Bulgariens Regierung will in die Eurozone und den Schengen-Raum

‚In Italien schwindet der Mut zum Euro-Austritt‘, doch immerhin denkt man dort ernsthaft darüber nach. Anderswo will man mit Schwung in die falsche Richtung: „Bulgarien will den Euro – und in die Schengen-Zone“. Bulgariens Regierung nutzt die gerade übernommene EU-Ratspräsidentschaft, um Anträge zur Aufnahme in die Eurozone und auch den Schengen-Raum zu stellen. Dabei wird sie insbesondere vom EU-Ratspräsidenten unterstützt, denn Jean-Claude ‚Juncker will Euro und Schengen für ganze EU‘.

Was jedoch Eurokraten begeistert, ist für die betroffenen Völker und Länder keine gute Idee. Bulgarien ist das ärmste Land in der EU. Es erfüllt zwar momentan die Maastricht-Kriterien zur Aufnahme in die Eurozone, aber diese werden doch ohnehin nicht mehr wirklich beachtet. Dies wird auch für Bulgarien gelten, sobald die zweijährige Wartefrist zur Aufnahme in die Eurozone um ist.

Selbst bei einem günstigen Einstiegskurs schadet sich Bulgarien jedoch selbst, weil es den Wechselkurs danach nicht mehr anpassen kann und nur noch viel schlechter auf irgendwann wieder auftretende Krisen zu reagieren vermag. Es wird dann auf Transferzahlungen, Hilfskredite und EZB-Maßnahmen angewiesen sein. Vorher darf es sich jedoch an Zahlungen für das viel reichere Griechenland beteiligen. Dass am Ende die Deutschen für alle zahlen sollen, versteht sich fast von selbst.

Wie die Eurozone ist inzwischen auch der Schengen-Raum keine Lösung mehr, sondern ein Problem. Wenn die EU-Außengrenzen nicht geschützt werden, dann werden die Innengrenzen wieder wichtig, wie auch bei Vernachlässigung der Staatsgrenzen plötzlich jeder Weihnachtsmarkt mit Betonklötzen und Waffen gesichert werden muss.

Hinzu kommt, dass in Bulgarien die Korruption noch immer weit verbreitet ist und deshalb selbst bewachte Grenzen bei entsprechenden Zahlungen an die Wächter einfach überwunden werden können. Allerdings fürchte ich, dass gerade deutsche Politiker Bulgariens Regierung in beiden Anliegen unterstützen werden, weil sie selbst auch keine unbestechlichen Wächter der deutschen sowie europäischen Interessen sind. Dabei geben sie sich nicht mit kleinen Scheinen zufrieden, sondern es geht um langfristige Karrieren als Berufspolitiker.

4 Gedanken zu „Bulgariens Regierung will in die Eurozone und den Schengen-Raum

  1. Bulgarien, Rumänien und Zypern sind Staaten auf Drittwelt-Niveau, die niemals in die EU hätten aufgenommen werden dürfen! In die Euro-Währungsunion passen sie erst recht nicht! Ich bin es so leid, dass Wahlversprechen gebrochen, Gesetze und Verträge von unseren Regierungen nicht beachtet werden und wir dafür auch noch zahlen müssen. Warum sollen wir Bürger uns noch an Recht und Gesetz halten???

  2. Und Griechenland, Malta, Kroatien, Montenegro? Ich kann Osterweiterung inkl. NATO Mitgliedschaften nur aus strategischen Gründen verstehen, als Firewall gegen Putin und Islamisierung.

  3. Pingback: Bulgariens Regierung will schneller den Euro wegen Rettungsmilliarden | Alexander Dilger

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