Gerade Sozialdemokraten sollten Linksextremismus ablehnen statt leugnen

Die heutige SPD-Führung ist völlig geschichtsvergessen. Um vom ‚G20-Gipfel und linksextreme[r] Gewalt‘ in Hamburg abzulenken, leugnet sie nicht nur linksideologische Menschheitsverbrechen, sondern ignoriert auch völlig, was Sozialdemokratie eigentlich bedeutet, nämlich das Streben nach Sozialismus auf demokratischem und friedlichem Wege, während andere Linke den Sozialismus oder gar Kommunismus mit Gewalt herbeiführen wollten und wollen. Der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz meint hingegen: „Links und Gewaltanwendung schließt sich gegenseitig aus.“ Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner behauptet: „Linke Politik achtet Menschenwürde und lehnt Gewalt ab. Deshalb sind kriminelle Gewalttäter, wie immer sie sich nennen, nicht links.“ (Für beide Zitate siehe den sehr lesenswerten Artikel „Alles, was links ist“ mit einer ähnlichen Argumentation wie in diesem Absatz.) Der vorherige SPD-Vorsitzende und Außenminister Sigmar Gabriel erklärt: „Mit angeblich ‚linken Motiven‘ hat das alles nichts zu tun.“ (Siehe dafür „Linke Gewalttäter: ‚Die unmögliche Tatsache'“.)

„Das hat mit links nichts zu tun“, behauptet auch Dietmar Bartsch, der Vorsitzende der Nachfolgepartei der SED, die um die DDR und durch Berlin eine Mauer bauen und auf die eigenen Bürger schießen ließ. Aber natürlich hat Linksextremismus etwas mit links zu tun, so wie auch islamistischer Terrorismus etwas mit dem Islam zu tun hat. Der Zusammenhang ist allerdings keine Identität, so wie auch rechts und rechtsextrem nicht identisch sind. Der Extremismus ist jeweils eine übersteigerte Form bis hin zur Befürwortung von Gewalt und der Abschaffung unserer freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sich demokratische Linke, Rechte und Muslime viel stärker von den extremistischen Anhängern der eigenen Grundüberzeugungen abgrenzen als von Demokraten mit anderen Einstellungen.

Dieser Konsens und Zusammenhalt der Demokraten ist leider kaum noch vorhanden. Insbesondere Linke hetzen pauschal gegen rechts, was sie mit rechtsextrem gleichsetzen, während sie Linksextremisten oft verharmlost haben und jetzt sogar deren Existenz leugnen, da Gewalt doch nichts mit links zu tun hätte, also entweder unpolitisch oder rechts sein müsse. Interessanterweise gibt es zu fast jeder politischen Ideologie und Religion extremistische Gewalttäter, zum Liberalismus allerdings nicht. Liberal hat wirklich nichts mit Gewalt zu tun, wenn man vom Gewaltmonopol des Rechtsstaats absieht.

8 Gedanken zu „Gerade Sozialdemokraten sollten Linksextremismus ablehnen statt leugnen

  1. Schulz und Stegner reden schlimmen Unsinn. Dennoch würde ich teilweise zustimmen. Für mich war Anders Breivik z.B. auch primär ein Psychopath und kein politisch motivierter Täter. Im tieferen Inneren hatte seine Tat nichts mit politischer Überzeugung zu tun, das war allenfalls eine oberflächlich gesuchte Rechtfertigung. Ähnlich verhält es sich für mich beim sogenannten „schwarzen Block“. Das sind für mich keine von welcher Art von Politik auch immer überzeugten Täter, sondern einfach verwöhnte Idioten, die einen Anlass für Randale suchen. Das sind die gleichen Jungs, die sonst im Stadion oder sonst wo für Prügelei sorgen würden. Wir sollten diese Leute nicht dadurch aufwerten, dass wir ihnen einen intellektuellen Anstrich verpassen, den es in Wahrheit gar nicht gibt. Politische Extremisten gab es bei der RAF, in Hamburg hingegen waren nur grenzdebile Idioten.

    Die wahren linksextremen Täter sind für mich nicht die Schlägertypen von der Schanze, sondern die Salonlinksextremen im Hintergrund, die diese Idioten für ihre Zwecke einspannen. Das sind jene, häufig „Kulturschaffende“, die Demonstrationen planen, anmelden und sich als vermeintlich „friedliche“ Demonstranten bei vermeintlich „friedlichen“ Sitzblockaden und ähnlichem zusammen mit diesen Idioten auf der Straße zeigen. Täter sind für mich auch Politiker, die mit diesen Salonlinksextremisten und „Kulturschaffenden“ Projekte durchführen und diese finanzieren, also Maas, Stegner, Schleswig, Roth und Konsorten.

    • Es geht nicht darum, was die einzelnen Gewalttäter denken, sondern in welchen Strukturen sie agieren. Diese waren in Hamburg eindeutig politisch und linksextremistisch. Entsprechend sollten auch die Figuren im Hintergrund und Umfeld zur Verantwortung gezogen werden, wenn schon nicht strafrechtlich, dann doch wenigstens politisch.

  2. Linksextremisten werden von den mit der AfD konkurrierenden Parteien als informelle Hilfstruppen gegen die AfD angesehen; nun, wo sich wahllose Zerstörung gegen die Bevölkerung richtet, kommt das böse Erwachen. Soweit es um den sog. Schwarzen Block geht, handelt es sich um Personen ohne konkretes Weltbild und ohne übergreifende Organisation, welche sich dort fallweise Themen suchen, wo sie die meisten Mitläufer finden – und das ist eben bei sog. linken Themen der Fall. Ziel ist das Event, nicht die Gestaltung.
    Es ist wohl eine alters- und statusabhängige Fase mit anarchistischen Verhaltensweisen. Insofern ist die Abgrenzung der Sozialdemokratie jenseits sozialdemokratischer Morallehre nachvollziehbar und muss nun Konsequenzen haben. Die Sozialdemokratie muss sich die bisher unzulängliche Abgrenzung von diesem Anarchismus vorhalten lassen. Sie hat sich mit vorgeblich linken Themen und dem Begriff „Antifa“ aufs Glatteis führen lassen.

    • Gegen die AfD waren diese Truppen bis in die CDU hinein willkommen. Jetzt kommt das böse Erwachen. Von der AfD hört man aber reichlich wenig. Hier muss mehr kommen. Mit einem Verweis auf G20 kann man endlich den selbst erleben Terror anprangern und die Bevölkerung wird es nicht mehr als Schwachsinn abtun können. Vielleicht wird der Bevölkerung und vor allem der Politik jetzt auch klar, dass friedliche AfD-Veranstaltungen das geringere Übel zum Antifa-Aufmarsch sind.

      Ich teile auch nicht unbedingt die Ansicht, dass eine Reinwaschung der Taten stattfindet. Natürlich, zahlreiche Medien und Politiker versuchen es. Entscheidend ist aber, was die Bevölkerung denkt. Da sehe ich, außer bei einer völlig unbelehrbaren Gruppe linksaußen, überwiegend blankes Entsetzen und keine Verharmlosung. Das stimmt mich vorsichtig optimistisch, wobei das Gedächtnis ja leider kurz ist. Man kann nur hoffen, dass die Bilder von G20 so extrem waren, dass die Ablehnung der Antifa bleibt und das Bündnis der Zivilbevölkerung mit der Antifa, das die letzten Jahre zweifellos bestand, jetzt endlich Risse bekommt.

  3. Zum übersteigerten Idealismus ( Extremismus ) korellieren Gewalt, Kriminalität, Lüge und Scheinheiligkeit. Es findet entweder eine unmittelbare moralische Überhöhung der eigenen Person als Auserwählter ( z.B. Arier, Gottes Kinder, Vollstrecker Gottes Willen, „Robin Hood“ ) und Erleuchteter ( Prediger, Propheten, Intellektuelle ) oder eine mittelbare Überhöhung, die sich aus der Überhöhung der Gruppe und ihrer Mitgliedschaft herleitet ( z.B. IS, AntiFa, Greenpeace ). Aus dieser moralischen Überhöhung heraus findet Kriminalität statt. Entweder sucht der Kriminelle diese Art der Rechtfertigung oder der Kriminelle wurde wegen der Überhöhung kriminell. Gefördert wird diese Dynamik durch den „Speckgürtel“ von Sympathisanten und Unterstützer. Die Islamisten erfreuen sich an den Sympathien der überwiegenden Muslims, vor allen Dingen der erfolglosen Muslims, die nichs auf die Reihe kriegen. Die AntiFa erfreut sich an den linken Flügeln der SPD, Grüne, Linke und Medien, die ihnen Fördermittel und Anerkennung zukommen lässt und die öffentliche Deutung zu ihren Gunsten übernehmen. So werden AntiFa-Gruppierungen durch staatliche Mittel gegen Extremismus finanziert, ihre Schlägertrupps in den Medien als Aktivisten bezeichnet, in den Medien zwischen den „wenigen“ Bösen, die den vielen „Guten“ mit ihrem bösen Verhalten etwas „Böses“ tun würden. Insgesamt schwingt der Tenor mit, dass diese sog. Aktivisten sich für eine gute Sache einsetzen würden.

  4. Ich bin absolut Ihrer Meinung, hätte allerdings noch viel schärfer formuliert. Die Reinwaschung der Linken ist wieder im vollen Gang, frei nach dem Motto „links ist gut“ oder „das Herz schlägt links“. Was wäre wohl geschehen, wären diese bürgerkriegsähnlichen Zustände von Rechten inszeniert worden?

    Interessant ist auch der Versuch zu sagen, man habe das ja nicht wissen können. Doch, das konnte man schon seit Monaten. Das hält die Politik aber nicht davon ab, so zu tun, als sei man ja völlig überrascht worden. Welch schamloses Lügen auch hier.

    Bürgerkriegsähnliche Zustände werden wir immer öfter erleben, leider. Denn seit wir uns jede Menge gewaltbereiter Leute vorsätzlich ins Land holen und sie dazu noch finanziell hätscheln, entwickelt sich eine Gefahr, von der es eines Tages auch heißen wird, das habe man nicht wissen können. Deren Bedrohungspotential ist weitaus größer als das der Linken.

    Der Polizei kann ich nur danken. Sie ist der Prügelknabe der Politik. Auch die 50.000 neuen Polizisten, die jetzt eingestellt werden sollen, ändern die Lage nicht. Denn erstens werden sie nicht kommen (das „Versprechen“ wird bald einkassiert werden, aus irgendwelchen anderen Gründen), und zweitens benötigt es Jahre, um potentielle Kandidaten erst einmal wirklich einsatzfähig zu machen. Wenn denn überhaupt noch jemand Lust hat, zur Polizei zu gehen.

    Ist doch ein „schöner“ Erfolg der Politik: Bundeswehr abgewrackt, Polizei beschädigt, Grenzen offen. Der Bürger ist schutzlos. Er hat es nur noch nicht so richtig gemerkt. Die Hamburger vielleicht ein wenig.

    • Tatsächlich gibt es noch ganz andere Gefahren als Linksextremisten. In Hamburg waren wohl 20.000 Polizisten im Einsatz und damit das bislang größte Polizeiaufgebot. Trotzdem haben sie es nicht geschafft, nicht einmal 2.000 Randalierer unter Kontrolle zu halten. Es gibt Familienclans, die größer sind und auch richtige Waffen einsetzen könnten. Wenn Herr Erdogan all seine Anhänger in Deutschland mobilisieren würde, gäbe es zumindest keine deutsche Macht dagegen.

  5. Viele linksextreme Gruppen, allen voran die „AntiFa“, wurden mit Steuergeld im „Kampf gegen Rechts“ erst aufgepäppelt. DAS ist der eigentliche Skandal! Wenn das so weiter geht, züchtet sich unser Staat eine neue RAF!

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