Meine Wahl(empfehlung)

Am 24. September 2017 findet die Bundestagswahl statt. Ich habe allerdings schon heute im Dortmunder Rathaus gewählt. Ich war bis zuletzt unsicher, wen ich wählen soll, habe jetzt aus einer schlechten Lage aber wohl das Bestmögliche gemacht. Auf meine einzelnen Stimmen kommt es ohnehin nicht an, doch bei einem knappen Wahlausgang könnten alle Leser hier zusammen bereits ein, zwei wichtige Mandate verschieben. Dabei ist ohnehin schon klar, dass Frau Merkel Bundeskanzlerin bleibt, aber noch nicht, mit wem.

Für mich stand schon lange fest, dass ich weder die CDU noch die Grünen wählen kann und werde. Die SPD wäre nur interessant gewesen, wenn ihr Kandidat Frau Merkel hätte ablösen können, was inzwischen ausgeschlossen erscheint. Bei Fortsetzung der Großen Koalition möchte ich nicht noch die SPD stärken, die CDU aber auch nicht, während die CSU hier nicht wählbar ist (in Bayern würde ich trotz Herrn Seehofer ernsthaft darüber nachdenken). Die Linke ist die klarste Oppositionspartei zu Frau Merkel, aber mir erstens viel zu links und zweitens die SED-Nachfolgepartei, die sich ihre große Schuld und die Fehler ihrer Ideen nie eingestanden hat.

Der ‚Wahl-O-Mat Bundestagswahl 2017‘ zeigte mir, dass die vielen Kleinstparteien auch keine echte Alternative darstellen, sondern mir inhaltlich-programmatisch weiterhin meine beiden Ex-Parteien AfD und FDP am nächsten sind. Beide haben jedoch massive Glaubwürdigkeitsprobleme, die AfD NRW noch einmal ganz besonders. Die Getreuen von Herrn Pretzell, die sich vielleicht kurz nach der Wahl mit der Alternativen Mitte verabschieden, möchte ich nicht noch unterstützen. Die FDP folgt hingegen nur noch Herrn Lindner, der seine unselige Rolle während der letzten schwarz-gelben Koalition nicht aufgearbeitet hat und vielleicht den gleichen Fehler wie Herr Westerwelle begeht, für ein schönes Ministeramt Land und Partei zu verkaufen. Aber vielleicht hat er trotzdem eine zweite Chance verdient, zumal er als Oppositionsführer eine bessere Figur machen könnte (als die heutigen Führungsfiguren der AfD oder er selbst in einer Merkel-Regierung).

Entsprechend habe ich mit der wichtigeren Zweitstimme die FDP gewählt, da dadurch außerdem die Chancen steigen, dass Frank Schäffler wieder in den Bundestag einzieht, der ein ehrlicher Kritiker der Eurorettungspolitik und anderer Fehlentwicklungen war und ist. Viele wollen mit der Wahl der AfD ein Zeichen gegen Frau Merkel setzen, was ich mit meiner Erststimme getan habe. Das ist gleich doppelt rein symbolisch, da die SPD-Kandidatin meinen Wahlkreis Dortmund II sicher gewinnen wird und auch durch einen anderen Direktkandidaten die Parteiengewichte im Bundestag unverändert blieben. Doch es ist ein Zeichen und der AfD-Direktkandidat Matthias Helferich muss sich auch nicht vor den anderen lokalen Kandidaten verstecken (siehe den „WDR Kandidatencheck“), wenngleich ich nicht alle seine Positionen teile (siehe auch bei „abgeordnetenwatch.de“). Meine Empfehlung lautet dementsprechend, zumindest in NRW trotz Bedenken die FDP-Liste zu wählen, während sich die Erststimme eher als Proteststimme eignet, wobei man sich alle Direktkandidaten einmal ansehen sollte.

273 Gedanken zu „Meine Wahl(empfehlung)

  1. „Auf meine einzelnen Stimmen kommt es ohnehin nicht an, doch bei einem knappen Wahlausgang könnten alle Leser hier zusammen bereits ein, zwei wichtige Mandate verschieben.“

    Das stimmt, aber wenn ich die Leser hier richtig interpretiere, dann sind Sie der einzige, der die AfD nur deshalb nicht wählt, weil Marcus Pretzell einer der NRW-Landeschefs ist. Natürlich kann ich mich irren!

    • Seinetwegen sind Hunderte, wenn nicht Tausende, ausgetreten. Auch von den aktuellen Mitgliedern wird er nicht geliebt, solange sie nicht zum engsten Kreis gehören, der mit Mandaten und Posten versorgt wird. Dass sich hier fast niemand dazu äußert, ist allerdings tatsächlich auffällig.

      • Er wird dem nächsten Landesvorstand auch sicher nicht angehören.

        Die FDP würde natürlich Frau Merkel auch stützen, was Ihnen vermutlich klar ist. Eine starke (und vor allem selbstbewusste) FDP in der Regierung könnte freilich mäßigend auf die Politik einwirken.

      • Ich gehe davon aus, dass Herr Pretzell und seine Frau nach dem Bundesparteitag die AfD verlassen werden. Sie wollen dann möglichst viele Mitglieder und Mandatsträger mitnehmen, doch es wird wohl noch kläglicher ausgehen als bei Herrn Lucke.

        Als Koalitionspartner müsste die FDP Frau Merkel stützen, aber nicht so bedingungslos wie 2009-2013. Ansonsten wäre sie eine echte und seriöse Oppositionspartei. Ich gehe davon aus, dass die AfD dann 2021 nicht wieder in den Bundestag käme, so dass sich AfD-Anhänger eigentlich eine schwarz-gelbe Regierung wünschen müssten.

      • Sie betreiben Kaffeesatzleserei! Frauke Petry wird nicht wieder AfD-Bundessprecherin, das ist klar. Aber dass sie die AfD verlässt, halte ich für unwahrscheinlich. Im zweiten Glied ist sie gut aufgehoben und auch gut versorgt. Leben und leben lassen eben!

      • Frau Petry will aber ganz an der Spitze stehen und dort keinen neben sich leben lassen, siehe Herrn Lucke oder dann Herrn Meuthen. Ihr Mann ist ohnehin ein Zocker, der alles oder nichts spielt. Wollen wir wetten, dass beide austreten, wenn sie nicht Bundessprecherin bleibt?

      • Ich sehe vieles sehr Bedenkliche in der AfD, aber auch Gründe sie zu wählen. Ich bin sehr nahe der Haltung von Herrn Prof. Dilger, die FDP „trotz allem“ zu wählen. Den noch zwischen AfD und FDP Schwankenden empfehle ich, nicht per Brief zu wählen, sondern die letzten Wahlprognosen abzuwarten: Dann stellt sich nämlich heraus, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine schwarz-gelbe Regierung ist. Und es scheint mir wichtiger zu sein, eine solche Regierung ohne grüne Beteiligung zu bekommen denn dazu beizutragen, daß die AfD 8,5 statt
        6,5 % bekommt. Wir haben alle nur eine wichtige Stimme (die Zweitstimme). Mehr Einfluß können wir dadurch ausüben, daß wir Stimmung machen. ,

      • Sie haben recht, Hr. Prof. Dilger! Wir Liberalen müssen viel mehr auf die Information der Bevölkerung setzen. Wenn das geschafft ist, der außerparlamentarische Protest die Herzen der Menschen bewegt hat, dann werden sich danach auch die Parteienstärken verändern und auch andere Parteien Erfolg haben können.

    • Ja, man muss das voneinander trennen, die große und wichtige Sache der AfD, getragen von 4 Mio. Wählern am 24.9.17 mit dann vielen Dutzenden guten MdBs – und dem gegenüber, tja, ein Marcus P.

      • Glauben Sie denn wirklich, dass es nur gute AfD-Bundestagsabgeordnete geben wird? Entzaubern sich nicht gerade selbst die Spitzenkandidaten?

      • Das tun sie nicht.

        Alexander Gauland macht einen sehr guten aufrechten und standhaften Wahlkampf. Er muss sich absolut nichts vorwerfen.

        Alice Weidel hat eine Sendung verlassen. Ich hab die Sendung nicht gesehen und traue mir deshalb keine Urteil zu. Ich weiß aber, wie parteiisch die Moderation sein kann und habe deshalb durchaus Verständnis dafür. Jetzt kann man darüber diskutieren, ob es trotzdem richtig war. Ich hätte das nicht gemacht. Aber ich glaube nicht, dass es der AfD geschadet hat. Eher im Gegenteil. Die Aufmerksamkeit wird der AfD geholfen haben und den Wählern wird einmal mehr bewusst, dass die AfD die einzig echte Oppositionspartei ist.

        Den Rest besorgen schon Angela Merkel und Martin Schulz. DIe jüngst wieder leicht ansteigenden Umfragewerte der AfD zeigen doch, dass die AfD in den letzten Wochen nicht alles falsch macht und sie wieder attraktiver erscheint.

      • Die ursprüngliche Aussage von Herrn Gauland fand ich nicht so schlimm, da es eine allgemeine Redewendung ist, Politiker entsorgen zu wollen (siehe ‚Integrationsbeauftragte macht Sorgen‘). Seine nachträglichen Rechtfertigungsversuche, dass jeder anderer Meinung das Land verlassen solle, waren der eigentliche Skandal, der zu seinem Glück nicht mehr so richtig bemerkt wurde.

        Ich habe nur nachträglich die Schlüsselszenen gesehen, wie Frau Weidel bei Frau Slomka rausstürmte. Auch das war alles andere als ein Ruhmesblatt. Wie Herr Lucke fordert sie dauernd, man müsse sie ausreden lassen, während sie selbst ständig dazwischenbrabbelt. Dass Herr Höcke rechtsradikal ist, kann sie kaum ernsthaft bestreiten (zumindest ist es keine völlig absurde These, die jede weitere Diskussion erledigt), weshalb sie wohl auch die Flucht ergriffen hat, wenn es nicht tatsächlich von Anfang an (schlecht) geplant war. Hätte man sie selbst (wieder und diesmal direkt ins Gesicht) als „Nazi-Schlampe“ beleidigt, wäre es etwas anderes gewesen. So bleibt der Eindruck, dass sie nur austeilen möchte, aber nicht einstecken kann. Doch vielleicht wollte sie auch nur Herrn Gaulands Grundsatz vorleben, dass gehen muss, wer anderer Meinung ist…

      • Sie kritisiert doch jetzt vor allem die Meinungsfreiheit, von der sie selbst profitiert. Warum spricht sie den Deutschen erst jede Kultur (außer der Sprache) ab, wenn sie das jetzt selbst für absurd hält? Warten wir ab, ob sie Staatsministerin bleibt, falls die Große Koalition fortgesetzt wird.

      • Eine einzelne Szene sagt nichts aus. Anhand der einzelnen Szene kann ich es auch nicht nachvollziehen. Die Kommentare sind jedoch voll davon, dass sie zuvor parteiisch wie in einem Tribunal behandelt wurde. Dann könnte ich sie verstehen. Aber letztendlich ist es mir auch egal, weshalb ich mir die ganze Sendung auch nicht antue. Es ist für meine Wahlentscheidung nicht relevant. Lucke hat Friedmann übrigens auch schon vorzeitig verlassen. Ich konnte ihn verstehen, auch wenn ich selbst stets den Kampf suchen würde.

      • Dass Frau Weidel während der Sendung die TV-Runde verlassen hat, halte ich auch für negativ. Sie ist ja nicht auf dem Mund gefallen und gebildet genug, sich mit guten Argumenten zu wehren. Wegrennen ist doof!

      • Ich wäre NICHT gegangen! Echte Soldaten schießen bis zur letzten Patrone….

  2. Über 2021 mag ich überhaupt nicht spekulieren. Es wurde anderswo auch mal behauptet, dass die AfD verschwinden würde, wenn die CSU bundesweit wählbar wäre. Aber die AfD ist jetzt existent, bereits etabliert und vernetzt. Warum sollten die AfD-Wähler plötzlich FDP wählen, die programmatisch doch weitgehend anders aufgestellt ist? Insbesondere, wenn in Ostdeutschland erste CDU-Verbände anfangen, intensiver mit der AfD zu reden.

    Ganz abgesehen davon glaube ich nicht, dass die FDP wirklich echte Opposition betreiben würde. Sie war historisch immer eher ein Anhängsel von einer der beiden Lager Union und SPD.

    Wir sollten eher nach Österreich schauen, wo es mittlerweile drei starke Kräfte gibt, ÖVP, SPÖ und FPÖ. Die FPÖ wurde aber erst so stark, als sie sich vom Image einer früheren FDP trennte und sich zu einer Partei entwickelte, die starke Gemeinsamkeiten mit der heutigen AfD hat. Die FPÖ ist von ÖVP und SPÖ ungefähr jeweils gleich weit entfernt (aber als gleichberechtigter Partner!) und so sehe ich auch die AfD in der Zukunft.

    • “ Die FPÖ wurde aber erst so stark, als sie sich vom Image einer früheren FDP trennte ….“
      Also das ist historisch aber nicht richtig, der erste Parteivorsitzende der FPÖ war ein NSDAP-Reichstagsabgeordneter. Die FPÖ war eine Minderheit, erst durch Jörg Haider mit seinem Charisma wurde die FPÖ zu einer Massenpartei.

      • Im Deutschen Bundestag saßen auch etliche NSDAP-Mitglieder, und zwar in mehr oder weniger jeder Partei.

      • Natürlich aber keine ehemaligen NSDAP-Reichstagsabgeordnete.

      • Lucke kann man doch nicht mit Jörg Haider vergleichen, man kann doch keinen Trabanten mit einem Ferrari vergleichen.

        Interessante Doku über Haider:

    • Im Dreiparteiensystem war die FDP Königsmacher und deshalb meist an der Regierung, was auch zum Medianwählermodell passt. Jetzt ist die Situation komplizierter.
      Herr Lindner kann besser reden als alle AfDler. Das wirkt in der Opposition, selbst wenn die Wähler nicht direkt von der AfD zur FDP überlaufen. Wahrscheinlich überleben die hehren Worte keinen Regierungsalltag. Doch wäre das bei der AfD anders, bei der schon jetzt Worte und Taten oft auseinanderfallen?

      • Christian Lindner ist völlig unglaubwürdig. Seine unverhohlene Flirterei mit Cem Özdemir zeigt, dass er mit der Grünen eine Koalition bilden möchte. Eine solche Partei ist für einen AfD-Wähler unwählbar. Lindner schielt nämlich primär nicht auf die Wähler der AfD, sondern auf jene von allen anderen Parteien.

      • Herr Lindner ist tatsächlich unglaubwürdig, doch aus reinem Eigeninteresse sollte er aus den Fehlern von 2009 ff. gelernt haben. Sonst ist die FDP 2021 tatsächlich erledigt. Der AfD kann doch eigentlich nichts Besseres passieren als eine Jamaika-Koalition. Trotzdem muss sie ihre Hausaufgaben machen, um keine reine Protestpartei zu bleiben, die wieder verschwindet, wenn entweder die schlimmsten Probleme nicht mehr so akut sind oder eine aufregendere Alternative auftaucht.

      • Herr Lindner sagt im Bild-Interview, dass alle Flüchtlinge in ihr Land zurück müssen, wenn der Kriegsgrund entfällt. Daran wollen wir ihn als Kabinettsmitglied messen; oder an seiner Oppositionspolitik, wo gemeinsam mit der AfD der Druck auf die GroKo dann erheblich stärker werden sollte.

      • Herr Lindner hat viel gesagt, woran er sich messen lassen muss, z. B. auch, dass ein Grexit am vernünftigsten wäre. In einer Regierung kann er nicht alles umsetzen, dürfte aber auch nicht alles opfern wie die FDP 2009-2013. Als bürgerlicher Oppositionsführer wäre er vermutlich sehr stark, weil er dann keine Kompromisse eingehen muss und die AfD mit übertriebenen Forderungen ihm ermöglicht, in gemäßigter Form das Richtige zu formulieren.

      • @Walter

        Herr Lindners Aussagen lassen alles offen. Fakt ist, in Deutschland warten 600000 abgewiesenen Migranten auf Abschiebung. Eine Priorität für jede Partei und Regierung.

      • Erste Priorität muss es haben, nicht immer noch mehr Menschen unkontrolliert ins Land zu lassen. Frau Merkel hat das nicht ausgeschlossen und setzt jetzt auf millionenfachen Familiennachzug. Wenn das von der FDP verhindert würde, wäre schon viel gewonnen.

      • Mir ist völlig unklar, warum die FDP das verhindern sollte. Sie macht in NRW nichts in die Richtung (denken Sie an den Umgang mit dem von der AfD eingebrachten Antrag zur Extremismus-Klausel), sie macht in Rheinland-Pfalz nichts in die Richtung, sie macht in Schleswig-Holstein nichts in die Richtung. Im Gegenteil: In den beiden letztgenannten Ländern sorgt sie mit dafür, dass die Grünen an der Regierung sind. Das ist eine Katastrophe.

      • Die Lage in NRW ist nicht ideal, aber schon nach kurzer Zeit besser als unter Rot-Grün mit Innenminister Jäger. Dass die FDP reinen Symbolanträgen der AfD nicht zustimmt, kann man ihr nicht vorwerfen. Wo sind denn die konstruktiven Sachanträge der AfD zu den großen Problemen?

      • Warum Symbolanträge? Die AfD hat gefordert, genau das wieder einzuführen, was es bis vor einigen Jahren bundesweit gab.

      • Ist das Thema wirklich von entscheidender Bedeutung? Vor allem kann man folgenden Satz aus dem AfD-Antrag auch gegen die AfD selbst wenden: „Extremismus soll nicht mit Extremisten bekämpft werden!“ Die AfD sollte wohl zuerst ihre eigenen diesbezüglichen Probleme lösen.

      • Die FDP wird gar nix verhindern. Sie spricht in R-P und in S-H die Sprache der Grünen. Macht korrumpiert eben. Ich frage mich, wie man selbst heute immer noch so naiv sein kann. Eigentlich müsste man denken, die Menschen seien lernfähig. Sind sie wohl leider nicht.

        Das Parlament ist letztendlich vollkommen irrelevant. Die wahren Entscheidungen werden in der veröffentlichten „Meinung“ getroffen. Die Parlamentarier, die nicht bereit sind, sich dagegen konkret aufzulehnen, sind letztendlich nur Marionetten.

      • Meinen Sie die Auflehnung von Frau Weidel, die einfach aus einer Talkshow gegangen ist, weil sie schon dieser nicht gewachsen war? Natürlich ist das Parlament relevant, insbesondere wenn es eigene Entscheidungen trifft und nicht nur die Vorgaben der von ihm gewählten Regierung abnickt.

      • Ganz genau. Wer FDP wählt, wählt de facto die Grünen mit. Das machen halt die Leute, die die Probleme des Landes als (noch) nicht so groß ansehen, was man natürlich respektieren muss.

      • Wer die AfD wählt, wählt die Grünen oder die SPD eher mit als der FDP-Wähler. Denn wenn der FDP Stimmen fehlen, um mit CDU/CSU eine Regierung zu bilden, wird die CDU/CSU, die ja nicht mit der AfD koaliert, notwendigerweise die Grünen oder die SPD in die Regierung holen.

      • Richtig. Vor allem verhindert die AfD jede Koalition ohne Frau Merkel. Wenn man z. B. Rot-Rot-Grün für schlimmer hält als Frau Merkel, kann man sich mit ihr darüber freuen. Ich halte jedoch Frau Merkel langfristig für schlimmer und vermisse vor allem eine echte Wahlmöglichkeit, wie sie zu einer funktionierenden Demokratie gehört.

      • Wer FDP wählt, begrenzt den Einfluss der Grünen. Wer AfD wählt, macht die Grünen indirekt stärker, weil ihm der Protest wichtiger ist als reale Problemlösungen.

      • @Burger

        Ihre eigenwillige Sicht der Dinge haben Sie ja schon dokumentiert:
        Alexander Gauland macht einen sehr guten aufrechten und standhaften Wahlkampf. Er muss sich absolut nichts vorwerfen.

        Was die Straße angeht, so darf ich an Pegida oder neuerdings an die Auftritte von AfD-Anhängern auf den Wahlkampfveranstaltungen der CDU ( mit Beleidigungs- und Nötigungshandlungen ) erinnern. Auch sind mir aufgrund eigener Recherchen die Aufmärsche ( „Kundgebungen“ ) der AfD in Ostwestfalen-Lippe bekannt, die natürlich auch Personen der ID oder Pro oder ähnliches anzog. Die Märsche zum Kyffhäuser-Denkmal sollten auch bekannt sein. Und, das ist natürlich spekulativ, vermute, dass – wenn die Rahmenbedingungen besser wären – man gerne noch häufiger präsent wäre.

        Das Pendant zur AfD auf der linken Seite sehe ich im übrigen zur Zeit noch bei Die Grüne / Die Linke. Wenn Sie aber ihre Wandlung so flott weiter treibt, dann werden die Pendants DKP / MLPD sein.

    • Ich kenne zahlreiche Wähler die früher FDP, dann AfD und nunmehr wieder FDP wählen. Die Gauland-AfD hat deutlich den Boden für guten Geschmack verlassen; zuletzt mit einen Ergüssen über die Integrationsministerin. Wenn schlechter Stil, Hass und platte Vorurteile die Inkompetenz der Integrationsministerin überschreiten, dann ist dies ein deutlicher Indikator, dass es mit der AfD schlecht bestellt ist.

      Petry / Pretzell subsumiere ich unter „AfD-Vergangenheit“. Sie werden sich mit der sog. AM davon stehlen. Natürlich wird die AM ein Flopp und mit der existenziellen Not dieses merkwürdigen Pärchens wird die Ehe dann auch noch floppen.

      • Die AfD kann und darf keine FDP 2.0 sein. Insofern ist das wohl ein Verlust, den man nicht bedauern sollte. Die AfD hat keine Daseinsberechtigung, wenn sie sich als Teil des Systems sehen würde. Die AfD muss sich außerhalb des Systems stellen, da sie nur so die gewünschten Veränderungen anpacken kann. So wie es eben auch die Grünen in der Vergangenheit getan haben. Die Grünen haben das System verändert. Das muss die Blaupause der AfD sein. (hoffentlich mit weniger Intoleranz am Ende) Wer nur an seinen eigenen kurzfristigen Status (finanziell wie gesellschaftlich) denkt, der ist bei der FDP besser aufgehoben. Wer aber an die Zukunft des ganzen Landes denkt, der sollte die AfD bevorzugen.

      • Was verstehen Sie denn unter System? Unser System ist die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Die AfD sollte sich nicht weiter davon entfernen, sondern darin sinnvolle Veränderungen anstreben und schädliche Veränderungen zu verhindern versuchen.

      • Die Daseinsberechtigung einer Partei bestimmt in der Demokratie immer noch das Volk, was gut, aber auch schlecht sein kann, siehe NSDAP oder KPD im Dritten Reich, oder AKD / Erdogan in der Türkei, Putin in Russland, Trump in USA, BrExit in GB.

        „Teil des Systems“ auf solche Phrasen onanieren die AntiFa-Gesellen schon seit Jahrzehnten und begründen auf dieser Basis ihre Gewaltakte. Im übrigen gilt das Gleiche für den Abschaum aus den Reihen der Grünen, die zahlreiche Straßenschlachten, Sachbeschädigungen, pp. zu vertreten haben.

        Auf der gleichen Grundlage beglücken uns die Islamisten mit Terror und Scharia(Polizei).

        Wer nicht zum System, zur Verfassungsordnung gehören will, – ich schreibe es klar und deutlich ! – der möge sich ein anderes Land suchen.

        Wenn Sie und Ihre AfD in Mackern, Machos, Rassisten, Willkür-Herrscher, pp. die Zukunft sehen und diese am liebsten heute an der Regierung wollen, dann gehn Sie doch einfach mit Ihrer AfD dahin, wo derartiges Gesochs ihr (Un-)wesen treibt. Gehen Sie doch mit Ihrem Elsässer zum Putin und hungern sich durch Russland durch. Genießen Sie doch einfach ein paar Jahre Erdogan ( das bisschen Teppich-Schmatzen kriegen Sie schon hin ). Jetzt können Sie sogar in die sonst so böse USA gehen, wo der heilige Trump regiert. Also: Tun Sie sich und die AfD doch einfach keinen Zwang an: Es gibt genug Rassismus, es gibt genug starke Macker, gehen Sie einfach hin.

        Aber wer hier ein Problem mit dem System hat, der soll sich konsequenter Weise und zum Frieden aller einfach dahin verpissen, wo sich sein Traum-System befindet.

        Dabei ist es mir egal, ob der Systemkritiker ein grüner Extremist, ein islamistischer NAfri, ein verblödeter Taliban, ein sozialschmarotzender Kommunist oder ein besorgter AfD-Rassist ist. Geht einfach !

        Vielleicht geht Ihr sogar noch Hand in Hand auf irgendeine kleine Insel und schlagt Euch dort die besserwissenden Mäuler ein. Aber bitte ( ! ) geht einfach und lasst uns in Ruhe. Genießt Euch einfach selber, in vollen Zügen, ganz allein, ja ( sogar ! ) konzentriert [ Bei dem Wort dürften doch schon etliche Herzen voller Freude hüpfen ! Ist doch fast so schön wie „entsorgen“. ].

        Aber Ihr geht nicht, warum eigentlich nicht ?! Haben Sie mal darüber nachgedacht, warum das ganze Gesochs kommt, aber nicht geht ?! Weil Ihr Euren jeweiligen geistigen Scheiß selber nicht glaubt. Ihr habt es Euch doch häuslich in dem pöhsen System eingerichtet ! Das ist doch die von der AfD viel beschworene Wahrheit.

        Wenn der Gauland gegen grundlegendes nationales Recht und Völkerrecht am Rechtsstaat vorbei (!) [ anders würde es überhaupt nicht gehen – und das weiß der Gauland ziemlich genau ! ] die deutsch-türkische Integrationsministerin nach Anatolien jagen könnte, wie er es gerne tun würde, was meinen Sie wohl, was er und sein Gefolge noch so alles tun würde ? Glauben Sie ernsthaft, es wäre dann noch gemütlich, bei so einer Art von Inneren Sicherheit ?!

      • Man kann das auch etwas gehobener formulieren, doch es ist richtig, dass insbesondere der Kampf gegen das System und gegen das geltende Recht die aktuelle AfD bzw. viele ihrer Vertreter unattraktiv macht. Deutschland braucht mehr Verteidiger des Rechts und nicht noch mehr Gegner.

      • Unter System verstehe ich nicht die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Die begrüße ich sehr. Aber genau diese ist unterwandert worden durch links-grünen Gesinnungsterrorismus. Unter System verstehe ich die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse und die Meinungsmacher, die dieses System dominieren. Außerhalb des Systems stehen, das bedeutet folgende Dinge: Man widerspricht der grün-linken Gesellschaftsordnung und ist dafür auch bereit, soziale Ausgrenzung zu erfahren. Wer die grün-linke Ideologie ernsthaft ablehnt, der kann das nur außerhalb dieses Systems. Wer sich zu Nationalstaatlichkeit, Grenzen, Familie, wirklicher Demokratie, ja sogar zu ganz banalen Dingen wie dem Essen von Fleisch und vieles mehr bekennt, der wird aus dem gesellschaftlichen Diskurs ausgeschlossen. Wer dazu nicht bereit ist, der unterwirft sich zwangsläufig der grün-linken Ideologie, die andere Meinungen über soziale Ausgrenzung zu unterdrücken versucht. Die FDP, aber auch die Alfa-Abspaltung haben gezeigt, dass sie dazu nicht bereit ist. Das soziale Dazugehören wird als wichtiger bewertet als die eigenen politischen Überzeugungen. Das sage ich nicht mit Arroganz. Es geht schließlich nicht nur um gesellschaftliche Ausgrenzung, es geht auch um wirtschaftliche Vernichtung. Das grün-linke System akzeptiert nicht mal private Meinungen. Der Verlust des Arbeitsplatzes, die Reduktion von Aufstiegschancen beim Staat oder der Verlust von Kunden bei Selbständigen, all das versuchen Empörungskampagnen mittels willfähigen Medienvertretern durchzusetzen. Ich kann verstehen, wenn es einem das nicht wert ist.

      • Was ist daran ein System? Es gibt verschiedene gesellschaftliche Gruppen. Linke und Grüne sind besonders laut, bilden aber nicht die Mehrheit. AfDler sind doch auch laut und häufig, nicht immer, intolerant. Für das Äußern Ihrer politischen Ansichten muss Sie niemand mögen, aber das Äußern ist nicht verboten. Die Strafanzeigen gegen Herrn Gauland werden nicht zu Anklagen führen, was auch richtig so ist, wenngleich er selbst die Meinungsfreiheit beschränken statt verteidigen will. Wer hat schon etwas dagegen, dass die eigene Meinung geäußert werden darf? Liberal und tolerant ist, wer auch das Äußern anderer einschließlich entgegengesetzter Meinungen befürwortet.

      • Ihre Beleidigungen überlese ich mal großzügig. Sie haben offensichtlich jegliche Bodenhaftung verloren. Auch verfügen Sie offensichtlich über keinerlei Menschenkenntnis und ersticken in Ihrer Arroganz. Mir soll es recht sein, mit Menschen wie Ihnen möchte ich auch gar nichts gemein haben.

        Ich kann Ihnen aber eines sagen: Sie irren und zwar massiv. Ihre Menschenkenntnis scheint nicht die allerbeste zu sein. Wissen Sie, was ich heute Abend machen werde? Ich werde gemütlich eines oder auch mehrere Bier trinken und mit Freunden diskutieren. Vielleicht über private Themen, vielleicht aber auch über politische Themen. Ich werde so argumentieren, wie ich hier auch argumentiere. Ich werde mit Leuten reden, die, wieso auch immer, immer noch die Altparteien wählen. Ich werde mich mit ihnen prächtig verstehen und wir werden uns zuhören, weil im Kleinen, weil im privaten Umfeld eben immer noch möglich ist, was auf öffentlicher Bühe unmöglich ist. Die Möglichkeit frei und kontrovers über Themen zu diskutieren und sich am Ende trotzdem noch mögen. Ganz ohne Beleidigungen und ganz ohne anderen Menschen die Menschlichkeit abzusprechen.

        Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

      • Sachliche Diskussionen sind auch öffentlich möglich, wenngleich sie leider schnell zu entgleiten drohen. Ich bitte alle Beteiligten darum, hart in der Sache, aber freundlich im Ton und vor allem ohne Beleidigungen zu argumentieren. Danke.

      • Für mich und mein Verhalten sind die real existierenden gesellschaftlichen Verhältnisse relevant. Sie sind mehr oder weniger informelle Institutionen, die mein Verhälten einschränken. Sie sperren mich ein, sie rauben mir die Freiheit. Sie wissen doch auch selbst, dass Sie mit sozialen Nachteilen rechnen müssen, wenn Sie sich zur AfD bekennen. Mit Glück nicht im sozialen Umfeld, sehr wohl aber im Beruf. Spätestens wenn Sie sich neu für eine Beamtenstelle bewerben, halte ich es für fast ausgeschlossen, dass man als AfD-Mitglied eine Einstellungschance hat oder ob es dann nicht doch plötzlich „bessere“ Bewerber gibt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Selbst ein einfacher Chauffeur eines CSU-Landrats musste aus politischen Gründen seinen Posten räumen. Für mich ist das selbstverständlich ein System. Freilich kein schriftlich festgelegtes. Aber sehr wohl ein informelles real existierendes. Ein System, das festlegt, mit welchen öffentlich geäußerten Ansichten man dazugehört und berufliche Chancen genießt.

      • Jedem steht es frei, Sie wegen Ihrer Ansicht oder aus sonstigen Gründen (nicht) zu mögen. Ich weiß, dass es große Vorbehalte gegen die AfD, deren Mitglieder und selbst Wähler gibt. Gilt das aber nicht in verschiedenem Ausmaß für alle Parteien? Wer jeder Kontroverse aus dem Weg gehen will, sollte sich nicht zu Politik, Religion, Wirtschaft oder anderen kontroversen Themen äußern. Selbst Gespräche über das Wetter werden zunehmend verfänglich, weil schnell jemand mit dem Klimawandel anfängt.

        Bei möglichen beruflichen Nachteilen würde ich differenzieren. Auch wenn das zunehmend anders gesehen wird, bin ich für Privatautonomie. Sie sollten sich also frei ihren privaten Arbeitgeber aussuchen dürfen, dieser aber ebenso frei seine Mitarbeiter. Wenn Sie jemand wegen Ihrer geäußerten Parteipräferenz nicht einstellen mag, dann ist das eben so. Seien Sie froh und arbeiten Sie lieber für jemand anderen. Im Öffentlichen Dienst ist das anders. Solange Sie sich nicht verfassungswidrig äußern und betätigen, dürfen Ihre politischen Ansichten und Ihre Parteizugehörigkeit keine Rolle spielen (mit der Ausnahme von ganz wenigen politischen Posten). Tatsächlich wird teilweise anders verfahren, was jedoch rechtswidrig ist. Auch hier ist der Kampf für den Rechtsstaat besser als eine vermeintliche AfD-Opferrolle.

      • I. Es ist immer das gleiche Argumentationsmuster:

        Da ist der Systemrandalierer und -zerstörer, der Linke / Grüne / AntiFa / Gutmensch oder der Rechte / Nazi / Ewiggestriger und deshalb darf ich zum Schutze des Systems….

        gegen das System randalieren, zerstören.

        II. Extreme brauchen ihr Gegenextreme. Sie rechtfertigen sich so gegeneinander.

        In der Weimarer Republik haben die Extremisten mit dem Argumentationsmuster polarisiert und sich vergrößert; zumal die demokratischen Parteien in Anbetracht des Versailler Vertrages ohnehin mit leeren Händen und gescheitert dar standen.

        III. Das gleiche, aber noch extremer und noch weniger lustig, Argumentationsspielchen wird in Syrien betrieben: Weil IS die ( ungläubige ) Bevölkerung köpft, foltert und vergewaltigt, kippt Assad Brand- und Chemiebomben auf die ( separatistische ) Bevölkerung, im Anschluss marschieren die Schiiten ein, köpfen, foltern und vergewaltigen die ( abtrünnige ) Bevölkerung.

        IV. Im Ergebnis bleibt es letztlich dabei:

        1. Man kann mit Extremen ( AntiFa / AfD / Pegida ) keinen Extremismus bekämpfen.

        2. Es genügt nicht, Rechtsextremisten zu bekämpfen, weil die Linksextremisten und Islamisten als Nährboden fortbestehen.

        3. Umgekehrt gilt das gleiche.

        4. Will man demokratische Mängel beseitigen oder Extremismus bekämpfen, dann geht dies nicht mit Hilfe von Parteien, die Probleme mit Grund- und Menschenrechten und Rechtsstaat haben.

        5. Weder mit der Wahl von Grünen, Linken, SPD noch mit der AfD, Pro, NRW kann ich als Bürger etwas für den Erhalt dieser demokratischen und liberalen (!) Institute machen.

        Im schlimmsten Falle demontiere ich diese Institute sogar, was in der Vergangenheit durch die Verlagerung von nationalen Kompetenzen auf EU-Ebene geschehen ist.

      • Es hilft aber auch nicht, alle zu Extremisten zu erklären. Es gibt in der AfD leider Rechtsextremisten, aber das macht nicht alle AfD-Mitglieder oder gar Wähler dazu.

      • Ich weiß auch nicht, von wem Harald Töpfer spricht. Er reagiert auf meine Beiträge, meinen kann er mich aber nicht. Jedenfalls nicht, wenn wir in der gleichen Welt leben. Ich sehe auch nirgends einen Straßenkampf. Abgesehen von ein paar Leuten im Osten, übernimmt niemand der AfD (und im Osten werden viele davon eher NPD als AfD sein) den Straßenkrawall der Linken. Was die AfD aber von den Grünen lernen kann und weshalb ich von Blaupause spreche, ist der Marsch durch die Institutionen. Parlamentarische Teilhabe (wovon man die AfD ja so weit es nur geht ausgrenzen möchte. Jetzt möchte man ihr den evtl. möglichen Vorsitz im Finanzausschuss nehmen. So viel dazu, dass man die AfD ja nicht aus dem „System“ ausschließen möchte) ist nur ein kleiner Teil. Viel wichtiger ist die Verankerung in den Medien und im Öffentlichen Dienst. Und das ist wie bei der grünen Bewegung eine Aufgabe, die Jahrzehnte benötigt.

      • Sie werden auch unter den Linken und Grünen Nichtextreme finden. Die Frage ist immer, wer die Deutungs- und Gestaltungshoheit hat. Bei der AfD wird man wohl kaum bestreiten können, dass Personen wie Gauland, von Storch, Pretzell, Höcke, Poggendorf, pp. die Macht inne haben. Alle sind sie einschlägig aufgefallen.

      • Alexander Dilger: „Unser System ist die freiheitlich-demokratische Grundordnung“.

        Leider stimmt das nicht mehr ganz so! Die 68er und ihre Nachfahren haben sich in allen Schlüsselpositionen von Staat, Gewerkschaften, Schulen, Universitäten, Medien, Kirchen, Verbände, Kunst- und Kulturszene festgesetzt und drängen alle Menschen mit einer anderen Meinung auch mit einem steuergeldfinanzierten „Kampf gegen Rechts“ in das gesellschaftliche Aus und erklären Andersdenkende für vogelfrei. Die einstmalige „Freiheitlich-demokratische Grundordnung“ unterstütze ich vollständig, die heute gängige linke Interpretation davon nicht mehr! Ich muss Flüchtlingsdarsteller nicht lieb haben, sondern ich will, dass sie aus Deutschland vertrieben werden! Ich will südeuropäische Schuldenstaaten, die Ukraine und andere GUS-Nachfolgestaaten nicht retten! Ich will eine schlanke EU mit effektiver Zusammenarbeit selbstständiger Staaten, aber keinen Brüsseler Superstaat! Ich will scharf kontrollierte Außengrenzen dieser EU, ja ich will die Festung Europa! Und ich will knallharten Wettbewerb und keinen Kuschelkurs.

        Und jetzt? Bin ich ein Nahtzieh??? Für alle Linken schon (und die gibt es inzwischen bis in die CDU hinein, daher habe ich diese Blockflöten verlassen!!!).

      • Sie sollten zwischen dem System und den Akteuren darin unterscheiden. Gerade wenn Sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung bejahen, können Sie doch den demokratischen Wettbewerb innerhalb derselben suchen. Sie sollten friedlich für das werben, was Sie wollen, während andere für anderes werben (dürfen).

  3. Herrn Helferich in Dortmund zu wählen – ist sicherlich eine gute Wahl. Besonders, da er, nach meiner Erinnerung, nicht einmal für einen Listenplatz auch nur kandidierte – und ein Direktkandidat in NRW außer vier Arbeit nichts ‚ernten‘ wird.

    Gerade aber, wenn man annimmt, dass Frau Petry und Anhang die AfD verlassen (und eher sich einer anderer Partei anschließen als im Vakuum zu verglühen) sollte man unbedingt der AfD seine Stimme geben.

    Denn diese braucht dann zwingend die 5 % an verbleibenden Abgeordneten, um den Fraktionsstatus zu erhalten

    • Das spricht jedoch eher für die Wahl der AfD in anderen Bundesländern. Die wackligen Listenplätze in NRW sind doch mit Pretzell-Anhängern besetzt. Zumindest im Landtag haben sich diese auch nach der Wahl nicht emanzipiert.

    • Kürzlich wurde übrigens eine Podiumsdiskussion mit Matthias Helferich „erfolgreich“ gestört: https://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44137-Dortmund~/Protest-gegen-AfD-Diskussion-ueber-Armut-abgebrochen;art930,3352336
      Was halten die Leser davon? Für mich ist das ein Riesenskandal, freilich kommt so etwas regelmäßig vor. Insbesondere die Evangelische Kirche gibt ein sehr schlechtes Bild ab. Die Frage ist: Kuscht sie vor Linksextremen oder besteht ein intrinsisches Interesse daran, die AfD auszugrenzen?

      • Die evangelische Kirche ist besonders links und setzt sich hier erkennbar mehr für die Störer als für die Meinungsfreiheit und eine faire Diskussion ein.

      • Konservative Katholiken werfen dasselbe ihrer Kirche vor. Und auch in (und bei) Dortmund kann man zu konservative(re)n kirchensteuerfreien Freikirchen/Freien Gemeinden wechseln, der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (in der Eintrachtstraße), der Lutherischen Gebetsgemeinschaft in der Gneisenaustraße 48 (Nordstadt) und der Westricher Straße 79 (Lütgendortmund), der Stadtmission Kamen in der Evangelischen Gesellschaft in der Derner Straße 12 in Kamen, mindestens 4 Gemeinden in der Brüderbewegung.de usw. usw. (und noch viel mehr Angeboten in fast ganz Deutschland)

      • Ganz genau. Eigentlich kann man als eher Konservativer gar nicht mehr bedenkenlos Mitglied der EKD sein.

      • Um so eher sollte man Mitglied in (eher) konservativen Freikirchen sein, etwa : Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)- auch für katholisch Geprägte besonders gut geeignet ähnlich wie die Evangelisch-Lutherische Freikirche (ELFK), Gemeinden in der Konferenz für Gemeindegründung (KfG), in der Bruederbewegung.de, im Forum Evangelischer Freikirchen, bei der Kamen- Initiative, in der Lutherischen Gebetsgemeinschaft, in der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland, und viele, viele mehr. Ich nenne für fast ganz Deutschland solche Gemeinden.

      • Große Podiumsdiskussionen an katholischen Gymnasien vor Hunderten Schülern finden mit Grünen und Linken statt, aber die AfD ist gar nicht erst eingeladen. Ich kann konkrete Beispiele aus dem Kölner Umland nennen und gehe davon aus, dass das keine Einzelfälle sind.

      • Formal, wenn auch nicht inhaltlich, fände ich es noch in Ordnung, wenn nur Vertreter der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen werden. Dann dürfte jedoch auch kein Vertreter von der FDP oder gar den Piraten teilnehmen. Letztlich ist jedoch der Einladende frei darin, wen er (nicht) einlädt. Warum soll es nicht rein linke (oder rechte) Diskussionsrunden geben? Man sollte diese dann aber auch so benennen und nicht parteipolitische Neutralität suggerieren.

      • Der AStA der Uni Wuppertal hat jüngst auch eine Podiumsdiskussion ohne die AfD, dafür aber mit der überaus relevanten „Partei“ durchgeführt. An öffentlichen Einrichtungen sollte so etwas nicht möglich sein.

      • A) Sie haben recht B) Die AfD hätte ihre Teilnahme wohl einklagen können.

      • In meiner ehemaligen Kirchengemeinde haben sie es so gehandhabt. Die FDP musste draußen bleiben, damit man die AfD stilvoll ausladen kann.

      • Echte Christen können mMn. gar nicht mehr Mitglied der 2 großen Kirchen sein. Zumindest wenn man wie Luther wenigstens ein wenig auf das schaut, was auch tatsächlich in der Bibel steht. Ist aber auch kein Problem. Der Kirchenaustritt geht schnell und auch wenn man erst einmal eine Ausgabe hat, dann ist das immer noch eine Investition, die sich schon sehr schnell rechnet. Vor allem Katholiken, die sich noch länger dem Zeitgeist widersetzt haben, können von Franziskus und der Situation in Deutschland nur entsetzt sein.

      • Ich halte es für verfassungswidrig, dass jetzt Gebühren für den Kirchenaustritt verlangt werden. Allerdings weiß ich nicht, was aus den Klagen dagegen geworden ist.

      • Das Problem ist, dass die Nicht-Mitgliedschaft in einer Kirche Alltagsprobleme mit sich bringen kann. Ich denke insbesondere an Kindergärten. Kinder, deren Eltern keine Kirchenmitglieder sind, kommen tendenziell eher in städtische Kindergärten, deren Einzugsbereich prekärer sein kann.

      • Es gibt in der BRD über 200 „evangelikale“ (eher konservativere) Privatschulen, denen immer mehr KITAS (Kindergärten) angeschlossen sind sowie zusätzliche Kindergärten dieser Richtung, in denen die Zugehörigkeit zu den beiden großen Kirchen nicht verlangt wird und sehr häufig Kinder aus nichtreligiösen Familien unterkommen. Listen hat der evangelikale Dachverband Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) und eine Liste aller Schulen kann man auch bei mir in Dortmund anfordern.

      • Vielleicht kommen ich auf das Angebot mit den Schulen zurück, wenn meine Kinder in das Alter kommen. Statt noch einer Parteigründung könnte eine eigene Schulgründung auch ein zukünftsträchtigeres Projekt sein.

      • Bei der gestrigen Veranstaltung vor 400 Schülern in Füssenich/Euskirchen war neben den Bundestagsparteien auch die FDP eingeladen, die AfD mit ihrem bürgerlichen Kandidaten R. Lucassen jedoch bewusst nicht.

      • Rechtlich ist das in Ordnung, wenn die Veranstaltung keine staatliche ist.

      • Ich bin Katholischer Christ und lasse mich von linken Ideologen doch nicht aus meiner Kirche verdrängen. Natürlich darf die Kirche sich zu politischen Positionen äußern, ABER nicht Position für oder gegen eine Partei ergreifen!

        Seit mehr als 1000 Jahren hat die Katholische Kirche Europa gegen den Islam verteidigt. Und das soll jetzt nicht mehr gelten? Weil Papst Franz I. aus Argentinien diese Fakten ignoriert und sich zeitgeistig feiern lassen will??? Die Bibel lehrt und Nächstenliebe, NICHT Fernstenliebe !

        Das Verhalten einiger deutscher Bischöfe missfällt mir gewaltig. ABER ich glaube an Gott, NICHT an die Bischöfe!

      • Katholisches Glaubensbekenntnis „Ich glaube an die eine heilige katholische Kirche“ wird wohl jeden Sonntag aufgesagt, oder? Und das Wesen der katholischen Kirche, sagte der Papst in Rente, sei ihre hierarchisch-sakramentale Struktur. Und die Erklärung des 2. Vatikanischen Konzils zur Verfassung der katholischen Kirche Lumen Gentium sagt in Paragraph 25 (meine ich), daß jeder Katholik auch an das ordentliche (das übliche, sozusagen tägliche) Lehramt von Papst und Bischöfen, so einhellig und wiederholt vorgetragen, gebunden sei. Sicher könnte man jetzt hier endlos über Grenzfragen (der Gewissensbindung etwa) diskutieren, was meine Zeit übersteigt. Aber im Grundsatz gilt für den Katholiken eine hohe Verbindlichkeit auch der fehlbaren Lehre „Roms“. Und „Roms“ Lehre ist eben oft viel weniger antilinks, als antilinke Katholiken das gern hätten… (Wegen meiner Zeit bitte ich um Verständnis bei Nichtantwort auf Antworten)

      • Glaube ist unabhängig von der Kirche möglich, doch gerade deshalb kann man auch austreten, wenn einem der „Verein“ nicht mehr gefällt (außer wenn Sie an die Kirche glauben und an ewige Verdammnis außerhalb derselben).

  4. Wie bereits erwähnt:
    Die einzige Spannung wird sein, ob die GK oder Jamaika kommt. Von den Inhalten wird sie sich aber höchstens marginal unterscheiden.

    Mit der Wahl der FDP, die mit den Grünen unbedingt koalieren möchte, verraten Sie sich aber eigentlich selbst. Jedenfalls ist es völlig unlogisch eine Partei zu wählen, die jene Partei, die man eigentlich aus dem Bundestag haben möchte, in die Regierung bringt.

    Die Briefwahl würde ich übrigens abschaffen. Sie ist nicht zu kontrollieren und öffnet Manipulationen Tür und Tor. Auch geht der Wahlkampf an den Briefwählern einfach vorbei, was ebenfalls bedenklich ist. In 2 Wochen kann noch viel passieren, was entscheidungsrelevant sein könnte.

    • Schwarz-Gelb ist durchaus noch möglich und durch meine Stimme marginal wahrscheinlicher geworden. Wenn es dafür reicht, wird es weder eine Große Koalition noch Jamaika geben. Auch in einer Jamaika-Koalition wäre es wichtig, dass die FDP stärker ist als die Grünen. Auch die Merkel-CDU möchte ich nicht mehr im Bundestag und schon gar nicht an der Regierung haben, doch das lässt sich nicht verhindern, schon gar nicht durch eine Stimme für die AfD.

      Ich habe keine echte Briefwahl gemacht, bei der es in der Tat besonders viele Missbrauchsmöglichkeiten gibt. Ich habe in einem zentralen Wahllokal vorab gewählt. Der größte Schwachpunkt ist, dass die Stimmzettel vorher angeschaut oder sogar ausgetauscht werden könnten. In den letzten zweieinhalb Wochen kann tatsächlich noch viel passieren, aber warum soll das wichtiger sein als das, was die letzten vier Jahre passiert ist? Vor allem sind viele Wahlberechtigte am Wahltag nicht vor Ort und könnten nach Ihrem Vorschlag dann gar nicht wählen.

    • Nonsense. Wahlkampf, falls es welchen gibt, geht an Briefwählern nicht apriori vorbei. Bedenken Sie wie viele Stimmen geopfert werden falls es Briefwahl nicht gäbe! Ihre Argumentation ist typisch. Z.B. weil Telefonbücher zerstört oder geklaut wurden geb es irgendwan Telefonzellen ohne Telefonbüchern!

  5. Aus den gleichen Überlegungen wie den Ihren, Herr Prof. Dilger, habe ich der FDP die Zweitstimme und dem AfD-Kandidaten die Erststimme gegeben. Die AfD wird ja unabhängig von Wahlprogramm und Führungskapazität als Koalitionspartner ausgeschlossen. Lindner ist wohl bewusst, dass sich die FDP die Fehler von 2009 nicht erneut leisten kann. Es scheinen sich in den letzten Wochen auch Umschichtungsprozesse wie zur Wahl 2009 in den Wähler- Entscheidungen zwischen CDU/CSU und FDP abzuzeichnen.

    • Bürgerliche Wähler können doch nicht guten Gewissens die Merkel-CDU wählen, weshalb die FDP eigentlich noch deutlich stärker sein müsste, wenn ihr nicht die letzte schwarz-gelbe Regierung nach nachhängen würde.

      • Hören Sie doch endlich damit auf, uns hier Märchen von der NRW-AfD zu erzählen. Schwarz-gelb hat eine eigene Mehrheit, das hat nichts, aber auch gar nichts mit einer Tolerierung durch die AfD zu tun.

      • Sie verbreiten doch das Märchen von der AfD als sogar einziger Oppositionspartei. Fakt ist, dass die schwarz-gelbe Koalition in NRW genau eine Stimme Mehrheit hat, so dass bei einer geschlossenen Opposition jeder einzelne ihrer Abgeordneten sie zu Fall bringen könnte. Durch das rein eigennützige Verhalten der Pretzell-Jünger ist das nicht der Fall. Weil die Koalitionsabgeordneten das wissen, proben sie gar nicht erst den Aufstand, was Herrn Laschet und Frau Merkel stärkt. Aber Sie hätten ja auch nichts dagegen, wenn die AfD oder zumindest ein Teil ihrer Abgeordneten im Bundestag Frau Merkel stützen würden, was diese Partei völlig ad absurdum führen würde.

      • Im Bund sieht es im Moment noch nicht nach einer (klaren) Mehrheit von Schwarz-Gelb aus. In NRW müßte nur ein Abgeordneter von Schwarz-Gelb abspringen/überlaufen, dann hätten die anderen Parteien, die nicht zusammenarbeiten werden, die Mehrheit.

      • Weil die AfD Herrn Laschet indirekt stützt, könnte er selbst dann weiterregieren, wenn ein Abgeordneter abspringt. Herr Ramelow regiert auch nur noch durch einen AfD-Überläufer. Wer AfD wählt, stützt also faktisch alle möglichen Regierungen von der CDU bis zur Linken.

      • Hoffentlich haben Sie recht! Die Abhängigkeit von der (ausgegrenzten) AfD könnte Herrn Laschet moralisch zwingen, seine Koalition zu verändern oder Neuwahlen auszurufen. Ein Übertritt von der AfD (da haben Sie recht) könnte CDU/FDP in NRW stabilisieren… Wer jetzt im Bund AfD wählt, erhöht die Chancen für SPD oder Grüne, in die Regierung zu kommen. Wer das nicht will, muß statt AfD die FDP wählen (oder die für Liberale nur schwer verkraftbare CDU).

      • Die Ein-Stimmen-Mehrheit von Herrn Laschet sollte noch eine Weile halten, nicht zuletzt wegen der indirekten Unterstützung durch die gesamte AfD-Fraktion. Ob das für fünf Jahre reicht, wird man sehen. Ich rechne in der Zeit mit Überläufern der AfD, die zwar nicht sehr zuverlässig sind, aber seine Mehrheit doch so vergrößern, dass es auf einzelne Abweichler weniger ankommt. Dabei wäre es im Eigeninteresse der AfD (aber eben nicht ihrer Abgeordneten), die Regierung zu Fall zu bringen und Neuwahlen zu erreichen.

        Tatsächlich machen Stimmen für die AfD eine Regierungsbeteiligung der Grünen oder der SPD auf Bundesebene wahrscheinlicher. Das ist den AfD-Anhängern offensichtlich egal, doch verantwortliche Staatsbürger sollten das zumindest nicht ignorieren.

      • Und Sie wählen eine Partei, die die Grünen an die Regierung bringt, nur weil Sie (wie mir scheint) vor Hass auf Marcus Pretzell zerfressen sind.

      • Sie wollen doch die Grünen an der Regierung sehen, während ich Schwarz-Gelb als das kleinste Übel ansehe. Im Gegensatz zu Ihnen hasse ich niemanden, verschweige aber auch nicht schweres Fehlverhalten.

      • Eine sehr starke AfD könnte Jamaika verhindern oder es zumindest sehr schwer machen.
        Wen sollte ich denn hassen? Ich kenne die handelnden Personen überhaupt nicht. Sie hingegen kennen Herrn Pretzell und stellen ihn auf Basis persönlicher Erfahrungen öffentlich schlecht dar.

      • Schwarz-Gelb ist wackelig, aber Jamaika hätte rechnerisch nach allen Umfragen eine klare Mehrheit. Allerdings denke ich, dass es dann ohnehin eher zu einer Großen Koalition käme. Wollen Sie das? Fanden Sie die letzte Große Koalition so großartig?

        Über meine persönlichen Erfahrungen mit Herrn Pretzell geht es hier gar nicht, sondern um sein öffentliches Verhalten, welches ich seit 2013 ganz offen kritisiere. Sie ignorieren dieses Fehlverhalten und machen mir dann einen Vorwurf daraus.

      • Um welchen Preis? Eine sehr starke AfD, die bewirkte, daß selbst Jamaika keine Mehrheit hätte, bewirkte Schwarz-Rot…. (ach wie gut…)

      • Eine Große Koalition ist besser als eine Koalition mit den Grünen. Eine starke FDP macht Jamaika wahrscheinlicher, weil man Jamaika bei einer knappen Mehrheit wohl eher nicht machen würde. Die konkrete Politik würde sich aber ohnehin nur bei einer starken AfD im Bundestag ändern. Es ist irrelevant, ob einzelne Abgeordnete auch mal mit Frau Merkel stimmen. Es geht vielmehr um die reine Präsenz der AfD, die in toto ganz sicher eine klare Oppositionspartei ist.

        Ich sehe kein besonderes Fehlverhalten bei Herrn Pretzell, zumindest keines, was schlimmer als bei den Personen Merkel, Stegner,… wäre.

      • Herr Pretzell hatte bislang keine Regierungsverantwortung (und wird sie hoffentlich auch nie bekommen). Wenn man nur das Verhalten als Parteichefs vergleicht, ist er viel schlimmer und undemokratischer als Frau Merkel. Eigentlich dürfte er auch weder Landessprecher noch Landtagsabgeordneter in NRW sein, weil er bei seinem Wohnsitz mogelte.

        Die AfD NRW ist keine echte Oppositionspartei. Die über die AfD-Listen gewählten Bundestagsabgeordneten werden es „in toto“ auch nicht sein, aber voraussichtlich mehrheitlich.

    • Diese Umschichtungsprozesse bringen Schwarz-Gelb aber gar nichts, die bringen nur der FDP was. S-G kommt nur, wenn 1. die AfD völlig unter den Erwartungen bleibt und 2. die SPD ihr Ergebnis von 2009 nochmal deutlich unterbietet. Dass beides zusammen passiert, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Denn nur von dort können die Wähler kommen, die S-G ermöglichen würden.

      • Schauen Sie sich einmal diese repräsentativen Umfragen an. Immerhin bei drei von sieben reicht es für Schwarz-Gelb. Es ist also keineswegs sicher, aber durchaus möglich. Gerade deshalb ist eine FDP-Stimme doch auch überlegenswert. Wenn es völlig sicher oder aussichtslos wäre, bräuchte man nicht dafür zu stimmen.

      • Allensbach können Sie rausnehmen, das ist das CDU-Hofberichtsinstitut. Es arbeitet mit völlig veralteten Methoden und ist mittlerweile absolut unseriös. Mal davon abgesehen, hat dieses Institut gestanden bei früheren Wahlen bezüglich der Republikaner bewusst falsche Angaben gemacht zu haben.

        Wenn Sie GMS dazuzählen (deren Umfrage auch schon wieder 3 Wochen alt ist), dann müssten Sie aber auch Yougov als achtes Institut erwähnen, das S-G am schlechtesten sieht.

        Forschungsgruppe Wahlen ist das einzige große Institut, das in einer wirklich aktuellen Umfrage eine Mehrheit für S-G sieht.

      • Immer möglich ist schwarz-gelb unter Tolerierung der AfD. Wenn Herrn Lindner das Thema Asyl und Einwanderung so wichtig wäre, würde er das in Betracht ziehen. Da er aber ganz offensichtlich im Zweifel lieber mit den Grünen koalieren würde, kann ich ihn nicht ernst nehmen.

      • In der Bildzeitung von heute fordert FDP-Chef Lindner, daß alle Flüchtlinge zurück müssen.

      • Nein, das ist nicht möglich, das haben alle Beteiligten (vielleicht mit Ausnahme von Frau Petry) ausgeschlossen. Selbst wenn die AfD-Fraktion wollte, könnte sie nicht garantieren, dass sie es am nächsten Tag immer noch will. Was soll außerdem das ganze Gefasel von der einzigen Oppositionspartei, wenn man dann ohne Beteiligung an der Macht durch Tolerierung alles mittragen will?

      • Christian Lindner zitiert damit ja nur die Gesetzeslage. Das Problem ist nur, dass Christian Lindner sie in Regierungsverantwortung nicht zurückschicken würde. Der eigentliche Skandal ist ja, dass für alle Menschen ohnehin schon klar zu sein scheint, dass diese Menschen hier bleiben müssen.

        Der Krieg im Irak ist übrigens schon beinahe beendet, auch Syrien dürfte schon sehr bald vom IS befreit sein. Wollen wir wetten, dass auch in 5 Jahren noch niemand dorthin geschickt wird?

        Wäre Christian Lindner glaubwürdig, dann müsste er einen so wichtigen Punkt für die Zukunft dieses Landes als unverrückbaren Bestandteil in den Koalitionsvertrag aufnehmen. Falls die CDU damit drohte, es dann eben mit der SPD anders zu machen, dann müsste die Koalition aufgekündigt werden. Wird aber nicht so kommen. Und Sie wissen das doch auch. Warum klammern Sie sich also an diese völlig unglaubwürdigen Worte? Wo die FDP schon hinreichend oft bewiesen hat (auch in jüngster Vergangenheit, wenn man an S-H und R-P denkt) , dass sie letztendlich nur eine Hure ist. Die einzige Glaubwürdigkeit in dieser Frage besitzt die AfD. Und auch da nur 90 Prozent der voraussichtlichen Parlamentarier, wie Prof. Dilger nie vergisst zu betonen. Ein Alexander Gauland ist in dieser Frage hingegen definitiv glaubwürdig. Aber den wollen Sie ja nicht.

      • Sehr bedenklich finde ich, dass Herr Lindner doch tatsächlich einen Punkt zur unverhandelbaren Koalitionsbedingung erklärte. Der hatte aber nichts mit Flüchtlingen oder z. B. dem Euro zu tun, sondern war die natürlich für alle Wähler viel wichtigere „Ehe für alle“, die Frau Merkel gleich ermöglichte, womit das Thema abgeräumt war.

        Herr Gauland will hingegen um gar keinen Preis mitregieren, also auch nicht die Flüchtlingskrise lösen, sondern weiter für die AfD nutzen.

      • Zur Opposition: Wenn die AfD eine Regierung tolerieren würde, würde man wohl ausreichend viele AfD-Punkte umsetzen.

      • Kann es sein, dass Sie gar nicht wissen, was eine Tolerierung bedeutet? Welche inhaltlichen AfD-Punkte setzt denn die Laschet-Regierung in NRW um, die zwar nicht explizit toleriert, aber faktisch doch gestützt wird von der Pretzell-Fraktion?

  6. Frau Weidel engagiert sich und das verdient Respekt und Anerkennung. Aber wie sie sich im Fernsehen (u.a. bei Frau slomka) präsentiert das ist leider nicht charismatisch und schlagfertig sondern eher steif und ein bisschen aufgesetzt. Da fand ich lucke in der Anfangszeit besser. Meuthen ist um Klassen besser, wenn man sich bspw Auftritte im Landtag bw anschaut (Danke für den Tip p. Burger). Aber wahrscheinlich braucht man auch keine perfekte werbefigur, die anderen Parteien haben diese ja auch nicht.

    • Frau Weidel spielt aber im Gegensatz zu Herrn Lucke auch die Themen, die den Bürger auf der Straße besonders interessieren (also nicht nur Euro et al.), was mir besser gefällt. Nur als deutsche FPÖ hat die AfD dauerhaft eine Chance, eine FDP 2.0 ist überflüssig.

      • Die Idee der AfD war nie eine FDP 2.0 oder CDU 2.0, sondern eher eine Besinnung auf die ursprünglichen Werte von FDP und CDU. Herr Lucke sagte richtig, dass die CDU ihn verlassen hat statt umgekehrt, was dann auch auf die AfD zutraf.

      • Sie wurde aber als FDP 2.0 wahrgenommen und das wollten viele Protestbürger nicht, da bin ich mir ziemlich sicher.

      • Zumindest im Westen ist der Anteil der reinen Protestwähler überschaubar. Man wählt dann eher mit der Faust in der Tasche doch wieder Frau Merkel oder wie ich Herrn Lindner, wenn es keine seriöse Alternative dazu gibt. Vor allem langfristig kann eine reine Protestpartei nichts ausrichten, selbst wenn sie ganz ordentliche Wahlergebnisse einfährt wie z. B. Die Linke, die auf Bundesebene trotzdem nichts erreicht.

      • Ich weiß nicht, ob die Anzahl der Protestbürger im Westen so gering ist. Schauen Sie nur mal ins Ruhrgebiet. Der Unterschied ist, dass die Leute (noch) nicht so intensiv auf die Straßen zum Demonstrieren gehen.

      • Viele Menschen im Ruhrgebiet haben ganz konkrete Probleme, die sie gelöst sehen wollen. Wenn die bestehenden Parteien dabei komplett versagen, sieht man sich nach einer neuen um. Das ist aber nicht Protest um des Protestes willen.

      • In B-W ist die Stimmung am Kochen. Nur weil man nicht auf Demos geht und Volksverräter brüllt, ist man noch lange nicht zufrieden. Da ist sehr wohl eine starke Proteststimmung vorhanden. Ich bezweifle sehr stark, dass die CDU auch nur 35 Prozent der Stimmen bekommt. Für B-W ein komplettes Debakel. Die SPD muss schon über 20 froh sein. AfD und FDP zusammen werden mindestens 25 Prozent holen, 30 sind wahrscheinlich, da anders als bei der Landtagswahl die Grünen keine Stimmen abziehen. Der normale Arbeiter und auch immer mehr jüngere Rentner haben die Schnauze hier gestrichen voll.

      • Die Menschen im Osten haben auch ganz konkrete Probleme, und zwar insbesondere mit der Masseneinwanderung. Diese Besserwessi-Arroganz ist doch genau das, was viele in der AfD nicht mehr wollten, als sie Herrn Lucke abgewählt haben.

      • Welche ganz konkreten Probleme haben sie denn mit der Masseneinwanderung? Neue Flüchtlinge werden bundesweit verteilt, doch bei erster Gelegenheit ziehen die meisten in westdeutsche Städte.

      • In welchen man es mittlerweile kaum noch aushält. Von dem Verlust an Heimat mal abgesehen, hat sich die Sicherheitslage gravierend verschlechtert. Das übrigens nicht nur in den Großstädten. Heute ist mir zu Ohren gekommen, dass in einer süddeutschen Kleinstadt die Bewohner eines Dorfes ihre Kinder geschlossen aus der Realschule genommen haben und nun in einem neu zu organisierenden Bus in eine andere, weiter entfernte Gemeinde schicken, weil die Kinder von Flüchtlingen bedroht und erpresst würden. In Wahrheit sei das aber natürlich ganz anders und die Flüchtlinge viel besser und fleißiger als die einheimischen Schüler. Im eigenen Dorf seien alle Flüchtlinge integriert. Alles sei nur auf den Mist von 2 überbesorgten Mütter gewachsen, die das ganze Dorf (2500 Einwohner) aufgehetzt hätten und das alles nicht stimmen würde. Aha.

        Ich möchte jedenfalls in einem Land, wo aufgrund der Situation im Land solche Maßnahmen ergriffen werden, nicht leben. Das wird sich in meiner Wahlentscheidung in 2 Wochen auch widerspiegeln.

      • Ich bin fest davon überzeugt, dass viele Ostdeutsche sehr genau beobachten, wie groß die Integrationsprobleme in westdeutschen Großstädten und auch auf dem Lande in Westdeutschland sind. (Natürlich gibt es Ausnahmen, ich denke an das Gesamtbild.) Da sagt man sich „Wehret den Anfängen“. Für mich ist das konkret genug.

      • Das ist gerade nicht konkret, sondern abstrakt, nicht auf eigener Erfahrung beruhend. Das heißt nicht, dass diese Ängste nicht real sind oder völlig unbegründet, aber sie sind anders als die der meisten Menschen z. B. im Ruhrgebiet.

      • Großstädte bzw. Boomstädte (ob nun Metropolen wie München oder Unistädte wie Münster) haben den Vorteil, dass sie nicht nur Flüchtlinge, sondern auch junge Deutsche und auch arbeitende und qualifizierte Migranten anziehen. Am schlimmsten sind vermutlich heruntergekommene Großstädte (Ruhrgebiet) und industriegeprägte Mittelstädte dran, die mit einer Abwanderung der jungen Bevölkerung in die Boomstädte zu kämpfen haben. Denn diese Städte bieten zwar nix für die akademisierte Bevölkerung, aber sie bieten freien Wohnraum und vor allem bereits zahlreiche Landsleute. Als Asylbewerber lässt es sich auch dort ganz gut leben. Geht man in solche Städte an den Bahnhof oder ans Rathaus (Stichwort offenes W-LAN), kann es zu bestimmen Zeiten manchmal schon schwierig sein, überhaupt einen nicht-südländisch aussehenden Menschen zu treffen. Leider sehen viele davon auch nicht wirklich vertrauenswürdig aus.

      • Daher wählen die Menschen in den Boomstädten gerne die Grünen. „Hier klappt doch alles super und wir können jetzt die Welt retten.“ Im Kern ist das sehr egoistisch.

      • Ich wohne momentan (zufällig, ich habe mir das nicht bewusst ausgesucht) in einem solchen Stadtteil. Rein deutsches Viertel, viele Beamte, vermögend. Die einzigen Armen sind Studenten. Aber auch da hat sich das Leben verändert. Auch hier sind Flüchtlinge angekommen. Vor einigen Monaten habe ich zum ersten Mal eine Polizeistreife gesehen, die sich um blutende Migranten gekümmert hat, die sich wohl verprügelt haben. Gestohlen wird wohl auch mehr. Auch diese Rückzugsräume der Grünen werden irgendwann fallen, zumindest ohne das Bauen von Mauern im Inneren (Garten, Viertel, etc.), was allerdings mit einem Eingeständnis des Scheiterns gleichzusetzen wäre. Und der Mordfall Maria letztes Jahr in Freiburg findet ja weiterhin Nachahmung wie zuletzt in Leipzig. In Freiburg hat es gar eine Studentin getroffen, die direkt in der Flüchtlingshilfe aktiv war. Dass die Uni mittlerweile Sicherheitsdienste hat – wohl niemand würde es offiziell auf den Flüchtlingszustrom schieben. Aber ahnen, das tun es doch wohl die meisten?

      • Kleine, ketzerisch-süffisante eines ohnehin nicht Buntestags-Wählenden Österreichers …

        Wir schicken ihnen (falls in Österreich nach der Wahl entbehrlich, was ich freilich weder glaube noch hoffe!) den FPÖ-Generalsekretär Kickl als Redner in den Bundestag. Der könnte rhetorisch auch locker mit einem Lindner Schlitten fahren, wenn der (falls Prof. Dilgers Hoffnungen einer schwarz-gelben Koalition sich bewahrheiten) von Mutti politisch so paralysiert wird wie sein(e) Vorgänger!). 😉

        Wer’s nicht glaubt, sehe hier:
        http://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2017/07/geniale-parlamentsrede.html

      • Der Unterschied abstrakt bzw. konkret ist artifiziell. Die Menschen im Ruhrgebiet erleben teilweise hautnah, wie unangenehm einige Folgen der Masseneinwanderung sind. Die Menschen im Osten lesen es in Zeitungen. Die entstandene Meinung ist die gleiche.

      • Es ist ein großer Unterschied, ob man etwas selbst erlebt oder aus den Massenmedien erfährt, die die AfD doch oft genug als „Lügenpresse“ schmäht. Die Meinungen sind auch nicht gleich.

      • Bezahlen müssen auch die Menschen im Osten. Deshalb ist es doch Schwachsinn zu behaupten, sie seien nicht unmittelbar davon betroffen.

      • Sie sind nicht bzw. nur wenig unmittelbar betroffen. Insgesamt zahlen sie netto auch nichts (was eine Form der indirekten Betroffenheit wäre), sondern sind im Schnitt immer noch Transferempfänger aus dem Westen. Das kann natürlich zu der Angst führen, durch andere Transferempfänger verdrängt zu werden, was jedoch zumindest bislang nicht der Fall ist.

      • Wollen Sie die negativen Folgen der Masseneinwanderung ernsthaft verharmlosen?

      • Ich bin dafür, die Dinge so zu sehen und zu benennen, wie sie sind, sie also weder zu verharmlosen noch aufzubauschen, auf bestehende Unterschiede hinzuweisen und nicht nur Schwarz-Weiß zu denken. Kurzfristig mögen platte Parolen in der Politik besser ankommen (sei es durch Frau Merkel oder die AfD), doch langfristig verschärfen sie die Probleme und verbauen Lösungsmöglichkeiten, die eine ehrliche Analyse voraussetzen.

      • Es ist nicht platt zu sagen, dass man im Osten muslimische Einwanderung schlicht und einfach nicht will. Platt wäre es zu sagen „Die klauen alle“.

      • Es bestreitet doch niemand, dass die Mehrheit der Deutschen, auf jeden Fall in den neuen Bundesländern, aber vermutlich auch in den alten, eine unkontrollierte Masseneinwanderung insbesondere von Muslimen sehr kritisch sieht. Es wäre die Aufgabe der Parteien und Politiker, diese Präferenz verfassungskonform umzusetzen. Frau Merkel hat da eklatant versagt, doch auch die AfD versagt auf andere Weise. Von den Spitzenpolitikern macht gerade Herr Lindner dazu die sinnvollsten Äußerungen. Ob er diese umsetzen kann, hängt nicht zuletzt vom Wahlergebnis ab.

      • Warum spricht die FDP das dann in RP und SH nicht aktiv an? Jeden Tag müssten die dortigen Politiker etwas zu dem Thema sagen und damit Druck auf die Regierung Merkel ausüben.

      • Warum gerade dort? In Rheinland-Pfalz hat die FDP tatsächlich die Wähler betrogen, da vor der Wahl eine Ampel ausgeschlossen und noch am Wahlabend diese vereinbart wurde. Jamaika in Schleswig-Holstein scheint hingegen gar nicht so schlecht zu laufen.

      • Die FDP in Schl-Hol- und Rh-Pf sitzt in Koalitionen mit Grünen bzw. SPD… (und nimmt darauf Rücksicht)
        Deshalb ist es schon wichtig, daß Jamaika im Bund nicht kommt…

      • Ich bin schon verblüfft, dass sie solche nachweislich falsche Aussagen als Wissenschaftler treffen können. Ohne die Flüchtlinge hätte Deutschland jährlich einen zweistelligen Milliardenbetrag mehr zur Verfügung. Der würde auf welcher Ebene auch immer (Bund, Länder, Kommunen) der einheimischen Bevölkerung zugute kommen. Entweder durch den Abbau von Schulden, durch höhere Sozialleistungen oder auch nur einfach durch die weitere Subventionierung des örtlichen Schwimmbads, für das jetzt kein Geld mehr da ist. Natürlich nehmen die Flüchtlinge den Deutschen etwas weg. Denn anders als Arbeitskräfte arbeiten sie nicht und erwirtschaften damit auch nichts, sondern kassieren nur, was sonst andere bekämen. Dass durch die Erhöhung der Staatsausgaben zumindest die Asylindustrie profitiert, mag sein. Die Bevölkerung hätte jedoch weit mehr davon, wenn der gleiche Betrag in Investitionen ginge, denn die werfen zumindest eine bestimmte Rendite ab. Die Alimentierung von Flüchtlingen hingegen ist verpuffter Konsum ohne jegliche Nachhaltigkeit.

      • Ich dachte, Sie hätten Wirtschaftswissenschaften studiert. Den neuen Bundesländern ist tatsächlich bislang kein einziger Euro durch die Flüchtlingskrise gekürzt worden. Die Mehrausgaben vor Ort halten sich angesichts der geringen Zahlen dort ebenfalls in Grenzen, zumal es Sonderzuweisungen durch den Bund gab. Dass nicht nur gesellschaftlich, sondern auch volkswirtschaftlich die Flüchtlinge eine riesige Belastung sind, hat damit nichts zu tun.

      • Weil sie da mitregiert?
        Welche Akzente zum Thema Remigration kamen denn von der FDP in der Landesregierung in SH?

      • Die Regierung ist doch erst gut zwei Monate im Amt. Was erwarten Sie da? Welche sinnvollen Anträge hat denn bislang die AfD dazu gestellt? Allerdings muss ich zugeben, dass sich im Koalitionsvertrag wohl die Grünen stärker durchgesetzt haben.

      • Eben! Sollte Vernünftiges von der FDP wirklich auch nach der Wahl gefordert werden, scheitert das um so eher, wenn auch noch die Grünen in der Regierung sind…

      • Ich bin unsicher, ob Jamaika oder eine Fortsetzung der Großen Koalition für Deutschland schlimmer wäre. Der FDP würde ich jedoch raten, sich nicht auf Jamaika einzulassen. Herr Lindner glänzt dann besser als Oppositionsführer und arbeitet auf einen echten Politikwechsel 2021 (oder auch schon früher) hin.

      • Ich bin auch erstaunt, dass ich als VWLer ohne Promotion die Sache schärfer sehe als ein habilitierter Professor.

        Sie übernehmen in Ihrer Argumentation die Aussagen vom Altparteienkartell, die einfach grundlegend falsch ist. Ja, Sozialleistungen wurden bisher nicht gekürzt. „Bezahlen“ kann man allerdings nicht nur durch gekürzte Leistungen, sondern auch durch entgangene „Gewinne“. Selbst zukünftige Mindereinnahmen (etwa weil zukünftig eSozialleistungen aufgrund von Überforderungen geringer ausfallen) entstehen heute, auch wenn die Auszahlung erst in 10 Jahren ist.

        Nur weil der Normalbürger entgangene Renditen nicht so leicht wahrnehmen kann wie unmittelbare Kürzungen, heißt das noch lange nicht, dass es ihm anderweitig nicht doch besser ging. Diese Diskussion hatten wir ja auch beim Euro. Abstrakte Vermögenensänderungen mögen nur schwer wahrnehmbar sein. Aber sie existieren leider doch.

        Ihrer Argumentation nach wäre die kalte Progression ökonomisch gesehen auch keine Steuererhöhung, was natürlich Schwachsinn ist. Nur weil man etwas rein rechtlich nicht als Steuererhöhung ausgeben muss, kann es ein faktisch trotzdem eine sein.

      • Sie sind offensichtlich zur notwendigen Differenzierung nicht in der Lage (die man doch eigentlich schon im grundständigen Studium lernen sollte). Ausgangspunkt war die Frage, inwiefern die Menschen in den neuen Bundesländern konkret statt nur indirekt betroffen sind. Zukünftige Mindereinnahmen oder ein etwas geringerer Schuldenabbau des Bundes sind keine konkrete Betroffenheit vor Ort. Die kalte Progression ist im Gegensatz dazu eine reale Steuererhöhung, nur keine nominelle und formelle.

      • Mich interessiert die tatsächlich Wirkung einer Maßnahme und nicht die Schublade, in die man sie steckt, um sie besser verschleiern zu können. Das unterscheidet mich von den Altparteien und Medien und offenbar auch von Ihnen. Ich definiere das Wort „konkret“ einfach ehrlicher. Ich habe in meinem Studium übrigens sehr gut aufgepasst, ihre Ausführungen müssen mir aber irgendwie entgangen sein…

        Übrigens, auch Ihrer Argumentation nach gibt es konkrete Belastungen. Die Zuweisungen des Bundes reichen hinten und vorne nicht aus und die Kommunen sind völlig überlastet. Sportplätze, Schwimmbäder und Krankenhäuser werden geschlossen, auch weil die Flüchtlingsausgaben die Zuwendungen von anderer Ebene massiv übersteigen und die ohnehin bereits überlasteten Haushalte endgültig zusammenbrechen.Das gibt es im Westen. Und das wird es im Osten auch geben. Erzählen Sie doch keine Märchen.

      • In der VWL wird ständig zwischen direkten und indirekten Wirkungen unterschieden. Da haben Sie wohl wirklich nicht aufgepasst. Die indirekten Wirkungen können natürlich real und viel größer als die direkten sein.

        Bitte nennen Sie konkrete (!) Beispiele, wo in den neuen Bundesländern Schwimmbäder und Krankenhäuser wegen Flüchtlingen geschlossen wurden. Ich kenne kein einziges, lerne aber gerne dazu.

      • Die Kommunen sind oft aber auch (!) voller Mißwirtschaft, nicht nur die Mischungen aus Land und Stadt wie Bremen, Hamburg und besonders Berlin. Ich wohne in Dortmund, wo man ohne sozial schädliche Folgen das Haushaltsdefizit ganz schnell beseitigen könnte.

      • Neuerdings setzt sich Lindner wieder von Jamaika ab. Berater werden ihm wohl gestecke haben, dass er so Stimmen an AfD und CDU verlieren wird, die absolut nichts mit den Grünen zu tun haben wollen. Allerdings hat er sich eine Hintertüre gelassen. Letztendlich ist der Mensch Lindner völlig unglaubwürdig. Ein Blender, der zwar rhetorisch brillant ist, aber außer seiner Eitelkeit wenig kennt.

      • Es könnte lustig sein, wenn es nicht traurig wäre.

        Wer hat denn gerade frisch einen Grünen zum Ministerpräsidenten gekürt ?! Wer wählt denn gerade enthusiastisch Grüne ?! Wo sind denn SPD / Grüne Hochburgen ?! Wo sitzen denn die großen Verlage und Medienanstalten ?! Wer konnte 2015 nicht laut genug „Welcome“ rufen ?!

        Nehmen Sie es mir nicht übel ! Das ganze ist einfach nur infantil ! Die Städter, und gerade auch in Baden-Württemberg, wählen ( nunmehr ) eifrig Grüne und (im Ruhrgebiet, Rheinland, weiterhin ) SPD. Der Städter ( München [ SPD ] ) ist derjenige der lauthals „Welcome“ ruft, dabei derart heftig Ringelpitz mit Anfassen tanzt, dass die Merkel zu feige wurde, die Grenze dicht zu machen. ( Wer hat damals noch ganz laut „hier“ gerufen als es um die Verteilung der Flüchtlinge ging ? Es war Kraft. Sie bestellte, die Kommunen zahl(t)en… )

        Hier mal zum Spielen, die Zahlen zum Wahlverhalten in den Wahlbezirken:
        https://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagswahlen/2017/aktuell/die_linke.shtml

        Jetzt, wo die Städte schwarz, braun, nafri werden, jetzt auf einmal sind es die Ausländer, jetzt müsse AfD gewählt werden, man kann sie gar nicht schnell genug rausschmeißen, am besten schmeißt man gleich noch die Deutsch-Türken mit raus. Recht, Gericht, Völkerrecht ?! Pustekuchen, Onkel Putin kann es ja auch ohne. [ und holt sich sogar noch ’ne Halbinsel, dieser Schlingel ! ]

        Deutschland würde gut daran tun, den infantilen Städtern die Babypullen zu reichen oder die durch Drogen geschwängerten Hirne gleich richtig vollzudröhnen. Sie halten dann wenigstens den Mund und gehen nicht wählen. Ich denke hier u.a. an die völlig überzogene Feinstaub- und E-Auto ( Welcome- )-Hysterie, an die völlig überdreht Energiewende, die blödsinnige Genderisierung, pp..

        Ich kann mich daran erinnern, dass die AfD mal mit dem Anspruch antrat, auf dem Teppich bleiben zu wollen. Damals ging es zwar vorwiegend um Währung, Finanzen und Europa, aber letztlich auch um das Augenmaß für Entscheidungen und Forderungen in anderen Dingen. Aber wo kippte die AfD ins Extreme um ?

        In NRW in jedem Fall in den Großstädten: Köln Ruhrgebiet, Münster,…
        Der Todesstoß ging mal wieder von den Städten aus…

      • Mir ist unklar, ob Herr Dilger hinsichtlich der Folgen der Masseneinwanderung vielleicht mehr Klartext reden würde, wenn er nicht um seinen Ruf als Professor fürchten müsste.

        Um konkrete finanzielle Kosten ging es übrigens gar nicht.

      • Als Wissenschaftler bin ich allein der Wahrheit bzw. deren Erkenntnis verpflichtet. Diese ist nicht so einfach wie Ihr Klartext.
        In den neuen Bundesländern hat man in jeglicher Hinsicht weniger mit Flüchtlingen zu tun, ist aber viel stärker und vor allem emotionaler gegen sie. Das ist vermutlich kein Zufall.

      • Das heißt nicht, dass es öffentlich in jedem Fall goutiert wird, wenn man sich zu diesem Thema wissenschaftlich äußert. Es kommt da wohl durchaus auf das Ergebnis an.

        Zum Osten habe ich meine Meinung genannt. Ob diese weniger fundiert ist als das, was Sie dazu behaupten, kann jeder Leser selber entscheiden.

      • Offensichtlich passt Ihnen das Ergebnis nicht. Als Politiker müsste ich darauf vielleicht Rücksicht nehmen, als Blogger nicht.

      • Prof. Raffelhüschen sagt bei Diskussionen über die fiskalische Rendite von Flüchtlingen stets den Satz „Ich bin nicht rechts und nicht links. Ich bin neoliberal“. Ohne Rechtfertigung scheint es nicht zu gehen, wird ihm doch sonst sofort AfD-Nähe vorgeworfen.

        Bei Prof. Dilger habe ich manchmal ähnliche Gedanken wie Femke Müller. Allerdings sollte man Prof. Dilger nicht irgendetwas unterstellen oder als dritte Person über oder sogar für ihn sprechen. Ich glaube nicht, dass das uns zusteht. Prof. Dilger ist ein eigenständiger Kopf und äußert hier seine Meinung offen. Er wird wissen, was er tut. Seine Meinung ist seine und unsere Meinung unsere.

      • Was soll denn jetzt dieser Meinungsrelativismus? Wenn Sie sich für klüger halten und mir Märchen vorwerfen, dann sollten Sie das schon argumentativ verteidigen können. Wo ist denn nun ein Beispiel dafür, dass in den neuen Bundesländern Schwimmbäder und Krankenhäuser wegen der Flüchtlinge geschlossen wurden? Haben Sie sich inzwischen wegen der für die VWL konstitutiven Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Effekten informiert? Meistens gibt es das umgekehrte Problem, dass über die direkten Wirkungen die indirekten übersehen werden, was Sie mir vielleicht unterstellen wollen. Ich übersehe diese jedoch nicht, sondern behaupte nur, dass sie nicht unmittelbar erfahrbar sind.

      • Es ist sicherlich nicht als Kritik an Prof. Dilger gemeint. Aber ich vermute einfach einmal, dass er eine starke Antifa an seiner Uni hat und dadurch Probleme bekommen könnte.

        Bei Herrn Dilger kann diese Vermutung völlig falsch sein, aber ich bin sicher, dass es andere Personen gibt, die sich aufgrund von linkem Gegenwind öffentlich nicht so äußern, wie sie es eigentlich gerne täten. Das gefällt mir nicht.

      • Es mag solche Personen geben, ich gehöre nicht dazu. In der AfD gibt es dagegen offensichtlich Funktionäre, die sich rein opportunistisch immer rechter äußern. Bis vor kurzem gehörten Frau Petry und ihr Mann dazu, jetzt Frau Weidel und Herr Meuthen sowieso. Gefällt Ihnen das?

      • Meine Zeit ist kurz bemessen und deshalb nur eine knappe Antwort.

        Ich kenne die Unterscheidung von direkten und indirekten Effekten. Sie sprachen jedoch nicht immer von direkt, meist wählten sie die Bezeichnung konkret. Nun verstehe ich, dass sie das synonym verwenden.

        Außerdem sehe ich nicht, dass eine entgangene Rendite nur ein „indirekter“ Effekt sein soll. Indirekte Effekte sind für mich Effekte, die über andere, nicht direkt offensichtliche Kanäle einen Nebeneffekt verursachen können. Dass höhere Sozialausgaben für andere Menschen das Potenzial für den eigenen Empfang derjenigen mindert, das kann man nun wirklich nicht als Nebeneffekt abtun.

        Nein, ich kann Ihnen keinen direkten Beweis dafür liefern, dass aufgrund Flüchtlingszahlungen im Osten Schwimmbäder geschlossen wurden. Das ist auch eine unmögliche Aufgabe, weil keine Gemeinde das je so wortwörtlich formulieren würde – aus politischen Gründen. Fakt ist aber, dass Schwimmbäder aus finanziellen Gründen geschlossen werden. Fakt ist auch, dass hohe Flüchtlingszahlungen den Spielraum für die Subventionierung defizitärer Bäder mindern. Hier keinen Zusammenhang zu sehen, das geht mir nicht in den Kopf. Natürlich werden die Ausgabensteigerungen Ausgabenkürzungen an anderer Stelle zur Folge haben. Die Alternative sind höheren Schulden.

        Von den Sozialkassen, die für die Flüchtlinge teilweise zweckentfremdet und geplündert werden, möchte ich erst gar nicht anfangen. In diese zahlen Ostdeutsche nämlich auch ein. Aber das ist ja auch alles abstrakt und nicht direkt. Aber ja, „unmittelbar erfahrbar“ mag das nicht sein. Deshalb ist es trotzdem eine direkte Folge der Masseneinwanderung. Indirekte Folgen sind für mich der Zerfall der Gesellschaft, die das gesamte Zukunftspotenzial unseres Landes und unserer Wirtschaft zerstört.

      • Ein direkter, konkret erfahrbarer Effekt wäre es, wenn jemandem wegen der Flüchtlinge seine Rente gekürzt, seine Krankenkassenleistungen geschmälert oder seine Krankenkassenbeiträge erhöht worden wären. Wer deswegen seine Wohnung oder seinen Job verliert, nicht mehr ins Schwimmbad darf oder die Schule seiner Kinder nicht wiedererkennt, auf offener Straße überfallen wird oder einen Wohnungseinbruch erlebt, ist ebenfalls unmittelbar betroffen. Die ersten Punkte sind noch niemandem in Deutschland passiert, die letzteren wohl kaum jemandem in den neuen Bundesländern (durch Flüchtlinge bzw. dauerhaft in Deutschland lebende Ausländer).

        Natürlich kostet die Flüchtlingskrise viele Milliarden, aber das wurde zumindest bislang möglichst nicht an die Bürger weitergereicht. Vielleicht ändert sich das nach der Wahl oder auch erst in zehn Jahren. Bei der Eurokrise ist es doch so ähnlich. Oberflächlich betrachtet profitiert Deutschland doch sogar davon. Wenn es den Wählern irgendwann wahrnehmbar schlechter geht, würde Frau Merkel nicht mehr wiedergewählt. Deswegen schiebt sie alle Probleme und deren Lösung auf, während sie gleichzeitig die Früchte der rot-grünen Vorgängerregierung erntet, der man nur die Nachteile ihrer Reformen anlastet, wovon sich die SPD bis heute nicht erholt hat.

      • Was macht Sie so sicher, dass beispielsweise Herr Meuthen das nicht so sieht, was er sagt? Opportunismus ist generell abzulehnen, aber falls Herr Meuthen unaufrichtig ist, dann doch insbesondere, um die Partei zu einen. Als Hochschullehrer ist er doch generell gut angesehen, warum sollte er nur für sein Ego die Macht in einer absolut verpönten Partei haben wollen?

      • Man kann den Menschen nicht in den Kopf gucken, doch vor kurzem haben die Betreffenden noch ganz andere Sachen gesagt. Vielleicht haben sie ihre Meinungen geändert und sich selbst radikalisiert, vielleicht haben sie auch gar keine inhaltlichen politischen Überzeugungen. Herr Meuthen hat doch schon angedeutet, dass es auch ihm vor allem ums Geld geht (siehe „AfD-Meuthen klagt über seine 17.136 Euro im Monat“). Hier stimme ich Herrn Henkel zu (siehe „Der ewige Zweite“):

        „In der AfD gibt es zwei Sorten Politiker: auf der einen Seite überzeugte Idioten und auf der anderen Seite Glücksritter und Pleitiers, die in die Partei wollen, weil es da Geld und Posten gibt. Meuthen ist von der Kategorie Glücksritter.“ Rechtsradikal will er ihn nicht nennen. „Er glaubt an nichts, er taktiert nur“, sagt Henkel.

        Es gibt allerdings auch noch eine wohlwollendere Interpretationsmöglichkeit: Frau Petry wollte ihn politisch vernichten, weshalb er sich mit Herrn Gauland und in der Folge auch mit Herrn Höcke verbündet hat. Sollte das stimmen, müssten Frau Weidel und er ihren Kurs wieder ändern, sobald Frau Petry ganz weg ist.

      • Aber wer geht denn in eine derartig verpönte Partei, nur um ein paar Euro zu verdienen? Man wird gesellschaftlich ausgegrenzt, teilweise körperlich attackiert. Das machen doch nur Überzeugungstäter, oder?

      • Vielen Menschen machen bzw. erdulden für viel weniger Geld viel mehr. Macht und Ruhm spielen auch noch eine Rolle, warum sich Frau Petry und Mann nicht mit dem Geld in der zweiten Reihe begnügen werden.

      • Jörg Meuthen ist Fachhochschulprofessor und sollte prinzipiell ein auskömmliches Gehalt haben. Nun kann es sen, dass je nach privater Situation auch das knapp wird, Wulff hat das ja selbst mit dem Amt des Bundespräsidenten hinbekommen. Da hilft natürlich das Amt des Fraktionsvorsitzenden. Das wäre auch ein Grund nicht nach Berlin zu wechseln, zumindest als einfacher Abgeordneter. Denn als einfacher Abgeordneter würde man dort weniger verdienen.

        Darüber können wir alle nur spekulieren. Grundsätzlich hat er aber die Wandlung genommen, die er nehmen musste, um in der AfD zu bestehen. Er ist während den letzten 2 Jahren durch ein Stahlgewitter gegangen. Er wurde innerhalb der AfD verraten und vorgeführt und er wurde außerhalb der Partei auf das Bitterste attackiert. Ich war mir sicher, er würde Geschichte sein. Er hat alles überstanden und steht besser da denn je. Er ist aus der Krise gestärkt hervorgegangen. Das ist erst einmal eine große politische Leistung.

        Meuthen hat sichtlich dazugelernt. Innerhalb der Partei und im Umgang mit der Konkurrenz. Ob nun beim Parteitag in Köln oder seine Reden im Landtag von B-W. Seine Reden sind einfach großartig. Sie nehmen die Menschen mit. Er hat eine bürgerliche Wortwahl behalten und trotzdem die notwendige Aggressivität gewonnen. Er ist eigentlich der logische alleinige Vorsitzende der AfD. Er ist die logische Führungsfigur der AfD und dürfte das im neuen Jahr auch werden. Anders als Weidel, der die Lockerheit fehlt und Gauland, der einfach zu allt ist, hat er auch alle Voraussetzungen dafür.

        Höcke und andere Leute im Osten sind ein Problem. Zusammen mit Frauke Petry hätte er das vielleicht anders angehen können. Durch das Verhalten von Petry blieb ihm keine andere Wahl. Wenn es Meuthen schafft Höcke und Co. einzubinden, ohne dass er gleichzeitig die bürgerlichen Kräfte verprellt, dann wäre er der Retter der AfD.

        Es ist leicht Meuthen als Opportunisten abzustempeln. Das mag nicht völlig falsch sein. Aber seine Leistung kann heute weder beurteilt noch gewürdigt werden.

        Er ist mit Sicherheit die Person mit dem größten politischen Potenzial innerhalb der AfD.

      • Richtig ist, dass Herr Meuthen bei anderem Verhalten politisch kaum noch eine Rolle spielen würde. Ohne Opportunismus kommt ein erfolgreicher Politiker kaum aus. Dieser sollte jedoch möglichst inhaltlichen Zielen dienen statt umgekehrt.

      • Die FDP sollte ehemalige AfD-Politiker, die liberale statt rechte Politik wollen, nicht nur sehr gerne aufnehmen, sondern um ihren Eintritt bitten. Das diesbezügliche Verhalten von FDP-Lindner und anderen in der FDP halte ich in vieler Hinsicht für falsch.

      • Es lässt sich häufig nicht so leicht feststellen, ob jemand wirklich liberale Politik will (das gilt allerdings selbst für Herrn Lindner). Doch es wäre auf jeden Fall nötig, mindestens zwei Phasen der AfD zu unterscheiden, nämlich vor und nach der Abwahl von Herrn Lucke. Wer jetzt noch in der AfD (aktiv) ist, ist entweder gar nicht liberal oder äußerst liberal gegenüber Illiberalen. Unabhängig davon sollte gerade eine liberale Partei doch eigentlich Mitglieder jeder anderen demokratischen, nicht vom Verfassungsschutz beobachteten Partei aufnehmen.

      • Parteien haben schon das Recht und auch die moralische Pflicht, auch Demokraten anderer als ihrer Richtung die Mitgliedschaft zu verweigern.

      • Ja, doch die wahre politische Ausrichtung lässt sich oft nur schwer feststellen, insbesondere kaum allein über frühere Parteimitgliedschaften. Gibt es nicht in (fast) allen Parteien Liberale? Zu Anfang waren es in der AfD besonders viele.

      • Sie haben recht! Bei Treffen „strikt“ Liberaler hier in Dortmund sehe ich immer wieder einen hohen Prozentsatz ehemaliger Mitglieder der AfD.

      • Zu liberal vs. illiberal: Herr Henkel war jahrelang mit Herrn Höcke in einer Partei. Ich sehe den Essener Parteitag 2015 nicht unbedingt als Wendepunkt, was die Charakterisierung der Mitglieder betrifft.

      • Herr Henkel war doch gar nicht jahrelang in der AfD, sondern ca. anderthalb Jahre. Der Essener Parteitag war eine Zäsur für die AfD, auch wenn sich die Mitgliedschaft schleichend änderte.

      • Jedenfalls ist die AfD deutlich noch weniger liberal als früher. Auch das ist ein Grund, trotz ihrer großen Mängel, gerade auch aus liberaler Sicht, diesmal (!) eher die FDP zu wählen: Nur eine starke FDP verhindert, daß Rot oder Grün mit in die Regierung kommen. (Daß eine Wahl von CDU/CSU nicht in Frage kommt, unterstelle ich für die Leser hier) Das verhinderte dann auch, daß CDU/CSU/FDP sagen könnten: Am Guten hinder(te)n uns rote bzw. grüne Koalitionspartner.

      • Wie kann ich denn auf Blogbeiträge direkt antworten?

        Die AfD streitet die Echtheit dieser E-Mails ab. Es passiert jedenfalls genau das, was zu erwarten war: Kurz vor der Wahl kommen allerhand Skandale an die Öffentlichkeit. Sie und viele andere haben bereits darauf reagiert. So funktionieren Medien.

      • Zu Blogbeiträgen selbst können Sie ganz unten einen Kommentar abgeben. Zu anderen Kommentaren kann drei Ebenen tief geantwortet werden. Wenn die dritte Ebene erreicht ist, können Sie nicht mehr direkt auf einen Kommentar antworten (was nur für mich selbst nicht zu gelten scheint), sondern sollten nach oben (!) zum nächsten Antwortfeld scrollen. Ihr Kommentar wird dann unter dem letzten auf der dritten Ebene eingefügt.

        Die entscheidende Frage ist doch, ob die skandalträchtigen Behauptungen wahr sind oder nicht. Wenn sie wahr sind, warum sollten die Medien dann nicht darüber berichten? Im Übrigen habe ich meine Wahl doch bereits getroffen.

      • Genau; das mit der dritten Ebene ist etwas ungünstig. Besser wäre es, neue Themen auf einer höheren Ebene zu behandeln…

        Ich bitte Sie. Eine angeblich E-Mail von 2013 taucht zwei Wochen vor der Wahl auf? Das stinkt zum Himmel. Auffällig ist allerdings, dass Frau Weidel im Moment generell am Schlingern ist. Sie hat nach dem ZDF-Abgang noch ein anderes Interview abgebrochen. Was soll das denn? Das ist genau der falsche Weg, um von bürgerlichen Wählern Stimmen zu erhalten.

      • Die Interviewäußerungen und -abbrüche von Frau Weidel sind doch gut dokumentiert. Dass verfängliche Mails genau jetzt auftauchen, ist auch kein Zeichen für Fälschungen. Sowohl die Empfänger könnten extra bis jetzt gewartet haben als auch die Journalisten. Dass die Immunität von Frau Petry mitten im Wahlkampf aufgehoben wurde, hat sie schließlich selbst verursacht, vermutlich um den innerparteilichen Druck zu lindern.

      • „Die AfD streitet die Echtheit dieser E-Mails ab.“
        Es gibt die tollsten Spams. Sogar Absender können manipuliert sein. Hacker sind zu vielem fähig.
        Ich frage mich, wieso sich Putin bei der anstehenden Wahl so ruhig verhält. Bei den US-Wahlen soll er doch im Internet kräftig mitgemischt haben. Entsprechende Geheimdienstinformationen wurden damals in den Medien als Wahrheit verkündet.

      • Eine E-Mail lässt sich inkl. Header leicht fälschen. Dafür muss man nicht viel können. Das ist wie bei einer Postkarte. Richtig problematisch würde es für Weidel, wenn es eine umfangreiche E-Mail-Korrespondenz gäbe, aus der klar hervorging, dass die E-Mail von ihr stammt.

        Inhaltlich wäre sie sehr fragwürdig, aber anders als behauptet nicht rassistisch. Inhaltlich wäre sie auch nicht völlig falsch, aber der Hang zum Verschwörungstheoretischen und die beleidigende Ausdrucksweise verdeckt leider das Diskussionswürdige.

        Ja, natürlich werden und wurden wir von Arabern sowie Sinti und Roma überschwemmt. Die Zahlen kann ja jeder nachlesen. Diese Aussage ist alles, nur nicht rassistisch. Sie beschreibt lediglich das Faktum der enormen Zuwanderung dieser Volksgruppen, die kulturell natürlich auch völlig anders geprägt sind. Ebenso halte ich es für einen Fakt, dass die Regierung sich nicht um das Grundgesetz schert und das Verfassungsgericht regelmäßig Rechtsbeugung betreibt, indem sie ihren Interpretationsspielraum bis ins Unendliche ausdehnt. Ob man das nun direkt Verfassungsfeinde nennt und von einer korrumpierten Justiz sprechen muss, das ist vor allem eine Stilfrage. Richtig ist auch, dass eine durch Migration zerfallende Gesellschaft kein Gegenwicht zu einer Regierung darstellen kann, die sich über Recht und Gesetz wegsetzt.

        Was mich aber massiv stört, ist die Theorie darüber, weshalb wir diese Zustände haben. Den zentralen Planer im Hintergrund, der das gewieft und bösartig steuert, den gibt es nicht. Das erinnert doch alles sehr an die Reichsbürger und der direkte Hinweis auf die Siegermächte des 2. Weltkriegs weckt die absolut falschen Assoziationen. Die Verschwörungstheorie ist nämlich nicht nur Unsinn an sich, sondern man könnte es so auffassen, dass dem Deutschen Reich und damit Nazi-Deutschland Unrecht angetan wurde. Das kann und darf nicht Inhalt der AfD nicht.

        Dass man die Regierung als Schweine beschimpft, das ist beledigend, aber wenn man sich in einem privaten Umfeld wähnt, dann will ich nicht wissen, was auch andere Politiker schon so losgelassen haben.

        Positiv anrechnen müsste man aber, dass wenn die Politik der Regierung kritisiert wird und sie als Verfassungsfeinde bezeichnet werden, das Grundgesetz geschützt werden sollte und es eben nicht abgeschafft. Das findet man aber in vielen Medienberichten. Sie wäre also damit kein Feind der Demokratie. Wobei das leider von Reichsbürgertheorien und einer vermeintlich fehlenden Souveränität Deutschlands teilweise konterkariert wird.

        Besonders ärgert mich der pseudowissenschaftliche mit Fremdwörtern überflutete nur schwer lesbare und erträgliche Text. Das erinnert doch stilistisch alles an die Texte Landolf Ladigs, die nun wirklich nicht mein Fall sind.

        Ich habe allerdings nur einzelne Wortfetzen aus der Mail zu lesen bekommen, da sich der ursprüngliche Welt+-Artikel sich irgendwie nicht öffnen lässt. Vielleicht müsste ich dann meine Meinung nochmal revidieren.

        Fakt ist, dass diese Veröffentlichung der AfD schaden wird und das völlig gleich, ob es sich um eine Fälschung handelt oder es Weidels wahre Meinung widerspiegelt. Den Einzug in den Bundestag wird sie nicht verhindert, sehr wohl könnte sie ein zweistelliges Ergebnis zunichte machen und S-G ermöglichen, was den Status Quo noch stärker zementieren würde.

      • „Es ist fraglich, ob der Empfänger private E-Mails überhaupt an die Öffentlichkeit geben darf“

        Ich halte das auch für inakzeptabel. Es muss doch auch ein Briefgeheimnis oder irgendetwas Vergleichbares geben. Der Inhalt der E-Mail mag teilweise wirr sein (die Verlinkung auf esoterische Verschwörungstheoretik z.B.), aber justiziabel ist das nicht. Der Mensch hat auch ein Anrecht darauf, wirr zu sein und trotzdem einen geschützten privaten Bereich zu haben.

        Ich kenne übrigens viel mehr linke Verschwörungstheoretik. Die Anhänger dieser tragen das auch offen vor sich her. Teilweise schafft sie es sogar bis in ÖR Fernsehen.

        Ich verstehe sowas nicht. Ich habe zum Glück solche Ansichten nicht. Aber hätte ich sie, ich würde sie nicht mal unter Pseudonym ins Internet stellen. Die technischen Möglichkeiten heute sind so gut, dass sie immer irgendwann auf einen zurückfallen können. Man weiß nie, was noch alles kommt. Anders als für Angela Merkel sollte für Alice Weidel das Internet kein Neuland gewesen sein.

    • Frau Weidel ist gerade erst gut 4 Monate Spitzenkandidatin, dafür ist ihre Leistung schon beachtlich! Man darf die Anforderungen an die AfD-Politiker nicht unrealistisch hoch ansetzen. Wo und wie sollen die noch viel besseren Leute denn so schnell herkommen?

      • Man hat die (potentiell) besseren Leute doch alle extra vertrieben oder gleich abgeschreckt. Zumindest aus meiner Sicht ist Frau Weidel als Spitzenkandidat auch nicht besser, sondern schlechter geworden. Das könnte jedoch an der nahezu unlösbaren Aufgabe liegen, gleichzeitig das innere und äußere Publikum bespielen zu müssen, was dann eben in der Flucht enden kann.

    • So, nun habe ich es gelesen. Viel mehr steht da nicht drin. 1,99€ umsonst ausgegeben. Das einzig Erhellende war die Seite, auf welche der Verfasser der Mail als Beweis seiner Thesen verlinkt:

      http://www.terra-kurier.de/

      Allein schon die Startseite schau so abschreckend aus, dass man sich das wohl nicht länger anschauen muss. Das wäre einer promovierten Ökonomin eigentlich nicht würdig. In einer Welt, in der beachtliche Teile der Bevölkerung ihren Hang zum Esoterik beim Heilpraktiker auslebt, kann man allerdings auch das nicht ausschießen. Allerdings merkwürdig, dass der Verfasser beim Schreiben einer Mail am I-Phone auf Ä, Ö, Ü verzichtet, wo doch die virtuelle Tastatur schnell auf ein deutsches Layout umgestellt wird. Auch wenn Alice Weidel möglicherweise bevorzugt auf Englisch mit ihren Geschäftspartnern kommuniziert haben sollte, ist das bei der Möglichkeit zur Autokorrektur doch seltsam.

      Insgesamt bin ich gespalten. Ich tendiere dazu, dass diese Mail von ihr stammt. Es bleiben aber Zweifel und eine rechtliche Abhandlung wird es vielleicht niemals, aber mit Sicherheit nicht vor der Wahl geben. An meiner Wahlentscheidung ändert das aber nichts. Die hat nämlich nicht nur was mit der AfD zu tun, sondern vor allem mit dem Verhalten der anderen Parteien. Die AfD könnte auch Affen aufstellen.

      • Ich glaube nicht, dass eine E-Mail, bei der es (bislang) überhaupt keinen Beweis gibt, wer sie geschrieben hat, das AfD-Ergebnis beeinflussen wird.

      • Wäre die Mail von Höcke, dann wäre das nur eine Randnotiz wert. Jeder kennt ihn und wählt die AfD entweder wegen ihm oder trotz ihm. Diejenigen, die die AfD trotz Höcke wählen, könnten nun ihre Meinung ändern, weil Weidel für sie als Gegengewicht gelten konnte.

        Natürlich ist die Mail nur eine Behauptung. Und die AfD und Weidel reagieren jetzt auch richtig, indem sie sich jetzt auf den Wahlkampf konzentrieren wollen und vorgeben das Thema erst nach der Wahl wiedeaufzugreifen, um nicht über jedes Stöckchen zu springen. So wird das Thema in 2-3 Tagen wieder aus den Medien verschwinden. Eine weitere Eskalation wäre dann nur noch bei einer persönlichen Wortmeldung des vermeintlichen Empfängers möglich. Der scheint es aber zu bevorzugen, anonym zu bleiben. Ich vermute ihn im früheren AfD-/Alfaumwelt oder es ist ein Gutverdiener, der eher weniger mit Weidel in Verbindung gebracht werden möchte. Die Rachegelüste dürften hoch gewesen sein, aber einen persönlichen Gang in die Öffentlichkeit dürfte die Person wohl nur bei Geldzahlungen wagen.

        Auf jeden Fall ist dieser Wahlkampf so schmutzig wie seit langem nicht mehr. In den USA hätte das Trump nicht geschadet. Wir sind aber in Deutschland, nicht in den USA. Die Höcke-Diskussion hat gezeigt, dass die AfD sehr wohl Schaden nehmen kann, ähnlich war es ja auch schon beim Fall Boateng.

      • Frau Weidel reagiert falsch, zumindest wenn die E-Mail frei erfunden ist bzw. gar nicht von ihr stammt. Dass sie keine Rechtsmittel dagegen einlegt, legt sehr nahe, dass sie tatsächlich die Verfasserin ist.

      • Jedem AfD-Wähler ist klar, dass Herr Höcke ein wesentlicher Teil der Partei ist. Ob frühere Verbalentgleisungen der Partei geschadet haben, weiß ich ebenfalls nicht. Die AfD lebt doch von der Provokation, ähnlich wie die FPÖ.

  7. Es gibt eine gewaltigen Unterschied zwischen der Lindner-FDP und der Prezell-AfD in NRW.

    Herr Pretzell schadet „nur“ der AfD.
    Herr Lindner schadet Deutschland.

    Oft haben Sie hier mit Wahrscheinlichkeiten argumentiert.
    Das Ihr oberstes Ziel ist, Angela Merkel als Kanzlerin zu verhindern.

    Dann schauen wir doch mal….
    Die Wahrscheinlichkeit, das die FDP – wenn es für schwarz gelb reicht – Frau Merkel als Bundeskanzlerin wählt, liegt bei…. 100%!

    Weiterhin hat Ihre Stimme auch die Bedeutung, das Sie das Komplettversagen der FDP als Oppositionspartei nachträglich belohnen.

    Mit Ihrer Zweitstimme haben Sie eine Kanzlerschaft von Angela Merkel wahrscheinlicher gemacht;
    und für Frau Merkel die angenehmste – weil unkritischste – Koalition unterstützt.

    Das ist Ihr gutes Recht.
    Aber dann sollten Sie auch dazu stehen, das Sie gegen ein „weiter so“ nichts einzuwenden haben.

    • Das ist alles nicht wahr. Wenn Herr Pretzell die Gelegenheit erhielte, würde er Deutschland viel mehr schaden als Herr Lindner oder selbst Frau Merkel. Zum Glück hat er nur ein Doppelmandat im Europa- und Landesparlament, aber keine Regierungsverantwortung, die man so einem Mann nie anvertrauen darf.

      Wo hat denn die FDP als (außerparlamentarische) Oppositionspartei versagt? Wenn Sie ehrlich sind, müssen Sie zugeben, dass Herr Lindner einen besseren Wahlkampf als die Spitzenkandidaten der AfD macht. Sein Problem ist seine Vorgeschichte. Denn die FDP hat zuletzt als Regierungspartei versagt, woran er aktiv beteiligt war.

      Frau Merkel bleibt sowieso Kanzlerin. Daran ändert weder Ihre noch meine Stimme etwas. Frau Merkel würde am liebsten eine schwarz-grüne Regierung bilden, für die es aber nicht reichen wird, oder die Große Koalition mit einer nochmals geschwächten SPD fortsetzen. Selbst Jamaika fände sie besser als eine schwarz-gelbe Koalition, weil sie mit den Grünen in der Regierung selbst nicht so links aussieht. Trotzdem könnte sie sich einer schwarz-gelben Koalition nicht entziehen, die durch meine Stimme marginal wahrscheinlicher wird und von den genannten Koalitionen das kleinste Übel ist.

      • Danke für Ihre Antwort.

        1.) Herr Pretzell wird (Gott sei Dank!) keine Regierungsverantwortung erhalten können. Herr Lindner sehr wohl.
        Daher wird der eine durch ein „weiter so“ aktiv Schaden anrichten, der andere nur der AfD.

        2.)“Wenn Sie ehrlich sind, müssen Sie zugeben, dass Herr Lindner einen besseren Wahlkampf als die Spitzenkandidaten der AfD macht.“
        Für NRW stimme ich zu.
        Für den Bund nicht.

        3.)“Sein Problem ist seine Vorgeschichte.“
        Als da wären:
        – schnell noch ein Milliönchen eingesackt, bevor seine Firma pleite geht
        – AKTIV versucht, Herrn Schäffler von der Liste in NRW zubekommen
        – AKTIV daran mitgewirkt, das in der FDP keine faire Abstimmung zum Euro stattfindet
        – Zugelassen, das ein Präsidiumsmitglied (!) der FDP nach der Wahl in Rhn.-Pfl.
        das Gegenteil macht, was es vor der Wahl gesagt hat.
        Das ist Wähler Betrug in seiner schlimmsten Form.

        Die Geschmäcker sind verschieden; ich persönliche sehe keine wirklichen grundsätzlichen Unterschiede zwischen Lindner und Pretzell.

        4.)“Frau Merkel bleibt sowieso Kanzlerin.“
        Einverstanden.
        Deswegen geht es darum, Ihr das Leben in einer Koalition so unangenehm
        wie nur irgendwie möglich zu machen und auf ein „Platzen“ zu hoffen.
        Und schwarz + gelb + grün wäre deutlich unangenehmer.

        5.) Herr Lindner tritt dieses mal gar nicht als Betrüger auf.
        Land auf – Land ab wirbt eher inhaltlich für ein „weiter so“.
        Die Unterschiede zur Merkel-Partei muss man schon mit der Lupe suchen.

        Ich bleibe bei meiner Meinung.
        Diese Bundestagswahl ist die wichtigste seit 45`.

        Es geht nicht um Unterschiede bei der Rente.
        Oder bei der Bildung.
        Oder oder oder.

        Es geht darum, ob sich Deutschland bis zur Unkenntlichkeit weiter veränder,
        die Parteien im JETZIGEN Bundestag das Land weiter zur Beute machen,
        oder ob man noch eine Chance hat, dies „einigermaßen“ aufzuhalten.

        Lg

      • Ich vertraue Herrn Lindner auch nicht wirklich. Das gilt selbst für sein angeblich gutes Aussehen, welches nicht zuletzt auf falschen Haaren beruht. Aber die Alternativen (einschließlich der Alternative für Deutschland) sind eben auch nicht besser. Deshalb ist es auch nicht die wichtigste Wahl seit 1945, sondern eigentlich gar keine echte Wahl. Ich denke bereits an 2021 und wie sich da Frau Merkel endlich abwählen ließe.

        In der Opposition könnte Herr Lindner eine ernsthafte bürgerliche Gegenkraft aufbauen. In der Regierung würde er real getestet. Da darf man keine Wunder von ihm erwarten, doch wenn er nochmals wie 2009 bis 2011 (da schlug er sich in die Büsche) versagt, sind er und die FDP für immer unten durch. Jeder hat eine zweite Chance verdient, aber nicht unbedingt eine dritte, vierte, fünfte…

  8. Sehr interessant! Sie haben Recht, FDP wäre eigentlich eine seriöse, sachkundige Oppositionspartei nur wenn es Hr. Lindner und Untertützer nicht gäbe. Schade. Politische Richtung stimmt, prominente Vertreter fehlen. Leider wird in einer Koaltion mit Union auch Hr. Schäffers Stimme wirkungslos verpuffen!

    Ich habe, ohne Wahl-O-Mat , AfD auf der ganzen Linie bevorzugt. Mit der Hoffnung, dass sie als Opposition wirklich bis zur Erschöpfung kämpfen werden. Als Partei haben sie bei dem Chaos in Deutschland die besten Chancen!

    • Herr Lindner ist gerade das beste bzw. einzige Zugpferd der FDP. Seine Glaubwürdigkeit wird getestet, wenn die FDP erneut in eine Merkel-Regierung eintreten sollte. Wenn er klug ist, verzichtet er im Gegensatz zu Herrn Westerwelle auf ein Ministeramt und wird lieber Fraktionsvorsitzender. Falls die FDP in der Opposition bleibt, wird sie der AfD die Show stehlen. Denn das Chaos in der AfD ist deutlich größer als im Land insgesamt.

      • Herr Lindner hat bei „illner intensiv“ vorhin eine starke Performance ggü. Frau Özuguz abgeliefert; die starke Annäherung an AfD-Programm und -Rhetorik kurz vor der Wahl kann aber sehr gut auch als Werbung für die AfD wirken

      • Ich habe von Menschen gehört, die die Sendung mit Weidel gesehen haben und sich jetzt überlegen, einfach als Trotz die AfD zu wählen. Offensichtlich verursacht der unfaire Umgang mit der AfD Mitleid und Sympathie.

        Lindner macht seine Sache gut. Ich würde behaupten, dass er damit sowohl FDP als auch AfD hilft. Denn damit macht er den Menschen die Unmöglichkeit von CDU und SPD aus seriöser Perspektive klar. Die FDP selbst ist jedoch für viele Wähler immer noch ein No-Go und Reizfigur. Diese dürften dann bei der AfD landen.

      • Die AfD will nur austeilen und kann nicht einstecken. Außerdem ist sie für viel mehr Menschen als die FDP ein No-Go. Allerdings glaube ich auch, dass Herr Lindner gar nicht primär um die Stimmen der AfD-Anhänger kämpft, sondern sich um das viel größere Lager der von Frau Merkel enttäuschten (Ex-)CDU-Wähler bemüht.

      • Der FDP haftet das Image der neoliberalen Reichen- und Klientelspartei an. Das ist für viele Leute ein No-Go. Die AfD ist für viele Menschen auch ein No-Go, aber aus anderen Gründen. Nicht jeder migrationskritische Wähler kann sich mit diesem über Jahrzehnte aufgebauten Image der FDP anfreunden. Diese Wähler (vor allem ehemalige Nichtwähler, Wähler der SPD, aber auch der CDU) wollen keine „Manager“ mitwählen und bevorzugen deshalb die AfD, wo sie Migrationskritik in Reinform bekommen und wo sie wissen, dass im Zweifel nicht andere Themen wichtiger sind.

      • Beide Parteien haben vor allem ein Glaubwürdigkeitsproblem. Für die FDP ist es deswegen größer, weil ihre potentiellen Wähler nicht mit einfachen Parolen zufrieden sind. Außerdem kann sie an langjähriger Regierungsbeteiligung gemessen werden, die häufig alles andere als ein Ruhmesblatt war. Aber glauben Sie wirklich, dass die gegenwärtige AfD besser regieren würde oder auch nur könnte? Als Proteststimme empfehle ich nochmals die Erststimme, während die Zweitstimme verantwortungsethisch vergeben werden sollte.

      • A) Die soziale Schwäche der FDP (Klientelismus) ist gerade für Liberale wie mich evident
        B) Herr Prof. Dilger hat recht: Zweitstimme (mit Hängen und Würgen) für die FDP, um Chancen linker Regierungsbeteiligung zu vermindern
        C) Öffentlich CDU/CSU und FDP klarmachen: Wenn ihr wieder versagt, droht euch ein euch unangenehmer Aufstieg der AfD
        D) Der AfD klar machen, daß sie für weiteren Aufstieg auch Wähler und vor allem auch Funktionäre braucht, die Rechtsaußen unsäglich finden….

      • Mir geht es nicht um Regierungsfähigkeit. Die interessiert mich nicht. Mir geht es darum zu sagen: „Stopp. Ich möchte das nicht mehr. Das ist unser Land und hier bestimmen wir. Ich möchte den Wohlstand, den unsere Eltern und Großeltern aufgebaut haben, nicht an Glücksritter aus der dritten Welt verschenken. Ich möchte auch nicht, dass unsere Kultur wie andere Hochkulturen in der Vergangenheit untergeht und eine rückständige Religion die Geschicke der Welt übernimmt“. Das kann ich sicherlich nicht mit der FDP. Die FDP mag andere gute Punkte haben, die mir auch wichtig sind. Aber sie sind nicht so wichtig wie obige Aussage. Denn die bestimmt über meine Identität. Und die ist mir wichtiger als alles andere. Mit der FDP erreiche ich bezüglich meiner obigen Aussage nichts. Mit der Wahl der AfD mache ich einen klaren Punkt. Über die konkrete Umsetzung der AfD kann ich mir dann Gedanken machen, wenn eine Regierungsverantwortung der AfD realistisch erscheint. Das ist nicht heute und wahrscheinlich auch nicht morgen.

        Übrigens bin ich auch sehr für Volksabstimmungen. In der medialen Wahrnehmung mag das eine geringe Rolle spielen. Wenn ich aber durch die Viertel meiner Stadt laufen, dann sehe ich auf den wenigen Wahlplakaten der AfD (viele werden nicht aufgehangen, weil die Antifa sie eh zerstören würde), dann handelt mindestens die Hälfte von Volksabstimmungen und das Matterhorn ziert fast jede Straße.

      • Das nennt man Gesinnungsethik, wenn einem das Ausdrücken der eigenen Gesinnung wichtiger ist als die Folgen. Sie können das auch gerne so sagen, sollten aber noch einmal still überlegen, ob eine geheime Wahl der richtige Ort für eine solche Aussage ist oder nicht doch eher eine verantwortungsbewusste Entscheidung erfordert.

        Weniger ist häufig mehr. Die AfD fordert, niemanden mehr ins Land zu lassen und Millionen Menschen abzuschieben, erreicht damit aber faktisch gar nichts oder vielleicht sogar das Gegenteil. Auch bei den Volksentscheiden spielt sie sich als einziger Befürworter auf und verprellt damit alle anderen, statt hier eine punktuelle Zusammenarbeit anzubieten.

  9. Wegen der negativen Entwicklung der Führungstruppe Gauland / Weidel habe ich meine Meinung endgültig geändert. Die Zweitstimme bekommt nunmehr ebenfalls die FDP.

    Vermutlich bekommt die AfD die Erststimme, weil die CDU die Erststimme sicher mitnehmen wirrd und ich über die Erststimme die Botschaft, dass ich eine Zuwanderung wie im Jahre 2015 nicht wünsche, dokumentieren kann.

    Ich hätte der AfD lieber die Zweitstimme gegeben. Aber der ganze Saftladen scheint ja nur noch aus personifizierten Animositäten gegen Ausländer und Fremdhäutige zu bestehen.

    So etwas will ich nicht.

      • Ich gebe Ihnen teilweise recht.

        Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Erststimme nicht die hohe Aufmerksamkeit der Zweitstimme auf sich zieht.

        Die AfD wird die Stimme als Kandidatenstimme sehen und ggf. dem örtlichen Kandidaten besondere Achtung für seinen Respekt zollen ( oder auch nicht ).

        Die Medien werden den Kandidatenerfolg tendenziell als Parteierfolg werten. Tatsächlich ist vielen Wählern der Kandidat egal und sie wählen letztendlich doch eher die Partei.

        Die „verlorenen“ Erststimmen werden von Seiten der Medien regelmäßig übergangen. Der verlorene Kandidat der CDU oder SPD, der schlechter als seine Partei abschnitt, dürfte allerdings intern wohl in Rechtfertigungsnöte kommen. Er wird sich möglicherweise darauf berufen, dass die Erststimme zur Protestwahl „missbraucht“ worden sei. Ob diese Botschaft dann in den Medien ankommt, das ist fraglich, denn Verlierer sind schnell vergessen.

      • Hätten Sie, Herr Dilger, wenn in einem anderen Bundesland wohnend, evtl auch ihre Zweitstimme der AfD gegeben?

      • Das würde ich zumindest nicht kategorisch ausschließen. Es hängt vom Bundesland und den Kandidaten dort ab. Denn tatsächlich wählt man nicht die AfD allgemein, sondern immer eine konkrete Landesliste.

    • „Ausländer und Fremdhäutige“ i.e. islamische Asiaten und Afrikaner braucht weder Deutschland noch Europa! In diesem Bereich ist AfD weder rassistisch noch diskriminierend. Deutsche und EU Gesetze wurden gebrochen, Lösungen werden nicht angestrebt, Gefahren verdrängt. Jeder Europäer müsste schon aus eigenem Interesse bei Schliessung der Grenzen und Abschiebungen kompromislos sein! „Personifizierte Animositäten “ sagt nichts über Probleme der Bürger aus, und Zukunftsangst ist wegen illegalen Migranten akut und gerechtfertig.

      • Sie meinen, dass die AfD nicht rassistischer und diskriminierender ist als Sie. Es ist wichtig, zwischen Bürger- und Menschenrechten zu unterscheiden, doch beide unterscheiden ihrerseits nicht nach Hautfarbe, Religion etc.

      • Natürlich ist Ihre Bemerkung rassistisch, was denn sonst ? Beim Gauland kommt ja noch hinzu, dass er zumindest die Integrationsministerin ohne Rechtsgrundlage rausschmeißen will.

        Das Bedauerliche ist, dass Rassisten und Islamhasser unglaublich dumm sind. Würden sie wenigstens die emotionale Klappe halten und einfach nur die geordnete Zuwanderung nach Punktesystem unter Berücksichtigung von Qualifikationen fordern, wären sie sogar für Bürger, die einfach nur ihre Interessenvertretung suchen, aber den ganzen Hass nicht wollen, wählbar.

        Aber hier spielt natürlich auch wieder das kollektive Onanieren eine große Rolle. Man hält sich beim Ringelpitz mit Anfassen für fortschritttlich und überlegen und übersieht völlig, wie abstoßend man empfunden wird. Selbst die Weidel fällt auf eine erbärmliche Kreatur zurück, obwohl sie das Zeug für Qualität grds. hätte.

      • Dass Alexander Gauland Boateng nicht kannte, glaube ich sofort. Fußball ist nun wirklich nicht sein Interesse.

        Und die Özuguz-Diskussion hat mit Rassismus erst recht nichts zu tun, da es nie um Rassen, Hautfarbe oder sonst was ging. Es ging um die kulturelle Zugehörigkeit. Das ist bereits per Definition kein Rassismus, so leid es mir tut.

        Wessen größte Sorge im Moment einzelne Wortfetzen sind, der hat die ernste Lage ohnehin nicht verstanden. Das ist schade, aber nicht zu verhindern. Die AfD steht für echte Veränderungen. Die FDP für einzelne vernünftige Worte, real unternehmen wird sie nichts. Wer die FDP wählt, sollte sich nach der Wahl nicht über Merkel und einen weiteren Migrantenzufluss beschweren. Die Person hat es nicht anders gewollt. Jetzt ist die Zeit derjenigen, die, wie man so schön sagt, „Eier haben“. Und derjenigen, die den Blick für das Wesentliche noch nicht verloren haben und in der Lage sind Gehirnwäsche und Medienpropaganda auszublenden. Jeder, der diesen Weg mitgehen will, ist ein Gewinn. Aber eine Abweichung von diesem Weg, um mehr Zaghafte mitzunehmen, würde nichts bringen, weil dadurch nicht einmal noch ein Ziel existieren würde, das die Eigenständigkeit der AfD rechtfertigt.

      • Warum redet Herr Gauland denn über einen Mann, den er überhaupt nicht kennt? Warum meinte er dann, dass niemand neben dem Fußballstar würde wohnen wollen?

        Bei der Integrationsministerin ging es ihm tatsächlich nicht um Rassismus, sondern ganz illiberal darum, jeden mit anderer Meinung nicht im Land haben zu wollen. Ihre Meinungsäußerungen disqualifizieren beide, Frau Özoğuz und Herrn Gauland, als verantwortliche Politiker, aber doch nicht als Staatsbürger.

        Es geht nicht um Wortfetzen, sondern um die Überzeugungen, Werte und den Charakter von Politikern. Offensichtlich habe wir eine Krise unseres politischen Systems und die AfD erweist sich zunehmend nicht als Lösung, sondern als Teil des Problems. Real wird die AfD ohnehin nichts unternehmen (können), doch auch verbal und moralisch überzeugt sie nicht mehr als bessere Alternative.

        Warum konzentriert sich die AfD nicht z. B. auf einen Punkt, wo tatsächlich substanzielle Verbesserungen möglich wären und man die anderen Parteien bis dahin vor sich hertreiben könnte? Auch wenn es die AfD anders behauptet, sind alle Parteien bis auf die CDU für mehr direkte Demokratie bis hin zu Volksentscheiden auf Bundesebene. Warum tun sich dann nicht alle von AfD über CSU, FDP, Grüne, SPD bis hin zur Linken zusammen, um mit ihrer Zweidrittelmehrheit das Grundgesetz entsprechend Artikel 20 Abs. 2 anzupassen?

    • Die AfD hat zwar eine sehr kritische Einstellung zum Islam, jedoch nicht zu gut integrierten Ausländern mit ähnlicher kultureller Prägung wie Deutsche, die schon sehr lange hier leben. Und dann spielt die Hauptfarbe eben keine Rolle.

      • Was bringt jetzt der Ausflug zu Herrn Boateng? Glauben Sie ernsthaft, dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen gerne in Migrantenvierteln wohnen möchte?

      • Ach, naja, aber Herr Gauland weiß doch auch, dass plumples Abwerten von anderen nur wegen der Hautfarbe fast niemandem in Deutschland gefällt und dass die AfD einen solchen Kurs nicht gehen sollte. Ich würde das nicht so eng sehen.

      • Gerade weil Herr Gauland das wissen müsste, stellt sich schon die Frage, warum er sich wiederholt so äußert. Ich gehe davon aus, dass er bestimmte Gruppen ansprechen will, denen solche Äußerungen eben doch gefallen. Vor der breiteren Öffentlichkeit rudert er dann wieder etwas zurück.

      • Gaulands Boateng Äußerungen oder bestimmte Punkte einer Höcke-Rede waren dumm und kontraproduktiv und sind nicht Kern der AfD-Programmatik

      • Dass Herr Gauland als Spitzenkandidat und auch viele weitere Funktionäre, Mitglieder und Anhänger der AfD ganz andere Sachen sagen und schreiben, als in den offiziellen Programmen steht, ist bekannt und ein Problem.

      • Natürlich hat Gauland die Boateng-Aussage nicht mit Absicht gemacht. Eine dümmere Aussage kann man ja auch gar nicht treffen. Und Stimmen kann man damit in Deutschland schon gar nicht gewinnen. Bei Özoguz ist das anders. Hier gab es nachweislich keinen Stimmenverlust.

        @Alexander Dilger
        Auch bei Forschungsgruppe Wahlen hat S-G jetzt die Mehrheit verloren. S-G wird nicht kommen. Dafür bekommen wir vielleicht Schulz als Finanzminister.

      • Bitte erklären Sie, warum Herr Gauland diese Aussage gemacht hat. Gerade wenn sie nicht absichtlich war, ist sie doch entlarvend.

        Finden Sie es eigentlich gut, wenn die AfD Schwarz-Gelb verhindert und zu einer neuen Großen Koalition führt? Sind Sie wirklich für Herrn Schulz als Finanzminister (wobei er wohl doch eher Außen- oder Europaminister würde)?

      • Ich glaube, dass Gauland mit seiner Aussage lediglich klarmachen wollte, dass die Menschen zwar nichts dagegen haben, wenn Migration uns tolle Fußballspieler beschert, insgesamt aber trotzdem nicht überfremdet werden wollen. Diese Aussage ist auch nicht zu beanstanden und auch wenn „Die Menschen“ nicht auf alle Menschen zutrifft, so dürfte der Anteil, auf die das zutrifft, zumindest die 10% der AfD weit überschreiten. Empirische Evidenz gibt es dafür ja schließlich auch. Menschen mit fremd klingenden Namen haben es deutlich schwieriger eine Wohnung zu finden als Deutsche.

        Dumm war die Aussage deshalb, weil Gauland erstens über einen konkreten Menschen sprach (das ist immer schlecht, da es sofort als persönliche Beleidigung und Herabsetzung aufgefasst werden kann, wenn nicht sogar muss) und zweitens auch noch über einen Menschen, dessen Loyalität zu Deutschland außer Frage steht und der eher als Vorbild geeignet ist. Dessen einziger Unterschied tatsächlich die Hautfarbe ist. Dass das falsch aufgefasst werden kann, das hätte man wissen müssen. Und man hätte auch wissen müssen, dass es für solche Ansichten in Deutschland, auch nicht innerhalb der AfD, keinerlei Zustimmung gäbe. Boateng ist nämlich kein abstrakter Fremder, wo der Durchschnittsmensch erst einmal eine gewisse Scheu zeigt, sondern eine Person, die die Möglichkeit hatte in unseren Herzen anzukommen. Deshalb war die Aussage so sehr dumm, dass sie Gauland garantiert nicht bewusst getätigt haben kann.

        Ich finde Martin Schulz als Finanzminister oder war auch immer nicht gut. Aber wir werden uns damit abfinden müssen, dass er bald eine wichtige Rolle spielen wird. Ich wollte Ihnen nur die Hoffnung nehmen, dass es für S-G reicht. Dieser Hoffnung hängen nämlich viele Bürgerliche an und es ist ihnen gar nicht klar, dass sie ist so enttäuscht werden. Entweder weil es erst gar nicht reicht oder aber, weil die FDP ein 09-13 reloaded vollziehen würde.

        Ich muss aber zugeben, dass ich kein S-G möchte. Denn es wäre der Beweis, dass man den Wähler bis ins Unendliche verarschen kann. S-G käme schließlich nur zustande, wenn die AfD vom jetzigen Niveau nochmals deutlich nachlässt. Das möchte ich natürlich nicht.

        Mir persönlich ist es völlig egal, ob es s-G, eine GK oder Jamaika wird. Ich glaube nicht, dass das für die Politik der nächsten 4 Jahre mehr als nur einen symbolischen Unterschied macht.

      • Herr Gauland hat sich einfach den Falschen für seine rassistische Äußerung ausgesucht. Tatsächlich sollten Hautfarbe und Herkunft der Eltern überhaupt keine Rolle spielen und tun es für die meisten Deutschen auch nicht mehr. Vielen Linken sind außerdem die Sprachkenntnisse, die Staatsbürgerschaft, selbst rechtskonformes Verhalten völlig egal, womit aber kein Staat zu machen ist. Für alle Menschen gelten die Menschenrechte, aber nur für Staatsbürger die Bürgerrechte, weshalb auch die Staatsbürgerschaft nur mit Bedacht vergeben werden darf.

        Frau Merkel wird auf jeden Fall Kanzlerin bleiben. Von daher ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und wir sprechen eigentlich nur noch über die Verzierung des Eimers. Doch erstens glaube ich, dass es trotzdem einen (kleinen) realen Unterschied macht, mit wem Frau Merkel regiert. Zweitens müssen wir schon jetzt an 2021 denken. Wenn Herr Lindner in einer Regierung erneut versagt, wird von der nur noch auf ihn zugeschnittenen FDP nicht viel übrig bleiben. Allerdings könnte er sich auch bewähren und dann eine echte bürgerliche Alternative darstellen, was er auch als Oppositionsführer anstreben würde. Eine Regierungsbeteiligung der Grünen hätte den Vorteil, dass sie dann 2021 wohl wirklich nicht mehr in den Bundestag einziehen würden. Eine erneute Große Koalition dürfte die SPD weiter schwächen, damit aber auch Optionen jenseits von Frau Merkel 2021 reduzieren.

  10. Ich habe 2009 erst- und letztmalig FDP gewählt! Politiker sind bekannt dafür, ihre Wahlversprechen nicht zu halten, aber Westerwälle & Co. waren ein Totalausfall, an dem auch Herr Lindner erheblich beteiligt war.

    Hat Frank Schäffler echte Chancen auf ein Mandat, wenn die FDP wieder in den Bundestag kommt? Er hat Sachverstand, aber vor allem Mut! Mit dem Mitgliederentscheid zur Griechenland-Rettung ist er zwar leider gescheitert, aber die Mitglieder anderer Parteien wurden erst gar nicht gefragt. Ich liebe mutige Außenseiter wie ihn. Mein alter Freund Klaus Peter Willsch, MdB (CDU)aus gemeinsamen Zeiten in der Schüler Union/Jungen Union, lässt sich auch nicht den Mund verbieten oder verbiegen.

    Aber wer ein deutliches Nein zum gesamten linken Berliner Establishment sagen will, muss einfach AfD wählen, auch wenn dort leider nicht alles perfekt ist.

  11. Frau Merkel will auf jeden Fall eine breite Mehrheit, insbesondere, wenn ihre Macht zu erodieren beginnt.
    Es gibt daher Schwarz-Rot; auf wacklige Koalitionen mit den Grünen oder der FDP wird sie sich nicht einlassen.
    Zur AfD: 40 % der Wähler sind noch unentschlossen. Wenn nur ein Drittel dieser überdurchschnittlichen Anzahl gemerkt haben, dass es sich bei den vier anderen Parteien um eine Einheitspartei für Frau Merkel handelt, dann kann das Wahlergebnis für die AfD mühelos über 15% – und nahe an dem der SPD (17%?) sein.
    Auf jeden Fall erwarte ich am Wahlabend eine Riesenüberraschung.

    • Das sieht mir doch nach zwei spannenden Wetten aus. Ich wette erstens, dass es zu Schwarz-Gelb kommt, wenn das rechnerisch möglich ist. (Wenn nicht, kommt es eher zu einer Großen Koalition als Jamaika.) Ich wette zweitens, dass die AfD keine 15 Prozent schafft.

      • Die AfD kann froh sein, wenn sie zweistellig wird, ganz klar. Aber was macht Sie so sicher, dass Frau Merkel nicht schwarz-grün zumindest versuchen wird, wenn sagen wir die Union 42 und sowohl FDP als auch Grüne 9 Prozent bekommen?

      • Frau Merkels Regierungsstil besteht doch vor allem darin, das umzusetzen, was andere wollen. Deshalb wird sie sich einer schwarz-gelben Regierung nicht entziehen können. Dass eine schwarz-grüne Regierung geht, eine schwarz-gelbe aber nicht, ist zum Glück sehr unwahrscheinlich, weil die FDP stärker werden dürfte als die Grünen.

    • Cool, das wären doch grandiose Quoten, wenn man auf diese Tendenz wettet … gibt es denn entsprechende Wettbüros oder ‚Buchmacher‘ in Deutschland oder England?

  12. O.K.
    1. Wette: Schwarz-Rot auf jeden Fall, auch bei hohem FDP-Ergebnis mit möglichem Schwarz-Gelb.
    2. Wette: AfD = 15 % oder mehr.
    Je zwei Flaschen Natureo rot alkoholfrei (für Autofahrer).

    • Ich schlage dann einen ungleichen Wetteinsatz vor, da alkoholfreier Rotwein nicht so mein Fall ist: Falls Sie gewinnen erhalten Sie pro Wette Ihre zwei Flaschen; falls ich gewinne, nehme ich jeweils eine Flasche trockenen Weißwein von vergleichbarem Preis. Wenn jeder eine Wette gewinnt, tauschen wir gar nichts aus. Die 1. Wette ist bedingt darauf, dass Schwarz-Gelb rechnerisch möglich ist; andernfalls gewinnt niemand diese Wette.

      • Wette gilt – auch Weißwein.
        Als Fahrer – wäre Natureo eine Er-Fahr-ung wert! Andere 0%-er sind wie Traubensaft.

      • Ich trinke sowieso nicht viel Alkohol. Wenn ich es doch einmal tue, fahre ich danach entweder gar nicht mehr oder erst Stunden später.

    • Der zweiten Wette möchte ich mich gerne auf Seiten von Herrn Dilger anschließen. Ich mag auch gerne einen Rotwein.

      Die erste Wette ist mir zu riskant. Aus Merkels Sicht dürfte die große Koalition interessanter als schwarz-gelb sein. Die uncharismatischen und tendenziell einfältigen SPD-Genossen sind für Merkel eine leichte und ungefährliche Kost. Sie konnte sich bislang immer 100prozentig darauf verlassen, dass die SPD jeden Unsinn, der als Misserfolg endete, als ihren Erfolg auf ihre Kappe nimmt, selbst wenn sich der Volkszorn erhob.

      Das Spielchen dürfte bei dem charismatischen Lindner und der tendentiell besser gebildeten FDPler so nicht funktionieren; zumal die FDP nicht den gleichen Fehler machen wird, einen Haufen Grünschnäbel ( Rösner, pp. ) gegen Merkel ins Rennen zu schicken.

      • Gerade die 2. Wette ist eine brandheiße Spekulation für gewiefte Vollprofis (Bolko Hoffmann), aber als englischer Sportsmann nehme ich die Wette an.
        Einsatz 2 Flaschen Rot für Jeden.

      • Unsinn forderte von 2013-2017 die SPD noch mehr als CDU/CSU. Und der wahre Kanzler hieß eher Gabriel denn Merkel. Eine gewisse Rolle dafür spielten wohl erdrückende Mehrheiten von Rot-Rot-Gün im Bundesrat, was durch die letzten Landtagswahlen deutlich gemindert wurde, und eine sehr knappe Mehrheit von Rot-Rot-Grün im Bundestag.

  13. Schöne Diskussion! Gefängnisse sind übervoll. Die Strafen bis 2 Jahre werden auf Bewährung ausgesetzt! Wer wird hier für Dumm verkauft? Alle kluge Kombinationen werden nichts verändern. Merkel muss weg!

  14. Herrn Lindner ist NICHT zu trauen! Er hat bereits zu Zeiten von Westerwälle & Co. zum Establishment der FDP gehört, das zum Bettvorleger von Merkel mutierte und ist für das Scheitern der FDP bei der Bundestagswahl 2013 persönlich mitverantwortlich ist. Lindner ist ein aalglatter, oberflächlicher Juppy-Typ, der seine Großmutter verkaufen würde, wenn es ihm Vorteile brächte. Und jetzt macht er auf AfD-light, dass nicht alle Flüchtlinge liebenswerte Kulturbereicherung sind. Pfui!

    • Wer AfD wählt, handelt so, als wäre es ihm wichtiger durch seine Stimme zu fördern, daß die AfD ein paar Sitze mehr hat, als daß die CDU/CSU eine Regierung ohne SPD und Grüne bilden kann, also nur mit der FDP

      • Es ist eben reiner Protest auf Kosten realer Veränderungsmöglichkeiten bzw. (im Übrigen seltsame) Gesinnungs- statt Verantwortungsethik.

      • In dem Fall vermischen sich Gesinnungs- und Verantwortungsethik, da sich die Bundespolitik auch bei einer schwarz-gelben Regierung wenig ändern würde. So sehen es sicher viele AfD-Wähler.

      • Frau Merkel bleibt im Amt, auch wenn Sie AfD wählen. Mit wem sie koaliert, macht keinen großen, aber eben doch einen kleinen realen Unterschied. Ob die AfD einen Sitz mehr oder weniger bekommt, fällt dagegen nicht ins Gewicht.

      • Die Änderung der Politik durch die AfD-Fraktion beschränkt sich darauf, den anderen Parteien „Dampf zu machen“, da keiner mit ihr regieren wird. Die AfD kommt sicher in den Bundestag. Ich halte die Veränderung der Politik durch das Fernhalten von Rot-Grün eher für größer denn durch ein paar mehr Sitze für AfD-Hinterbänkler. Die Angst vor „mehr AfD“ bleibt wohl eher unabhängig davon, ob die AfD nun 9 oder 11 % erhält.

      • Sie sehen das so. Ich und andere Wähler der AfD sehen das anders. Wir glauben, dass ein starkes Wahlergebnis ein viel mächtigeres Signal sendet als die Möglichkeit von S-G.

        Einer bayerischen Umfrage zufolge sind 90 Prozent der AfD-Wähler bereits ganz sicher, dass sie die AfD wählen werden. Für CSU-Wähler gilt das aber nur für rund 70 Prozent. Ich hoffe ja immer noch, dass CDU/CSU auf der Zielgerade einbrechen. Am besten sollten die Stimmen natürlich zur AfD gehen. Aber auch Stimmen an die FDP hätten immerhin den Vorteil, dass vielleicht ein schlechteres Ergebnis als 2009 drin wäre. Das schlechteste CDU-Ergebnis der Geschichte seit 1949, das hätte was. Die 33,8 Prozent von 2009 wären zu knacken. Damit hätte Mama Merkel das 2./3./5. schlechteste Ergebnis erzielt und 2013 wäre nur ein kleiner Ausreißer gewesen. Darum muss es gehen. Merkel muss die rote Karte gezeigt bekommen und das geht a) über ein tolles AfD-Ergebnis und b) über ein katastrophales Ergebnis der Union.

      • Es bestreitet niemand, dass die Wahl der AfD Signalcharakter hat, mehr aber auch nicht. Durch Wahl der FDP signalisiert man weniger, kann aber real mehr bewirken.

      • Je mehr Sitze die AfD bekommt, desto mehr verändert sich die Politik der Regierung. Das ist in Sachsen-Anhalt schon zu sehen. Demgegenüber ist es eher unwichtig, ob die Grünen oder die FDP Frau Merkel stützen.

      • Das Signal wird die reale Politik stärker verändern, als wenn der Wähler direkt S-G in die Regierung sendet. Sie selbst vertreten doch die These, dass es den September 2015 mit RRG nicht gegeben hätte, weil dann eine stärkere Opposition bestanden hätte. Die AfD wird über die Opposition viel mehr bewirken können als die FDP in der Regierung.

      • Eine so große Opposition wird die AfD aber nicht werden, weder quantitativ noch qualitativ. Wenn die AfD jetzt undifferenziert erfolgreich ist, wird sie auch selbst nicht wieder besser, sondern z. B. sogar Herr Pretzell gestärkt.

      • Unterstellt, Sie hätten im Kern recht, dann wäre diese Oppositionswirkung wohl kaum abhängig von ein paar AfD-Hinterbänkler mehr oder weniger. Unterschätzen Sie bitte auch nicht den Druck auf die CDU/CSU oder auch der FDP durch eine Koalition mit den Grünen. Da kommt dann schnell Anpassung auf, schon um der ganzen Sache eine Art von ideologischer Überschrift zu geben. AfD im Bundestag- ja bitte! Grüne oder Rote aus der Regierung- ja bitte!

      • Wenn man nur auf das Interesse der AfD schaut, während einem Deutschland und dessen Regierung völlig egal sind, dann ist erstens eine Stimme mehr für die AfD eine Stimme mehr. Zweitens wäre eine Jamaika-Koalition besser als eine schwarz-gelbe Koalition ohne die Grünen, weil eine schlechtere Regierung mit blamierter FDP mehr AfD-Stimmen für die Zukunft verspricht. Allerdings sollte selbst der nur an der AfD Interessierte eine Große Koalition fürchten, die ich für wahrscheinlicher halte als Jamaika. Denn Herr Lindner in der Opposition wird der AfD die Show stehlen.

      • Eine Koalition nur aus CDU/CSU und FDP nimmt CDU/CSU/FDP gegenüber der AfD das Argument, man habe ja Bestes gewollt, sei aber am grünen Koalitionspartner gescheitert…

      • Zwar halte ich eine ganz knappe rechnerische Mehrheit für Schwarz-Gelb noch für möglich, doch denke ich, dass es Merkel mit einer Ein- oder Zwei-Stimmen-Mehrheit nicht machen wird, sondern lieber noch die 6,5% Grünen mit ins Boot holt.

        Inzwischen würde ich auf eine kleine AfD-Überraschung spekulieren und auf 12,5% wetten. Die tiefe Abneigung der Medien und der Altparteien wird ihr helfen; die Wähler sind angespannt und wollen ein sehr klares Protestsignal aussenden. Und ich weiß nicht, ob sich Lindner und die FDP einen Gefallen damit tun, die AfD so zu verdammen. Linder hatte sich bereits ggü. Lucke und dem dann ausgetretenen Weckruf-Flügel unangemessen abfällig geäußert und auch kürzlich die AfD im Interview mit Herrn Steinhöfel als „völkisch-kollektivistisch“ abgekanzelt.

      • Mein Wettangebot steht noch. Wenn es rechnerisch geht, kommt es zu Schwarz-Gelb. Frau Merkel präferiert das zwar nicht, aber wird sich dem dann nicht entziehen können. Eine Jamaika-Koalition ist in so einem Fall völlig unplausibel, während sie auch sonst auf große Widerstände in den drei kleineren beteiligten Parteien stößt.

      • A) Selbst wenn eine schwarz-gelbe Mehrheit so knapp wäre, daß man vorsichtshalber doch noch die Grünen ins Boot holte, wäre diese Mehrheit ein Druckmittel gegen Grün wie jetzt die rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag gegen die CDU/CSU. In NRW regiert Schwarz-Gelb ganz knapp, auch weil im Hintergrund die AfD ja eine rot-grüne Mehrheit ausschließt.
        B) Erwartet man mehr Stimmen für die AfD als allgemein erwartetet, ist das ein weiterer Grund, FDP zu wählen.
        C) Den Umgang mit der AfD von Herrn Lindner halte auch ich so problematisch wie den anderer Parteien- wichtiges, aber anderes Thema…

      • Ich finde, dass man sich einfach anschauen sollte, was war. Die Eurorettungspolitik hat unter schwarz-gelb begonnen. In SH bestimmen die Grünen den Kurs der Jamaika-Koalition. In NRW werden Anträge zu Demokratieerklärungen von schwarz-gelb abgelehnt.

        Niemals mehr werde ich eine Partei wählen, die solche Dinge verantwortet hat.

      • In der Euro-„Rettung“ (?) hat Lindner wohl gelernt. Und ich will ja gerade eine Koalition wie in SH verhindern….! Die Liste meiner Vorwürfe und meiner Emotionen gegen die FDP ist lang, aber ich wähle FDP, weil ich eben versuchen will, die Grünen zu verhindern (und ich die AfD-Rechten für sehr schlimm halte, nicht zuletzt auch viel Sozialismus von denen kommt)

      • Die Eurokrise hat zufällig unter Schwarz-Gelb begonnen. Die Rettungspolitik war ein Fehler, der sich aber zumindest in der gleichen Form nicht wiederholen wird. Die FDP wird Frau Merkel nicht wirklich stoppen können, aber wenigstens auf die Bremse treten und nicht noch aufs Gaspedal wie SPD, insbesondere wenn Herr Schulz mächtig bleibt, und Grüne.

  15. Gibt es ein Argument dafür, dass die FDP unter Christian Lindner eine substanziell andere Politik als die Grünen macht? Hat Herr Lindner nicht beispielsweise aktiv versucht zu verhindern, dass Frank Schäffler auf die Liste kommt?

    • Die FDP hat immer eine andere Politik gemacht als die Grünen. Ihr Versagen bestand darin, 2009-2013 keine andere Politik als Frau Merkel gemacht oder auch nur vernehmbar gewollt zu haben. Nur wenige aufrechte Liberale wie Herr Schäffler äußerten sich öffentlich dagegen. Wäre sein Mitgliederentscheid 2011 anders ausgegangen, gäb es gar keine AfD und wäre die FDP nicht aus dem Bundestag geflogen. Herr Lindner wollte ihn jetzt tatsächlich von der Liste halten, doch vermutlich weniger aus inhaltlichen Gründen, sondern wegen seiner Eigenständigkeit. Dabei brauchen wir mehr unabhängige Köpfe in der Politik. Dass die FDP zur One-Man-Show verkommt, finde ich sehr bedauerlich. Doch selbst darin kann noch eine Chance liegen, nämlich wenn es um die One-Woman-Show im Kanzleramt geht.

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