Stetig steigender Leistungsbilanzüberschuss durch den Euro

The Economist titelt diese Woche: „The German problem: Why Germany’s current-account surplus is bad for the world economy“ (siehe auch „Vorsprung durch Angst: The good and bad in Germany’s economic model are strongly linked“). Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss ist in der Tat der höchste der Welt (letztes Jahr 8,3 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt bzw. fast 300 Milliarden US-Dollar) und keine Heldentat, sondern für Europa und zunehmend sogar global, aber auch für Deutschland selbst ein Problem (siehe ‚Schäuble und Sinn zum deutschen Leistungsbilanzüberschuss‘). The Economist scheut sich jedoch, die eigentliche Problemursache zu benennen, die eben nicht in moderaten Lohnabschlüssen, hohen Sparquoten oder relativ zurückhaltender Staatsverschuldung liegt. Das ist alles nicht neu in Deutschland, hohe Exporte auch nicht, selbst Exportüberschüsse nicht, aber deren stetiger Anstieg ohne jede Grenze.

Das eigentliche Problem ist der Euro als Gemeinschaftswährung, die Deutschland keine Auf- und anderen Mitgliedern der Eurozone keine Abwertungen erlaubt. Der Wechselkursmechanismus ist ein automatischer und marktwirtschaftlicher Begrenzer zu großer Überschüsse oder auch Defizite, der durch den Euro aus rein politischen Gründen wider jede wirtschaftliche Vernunft außer Kraft gesetzt wurde. Jetzt ist das Gejammer groß und soll an Symptomen herumgedoktert werden. Höhere Löhne, höherer Konsum, mehr Investitionen innerhalb Deutschlands durch Unternehmen und den Staat, das wäre alles wünschenswert, lässt sich aber nur schwer staatlich verordnen oder gar richtig dosieren. Mit der DM wäre das alles auch gar nicht nötig. Es gäbe dann wie früher deutsche Exportüberschüsse, die in einem vernünftigen Rahmen blieben und nicht ungehemmt immer weiter stiegen.

Können nicht zumindest wir Deutschen uns freuen, dass wir neben vielen Waren auch Arbeitslosigkeit exportieren und einen Schatz im Ausland anlegen? Vor allem diesem Eindruck verdankt Frau Merkel ihre Popularität, doch tatsächlich konsumieren wir Deutschen viel weniger, als wir könnten und mit eigener Währung auch würden. Diesem Konsumverzicht steht jedoch kein wachsendes Auslandsvermögen gegenüber, auf welches wir demnächst zurückgreifen könnten, wenn die staatliche Rente nicht reicht. Deutschland erbringt reale Leistungen für Targetsalden, uneinbringliche Griechenlandkredite und andere als Kredite getarnte Transfers. Auch Präsident Trump sollte sich eigentlich freuen, wenn er mehr von Wirtschaft verstehen würde, dass die USA so viele reale Güter und Dienstleistungen für Dollar erhalten, die sie aus dem Nichts schöpfen können.

16 Gedanken zu „Stetig steigender Leistungsbilanzüberschuss durch den Euro

  1. Das eigentliche Problem ist der Euro als Gemeinschaftswährung, die Deutschland keine Auf- und anderen Mitgliedern der Eurozone keine Abwertungen erlaubt…

    Genau das ist der Kern des Problems! Der Euro ist für uns Deutsche zu weiche und für die Südstaaten zu hart. Ein Zwischending gibt es nicht! Auch die USA haben wirtschaftlich höchst unterschiedliche Bundesstaaten und trotzdem funktioniert der US-Dollar als gemeinsame Währung. Aber dort gibt es auch keine Target-2-Salden und viel weniger Regierungseinfluss auf die Geldpolitik.

    Neidisch schauen die Südstaaten auf Deutschlands Überschüsse. Wenn wir diese Überschüsse nicht erwirtschaften würden, wie sollten wir dann die maroden Südstaaten retten, die lieber Fiesta machen, statt Leistung zu bringen….!?!

    • Die USA sind ein Bundesstaat, in dem es durchaus bedeutende Transfers und andere Ausgleichsmechanismen gibt. In Europa sind Deutschlands Überschüsse und uneinbringbare Kredite zwei Seiten derselben Medaille.

      • Das System im US $ funktioniert aber, was man vom Euro nicht sagen kann…..

      • Richtig, der US-Dollar funktioniert (nicht perfekt, aber real ganz gut), während der Euro große Probleme bereitet. Das ist aber kein Zufall, sondern liegt daran, dass die Eurozone eine Verbund souveräner und ziemlich heterogener Staaten ist, die sich nicht einmal auf selbst gegebene Regeln verpflichten lassen. Solange Deutschland zahlt und die anderen sich für ohne den Euro gar nicht existierende Probleme bezahlen lassen, hält das Kartenhaus noch, doch der extrem teure Zusammenbruch ist nur eine Frage der Zeit.

        Die Schuld wird man dann natürlich wieder wie in Hamburg bei den Rechten wie auch Liberalen, bei den bösen Nationalstaaten und Märkten suchen. Denn Linke haben nie gelernt, Verantwortung zu übernehmen.

      • Ja, die ganzen EU-besoffenen LinksgrünInnen wollen ja „mehr Europa“, also mehr Zentralismus, samt EU-Finanzminister mit Steuergewalt und behaupten, dann würde der gut Euro funktionieren. Das Beispiel „USA“ könnten sie dafür noch missbrauchen.

        LinksgrünInnen gehen von falschen Voraussetzungen und Illusionen aus. Daher kommen sie nie zu realistischen Lösungen. Das ist wie in der Mathematik bei der Lösung von Gleichungen. Wenn die Ausgangsvoraussetzungen falsch sind, kann niemals eine richtige Lösung herauskommen !

  2. Deutschland erzielte auf 12-Monats-Basis 2015/16 in Mrd € gegenüber USA (60), Vereinigtes Königsreich (54), Frankreich (39) besonders hohe Überschüsse. Diese Länder gehören zu den stärksten Wirtschaftsnationen. Dann kommen noch Österreich (17), Schweden (14), und die weiteren Überschüsse verteilen sich mit je 5-9 Mrd relativ gleichmässig über die weiteren Nationen und haben dort keine gravierenden Auswirkungen (in Italien und Spanien betragen die Defizite wenige Promille des Sozialprodukts).
    Italien, Schweden, Dänemark haben als Schuldnerländer gegenüber Deutschland zugleich entweder eine ausgeglichene oder überschüssige Handelsbilanz. Soweit Schwellenländer aus Deutschland Maschinen und Anlagen beziehen und damit ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und Schuldentragfähigkeit herstellen, werden die Defizite durch Exporte abgebaut. Werden vor allem Konsumgüter (oder Waffen !) = Griechenland importiert, sieht es anders aus.
    1. In der Außenwirkung wirken die Überschüsse nicht dramatisch
    2. Für die besonders defizitären Länder USA und GB ist der Währungskurs im Verhältnis zu Deutschland wohl von untergeordneter Bedeutung: Diese Länder einschließlich Frankreich haben infrastrukturelle Probleme, die so oder so bereinigt werden müssen.
    3. Es ist fraglich, ob das Anwachsen von Überschüssen sich so fortsetzt. Gegenwärtig tut unsere Regierung alles,um dem Standort Deutschland zu schaden (Energiewirtschaft, überregulierter Arbeitsmarkt, widerstandslose Hinnahme von EU-Vorschriften, Gen-Politik). Die Industrie bleibt in ihren Investitionen hinter der Abschreibungsquote und verlagert Investitionen zunehmend ins Ausland.

    • Bilaterale Überschüsse oder auch Defizite sind kein Problem, übergroße Überschüsse oder auch Defizite gegenüber dem gesamten Rest der Welt schon. Die eigene Wirtschaft zu ruinieren, ist kein gutes Mittel dagegen bzw. eine schlimmere Medizin als die Krankheit.

  3. Pingback: Warum legen wir Deutschen uns nicht ab Freitag morgen in die Sonne? | Das Heerlager der Heiligen


  4. Auch Präsident Trump sollte sich eigentlich freuen, wenn er mehr von Wirtschaft verstehen würde, dass die USA so viele reale Güter und Dienstleistungen für Dollar erhalten, die sie aus dem Nichts schöpfen können.

    Hier stimme ich Ihnen zu und kann Trump, den ich sonst sehr schätze, nicht ganz folgen. Allerdings gibt es auch hier 2 Seiten der Medaille. Das alles hilft nicht, wenn du mittlerweile arbeitsloser Stahlarbeiter geworden bist. Diese Gruppe brachten Trump die entscheidenden Wechselwähler. Die haben vom großen Importüberschuss der USA reichlich wenig.

    • Von Freihandel (wie auch technischem Fortschritt) profitieren die beteiligten Länder insgesamt, aber nicht unbedingt jeder Einzelne. Das kann für soziale Ausgleichsmaßnahmen sprechen, für die aber die USA nicht berühmt sind und Donald Trump schon gar nicht. Protektionismus wird dagegen die verlorenen Arbeitsplätze nicht zurückbringen, sondern noch mehr Jobs und vor allem Wohlstand kosten. Besser wäre es, wenn Präsident Trump sein versprochenes Investitions- und Infrastrukturprogramm umsetzt. Stahlarbeiter kann man leichter zu Straßenbauern umschulen als zu KI-Experten. Auch Deutschland könnte mehr Investitionen gebrauchen, auch solche in die öffentliche Infrastruktur, bei der inzwischen die (nicht verbuchten) Abschreibungen die Ersatzinvestitionen übersteigen, was die ohnehin zweifelhafte schwarze Null von Herrn Schäuble nochmals relativiert.

  5. Hallo Herr Dilger, ich war so frei, Ihren Einleitungstext zum Thema in unserer LKR Gruppe einzustellen. Ich hoffe, es ist ok für sie, konnte sie über FB Chronik nicht erreichen. Hier die Anfangszeilen:
    Hier mal ein Bericht über den Leistungsüberschuss durch den Euro.
    Der Bericht ist von Professor Alexander Dilger, Westfälische Wilhelmsuniversität Münster, verfasst am 9/7/17:
    Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss ist in der Tat der höchste der Welt (letztes Jahr 8,3 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt bzw. fast 300 Milliarden US-Dollar) und keine Heldentat, sondern für Europa und zunehmend sogar global, aber auch ………..

  6. Der Euro ist also an der deutschen Deflationspolitik schuld?

    Beggar-thy-neighbor bezeichnet den Versuch, „seinen Nachbarn zum Bettler zu machen“. Der Terminus geht auf Adam Smith zurück, der in seinem „Wealth of Nations“ die merkantilistische Strategie der Maximierung des nationalen Außenhandelsüberschusses (und damit der inländischen Goldreserven) so bezeichnet hatte. Steigerung der Exporte unter gleichzeitiger Hemmung von Importsteigerungen im Inland das Einkommen und/oder die Beschäftigung erhöhen sollen. Steigende Exporte bewirken zusätzliches Einkommen bei privaten Haushalten, ein Teil dieses zusätzlichen Einkommens wird erfahrungsgemäß wieder für den Kauf von Gütern oder für Dienstleistungen ausgeben, was neues Einkommen entstehen lässt (Exportmultiplikator). Da die Steigerung der Exporte eines Landes für andere Länder eine Steigerung der Importe bedingt, kann sich durch diese Politik in den anderen Ländern eine kontraktive Wirkung ergeben (z.B. höhere Arbeitslosigkeit). Speziell die deutschen Exportüberschüsse gegenüber der Eurozone gelten international als Beggar-thy-neighbor-Problem. Die Klassische Maßnahmen Beggar-thy-Neighbour-Politik können sein:

    – eine unnötige innere Abwertung (Senken der inländischen Löhne und Preise ohne Abwertung der Währung).
    – Maßnahmen der Exportförderung, wie z.B. Lohnsenkungen.
    – Subtilere Maßnahmen wie bestimmte Maßnahmen der Steuerpolitik, der Wettbewerbspolitik und der Beeinflussung ausländischer Direktinvestitionen.
    – sonstige Maßnahmen Einfuhrbeschränkung, Einfuhrkontingente.

    Der Ökonom Heiner Flassbeck weist darauf hin, dass auch das Konzept des „Wettbewerbs der Nationen“ auf beggar-thy-neighbor hinausläuft und zu gesamtwirtschaftlichen Wohlstandseinbußen durch eine Deflationsspirale und zur Verschlechterung der internationalen Beziehungen führt. Er zeigt auf, wie die Eurokrise durch systematisches beggar-thy-neighbor Deutschlands wesentlich mitbedingt ist. Kompetitive Abwertungen führten in den 1930er Jahren im Zuge der Weltwirtschaftskrise in einen Währungskrieg. Ebenfalls in den 30er Jahren erkannte und formulierte Wilhelm Lautenbach klar die Nullsummenspiel-Struktur in Beggar-thy-neigbor-Strategien:

    „Alle Länder wollen…mehr exportieren als importieren. Es ist wieder von vornherein klar, daß sie nicht zum Ziel kommen werden. Grundsätzlich theoretisch gibt es hier zwei Möglichkeiten. Entweder betreiben alle Staaten aktive Exportförderung und lassen die Importe frei: In einem Taumel internationaler Austauschlust wird das Gesamtexportvolumen steigen, ohne daß in summa irgend jemand mehr exportiert als importiert hätte. Oder aber – und das ist das Wahrscheinlichere und leider immer wieder historisch Gegebene: Man wird zur Gewinnung eines aktiven Leistungsbilanzsaldos die Importe zu beschränken suchen. Damit kann auch kein Land mehr seinen Export steigern. Im Gegenteil. Das allgemeine Streben nach einer Differenz zwischen Export und Import wird das Gesamtaustauschvolumen kumulativ zurückgehen lassen. Das Ergebnis ist Kampf um Absatzmärkte, internationaler Konkurrenzneid, Krieg zunächst aller gegen alle und schließlich vielleicht «Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus»!“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Beggar-thy-Neighbor-Politik

    Aber sowas macht die deutsche Politik ja nicht, mit senkung von Sozialleistungen, Mehrwertsteuererhöhung oder weitaus größten EU Niedriegstlohnsektor?

    Zeit-/Leiharbeit und Werkstarifverträge:
    – Indifferent fiskalpolitisches Instrument:
    Senkung der Lohnstückkosten (erhöht evtl. Auslandsnachfrage gegenüber gleichzeitigem Sinken des gesamtwirtschaftlichen Lohnniveaus, also sinkende Kaufkraft bzw. sinkende Konsumnachfrage/Bruttoinlandwirtschaft)

    Die „reale Innere Abwertung“ hat grundsätzlich denselben kompetitiven Effekt wie eine „Währungsabwertung“ und ist keine Wirtschaftspolitik im Sinne des Gemeinwohls, sondern einfach nur eine Finanzpolitische Oligarchie.

    [401 von 877 Wörtern gelöscht, darunter insbesondere ein überlanges Wikipedia-Zitat ohne Kennzeichnung, AD.]

    Heinrich Brüning seine „Deflationspolitik“ 1930-1932 war Defacto das selbe Wirtschaftsmodel und hat auch ohne den Euro schon nicht funktioniert.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Deflationspolitik

    • Der Euro mischt eben nicht die Vorteile, sondern die Nachteile von Fiat Money und einer Goldwährung. Auf- und Abwertungen sind nicht möglich, einzelne Länder können keine eigene Geldpolitik betreiben und sich auch nicht vor einem Staatsbankrott in eigener Währung schützen, während die gemeinsame Währung trotzdem nicht wirklich werthaltig ist und zu übergroßen Transfers führt. Ist es wirklich so schwer zu verstehen, dass freie Wechselkurse die von Ihnen kritisierte merkantilistische (bzw. merkelsche) Politik von selbst korrigieren würden? Im Übrigen war der Euro anfangs für Deutschland zu hoch bewertet und galt Deutschland als der kranke Mann Europas. Die Reformen von Gerhard Schröder waren eine sinnvolle Antwort darauf, wirken jetzt jedoch weiter, während sich die Umstände geändert haben. Politische Reformen benötigen Jahre oder Jahrzehnte, Wechselkurse passen sich hingegen sofort an.

      • Wohin hat die Theorie denn bei Heinrich Brüning geführt? Das Großbritannien und 30 weitere Nationen relativ frühzeitig vom Goldstandard abkehrten und ihre Wettbewerbsfähigkeit im Außenhandel durch Abwertung der Währung (Währungskrieg) erhöht haben. Dadurch wurde eine Erhöhung der deutschen Exporte durch Innere Abwertung (per Deflation) vollends aussichtslos. Auch wenn Friedrich August von Hayek damals (z.b. den Vereinigten Staaten) eine Deflationspolitik empfahl um die Lohnrigidität zu brechen, lehnte er in seiner „Verfassung der Freiheit“ 1960 ultraliberalen-Laissez-faire (Milton Friedmans „Monetarismus“) ab und gestand seine frühere Empfählung in den 1970er als Fehler ein. Genau diese Staatseingriffe wie Heinrich Brünings „Innerer Abwertung“ meinte Hayek, als er die Entwicklung in Deutschland ab Mitte der 1960er-Jahre für zu interventionistisch hielt und 1971 anlässlich der deutschen Ausgabe des „Wegs zur Knechtschaft vor sozialistischen Tendenzen in der deutschen Wirtschaftspolitik gewarnt hatte.
        Ist das so schwer zu verstehen, das Deutschland heute die höchste reale „Innere Abwertung“ mit dem größten „Minder- und Niedrieglohnsektor“ in der EU hat und es überhaupt nichts bringt diese – als erstes für unser inländisch abgewertetes Konsumaufkommen beschissene – tatsache Sturr auszublenden, während man mit dem Finger auf den Euro zeigt? Der Euro war genau dazu gedacht, um zukünftige Währungskriege aufgrund von „Inneren Abwertungen“ und „Währungsabwertungen“ bei freien Wechselkursen zu vermeiden, weil die Wechselkurse sich in den 1930er eben nicht gegenüber von Handelskriegen bewährt hatten und man sich relativ Sicher war, das mit einer Gemeinschaftswährung kein Staat eine solch rigide Lohnpolitik zur „Inneren Abwertung“ mehr bei der Bevölkerung durchgesetzt bekommt. Wohl Falsch gedacht, wenn deutsche Politik etwas gut kann, dann ist es Politikeigensinnig Krieg zu führen [… wie] einen verdeckten Wirtschaftskrieg. Natürlich für einen zusamenhalt der Europäischen Gemeinschaft, 4 sozialistische Satellitenstaaten sind schon im Monetaristischen Klammergriff gefangen, fehlt nur noch der Rest. Ein klacks ohne die Britten.
        Mal ernsthaft, die Politik läuft dieser unsinnigen Wirtschaftspolitik schon deutlich länger hinterher, als es den Euro überhaupt gibt und gegenüber Herrn Schröder habe und würde ich persönlich kein schlechtes Wort verlieren.
        https://makroskop.eu/2017/07/mehr-flexibilisierung-und-wettbewerb/
        Beurteilung Deutsche Exportwirtschaft:
        Die starke Exportorientierung hat für die deutsche Wirtschaft Vorteile:
        – Der Exportanteil beträgt heute 40 % der deutschen Wirtschaftsleistung (1999 waren es noch 25 %). Der Importanteil beträgt 33% der deutschen Wirtschaftsleistung. Die starke Vernetzung mit dem Welthandel bedingt, dass sich die deutsche Wirtschaft trotz Eurokrise besser entwickelt als viele andere Euro-Länder, weil das Exportwachstum die dämpfende Wirkung der europäischen Wirtschaftskrise z.T. kompensiert.
        – Die deutschen Unternehmen sind global wettbewerbsfähig.
        Die starke Exportorientierung hat für die deutsche Volkswirtschaft auch Nachteile:
        – Deutschland ist besonders anfällig für Konjunkturschwankungen. So hat die Finanzkrise ab 2007 und Weltwirtschaftskrise ab 2007 Deutschland härter getroffen als fast alle anderen Industrienationen.
        – Hohe Wettbewerbsfähigkeit und hohe Exporte führen nicht automatisch zu hohem Wohlstand. Trotz starker Exportzuwächse hat sich das deutsche Bruttoinlandsprodukt von 2000 – 2014 schwächer entwickelt als in den meisten anderen Industriestaaten. Sowohl die Reallohnentwicklung als auch der Zuwachs des Pro-Kopf-Einkommens fiel in Deutschland geringer aus als in anderen Industrieländern. Der Grund liegt darin, dass der Zuwachs an preislicher Wettbewerbsfähigkeit kaum durch Produktivitätsfortschritt, sondern ganz überwiegend durch Lohnzurückhaltung erzielt wurde. Ein solches Wirtschaftsmodell kann keinen Wohlstand erzeugen.
        [Insgesamt 335 von 833 Wörtern gelöscht, insbesondere am Ende zu Leistungsbilanzüberschüssen, AD.]

      • Bitte halten Sie sich an die ‚Regeln für Kommentare‘, insbesondere zur Kommentarlänge, die 300 Wörter nicht überschreiten sollte. Mehr als 500 Wörter lasse ich grundsätzlich nicht zu. In Ihrem Fall werde ich längere Kommentare auch nicht mehr kürzen, sondern gar nicht mehr freischalten und beantworten.

        Inhaltlich bringen Sie einiges durcheinander. Die heutige Lage ist doch völlig anders als in den 1930er Jahren. Vor allem würde Deutschland eine eigene Währung gar nicht abwerten (können). Eine neue DM würde sicher aufwerten, insbesondere gegenüber den südeuropäischen Ländern. Das würde zugleich die Exportüberschüsse reduzieren und die reale Kaufkraft hierzulande erhöhen. Interne Abwertungen funktionieren eben nur bei festen Wechselkursen bzw. einer gemeinsamen Währung.

        Doch auch dabei übersehen Sie die deutsche Tarifautonomie. Der Staat macht gar nicht die Löhne (höchstens im öffentlichen Dienst und jetzt über den Mindestlohn, der aber tendenziell die unteren Löhne anhebt, nicht absenkt). Diese waren auch nicht immer zu niedrig in Deutschland, sondern nach der Wiedervereinigung und der Euroeinführung tendenziell zu hoch. Die Hartz-Reformen betrafen schließlich gar nicht die normalen Arbeitnehmer, sondern vor allem Arbeitslose, die zu Geringverdienern wurden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s