Sperren trotz Staatsdoping aufgehoben

Der Internationale Sportgerichtshof „CAS hebt Dopingsperren für russische Athleten auf“. In 28 Fällen wurden gestern mangels Beweisen die lebenslangen Sperren aufgehoben und haben die Ergebnisse von Sotschi Bestand. 11 andere russische Wintersportler bleiben wegen nachgewiesenem Doping aus den Ergebnislisten gestrichen und für die kommenden Winterspiele gesperrt, doch ihre lebenslangen Sperren sind ebenfalls hinfällig. Es handelt sich auch für die 28 rehabilitierten Athleten nicht um einen Freispruch erster Klasse. Es wurde nicht die Unschuld bewiesen, sondern aus Sicht des Sportgerichtshofs das individuelle Doping nicht hinreichend sicher nachgewiesen. Über das systematische Staatsdoping wurde nicht geurteilt.

Unverändert gilt, das ‚IOC sperrt Russland für Olympische Winterspiele‘. Doch 169 russische Wintersportler dürfen ohnehin schon unter neutraler Falle in Südkorea antreten. Vielleicht klagt sich jetzt noch ein Teil der 28 Athleten ohne Dopingsperre ein. Zugleich droht ein weiteres Debakel „Wie in Sotschi: Dopingproben manipulierbar“. Es wird also weiter, meist ungestraft, gedopt und darüber gelogen werden. Durch manipulierbare Dopingproben sinkt nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass gedopte Sportler erwischt werden, sondern ist der Freispruch nahezu sicher, wenn das doch einmal passiert.

4 Gedanken zu „Sperren trotz Staatsdoping aufgehoben

  1. Ist ja nichts Neues daß unter Staatsregie die größten Betrügereien organisiert werden.
    Bei Dopingkontrollen kann nur nach bekannten Substanzen gesucht werden. Was ist aber mit den Wirkstoffen die noch in den Labors auf weitere Forschungsergebnisse warten? Sind das die berümten Menschentests?

    • Es ist nicht nur so, dass auf bislang unbekannte Substanzen nicht getestet werden kann, sondern deren Gebrauch ist auch nicht verboten. Es gibt keine allgemeine und rechtlich verbindliche Dopingdefinition, sondern es wird mit Positivlisten gearbeitet. Was nicht explizit verboten ist, ist demnach erlaubt, was ein großer Anreiz dafür ist, nach immer neuen leistungssteigernden Substanzen und Verfahren zu suchen.

  2. Solange mit Sport viel Geld verdient werden kann, so lange wird gedopt werden.
    Das war früher anders. Wer Profisportler war, bzw.Berufssportler, wurde von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Der Amateurparagraph wurde 1985 aufgehoben und damit dem Doping Tür und Tor geöffnet.
    Die Situation heute ist, dass man Doping nicht mehr verhindern kann, eben durch die Weiterentwicklung der Substanzen. Es gibt Berufssportler, denen heute nachgewiesen werden kann durch damalige Blutprobe, dass sie vor 10 Jahren durch ein verbotenes Medikament gedopt waren.
    Bei denen ist die Karriere sowieso vorbei, die Medaillien werden aberkannt, die monetären Gewinne sind aber gut angelegt. Ziel erreicht, die Bücher längst geschrieben.
    Die Frage wird sein, welche Konsequenzen zu ziehen sind. Baumann hatte im Jahre 2000 die Dopingsubstanzen in seiner Zahnpasta. Seitdem kaufe ich keine Zahnpasta mehr. Eine gute Konsequenz?

    • Das viele Geld macht die Situation schlimmer, doch es wurde und wird auch ganz ohne finanzielle Anreize gedopt. Es wäre ehrlicher, Doping freizugeben, doch dann gäbe es kein Halten mehr und würde noch viel mehr Sportler daran sterben. Außerdem wollen viele Zuschauer die Illusion eines sauberen Sports.

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