegabten und innovativen Entwicklungsingenieuren? Ich befürchte die Antwort ist ein klares NEIN.
        Großkonzerne haben die Möglichkeit sich durch Quersubventionen den nötigen Aufwand zu erkaufen. Aber der schon weitgehend spezialisierte Mittelstand hat diesen Vorteil eben nicht.
        Der freie Welthandel kann von einem zum anderen Tag auf Preisschwankungen reagieren. Der Warenproduzent kann dieses nicht. Er braucht Zeit für die Entwicklung eines konkurenzfähigen Produktes, und dazu Kapital um es dann auch produzieren zu können.

  2. Sofern China seine nationale Einheit erhält, werden den Volkswirtschaften Westeuropas und der USA Bedrohungen erwachsen, wie Viele sich das heute nicht vorstellen können. Da sind die angedeuteten Windfall Profits aus Handelskonflikten nur Kleinkram. Als sehr positiv habe ich in diesem Zusammenhang ein Interview mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier in „Der Spiegel“ Nr. 14 vom 30.3.18 empfunden – wie ich überhaupt meine, dass einige Urteile in den zurückliegenden Blogs zu Posten- Neubesetzung und Strategie in der Bundesregierung zu pessimistisch waren.

  3. Pingback: Trump heizt durch Verhaftung Konflikt mit China an | Alexander Dilger

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